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Freitag, 8. August 2025

VERBA TUA MANET IN AETERNUM

 

Weder Zurückhaltung noch Milderung

Benedikt XV.: Dahin wirken, dass Jesus Christus unter den Menschen mehr und mehr bekannt sei, und zwar dank einer Kenntnis, die nicht nur auf den Glauben, sondern auf das Leben abzielte, das ist es, wofür er die ganze Kraft seines Apostelherzens einsetzte. Deshalb handelte er von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi, selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, dass man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und dass es unmöglich sei, beiden zu dienen; dass alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; dass es bei Gott keine Abfindung gibt; dass entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte „der Prediger der Wahrheit“ Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.

(Enzyklika „Humani Generis“ über die Verkündigung des Wortes Gottes, 15. Juni 1917).

 

Nicht die Armen gegen die Reichen aufhetzen

Pius XI.: Seht, wie schlecht diejenigen wären, die zwar vorgaben, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, sich aber um das Wohl der Arbeiter kümmerten, wenn sie nur beim Erwerb zerbrechlicher und verderblicher Güter mithalfen, es aber versäumten, sie über ihre Pflichten im Lichte der Grundsätze der christlichen Lehre aufzuklären. Und wenn sie sogar so weit gingen, ihre Feindseligkeit gegen die Reichen noch weiter anzufachen, indem sie sich jenen bitteren und gewalttätigen Deklamationen hingaben, mit denen unsere Gegner die Massen zur Aufwiegelung der Gesellschaft aufstacheln.

(Brief „Soliti Nos“ an den Bischof von Bergamo, 11. März 1920).

 

Die Feinde Frankreichs sind die Feinde Gottes

Pius X.: Zur Ehre Frankreichs möchte ich hinzufügen, was Papst Gregor IX. an König Ludwig den Heiligen schrieb: „Gott, dem die himmlischen Legionen gehorchen, hat auf Erden je nach der Vielfalt der Sprachen und Klimazonen verschiedene Königreiche errichtet und zahlreichen Regierungen besondere Missionen zur Erfüllung seiner Pläne übertragen. Und wie er einst den Stamm Juda den anderen Söhnen Jakobs vorzog und ihm besondere Segnungen verlieh, so erwählte er Frankreich vor allen anderen Nationen der Erde zum Schutz des katholischen Glaubens und zur Verteidigung der Religionsfreiheit. Aus diesem Grund, fährt der Pontifex fort, ist Frankreich das Reich Gottes selbst; die Feinde Frankreichs sind die Feinde Christi. Aus diesem Grund liebt Gott Frankreich, weil er die Kirche liebt, die die Jahrhunderte überdauert und Legionen für die Ewigkeit rekrutiert.“

(Ansprache vom 18. Dezember 1908 anlässlich der Seligsprechung von Jeanne d’Arc und anderen französischen Ehrwürdigen).

 

Wovon die Größe Frankreichs abhängt

Pius X.: Ihr werdet euren Landsleuten (den Franzosen) sagen, dass sie, wenn sie Frankreich lieben, Gott, den Glauben und die Kirche lieben müssen, die ihnen allen eine zärtliche Mutter ist, wie sie es für eure Väter war. Ihr werdet ihnen sagen, dass sie die Testamente des Heiligen Remigius, Karls des Großen und des Heiligen Ludwig hüten sollen – Testamente, die in den Worten zusammengefasst sind, die die Heldin von Orléans (die Heilige Johanna von Orléans) so oft wiederholte: „Lang lebe Christus, König der Franken.“

Nur durch diesen Titel ist Frankreich groß unter den Völkern: Unter dieser Voraussetzung wird Gott es beschützen und es frei und ruhmreich machen; unter dieser Voraussetzung kann auf es angewendet werden, was in den Heiligen Büchern über Israel gesagt wird: „Niemals wurde jemand gefunden, der dieses Volk beleidigte, außer als er sich von Gott abwandte. „Et non fuit qui insultaret populo isti, nisi quando recessit a cultu Domini Dei sui.“ (ebd.)

 

Ist es Eitelkeit, Orden zu tragen?

Pius XI.: Auszeichnungen für Tapferkeit tragen maßgeblich dazu bei, in den Herzen den Wunsch nach bedeutenden Taten zu wecken, denn sie würdigen bedeutende Männer, die sich das Lob der Kirche oder der Gesellschaft verdient haben, und führen so andere durch ihr Beispiel dazu, demselben Weg zu Ruhm und Ehre zu folgen.

In dieser weisen Absicht umgaben die römischen Päpste, unsere Vorgänger, die Ritterorden mit besonderer Liebe, als Anreize für Ruhm.

(Brief über die Päpstlichen Ritterorden, 7. November 1905).

 

Religiös zu sein, ist das Hauptziel von Arbeitervereinigungen

Leo XIII.: Das religiöse Element muß dem Verein zu einer Grundlage seiner Einrichtungen werden. Die Religiosität der Mitglieder soll das wichtigste Ziel sein, und darum muß der christliche Glaube die ganze Organisation durchdringen. Andernfalls würde der Verein in Bälde sein ursprüngliches Gepräge einbüßen; er würde nicht viel besser sein als jene Bünde, die auf die Religion keine Rücksicht zu nehmen pflegen. Was nützt es aber dem Arbeiter, für seine irdische Wohlfahrt noch soviel Vorteile vom Verein zu gewinnen, wenn aus Mangel an geistiger Nahrung seine Seele in Gefahr kommt?

(Enzyklika Rerum Novarum, 16. Mai 1891).

 

Der Schrecken des Leidens ist tödlich.

Leo XIII.: Ein zweites, äußerst tödliches Übel, das wir nie genug beklagen können, weil es sich Tag für Tag zum großen Schaden der Seelen ausbreitet, besteht in der bewussten Absicht, dem Schmerz zu entfliehen und alle Mittel einzusetzen, um Leiden zu vermeiden und Widrigkeiten abzuwehren.

Für die große Mehrheit der Menschen besteht der Lohn der Tugend, der Pflichttreue, der beständigen Arbeit und der Überwindung von Hindernissen nicht mehr, wie es sein sollte, in Frieden und Seelenfreiheit; was sie als höchste Vollkommenheit anstreben, ist ein chimärischer Gesellschaftszustand, in dem es nichts zu ertragen gäbe und alle irdischen Freuden gleichzeitig genossen werden könnten. (Enzyklika Laetitiae Sanctae, 8.9.1893).

 

 

 

Aus dem portugiesischen von „Verba tua manet in aeternum“, Catolicismo Nr. 1, Januar 1951.

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in
http.www.r-cr.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Mittwoch, 10. März 2021

Die katholische Presse und die öffentliche Meinung

 


Die Bedeutung der katholischen Presse, die Ihr, liebe Söhne, auf diesem internationalen Kongress vertretet, und die Schwere der Probleme, die Ihnen zum Studium vorgeschlagen werden, haben Uns dazu veranlasst, für Ihren Empfang von der Regel abzuweichen, die Wir Uns zu Unserem tiefen Bedauern auferlegen mussten, Unsere Reden und Ansprachen während des Heiligen Jahres einzuschränken, ja sogar öfters abzusagen. Aber dieses Mal konnten Wir es nicht versäumen, dem großen Thema Ihres Treffens Unser Wort hinzuzufügen. Dieses Thema ist ebenso umfangreich wie anregend: die katholische Presse im Dienst der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens.

In Anbetracht eines der lebenswichtigen Aspekte dieses Dienstes halten Wir es für angebracht, Ihnen einige grundlegende Prinzipien bezüglich der Rolle der katholischen Presse in Bezug auf die öffentliche Meinung zu übermitteln. Tatsache ist, dass sie in der ersten Reihe derer steht, die zu ihrer Entstehung und Verbreitung beitragen.

Die öffentliche Meinung ist in der Tat das Vorrecht jeder normalen Gesellschaft, die sich aus Menschen zusammensetzt, die durch ihr persönliches und soziales Verhalten eng mit der Gemeinschaft verbunden sind, deren Mitglied sie sind. Es ist ja überall das natürliche Echo, die gemeinsame, mehr oder weniger spontane Resonanz der Ereignisse und der gegenwärtigen Situation in ihrem Verstand  und in ihren Urteilen.

Dort, wo es keine Manifestation der öffentlichen Meinung gibt, vor allem dort, wo man feststellen muss, dass sie nicht wirklich existiert: aus welchen Gründen auch immer ihr Schweigen oder ihre Abwesenheit erklärt werden kann, sollte sie als ein Laster, ein Gebrechen, eine Krankheit des gesellschaftlichen Lebens angesehen werden.

Lassen wir natürlich den Fall beiseite, dass die öffentliche Meinung in einer Welt schweigt, aus der sogar die gerechte Freiheit verbannt ist und in der nur die Meinung der Parteien an der Macht, die Meinung von Obrigkeiten oder Diktatoren ihre Stimme erheben darf. Die Stimme der Bürger zu ersticken, sie gewaltsam zum Schweigen zu bringen, ist in den Augen eines jeden Christen ein Angriff auf das natürliche Recht des Menschen, ein Verstoß gegen die Ordnung der Welt, wie Gott sie eingerichtet hat.

Wer kann nicht die Angst, die moralische Verwirrung erahnen, in die ein solcher Zustand das Gewissen der Männer der Presse stürzt? In Wahrheit hatten wir gehofft, dass zu viele harte Erfahrungen der Vergangenheit zumindest als Lehre gedient hätten, um die Gesellschaft ein für alle Mal von einer solchen skandalösen Tyrannei zu befreien und einer derartigen Demütigung von Journalisten und ihren Lesern ein Ende zu setzen. Ja, nicht weniger stark als Sie hatten Wir darauf gehofft und Unsere Enttäuschung ist nicht weniger bitter als die Ihre.

Bedauerliche Situation! Ebenso bedauerlich, und vielleicht noch verhängnisvoller in ihren Folgen, ist die Situation von Völkern, in denen die öffentliche Meinung schweigt, nicht weil sie durch eine äußere Kraft geknebelt wird, sondern weil ihre inneren Voraussetzungen, die in den in Gemeinschaft lebenden Menschen vorhanden sein müssen, fehlen.

Wir erkannten in der öffentlichen Meinung ein natürliches Echo, eine gemeinsame, mehr oder weniger spontane Resonanz von Tatsachen und Umständen in den Köpfen und Urteilen von Menschen, die sich für das Schicksal ihrer Gemeinschaft verantwortlich und eng mit ihr verbunden fühlen. Unsere Worte nennen fast ebenso viele Gründe, warum die öffentliche Meinung so schwer zu bilden und auszudrücken ist. Was heute öffentliche Meinung genannt wird, hat oft nur den Namen, einen leeren Namen, so etwas wie ein vages Gerücht, einen falschen und oberflächlichen Eindruck; nichts von einem spontanen Echo, das im Bewusstsein der Gesellschaft geweckt wird und von ihr ausgeht.

Aber diese Männer, die von einem tiefen Verantwortungsgefühl und einer engen Verbundenheit mit der Umwelt, in der sie leben, durchdrungen sind, wo soll man sie suchen? Keine Traditionen mehr, kein stabiles Zuhause, keine Sicherheit der Existenz, nichts, was das Werk der Desintegration und, allzu oft, der Zerstörung hätte aufhalten können. Hinzu kommt der Machtmissbrauch gigantischer Massenorganisationen, die, den modernen Menschen in ihrer komplizierten Spirale erfassend, leicht jede Spontaneität der öffentlichen Meinung ersticken und sie auf einen blinden und fügsamen Konformismus der Gedanken und Urteile reduzieren.

Gibt es denn in diesen unglücklichen Völkern keine Männer mehr, die dieses Namens würdig sind? Männer, die mit dem Siegel einer wahren Persönlichkeit gezeichnet sind, die fähig sind, das innere Leben der Gesellschaft zu ermöglichen? Männer, die im Lichte der zentralen Prinzipien des Lebens, im Lichte ihrer starken Überzeugungen, Gott, die Welt und alle großen und kleinen Ereignisse, die sich daraus ergeben, zu betrachten wissen? Solche Menschen, so scheint es, sollten durch die Geradlinigkeit ihres Urteils und ihrer Gefühle in der Lage sein, Stein für Stein die solide Mauer zu errichten, auf der sich die Stimme dieser Ereignisse, die auf sie zukommen, in einem spontanen Echo widerspiegeln würde. Zweifellos gibt es noch einige dieser Männer, leider zu wenige, und jeden Tag werden sie seltener, denn an ihre Stelle treten skeptische, blasierte, sorglose Subjekte, ohne Konsequenz und Charakter, leicht manipulierbar von einigen wenigen Meistern des Spiels!

Der moderne Mensch übernimmt gern unabhängiges und lässiges Verhalten. Es ist meist nur eine Fassade, hinter der sich arme Wesen verstecken, leer, schlaff, ohne Kraft des Verstandes, um Lügen zu entlarven, ohne Kraft des Geistes, um der Gewalt derer zu widerstehen, die es verstehen, alle Quellen der modernen Technik, alle raffinierte Kunst der Überredung in Bewegung zu setzen, um sie ihrer Gedankenfreiheit zu berauben und sie zum schwachen „vom Winde bewegte Schilfrohr“ (Mt 11,7) zu machen.

Kann man es wagen, mit Zuversicht zu sagen, dass die Mehrheit der Menschen fähig ist, Tatsachen und Strömungen nach ihrem wahren Gewicht zu beurteilen und zu würdigen, so dass die Meinung von der Vernunft geleitet wird? Dies ist jedoch eine unabdingbare Voraussetzung für seinen Wert und seine Gesundheit. Wird nicht stattdessen diese - einzig legitime - Art, Menschen und Dinge nach klaren Regeln und gerechten Prinzipien zu beurteilen, als Hindernis für die Spontaneität abgelehnt und auf der anderen Seite der sensible Impuls und die Reaktion von Instinkt und Leidenschaft als die einzigen „Werte des Lebens“ geehrt? Unter der Wirkung dieses Vorurteils bleibt von der menschlichen Vernunft und ihrer Kraft, das tiefe Labyrinth der Wirklichkeit zu durchdringen, wenig übrig.

Menschen mit Verstand zählen nicht mehr; es bleiben nur noch solche, deren Gesichtsfeld nicht über ihr enges Spezialgebiet und auch nicht über die rein technische Kraft hinausreicht. Von solchen Menschen kann man in der Regel weder die Bildung der öffentlichen Meinung erwarten, noch Standhaftigkeit gegenüber einer geschickten Propaganda, die sich das Privileg herausnimmt, sie nach Belieben zu formen. In dieser Hinsicht sind ihnen Menschen mit christlichem Geist, einfach, geradlinig, aber klar, wenn auch meist ohne viel Bildung, weit überlegen. Die Menschen, denen die Aufgabe der Aufklärung und Führung der öffentlichen Meinung zufallen sollte, befinden sich oft, manche durch ihren schlechten Willen oder ihre Unzulänglichkeit, andere durch ihre Unmöglichkeit oder ihren Zwang, in einer schlechten Lage, sie frei und glücklich auszuführen. Diese ungünstige Situation betrifft besonders die katholische Presse in ihrer Tätigkeit im Dienste der öffentlichen Meinung. Denn alle Mängel und Behinderungen, von denen Wir soeben gesprochen haben, sind auf die Verletzung der von Gott gewollten natürlichen Organisation der menschlichen Gesellschaft zurückzuführen, auf die Verstümmelung des Menschen, der, nach dem Bilde seines Schöpfers geformt und von ihm mit Intelligenz begabt, hervorgebracht wurde, um ihr Herr zu sein, ganz durchdrungen von der Wahrheit, gefügig gegenüber den Vorschriften des Sittengesetzes, des Naturrechts und der in der Offenbarung Christi enthaltenen übernatürlichen Lehre.

In einer solchen Situation wäre das schlimmste Übel für den katholischen Publizisten Kleinmut und Verzagtheit. Schauen Sie sich die Kirche an: Seit fast zwei Jahrtausenden, durch alle Schwierigkeiten, Widersprüche, Missverständnisse, offene oder hinterhältige Verfolgungen hindurch, hat sie sich nie entmutigen lassen, sich nie deprimieren lassen. Nehmen Sie sie als Vorbild. Sehen Sie in den beklagenswerten Defiziten, auf die Wir soeben hingewiesen haben, das Doppelbild dessen, was die katholische Presse nicht sein darf und was sie sein muss,.

Sie muss in ihrer ganzen Art des Seins und Handelns dem fortschreitenden Rückzug, dem Verschwinden der grundlegenden Bedingungen für eine gesunde öffentliche Meinung ein unüberwindliches Hindernis entgegensetzen und das, was von ihr übrig geblieben ist, noch weiter festigen und stärken. Möge sie bereitwillig auf die eitlen Vorteile vulgärer Interessen oder ungesunder Popularität verzichten; möge sie sich mit einer energischen und stolzen Würde behaupten, unzugänglich für alle direkten oder indirekten Versuche der Korruption. Sie möge den Mut haben - auch um den Preis pekuniärer Opfer -, rücksichtslos jede Anzeige oder Werbung aus ihren Spalten zu verbannen, die den Glauben oder die Ehrlichkeit beleidigt. Dadurch wird sie an Eigenwert gewinnen, sie wird schließlich Wertschätzung und dann Vertrauen gewinnen; sie wird die oft wiederholte Anweisung rechtfertigen: „In jedes katholische Haus die katholische Zeitung“.

Aber wenn man die äußeren und inneren Bedingungen, unter denen sie sich entwickelt und ausbreitet, bestmöglich berücksichtigt, ist die öffentliche Meinung dennoch nicht unfehlbar und auch nicht immer absolut spontan. Die Komplexität oder Neuartigkeit von Ereignissen und Situationen kann einen deutlichen Einfluss auf ihre Entstehung haben, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sie sich nicht so leicht von vorgefassten Urteilen oder vom Mainstream der Ideen befreien lässt, auch wenn die Reaktion objektiv gerechtfertigt wäre, auch wenn sie selbstverständlich wäre. Und hier hat die Presse eine eminente Rolle in der Meinungsbildung zu spielen, nicht um sie zu diktieren oder zu reglementieren, sondern um ihr nützlich zu sein.

Diese heikle Aufgabe setzt bei den Mitgliedern der katholischen Presse Kompetenz, eine allgemeine Kultur, vor allem philosophischer und theologischer Art, Gaben des Stils und psychologisches Fingerspitzengefühl voraus. Was sie aber vor allem brauchen, ist Charakter. Charakter, das heißt ganz einfach, tiefe Liebe und unveränderliche Achtung vor der göttlichen Ordnung, die alle Bereiche des Lebens umfasst und beseelt; Liebe und Achtung, die der katholische Journalist nicht nur in der Verborgenheit seines eigenen Herzens empfinden und nähren darf, sondern die er auch in denen seiner Leser pflegen muss. In einigen Fällen wird die so entfachte Flamme ausreichen, um in ihnen den fast toten Funken von Überzeugungen und Gefühlen, die tief in ihrem Gewissen schlummern, wieder zu entfachen oder neu zu entfachen. In anderen Fällen können seine Weitsicht und sein Urteilsvermögen ihnen die Augen öffnen, die zu ängstlich auf traditionelle Vorurteile fixiert sind. In jedem Fall wird er immer darauf bedacht sein, die Meinung nicht zu „machen“; besser noch, er wird danach streben, ihr zu dienen.

Wir glauben, dass diese katholische Auffassung von der öffentlichen Meinung, von ihrer Funktionsweise und von den Diensten, die ihr die Presse leistet, vollkommen richtig ist, dass es notwendig ist, den Menschen nach Ihrem Ideal den Weg der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens zu eröffnen.

So stellt sich die Kirche durch ihre Haltung gegenüber der öffentlichen Meinung als Damm gegenüber dem Totalitarismus dar, der von seinem Wesen her notwendigerweise ein Feind der wahren und freien Meinung der Bürger ist. Tatsächlich liegt es in ihrem Wesen, dass sie diese göttliche Ordnung und die relative Autonomie, die sie in allen Bereichen des Lebens anerkennt, insofern sie alle ihren Ursprung in Gott haben, leugnet.

Dieser Gegensatz wurde in zwei Vorträgen, in denen Wir kürzlich versucht haben, die Position des Richters gegenüber dem Gesetz zu beleuchten, noch einmal deutlich bekräftigt. Wir sprachen damals von den objektiven Normen des Rechts, von dem göttlichen Naturgesetz, das dem Rechtsleben der Menschen die Autonomie garantiert, die eine lebendige und sichere Anpassung an die Bedingungen jeder Zeit erfordert. Wir haben erwartet, dass die Totalitaristen uns nicht verstanden haben, für die Recht und Gesetz nur Instrumente in den Händen der herrschenden Kreise sind. Aber dasselbe Missverständnis von Seiten gewisser Kreise zu sehen, die sich lange Zeit als Verfechter der liberalen Lebensauffassung aufgespielt hatten, die die Menschen allein wegen ihrer Bindung an sittenwidrige Gesetze und Gebote verurteilt hatten, ist in der Tat geeignet, Uns zu überraschen! Denn dass der Richter sich bei der Urteilsverkündung an das positive Recht gebunden und zu dessen getreuer Auslegung verpflichtet fühlt, ist mit der Anerkennung des Naturrechts nicht unvereinbar; es ist vielmehr eine seiner Voraussetzungen. Was aber nicht legitim ist, ist, dass diese Bindung ausschließlich durch den Akt des menschlichen Gesetzgebers, von dem das Gesetz ausgeht, hergestellt wird. Das hieße, die positive Gesetzgebung als eine Pseudo-Majestät anzuerkennen, die sich in keiner Weise von derjenigen unterscheidet, die der Rassismus oder der Nationalismus der totalitären Rechtsproduktion zuschreibt und die natürlichen Rechte der natürlichen und juristischen Personen unter ihre Füße stellt. Auch hier hat die katholische Presse eine besondere Stellung, indem sie in klaren Formeln die Gedanken des Volkes zum Ausdruck bringt, das verwirrt, zögernd und verlegen vor dem modernen Mechanismus der positiven Gesetzgebung steht, einem gefährlichen Mechanismus, sobald es aufhört, darin eine Ableitung des natürlichen göttlichen Gesetzes zu sehen.

Diese katholische Auffassung der öffentlichen Meinung und des Dienstes, den die Presse ihr leistet, ist auch eine solide Garantie für den Frieden. Sie tritt für die gerechte Freiheit des Denkens und für das Recht des Menschen auf sein eigenes Urteil ein, betrachtet es aber im Licht des göttlichen Gesetzes. Das heißt, wer sich loyal in den Dienst der öffentlichen Meinung stellen will, sei es die gesellschaftliche Autorität oder die Presse selbst, muss sich jede Lüge oder Aufregung absolut verbieten. Liegt es nicht auf der Hand, dass eine solche Geistes- und Willenshaltung dem Klima des Krieges wirksam entgegenwirkt? Im Gegenteil, wenn die sogenannte öffentliche Meinung diktiert oder aufgezwungen wird, gewollt oder ungewollt, wenn Lügen, voreingenommene Vorurteile, Kunstgriffe des Stils, die Wirkung von Stimmen und Gesten, die Ausbeutung von Gefühlen, das gerechte Recht der Menschen auf ihr eigenes Urteil, auf ihre eigene Überzeugung illusorisch machen, dann wird eine schwere, ungesunde, falsche Atmosphäre geschaffen, die im Laufe der Ereignisse, so fatal wie die verabscheuungswürdigen chemischen Prozesse, die jetzt nur allzu gut bekannt sind, eben diese Menschen erstickt oder betäubt und sie zwingt, ihre Güter und ihr Blut für die Verteidigung und den Triumph einer falschen und ungerechten Sache hinzugeben. In Wahrheit ist dort, wo die öffentliche Meinung aufhört, frei zu funktionieren, der Frieden in Gefahr.

Schließlich möchten Wir noch ein Wort zur öffentlichen Meinung innerhalb der Kirche selbst hinzufügen (natürlich in Angelegenheiten, die der freien Diskussion überlassen sind). Das sollte für diejenigen, die die Kirche nicht oder schlecht kennen, keine Überraschung sein. Denn schließlich ist sie ein lebendiger Körper, und es würde etwas in ihrem Leben fehlen, wenn die öffentliche Meinung sie im Stich ließe, ein Versagen, für das die Schuld auf die Pfarrer und auf die Gläubigen fallen würde. Aber auch hier kann die katholische Presse sehr nützlich sein. Zu diesem Dienst aber muss der Journalist mehr als zu jedem anderen jenen Charakter mitbringen, von dem Wir gesprochen haben und der aus unveränderlichem Respekt und tiefer Liebe zur göttlichen Ordnung besteht, das heißt im vorliegenden Fall zur Kirche, wie sie existiert, nicht nur in ewigen Entwürfen, sondern wie sie konkret hier auf Erden in Raum und Zeit lebt, göttlich zwar, aber aus menschlichen Gliedern und Organen bestehend.

Wenn er diesen Charakter besitzt, wird der katholische Publizist sich vor stummem Servilismus ebenso zu hüten wissen wie vor unkontrollierter Kritik. Er wird mit fester Klarheit zur Bildung einer katholischen Meinung in der Kirche beitragen, gerade dann, wenn diese Meinung, wie heute, zwischen den beiden ebenso gefährlichen Polen eines illusorischen und unwirklichen Spiritualismus, eines defätistischen und materialisierenden Realismus schwankt. In einem gewissen Abstand zu diesen beiden Extremen wird die katholische Presse unter den Gläubigen ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung in der Kirche ausüben müssen. Nur so wird es möglich sein, alle falschen Vorstellungen über die Rolle und die Möglichkeiten der Kirche im weltlichen Bereich und heute vor allem in der sozialen Frage und im Problem des Friedens zu vermeiden, sei es durch Übertreibung oder durch Unterlassung.

Wir wollen nicht enden, ohne an so viele wahrhaft große Männer zu denken, an die Ehre und den Ruhm des modernen Journalismus und der katholischen Presse. Seit mehr als einem Jahrhundert stehen sie uns als Vorbilder geistlichen Wirkens vor Augen; besser noch, aus ihren Reihen sind heute wahre Märtyrer der guten Sache hervorgegangen, tapfere Bekenner inmitten der geistlichen und zeitlichen Schwierigkeiten der Existenz. Gesegnet sei ihr Andenken! Möge ihr Andenken ein Trost und eine Ermutigung für Sie bei der Erfüllung Ihrer schweren, aber wichtigen Aufgabe sein.

Im Vertrauen darauf, dass ihr, ihrem Beispiel folgend, das eure treu und fruchtbar erfüllen werdet, erteilen Wir euch, liebste Söhne, von ganzem Herzen Unseren Apostolischen Segen.

 

Aus dem Französischen übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) in

https://www.pliniocorreadeoliveira.info/FRVO_19500217_presse_opinion_publique.htm#.YBVjl-nPwdU

 

Quelle: Discours du Pape Pie XII aux journalistes catholiques réunis à Rome pour leur quatrième congrès international, Vendredi 17 février 1950 in Discours et messages-radio de S.S. Pie XII, XI, Onzième année de Pontificat, 2 mars 1949 - 1er mars 1950, pp. 365-372, Typographie Polyglotte Vaticane.

(die Hervorhebungen im Text sind von der Webseite www.pliniocorreadeoliveira.info)

Montag, 25. Januar 2021

Tiefste Wurzel der gegenwärtigen Weltkrise

 Die allgemeine Krise der Gegenwart bildete kürzlich den Gegenstand Unseres Rundschreibens, mit dem Wir einen Ausweg weisen wollten. Wir haben dabei festgestellt, dass die Wurzel des Unheils tief in den Seelen der Menschen zu suchen ist und dass man eine Besserung der Lage nur vom göttlichen Heilbringer Jesus Christus durch Vermittlung seiner Kirche erwarten darf.

Es gilt nämlich, dem maßlosen Überborden aller Leidenschaften Einhalt zu gebieten, das die erste Ursache aller Kriege und Zerwürfnisse ist und somit das soziale Leben, wie die internationalen Beziehungen vergiftet. Zugleich muss man aber die Neigungen jedes einzelnen von den vergänglichen und hinfälligen Gütern abwenden und auf die ewigen und unverwelklichen Werte hinlenken, denen die Mehrzahl mit unglaublicher Gleichgültigkeit gegenübersteht. Sobald sich einmal jedermann zu gewissenhafter Pflichterfüllung aufrafft, wird sich auch die allgemeine Lage der Menschheit bessern.

Quelle: Papst Pius XI., Enzyklika „Rerum omnium perturbationenm“, vom 26. Januar 1923. Deutscher Text aus Kathpedia.


Mittwoch, 2. September 2020

Die erste Pflicht der Nächstenliebe besteht darin, Unwissende zu lehren


Eine falsche Vorstellung von Brüderlichkeit basiert auf gemeinsamen Interessen der Menschheit, über allen Philosophien und allen Religionen hinweg, die für alle Menschen die gleiche Toleranz übt mit all ihrem intellektuellen, moralischen, physischen und irdischen Elend.

Jesus übergibt die Schlüssel des Himmels dem hl. Petrus
Jesus übergibt die Schlüssel
des Himmels dem hl. Petrus

Vergessene Wahrheiten

In Anbetracht der modernen Vorstellung, dass wahre Nächstenliebe eine bedingungslose Toleranz gegenüber den Fehlern anderer voraussetzt oder immer versucht, vor allem die gemeinsamen Interessen zu befriedigen, wiederholen wir die Worte des Heiligen Pius X., eines Papstes, der während seines Pontifikats eifrig suchte gegen die Unterwanderung des Modernismus zu kämpfen, den er als „Synthese aller Häresien“ bezeichnete.


„Genauso steht es um den Begriff der Brüderlichkeit, die sie in der Liebe zu den gemeinsamen Interessen begründen oder, über alle Weltanschauungen und alle Religionen hinweg, einfach im Begriff der Humanität, wobei sie mit gleicher Liebe und gleicher Toleranz alle Menschen mit allen ihren Nöten umfassen, den geistigen und moralischen ebenso, wie den körperlichen und irdischen. Die katholische Lehre zeigt uns aber, dass die erste Pflicht der Nächstenliebe nicht in der Toleranz gegenüber irrigen Überzeugungen, so aufrichtig dieselben auch sein mögen, besteht; auch nicht in der theoretischen oder praktischen Indifferenz gegenüber dem Irrtum und dem Laster, wohin wir unsere Brüder gestürzt sehen: sondern sie besteht in dem Eifer, sie geistig und moralisch zu bessern, nicht weniger, als in der Sorge für ihr materielles Wohlergehen.

Die gleiche katholische Lehre zeigt uns auch, dass die Quelle der Nächstenliebe sich in der Liebe zu Gott befindet, dem gemeinsamen Vater und gemeinsamen Ziel der ganzen Menschheitsfamilie; und in der Liebe zu Jesus Christus, dessen Glieder wir in einer Weise sind, dass die Hilfe für einen Unglücklichen eine Jesus Christus selbst erwiesene Wohltat ist. Jede andere Liebe ist eine Illusion oder ein unfruchtbares, vergängliches Gefühl. Die menschliche Erfahrung beweist es wahrlich, dass in den heidnischen und laizistischen Gesellschaften aller Zeiten unter gewissen Umständen die Rücksicht auf die allgemeinen Interessen oder auf die gleiche Menschennatur sehr wenig Gewicht hat gegenüber den Leidenschaften und Begierden des Herzens.

Nein, Ehrwürdige Brüder, es gibt keine wahre Brüderlichkeit außerhalb der christlichen Liebe, die aus Liebe zu Gott und Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Erlöser, alle Menschen umfasst: um allen beizustehen und alle zum selben Glauben und zum selben Glück des Himmels zu führen. Wenn die Demokratie die Brüderlichkeit von der derart verstandenen christlichen Liebe trennt, so bedeutet sie keinen Fortschritt, sondern schafft einen unheilvollen Rückgang der Zivilisation. Denn wenn man, wie Wir es aus ganzer Seele wünschen, zum größtmöglichen Wohlergehen der Gesellschaft und jedes einzelnen ihrer Glieder durch die Brüderlichkeit oder, wie man auch sagt, durch eine allgemeine Solidarität gelangen will, dann bedarf es der Einheit der Geister in der Wahrheit, der Einheit der Willensrichtungen in der Moral, der Einheit der Herzen in der Liebe zu Gott und zu Seinem Sohn, Jesus Christus. - Jedoch: diese Einheit ist nur zu verwirklichen durch die katholische Liebe, welche demzufolge allein die Völker im Gang des Fortschritts zum Ideal der Zivilisation führen kann.“

(Aus der Enzyklika „Notre Charge Apostolique“ vom hl. Papst Pius X. am 25. August 1910. Deutsch in Kathpedia. Dieser Text ist keine offizielle Übersetzung. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden)

 

Aus dem Spanischen (nur die Einführung) mit Hilfe von Google Übersetzer in

https://www.cruzada.co/

Gesichtet am 01.09.2020

Hervorhebungen sind von diesem Blog.

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Die christliche Zivilisation

Obgleich die Kirche, dieses unsterbliche Werk des barmherzigen Gottes, an sich und ihrer Natur nach das Heil der Seelen und die einstige Glückseligkeit im Himmel zur Aufgabe hat, so gehen doch von ihr große und reiche Segnungen auch über die Dinge des vergänglichen Bereiches aus; und zwar so sehr, dass, wäre die Kirche in erster Linie und hauptsächlich für die Wohlfahrt des Lebens hier auf Erden gegründet worden, diese Segnungen nicht zahlreicher und größer sein könnten.

Aus der Enzyklika "Immortale Dei" von Leo XIII. vom 1.11.1885

Samstag, 25. Januar 2020

„... und auf diesen Felsen werde Ich eine Kirche erbauen“



»Wir lehren also und erklären: Nach den Berichten des Evangeliums wurde der Jurisdiktionsprimat (Regierungsvorrang) über die ganze Kirche Gottes von Christus dem Herrn unmittelbar und direkt dem heiligen Apostel Petrus verheißen und übertragen. Denn Simon allein ist es, zu dem der Herr schon lang zuvor das Wort gesprochen hatte: „Du sollst Kephas, Fels, genannt werden“ (Joh 1,41). Und Simon allein ist es, an den der Herr nach dessen Bekenntnis: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ die feierliche Erklärung richtete: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas! Denn nicht Fleisch und Blut haben dir das geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist. Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will im meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,16ff) Simon Petrus allein endlich verlieh Jesus nach seiner Auferstehung die oberste Hirten- und Führergewalt über seine ganze Herde mit den Worten: „Weide meine Lämmer. Weide meine Schafe.“ (Joh 21,15ff)
Zu dieser ganz eindeutigen Lehre der Heiligen Schrift, die die katholische Kirche allezeit auch in diesem Sinn verstanden hat, stehen in offenem Gegensatze gewisse verwerfliche Ansichten, deren Vertreter die von Christus dem Herrn seiner Kirche gegebene Regierungsform umstürzen wollen, indem sie leugnen, dass Petrus allein vor den übrigen Aposteln — und zwar vor jedem einzelnen wie vor ihrer Gesamtheit — von Christus mit dem wahren und eigentlichen Jurisdiktionsprimat ausgerüstet wurde; oder indem sie behaupten, der Primat sei nicht unmittelbar und direkt dem heiligen Petrus selbst, sondern der Kirche übertragen und erst durch die Kirche an Petrus als ihren Diener weitergegeben worden.«


Aus der „Dogmatischen Konstitution I über die Kirche Christ“, von Pius IX. mit dem I. Vatikanischen Konzil

Freiheit führt zu Korruption und zu Indifferentismus





Verurteilte Behauptung: „Es ist falsch, daß die staatliche Freiheit für jeden Kult und die allen gewährte Befugnis, frei und öffentlich ihre Meinungen und Gedanken zu äußern, dazu führt, Geist und Sitte der Völker zu verderben und zur Verbreitung der Seuche des Indifferentismus führen.“

Aus dem "Syllabus" von Pius IX., vom 8 de Dezember 1864

Gott liebt Frankreich




Sacre-Coeur, Paris

 „Gott liebt Frankreich, weil Er die Kirche liebt, und weil Er, wenn er seine Braut beschützt, auch die Erlösung seiner geliebten Tochter will... Gott liebt Frankreich, wenn sie auch nicht immer ihrer Berufung nachkam, die ihr gegeben wurde, und der Privilegien, die ihr anvertraut wurden, um diese Berufung zu erfüllen, ließ Er ihre Undankbarkeit nicht unbestraft, aber sie wieder erhob mit der gleichen Hand, die sie bestrafte. Gott liebt Frankreich, weil Er ihre Kinder in Zeiten der Not und Qual zu den Heiligtümern von Montmartre, Paray-le-Monial und der Grotte von Lourdes ruft, um zu beten, zu weinen und die Wunder seiner Allmacht zu bewundern. Gott gewährt solche Gnaden nur an die Nationen, die er retten will.“

Aus der Ansprache Papst Pius X. an französische Pilger am 23.9.1904

Eigene Übersetzung aus dem Portugiesischen in Catolicismo, Nr. 2, Februar 1951.

Bild: http://globaltraveltorusim.blogspot.com/2013/01/Sacre-Coeur-Paris-France.html

Dienstag, 5. März 2019

Reform der menschlichen Gesellschaft


„Wer sieht nicht ein, wie überaus leicht sich jede Reform der menschlichen Gesellschaft verwirklichen ließe, die Wir Uns seit Beginn Unseres Pontifikates und namentlich bei der Verkündigung dieses feierlichen Jubiläums zur Aufgabe gestellt haben, wenn der Weg der geistigen Kindheit (der hl. Theresia vom Kinde Jesu) Allgemeingut würde.“

Aus der Homilie Pius' XI. bei der Heiligsprechung am 17. Mai 1925

Freitag, 1. März 2019

Die Klagen der Völker dessen Regierungen sich gegen Gott und seine Kirche erheben

Von den äußersten Grenzen des Morgenlandes bis zum entferntesten Abendland hören wir die Wehrufe von Völkern, deren Fürsten oder Führer sich verbündet und verschworen haben wider den Herrn und wider seine Kirche. In jenen Ländern sehen wir alles göttliche und menschliche Recht vergewaltigt. Da werden Kirchen niedergerissen und zerstört, Geistliche und gottgeweihte Ordensschwestern aus ihrem Heim vertrieben und mit Spott, Rohheit, Hunger und Kerker gequält; Scharen von Knaben und Mädchen vom Mutterschoße der Kirche weggeraubt und obendrein dazu verführt, Christus abzuschwören und zu lästern, verführt zu schlimmen Unzuchtsünden; das ganze Christenvolk, atemlos gehetzt und versprengt, schwebt in ständiger Gefahr, entweder vom Glauben abzufallen oder eines harten Todes zu sterben. Die Dinge sind wirklich so traurig, dass man meint, mit solchen Vorgängen kündige und zeige sich jetzt schon der Anfang der Wehen an, die der Mensch der Sünde bringen wird, der über alles sich erhebt, was Gott heißt oder Heiligtum.


Aus der Enziklyka "Miserantissimus Redemptor" von Pius XI. vom 8. Mai 1928

Mittwoch, 27. Juni 2018

Wir setzen unsere ganze Hoffnung auf sie, die stets alle Irrlehren vernichtet hat




Aus der Bulle „Ineffabilis Deus“ von Pius IX., vom 8. Dezember 1854.

„Wir sagen jetzt und immerdar Unserem Herrn Jesus Christus den demütigsten und höchsten Dank, daß er entgegen Unseren Verdiensten Uns die Gnade verliehen hat, diese Ehre, diesen Ruhm und diesen Lobpreis seiner heiligsten Mutter darzubringen und zu beschließen. Auf sie setzen wir Unsere ganze Hoffnung und Unser vollstes Vertrauen. Ist sie doch ganz schön und ohne Makel; sie hat das giftige Haupt der grausamen Schlange zertreten und der Welt das Heil gebracht; sie ist der Ruhm der Propheten und Apostel, die Ehre der Blutzeugen, die Freude und Krone der Heiligen, die sicherste Zuflucht und treue Helferin aller Gefährdeten des ganzen Erdkreises, die mächtige Mittlerin und Versöhnerin bei ihrem eingeborenen Sohne, der herrlichste Schmuck, die Zierde der heiligen Kirche und ihre unüberwindliche Schutzwehr; sie hat stets alle Irrlehren vernichtet und die gläubigen Völker und Nationen den größten Drangsalen entrissen und Uns selbst aus so manchen drohenden Gefahren befreit. Und so erwarten Wir denn von ihr, sie werde durch ihre mächtige Fürbitte bewirken, daß unsere heilige Mutter, die Kirche, nach Beseitigung aller Hindernisse, nach Überwindung aller Irrtümer unter allen Völkern und an allen Orten von Tag zu Tag an Kraft gewinne, blühe und herrsche von Meer zu Meer, vom großen Strom bis zu den Grenzen des Erdenrundes (Ps 71,8), daß sie des Friedens, der Ruhe und der Freiheit sich erfreue. Wir erwarten, daß sie den Schuldigen Verzeihung, den Kranken Heil, den Kleinmütigen Starkmut, den Betrübten Trost, den Gefährdeten Hilfe bringe und alle Irrenden nach Aufhellung der Finsternis des Geistes auf den Pfad der Wahrheit und Gerechtigkeit zurückführe, auf daß ein Hirt und eine Herde werde (Joh 10,16).“

(in „Catolicismo“, Nr. 48, Dezember 1954).

Quelle Deutsch: Heilslehre der Kirche. Dokumente von Pius IX. bis Pius XII. Deutsche Ausgabe des französischen Originals von P. Cattin O.P. und H. Th. Conus O.P. besorgt von Anton Rohrbasser, Paulusverlag Freiburg/Schweiz 1953, S. 306-325, Rnr. 510-545; Imprimatur Friburgi Helv., die 22. maii 1953 L. Waeber V. G). Das lateinische Original von „Ineffabilis Deus“ findet sich in: Pii IX Acta, pars 1a, vol. I, p.597.
Elektronische Fassung für www.stjosef.at digitalisiert von Armin Jauch. HTML-Format erstellt am 22. September 2004 von Dr. Josef Spindelböck. Irrtum vorbehalten.

Donnerstag, 12. April 2018

Ein verwerfliches Bündnis von Menschen

Ein verwerfliches Bündnis von Menschen

Ihr seht aber leicht ein, Ehrwürdige Brüder, dass Wir von der Gruppe jener Menschen sprechen, die mit verschiedenen und fast barbarischen Namen Sozialisten, Kommunisten oder Nihilisten genannt werden. Sie sind über die ganze Erde verbreitet und, durch ein verwerfliches Bündnis aufs engste miteinander verbunden, suchen sie sich nicht länger mehr durch das Dunkel verborgener Zusammenkünfte zu schützen; sie treten vielmehr voller Selbstvertrauen hervor, um ihren seit langem gehegten Plan, die Fundamente jedweder bürgerlichen Gesellschaft zu untergraben, zur Ausführung zu bringen. Es sind jene, welche, wie das Wort Gottes sagt, „das Fleisch beflecken, die Obrigkeit verachten und lästern die überirdischen Mächte“ (Jud 8).

Aus der Enzyklika „Quod Apostolici Muneris“ von Leo XIII., vom 28.12.1878

(in "Catolicismo", Nr. 53, mai 1955).

Sonntag, 8. April 2018

Die Schönheit der Kirche wirkt auf die Seelen

Wer die Kirche betrachtet, muss von der ihr angeborenen Schönheit und Pracht mächtig beeindruckt werden; und es ist wohl anzunehmen, dass bei Betrachtung der Kirche die Unwissenheit schwindet und diesbezügliche falsche Ansichten und Vorurteile überwunden werden. Ja, es kann sich sogar im Herzen der Menschen eine Liebe zur Kirche entzünden, ähnlich jener Liebe, mit der Jesus Christus sie um den Preis seines göttlichen Blutes erkauft und sich zur Braut auserkoren hat. Denn Christus hat die Kirche geliebt und sich selbst für sie dahingegeben“.


Aus der Enzyklika "Satis Cognitum" von Leo XIII., vom 29. Juni 1896

Freitag, 6. April 2018

Wohin die These der absoluten Souveränität des Staates über alles zeitliche führt

Die modernistische Schule begnügt sich nicht nur damit, Kirche und Staat zu trennen. Der Glaube steht nach seinen phänomenalen Elementen unter der Wissenschaft. In der gleichen Weise muss nach ihr in weltlichen Dingen die Kirche unter dem Staat stehen. Vielleicht wird dies noch nicht offen ausgedrückt, jedoch gibt es an dem Schluss kein Vorbeikommen. Hat in den weltlichen Dingen der Staat alleine zu bestimmen, so müssen - falls der Gläubige mit der inneren Betätigung seiner Religion nicht zufrieden ist und damit auch nach außen hervortreten will, zum Beispiel bei der Spendung und beim Empfang der Sakramente - diese Akte notwendigerweise unter die Staatsgewalt fallen. Wo bleibt in diesem Fall die kirchliche Autorität? Sie vermag sich nur durch äußere Akte zu betätigen und ist damit in ihrer ganzen Ausdehnung dem Staat unterstellt. Unter dem Eindruck dieser Logik wollen daher auch manche liberale Protestanten jeden äußeren Kult und auch jeden äußeren religiösen Verband abgeschafft wissen. Nach ihrer Aussage versuchen sie die individuelle Religion einzuführen. Wenn die Modernisten noch nicht offen so weit gehen, verlangen sie dennoch von der Kirche, dass sie sich freiwillig ihren Bestrebungen annähert und sich den bürgerlichen Formen anpasst.
 
Aus der Enzyklika "Pascendi Dominici gregis" von Pius X. vom 8.9.1907

Mittwoch, 21. März 2018

Unverzögerliche Aufgabe: Die Gesellschaft vor der Sünde der Apostasie zu bewahren

Dann schreckte uns, um die andern Gründe zu übergehen, auf das allerheftigste die gegenwärtige so schwere Bedrängnis des menschlichen Geschlechtes. Es ist ja allen bekannt, dass die menschliche Gesellschaft heute an einer schweren, tiefeingesessenen Krankheit leidet, wie sie die früheren Zeiten nicht gekannt haben. Tag für Tag wächst dieselbe und schleppt ihre Opfer in gänzlicher Zerrüttung dem Untergange zu. Ihr wisst, Ehrwürdige Brüder, welches diese Krankheit ist. Der Abfall, die Trennung von Gott, dieser engste Bundesgenosse des Verderbens, nach dem Wort des Propheten: „Siehe die sich weit von dir machen, kommen um.“(Ps 72,27) Diesem schweren Unheil entgegenzuwirken, erkannten Wir als Pflicht des päpstlichen Amtes, das man Uns übertrug; wir glaubten auf Uns den Befehl beziehen zu müssen: „Siehe, ich setze dich heute über die Völker und Reiche, dass du ausreißest und niederreißest, aufbauest und pflanzest“(Jer 1,10); aber eingedenk unserer Schwachheit bebten Wir vor der Übernahme einer Aufgabe zurück, die keine Verzögerung duldet und mit den größten Schwierigkeiten erfüllt ist.

Aus der Enzyklika "E supremi Apostolatus" von Pio X, vom 4.10.1903

Dienstag, 13. März 2018

Die Zeit der Erlösung ist nah

Es sind tatsächlich viele und große Erweise der Güte, die Gott auf die milde Fürbitte der Jungfrau Maria im Lauf dieser fünfzig Jahre erteilte. Sollen wir da nicht hoffen, "dass unsere Rettung näher ist, als wir glaubten"? Und dies umso mehr, da es erfahrungsgemäß ein Gesetz der göttlichen Vorsehung zu sein scheint, dass Gott am nächsten ist, wo die Gefahr am größten ist. „Nahe ist's, dass komme die Zeit, und ihre Tage werden nicht verlängert werden. Denn der Herr erbarmt sich Jakobs und erwählet nochmals Israel.“ So haben wir Hoffnung, bald rufen zu können: „Zerbrochen hat Gott den Stab der Gottlosen. Es ruht und schweigt die ganze Erde, sie freut sich und bricht in Jubel aus.“

Aus der Enzyklika "Ad Diem Illum" von Pius X. vom 2. Februar 1904

Montag, 12. März 2018

Die Völker, die sich von den christlichen Tugenden abwenden, setzen sich entsetzlichen Gefahren aus

„Bekannt ist das Wort der Heiligen Schrift über das Judenvolk: Solange sie nicht sündigten vor dem Angesichte Gottes, war das Glück mit ihnen. Denn ihr Gott hasst das Unrecht. ... Als sie aber abgewichen waren vom Wege, der ihnen Gott gegeben hatte, auf das sie darauf wandeln sollten, wurden sie in Schlachten vertilgt von vielen Nationen (Jdt. 5, 21-22) Die jüdische Nation war ein unvollkommenes Vorbild des Christenvolkes und in dem, was sich von altersher mit ihr zutrug, lag oft ein Bild künftiger Wahrheit. Nur hat uns Gottes Güte noch mit weit größeren Wohltaten überhäuft und geschmückt: darum macht das Verbrechen des inneren Undankens die Sünde der Christen viel schwerer.
Wohl wird die Kirche zu keiner Zeit und in keiner Weise von Gott verlassen, darum braucht sie vor den Freveln der Menschen nichts zu fürchten. Hingegen kann den Nationen, wenn sie von der christlichen Tugend abfallen, nicht die gleiche Sicherheit gegeben sein, denn 'die Sünde macht die Völker elend' (Spr. 14, 34). Wenn alle vergangenen Jahrhunderte die Bedeutung und Wahrheit dieses Wortes erfahren haben - warum sollte das unsrige von dieser Erfahrung bewahrt bleiben? Schon deuten sehr viele Anzeichen darauf hin, dass die verdienten Strafen bevorstehen, und die Lage der Staaten bestätigt das gleiche: sind doch sichtlich mehrere von ihnen von innere Übel zerrüttet, und keine ist in jeder Hinsicht außer Gefahr. Wenn nun die politischen Cliquen der Gottlosen in ihrer Verwegenheit den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen: wenn es ihnen gelingen sollte, für ihre bösen Anschläge und ihre noch schlimmeren Ziele, mit denen sie sich breit machen, weitere Unterstützung und Macht zu gewinnen, so ist in der Tat die Furcht begründet, dass sie ganze Staaten von ihren naturgegebenen Fundamenten hinabstürzen werden.
So entsetzliche Gefahren vermag aber menschliche Bemühung allein nicht zu wehren, zumal die vom christlichen Glauben abgefallene große Masse die gerechte Strafe für ihren Stolz darin erleidet, dass sie, von ihren Leidenschaften blind gemacht, vergebens nach der Wahrheit sucht. Lügen statt des Wahren hochschätzt und sich selbst für weise hält, wenn sie 'das Böse gut und das Gute böse' nennt, indem sie 'die Finsternis für das Licht und das Licht für Finsternis' ansieht (Is. 5, 20).
 
Aus der Enzyklika "Sapientiae christianae" von Leo XIII. vom 10.1.1890

Samstag, 24. Februar 2018

Die Kirche ist das Heilmittel für die gegenwärtige Zivilisation

Wie die Weisheit des Christentums in keine Seele einkehrt, ohne sie besser zu machen, so dringt sie auch in keine Staatsverwaltung ein, ohne einen friedlicheren, ruhigeren Zustand sofort herbeizuführen. Mit dem Begriffe eines für alle sorgenden, allweisen, unendlich gütigen und gerechten Gottes weckt es im Gewissen das Pflichtgefühl, mildert es die Bitterkeit der Leiden, besänftigt es den Zorn und regt es zu heldenmütigen Taten an. Wenn es die heidnischen Völker von Grund aus umzuwandeln vermochte, sie vom völligen Untergange zum Leben zurückrief, wenn es die Barbarei zurückdrängte, wohin es nur seinen Fuß setzte, so wird es in gleicher Weise die durch den Abfall zerrütteten Völker, die zum Christentum zurückkehren, wieder auf die Bahn der Ordnung zurückgeleiten.
 
Aus der Enzyklika "Annum ingressi sumus" von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Mittwoch, 5. Juli 2017

Ohne Zurückhaltung und Abschwächung predigen


Dahin wirken, dass Jesus Christus unter den Menschen mehr und mehr bekannt sei, und zwar dank einer Kenntnis, die nicht nur auf den Glauben, sondern auf das Leben abzielte, das ist es, wofür er (der hl. Paulus) die ganze Kraft seines Apostelherzens einsetzte. Deshalb handelte er von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi, selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, dass man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und dass es unmöglich sei, beiden zu dienen; dass alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; dass es bei Gott keine Abfindung gibt; dass entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte „der Prediger der Wahrheit“ Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.

Daraus erhellt, wie sehr jene Prediger zu missbilligen sind, die gewisse Punkte der christlichen Lehre nicht zu behandeln wagen, nur um ihren Zuhörern nicht zu missfallen.

Aus der Enzyklika „Humani Generis“ von Benedikt XV., vom 15. Juni 1917:

Donnerstag, 1. Juni 2017

Die weltliche Herrschaft der Päpste wurde ihnen geraubt, um ihre geistliche Gewalt zu brechen

„Kein Wunder, dass die liebsten Kinder so hart behandelt werden, da man doch mit dem Vater selbst, dem Haupte der Christenheit, dem Bischof von Rom, nicht glimpflicher verfährt. Es sind allbekannte Tatsachen: Man raubte ihm seine weltliche Herrschaft und damit jene Unabhängigkeit, welche seine apostolische Sendung zu allen Völkern verlangt. Der Druck einer feindlichen Macht nötigte ihn, sich in seiner eigenen Stadt Rom, in seinem eigenen Hause einzuschließen; er fühlt sich in eine ungerechte und unwürdige Lage versetzt, und das, nachdem man das lächerliche Versprechen gemacht, für seine Würde und Freiheit bürgen zu wollen. Wir selbst kennen die zahlreichen großen Hindernisse, die man dem Wirken des apostolischen Stuhles bereitet, wie man selbst seine Absichten missdeutet, um sein Ansehen zu mindern. Täglich wird es klarer, dass der Raub der weltlichen Herrschaft deshalb stattgefunden, um den Weg frei zu bekommen, und leichter die geistliche Gewalt des Papstes zu brechen. Übrigens haben die Urheber und Anführer des Gewaltreiches dies ohne viele Umschweife ausgesprochen.“
 
Aus der Enzyklika „Annum ingressi sumus“ von Leo XIII. Vom 19. März 1902