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Donnerstag, 20. September 2018

Die Ermordung der Prinzessin von Lamballe


Am 3. September um 10 Uhr morgens
kam die unglückliche Lamballe vors Gericht.

Maria Theresia Louise von Savoyen-Carignan, geboren den 17. September 1749, seit dem Tode ihres Gemahls, Ludwig Alexander Josef Stanislaus von Bourbon-Penthièvre, Prinzen von Lamballe, nicht mehr vermählt, war sie Obersthofmeisterin der Königin (Marie Antoinette), welche sie wie eine Freundin liebte, und darum wurde auch die Lamballe der Gegenstand des Hasses, welcher die unglückliche Marie Antoinette traf. Er war ungerechtfertigt, ihr einziges Verbrechen war die Hingabe an die Königin; selbst der Conventsmann Mercier (1) gibt ihr das Zeugnis: „Sie hat mitten in unsern Wirren nie eine politische Rolle gespielt; nichts konnte sie in den Augen des Volkes verdächtig machen, bei dem sie nur durch ihre immer rege Wohltätigkeit bekannt war.“


Ehe die Königin nach Varennes floh, teilte sie ihren Plan der Lamballe mit, und diese reiste zur selben Zeit über Dieppe nach England. Als die Königin gefangen war, wollte sie ihr Unglück teilen, obschon Marie Antoinette sie warnte. Sie kam und, je unglücklicher die Königin wurde, umso inniger wurde die Anhänglichkeit ihrer Freundin. Sie bat es sich aus, sie in das Gefängnis des Temple begleiten zu dürfen, um durch ihre Gesellschaft ihr Trost zu bieten. Aber diese beispiellose Treue reizte gerade die Kommune: Unter rohen Formen, am 18. August um zwei Uhr in der Nacht, weckte ein Trupp Pikenmänner die königliche Familie aus dem Schlafe und kündigte an: der Gemeinderat hat befohlen, die Prinzessin Lamballe, Madame de Tourzel, die Gouvernante des Dauphin, deren Tochter, und die vier Kammerfrauen der Königin, die Damen Thibaut, Saint-Brie, Basile und Navarre, wegzuführen. Die Königin, ihre Tochter, der Dauphin, Madame Elisabeth brachen in lautes Jammergeschrei aus. Man schied mit der Ahnung, dass man sich in diesem Leben nie wieder sehen werde. Selbst die Pikenmänner wurden vom rührenden Abschied ergriffen.
Königin Marie Antoinette wird zur Guillotine abgeführt
Umsonst waren Tränen und Bitten. Die Frauen wurden nach La Force gebracht, worin eine tödliche Beschimpfung für sie, wie für die Königin lag; denn nach La Force kamen nur solche Frauen, die wegen ihres sittenlosen Lebens bestraft wurden. Also bewohnte die Lamballe, deren Schönheit und Liebenswürdigkeit ganz Paris bewunderte, die Behausung der Verworfenen ihres Geschlechtes, oder vielmehr veredelte sie dieselbe durch ihre Gegenwart, durch ihre Mildtätigkeit und ihre Arbeiten für die Armen; denn sie blieb auch hier ihrem edlen Sinne treu. Die anderen Damen wurden wieder frei auf Befehl Manuels. Wie viel er Geld dafür bekommen, weiß man nicht. Der Herzog von Penthièvre soll 150.000 Francs für die Rettung seiner Schwiegertochter an Manuel haben auszahlen lassen und dieser, seinem Wort getreu, so erzählt Mathon de la Varenne, soll auch die Absicht gehabt haben, sie zu retten. Aber ihr Schwager, der Herzog von Orléans, soll für ihre Vernichtung tätig gewesen sein, voll Hass gegen sie, weil sie ihn nach dem 5. Oktober aus ihrem Hause verwiesen, und weil er durch ihren Tod ein Witthum von 100.000 Talern gewann, mit denen die Güter seiner Gattin belastet waren (2). Die Mörder, welche sie vor Gericht führten, seien die Werkzeuge des Herzogs von Orléans gewesen.
Weber versichert, drei Briefe, welche in ihrem Hut beim ersten Verhör gefunden wurden, hätten den Hass gegen sie gesteigert. (3)
Das Gefängnis La Force
Die Prinzessin war unwohl geworden durch den Lärm der Mörder; schreckliche Träume raubten ihr den Schlaf – da ward sie plötzlich aufgefordert, ihnen in die Abtei zu folgen. Sie war so schwach, dass sie sich kaum erheben konnte und bat, man solle sie lassen, wo sie sei, sie wolle lieber hier als sonst wo sterben. Einer der Männer, die sie abholen sollten, beugte sich über sie und flüsterte ihr ins Ohr, sie möge gehorchen, ihre Rettung hänge davon ab. Nun bat sie die Männer, sie einen Augenblick allein zu lassen, damit sie sich ankleiden könne. Dann ward sie am Arm eines Soldaten aus ihrer Kammer vor das Gericht geführt, welches Hébert und l’Huilièr leiteten. Als sie die gezückten Schwerter, die bluttriefenden Mörder sah und das Geschrei der Opfer hörte, fiel die Prinzessin in Ohnmacht. Ihre Kammerfrau, Madame de Navarre, brachte sie mit Mühe wieder zu sich. Dann folge das Verhör (4). „Wer sind Sie?“ – „Marie Louise, Prinzessin von Savoyen.“ – „Ihr Amt?“ – Oberaufseherin des Hofes der Königin.“ - „Hatten Sie Kenntnis von der Verschwörung des Hofes am 10. August?“ – „Ich weiß nicht, ob am 10. August eine Verschwörung stattgefunden hat; aber das weiß ich, dass ich nichts von einer solchen wusste.“ – „Schwören Sie, der Freiheit, Gleichheit und dem Hass gegen den König treu zu sein.“ – Ich will gerne auf die zwei ersten schwören – das letzte kann ich aber nicht schwören; denn mein Herz widerspricht einem solchen Eide.“ – Einer, der hinter ihr stand, raunte ihr ins Ohr: „Schwören Sie doch, sonst sind Sie des Todes.“
Prinzessin Lamballe vor Gericht
Die Prinzessin gab keine Antwort und tat einen Schritt gegen das Tor. Der Richter rief: „Bringen Sie Madame nach der Abtei!“ Zwei starke Kerle packten sie und man öffnete das Tor. „Rufen Sie: Es lebe die Nation!“ sagten sie ihr – aber beim Anblick der Mörder und der Leichen rief sie erschreckt: „Mein Gott, ich bin verloren!“ In diesem Augenblick bekommt sie auf dem Kopf eine Wunde, die ihr Antlitz mit Blut überrieseln macht. Ein Kerl schlägt sie zu Boden, andere geben ihr mit Piken und Säbeln den Rest: Ihr schöner Leib wird dann entkleidet und aufs schmachvollste verstümmelt, - eines dieser Ungeheuer verzehrte ihr Herz und nannte es das leckerste Gericht. Der Kopf, dessen Angesicht der Tod veredelte, ward zuerst auf dem Tische eines Schanklokals zur Schau ausgestellt, und dabei auf ihren Tod getoastet, dann wurde er auf einer Pike, welche ihre glänzenden blonden Locken bedeckten, durch die Straßen getragen zu den Häusern, wo sie gewohnt oder die sie häufig besucht hatte, gleichsam als ob sie im Tode noch ein Gefühl dafür hätte. Ein Perückenmacher ergriff die Gelegenheit, den Kopf einiger seiner schönsten Locken zu berauben. 

Ermordung und Enthauptung der Prinzessin von Lamballe
Auf einmal hieß es unter den Schurken, man muss den Kopf im Temple den Gefangenen zeigen, damit sie sehen, wie sich das Volk an seinen Feinden rächt. – Der König wird aufgefordert, sich dem Volk zu zeigen – da wird ihm der Kopf entgegengehalten, den er mit Schrecken erblickt. Auch die Königin soll ans Fenster kommen, der König hält sie auf und führt sie weg. Dennoch erfuhr sie denselben Abend alles und musste deutlich erkennen, welches Schicksal ihr selber bevorstand.

Der Kopf der Prinzessin wurde auf einer Pike durch die Straßen von Paris getragen
Sofort wurde der Kopf zum Palais Royal getragen und der Herzog von Orléans herausgerufen – er saß gerade mit seiner neuen Geliebten, der Witwe Buffon, bei der Tafel. Kalt betrachtete er das Haupt; den Mord seiner Schwägerin zu tadeln, wagte der „Volksfreund“ nicht, er sagte bloß: „Die arme Frau! hätte sie mir gefolgt, ihr Kopf stäke nicht da.“ – Aber Madame Buffon sank vor Schreck auf einen Stuhl, bedeckte die Augen mit den Händen und rief: „Mein Gott! man wird meinen Kopf eines Tages auf gleiche Weise herumtragen.“ – Eine Hofdame der Königin, zu der man das Haupt gleichfalls trug, sank beim Anblick ohnmächtig zusammen und starb nach wenigen Tagen infolge des Schreckens.

Die Nachricht vom schrecklichen Schicksal seiner Schwiegertochter gab dem Herzog von Penthièvre den Tod. „Großer Gott!“ rief er, „... Jahrelang habe ich mit ihr gelebt und habe nie einen Gedanken in ihrer Seele gefunden, der nicht für die Königin, für mich und für die Armen gewesen wäre. Und diesen Engel konnten sie in Stücke reißen.“

(1) Mercier, Le nouveau Paris, I, 2e. edition, p.101
(2) Buchez et Roux, l.c. XVII, p.417, wird diese Angabe mit Grund bestritten. – Lescure, l.c. p.381- 382
(3) Weber, Mémoires, II, p.349
(4) So gibt es Peltier, Hist. de la Révol. du 10 Août, XI, p.339, und nach ihm die Hist. parlem., XVII,  p.418.

Quelle: J. B. Weiß, Weltgeschichte. XVI. Bd., 3. Aufl., Ss. 175-178

Donnerstag, 9. November 2017

Erzherzog Karl - Ein Feldherr

(5. September 1771 bis 30. April 1847.)


Florenz ist der Geburtsort dieses deutschen Fürsten. Sein Vater war der Großherzog Peter Leopold von Toskana, Sohn der Kaiserin Maria Theresia, seine Mutter Maria Ludovika, Tochter des Königs Karl III. von Spanien. Der glücklichen Ehe entsprossen 16 Kinder. Das fünfte der Kinder war Erzherzog Karl.

Schon von früher Jugend an zeigte er für alles Interesse, was mit dem Kriegswesen zusammenhing. In Wien vertiefte er sich immer mehr in das Studium der Kriegswissenschaften, die er bald praktisch verwerten sollte. In dem Kriege, den Frankreich gegen das damals österreichische Belgien führte, gewann er in den Jahren 1793 und 1794 mehrere entscheidende Schlachten.

Anfangs April 1796 reiste Erzherzog Karl als ernannter Oberbefehlshaber von Wien zur Armee am Niederrhein ab. Er gewann mehrere Schlachten am Rhein und auch im heutigen Bayern.

Erzherzog Karl konnte auf seinen Lorbeeren ruhen. Aber seine Gesundheit hatte arg gelitten. Doch kehrte er neugestärkt von den Heilquellen bei Töplitz nach Prag zurück.

Gegen Ende des Jahres 1798 entbrannte der Kampf aufs neue. Im Gefecht bei Osterach (21. März 1799), sowie in der Schlacht bei Stockach (25. März) siegte der tüchtige Feldherr über feinen alten Gegner Jourdan.



Den herrlichen Lorbeer in feinem Ruhmeskranze flocht sich Erzherzog Karl in der denkwürdigen Schlacht bei Aspern am 21. und 22. Mai 1809. Wie es zum Sturm geht, hört man die Worte: "Fürs Vaterland! Mutig vorwärts!" Erzherzog Karl ist's, der eben herbeigesprengt, sie gesprochen. Da ruft Hauptmann Murrmann: "Tausend Leben für unsern Erzherzog! Mir nach", und ritt den Truppen voran... Und der Sieg gelang. Zum ersten Mal hatte Napoleon eine Niederlage in Deutschland erlitten. Der Zauber feiner Unüberwindlichkeit war gelöst. Für die österreichischen Heere war der Sieg eine große Epoche des Ruhmes und des inneren Kraftgefühls. Selbst Napoleon muss dem edlen Generalissimus seine Anerkennung zollen.


Nach dem Waffenstillstand vom 7-12. Juli 1809 trat Erzherzog Karl in den stillen Kreis des Privatlebens zurück. Am 17. September 1815 vermählte er sich mit der Prinzessin Henriette, Tochter des Herzogs Friedrich Willhelm von Nassau. Die Ehe wurde mit 7 Kindern gesegnet.

Erzherzog Karl Starb am 30. April 1847. Am 4. Mai wurde seine irdische Hülle mit den üblichen Trauerfeierlichkeiten in der Kaisergruft des Kapuzinerklosters zu Wien bestattet. Kaiser Ferdinand I. befahl, sein Degen solle im kaiserlichen Zeughause bei jenen der größten Feldherren aufbewahrt werden, und der Name "Erzherzog Karl" die beiden Regimenter, die ihn bei Lebzeiten des Helden getragen, für alle Zeiten schmücken. Die Religiosität des hohen Verblichenen erhellt aus folgendem Artikel, den wir aus den katholischen Blättern aus Tirol (im Mai 1847) entnehmen.

Als der 76jährige Kriegsheld, der durchlauchtigste Herr Erzherzog Karl Ludwig von Österreich, dieser ritterliche Prinz ohne Furcht und Tadel, infolge einer plötzlich eingetretenen Rippenfellentzündung am 26. April 1847 auf sein Kranken- und Sterbelager verwiesen wurde, ging seine erste Sorge dahin, sich nach einer himmlischen Arznei umzusehen und sich durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente mit seinem Gott und Herrn, dem Lenker feiner einstigen Schlachten und Siege, auf das innigste zu verbinden, dass ihm bei dem bevorstehenden heißen und letzten Kampfe der Sieg gelänge.

Schon vor Jahren und oft wiederholt hatte er seinen würdigen Beichtvater - Herrn Wilhelm Sedlaczek - ernstlich gemahnt und gebeten, ihn, wenn anders Gottes Barmherzigkeit es so in seine Macht lege, ja das letzte Mal des Himmels nicht zu spät erinnern. "Vor allem wollen es Ew. Hochwürden mir nicht verhehlen, wenn die Stunde meines Dahinscheidens, die andere oft besser sehen, sich zu nahen scheint!" sprach der alte Krieger gar oft in seinen auch noch ganz gesunden Tagen. "Sagen sie dann nur", setzte er gewöhnlich ganz heiter hinzu: "Auf, alter Soldat! es wird Zeit zum Einrücken."

Doch es trat die Notwendigkeit nicht ein, dieser vorsorgenden Mahnung nachzukommen, den hohen Kranken gemahnte es von selbst an sein Heil. Die erste Sehnsucht vom Krankenlager aus war nach dem Herrn und Heiland im heiligen Sakramente gerichtet, und erst dann, als dieser mit dem Troste des Himmels bei ihm eingekehrt war, streckten sich seine so liebreich väterlichen Arme nach seinen Kindern aus, die er alle so gern und noch einmal gesegnet hätte.

Als wir während der Stunden feines Todeskampfes abwechselnd in der kaiserlich königlichen Hofburgkapelle bei ausgesetztem hochwürdigsten Gut auf Anordnung des allerhöchsten Kaiserhauses für ihn beteten, und Referent sich eben zwischen der neunten und zehnten Stunde der Nacht vom 29. auf den 30. April auf jenen Betschemel zu knien anschickte, ging ihm noch das Ansuchen des durchlauchtigsten Sterbenden zu, von Gott, wenn es in seinem heiligen Willen gelegen sei, die Gnade zu erflehen, dass er die schon in jeder Minute erwartete Ankunft feiner beiden erzherzoglichen Söhne Ferdinand und Friedrich noch erlebe. Doch nur Ferdinand traf den sterbenden Vater noch lebend - sah noch, wie er feine Arme zum Segen aufbeben wollte, aber segnen konnte ihn nur mehr das eben brechende Herz. Um 4 Uhr morgens derselben Nacht war der gute Kampf ausgekämpft.



Text: „Das Ende großer Menschen“ von AntonSteeger, Regensburg 1915
Bilder aus Wikipedia, Stichwort „Karl von Österreich-Teschen“






Donnerstag, 23. März 2017

Die Prinzessin von Lamballe




„Die Prinzessin von Lamballe“, sagt ihr Biograph Lescure, „ist nach Madame Elisabeth (Schwester Ludwig des XVI.) das ruhmvollste und reinste unter den strahlenden Opfern, welche, die Palme des Martyriums in der Hand, Marie Antoinette in das Jenseits geleiten. In Vollendung steht die Prinzessin von Lamballe hinter der engelgleichen Madame Elisabeth zurück, ihr Lächeln ist jedoch süßer, ihr Blick zärtlicher, ihre Güte menschlicher, ihre Frömmigkeit naiver, und so fesselt sie unwillkürlich unsere Teilnahme und wir geben ihr oft den Vorzug; ist jene schon eine Heilige, so ist diese noch ein Weib; vor jener fällt man auf die Knie, diese wagt man zu lieben, bis zum Ende bleibt ihr die Anmut. Ganz originell hatte sie auch den Muth, selbständig zu sein: sie war rein inmitten einer verdorbenen Welt, wahrhaft, zur Zeit, da die Lüge als höchste Kunst galt. Sie war ein Vorbild kindlicher Liebe, ehelicher Tugend und heroischer Treue: Sie starb für ihre Familie, sie starb, weil sie die Königin nicht verlassen und den König nicht lästern wollte.“

Quelle: J. B. Weiß, Weltgeschichte. XVI. Bd., 3. Aufl., S. 178.

Samstag, 9. August 2014

Hl. Edith Stein - 9. August


Hl. Edith Stein

Konvertitin, Nonne, Mystikerin Ocarm
* 12. Oktober 1891 in Breslau, Polen
+ 9. August 1942 im KZ Auschwitz, Polen

„Was immer auch kommen mag, ich bin auf alles gefasst. Jesus ist auch hier mitten unter uns.“ Mit diesen Worten tröstete Edith Stein ihre mitgefangenen auf dem Weg ins Konzentrationslager Auschwitz, wo sie gemeinsam mit mehreren hundert anderen Juden, Judenchristen und weiteren Verfolgten am 9. August 1942 den Tod in der Gaskammer fand.
Stärke war es, die Edith Stein ein Leben lang auszeichnete, Stärke im Treffen klarer Lebensentscheidungen, die allerdings nicht immer die Erwartungen ihr Nahestehender erfüllten. Edith Stein kam am 12. Oktober 1891 in Breslau zur Welt, insgesamt hatten ihre jüdischen Eltern elf Kinder miteinander.
Nachdem sie in Breslau und Göttingen Philosophie studiert und ihren Doktor gemacht hatte, war Edith Stein ab 1916 einige Jahre Mitarbeiterin des damals berühmten Phänomenologen Edmund Husserl in Freiburg. Nach der Lektüre der Biographie von Theresia von Ávila stand dann der Entschluss fest: Edith Stein, inzwischen 31 Jahre alt, konvertierte sich zum Katholizismus und ließ sich in Bergzabern taufen. In den folgenden Jahren wirkte die junge Frau als Dozentin und Lehrerin. Trotz Schuldgefühlen ihrer alten Mutter gegenüber, trat Edith Stein 1933 in den Kölner Karmel ein und nahm den Namen Tereza Benedicta a Cruce (Teresia, die vom Kreuz Gesegnete) an. 
Im Pogromjahr 1938, als die Juden in Deutschland vollkommen geächtet wurden, legte sie die Ewigen Gelübde ab. Bereits 1936, kurz nach dem Tod der 84jährigen Mutter, war auch Ediths Schwester Rosa im Kölner Karmel eingetroffen und hatte sich ebenfalls taufen lassen. Um das Kölner Kloster sowie die Mitschwestern nicht in Gefahr zu bringen, ging Edith Stein an Neujahr 1939 in das holländische Kloster Echt, das Karmeliterinnen in der Zeit des Preußischen Kulturkampfes gegründet hatten. Ein Jahr später kam Schwester Rosa nach und trat ebenfalls in den Karmeliterorden ein. In Echt verfasste Edith Stein noch einmal einige wissenschaftliche Schriften, unter anderem ein Werk zum 400. Geburtstag des heiligen Johannes vom Kreuz. 
An diesem Buch arbeitete sie noch am 2. August 1942, dem Tag, an welchem sie und ihre Schwester Rosa von der Gestapo abgeholt wurden. Die Möglichkeit, in einem Karmel in der Schweiz zu fliehen, wo sie sicher gewesen wäre, hatte Edith Stein nicht genutzt, weil sie Rosa nicht hätte mitnehmen können. Zu ihr sagte Edith im Augenblick der Verhaftung: „Komm, wir gehen für unser Volk.“ Bereits am 7. August wurden die beiden Schwestern nach Auschwitz deportiert, nur zwei Tage danach, am 9. August 1942, starben Edith und Rosa Stein in der Gaskammer.


Reliquie vom Gewand der hl. Edith Stein im Speyrer Dom *)

Josef Kardinal Frings eröffnete 1962 den Seligsprechungsprozess für die Märtyrerin jüdischer Abstammung. Bei seinem zweiten Deutschlandbesuch sprach Papst Johannes Paul II. Edith Stein dann am 1. Mai 1987 in Köln selig und am 11. Oktober 1998 heilig und zusammen mit der hl. Birgitta und der hl. Katharina von Siena zur Patronin Europas erklärt.


Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber . Schindler – Pattloch-Verlag

*) „Stein-reliquie“ von p. schmelzle - eigenes foto. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stein-reliquie.jpg#mediaviewer/Datei:Stein-reliquie.jpg

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Edith_Stein

Sonntag, 16. November 2008

Ehrerweisung einem amerikanischen Ritter



Col. John Ripley, ein Held der amerikanischen Marines, verstarb am 1. November 2008. Die TFP der Vereinigten Staaten erweist ihm die lezte Ehre.

Nachzulesen hier (auf englisch)


Abschied von einer Legende

Unter diesem Titel wir die Beerdigungszeremonie gezeigt (Video und Bilder) und beschrieben.