Sonntag, 14. Juni 2020

Die christliche Religion verschönert den Schauplatz...




Jedermann hat in Europa alte Abteien in den Wäldern gesehen, wo sie sich dem Wanderer nur durch ihre in den Wipfeln der Eichen sich verlierende Glockentürme verraten. Gewöhnliche Denkmale erhalten ihre Größe erst von den sie umgebenden Landschaften; die christliche Religion dagegen verschönert den Schauplatz, worin sie ihre Altäre errichtet und ihre heiligen Ornamente aufhängt.

Aus dem Herz-Jesu-Kalender der Fédération pro Europa Christiana - FPEC - Frankreich, August 2016

Textquelle: François-René de Chateaubriand, „Geist des Christentums oder die Schönheiten der christlichen Religion“. Morus Verlag, Berlin 2004. S. 486.

Montag, 8. Juni 2020

Das Siebte Gebot - Das Eigentumsrecht



„Du sollst nicht Stehlen“
(Ex 20,15; Dtn 5,19; Mt 19, 18)

Das siebte Gebot verbietet, fremdes Eigentum unrechtmäßig an sich zu nehmen oder zurückzubehalten und dem Nächsten auf irgendwelche Weise an  Hab und Gut Schaden zuzufügen. Es schreibt Gerechtigkeit und Liebe in der Verwaltung der irdischen Güter und der Früchte der menschlichen Arbeit vor. Es verlangt, im Hinblick auf das Gemeinwohl, die allgemeine Bestimmung der Güter und das Recht auf Privateigentum zu achten. Der Christ is in seinem Leben bestrebt, die Güter dieser Welt auf Gott und die Bruderliebe hinzuordnen.
I – Bestimmung der irdischen Güter für alle Menschen und das Recht auf Privateigentum
Am Anfang hat Gott die Erde und ihre Güter der Menschheit zur gemeinsamen Verwaltung anvertraut, damit sie für die Erde sorge, durch ihre Arbeit über sie herrsche und ohre Früchte genieße. Die Güter der Schöpfung sind für das gesamte Menschengeschlecht bestimmt. Die Erde ist jedoch unter den Menschen aufgeteilt, um die Sicherheit ihres Lebens zu gewährleisten, das in Gefahr schwebt, Mangel zu leiden und der Gewalttätigkeit zum Opfer zu fallen. Die Aneignung von Gütern ist berechtigt, um die Freiheit und Würde der Menschen zu sichern und jedem die Möglichkeit zu verschaffen, für seine Grundbedürfnisse und die Bedürfnisse der ihm Anvertrauten aufzukommen. Sie soll ermöglichen, daß unter den Menschen eine natürliche Solidarität besteht.
Das recht auf Privateigentum, das man sich selbst erarbeitet oder von andren geerbt oder geschenkt bekommen hat, hebt die Tatsache nicht auf, daß die Erde ursprünglich der ganzen Menschheit übergeben worden ist. Daß die Güter alle bestimmt  sind, bleibt vorrangig, selbst wenn das Gemeinwohl erfordert, das Recht auf und den Gebrauch von Privateigentum zu achten.
„Darum soll der Mensch, der sich dieser Güter bedient, die äußeren Dinge, die er rechtmäßig besitzt, nicht nur als ihm persönlich zu eigen, sondern er muß sie zugleich auch als Gemeingut ansehen in dem Sinn, daß sie nicht ihm allein, sondern auch anderen von Nutzen sein können“
(GS 69,1). Der Besitz eines Gutes macht dessen Eigentümer zu einem Verwalter im Dienst der Vorsehung; er soll es nutzen und den daraus erwachsenden Ertrag mit anderen, in erster Linie mit seinen Angehörigen, teilen.
Materielle und immaterielle Produktionsgüter — wie z. B. Ländereien oder Fabriken, Fachwissen oder Kunstfertigkeiten — sollen von ihren Besitzern gut verwaltet werden, damit der Gewinn, den sie abwerfen, möglichst vielen zugute kommt. Die Eigentümer von Gebrauchs- und Konsumgütern sollen sie mit Maß verwenden und den besten Teil davon Gästen, Kranken und Armen vorbehalten.
Die staatliche Gewalt hat das recht und die Pflicht, zugunsten des Gemeinwohls die rechtmäßige Ausübung des Eigentumsrechtes zu regeln.

Quelle: Katechismus der Katolischen Kirche – Oldenbourg – Benno – Paulusverlag – Veritas. (2401-2406)

Mittwoch, 3. Juni 2020

Der „aufgeklärte Despotismus“ des neuen Jahrtausends: die Diktatur der „Spezialisten“



José Antonio Ureta
Der Trend begann vor einigen Jahrzehnten. Zuerst waren es die Richter in Strafsachen, die, anstatt sich selbst über den Grad der Verantwortung des Angeklagten oder die Glaubwürdigkeit der Zeugen zu informieren, die Psychologen um Gutachten zu Rate zogen, zur eigenen Absicherung. Dann kamen die Politiker, die, um zu handeln, die Berichterstattung in den technischen Berichten von Spezialisten für jede Angelegenheit suchten. Nun, heute sind es die Techniker, die die Welt führen.
Nehmen wir zum Beispiel die umstrittenen Ausgangssperren, die 2/3 der Menschheit auferlegt wurden, um die Ausbreitung des „chinesischen Virus“ zu verhindern, das für Atemversagen und Todesfälle an Covid-19 verantwortlich ist.
Praktisch alle Regierungen haben Teams von Epidemiologen und Virologen zusammengestellt, um sich beraten zu lassen. In Wirklichkeit haben diese Teams jedoch - weit über ihre bloße beratende Rolle hinausgehend - Maßnahmen der Regierung „pilotiert“ und ihre Hinweise auferlegt, was durch die Tatsache erleichtert wurde, dass die öffentliche Meinung zuvor durch Nachrichten beeinflusst, die schnell über Sensationsmedien verbreitet und aufgebauscht wurden, mit dem Ziel, Panik über die Virulenz der Epidemie und die Sterblichkeit des Virus zu erzeugen.
Mitte Februar, als beispielsweise Sars-Cov-2 von China nach Italien migrierte, sagte die italienisch-amerikanische Wissenschaftlerin Ira Longini, eine der Beraterinnen der WGO, in einer Pressekonferenz, dass das Virus 66 Prozent der 7,7 Milliarden Einwohner des Planeten infizieren würde, von denen 45-50 Millionen Menschen auf allen Kontinenten sterben würden (basierend auf statistischen Daten der chinesischen Behörden). Ausgehend von Nachrichten der Agentur Bloomberg berichteten Dutzende von Medien und Tausende von Internetseiten, dass das neue Coronavirus 2/3 der Menschheit infizieren könnte usw.
Eine Woche später veröffentlichte die medizinische Fakultät des Imperial College London eine Prognose von einer halben Million Todesfällen in Großbritannien und über zwei Millionen in den Vereinigten Staaten, da es sich um ein Virus handele, „dessen Sterblichkeit mit der von der H1N1-Grippe von 1918 vergleichbar war“, d.h. die „spanischen“ Grippe, die nur den spanischen Namen trug, weil sie aus dem Osten stammte. Da diese Grippepandemie zwischen 50 und 100 Millionen Menschen getötet hat, würde sie heute, angesichts des zwischenzeitlichen Bevölkerungswachstums, über 200 Millionen Todesfälle verursachen. Aus diesem Grund „empfahl“ das Imperial College eine strenge Ausgangssperre der Bevölkerung (Lockdown).
Wenn nun einmal diese Projektionen von den Medien veröffentlicht worden wären, mit dem darauffolgenden Schreck der Bevölkerung, welcher politische Führer oder welche Regierung hätte den Mut gehabt, der Bevölkerung de Lockdown nicht anzuordnen, um in naher Zukunft die Anklage des Genozids zu riskieren?
Anscheinend kümmerte es niemanden, dass gleichzeitig andere Spezialisten, die genau so oder qualifizierter waren als die Experten der WGO oder des Imperial College, diese Projektionen als übertrieben betrachteten und dem Vorschlag einer vollständigen Sperrung nicht zustimmten. Isolierte Stimmen sind einfach ungehört geblieben, wie die von Dr. Hendrik Streeck, der Virologe, der wahrscheinlich die meisten Patienten in Deutschland gesehen hat, der der führenden Zeitung des Landes, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ein Interview gegeben hat, und sagte, Sars-Cov-2 sei nicht so gefährlich wie überall gesagt. Oder die Stimme von Dr. Pablo Goldschmidt, einem angesehenen argentinischen Virologen, der 40 Jahre lang in einem der Hauptkrankenhäuser in Paris gearbeitet hat: Goldschmidt verurteilte eine echte Paranoia und erklärte die ergriffenen Maßnahmen für ungerechtfertigt. Er nahm hypothetisch an, dass häufigen Todesfälle in der Lombardei (Region, in der die Epidemie in Europa begann) zurückgehen könnten auf die hohe Konzentration von Asbestverseuchten Industrien und Gebäuden, was in der älteren Bevölkerung zu einer sehr hohen Inzidenz latenter Lungenmängel geführt haben könnte (insbesondere in Mailand und Bergamo), Daten, die nicht in andere Gebiete übertragen werden können.
Die Panik war in der öffentlichen Meinung der Welt bereits so weit verbreitet, dass kein Regierungschef zurückruderte, als der Teamleiter des Imperial College, Prof. Ferguson, arglos in einem Tweet gestand, dass das angewendete mathematische Modell, um Kontrollmaßnahmen gegen Covid-19 zu projizieren, vor über 13 Jahren entstand, geschrieben in der Programmiersprache C (einer äußerst anfälligen Sprache), die „Tausende von undokumentierten Zeilen“ enthält, was eine externe Überprüfung (!) fast unmöglich macht.
Nach der Entdeckung, dass Ferguson die Sperrmaßnahmen übertreten hatte, indem er zweimal zu Hause seine Geliebte, „eine Umweltaktivistin“, empfing, berichtete der Londoner Korrespondent der Corriere della Sera, einer Zeitung, die der totalen Sperrung nicht abgeneigt war, am 7. Mai über de Professor des Imperial College: „Natürlich hat er wirklich alles falsch gemacht, der Professor Neil Ferguson (…). Es ist nicht das erste Mal, dass Ferguson einen groben Fehler macht. Er ist der Experte, der Boris Johnson im März Angst machte und sagte, dass Großbritannien ohne drastische Maßnahmen eine halbe Million Todesfälle durch Coronaviren erleiden würde (...). Ferguson ist kein Neuling in apokalyptischen Vorhersagen, die sich in der Vergangenheit immer als unbegründet erwiesen haben.“
Und tatsächlich enthüllt die renommierteste italienische Zeitung einige der Perlen, die das akademische Profil von Prof. Ferguson schmücken: „Im Jahr 2001, inmitten einer Rinderwahnsinnsepidemie, erstellte der Professor eine Studie, nach der er voraussagte, dass die Krankheit 50.000 Menschen töten würde. Auf diese Weise überzeugte er die Regierung von Tony Blair, mehr als sechs Millionen Zuchttiere unter ihnen Kühe, Schafe und Schweine zu massakrieren, und nicht nur die Infizierten, sondern auch alle von den umliegenden Bauernhöfen. Doch in einem Bericht von 2011 wurden Ferguson „schwerwiegende Fehler“ vorgeworfen, weil er die Zusammensetzung der Tierbestände der Höfe und die Tatsache, dass die Krankheit einige Arten stärker als andere betraf, ignoriert habe. Doch in der Zwischenzeit beliefen sich die wirtschaftlichen Schäden auf 10 Milliarden Pfund. Und der „Rinderwahn“ hatte nur 177 Opfer gebracht. Im Jahr 2005 erhöhte der Virologe die Dosis und behauptete, dass die Vogelgrippe weltweit 200 Millionen Menschen töten würde: Am Ende gab es nur 282 Tote. Im Jahr 2009 behauptete eine Schätzung der Londoner Regierung auf der Grundlage von Fergusons Ansichten, dass in Großbritannien die Schweinegrippe würde 65.000 Einwohner in die andere Welt befördern: Die Todesfälle endeten bei 457. In den letzten Wochen hatte der Professor gewarnt, dass Schweden wegen der hartnäckigen Weigerung, den Lockdown zu verhängen, einer Hekatombe ausgesetzt sein würde: doch in der Zwischenzeit geht es den Schweden weiterhin sehr gut.“
Schlimmer noch, keine Regierung hat die Termine zur Lockerung des Lockdown der Bevölkerung vorgezogen, nachdem das Virologische Institut der Universität Bonn die zuvor SARS-CoV-2 zugeschriebene Letalität aufgrund einer gründlichen Studie im Dorf Gangelt (das „Wuhan von Deutschland“) offiziell bestritten hatte: Untersuchungen zeigten, dass die Infektionsrate in der Bevölkerung 15% und die Sterblichkeitsrate nur 0,37% betrug, was fünfmal niedriger ist als die moderaten Prognosen der John Hopkins University für das Land geplant hatte.
Noch absurder ist die Tatsache, dass die „Task Forces“ von Experten, die die Phasen für die schrittweise Befreiung der Bevölkerung planen, die Wiedereröffnung von Handel, Straßenmärkten, kleinen Museen usw. gut überlegt, aber den Neustart der kirchlichen liturgischen Feierlichkeiten auf das Maximum verschoben haben, selbst wenn religiöse Autoritäten an bestimmten Orten versicherten, dass die Regel des „persönlichen Abstands“ eingehalten würde. Obwohl diese Experten wahrscheinlich keine Religion praktizieren, scheinen sie die Größe der Kirchen, die Anzahl der Personen, die normalerweise an den Gottesdiensten teilnehmen, den Grad der Verantwortung, die sie für die Einhaltung der Regeln haben usw., besser zu kennen als der Pfarrer.
Die Vorraussetzung der „Expertokratie“ ist, dass nur die Wissenschaft in der Lage wäre, Krisensituationen zu bewerten und geeignete Lösungen vorzuschlagen, ohne die Tatsache zu berücksichtigen, dass dies neue Herausforderungen sind, von denen nur sehr wenig bekannt ist und unter denen kein Wissenschaftler Konsens besteht.
Darüber hinaus berücksichtigt die Experten-Diktatur nicht die Tatsache, dass Wissenschaftler in einem bestimmten Bereich Probleme sehen und Lösungen aus einem begrenzten Blickwinkel vorschlagen und dass ihre Analysen und Vorschläge häufig im Widerspruch zu denen stehen, die von Wissenschaftlern aus anderen Bereichen vertreten werden.
Dies wurde in der durch das Coronavirus ausgelösten Krise deutlich. Es ist offensichtlich, dass es besser ist, so viel wie möglich zu isolieren, um die Expansion des Virus (unabhängig von seiner Ansteckungsgefahr und Letalität) zu verlangsamen. Es ist jedoch ebenso offensichtlich, dass niemand arbeiten kann, wenn die gesamte Bevölkerung über einen längeren Zeitraum weggesperrt ist. Dies führt zu einem wirtschaftlichen Ruin, der einen Teufelskreis aus Elend und sich verschlechternder Gesundheit auslöst. Ein Ökonom zieht es vor, dass trotz des Risikos einer Ausbreitung der Infektion niemand aufhört zu arbeiten. Stattdessen zieht es ein Epidemiologe vor, dass die ganze Welt trotz des künftigen Risikos einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe unter Hausarrest gestellt werden soll.
Wer ist für die Entscheidung verantwortlich? Dies ist genau die Rolle der Behörde, die das Gemeinwohl überwachen und versuchen muss, widersprüchliche Interessen in Einklang zu bringen. Und in modernen Demokratien, in denen es zu einer Gewaltenteilung kommt, liegt dies speziell bei der Exekutive. Es liegt an ihr, Maßnahmen zu ergreifen, um das größere Gute zu fördern oder zumindest das größere Übel zu verhindern. Zu diesem Zweck muss sich die öffentliche Hand von Vorsicht leiten lassen - eine Tugend, die über bloße wissenschaftliche Erkenntnisse hinausgeht - und muss eine strikte politische Rolle ausüben und allen Parteien zuhören.
Das Institut Plinio Corrêa de Oliveira hat zwei Dokumente veröffentlicht, die die Angelegenheit untersuchen und es verdienen, vollständig gelesen zu werden. Das jüngste (siehe hier) betrifft die Manipulation der Panik zur Förderung einer ideologischen Agenda und einer ökologischen, sozialistischen und globalistischen „neuen Normalität“; das erste zeigt, dass das katholische Konzept des Gemeinwohls das Gegenmittel zur ideologischen Manipulation der Coronavirus-Pandemie ist und die Lösung der Krise leiten sollte (siehe hier).
Was in keiner Weise passieren darf, ist eine widerrechtliche Übernahme der Exekutivbefugnisse, sowohl durch eine Experten-„Technokratie“, die die Sympathie der Medien genießen, als auch durch die richterliche Gewalt, die sich anmaßt, das Recht zu haben, den Maßnahmen der Behörden zuvorzukommen, um als angemessen gehaltene Vorkehrungen Durchzusetzen, wie es in der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaat Maranhão und in einigen Nachbargemeinden geschehen ist, wo der Gouverneur mit einem Tweet erklärte, dass er die Gerichtsentscheidung übernehmen werde.
Unter dem Vorwand, ein Virus zu bekämpfen, kehren wir zum Regime des „aufgeklärten Despotismus“ zurück, das in Kontinentaleuropa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorherrschte, basierend auf dem Slogan „Alles für das Volk, aber ohne das Volk“, das als Ignorant angesehen wurde.
Wie sein Vorfahr weist der neue aufgeklärte Despotismus der Expertenausschüsse eine deutlich antireligiöse Tendenz auf, was nicht überraschend ist, da der Materialismus heute eines der häufigsten ideologischen Vorurteile unter Wissenschaftlern ist.

Quelle: Aus dem Italienischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
Titelbild aus der angegebenen Webseite.
© Nachdruck dieser deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Sonntag, 31. Mai 2020

Pfingsten



Für Maria schließt sich an Pfingsten der Kreis. Wie bei der „Verkündigung“ liest sie wieder in einem Buch und es schwebt wieder über ihr die Hl.-Geist Taube und Maria trägt immer noch ein weißes Gewand. Sie hat ihr Leben lang ihre Jungfräulichkeit bewahrt.
Neben ihr sitzt betend Petrus mit gefalteten Händen. Ihm gegenüber erkennt man den jungen Johannes. Er hält ein Buch, sein Evangelium, in den Händen. Hinter ihm sitzt ein alter, bärtiger Apostel und liest in seinem Evangelium. Es ist Matthäus. Im Rücken von Petrus befindet sich hingegen ein junger Apostel mit einem halb aufgeschlagenen Buch. Buch, Alter und Handbewegung weisen ihn als den Apostel Matthias aus, der erst nach Christi Tod zum Apostel gewählt wurde. (Apg 1, 15 - 26).
Hinter Maria und diesen vier Aposteln sitzen die restlichen acht Apostel. Ihre Köpfe sind wie auf einer Geraden aufgereiht. Da sie keine Attribute zeigen, sind sie namentlich nicht zu benennen. Trotzdem erzählen sie kleine Geschichten:
Der Apostel hinter Matthäus blickt, von den anderen etwas abgewandt, erstaunt zur Taube hinauf. Rechts hinter Maria zeigen sich zwei Apostel als Mönche: einer mit Tonsur, der andere mit Kapuze. Sie schauen sich mit festen Blicken an. Hinter diesen beiden verschwindet ein Apostelgesicht und nur ein Teil seines Heiligenscheins ist erkennbar. Die allermeisten Apostel sind barhäuptig. Neben dem Mönch trägt noch ein links sitzender Apostel eine Kopfbedeckung und outet sich so als Christ, der noch an der jüdischen Tradition hängt.
Nach dem Empfang des Heiligen Geistes werden die Apostel aufbrechen, das Evangelium in der ganzen Welt verkünden und mit ihrem Leben bezeugen. Alois Epple

Quelle: Der Fels, Titelbild Juni 2019.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion: Hubert.Gindert@der–fels.de

Samstag, 23. Mai 2020

„Elementar, lieber Mr Ivereigh“



Von José Antonio Ureta
Arthur Conan Doyle (1859–1930),
Schöpfer von Sherlock Holmes
und Dr. Watson (Foto 1914)
Nicht jeder wird mit dem Talent von Sherlock Holmes oder seiner unerbittlichen Logik geboren. Offensichtlich wurde Herr Austen Ivereigh mit diesen Gaben seines berühmten Landsmannes nicht bedacht. Er kann nicht von sich selbst sagen, was Conan Doyle [Bild links] auf die Lippen seiner Roman-Figur legt: „Ich bin ein Gehirn, Watson. Der Rest von mir ist ein einfacher Anhang.“
In einem Tweet vom 8. Mai schrieb Herr Ivereigh unter Bezugnahme auf das Dokument des Institut Plinio Corrêa de Oliveira mit dem Titel „Das größte sozialwissenschaftliche und ideologische Umwandlungsmanöver der Geschichte“ Folgendes:
„Das ist also die Quelle von Viganòs paranoider Petition, die von Müller unterzeichnet und von Sarah unterstützt wurde. TFP war auch die Quelle der Angst vor Pachamama während der Synode. Es bestätigt sich erneut, dass diese brasilianischen Fundamentalisten und Traditionalisten auch Kardinäle beeinflussen.“
Ein zweiter Tweet folgte:
„Oh! TFP ist diejenige, die homophobe Proteste organisiert und (zum Beispiel) @JamesMartinSJ verfolgt, wenn er in Pfarreien Vorträge hält.“
Dass der jugendliche Alexander Tschugguel nach seiner „Beau Geste“, die Pachamama-Figuren im Tiber geworfen zu haben, seine erste Konferenz in den USA im TFP-Hauptquartier in Washington abhielt und sagte, dass Revolution und Gegenrevolution das Buch war, das ihn nach seiner Bekehrung am meisten inspirierte, bedeutet nicht, dass die TFP der Ursprung seines Unternehmens war, dessen Verdienst ausschließlich seinem militanten katholischen Eifer zugeschrieben werden muss.


Wenn Herr Ivereigh [Bild], der neben seiner journalistischen Tätigkeit in Oxford zeitgenössische Kirchengeschichte lehrt, die Regeln seines Berufs befolgt hätte, hätte er die Aussagen des jungen Österreichers aufmerksamer beachten müssen. Denn dieser erklärte wiederholt, dass er beschlossen habe, die in der Kirche Santa Maria in Traspontina gezeigten Idole zu entfernen, weil er nach einem Gespräch mit Militanten des panamazonischen Netzwerks empört war und über sein Vorhaben einen freundlichen Priester konsultierte hatte.
Herr Ivereigh hätte auch die zahlreichen von der TFP veröffentlichten Artikel zitieren können, die vor der Panamazonas-Synode solide dokumentiert und veröffentlicht worden waren, die vor dem Eindringen heidnischer Kulte und Überzeugungen in die sogenannte indigene Theologie warnten, deren herausragendste Vertreter von Papst Franziskus zu Beratern der Synode ernannt wurden. Aber er hat sich wahrscheinlich nicht die Mühe gemacht, sie zu lesen.


Die obige Episode zeigt, dass Herr Ivereigh die tiefe Subtilität einer Lehre von Sherlock Holmes gegenüber seinem freundlichen Mitarbeiter Dr. Watson nicht verstanden zu haben scheint: „Sie kennen meine Methode. Es basiert auf der Beobachtung von Belanglosigkeiten.“
Herr Ivereigh zeigte überhaupt keinen Ansatz Unterscheidungen zu berücksichtigen in der in seinem Tweet erwähnten zweiten Episode: einen angeblichen Einfluss des Dokuments des brasilianischen Instituts auf die von Msgr. Viganò veranlasste Petition, die von einigen Kardinälen und Prälaten unterzeichnet wurde.
Auf den ersten Blick haben beide Dokumente einige wichtige Elemente gemeinsam:
• beide denunzieren die unverhältnismäßige Natur der Panik, die von der WHO, den nationalen Behörden und den Medien bezüglich des Coronavirus ausgelöst wurde;
• die Verurteilung der katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die die große Ausgehsperre mit sich bringen wird;
• die Verwendung dieser Faktoren für ein umfangreiches sozialwissenschaftliches und ideologisches Manöver;
• die Mitarbeit von Sektoren der katholischen Hierarchie zur Schaffung dieses Klimas und seiner politischen Nutzung;
• die Forderung die Rechte der Kirche gegenüber dem Staat geltend machen.
Wenn Herr Ivereigh jedoch ein aufmerksameres Ermittlungstalent wäre, hätte er erkannt, dass es nicht geringfügige Unterschiede zwischen den beiden Dokumenten gibt.
Die Studie des Plinio Corrêa de Oliveira-Instituts, die stets auf einer reichhaltigen Dokumentation basiert, prangert die im Wesentlichen ideologische Agenda der „neuen Normalität“ an, deren Hauptnutznießer einerseits das kommunistische China und andererseits die ökologischen, globalistischen und ultra-linke Strömungen sind. Die Petition von Msgr. Viganò verurteilt im Gegenteil, eine ausgesprochen wirtschaftliche Agenda zum finanziellen Nutzen eines Sektors des globalisierten Makrokapitalismus: die großen Pharmakonzerne, die einen beträchtlichen Teil ihres Gewinns mit Impfstoffen erzielen.


Dies ist ein Detail, das Sherlock Holmes nicht entgehen würde, das Herr Ivereigh jedoch nicht vollständig versteht, aufgrund seiner anti-TFP-ideologischen Vorurteile, die er in seiner Jugend erworben hat, als er progressive katholische Kreise in Lateinamerika besuchte.
Das gleiche Vorurteil zeigt sich erneut, wenn er die von TFP Student Action an katholischen Orten organisierten Proteste als „homophob“ bezeichnet, die gegen die pro-LGBT-Predigten des Pater James Martins durchgeführt werden.
Herr Ivereigh wird in den TFP-Dokumenten niemals eine respektlose oder empörende Formulierung gegen Menschen mit homosexuellen Tendenzen finden, sondern nur eine Verurteilung der Lehre, die auf der traditionellen Lehre der Kirche, über homosexuelle Beziehungen und ihrer rechtlichen Anerkennung beruht. Ist die Verteidigung der von Gott geschaffenen natürlichen Ordnung ein Symptom für „Homophobie“, d.h. eine irrationale und anhaltende Angst vor anderen?
Es scheint, dass Mr. Ivereighs Logik weit davon entfernt ist, die „perfekteste Denk- und Beobachtungsmaschine zu sein, die die Welt je gesehen hat“, um es mit Dr. Watson zu sagen, wenn er seinen Freund beschreibt.
In Anbetracht der oben genannten Tweets und nach einem imaginären Treffen mit Mr. Ivereigh würde Sherlock Holmes wahrscheinlich mit einer abweisenden Geste murren: „Ich bin ein wenig erschöpft; Ich würde gerne wissen: Wie fühlt sich eine Batterie, wenn sie Strom an einen Nichtleiter abgibt?“

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
vom 18. Mai 2020

© Nachdruck dieser deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Christi Himmelfahrt und Pfingsten




Die Abbildung stammt aus dem Codex aureus Epternacensis, ein Evangeliar, entstanden in der Benediktinerabtei Echternach um 1030. Es ist ein Höhepunkt der ottonischen frühromanischen Buchmalerei.
Hier sind drei Bibelstellen schriftlich und bildlich zu sehen: Die obere Darstellung zitiert Apg 1,11. Im Bild sieht man zwei Männer in weißen Gewändern (Apg 1,10) sowie Christus mit erhobenen Händen (Lk 24,51). Dieser fährt von einem Berg aus in den Himmel. Dieser Ort der Himmelfahrt lässt sich aus Mt 28,16 herleiten. Danach bestellt Jesus die elf Jünger „auf den Berg“ und gibt ihnen den Missionsbefehl. Während die Anzahl der elf Jünger (es ist nicht eindeutig auszumachen, ob hier nicht zwölf Jünger dargestellt sind) auch aus dieser Bibelstelle hervorgeht, ist die Anwesenheit von Maria, welche hier noch vor Petrus zu sehen ist, nicht biblisch. Christus fährt hier in „die“ Himmel auf, symbolisch wiedergegeben durch mehrere verschiedenfarbige Halbkreise. Christus wurde, nach 2 Kor 12,2 in den „dritten Himmel“ und damit, nach dieser Darstellung, in das Zentrum des Himmels, entrückt.
Das mittlere Bild zeigt die Aussendung des Hl. Geistes und die übersetzte Textzeile beschreibt: „Traurig waren die Jünger und saßen zusammen im Tempel. Vom Geist empfangen sie plötzlich die Kenntnis der Sprachen“. Interessant sind hier die Abweichungen von herkömmlichen Pfingstdarstellungen: Ist in Apg 1,14 erwähnt, dass die Jünger mit Maria in einmütigem Gebet verharrten, so fehlt sie hier. Ihren zentralen Platz nimmt Petrus ein. Weiter zählt man hier elf Apostel, wie sie in Apg 1,13 aufgezählt sind. Da an Pfingsten jedoch schon die Wahl des Matthias erfolgt war, müssten es an Pfingsten wieder zwölf Apostel gewesen sein.
Die dritte Darstellung versteht sich nur durch den beigefügten Text. Hier steht, dass sich 120 zu den Aposteln gesellten und von den Gaben des Geistes erfüllt waren (vgl. Apg 1,15). Die acht hier zu sehenden Männer sind also deren Stellvertreter. Wie wenig in ottonischer Zeit individualisiert wurde, zeigt sich am Kopf des Jüngers mit schwarzem Haar und gleichfarbigem Spitzbart. Sein Kopf erscheint hier gleich viermal. Alois Epple

Quelle: Der Fels, Titelbild Mai 2018.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion: Hubert.Gindert@der–fels.de

Mittwoch, 20. Mai 2020

„Ein Tag wird kommen...“: die wiederentdeckte Prophezeiung von Pius XII.



1972 erschien eine Biographie über Papst Pius XII. unter dem Titel „Pie XII devant l'Histoire“, geschrieben von Msgr. Georges Roche und Philippe Saint Germain. Sie wurde nie ins Italienische übersetzt. Die Autoren berichten von einigen unveröffentlichten Vertraulichen Mitteilungen, die der damalige Kardinal Eugenio Pacelli im „fernen“ Jahr 1933 zwei Freunden, Graf Enrico Pietro Galeazzi und Monsignore Slozkaz, in Bezug auf die Erscheinungen von Fatima und den Abfall vom Glauben der katholischen Kirche machte. Interessanterweise schrieb Schwester Lucia dos Santos erst 1941 und 1944 ihre Visionen und Geheimnisse. Was der damalige Kardinal Pacelli sagte — was auf tragische Weise wahr wird — würde darauf hindeuten, dass uns während des Jubiläumsjahres 2000 nicht alles über die Botschaft von Fatima offenbart wurde.
Wir haben diese Vertraulichkeiten übersetzt, echte Prophezeiungen des zukünftigen Pius XII., zum lesen und betrachten:
«Nehmen wir an, der Kommunismus ist eines der offensichtlichsten Subversionsinstrumente, die gegen die Kirche und die Traditionen der göttlichen Offenbarung eingesetzt werden. Dann werden wir Zeuge der Kontamination von allem Geistigen sein: Philosophie, Wissenschaft, Recht, Lehre, Kunst, Medien, Literatur, Theater und Religion.
Ich mache mir Sorgen um das Vertrauen der Jungfrau gegenüber der kleinen Lucia von Fatima. Dieses Beharren der Guten Frau auf den Gefahren, die die Kirche bedrohen, ist eine göttliche Warnung vor einem Selbstmord, den die Veränderung des Glaubens in seiner Liturgie, in seiner Theologie und in seiner Seele mit sich bringt.
Ich habe das Gefühl, dass die Erneuerer die Heilige Kapelle abbauen, die universelle Flamme der Kirche zerstören, ihre Ornamente ablehnen und sie mit Schuldgefühlen überhäufen für ihre historische Vergangenheit. Hier bin ich überzeugt, dass die Kirche des Petrus ihre Vergangenheit beanspruchen muss, sonst wird sie ihr eigenes Grab graben.
Ich werde diesen Kampf mit aller Kraft innerhalb und außerhalb der Kirche führen, auch wenn die Mächte des Bösen vielleicht eines Tages meine Person, meine Handlungen oder meine Schriften ausnutzen könnten, wie sie es heute versuchen die Geschichte der Kirche zu verfälschen. Alle menschlichen Häresien, die das Wort Gottes verändern, scheinen weniger schlimm zu sein als jene.
Es wird ein Tag kommen, an dem die zivilisierte Welt ihren Gott verleugnen wird, an dem die Kirche zweifeln wird, wie Petrus zweifelte und leugnete. Sie wird dann versucht sein zu glauben, dass der Mensch Gott geworden ist, dass sein Sohn nur ein Symbol ist, eine Philosophie wie viele andere. In den Kirchen werden Christen vergeblich nach der roten Lampe (dem ewigen Licht) suchen, wo Jesus auf sie wartet. Wie die weinende Sünderin vor dem leeren Grab werden sie schreien: „Wohin haben sie ihn gebracht?“
Dann werden Priester aus Afrika, Asien und Amerika — diejenigen, die in Missionsseminaren ausgebildet wurden — aufstehen und sagen, dass das „Brot des Lebens“ kein gewöhnliches Brot ist, das die Mutter Gottes nicht eine Mutter wie viele andere ist. Und sie werden in Stücke gerissen, um zu bezeugen, dass das Christentum keine Religion wie jede andere ist, da sein Haupt der Sohn Gottes ist und die (katholische) Kirche seine Kirche ist.»


Aus dem Italienischen mit Hilfe von Google Übersetzer in
https://oracolocooperatoresveritatis.wordpress.com/2017/12/11/verra-un-giorno-la-profezia-ritrovata-di-pio-xii/
die verantworlich ist für den italienischen Inhalt.
Veröffentlicht am 11. Dezember 2017

© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.