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Dienstag, 29. Dezember 2020

Die Geburtsnacht des Messias

 

In der Geburtsnacht des Messias feierte die Christenheit ein Fest voll Unschuld und Majestät: Scharen von Kindern, die die Krippe, die beleuchteten und mit Blumen geschmückten Kirchen leidenschaftlich liebten, das Volk drängte sich um die Wiege seines Gottes, die Christen, die in einer einsamen Kapelle ihren Frieden mit dem Himmel schlossen, das freudige Halleluja, der Klang der Orgel und der Glocken, alles sammelte sich zu einem Schauspiel der Unschuld und Majestät.


Aus dem Herz-Jesu-Kalender der Fédération pro Europa Christiana - FPEC - Frankreich, Dezember 2016

Textquelle: François-René de Chateaubriand, „Geist des Christentums oder die Schönheiten der christlichen Religion“. Morus Verlag, Berlin 2004. S. 529.

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.



Donnerstag, 13. Februar 2020

Die christliche Zivilisation

Obgleich die Kirche, dieses unsterbliche Werk des barmherzigen Gottes, an sich und ihrer Natur nach das Heil der Seelen und die einstige Glückseligkeit im Himmel zur Aufgabe hat, so gehen doch von ihr große und reiche Segnungen auch über die Dinge des vergänglichen Bereiches aus; und zwar so sehr, dass, wäre die Kirche in erster Linie und hauptsächlich für die Wohlfahrt des Lebens hier auf Erden gegründet worden, diese Segnungen nicht zahlreicher und größer sein könnten.

Aus der Enzyklika "Immortale Dei" von Leo XIII. vom 1.11.1885

Mittwoch, 26. September 2018

Osterfreuden - Der Weiße Sonntag



»Wenn das zwölfte Lebensjahr erreicht ist, und wenn des Jahres Lenz gekommen sind, so vereinigt sich die Jugend mit ihrem Schöpfer. Nachdem sie den Tod des Welterlösers mit Zions Bergen beklagt und der Finsternisse, die die Erde bedeckten, gedacht hat, erhebt sich die Christenheit aus ihrem Schmerz: die Glocken wachen wieder auf, die Heiligen werden entschleiert, der Ruf der Freude, das uralte Halleluja Abrahams und Jakobs widerhallt in den Räumen der Kirchen. Jungfrauen in weißes Linnen gekleidet, und Knaben, mit Zweigen geschmückt, ziehen einher über die Erstlingsblumen des Jahres; sie kommen zum Tempel, neue Lobgesänge anstimmend; ihre Eltern folgen, und bald steigt Christus auf den Altar herab zu diesen zarten Seelen. Das Brot der Engel wird auf die reine Zunge gelegt, die noch keine Lüge befleckt hat, während der Priester in dem reinen Wein das verdienstvolle Blut des Lammes trinkt.«

Aus dem Herz-Jesu-Kalender der Fédération pro Europa Christiana - FPEC - Frankreich, Mai 2016

Textquelle: François-René de Chateaubriand, „Geist des Christentums oder die Schönheiten der christlichen Religion“. Morus Verlag, Berlin 2004. S. 41.

Freitag, 6. April 2018

Wohin die These der absoluten Souveränität des Staates über alles zeitliche führt

Die modernistische Schule begnügt sich nicht nur damit, Kirche und Staat zu trennen. Der Glaube steht nach seinen phänomenalen Elementen unter der Wissenschaft. In der gleichen Weise muss nach ihr in weltlichen Dingen die Kirche unter dem Staat stehen. Vielleicht wird dies noch nicht offen ausgedrückt, jedoch gibt es an dem Schluss kein Vorbeikommen. Hat in den weltlichen Dingen der Staat alleine zu bestimmen, so müssen - falls der Gläubige mit der inneren Betätigung seiner Religion nicht zufrieden ist und damit auch nach außen hervortreten will, zum Beispiel bei der Spendung und beim Empfang der Sakramente - diese Akte notwendigerweise unter die Staatsgewalt fallen. Wo bleibt in diesem Fall die kirchliche Autorität? Sie vermag sich nur durch äußere Akte zu betätigen und ist damit in ihrer ganzen Ausdehnung dem Staat unterstellt. Unter dem Eindruck dieser Logik wollen daher auch manche liberale Protestanten jeden äußeren Kult und auch jeden äußeren religiösen Verband abgeschafft wissen. Nach ihrer Aussage versuchen sie die individuelle Religion einzuführen. Wenn die Modernisten noch nicht offen so weit gehen, verlangen sie dennoch von der Kirche, dass sie sich freiwillig ihren Bestrebungen annähert und sich den bürgerlichen Formen anpasst.
 
Aus der Enzyklika "Pascendi Dominici gregis" von Pius X. vom 8.9.1907

Montag, 12. März 2018

Die Völker, die sich von den christlichen Tugenden abwenden, setzen sich entsetzlichen Gefahren aus

„Bekannt ist das Wort der Heiligen Schrift über das Judenvolk: Solange sie nicht sündigten vor dem Angesichte Gottes, war das Glück mit ihnen. Denn ihr Gott hasst das Unrecht. ... Als sie aber abgewichen waren vom Wege, der ihnen Gott gegeben hatte, auf das sie darauf wandeln sollten, wurden sie in Schlachten vertilgt von vielen Nationen (Jdt. 5, 21-22) Die jüdische Nation war ein unvollkommenes Vorbild des Christenvolkes und in dem, was sich von altersher mit ihr zutrug, lag oft ein Bild künftiger Wahrheit. Nur hat uns Gottes Güte noch mit weit größeren Wohltaten überhäuft und geschmückt: darum macht das Verbrechen des inneren Undankens die Sünde der Christen viel schwerer.
Wohl wird die Kirche zu keiner Zeit und in keiner Weise von Gott verlassen, darum braucht sie vor den Freveln der Menschen nichts zu fürchten. Hingegen kann den Nationen, wenn sie von der christlichen Tugend abfallen, nicht die gleiche Sicherheit gegeben sein, denn 'die Sünde macht die Völker elend' (Spr. 14, 34). Wenn alle vergangenen Jahrhunderte die Bedeutung und Wahrheit dieses Wortes erfahren haben - warum sollte das unsrige von dieser Erfahrung bewahrt bleiben? Schon deuten sehr viele Anzeichen darauf hin, dass die verdienten Strafen bevorstehen, und die Lage der Staaten bestätigt das gleiche: sind doch sichtlich mehrere von ihnen von innere Übel zerrüttet, und keine ist in jeder Hinsicht außer Gefahr. Wenn nun die politischen Cliquen der Gottlosen in ihrer Verwegenheit den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen: wenn es ihnen gelingen sollte, für ihre bösen Anschläge und ihre noch schlimmeren Ziele, mit denen sie sich breit machen, weitere Unterstützung und Macht zu gewinnen, so ist in der Tat die Furcht begründet, dass sie ganze Staaten von ihren naturgegebenen Fundamenten hinabstürzen werden.
So entsetzliche Gefahren vermag aber menschliche Bemühung allein nicht zu wehren, zumal die vom christlichen Glauben abgefallene große Masse die gerechte Strafe für ihren Stolz darin erleidet, dass sie, von ihren Leidenschaften blind gemacht, vergebens nach der Wahrheit sucht. Lügen statt des Wahren hochschätzt und sich selbst für weise hält, wenn sie 'das Böse gut und das Gute böse' nennt, indem sie 'die Finsternis für das Licht und das Licht für Finsternis' ansieht (Is. 5, 20).
 
Aus der Enzyklika "Sapientiae christianae" von Leo XIII. vom 10.1.1890

Samstag, 24. Februar 2018

Die Kirche ist das Heilmittel für die gegenwärtige Zivilisation

Wie die Weisheit des Christentums in keine Seele einkehrt, ohne sie besser zu machen, so dringt sie auch in keine Staatsverwaltung ein, ohne einen friedlicheren, ruhigeren Zustand sofort herbeizuführen. Mit dem Begriffe eines für alle sorgenden, allweisen, unendlich gütigen und gerechten Gottes weckt es im Gewissen das Pflichtgefühl, mildert es die Bitterkeit der Leiden, besänftigt es den Zorn und regt es zu heldenmütigen Taten an. Wenn es die heidnischen Völker von Grund aus umzuwandeln vermochte, sie vom völligen Untergange zum Leben zurückrief, wenn es die Barbarei zurückdrängte, wohin es nur seinen Fuß setzte, so wird es in gleicher Weise die durch den Abfall zerrütteten Völker, die zum Christentum zurückkehren, wieder auf die Bahn der Ordnung zurückgeleiten.
 
Aus der Enzyklika "Annum ingressi sumus" von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Freitag, 26. Januar 2018

Die Kirche Saint-Philippe-du-Roule

Die Kirche Saint-Philippe-du-Roule, 1870
Jean Beraud
Metropolitan Museum of Art, New York City / Foto: commons.wikimedia.org

In der Kirche Saint-Philippe-du­ Roule, Rue du Faubourg-Saint-Honoré, Paris, ist die Messe zu Ende. Die Fahrbahn ist noch nicht gepflastert, um die Fahrt mit Pferdekutschen zu erleichtern. Der Himmel ist grau und in diesem Wintermonat hält man sich nicht gerne lange auf der Straße auf.
Im Vordergrund ein kleines Mädchen, das in einen kuscheligen Mantel gehüllt, seine Mutter an der Hand hält. Beide wollen gerade die Straße überqueren. Etwas weiter hinten, in Hellblau, ein Dienstmädchen. Daneben ein Mann, der seinen Hut zieht, um eine Bekannte zu begrüßen.
Da und dort sehen wir den goldenen Rand eines Gebetbuches oder die Knöpfe des Gehrocks der Kutscher hervorleuchten. Obwohl man sich in einem sehr eleganten Viertel befindet, zeigt sich eine harmonische Mischung der sozialen Klassen. Die Anerkennung der Hierarchien und der legitimen Unterschiede, die Höflichkeit und die guten Manieren klassifizieren eine Gesellschaft, die überdies eine lebende Gemeinschaft bildet, wo jedes Mitglied seinen Platz und seine Rolle hat. Es gibt keine Eifersucht und keinen Neid auf jene, die mehr haben oder mehr sind.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, FEBRUAR 2015)

Sonntag, 26. November 2017

Christus, der segnende Weltenherrscher





Dieses Mosaik befindet sich an der Decke über dem Altar in der Chiesa di San Lorenzo in Palatio ad Sancta Sanctorum in Rom. Es zeigt Christus als Pantokrator, als Weltenherrscher.
Nach christlichen Legenden und historischer Forschung ist das Aussehen von Christus mehrfach überliefert: im Schweißtuch der Veronika, im Schleier von Manopello und auf dem Grabtuch von Turin. Demnach hatte Christus lange Haare über den Schultern liegend, einen geteilten Bart und eine lange Nase. Der Nimbus um Christi Haupt zeigt, dass er der Heilige und der Erleuchtete ist. Das griechische Kreuz im Glorienschein weist ihn als Lebensspender aus. Durch seinen Tod am Kreuz hat er die Welt erlöst. Seine Rechte hat er im orthodoxen Segensgestus erhoben. In seiner Linken hält er ein geschlossenes Buch. Christus selbst ist das menschgewordene Wort Gottes. Dieses Brustbild von Christus vor goldenem Hintergrund ist umgeben von einem breiten Reifen, Symbol für die Unendlichkeit.
Der Himmel in und von welchem Christus segnend herrscht, wird von vier Engeln – in jeder Himmelsrichtung steht einer – auf Händen getragen. Die beiden unteren Engel haben – auf dem Bild nicht sichtbar – Füße und stehen auf kleinen Kapitellen an der Wand. Sie halten also den Himmel über der Erde. Die beiden oberen Engel haben an Stelle der Beine Flügel. Sie schweben also über den Wassern und halten so den Himmel. (AE)

(Titelbild DER FELS November 2014)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de


Dienstag, 25. Juli 2017

Die Kathedrale von Santiago de Compostela



Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela ist seit dem Mittelalter für Millionen von Wallfahrern die Erfüllung ihrer Sehnsucht. In diesem Augenblick sind die Strapazen einer langen Fußwallfahrt vergessen. In der Kathedrale ruhen der Überlieferung zufolge die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren. Sie wurden schon im achten Jahrhundert vor den anstürmenden Moslems aus Jerusalem nach Nordwestspanien in Sicherheit gebracht. In den folgenden Jahrhunderten überfluteten die Moslems fast ganz Spanien und drängten die Christen bis an die Nordküste zurück. Da das Meer weitere Fluchtwege versperrte, sammelten sich die Christen zur Gegenwehr. Dabei erwarteten sie die entscheidende Hilfe von „ihrem“ heiligen Apostel Santiago, Sankt Jakobus, der ja gewissermaßen noch als Toter vor den Moslems nach Spanien flüchten musste. Die Spanier erinnerten sich auch noch, das Spanien früher ein blühendes christliches Land war, vor allem das Andalusien des Isidor von Sevilla um 600. Von daher wuchs ihr Wunsch nach Rück-Eroberung, nach Re-conquista, die erst 1492 mit dem Sieg in Granada ihren Abschluss fand. Die Jakobsmuschel, das ursprüngliche Trinkgefäß der Wanderer, wurde zum Kennzeichen des Pilgerweges. Im Spätmittelalter wurde die Muschel als Symbol für die innige Verbindung zwischen Christus und der Kirche gedeutet. Die Trennung der beiden Muschelschalen bedingt den Tod des Muscheltieres. Eine Trennung der Kirche von Christus wäre der Verlust des ewigen Lebens. Der Festtag des Apostels Jakobus ist der 25. Juli. EW

Titelbild DER FELS Juli 2016 - Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Sonntag, 23. Juli 2017

Nach der Sonntagsmesse



Aus der Kirche La Madeleine, Paris, kommend

Jean Beraud (1849-1935)
Private Sammlung / © Photo Christie's Images / The Bridgeman Art Library


Die Sonntagsmesse in der Kirche La Madeleine in Paris ist zu Ende, Die Gläubigen kommen die Stiegen herab und gehen nach Hause.
Ein Mann mit weißem Bart, das Messbuch in der Hand, ist im Begriff, auf die Straße herauszutreten. Er blickt uns an. Im Vordergrund sieht man eine Frau, die eiligen Schrittes weggeht, weil durch den leichten Regen Rutschgefahr entstehen könnte. Hinter ihr geht eine Dame in Begleitung ihrer elegant in Blau gekleideten Tochter, die auf einen Angestellten des Hauses auf der linken Seite zugeht. Man sieht einen Kutscher in seinem Gehrock mit goldenen Knöpfen, einen Diener mit weißen Handschuhen und einen Chauffeur mit einer Schirmkappe. Den Rücken uns zugewandt ist ein Kindermädchen zu sehen, das eine Haube mit langen roten Bändern trägt und ein kleines Kind an der Hand führt.
Jedes Detail dieses Bildes ist es wert, genau betrachtet zu werden. Die Szene ruft das christliche Ideal einer brüderlichen Gesellschaft in Erinnerung, welche die gerechten und harmonischen gesellschaftlichen Ungleichheiten der Menschen respektiert.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2011)

Montag, 19. Juni 2017

„Das Ochsengespann“



Das Ochsengespann

Frank Mahony (1862-1916)
Art Gallery of New South Wales, Sidney, Australien


Dieses Aquarell von Frank Mahony stellt eine charakteristische Szene der Arbeit von Holzfällerpionieren dar. Ein Ochsengespann mit fünf Paar Ochsen zieht riesige auf einen Karren geladene Baumstämme.
Man hält Rast: der Hund wartet, die Pferde werden in den Schatten geführt, wo sie noch etwas Gras finden. Das Mittagessen wird vorbereitet. Rechts könnte man sich einen Kessel vorstellen, der von einem Feuer aus Zweigen erwärmt wird. Der Kessel hängt mit seinem Bügel von einem Holzstock auf zwei Baumstümpfe gestützt.
Die bis ins kleinste Detail lebensechte Darstellung gibt diesem Bild einen besonderen Reiz. Wir erhalten einen wertvollen Einblick in die Schwerarbeit der Tagelöhner und deren ehrbare Tätigkeit. Das Bewusstsein, die Arbeit gewissenhaft erledigt zu haben, macht zufrieden.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juli 2011)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fronleichnam



Fronleichnam – 1891
Paul SCHAD-ROSSA
Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum

Unser Herr Jesus Christus, der im Allerheiligen Sakrament wahrhaftig zugegen ist, wird in der feierlichen Fronleichnamsprozession durch ein kleines Dorf getragen. Er ist ja der erhabenste Freund aller! Er schreitet durch sein Eigentum!

Der Altar wurde mit Blumen geschmückt. Bevor der Priester unter dem Baldachin, der von Honoratioren getragen wird, weitergeht, erteilt er den Segen; alle knien nieder, um ihren Schöpfer und Retter anzubeten.

Junge Mädchen in weißen Kleidern begleiten die Statue der Heiligen Jungfrau, weiter hinten folgt der Rest der Dorfbewohner, die Fahnen und die Statue ihres Schutzpatrons tragen.

Wie ist doch der Fronleichnamstag dem katholischen Volk ans Herz gewachsen! Wie dankbar sind wir unserer Kirche, dass sie uns diesen herrlichen Tag geschenkt hat. Wenn Fronleichnam nicht gefeiert würde, dann fehlte etwas Helles, Feines, Weihevolles im Kirchenjahr und in unserem Leben.

„Es ist ein Stück der Herrlichkeit und ein Grund der inneren Macht der katholischen Kirche, dass sie mit ihren Gottesdiensten und Festen die Kirchenmauern durchbricht, das Heilige hinausträgt in das Leben, mit ihren himmlischen Gesängen das Geräusch der Erde zum Schweigen bringt, sich nicht scheut, den Altar auf der Straße aufzuschlagen.“ So schrieb einst der Protestant Hengstenberg.


(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ 
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juni 2009)

Donnerstag, 1. Juni 2017

Die weltliche Herrschaft der Päpste wurde ihnen geraubt, um ihre geistliche Gewalt zu brechen

„Kein Wunder, dass die liebsten Kinder so hart behandelt werden, da man doch mit dem Vater selbst, dem Haupte der Christenheit, dem Bischof von Rom, nicht glimpflicher verfährt. Es sind allbekannte Tatsachen: Man raubte ihm seine weltliche Herrschaft und damit jene Unabhängigkeit, welche seine apostolische Sendung zu allen Völkern verlangt. Der Druck einer feindlichen Macht nötigte ihn, sich in seiner eigenen Stadt Rom, in seinem eigenen Hause einzuschließen; er fühlt sich in eine ungerechte und unwürdige Lage versetzt, und das, nachdem man das lächerliche Versprechen gemacht, für seine Würde und Freiheit bürgen zu wollen. Wir selbst kennen die zahlreichen großen Hindernisse, die man dem Wirken des apostolischen Stuhles bereitet, wie man selbst seine Absichten missdeutet, um sein Ansehen zu mindern. Täglich wird es klarer, dass der Raub der weltlichen Herrschaft deshalb stattgefunden, um den Weg frei zu bekommen, und leichter die geistliche Gewalt des Papstes zu brechen. Übrigens haben die Urheber und Anführer des Gewaltreiches dies ohne viele Umschweife ausgesprochen.“
 
Aus der Enzyklika „Annum ingressi sumus“ von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Montag, 1. Mai 2017

Glanz des Mittelalters

Krönung von Ludwig VIII und Blanca von Kastillien




Video: Krönungsritus des Königs von Frankreich




Es handelt sich offenbar um einen Ausschnitt aus Victor Flemings Film „Joan of Arc“ (1948), mit Ingrid Bergmann in der Rolle der Jungfrau von Orléans.

Samstag, 29. April 2017

Das Spinnrad - Giovanni Battista Torriglia


Das Spinnrad 

Giovanni Battista Torriglia 
(1858 - 1937) 
Privatsammlung
Foto: Christie's Images / Bridgeman Images 

Eine Szene aus dem täglichen Leben italienischer Bauern, die uns durch die realistische Darstellung und die liebevollen Details fasziniert. Das Bild könnte mit "Lebensfreude in der Familie" bezeichnet werden. Die Mutter sitzt am Spinnrad; die Großmutter, einen Spinnrocken in der Hand, unterbricht ihre Arbeit, um der Enkelin bei der Strickerei weiterzuhelfen. Ein Knabe pustet große Seifenblasen und macht damit dem Nesthäkchen Freude. Im Hintergrund, nahe beim Ofen, auf dem man einen kupfernen Kochtopf erkennen kann, zündet der Vater zufrieden seine lange Pfeife an. Flirrendes Licht der Toskana strömt durch das Fenster herein, frischt die bunten Farben der Stoffe auf und zaubert ein Lächeln auf jedes Gesicht.
Der Künstler vermittelt uns seine Vorliebe für Familie und Kinder. Gerne lassen wir unseren Blick lange auf diesem Gemälde verweilen. An der Wand hängen Bilder der Heiligen Jungfrau und des Heiligen Josef mit dem Jesuskind, die über diese Familie wachen. Es herrscht Einfachheit, Würde, Seelenfriede und Harmonie in dieser christlichen Familie. Das ist der Reichtum, den uns die moderne Welt geraubt hat.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Januar 2015)

Freitag, 17. März 2017

Obstmarkt am Schanzel

Obstmarkt am Schanzel
Friedrich Alois Schönn (1826 - 1897)
© Wienmuseum

Am Ufer des Donaukanals befindet sich nahe der Maria-Theresien-Brücke der Obstmarkt. Unter der Oktobersonne wimmelt es von Menschen: Arbeiter, Kinder, Angestellte, Bürger, Käufer und Verkäufer. Im Vordergrund links verkauft ein Händler Bratwürste und Semmeln als kleine Stärkung.
Im Schatten großer Bäume werden Äpfel, Pflaumen und Trauben angeboten. Alle diese Früchte leuchten in appetitlichen bunten Farben. Die Vielfalt der Kleidung wird noch betont durch die Originalität der Kopfbedeckungen. Sie erstreckt sich vom Bürger im Gehrock mit Zylinderhut über den Arbeiter mit Jacke, Hut und kurzer Feder oder mit roter Dienstmütze, von der Dame im eleganten Kleid bis hin zur Dienerschaft in Uniform.

Die Harmonie und das Leben, die aus dieser Szene endloser Details zutage treten und welche man nicht müde wird zu betrachten, lassen das faszinierende katholische Ideal eines brüderlichen Zusammenlebens ungleicher sozialer Schichten erkennen.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2008)

Donnerstag, 24. November 2016

Ein Nachtmarkt



Ein Nachtmarkt, 1852
Petrus van Sehendel (1806 - 1870) 
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images 

Dieser Nachtmarkt im Mondschein bietet uns eine beeindruckende Szene. Die Kerzen auf den Verkaufsständen beleuchten die Waren und lassen die Physiognomien erkennen. Jede Person scheint ihre Geschichte zu haben. 

Petrus van Schendel hat ein fruchtbares und vielfältiges Werk geschaffen. Im Alter von 16 Jahren begann er an der Akademie des Beaux­Arts in Antwerpen zu studieren und übersiedelte im Jahr 1845 nach Brüssel. Er hat dreimal geheiratet und hatte 15 Kinder. Er befasste sich mit biblischen Sujets, malte Porträts und war für Landschafts- und Marinemalerei bekannt. Diese wunderschönen nächtlichen Szenen mit Kerzenlicht sind faszinierend.

Im Vordergrund verkauft ein Händler Fische und am Nebentisch bietet ein Mann Lebkuchen an. Ein Straßensänger hat sein kleines Mädchen auf die Drehorgel gehoben. Es gibt so viel auf diesem Bild zu sehen. Die Höflichkeit, die guten Manieren bilden die Struktur einer Gesellschaft, wo jedes Glied seinen eigenen Platz hat. Es gibt keine Eifersucht und keinen Individualismus.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juli 2016)

Freitag, 18. November 2016

Das Mädchen mit den Enten


Das Mädchen mit den Enten

Emile CLAUS (1849-1924) - Das Mädchen mit den Enten – 1880. 
Private Collection / Whitford & Hughes, London, UK / The Bridgeman Art Library 

Eine junge Bäuerin treibt in der Mitte der Wiese mit einer Rute und langsamen Bewegungen der Arme eine Entenschar zusammen, die sie über Nacht einsperren muss. Ein junger Mann hilft ihr dabei, sodass auch die fehlenden drei Enten zur Schar zurückkommen.
Sonnenstrahlen durchdringen das Laubwerk und werfen den Schatten des Zaunes unter die Bäume. Der Maler lässt uns durch die milden Farben die friedliche Ruhe, das warme Licht des späten Nachmittags und die Reinheit der Luft spüren. 
Vor allem hebt er den Wert der einfachen Arbeit hervor, die tagtäglich unter dem Schutz der Göttlichen Vorsehung mit Liebe gemacht wird.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Mai 2010)

Mittwoch, 9. November 2016

Rückkehr von der Kirchweih


Rückkehr von der Kirchweih

Ferdinand Georg WALDMÜLLER, 1859/1860. Alte Nationalgalerie, Berlin

Der Pferdewagen ist soeben angekommen. Unter dem Kirschbaum, der mit Früchten überladen ist, versammeln sich jene, die vom Kirchweihfest zurückkommen. Mehrere Personen steigen aus dem Wagen. Jetzt beginnt das Fest für die Kinder, die alle Geschenke erhalten.
Die Kinder freuen sich über die lustigen Figuren auf den Pfefferkuchen, die sie in ihren Händen halten. Im Hintergrund fällt ein Mädchen ihrer Mutter um den Hals. Ein anderes, mit einem Lächeln auf den Lippen erweckt den Eindruck, als ob sie ihr kleines, mit Bändern geschmücktes Paket gar nicht öffnen wollte. Auf der rechten Seite breitet ein junges Mädchen mit einer Blumenkrone im Haar ihren neuen Seidenschal aus, der die Bewunderung von drei Generationen hervorruft. 
Der strahlend blaue Himmel über dem Hofbetont die Farben und die Fröhlichkeit der Menschen. Das Licht des Glaubens und der christlichen Moral gibt uns Menschen Kraft und Mut, die Schwierigkeiten unseres Lebens zu meistern.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juni 2010)

Mittwoch, 21. September 2016

Frühstückszeit und Spielchen am frühen Morgen


Frühstückszeit und Spielchen am frühen Morgen 

Charles West Cope (1811-1890) 
Privatsammlung / Photo Bonhams, London / The Bridgeman Art Library

Das kleine Mädchen hat sich auf einen Schemel gestellt und ahmt die Haltung des Hundes der Familie nach, wenn er um ein Stück Zucker bettelt. Ihre Schwester hält die Kleine und redet ihr zu, die Augen 
zu schließen und den Mund zu öffnen. Die Mutter lässt sich lächelnd auf dieses unschuldige Spiel ein. Der Hund scheint unruhig zu sein, weil er im Hintergrund bleiben muss. 
Man erkennt die geschmackvolle Einrichtung, den Komfort, den gedeckten Tisch, wo nichts fehlt. 
Der Maler zeigt hier ein Ambiente im viktorianischen Zeitalter und hebt gleichzeitig die christlichen Werte hervor: Mutterliebe, Zärtlichkeit in der Familie, liebevolles Verständnis im Gegensatz zu Herzlosigkeit, die Sicherheit in der Familie, die die Kinder wachsen und aufblühen lässt. 
Charles West Cope, Sohn eines Künstlers ist Maler und ein englischer Graveur, dem es in hervorragender Weise gelingt, Szenen mit historischem Charakter darzustellen. Er ist der Schöpfer der Fresken im Lords Chamber in London. 

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt, Februar 2014