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Freitag, 1. Mai 2026

Der hl. Joseph mit dem Jesuskind



Guido Reni (1575-1642) gilt als ein großer Barockmaler Italiens. Da es ihm gelingt, Gefühle intensiv darzustellen, wird er in unserer gefühllosen Zeit manchmal als Kitschmaler völlig falsch beurteilt.

Der hl. Joseph mit Kind ist ein beliebtes Motiv des Malers. Dieses Bild befindet sich im Museum of Fine Art in Houston. Es zeigt Joseph in Dreiviertelfigur als einen alten Mann: Seine Haare sind schon grau und leicht schütter, sein Gesicht ist von Furchen durchzogen, sein Bart ist weiß und seine Hände sind die eines Handwerkers. Sein Alter und seine Haltung deuten auf seine Berufung im Dienst der Familie. Er hält das Kind so liebevoll auf seinen Armen und blickt es so zärtlich und ergeben an, wie man es von jedem Vater erwarten möchte.

Der kleine Jesus ist nackt, mit blonden Haaren und glatter Haut. Kindheit und Alter im Gegensatz und im Miteinander. Jesus entgegnet Josephs Blick leicht fragend. Er hält ihm einen Apfel entgegen. Ist es ein Symbol für Joseph als Nährvater oder verweist der Apfel auf den Sündenfall und auf die begonnene Erlösung?

Während Joseph leicht aus der senkrechten Frontalansicht gewendet ist, hat das Kind eine leichte Wendung aus der horizontalen Seitenansicht. Diese beiden Wendungen sind genial. Durch sie wird die Vater-Kind-Beziehung intensiviert. Der Mantel von Joseph verdeutlicht die Einheit von Vater und Sohn.

Beeindruckend ist die harmonische Farbgestaltung des Bildes.

Alois Epple

  

Quelle: Der Fels, Titelbild März 2021.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion:  HYPERLINK "mailto:Hubert.Gindert@der–fels.de" Hubert.Gindert@der–fels.de

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Der hl. Joseph mit dem Jesuskind


Guido Reni (1575-1642) gilt als ein großer Barockmaler Italiens. Da es ihm gelingt, Gefühle intensiv darzustellen, wird er in unserer gefühllosen Zeit manchmal als Kitschmaler völlig falsch beurteilt.

Der hl. Joseph mit Kind ist ein beliebtes Motiv des Malers. Dieses Bild befindet sich im Museum of Fine Art in Houston. Es zeigt Joseph in Dreiviertelfigur als einen alten Mann: Seine Haare sind schon grau und leicht schütter, sein Gesicht ist von Furchen durchzogen, sein Bart ist weiß und seine Hände sind die eines Handwerkers. Sein Alter und seine Haltung deuten auf seine Berufung im Dienst der Familie. Er hält das Kind so liebevoll auf seinen Armen und blickt es so zärtlich und ergeben an, wie man es von jedem Vater erwarten möchte.

Der kleine Jesus ist nackt, mit blonden Haaren und glatter Haut. Kindheit und Alter im Gegensatz und im Miteinander. Jesus entgegnet Josephs Blick leicht fragend. Er hält ihm einen Apfel entgegen. Ist es ein Symbol für Joseph als Nährvater oder verweist der Apfel auf den Sündenfall und auf die begonnene Erlösung?

Während Joseph leicht aus der senkrechten Frontalansicht gewendet ist, hat das Kind eine leichte Wendung aus der horizontalen Seitenansicht. Diese beiden Wendungen sind genial. Durch sie wird die Vater-Kind-Beziehung intensiviert. Der Mantel von Joseph verdeutlicht die Einheit von Vater und Sohn.

Beeindruckend ist die harmonische Farbgestaltung des Bildes.

Alois Epple

 

Quelle: Der Fels, Titelbild März 2021.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion:
Hubert.Gindert@der–fels.de

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Montag, 26. Dezember 2022

Der hl. Joseph mit dem Jesuskind

Guido Reni (1575-1642) gilt als ein großer
Barockmaler Italiens. Da es ihm gelingt,  Gefühle
intensiv darzustellen, wird er in unserer gefühllosen Zeit
manchmal als Kitschmaler völlig falsch beurteilt.


Der hl. Joseph mit Kind ist ein beliebtes Motiv des Malers. Dieses Bild befindet sich im Museum of Fine Art in Houston. Es zeigt Joseph in Dreiviertelfigur als einen alten Mann: Seine Haare sind schon grau und leicht schütter, sein Gesicht ist von Furchen durchzogen, sein Bart ist weiß und seine Hände sind die eines Handwerkers. Sein Alter und seine Haltung deuten auf seine Berufung im Dienst der Familie. Er hält das Kind so liebevoll auf seinen Armen und blickt es so zärtlich und ergeben an, wie man es von jedem Vater erwarten möchte.

Der kleine Jesus ist nackt, mit blonden Haaren und glatter Haut. Kindheit und Alter im Gegensatz und im Miteinander. Jesus entgegnet Josephs Blick leicht fragend. Er hält ihm einen Apfel entgegen. Ist es ein Symbol für Joseph als Nährvater oder verweist der Apfel auf den Sündenfall und auf die begonnene Erlösung?

Während Joseph leicht aus der senkrechten Frontalansicht gewendet ist, hat das Kind eine leichte Wendung aus der horizontalen Seitenansicht. Diese beiden Wendungen sind genial. Durch sie wird die Vater-Kind-Beziehung intensiviert. Der Mantel von Joseph verdeutlicht die Einheit von Vater und Sohn.

Beeindruckend ist die harmonische Farbgestaltung des Bildes.

Alois Epple

 

Quelle: Der Fels, Titelbild März 2021.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion:
Hubert.Gindert@der–fels.de

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Mittwoch, 18. November 2015

Die Verherrlichng des hl. Joseph


Seitenaltarbild in der Münchner Dreifaltigkeitskirche
von Joseph Ruffini (1690 -1749)

Die Verehrung des hl. Joseph erreichte in Österreich und Süddeutschland in der Barockzeit eine Blüte. Der hl. Joseph nimmt nun auch auf Bildern einen bevorzugten Platz ein. Man traut sich sogar, ihn vor Maria zu stellen, wie auf diesem Bild.
Die Hauptkompositionslinie auf diesem Bild verläuft vom knienden Engel im Vordergrund links unten über den hl. Joseph mit dem Jesuskind in der Bildmitte zu Gott Vater rechts oben. Um den Blick des Heiligen zu Gott Vater nicht zu behindern, ist die HI. Geist Taube etwas aus dieser Achse gerückt. Die Strahlen der Taube erleuchten Josephs Gesicht, der weiß, dass er nur der Nährvater des Jesuskindes ist (Mt 1, 18 - 21). Die sekundäre Kompositionslinie beginnt bei dem Engel, links neben dem Kind über Jesus zur Mutter Maria, welche vor einer Wiege kniet. Neben diesen beiden Kommpositionslinien, denen Joseph mit dem Jesusknaben angehört, gibt es zwei Themengruppen: die himmlische und die irdische Trinität (Jesus, Maria und Joseph). Der kniende Engel links unten hält einen Strauß aus Rosen und Lilien. Er weist auf die Verbindung des hl. Joseph, dessen Symbol die Lilie ist, mit Maria hin, die auch als Rose ohne Dornen bezeichnet wird. Rechts unten halten zwei Engel ein Schild mit der Aufschrift „Constituit eum Dominum Domus suae“(Ps 105,21) (Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus ein). AE

Titelbild DER FELS März 2015

Samstag, 1. November 2014

Der Adel des Blutes ist ein starker Ansporn, tugendhaft zu leben


Aus dem hervorragenden Text der Homilie des heiligen Karl Borromäus (1538-1584), Erzbischof von Mailand, zum Fest der Geburt Unserer Lieben Frau, am 8. September 1584:

„Der Anfang des Evangeliums des Matthäus, das euch vor kurzem, von hier aus, durch die Heilige Mutter Kirche verkündet wurde, regt uns vor allem dazu an, aufmerksam den Adel, die hervorragende Abstammung und die Erhabenheit der Allerheiligsten Jungfrau zu untersuchen. Wenn man als Adeligen denjenigen anzusehen hat, der diese Ehre von verdienstvollen Ahnen übertrugen erhalten hat, wie überragend ist dann erst der Adel Mariens, der sich von Königen, Patriarchen, Propheten und Priestern aus dem Stamme Juda, der Geschlecht Abrahams und dem königlichen Geschlecht Davids ableitet?

Auch wenn wir es nicht übersehen, dass wir selbst vom wirklichen Adel — dem christlichen — sind, den uns allen der Erstgeborene des Vaters verliehen hat, als Er ,allen, die Ihn aufnahmen, die Macht gegeben hat, Kinder Gottes zu werden‘ (Joh 1,12) und dass allen gläubigen Christen diese Würde und dieser Adel zu eigen ist, glauben wir doch, dass der Blutsadel keineswegs zu verachten oder gar abzulehnen ist. Im Gegenteil, wer diesen Blutsadel nicht als Gabe und einmalige Gunstbezeugung Gottes anerkennen und Gott, dem Spender aller guten Gaben, ganz besonders dafür danken würde, wäre absolut unwürdig, ein Adeliger genannt zu werden. Dies schon deshalb, weil die Verrohung eines undankbaren Charakters, wie sie schändlicher nicht zu denken ist, den Ruhm der Vorfahren verdunkeln könnte. Denn der Blutsadel trägt auch viel zur wirklichen Schönheit der Seele bei und ist von nicht geringem Nutzen für sie.
Vor allem bereiten der Ruhm seines edlen Blutes, die Tugenden der Vorfahren und deren berühmte Taten, den Edelmann in wunderbarer Weise darauf vor, in die Fußstapfen seiner Ahnen zu treten. Und es kann nicht bezweifelt werden, dass auch seine eigene Eigenart mehr der Tugend zugeneigt ist: entweder, weil sein Stamm eben von diesen Ahnen herkommt und dadurch ihr Geist in ihm weiterwirkt, oder durch die dauernde Erinnerung (in ihre Tugenden, die ihm besonders teuer sind — was er zu schätzen weiß — weil sie der Ruhm seiner Blutsverwandten gewesen sind. Oder, schließlich, auf Grund der guten Erziehung, die er durch hervorragende Männer erhalten hat. Allgemein ist die Wahrheit bekannt, dass Edelmut, Großzügigkeit, hervorragende Tugenden und die Autorität der Eltern, die Kinder dazu anregen, dieselben Tugenden mit großem Eifer zu üben. Daraus ist abzuleiten, dass die Adeligen, quasi einem Naturinstinkt folgend, nach Ehre streben, den Großmut pflegen, billige Vorteile ablehnen und, mit einem Wort, all das zurückweisen, was sie als unvereinbar mit ihrer Vornehmheit ansehen.
Zum anderen regt der Adel dazu an, an den Tugenden festzuhalten. Das ist verschieden von dem erstgenannten Vorzug, der darin besteht, dass der Adelige dazu angeregt wird, eher das Gute zu tun. Jetzt aber wird weiter darauf hingewiesen, dass das Bedürfnis an den Tugenden festzuhalten, leicht Erreichbarem und heftigen Reizen gegenüber wie eine Bremse funktioniert und Lastern und allem, was des Adels unwürdig ist, entgegenwirkt. Und auch dazu führt, dass der Adelige, sollte er einmal etwas Falsches getan haben, sich sosehr dessen schämt, dass er mit allen seinen Kräften bemüht ist, sich von diesem Makel zu reinigen.

Schließlich ist auch das ein Vorteil des Adels, dass — ebenso, wie ein Edelstein mehr leuchtet, wenn er in Gold statt in Eisen gefasst ist — die gleichen Tugenden bei ihm mehr hervortreten als bei einem gemeinen Mann und dass sich die Tugend mit dem Adel als schönster Schmuck desselben verbindet.

Nicht nur ist es wahr, dass man den Adel und das Ansehen der Vorfahren als wertvoll anzusehen hat, wir betonen auch die absolute Richtigkeit der folgenden zwei Feststellungen: erstens, dass — so wie die Tugenden des Adels besonders hervortreten, ebenso — seine Laster besonders schändlich sind. Das ist leicht zu verstehen, denn, so wie Schmutz leichter an einem hellen, sonnenbeschienenen Platz, als in einer dunklen Ecke zu sehen ist, oder Flecken auf einem goldbestickten Gewand eher, als auf einem gewöhnlichen, schäbigem Kleid oder schließlich auch, Wunden und Narben im Gesicht leichter bemerkt werden als an einer verdeckten Stelle des Körpers, so sind auch Laster auffallender und entstellen schändlicher den Geist des Schuldigen bei einem Adeligen als bei gewöhnlichen Menschen. Denn es gibt wirklich nichts unwürdigeres, als einen jungen Mann, der von angesehenen Eltern und gut erzogen, den man herabgekommen, in Kneipen, beim Spiel und ausschweifenden Gelagen sehen muss.

Als zweites stellen wir fest, dass — selbst wenn jemand zum ältesten Adel gehört — dieser verblasst, wenn den Verdiensten der Vorfahren nicht die eigenen Tugenden rund Verdienste hinzugefügt werden. Denn, sollte die Reihe verdienstvollen Handelns unterbrochen werden, verliert der Betreffende seine Würde, weil, selbst wenn ein Rest des Glanzes der Vorfahren noch erkennbar wäre, dieser sicherlich zwecklos sein wird. Zwecklos, weil sein Ziel nicht mehr erreichbar ist, das darin besteht, den Träger einstigen, durch unwürdiges Handeln verlorenen Adels, für edles Handeln geneigt zu machen, das tugendhaft ist und ihn von der Sünde abhalten könnte. Und der Adel verwandelt sich für ihn zur Schande und trägt nicht das Mindeste zu seiner Ehre bei. Das ist es auch, was Unser Herr Jesus Christus den Pharisäern vorgeworfen hat, die sich dessen rühmten, Kinder Abrahams zu sein, als Er zu ihnen sagte: ,Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so tätet ihr Abrahams Werke‘ (Joh 8,39). Denn nur der kann sich dessen rühmen, Sohn oder Enkel und damit Teilhaber des Adels derjenigen zu sein, deren Leben und Tugenden er selbst nachzuahmen sucht. Und deshalb auch sprach der Herr zu jenen: „Ihr habt den Teufel zum Vater“ (Joh 8,44) und der allerheiligste Vorläufer Christi nannte sie ,Natternbrut‘ (Lk 3,7).

Wer kann eigentlich noch so unwissend und achtlos sein, dass er noch Gründe findet, am höchsten Adel der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu zweifeln? Wer weiß denn nicht, dass Sie nicht nur die gleichen Tugenden wie Ihre Vorfahren besaß, sondern Sie noch bei weitem übertraf, so dass man mit allem Recht Sie die Alleredelste nennen muss, denn in Ihr hat der Glanz so berühmter Patriarchen, Könige, Propheten und Priester, deren Reihe das heutige Evangelium beschreibt, die höchste Vollendung gefunden?

Sicherlich wird jemand fragen, wieso man aus alledem, was bisher dargelegt wurde, den Adel der Vorfahren Mariens ableiten kann, wenn doch die Abstammung Josefs, des Gatten der Maria beschrieben wird. Wer aber die Heiligen Schriften genau studiert hat, wird diesen Zweifel leicht beseitigen können. Denn in den Göttlichen Gesetzen ist festgelegt, dass die Jungfrau keinen Mann, außer aus dem eigenen Stamme nehmen sollte, aus Rücksicht auf die Reihe der Erbfolge (vgl: 4. Num 36,6 ff) und deshalb ist es vollkommen klar, dass Josef und Maria aus dem gleichen Stamm und der gleichen Familie stammen. Aus dieser Beschreibung der menschlichen Abstammung des Sohnes Gottes ist es offensichtlich, dass der Adel des einen und der anderen gleich ist.“

Der Heilige beginnt dann einen anderen Aspekt des großen Themas zu behandeln, über das er spricht. Er sagt:

„Schließlich, zum dritten, geliebte Töchter — denn das geht Euch an — ist die Abstammung Josefs und nicht die der Maria beschrieben, damit Ihr lernt, Euch nicht zu überheben oder in beleidigender Form Euren Gatten zu sagen: ,Ich habe den Adel in dein Haus, den Glanz der Ehren zu dir gebracht; mir musst du, mein Mann, zuschreiben, was du (in Würde bekommen hast‘. Wisset, dass in Wahrheit — und das prägt euch fest ein — Würde und Adel der Familie der Gattin, keiner anderen Familie zu danken ist, außer der des Ehemannes und abscheulich sind jene Gattinnen, die es wagen, sich in irgendeiner Weise über ihre Gatten erheben zu wollen, oder — was das schlechteste ist — sich der Familie ihres Gatten schämen; sie verschweigen ihren bürgerlichen Namen und benützen nur den ihrer eigenen Sippe. Das ist wirklich ein teuflischer Ausdruck der Überheblichkeit. Welche ist also die Familie der Maria? Josefs Familie ist es! Welcher ist der Stamm, die Sippe und der Adel Mariens? Jene, ihres angetrauten Mannes Josef! Das ist es, ihr christlichen Ehefrauen, die ihr wirklich edelmütig und gottesfürchtig seid, was ihr am meisten beachten müsst ".(1)

(1) Sancti Caroli Borromei Homiliae CXXII, Ignatii Adami et Francisci Antonii Veith Bibliopolarum, Augustae Vindelicorum [Augsburg], editio novissima, versio latina, s.d., Homilia CXXII, cols. 1211-1214. in Plinio Corrêa de Oliveira, „Der Adel und vergleichbare traditionelle Eliten in den Ansprachen Pius´ XII. an das Patriziat und den Adel von Rom“. ÖJCGDR Wien, 2006, Documente IV, S. 296 f.


Freitag, 31. Oktober 2014

Jesus, Maria und Josef stammen aus königlichem Geschlecht II


Aus den Schriften des hl. Pierre-Julien Eymard (1811-1868) über den hl. Josef:

„Als Gott der Vater sich entschloss, der Welt Seinen Sohn zu geben, wollte Er es mit Ehren tun, denn Er ist aller Ehren und allen Lobes wert.

Er hat Ihm deshalb einen Hofstaat und königliche Ehren, die Seiner würdig sind, vorbereitet: Gott wollte, dass Sein Sohn, auch auf Erden, würdig und glorreich empfangen werde, wenn schon nicht in den Augen der Welt, so doch in Seinen eigenen Augen.

Das Mysterium der Gnade der Fleischwerdung des Wortes hat Gott nicht unvorbereitet durchgeführt. Jene, die von Ihm dazu ausersehen waren, daran teilzunehmen, wurden von Ihm seit langem dafür zubereitet. Der Hofstaat des menschgewordenen Sohnes Gottes setzt sich aus Maria und Josef zusammen. Gott selbst hätte für Seinen Sohn keine, für Seine Begleitung, würdigeren Diener finden können. Beachten wir nun besonderen den heiligen Josef.

Beauftragt mit der Erziehung des königlichen Prinzen des Himmels und der Erde, um Ihn anzuleiten und Ihm zu dienen, war es nötig, dass seine Dienste seinem göttlichen Schüler zur Ehre gereichen würden: es wäre für einen Gott nicht ziemlich gewesen, sich Seines Vaters schämen zu müssen. Daher, da Er ein König aus Davids Geschlecht sein musste, ließ Er den hl. Josef aus dem gleichen königlichen Stamm geboren werden, damit er, da er adelig sein musste, auch sogar irdischen Adels sei.

In den Adern des hl. Josef fließt also das Blut Davids, Salomons und aller edler Könige Judas und, wenn ihre Dynastie weiter regiert hätte, dann wäre er (der hl. Josef) Thronerbe gewesen und hätte sein Erbe antreten müssen.

Haltet Euch nicht damit auf, seine tatsächliche Armut zu bedenken: seine Familie wurde zu Unrecht vorn Thron vertrieben, auf den sie ein Recht hatte und deswegen hört der hl. Josef nicht auf, König, Sohn der Könige von Juda zu sein, von Königen, die die größten, edelsten und reichsten der Welt sind. Auch bei der Einschreibung zur Volkszählung in Bethlehem würde der hl. Josef vom römischen Gouverneur als Erbe und Nachkomme Davids erkannt werden: das ist seine, leicht erkennbare, königliche Urkunde, die seine königliche Unterschrift trägt.

Aber, was bedeutet uns der Adel des Josef? - so könntet Ihr vielleicht sagen. Jesus ist doch mir gekommen, um sich zu demütigen. Ich antworte, dass der Sohn Gottes, der sich zwar für eine gewisse Zeit demütigen wollte, dennoch in Seiner Person auch alle Formen der Größe vereinigen wollte: Er ist eben, auf Grund Seines Erbrechtes, König, da er ja von königlicher Abstammung ist. Jesus ist adelig, und wenn Er auch Seine Apostel aus dem gemeinen Volk auswählt, macht Er sie doch dadurch auch zu Edelleuten. Dieses Recht hat Er, da Er ein Sohn Abrahams und der Erbe des Thrones Davids ist. Er liebt diese besondere Ehre seiner Familie und die Kirche sieht den Adel nicht mit den Augen der Demokratie an, ehren wir deshalb alles, was Sie auch verehrt. Der Adel aber kommt von Gott.

Heißt das jetzt, dass man Adeliger sein muss, um unserem Herrn zu dienen? Wenn Ihr es seid, ist es eine zusätzliche Ehre für Ihn, aber es ist nicht unbedingt nötig. Er gibt sich mit dem guten Willen und dem Adel des Herzens zufrieden. Die Kirchengeschichte zeigt uns allerdings, dass eine große Anzahl der Heiligen, darunter die Hervorragendsten aus ihrer Schar, ein Wappen geführt haben, einen adeligen Namen besaßen und einer berühmten Familie entstammten, ja, einige von ihnen waren sogar königlichen Geblüts.

Unserem Herrn gefällt es, in allem, was ehrenvoll ist, geehrt zu werden. Der hl. Josef erhielt im Tempel seine ausgezeichnete Erziehung, und Gott hat Ihn so darauf vorbereitet, der edle Diener Seines Sohnes, der Ritter des edelsten Prinzen, der Schützer der Erhabensten Königin des Universums zu sein ".(1)

(1) Mois de Saint Joseph, le premier et le plus parfait des adorateurs - Extrait des ecrits du P. Eymard, Desclee de Brouwer, Paris, 7. Ausgabe, S. 59-62.

in Plinio Corrêa de Oliveira, „Der Adel und vergleichbare traditionelle Eliten in den Ansprachen Pius´ XII. an das Patriziat und den Adel von Rom“. ÖJCGDR Wien, 2006, Documente IV, S. 295.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Jesus, Maria und Josef stammen aus königlichem Geschlecht I

Aus einer Predigt des heiligen Bernhardin von Siena (1380-1444) über den hl. Josef:

„Vor allem, bedenken wir den Adel seiner Gattin, das heißt, der Allerheiligsten Jungfrau. Die Glückselige Jungfrau ist das alleredelste aller Geschöpfe, die je in menschlicher Form existiert haben mögen, die tatsächlich oder möglicherweise erschaffen worden sein könnten. Nach dem hl. Matthäus (1. Kap.) dreimal vierzehn Generationen, von Abraham bis einschließlich Jesus Christus gerechnet, stammt sie von vierzehn Patriarchen, vierzehn Königen und vierzehn Fürsten ab. [...]

Der hl. Lukas, beschreibt im 3. Kapitel seines Evangeliums ebenfalls ihren Adel, bei Adam und Eva beginnend und in ihrer Genealogie fortfahrend bis zu Christus. [...]

In zweiter Linie beachten wir den Adel ihres Gatten, das heißt, des heiligen Josef. Erstammt aus urväterlichem, königlichem und fürstlichem Geschlecht, indirekter Linie, wie schon gesagt wurde. Denn S. Matthäus, im ersten Kapitel, verfolgt diese Linie der Väter von Abraham an, bis auf den Mann der Jungfrau und legt dar, daß in ihr alle Würde der Väter, Könige und Fürsten zusammenfällt. [...]

Drittens, untersuchen wir den Adel Christi. Er war folglich, wie sich aus dem vorhergehenden ergibt, Patriarch, König und Fürst, von seiten der Mutter und des Vaters. [... ]
Die genannten Evangelisten beschreiben die adelige Abstammung der Jungfrau und Josefs, um den Adel Christi zu bekunden. Josef war, wenn es erlaubt ist, es so zu sagen, so sehr Adeliger, daß er den irdischen Adel, in gewisser Weise, an Gott in Unserem Herrn Jesus Christus übertrug“.

Sancti Bernardini Senensis Sermones Eximii, Band IV in Aedibus Andreae Poletti, Venetiis, 1745, S. 232. in Plinio Corrêa de Oliveira, „Der Adel und vergleichbare traditionelle Eliten in den Ansprachen Pius´ XII. an das Patriziat und den Adel von Rom“. ÖJCGDR Wien, 2006, Documente IV, S. 294 f.