Mittwoch, 10. Juni 2026

Wachsende Bewegung fördert die eucharistische Anbetung: Eine Einladung an alle


von Edwin Benson
 21. April 2025

„Wenn Sie nicht bereit sind, täglich 15 Minuten zu opfern, um diese Freundschaft mit dem Herrn zu pflegen – wie wollen Sie dann die Ewigkeit im Himmel mit ihm verbringen?“

Diese wunderbare, schlichte Weisheit stammt von Alfredo Janson. Herr Janson ist weder Priester noch Ordensangehöriger. Er ist Nachrichtentechniker und nimmt regelmäßig an der Anbetung in der Kapelle für ewige Anbetung der katholischen Kirche St. Benedict in Hialeah, Florida, teil. Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) zitierte ihn in einem Bericht über einen Trend, den sie als „wachsende katholische Strömung“ bezeichnete.

Der AP-Artikel beschreibt auch die schlichte Kapelle, die Herr Janson jeden Morgen von sechs bis sieben Uhr besucht. „Zehn Stühle sind auf eine strahlenförmige Monstranz ausgerichtet – jenes Gefäß, in dem eine ungewöhnlich große konsekrierte Hostie zur Verehrung ausgestellt ist.“ Die Anbetung ist eine zutiefst katholische Praxis. Sie gründet auf der Lehre von der Transsubstantiation – dem Glauben, dass Brot und Wein, die in der Heiligen Messe dargebracht werden, tatsächlich zu Leib, Blut, Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus werden.

Anklänge an die Verklärung des Herrn

Der katholische Autor Mike Aquilina bezeichnet die eucharistische Anbetung als „alte Andachtsform in moderner Zeit“. Er sieht zudem Verbindungen zwischen dieser Andacht und der Verklärung des Herrn. Betrachten Sie diese Stelle aus Matthäus 17,1–9:

„Nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie auf einen hohen Berg. Da wurde er vor ihnen wie das Licht; sein Angesicht glänzte wie die Sonne, und seine Kleider wurden leuchtend hell wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija, die mit ihm redeten. Petrus nahm das Wort und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen: eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine helle Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe: auf ihn sollt ihr hören!“ Da die Jünger dies hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Jesus trat hinzu, rührte sie an und sprach: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“ Sie erhoben ihre Augen, sahen aber niemanden als Jesus allein.“

Vergleichen Sie das Erlebnis der drei Jünger mit dem eines Menschen, der eucharistische Anbetung übt. Unser Herr ruft die Anbetenden aus ihrem gewohnten Alltag an einen Ort der Stille und Abgeschiedenheit. Dort strahlt unser Herr in der Monstranz, und goldene Strahlen gehen von seiner Gegenwart aus. Wie Petrus wissen die Anbetenden, dass ihnen eine besondere Gnade zuteilwird. Der erste Impuls mag Furcht oder Befremden sein, doch am Ende bleibt nur seine tröstende Gegenwart, die Kraft für den vor ihnen liegenden Weg schenkt. Und wie die Jünger werden auch die Anbetenden auf eine Weise verwandelt, die sie selbst nicht ganz begreifen.

Eine zunächst ungewohnte Handlung wird zur Gewohnheit

Für Menschen, die es nicht gewohnt sind, kann die tiefe Stille einer Anbetungskapelle zunächst befremdlich wirken. Das moderne Leben ist so voller Lärm und Ablenkung, dass selbst wenige Augenblicke der Stille verunsichern können.

Da die gewohnte Aufregung plötzlich fehlt, schweifen rastlose Gedanken oft hektisch umher. Wer eine Liste der Personen mitbringt, für die er beten möchte, dazu einen Rosenkranz oder einige Gebetskärtchen, dem fällt es leichter, in die Gegenwart unseres Herrn einzutauchen. Eine weitere bewährte Praxis ist es, eine Bibel oder ein Messbuch mitzubringen und still einen Psalm oder die Tageslesungen zu lesen. Durch die Betrachtung der Texte entdecken Neulinge bald eine Tiefe, die sich beim bloßen flüchtigen Hören während der Heiligen Messe nicht erschließt.

Gleichzeitig sollten sich Anfänger nicht von der langen Zeit abschrecken lassen, die manche Menschen in der Anbetung verbringen. Oft genügen schon wenige Minuten, um ein lebenslanges Verlangen nach der Anbetung zu wecken. Ein Bekannter des Autors begann damit, als ihm auffiel, dass er seinen Arbeitsweg so ändern konnte, dass er täglich einige Minuten für das Gebet aufbringen konnte. Ein weiterer guter Rat ist, nicht ständig auf die Uhr zu schauen. Man geht einfach hinein, verweilt einige Sekunden in der Stille, bringt dem Herrn vor, was einem in diesem Augenblick wichtig erscheint, und geht dann gegebenenfalls wieder. Niemand achtet auch nur im Geringsten darauf, wie lange der Besuch eines anderen dauert.

Zudem gibt es kein vorgeschriebenes Ritual für die Gebete, die man spricht. Manche Beter sitzen einfach still in der Gegenwart des Herrn. Andere nutzen eines der zahlreichen erhältlichen Gebetbücher für die Heilige Stunde. Auch das Mitbringen eines geeigneten Buches – etwa einer Heiligenbiografie oder eines Werkes, das den Glauben vertieft – ist hilfreich; dies bietet sich besonders dann an, wenn zu Hause bereits ein Stapel solcher Bücher darauf wartet, gelesen zu werden.

Rein menschlich betrachtet, entstand die erste Kapelle der ewigen Anbetung gewissermaßen zufällig. Am 11. September 1226 betrat König Ludwig VIII. von Frankreich (Vater des heiligen Königs Ludwig IX.) die Kapelle des Heiligen Kreuzes in Avignon. Zwei Tage zuvor hatte sich die Stadt – bis dahin eine Hochburg der Albigenser-Häretiker – nach mehrmonatiger Belagerung der königlichen Armee ergeben. Bei seiner Ankunft bat der König den für die Kapelle zuständigen Priester, die heilige Eucharistie als öffentlichen Akt der Danksagung auszusetzen. Bis zu diesem Punkt war daran nichts Ungewöhnliches.

Doch als die Kapelle geöffnet wurde, füllte eine Menge von Anbetern den Raum. Während einige Beter ihre Gebete beendeten und gingen, kamen andere hinzu. Am Ende des Tages ging die Sonne unter, doch die Beter blieben – und blieben – und blieben. Bald erhielt diese Form der Anbetung das Attribut „ewig“. Sie wurde 556 Jahre lang fortgesetzt, bis Soldaten der Revolution sie 1792 – während der Französischen Revolution – durch die Schließung der Kapelle unterbrachen. Eine Gruppe, die sich „Confrérie de Pénitents-Gris“ (Bruderschaft der grauen Büßer) nannte, nahm die Anbetung 1829 wieder auf, und sie dauert bis heute an.

Sacré-Cœur de Montmartre

Die vielleicht bekannteste Form der Anbetung findet ebenfalls in Frankreich statt, in der Basilika Sacré-Cœur im Pariser Stadtviertel Montmartre. Dort begann die Kette der ewigen Anbetung am 1. August 1885. Sie wird bis heute fortgeführt.

Das „National Catholic Register“ zitierte Schwester Cécile-Marie, ein Mitglied der Benediktinerinnen von Sacré-Cœur de Montmartre, die für die nächtlichen Anbetungsstunden in der Basilika verantwortlich sind: „Die Anbetung wurde nicht eine einzige Minute lang unterbrochen, auch nicht während der beiden Weltkriege. Selbst während der Bombenangriffe von 1944, als einige Splitter direkt neben der Basilika einschlugen, verließen die Beter ihren Platz nicht.“

Während der COVID-Pandemie wurde die Basilika – wie alle öffentlichen Gottesdienststätten – unter Quarantäne gestellt. Während der zwei Monate, in denen kein Zutritt für die Öffentlichkeit bestand, mussten die vierzehn Ordensschwestern der Gemeinschaft ihren Alltag so organisieren, dass stets mindestens eine von ihnen bei unserem Herrn zugegen war. Dieser Akt der Treue verlangte von jeder Schwester, zweimal täglich eine Stunde in der Basilika zu verbringen.

Die wachsende Anbetungsbewegung ist ein ermutigendes Zeichen dafür, wie unser Herr die Seelen in Zeiten der Not zu sich zieht. Auch wenn es schwierige Zeiten waren, so ist der Geist, der die Anbeterinnen vom Heiligsten Herzen Jesu (Sacré-Cœur) antrieb, doch derselbe, der auch in den vielen Kapellen der Ewigen Anbetung weltweit herrscht: „Wir lassen den Herrn niemals allein.“

Fußnoten

1. Viele Quellen schreiben die Taten Ludwigs VIII. fälschlicherweise seinem Großvater Ludwig VII. zu, der bereits 1180 – also sechsundvierzig Jahre zuvor – verstorben war.

Foto: © Godong Photo – stock.adobe.com



Aus dem Englischen von “Growing Movement Promotes Eucharistic Adoration: An Invitation to All” in https://www.returntoorder.org

Die deutsche Fassung dieses Artikels „Wachsende Bewegung fördert die eucharistische Anbetung: Eine Einladung an alle“ ist erstmals erschienen in
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Dienstag, 9. Juni 2026

KI für Katholiken in der realen Welt, die immer noch an den Teufel glauben


von John Horvat II. 3. Juni 2026

 

Man ist beeindruckt von der großen Themenvielfalt in der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV., „Magnifica humanitas“. Die Erwähnung von Menschenwürde, Entmenschlichung, der Theorie des gerechten Krieges, sozialer Gerechtigkeit und Transhumanismus sind wichtige, aber abstrakte Themen.

Sie sind sehr theoretisch und gehen nicht darauf ein, wie sich KI auf das Leben von Katholiken in der realen Welt auswirkt.

Was die Katholiken in den Kirchenbänken tatsächlich wissen wollen, ist, wie sie mit der KI-Bedrohung ihrer Heiligung umgehen können. Sie wollen wissen, wie sie den Gelegenheiten zur Sünde widerstehen können, die die KI ihnen, insbesondere jungen Menschen, bietet. Sie kämpfen gegen die frenetische Zügellosigkeit dieses neuen Mediums, das auf Kosten ihrer Seele große Mengen ihrer Zeit und Kultur in Anspruch nimmt. Viele junge Katholiken verschwenden Stunden damit, Ratschläge von KI-Chatbots zu suchen, die sie in die Irre führen.

Keine Hinweise auf die persönliche Erlösung

Von diesem Kampf um die persönliche Erlösung erwähnt die Enzyklika nichts. Es werden nicht einmal die Worte „Heiligung“, „Hölle“ oder „Teufel“ verwendet. Sünde wird kaum erwähnt. Der tägliche Kampf um die Überwindung des Teufels, des Fleisches und der Welt spielt in diesem Dokument keine Rolle, das einen anthropologischen und naturalistischen Ansatz verfolgt, der für die meisten Gläubigen schwer zu verstehen ist.

Für wahrhaftige Katholiken, die noch an den Teufel glauben, ist es an der Zeit, sich mit einigen sehr konkreten und praktischen Fragen zur KI zu befassen, die in der Enzyklika unbeantwortet geblieben sind.

Untersuchung der KI als Instrument der Versuchung

Eine solche Diskussion ist umstritten. Diese Fragen bewegen sich am Rande der Debatte und lauern in den Schatten des Darknets. Menschen tragen diese Fragen in sich, scheuen sich jedoch, sie auszusprechen. Sie zögern, damit an die Öffentlichkeit zu treten, weil sie nicht als Außenseiter erscheinen wollen.

Vielleicht ist es besser, das Problem direkt beim Namen zu nennen: Gefährdet der Einfluss der KI das Seelenheil? Kann KI als Medium für Versuchung und Verderben dienen? Katholiken müssen wissen, ob es etwas jenseits des Zusammenspiels elektronischer Impulse innerhalb der KI geben kann.

Dies sind berechtigte Fragen, die den Erfahrungen wahrhaftiger Katholiken entsprechen, die an den Teufel glauben. Um sie zu beantworten, müssen einige Voraussetzungen bezüglich des Teufels und seines bösen Wirkens neu vergegenwärtigt werden.

Neuvergegenwärtigung von Prämissen

Die erste Prämisse ist, dass der Teufel existiert. So viele Menschen glauben nicht mehr an den Teufel, und er tut alles, um sie davon zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt. Er wirkt am besten im Verborgenen.

Tatsächlich erwähnen viele Theologen heutzutage den Teufel nicht mehr. Sie behaupten, die Hölle sei leer; folglich gebe es für den Teufel keinen Grund, sich in der Nähe der Hölle aufzuhalten oder gar „in der Welt umherzustreifen um die Seelen zu verderben“.

Doch der Teufel existiert tatsächlich, ungeachtet der Ansichten derer, die ihn leugnen. Er ist sehr aktiv.

Die zweite Prämisse ist, dass der Teufel die ewige Verdammnis eines jeden Menschen anstrebt. Er arbeitet unermüdlich daran, Menschen in die Hölle zu führen, und nutzt dazu jedes erdenkliche Mittel. Die Vision der Hölle in Fátima zeigte, dass sie sehr voll ist.

Eine weitere, in Vergessenheit geratene Prämisse ist, dass der Teufel seinen Einfluss konkret auf die Seelen ausüben und auf sie einwirken kann.

Wie der Teufel auf Seelen einwirkt

Die Kirche lehrt, dass dies auf verschiedene Weise geschehen kann.

Der Teufel kann handeln, indem er Menschen zur Sünde verleitet. Dies kann geschehen, indem er durch Bilder, Suggestionen und schlechte Gedanken auf die Vorstellungskraft einwirkt.

Der Teufel kann sich der Materie bedienen, um Menschen zu beeinflussen. Er kann zwar keine Materie erschaffen, sie aber manipulieren, bewegen oder sich an sie heften. Auf diese Weise kann er Geräusche und Licht erzeugen sowie Bilder projizieren. Er kann auf Nervensysteme einwirken und Krankheiten verursachen. Er kann manipulieren, was Menschen sehen oder wahrnehmen. Diese Einwirkung auf die Materie ist der Grund dafür, dass beispielsweise Ouija-Bretter* den Einstieg in okkulte Praktiken begünstigen.

(*Anmerkung: Im Deutschen wird der Begriff meistens als Ouija Brett  oder Hexenbrett bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein beliebtes Hilfsmittel für Séancen, mit dem durch das sogenannte Gläserrücken spirituelle Botschaften empfangen werden sollen.)

Schließlich kann der Teufel sich selbst oder seine Täuschungen dem menschlichen Blick entweder direkt und sichtbar oder durch ein Medium bzw. einen Kanal offenbaren.

Schließlich kann der Teufel sich selbst oder seine Täuschungen entweder sichtbar und direkt oder über ein Medium oder einen Kanal den menschlichen Augen präsentieren.

Aus diesem Grund gibt es in der Kirche viele Gebete und Exorzismen, die sich gegen den Teufel richten. Er ist sehr real und macht seinen Einfluss überall spürbar. Da sich der Teufel erschaffene Dinge zunutze macht, steht es nicht im Widerspruch zur kirchlichen Lehre, zuzugeben, dass dieser Einfluss auf die KI zutreffen oder seine Wirkung sogar exponentiell verstärken könnte.

Die KI-Chance

Tatsächlich ist KI ein mächtiges Medium, weil sie es Maschinen ermöglicht, den Anschein zu erwecken, als würden sie sich wie Menschen verhalten. Es ist auf dem neuesten Stand der Kommunikation. Der Teufel wäre verrückt, wenn er sie nicht im größtmöglichen Umfang nutzen würde, um sein Ziel zu erreichen. Er ist ein gefallener Engel mit engelhafter Intelligenz und kann daher deren Nützlichkeit erkennen. Der Teufel ist kein Idiot.

Darüber hinaus ist KI ein ideales Medium für sein manipulierendes Handeln. Es ist nicht zu physisch, sondern eher spirituell und virtuell. Dabei handelt es sich um Bilder, die er besonders geschickt manipulieren kann.

Indirekte Aktion

Die liberale Mentalität weigert sich anzuerkennen, dass sowohl Engel als auch Teufel zu übernatürlichen Handlungen in der Welt fähig sind. Angesichts dieser Ablehnung gilt jede Überlegung, wie diese Aktion mithilfe von KI durchgeführt werden könnte, als spekulativ und wird ignoriert.

Allerdings würden die Handlungen des Teufels mit der KI im Einklang damit stehen, wie er mit jeder materiellen Sache oder jedem materiellen System handelt. Er erscheint selten direkt, weil er in seinem gefallenen, ewig verdammten Zustand abstoßend ist. Menschen fühlen sich von Natur aus zu Gott und allem, was gut, wahr und schön ist, hingezogen. Wenn sich der Teufel in allen KI-Aktionen vollständig manifestieren würde, wären die Menschen schockiert und der Teufel würde somit gegen seine eigenen Interessen arbeiten.

Die häufigste Art und Weise, wie er mittels KI agiert, wäre die indirekte Beeinflussung von Menschen. Selbst die skeptischsten Menschen, die nur vage an den Teufel glauben, müssten zustimmen, dass eine solche Aktion möglich ist.

So kann KI in der menschlichen Seele Bedingungen schaffen, die Menschen für dämonische Handlungen öffnen. Beispielsweise kann KI Narzissmus, Schmeichelei und falsche Realitäten begünstigen, was den Weg für dämonische Handlungen ebnet, die mit Selbstverherrlichung und Stolz verbunden sind. Es kann das kritische Denken durch eine übermäßige Abhängigkeit von Algorithmen untergraben und zu einem Rückgang des menschlichen Denkens führen. Der Teufel gedeiht, wenn die Vernunft fehlt oder stark eingeschränkt ist. KI-gesteuerte soziale Medien und Chatbots begünstigen Isolation und Einsamkeit, indem sie menschliche Beziehungen ersetzen. Der Teufel kann dann die Lücke füllen.

Der Teufel könnte die Person auch mithilfe von KI zur Sünde verleiten. Zum Beispiel könnte er eine Person dazu verleiten, KI zu nutzen, um Pornografie zu finden und noch sündigere und erniedrigendere Formen davon zu erschaffen. Er könnte Menschen mit Unmäßigkeit verzehren, was beispielsweise zu 14-stündigen Chatbot-Gesprächen führen kann. KI eröffnet enorme Möglichkeiten für jede Art von sündiger Leidenschaft und Laster.

Die Macht, Materie und Systeme zu manipulieren

Wenn man zugibt, dass der Teufel vorhandene Materie manipulieren kann, dann ist eine Art dämonischer Eingriff in Chatbot-Gespräche, die Projektion von Bildern oder die Manipulation von Wahrnehmungen möglich. Die Systeme können Versuchungen kommunizieren.

Wenn der Teufel tatsächlich Geräusche verursachte, wie sie den Pfarrer von Ars nachts wach hielten und die über Schallwellen übertragen wurden, warum dann nicht auch elektronische Impulse über Glasfaserkabel? Wenn der Teufel über ein Ouija-Board kommunizieren kann, warum dann nicht über ein Computer- oder Mobiltelefon-Motherboard?

Schließlich könnte sich der Teufel in KI-Anwendungen sogar, wenn auch selten, den menschlichen Augen präsentieren, da diese ein Medium sind, das seine Handlungen durch Bilder fördert.

Dunkle Orte, an denen seltsame Dinge passieren

Tatsächlich gibt es im Internet dunkle Orte, an denen seltsame Dinge passieren. Das Internet ist seit langem ein Treffpunkt des Okkultismus. Von Anfang an vermischte die sogenannte technoheidnische Bewegung im Cyberspace spirituelle Überzeugungen mit aufkommender Technologie. Seine Anhänger richten digitale Altäre als rituelle Räume ein, um Bilder anzuzeigen und seine okkulten Gottheiten auf immersiven Online-Plattformen anzurufen.

Heutzutage ist das Internet voll von Online-Hexerei, Astrologie und anderen okkulten Aktivitäten, die mit KI-Apps verbessert werden können.

Beispielsweise gibt es Berichte darüber, dass KI-Apps oder Chatbots mit okkulten Untertönen Menschen zum Selbstmord verleiten. Exorzisten warnen die Menschen, sich von diesen Einflüssen fernzuhalten. All diese Dinge deuten darauf hin, dass der Teufel in diesem Bereich sehr stark beteiligt ist.

Zerstörung realer Menschenleben

Das Ausmaß des teuflischen Einflusses in KI hängt davon ab, wie sehr sich Individuen im Alltag vom Teufel abwenden. Die Bedrohung ist jedoch real.

Diese Einflüsse schädigen das Leben realer Menschen. Seelen gehen durch diese Versuchungen verloren.

Daher sollte jede Analyse von KI den Teufel erwähnen, der „in der Welt umherstreift, um Seelen zu verderben“. Die Kirche sollte ihre reiche Erfahrung in dieser Angelegenheit nutzen, um vor dieser Gefahr zu warnen.

Es geht hier nicht nur um die Würde des Menschen, sondern um das Seelenheil. Diese übernatürliche Bedrohung verdient ernsthafte Beachtung. Doch die Enzyklika schweigt seltsamerweise zu der Gefahr, die von den Machenschaften des Teufels ausgeht, die in der Kirchengeschichte stets anerkannt wurden.

Katholiken in der realen Welt, die noch an den Teufel glauben, sind auf sich allein gestellt. Der Teufel darf nicht erwähnt werden, da die Warnung vor seinem ruchlosen Einfluss dem Zeitgeist dieser finsteren Welt so sehr widerspricht.

  

John Horvat II. ist ein amerikanischer katholischer Essayist und Redner. Als Vizepräsident der „American Society for the Defense of Tradition, Family and Property“ (TFP) ist er in den Vereinigten Staaten ein führender Vertreter des von Plinio Corrêa de Oliveira geprägten Gedankenguts.

Der Autor zahlreicher Artikel zu religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Themen ist vor allem für sein Buch „Return to Order“ bekannt, das sich mit der moralischen Krise des Westens und der Notwendigkeit einer Rückbesinnung auf die Prinzipien der christlichen Zivilisation befasst.

Mit seinen Schriften möchte er aufzeigen, wie Katholiken den Strömungen der heutigen Welt widerstehen und zur Erneuerung einer auf christlichen Werten gegründeten Gesellschaft beitragen können.

 

Quelle: https://www.tfp.org/ai-for-catholics-in-the-real-world-who-still-believe-in-the-devil/

 

Aus dem Englischen von “AI For Catholics in the Real World Who Still Believe in the Devil” in https://www.tfp.org/

Die deutsche Fassung dieses Artikels „KI für Katholiken in der realen Welt, die immer noch an den Teufel glauben“ ist erstmals erschienen in
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Foto: Von IA (ChatGPT) erstelltes und mit Canva Pro finalisiertes Bild.

 

Freitag, 5. Juni 2026

Christus ist König – ganz gleich, wer es sagt oder nicht

 


von John Horvat II.
14. April 2026

Eine hitzige Debatte entbrennt derzeit um bestimmte christliche Formulierungen, die in konservativen Kreisen kursieren. Liberale Kritiker behaupten, Rechtsextremisten hätten sich bestimmte christliche Phrasen zu eigen gemacht und sie instrumentalisiert; daher, so die Forderung, solle man sie besser meiden.

Besonders im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht derzeit der Ausspruch: „Christus ist König!“ Liberale Medien behaupten, die bloße Verwendung dieses Ausdrucks signalisiere Sympathien für den christlichen Nationalismus, Unterstützung für die „Groyper“-Bewegung oder antizionistische Tendenzen.

Missbrauch des Satzes „Christus ist König“

Es bedarf nicht viel, um eine solche Etikettierung auszulösen. Wer sagt, Amerika sei eine christliche Nation und schulde Christus Treue, wird sogleich als Rechtsextremist abgestempelt. Wenn Kongressabgeordnete die Phrase „Christus ist König“ in Reden oder in sozialen Medien verwenden, unterstellen Liberale, dies sei ein Schritt hin zu einer rechten Theokratie. Andere behaupten, jedes Bekenntnis zum Königtum Christi komme einem Wunsch nach dem Untergang des Staates Israel gleich.

Bestimmte Akteure im rechten Lager missbrauchen den Ausdruck „Christus ist König“ auf eine Weise, die diese Zuschreibungen gezielt provoziert. Wieder andere nutzen den Begriff lediglich als bequemes Merkmal kultureller Identität, ohne selbst eine echte Bindung an Christus als König zu pflegen; sie leben so, als existierten die Zehn Gebote gar nicht.

Tatsächlich gibt es „Kultur-Christen“, die zwar die christliche Identität für sich beanspruchen, aber keinerlei Verpflichtung zur Einhaltung von Gottes Sittengesetz verspüren, die mit Seinem Königtum einhergeht. Doch solche unchristlichen Menschen haben kein Monopol auf diese Phrase. Es gilt der lateinische Grundsatz: *Abusus non tollit usum* – der Missbrauch einer Sache ist kein stichhaltiges Argument gegen ihren rechtmäßigen Gebrauch.

Wer stolz und zu Recht das Banner „Christus ist König“ hochhält, darf nicht vor jenen im rechten Lager zurückweichen, die den Ausdruck missbrauchen, noch vor jenen im linken Lager, die diejenigen verleumden, welche ihn voller Begeisterung verkünden. Angesichts des heutigen, weitgehend ungebildeten und vergifteten Klimas müssen solche mutigen Christen jedoch erklären, was der Ausdruck bedeutet und warum er von Bedeutung ist.

Die eigentlichen Verursacher

Diejenigen, die den Ausspruch „Christus ist König“ am stärksten missbrauchen, sind nicht die Christen, sondern die Liberalen, die ihn angreifen. Diese Liberalen verzerren die Debatte, indem sie das Wesen dieses Königtums verstümmeln. Sie bestehen darauf, das Konzept auf eine rein persönliche Beziehung zu Christus zu reduzieren – losgelöst vom öffentlichen Raum oder der realen Welt. Sie bezeichnen jeden Versuch, die Herrschaft Christi über den privaten Bereich hinaus auszudehnen, als einen Versuch, Religion aufzuzwingen und eine Theokratie zu errichten.

Für Liberale ist dieser Ausdruck eine kulturelle – oder besser: subkulturelle – Angelegenheit, die Christen in nicht-öffentliche Räume abdrängt, ohne dass sie gesellschaftliche Ausstrahlungskraft entfalten könnten. Solche Liberalen sind am wenigsten dazu berufen, sich über Christus und sein Königtum zu äußern. Dennoch beharren sie darauf, ein offizielles, säkulares Narrativ zu konstruieren, das Religion als sentimentale persönliche Verhaltensweise und nicht als öffentliche Gottesverehrung darstellt.

Die Entthronung Christi

Eine solche Darstellung entthront Christus faktisch als König. Er wird auf einen verbannten Monarchen reduziert, der keinen Einfluss auf seine rebellischen Untertanen in der Zivilgesellschaft hat. Ihm wird lediglich eine stark eingeschränkte Herrschaft über einzelne, eingeschüchterte und ihre Überzeugung verbergende Herzen zugestanden.

Dieses verkürzte liberale Verständnis des Königtums Christi ist falsch. Für Christen bedeutet dieser Ausdruck, dass Christus wahrhaft König über die gesamte Gesellschaft ist – unabhängig davon, was andere glauben. Die Tatsache, dass manche sein Königtum ignorieren oder leugnen, ändert nichts daran. Wie das Sprichwort sagt: „Es kümmert den Mond nicht, wenn der Hund ihn anbellt.“ Was Ungläubige denken, ändert nichts an der Realität, dass Christus über alles herrscht.

Dieses Reich ist keine aufgezwungene Herrschaft, sondern eine, die von Gottes Liebe getragen wird. Der König ist kein Tyrann, sondern ein liebender Vater, der das Beste für seine Kinder will. Seine Herrschaft verlangt nichts, was der menschlichen Natur widerspräche; vielmehr bietet sie ein Sittengesetz an, das das größtmögliche Glück in diesem Jammertal gewährleistet. Indem sie bekennen, dass Christus König ist, bringen Christen zum Ausdruck, was für den Einzelnen und für die Völker am besten ist. Das Königtum Christi befreit sie von den Fesseln ihrer Maßlosigkeit und ihrer ungezügelten Leidenschaften.

Die Haltung der Kirche

Aus diesem Grund führte die katholische Kirche das Christkönigsfest ein, um diese große Wohltat für die Menschheit zu feiern. Das Bild Christi als König ist in der katholischen Frömmigkeit und in Gebetsanrufungen seit Langem verbreitet. Katholiken haben – gerade in der Moderne – nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie Christus als wahren König anerkennen.

Im Jahr 1925 veröffentlichte Pius XI. die Enzyklika „Quas primas“, um der Tyrannei des modernen Säkularismus und dem Aufstieg antichristlicher Regime entgegenzutreten. Das Dokument legt die vielfältigen Gründe dar, warum Christus König ist. Vier davon verdienen besondere Erwähnung.

Warum ist Er König?

Zunächst gilt es anzuerkennen, dass Christus König ist, weil Er Gott ist. Alles ist durch Ihn und für Ihn geschaffen. Seine göttliche Natur verlangt, dass Ihm die gebührende Ehre erwiesen wird und dass alle in Übereinstimmung mit Seinem Willen handeln. So schreibt Pius XI.: „Er herrscht auch im Willen der Menschen; denn in Ihm war der Wille dem heiligen Willen Gottes vollkommen und gänzlich gehorsam, und zudem unterwirft Er durch Seine Gnade und Eingebung unseren freien Willen derart, dass Er uns zu edelstem Streben anspornt.“

Zweitens ist Christus König, weil Er die Menschheit erlöst hat, die Ihm durch Sein Opfer zu eigen ist. Dies ist kein bloßes übertragenes Recht, sondern ein tatsächliches Recht, das auf Seinem Sieg beruht. Folglich schuldet die Menschheit Ihm Dank, Lobpreis und Anbetung für diese große Wohltat.

Drittens: Weil Christus König ist, handeln Einzelne und Nationen zu ihrem eigenen Schaden und in großer Gefahr, wenn sie Ihn ignorieren. Pius XI. stellt fest: „Solange sich Einzelne und Staaten weigern, sich der Herrschaft Christi zu unterwerfen, wird es keinen dauerhaften Frieden unter den Völkern geben.“

Die soziale Königsherrschaft Christi

Schließlich lehrte Pius XI., dass Christus eine soziale Königsherrschaft ausübt, die vom Herzen des Einzelnen bis in das öffentliche Leben, die Politik und die Rechtssysteme der Nationen reicht. Seine Herrschaft strahlt sich zwangsläufig auf alle Bereiche der menschlichen Gesellschaft aus, einschließlich Familie, Kultur und sogar politischer Angelegenheiten.

Der Papst beklagt, dass die moderne Welt einen entgegengesetzten Weg einschlägt. „Während die Nationen den geliebten Namen unseres Erlösers schmähen, indem sie jede Erwähnung desselben aus ihren Konferenzen und Parlamenten verbannen, müssen wir umso lauter Seine königliche Würde und Macht verkünden und umso nachdrücklicher Seine Rechte bekräftigen.“

Eine dringend notwendige Botschaft

Die zentrale Botschaft der Enzyklika verkündet Christus nicht nur als König der Herzen, sondern auch als König der Nationen. Sein Sittengesetz sollte das politische und wirtschaftliche Leben leiten, da es der vollkommenste Weg zu Ordnung und Frieden ist.

Katholiken sollten stolz darauf sein, diese Botschaft in die postmoderne Welt zu tragen, die sich so sehr gegen sie auflehnt. Sie sollten diejenigen anprangern, die diesen Begriff für ihre eigenen Interessen missbrauchen. Ebenso sollten sie Mitleid mit jenen haben, die keinen Glauben besitzen und die gütige Königsherrschaft eines liebenden Gottes ablehnen.

Christus ist König, ganz gleich, wer dies ausspricht oder wer nicht. Unabhängig von den Ansichten der Menschen lautet die Wahrheit – heute wie in alle Ewigkeit –: „Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat!“ Die Kirche hat stets gelehrt: „Christus siegt, Christus herrscht, Christus gebietet!“

 

 

Erstmals veröffentlicht auf TFP.org

Aus dem Englischen von “Christ Is King, No Matter Who Says It or Not” in https://www.returntoorder.org

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Foto: © zatletic – stock.adobe.com

Dienstag, 2. Juni 2026

So lässt sich das Kloster La Grande Trappe vor der Schließung bewahren


von John Horvat II,
30. März 2026


Das Kloster La Grande Trappe in der Normandie, Frankreich.
Bildnachweis: Stucki, CC BY-SA 2.0 FR.

Im achten und neunten Jahrhundert plünderten die Wikinger häufig Klöster in ganz Europa, da diese isoliert lagen, nur schwach verteidigt waren und über großen Reichtum, kostbare Artefakte und Viehbestände verfügten. Durch Gebet und Buße setzten sich die Mönche schließlich durch und bekehrten die Wikinger.

Heute spielt sich etwas anderes ab. Eine neue Welle der Plünderung ist im Gange. Doch es sind weder Wikinger noch Barbaren, die die Klöster und Abteien ausrauben. Die Mönche und Nonnen selbst sind – vielleicht unwissentlich – die Verursacher ihrer eigenen Selbstzerstörung.

Die Verwüstung durch moderne Spiritualität

Es ist leicht, die Ursprünge dieses neuen Feindes zurückzuverfolgen. Moderne Spiritualitätsströmungen, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil populär wurden, griffen traditionelle Formen der Gottesverehrung an, höhlten alles Substanzielle aus und hinterließen unzählige Gemeinschaften in Trümmern. „Wikinger-Theologen“ machten alles dem Erdboden gleich, was sich ihnen in den Weg stellte.

Ähnlich den blitzartigen Überfällen der Wikinger in alter Zeit wurden die klösterlichen Traditionen über den Haufen geworfen. Tagesordnungen, Fastenzeiten und Gebetswachen wurden aufgegeben. Die Kirchen wurden ihrer alten Ausschmückung beraubt und auf eine Weise „kaputtrenoviert“, die weit gründlicher war, als es die ungebildeten Nordmannen je vermocht hätten. An die Stelle der Konzentration auf das *Ora et labora* – Gebet und Arbeit – des heiligen Benedikt traten Anliegen der sozialen Gerechtigkeit.

Heute verharren nur noch wenige gealterte Mönche und Nonnen an heiligen Orten, die einst blühenden klösterlichen Gemeinschaften als Heimat dienten – ohne dass jemand da wäre, um ihre Nachfolge anzutreten. Eine nach der anderen brechen diese Gemeinschaften zusammen, und ihre Liegenschaften werden anderen Zwecken zugeführt. Allein in Frankreich schließen jeden Monat zwei Klöster oder Konvente ihre Pforten.

Abt Armand de Rancé führte im Jahr 1662 die
Trappistenreform des Zisterzienserordens durch.

Das Ende von La Grande Trappe

Der Ernst dieser Krise wurde kürzlich auf dramatische Weise deutlich, als die Mönche der Abtei La Trappe in der Normandie bekannt gaben, dass sie ihr Kloster voraussichtlich im Jahr 2028 verlassen werden. Der Schock war so groß, dass Papst Leo XIV. unmittelbar nach dieser Ankündigung ein vertrauliches Gespräch mit dem Abt führte.

Diese Zisterzienserabtei ist nicht irgendeine Abtei. Es ist ein geschichtsträchtiges Kloster, das seit 900 Jahren Mönchen ein Zuhause bietet. Es ist bekannt als „La Grande Trappe“, da es jener Ort war, an dem Abt Armand de Rancé im Jahr 1662 die Trappistenreform des Zisterzienserordens durchführte. Infolgedessen werden alle Zisterzienser der strengen Observanz informell als Trappisten bezeichnet.

Die Trappistengemeinschaft beschloss – nach einem „langen Prozess der geistlichen Unterscheidung“ –, dass der Mangel an Berufungen und die schwere Last der Instandhaltung des Anwesens sie dazu zwängen, die Aufgabe ihres Mutterklosters im Jahr 2028 in Erwägung zu ziehen. Wo einst hundert Mönche in voller Blüte lebten, wohnen heute kaum zwanzig gealterte Brüder. So fiel ihre Entscheidung, den Ort zu verlassen.

Eine lange Geschichte

Dies ist nicht das erste Mal, dass La Trappe einer existenziellen Krise gegenübersteht. Die Abtei wurde im zwölften Jahrhundert – um das Jahr 1122 – zu Ehren der Enkelin Wilhelms des Eroberers gegründet. Sie überstand Kriege und Seuchen, die Französische Revolution und alles andere, was der Teufel ihr entgegenwerfen konnte. Die Abtei war zeitweise sogar geschlossen und galt als verloren. Doch stets retteten eifrige Äbte und Mönche sie vor dem Untergang.

Ihre Geschichte ist inspirierend.

Eifer und Wirren

Im Mittelalter schloss sich La Trappe der Reform des Benediktinerordens an, die von dem heiligen Robert, dem Abt von Cîteaux, initiiert worden war. Sie war Teil jenes weitläufigen Netzwerks von Abteien, die mit dem heiligen Bernhard von Clairvaux verbunden waren und in jenem goldenen Zeitalter großen Eifers und großer Heiligkeit aufblühten.

Im 14. und 15. Jahrhundert jedoch wandelten sich die Verhältnisse. Während des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England fiel die Abtei englischen Truppen zum Opfer. So hatte sie aufgrund ihrer Lage in unmittelbarer Nähe der Kampfgebiete schwer zu leiden.

Im 16. Jahrhundert wurde die Abtei als Kommende vergeben; dies bedeutete, dass sie als vakant galt und von einer Person verwaltet wurde, die nicht dort ansässig war, wohl aber von ihren Einkünften profitierte. Der Missbrauch dieses kirchenrechtlichen Status führte häufig zu einer Misswirtschaft bei Besitztümern wie La Trappe, wo die Mönche kaum noch ihr Überleben sichern konnten.

Ruhm und Niederlage

Alles wendete sich schließlich zum Besseren, als Abt Armand de Rancé eine Reform der Abtei einleitete, indem er zur Strenge und Reinheit einer Regel zurückkehrte, die auf Schweigen, Gebet, Handarbeit und der Abgeschiedenheit von der Welt beruhte. Die Gemeinschaft wuchs rasch heran und erlangte bald allerorts den Ruf der Heiligkeit.

Die Reform der Abtei beinhaltete die Rückkehr zur Strenge und Reinheit einer Regel, die von Schweigen, Gebet, Handarbeit und der Abgeschiedenheit von der Welt geprägt war.

Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution vertrieb die Regierung die Mönche und beschlagnahmte 1792 ihre Abtei. Rund achtzig Mönche fügten sich dem Unvermeidlichen, indem sie in andere Unterkünfte zogen oder in die Welt zurückkehrten. Ihre Namen sind in der Geschichte verloren gegangen.

Abt Augustin de Lestrange jedoch ging gemeinsam mit 24 anderen Mönchen ins Exil nach Val-Sainte im schweizerischen Freiburg; dort fassten sie den Entschluss, die Regel des heiligen Benedikt sowie die zisterziensischen Gebräuche in aller Strenge und Treue zu befolgen. Trotz der verzweifelten Umstände dieses Exils überwanden sie alle Hindernisse, da sie ganz von der Liebe zu Gott und zum Kreuz erfüllt waren.

Von Val-Sainte als Ausgangspunkt aus zog die Gemeinschaft so viele Berufungen an, dass der Abt Mönche aussandte, um neue Niederlassungen in Spanien, England, Belgien und Piemont zu gründen.

Eine unglaubliche Odyssee

Als die antikatholischen französischen Revolutionäre 1798 in die Schweiz einfielen, vertrieben sie die Trappisten. So begann eine unglaubliche Odyssee, auf der die Mönche auf der Suche nach einer dauerhaften Heimat die Welt durchstreiften. Ihre Wanderung führte sie nach Amerika, Deutschland und sogar nach Russland. Inmitten der unvorstellbaren Leiden und Entbehrungen ihrer Wanderschaft wuchs ihre Zahl indes stetig an.

Tatsächlich erwarb der Trappistenabt im Jahr 1813 von den Jesuiten jenes Grundstück an der Fifth Avenue – auf dem heute die St. Patrick’s Cathedral in New York City steht –, um dort eine Schule und ein Waisenhaus einzurichten. Ihr Aufenthalt wurde jedoch durch den Sturz Napoleons jäh beendet; dies ermöglichte es der inzwischen stark angewachsenen Mönchsgruppe, nach Frankreich zurückzukehren – nur um ihr geliebtes La Trappe in Trümmern vorzufinden.

Die Mönche bauten die Abtei auf den Grundmauern des alten Klosters wieder auf. Bis zum Tod des Abtes im Jahr 1827 hatten sich 700 Mönche dem einst umherziehenden und nun wieder gefestigten Orden angeschlossen. Diese „neue Reform“ – wie sie genannt wurde – führte bald zur Gründung zwanzig weiterer Klöster in den Vereinigten Staaten, Kanada, Syrien und anderen Regionen.

Zwei Trappistenmönche in einem Kloster in Algerien zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Solange die Mönche ihren Eifer, ihre Bußübungen, ihr Schweigen und ihre Fastenpraktiken bewahrten, blühten sie auf. Je entbehrungsreicher das Leben war, desto voller füllten sich die Klöster. Solange ihr Fokus auf der Liebe zu Gott und der Gottesmutter lag, hatten sie keinerlei Nachwuchsprobleme – ganz im Gegenteil.

Ein tragisches Ende

Das letzte Kapitel dieser langen Saga bildet die Reform der 1960er-Jahre, die die Fastenregeln abänderte, die Ordensregel vereinfachte und das ewige Schweigen abschaffte. Diese Reform, so merkt die *Encyclopedia Britannica* an, „legte größeren Wert auf die Individualität [und] führte zu einer Vielfalt unter den verschiedenen Trappistenklöstern, wohingegen zuvor alle Abteien ein einheitliches Regelwerk und dieselben Traditionen befolgten.“

Dies waren die neuen „Wikinger“-Spiritualitäten – Neuerungen und Theologen –, die alles auf den Kopf stellten und verheerendes Unheil anrichteten. Während die ins Exil getriebenen und umherziehenden Zisterziensermönche der strengen Observanz Hunderte von Menschen anzogen, mussten die postmodernen Mönche der „Individualität“ und „Vielfalt“ zusehen, wie Hunderte ihre Klöster verließen. Der Lärm, der an die Stelle des Schweigens trat, hielt jene Seelen fern, die nach erhabenen Wahrheiten suchten und zu einem solchen Leben berufen waren.

Die Lehre aus dieser Geschichte ist überaus deutlich: Wenn die Mönche von *La Grande Trappe* ihre Abtei wiederaufleben sehen wollen, bedarf es keines „langen Unterscheidungsprozesses“. Sie müssen lediglich zu ihren alten Traditionen und Gebräuchen zurückkehren – in all ihrer Ehrfurcht gebietenden und prachtvollen Strenge. Was die jungen Vertreter der Generation Z – die sich derzeit dem Glauben zuwenden – anziehen wird, ist die Berufung auf die Erhabenheit des religiösen Lebens, und nicht etwa eine „Betonung der Individualität“.

Es ist höchste Zeit, jene barbarischen Spiritualitäten samt ihrer „Wikinger“-Theologen zu vertreiben, die die Abteien – und ebenso viele Pfarrgemeinden – zerstören und in Trümmer legen. Vor allem aber ist es an der Zeit, zu jener alles umfassenden Liebe zu Gott und der Gottesmutter zurückzukehren, die alles möglich macht.

 

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 25. März 2026 im *Crisis Magazine*.

Aus dem Englischen von “Here’s the Way to Save La Grande Trappe Monastery from Closing”  in https://www.returntoorder.org

Die deutsche Fassung dieses Artikels „“ ist erstmals erschienen in www.r-cr.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

Dienstag, 26. Mai 2026

Bericht der Studiengruppe 9 der Synode der Synodalität befürwortet homosexuelle Sünde

von Luiz Sérgio Solimeo,
 20. Mai 2026

 
Der von Papst Franziskus eingeleitete synodale Prozess zielt auf die vollständige Umgestaltung der katholischen Kirche ab, die der argentinische Papst anstrebte: „In dieser Kirche befindet sich, wie bei einer umgekehrten Pyramide, die Spitze unter der Basis.“¹ Mit anderen Worten: Die „synodale Kirche“ von Papst Franziskus wird eine egalitäre Kirche sein.

 Doch nicht nur die kirchlichen Strukturen – ihre sichtbare und hierarchische Gesellschaft – werden erschüttert. Ihr Auftrag, Seelen zu retten und eine christliche Zivilisation zu prägen, wird auf den Kopf gestellt, und ihre Lehre und Moral werden sich den Moden und Übeln der Welt anpassen, entgegen dem, was der Apostel sagt: „Passt euch nicht dieser Welt an“ (Röm 12,2).

 

Am 5. Mai veröffentlichte das Generalsekretariat der Bischofssynode die Abschlussdokumente der Studiengruppen 7 (nur Teil 1) und 9 in Vorbereitung auf die nachsynodale Kirchenversammlung im Oktober 2028.

Diese Studiengruppen setzen sich aus Kardinälen, Bischöfen, Theologen, Ordensleuten und Laien zusammen. 

Die Diskussionen der Gruppe 7 konzentrierten sich darauf, das System der Bischofsernennung gerechter zu gestalten und die Beteiligung von Laien zu fördern. Gruppe 9 befasste sich mit dem Paradigmenwechsel der Kirche und den Erfahrungen homosexueller Gläubiger.²

Wir werden den Bericht der Studiengruppe 9 mit dem Titel „Theologische Kriterien und Synodenmethoden zur gemeinsamen Beurteilung neuer Lehr-, Seelsorge- und Ethikfragen“ (im Folgenden „Bericht“) besprechen, da er die der vorgeschlagenen grundlegenden Veränderung der theologischen und moralischen Lehren und Disziplinen der Kirche am deutlichsten zugrunde liegende Doktrin darlegt.³ 

Die Fallstudien im Bericht der Studiengruppe 9 waren zwei homosexuelle Aktivisten.

Das Dokument gibt vor, die Problematik von Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung zu untersuchen. Es stützt sich jedoch ausschließlich auf die Berichte zweier homosexueller Männer, die jeweils mit einem anderen Mann verheiratet sind. Sie glauben nicht nur, dass Sodomie keine Sünde, sondern „eine Gabe Gottes“ sei, und argumentieren für die Legitimität der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ als Weg zu Gott.⁴

Indem die Studiengruppe 9 die Lebensgeschichten zweier Homosexueller auswählte, die stolz auf ihre sündhaften Beziehungen sind, anstatt Zeugnisse von Personen, die zwar gleichgeschlechtliche Neigungen verspüren, aber danach streben, Sünde zu vermeiden, machte sie deutlich, dass diese Wahl ihre Schlussfolgerung beeinflusste. Der Bericht deckt sich mit den Zielen der einflussreichen „katholischen“ Homosexuellenbewegung und kritisiert die katholische Bewegung Courage, die Menschen mit gleichgeschlechtlicher Neigung zu einem tugendhaften Leben verhelfen will (siehe 2.1,5).

Es ist undenkbar, dass diese Zeugnisse ohne jegliche Kritik oder Verurteilung als Fallstudien für die im Lehrteil des Berichts dargelegten Aussagen veröffentlicht wurden.

Zu diesem Schluss kam Kardinal Willem Eijk, Erzbischof von Utrecht in den Niederlanden, in seinen Überlegungen zum Bericht: „Indem der Bericht solche Zeugnisse ohne dogmatische Kommentierung hervorhebt, normalisiert er homosexuelle Beziehungen im kirchlichen Kontext. Dies stellt einen klaren Versuch dar, die Verkündigung der katholischen Morallehre zu schwächen.“

Die homosexuellen Aktivisten, die als Vorbilder dienten – der erste Portugiese und der zweite Amerikaner, die jeweils mit einem anderen Mann „verheiratet“ waren – sind dem Pater James Martin SJ, der führenden Persönlichkeit der Homosexuellenbewegung in der Kirche hier in Amerika, wohlbekannt.⁶

Kultur als Ausleger der Offenbarung

Die Theologen, die den Bericht verfassten, wollten Homosexualität rechtfertigen, obwohl sie von der göttlichen Offenbarung, dem zweitausend Jahre alten Lehramt der Kirche und dem in die Herzen der Menschen geschriebenen Naturrecht klar verurteilt wird (vgl. Röm 1; 2,14–15).

Um dieses Ziel zu erreichen, wählten sie denselben Ansatz wie die Modernisten vor hundert Jahren (verurteilt von Papst Pius X.) und ihre Anhänger der Nouvelle Théologie (verurteilt von Papst Pius XII.): die vollständige Abhängigkeit des menschlichen Verständnisses von Kultur und Geschichte, sodass sich nicht nur die göttliche Offenbarung, sondern auch das Naturwissen mit den kulturellen Veränderungen stetig weiterentwickelt.

So heißt es im Bericht: „Niemand erkennt das Universelle unmittelbar, da es stets historisch-kulturell vermittelt ist… Die universelle Wahrheit des Menschen kann in ihrem historischen Ausdruck daher nicht ein für alle Mal bestimmt werden, sondern findet sich in den konkreten Formen verschiedener Kulturen, in einem unaufhörlichen Dialog, in dem Kulturen“ und Menschen durch den Austausch von Gaben untereinander geformt werden, angetrieben von der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit im Lichte des Evangeliums“ (I-1.2, S. 11).

Angesichts des fortwährenden Wandels im Wahrheitsverständnis, einschließlich des Verständnisses der menschlichen Natur, könnte man argumentieren, dass homosexuelle Handlungen heute nicht mehr widernatürlich sind. Dies legt der Bericht nahe.

 

„Worum es geht – wie es klar verstanden wird –, ist die Überwindung jenes theoretischen Modells, das die Praxis aus einer ‚vorgefertigten‘ Lehre ableitet und allgemeine sowie abstrakte Prinzipien auf die konkreten und persönlichen Lebenssituationen ‚anwendet‘“ (III-2.3, S. 26).

Diese Theorie – ein Ergebnis des alten nominalistischen Irrtums7 und moderner relativistischer Philosophien – bedeutet, dass man keine moralischen Regeln mehr aufstellen kann, die für alle verbindlich sind.

Folglich wird das Sittengesetz, das seinen Ursprung in der göttlichen Offenbarung und im Naturrecht hat – in unsere Herzen eingeschrieben und durch die Vernunft erschlossen –, ignoriert oder vollständig relativiert. Wie unschwer zu erkennen ist, ebnet dies den Weg für eine Relativierung der gesamten Offenbarung sowie der beständigen Morallehre der Kirche.

Daher schlägt der Bericht einen vollständigen Wandel in der kirchlichen Auslegung der Heiligen Schrift vor – jener Auslegung, wie sie in den „vergangenen Jahrhunderten“ (I-1.1, S. 8) vertreten wurde.

„Paradigmenwechsel“

Dem *Merriam-Webster Collegiate Dictionary* zufolge ist ein Paradigmenwechsel „eine bedeutende Veränderung, die eintritt, wenn die übliche Art, über etwas nachzudenken oder etwas zu tun, durch eine neue und andere Art ersetzt wird.“8

Der Bericht stellt fest: „Die Verwirklichung der synodalen Natur der Kirche impliziert die Umsetzung eines ‚Paradigmenwechsels‘ (vgl. VG 3) weg von den in den vergangenen Jahrhunderten vorherrschenden Paradigmen hinsichtlich der Art und Weise, die Verkündigung des Evangeliums und die Sendung der Kirche auszulegen und zum Ausdruck zu bringen“ (I-1.1, S. 8).

Sollte dieser „Paradigmenwechsel“ tatsächlich umgesetzt werden, so würde dies die Zerstörung der gesamten Dogmatik und Moral der Kirche bedeuten. Wäre eine solche Veränderung überhaupt möglich, so käme dies dem Ende der Kirche selbst gleich; denn es würde bedeuten, ihre Lehre und ihre Seelsorge – ja, ihre eigentliche Sendung – so abzuwandeln, dass sie sich der heutigen atheistischen und unmoralischen Kultur anpasst. Kann irgendjemand ernsthaft behaupten, dass jene Irrwege, die den Gläubigen hier vorgeschlagen werden, noch immer die beständige Lehre der Kirche in Glaubens- und Sittensachen darstellen? 

In Bezug auf diesen äußerst heiklen Punkt merkt Kardinal Gerhard Müller an:

Sie [die Ergebnisse der Studiengruppe] weisen in zweierlei Hinsicht eine fatale Ähnlichkeit auf: 1. durch ihr Misstrauen gegenüber den zentralen Grundsätzen der katholischen Lehre … und 2. durch ihren Versuch, sich mittels eines sogenannten „Paradigmenwechsels vom starren Dogmatismus hin zu einer menschenfreundlichen Pastoral“ an vorherrschende Ideologien anzupassen, um so die Anerkennung von deren Verfechtern zu gewinnen.

Sie leugnen die geoffenbarten Wahrheiten nicht offen. Doch sie ignorieren sie und errichten – direkt daneben – ihr eigenes Haus eines bequemen und weltangepassten Christentums … Die private oder gar paraliturgische Segnung gleichgeschlechtlicher wie auch verschiedengeschlechtlicher Paare in irregulären Beziehungen gründet auf der häretischen Leugnung der geoffenbarten Wahrheit, dass Gott den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat.9

Seinerseits kommentiert Pater Gerald Murray – Kirchenrechtler und Pfarrer der St.-Joseph-Kirche in New York City (Stadtteil Yorkville) – wie folgt: „Die katholische Lehre mit der Analogie eines Gerüsts zu beschreiben, an dem Theorien und Experimente angeordnet werden, bedeutet, sie aus dem Bereich der Wahrheit herabzustufen zu lediglich einem möglichen Ansatz für die Darstellung der göttlichen Offenbarung.“ Jesus sprach: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6) Handelt es sich dabei um ein Paradigma, das der Verbesserung bedarf?10

Führt die homosexuelle Sünde zu Gott?

Der Bericht enthält zwei Anhänge mit den schriftlichen Zeugnissen zweier homosexueller Aktivisten. Wie Kardinal Eijk anmerkte, veröffentlicht der Bericht diese, ohne ihre Irrtümer anzuprangern.

In dem Bericht von Jason Steidl – jenem amerikanischen Aktivisten, dessen Foto am Tag nach der Veröffentlichung von *Fiducia supplicans* durch den Vatikan in der *New York Times* erschien, wo er gemeinsam mit seinem „Ehemann“ von P. James Martin SJ gesegnet wurde 11 – lesen wir:

Meine Sexualität ist weder eine Perversion noch eine Störung oder ein Kreuz; sie ist ein Geschenk Gottes. Ich führe eine glückliche, gesunde Ehe und blühe als offen schwuler Katholik auf…

Ich danke Gott für meinen Ehemann, den ich vor fünf Jahren kennenlernte. Er war die größte Quelle des Lernens und der Gnade in meinem Leben.12

Diese skandalöse Aussage wird den Gläubigen als im Einklang mit dem neuen Paradigma der Kirche stehend präsentiert.

In einem Kommentar zu dem anderen Zeugnis – jenem des portugiesischen Homosexuellen – stellt der Bericht fest, dieser habe entdeckt, „dass die Sünde im Grunde nicht in der (gleichgeschlechtlichen) Paarbeziehung besteht, sondern in einem Mangel an Glauben an einen Gott, der unsere Erfüllung wünscht“ (III-2.1, S. 24).

Dies ist die einzige Erwähnung der Sünde im gesamten Bericht; sie stellt einen Versuch dar, die schwerwiegende Sündhaftigkeit homosexueller Beziehungen zu leugnen – Beziehungen, die nach der beständigen Lehre der Kirche in sich schlecht sind.

Wie der heilige Augustinus feststellt, beinhaltet jede Sünde eindeutig eine vorausgehende Abwendung von Gott sowie eine Hinwendung zu den Geschöpfen. Doch wie dieser Kirchenvater und Kirchenlehrer betont, ist die Sünde ein Verstoß gegen das Gesetz Gottes: „Sünde ist demnach jede Übertretung des ewigen Gesetzes – sei es durch Tat, Wort oder Begehren.“13 Im Falle der sodomitischen Beziehung liegt ein eindeutiger Verstoß gegen dieses Gesetz vor, welches sexuelle Handlungen außerhalb der rechtmäßigen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau untersagt.

 Eine gnostische Häresie

Die erotische Mystik des Berichts betrachtet jene Sünde als gut und sogar heilig, die die Zerstörung von Sodom und Gomorra nach sich zog (vgl. Gen 18,19). In einem Kommentar zu den Berichten über zwei Homosexuelle – die mit einer Person desselben Geschlechts „verheiratet“ sind – stellt der Bericht fest, dass man in ihnen „das Aufkommen von ‚Erfahrungen des Guten‘ in Form aufeinanderfolgender Entwicklungsstufen bei den beteiligten Individuen erkennen kann, einhergehend mit der Etablierung guter Praktiken innerhalb christlicher Gemeinschaften“ (III-2.1, S. 24).

Bezeichnenderweise erkennt Bischof Athanasius Schneider in dem Bericht zu Recht jene falsche erotische Mystik der gnostisch-nikolaitischen Häresie, die die Unmoral förderte.14

Dieser Abschlussbericht hat unmissverständlich die Grenze von der Orthodoxie hin zur Häresie überschritten. Der Bericht bedient sich der verführerischen Phrase vom „Paradigmenwechsel“, um – mittels leerer Rhetorik – Gottes Offenbarung über die binäre Natur der Geschlechter sowie sein klares Verbot jeglicher sexuellen Handlungen außerhalb einer gültigen Ehe zwischen Mann und Frau zu untergraben. Die vornehmste Pflicht Papst Leos XIV. besteht darin, die Kirche und die Seelen der Gläubigen vor dieser dreisten gnostischen Lehre zu schützen, die Unzucht und widernatürliche Laster zu rechtfertigen sucht. Die Stimme Christi – die die Gemeinde in Pergamon dafür tadelte, dass sie die sexuelle Häresie der Nikolaiten duldete (vgl. Offb 2,14–15), und der Gemeinde in Thyatira vorwarf, sie erlaube es Isebel – die „sich selbst Prophetin nannte“ –, sexuelle Unmoral in der Kirche zu verbreiten (Offb 2,20–21) –, richtet sich heute auch an Papst Leo XIV.15

Darüber hinaus warnt Bischof Joseph E. Strickland:

Der jüngst von der Arbeitsgruppe 9 der Synode über die Synodalität veröffentlichte Bericht ist zutiefst alarmierend und steht in direktem Widerspruch zur beständigen Lehre der katholischen Kirche bezüglich der menschlichen Sexualität, der Sünde, der Ehe und des Sittengesetzes. 

Die Kirche kann nicht ändern, was Gott selbst offenbart hat.16

Die Verfasser des Berichts

Der Vaticanexperte Gaetano Masciullo weist darauf hin:

Um das Wesen dieses Berichts zu verstehen, muss man jedoch einen Blick auf jene Mitglieder werfen, die Papst Franziskus im Jahr 2024 für die Studiengruppe 9 ausgewählt hat – eine Gruppe, die sich den „theologischen Kriterien und synodalen Methoden für die gemeinsame Unterscheidung neu aufkommender lehrmäßiger, pastoraler und ethischer Fragen“ widmet.

Unter den Mitgliedern stechen insbesondere zwei Persönlichkeiten hervor, die sich beide seit Jahren aktiv darum bemühen, Homosexualität und andere moralische Fragen, die im Widerspruch zur traditionellen katholischen Lehre stehen, zu normalisieren: Kardinal Carlos Gustavo Castillo Mattasoglio, Erzbischof von Lima, und Pater Maurizio Chiodi, Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben.

In Bezug auf Kardinal Castillo Mattasoglio schreibt er: In „einer Predigt kurz vor Weihnachten 2021 ... erklärte dieser, Christus sei ‚als Laie gestorben‘ – und bestritt damit den priesterlichen Charakter des Opfers Christi. ... Diese [heterodoxen] Positionen haben seinen Aufstieg begünstigt. Als bekennender Verfechter der Befreiungstheologie hat Mattasoglio die LGBT-Propaganda zu einem seiner zentralen Anliegen gemacht.“17

Was Pater Maurizio Chiodi betrifft: In einem Interview aus dem Jahr 2019 mit *Noi famiglia & vita* – der Familienbeilage von *Avvenire*, der Zeitung der Italienischen Bischofskonferenz – erklärte er: „Ich würde nicht ausschließen, dass eine homosexuelle Paarbeziehung unter bestimmten Bedingungen für das jeweilige Individuum der fruchtbarste Weg sein kann, um gute Beziehungen zu leben – unter Berücksichtigung ihrer symbolischen Bedeutung, die zugleich persönlich, relational und sozial ist.“18

„Wie das Gold seinen Glanz verloren hat“

In diesen tragischen Zeiten für die Kirche Christi kommt einem die Klage des Jeremias in den Sinn: „Quomodo obscuratum est aurum.“ „Wie hat das Gold seinen Glanz verloren “ (Klgl 4,1).

Warum kehren Menschen der klaren und schönen Lehre und Moral, die von Gott offenbart wurde und strahlend wie Gold ist, den Rücken zu, um „Lehren von Dämonen“ (1 Tim 4,1) nachzueifern? Die göttliche Vorsehung lässt diesen langen und finsteren Prozess als Strafe für unsere Sünden zu – und zugleich als Gelegenheit für die Gerechten, ihren Eifer für den Glauben zu beweisen (vgl. 1 Kor 10,13; 1 Kor 11,19).

Die meisten der heutigen Irrtümer sind die Frucht der modernistischen Häresie – die, wie erwähnt, von St. Pius X. verurteilt wurde – sowie ihrer Reinkarnation in Gestalt der *Nouvelle Théologie*, die von Pius XII. verurteilt wurde.

Im Jahr 1907 schrieb St. Pius X.:

„Blind sind sie, und Blindenführer; aufgeblasen von einer prahlerischen Wissenschaft, sind sie zu jenem Gipfel des Wahnsinns gelangt, wo sie den ewigen Begriff der Wahrheit und das wahre Wesen des religiösen Empfindens verfälschen. Mit jenem neuen System von ihnen erweisen sie sich als beherrscht von einer blinden und ungezügelten Leidenschaft für das Neue; sie denken keineswegs daran, irgendein festes Fundament der Wahrheit zu finden, sondern verachten die heiligen und apostolischen Überlieferungen und eignen sich stattdessen andere eitle, nutzlose und unsichere Lehren an – von der Kirche verurteilt –, auf denen sie, in der Höhe ihrer Eitelkeit, zu ruhen und die Wahrheit selbst zu behaupten glauben.“19

Im Jahr 1950 warnte Pius XII. hinsichtlich der Irrtümer der *Nouvelle Théologie*:

6. Solche fiktiven Lehrsätze der Evolution, die all das verwerfen, was absolut, fest und unveränderlich ist, haben den Weg geebnet für jene neue, irrtümliche Philosophie, die – in Konkurrenz zu Idealismus, Immanentismus und Pragmatismus – den Namen Existenzialismus angenommen hat; denn sie befasst sich lediglich mit der Existenz einzelner Dinge und vernachlässigt jegliche Betrachtung ihrer unveränderlichen Wesenheiten.

7. Zudem existiert ein gewisser Historizismus, der – indem er allein den Ereignissen des menschlichen Lebens einen Wert beimisst – das Fundament aller Wahrheit und allen absoluten Gesetzes untergräbt: sowohl auf der Ebene philosophischer Spekulationen als auch – und dies insbesondere – in Bezug auf die christlichen Dogmen.20

„Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!“

Doch im Vertrauen auf die Gnade Gottes – die jene, die ihm treu sind, niemals verlässt –, müssen wir „fest im Glauben stehen“ (1 Kor 16,13), wie der Apostel es empfiehlt.

In Fatima warnte uns die Gottesmutter vor der schweren Strafe, die eintreten würde, falls die Menschen nicht vom Sündigen abließen – und zwar nicht bloß aus Schwäche, sondern weil sie die Sünde zu ihrem Stolz und zu ihrem Lebenszweck erhoben hätten.

Dennoch fügte sie hinzu:

„Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“

In der Gewissheit des Triumphes der Allerseligsten Jungfrau Maria finden wir den Mut, trotz der heutigen schwerwiegenden Irrtümer weiterzukämpfen.

 

 

Bildnachweis: © Depe – stock.adobe.com

Erstveröffentlichung auf TFP.org.

 

Die Anmerkungen übernehmen wir vom Original ohne Überetzung:

 

Footnotes

  1. Francis, “Address of His Holiness Pope Francis,” Ceremony Commemorating the 50th Anniversary of the Institution of the Synod of Bishops (Oct. 17, 2015), https://www.vatican.va/content/francesco/en/speeches/2015/october/documents/papa-francesco_20151017_50-anniversario-sinodo.html. (In quotes, any emphasis in the original is shown in italics. My emphases are shown in bold.)
  2. General Secretariat of the Synod, “The Selection of Bishops and the Handling of Emerging Doctrinal, Pastoral, and Ethical Questions,” Synod.va, May 5, 2026, https://www.synod.va/en/news/the-selection-of-bishops-and-the-handling-of-emerging-doctrinal.html.
  3. See Study Group 9, “Theological Criteria and Synodal Methodologies for Shared Discernment of Emerging Doctrinal, Pastoral, and Ethical Emerging issues,” Synod.va, accessed May 17, 2026, https://www.synod.va/content/dam/synod/process/implementation/10workinggroups/final-reports/sg9/SG-9_Final-Report.pdf. See also, the Report’s three-page “Executive Summary,” Synod.va, accessed May 17, 2026, https://www.synod.va/content/dam/synod/process/implementation/10workinggroups/final-reports/sg9/SG-9_ENG_Executive-Summary.pdf.
  4. See Appendix A.1 “Testimony for Synodal Study Group 9 on Homosexuality (Portugal),” Synod.va, https://www.synod.va/content/dam/synod/process/implementation/10workinggroups/final-reports/sg9/Testimony-A1-Homosexuality.pdfAppendix A.2 “Testimony for Synodal Study Group 9 on Homosexuality (USA),” Synod.va, https://www.synod.va/content/dam/synod/process/implementation/10workinggroups/final-reports/sg9/Testimony-A2-Homosexuality.pdf.
  5. Cardinal Eijk, “Same-Sex Synod Report Must Be Forcefully Refuted,” National Catholic Register, May 14, 2026, https://www.ncregister.com/commentaries/the-synods-dangerous-departure-study-group-9s-report.
  6. See Diane Montagna, “Fr. James Martin: The ‘Mastermind’ Behind the Two Testimonies in the Vatican’s Synod Report on Homosexuality,” Diane Montagna’s Substack, May 14, 2026, https://dianemontagna.substack.com/p/fr-james-martin-the-mastermind-behind. See also James Martin, S.J., “How Same-Sex Couples Have Blessed Me,” Outreach.faith, Jan. 3, 2024, https://outreach.faith/2024/01/father-james-martin-how-same-sex-couples-have-blessed-me/.
  7. Nominalism: “a theory that there are no universal essences in reality and that the mind can frame no single concept or image corresponding to any universal or general term.” Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary, s.v. “nominalism,” accessed May 18, 2026, https://unabridged.merriam-webster.com/collegiate/nominalism.
  8. Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary, s.v. “paradigm shift,” accessed May 17, 2026, https://unabridged.merriam-webster.com/collegiate/paradigm%20shift.
  9. Cardinal Gerhard Müller, “On God’s Blessing and the False Blessings of This World,” in Michael Haynes, “Cardinal Müller: Synod’s Homosexuality Report Leads to ‘Heretical Relativization’ of Marriage,” PerMariam.com, May 8, 2026,https://www.permariam.com/p/cardinal-muller-synods-homosexuality.
  10. Gerald E. Murray, “‘Synodal Shepherds’ Attack the Sheep,” TheCatholicThing.org, May 9, 2026, https://www.thecatholicthing.org/2026/05/09/synodal-shepherds-attack-the-sheep/.
  11. See Amy Harmon, Ruth Graham, and Sarah Maslin Nir, “Making History on a Tuesday Morning, With the Church’s Blessing,” The New York Times, Dec. 19, 2023, https://www.nytimes.com/2023/12/19/us/catholic-gay-blessing-pope-francis.html.
  12. Appendix A.2.
  13. St. Augustine, Contra Faustum, book XXII, no. 27, https://www.newadvent.org/fathers/140622.htm.
  14. Nicolaitism: “Traces of the aforementioned sexual licentiousness (Rev. 2:2) are found, but now combined with mythological speculations (‘the abysses of Satan,’ Rev. 2:24), which are generally interpreted as an allusion to Gnostic conceptions.” H. Haas, A. van den Born, and S. de Ausejo, Diccionario de la Biblia (Barcelona: Herder, 1967), 766.
  15. Diane Montagna, “Bishop Schneider: Vatican’s Synod Report on Homosexuality Echoes ‘the Serpent in the Garden,’” DianeMontagna.substack.com, May 12, 2026, https://dianemontagna.substack.com/p/bishop-schneider-vaticans-synod-report.
  16. Joseph E. Strickland, “An Emergency in the Church,” PillarsofFaith.net, May 5, 2026, https://pillarsoffaith.net/an-emergency-in-the-church/.
  17. Gaetano Masciullo, “Meet the Architects of the Synod’s Challenge to Church Teaching on Homosexuality,” LifeSiteNews.com, May 14, 2026, https://www.lifesitenews.com/news/meet-the-architects-of-the-synods-challenge-to-church-teaching-on-homosexuality/.
  18. Innocenzo, “Il teologo Maurizio Chiodi: ‘Omosessuali. Una pastorale oltre la retorica delle aperture,” Gionata.org, Jul. 28, 2019, https://www.gionata.org/il-teologo-maurizio-chiodi-omosessuali-una-pastorale-oltre-la-retorica-delle-aperture/.
  19. St. Pius X, encyclical Pascendi Dominici gregis (Sept. 8, 1907), no. 13, https://www.vatican.va/content/pius-x/en/encyclicals/documents/hf_p-x_enc_19070908_pascendi-dominici-gregis.html.
  20. Pius XII, encyclical Humani generis (Aug. 12, 1950), nos. 6–7, https://www.vatican.va/content/pius-xii/en/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_12081950_humani-generis.html.