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Samstag, 7. Mai 2022

Gebet für die Beschleunigung des Triumphes des Unbefleckten Herzens Mariens

O Unbeflecktes Herz Mariens, heilige Mutter Gottes und unsere zärtliche Mutter, schaue auf die Not, in der die ganze Menschheit durch die Verbreitung des Materialismus, der Gottlosigkeit und der Verfolgung des katholischen Glaubens lebt.

In unseren Tagen blutet der mystische Leib Christi aus so vielen Wunden, die in der Kirche durch die ungestraft gebliebene Verbreitung von Irrlehren, die Rechtfertigung von Sünden gegen das sechste Gebot, das Streben nach dem irdischen statt dem himmlischen Reich, die entsetzlichen Sakrilegien gegen die heiligste Eucharistie, besonders durch die Praxis der Handkommunion, und die protestantische Gestaltung der Feier der heiligen Messe verursacht wurden.

Inmitten dieser Prüfungen erschien das Licht der Weihe Russlands an dein Unbeflecktes Herz durch den Papst in Verbindung mit den Bischöfen der Welt. In Fatima hast du um die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats gebeten. Flehe deinen göttlichen Sohn an, dem Papst eine besondere Gnade zu gewähren, damit er die Sühnekommunion an den ersten Samstagen billigt.

Möge der allmächtige Gott die Zeit beschleunigen, in der Russland sich zur katholischen Einheit bekehrt, der Menschheit eine Zeit des Friedens geschenkt wird und der Kirche eine echte Erneuerung in der Reinheit des katholischen Glaubens, in der Heiligkeit des Gottesdienstes und in der Heiligkeit des christlichen Lebens zuteil wird. O Mittlerin aller Gnaden, o Königin des Allerheiligsten Rosenkranzes und unsere liebe Mutter, wende deine Augen der Barmherzigkeit uns zu und erhöre gnädig unser vertrauensvolles Gebet. Amen.

+ Athanasius Schneider

 

Samstag, 12. Juni 2021

Fatima einhundertvier Jahre später (1917-2021)


Einhundertvier Jahre sind seit den Erscheinungen Unserer Lieben Frau, die am 13. Mai 1917 in Fatima stattfanden, vergangen.

In diesen einhundertvier Jahren sind viele Ereignisse Geschehen, die die Muttergottes den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta angekündigt hatte, aber die Prophezeiung hat sich noch nicht erfüllt.

Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens, auf den so viele Seelen warten und auf den sie in diesen 104 Jahren so intensiv vertrauten, ist noch nicht eingetreten. Steht es unmittelbar bevor? Wird es noch lange dauern bis dahin? Keiner weiß es.

Aus logischer und menschlicher Sicht müssen wir sagen, dass Gott zu spät kommt, weil die Kirche und die gesamte Gesellschaft vor einer beispiellosen Krise stehen, die Menschheit hat sich nicht bekehrt, und der Teufel feiert seinen Sieg. Aber wir wissen auch, dass die Göttliche Vorsehung mit Weisheit alles regelt, was im Universum geschieht.

In dieser Perspektive unterscheiden sich Gottes Zeiten von denen der Menschen, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht.

Der quantitative Gesichtspunkt ist der chronologische: er bezieht sich auf die Dauer. Wir messen die Zeit nach unserem zerbrechlichen Leben. Gott, der unendlich und ohne Maß ist, hat als Maßstab die Ewigkeit. Deshalb heißt es in Jesus Sirach: „Die Zahl der Lebenstage eines Menschen sind hundert Jahre, wenn es viele sind. Einem Tropfen aus dem Meer und einem Sandkorn gleichen diese kurzen Jahre in der Zeit der Ewigkeit“ (Sir 18, 9-10).

Wenn wir die längste Zeit im menschlichen Leben mit der Ewigkeit vergleichen, seien es hundert, zweihundert oder neunhundert Jahre, wie für diejenigen, die vor der Sintflut lebten, werden diese Jahre, sagt P. Eusebius Nieremberg, denen, die den Blick  auf die unendliche Weite der Ewigkeit fixieren, wie ein kurzer Augenblick erscheinen. Die Zeit, die so kurz und fließend ist, hat jedoch eine kostbare Eigenschaft, es ist der Anlass der Ewigkeit, denn hier auf Erden, in der kurzen Zeit unseres Lebens, entscheiden wir, ob wir ewig glücklich sein werden, im Paradies, oder ewig unglücklich, in der Hölle.

In Fatima lehrte die Muttergottes die drei kleinen Hirten dieses Gebet: „O mein Jesus, verzeih’ uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle; führe alle Seelen in den Himmel, und hilf denen, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen“.

Dieses Gebet begleitet jeden Rosenkranz und sollte jeden Moment unseres Tages begleiten, besonders im Monat Mai, weil es vom Himmel kommt. Wenn die Muttergottes dieses Gebet gelehrt hat, bedeutet es, dass wir es brauchen, es bedeutet, dass die Gefahr der Hölle, für uns und für so viele Seelen groß, echt und nah ist. Wir sind ständig in Gefahr und müssen daher ständig nach Gottes Hilfe Ausschau halten. Die Ewigkeit erwartet uns.

Aus diesem Gebet verstehen wir bereits den unschätzbaren Wert der Zeit: einen Wert, der nicht an ihre Dauer gebunden ist, sondern an die Bedeutung der Entscheidungen, die wir in jedem Moment unseres Lebens treffen. Dieser qualitative Aspekt der Zeit, der am geheimnisvollsten ist, hilft uns, die Verzögerung der Erfüllung des Versprechens von Fatima zu verstehen. Wir wissen, dass Gott unendlich gerecht und unendlich barmherzig ist, aber unser Verstand ist nicht in der Lage, gleichzeitig über diese Eigenschaften Gottes nachzudenken, die in dem einen Augenblick der Ewigkeit in Ihm zusammenfallen. Indem wir sie getrennt betrachten, wie es unserer Intelligenz gegeben ist, können wir jedoch verstehen, wann die Erfüllung der Verheißung von Fatima kommen wird.

Gott wartet auf die Stunde, in der er die größte Ehre empfangen wird, während er sowohl höchste Gerechtigkeit als auch höchste Barmherzigkeit ausübt. Höchste Gerechtigkeit, indem Er eine Welt bestraft, die die Gnade der Bekehrung verweigert hat und von Grund auf neu aufgebaut werden muss; höchste Barmherzigkeit, die eine Zeit einleitet, in der diejenigen, die treu geblieben sind, mit seinen Gnaden erfüllt werden und mit ihnen das soziale Reich Jesu und Marias aufbauen werden. Nicht das sündenlose Reich wie es gewisse millenaristische Strömungen sich vorstellen, sondern ein Reich, in dem die Sünde auf öffentlicher Ebene die gleichen Einschränkungen erleiden wird, wie heute das Wahre und das Gute erleiden, d. h. eine radikale soziale Ausgrenzung.

Es ist legitim, den Triumph des Unbefleckten Herzens zu wünschen, um uns zu helfen, aber es ist vollkommener, ihn herbei zu wünschen, damit Gott angebetet wird, indem Er seine größte Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ausübt.


Wir dürfen nicht das Ende unserer eigenen Übel wünschen, die auf jeden Fall mit unserem Tod enden werden, sondern auf das Ende der Übel der streitenden Kirche, die nach unserem Tod ihren Weg bis zum Ende der Welt fortsetzen wird. Und vor allem müssen wir den Triumph der Kirche über den Teufel und über die Revolution wünschen, die sie seit Jahrhunderten angreifen.

Roberto de Mattei

Über Radio Roma Libera am 10. Mai 2021

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
https://www.diesirae.pt/2021/05/fatima-cento-e-quatro-anos-depois-1917.html

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung von „Fátima 104 Jahre apäter“ erschien erstmals in www.r-gr.blogspot.com

 

Freitag, 15. Mai 2020

Rosenkranz und Skapulier zur Rettung der Welt


Oder den Frieden oder die Selbstzerstörung

oder den Rosenkranz und das Skapulier
 oder der totale Ruin.


In einem Sonderbrief an den Bischof von Fátima vom 1. Oktober 1997 sagte Papst Johannes Paul II.: „An der Schwelle des dritten Jahrtausends, wenn wir die Zeichen der Zeit beobachten, ist FÁTIMA sicherlich eines der größten.“ Der Heilige Vater sagt weiter, dass dieses große Zeichen uns eine Alternative bietet: Krieg oder Frieden. Er sagt, dass einer der Hauptgründe, warum FÁTIMA eines der großen Zeichen der Zeit ist, „weil die Botschaft viele zukünftige Ereignisse ankündigt und sie der Antwort unterwirft, die die Menschen auf ihre Bitten geben werden“. Wenn es keine Antwort gibt, wird das Versprechen (auf Frieden) nicht erfüllt...
...in seinem Brief vom Oktober 1997 sagte der Papst, die Muttergottes sei begierig, „die Menschheit vor der Selbstzerstörung zu retten“. Er sagte auch, dass „Gott mit Unserer Lieben Frau von FATIMA der Welt eine Zuflucht gewährt, die Zuflucht ihres Unbefleckten Herzens“.
Bei jedem Besuch in Pfarreien und Diözesen wird die Pilgerstatue in Anerkennung des Königtums Unserer Lieben Frau gekrönt, so dass jeder die Möglichkeit hat, seine Weihe an Ihr Unbeflecktes Herz zu erneuern. Dies geschieht wie in der Enzyklika von Papst Pius XII. über das Reich Mariens vorgeschlagen.
Die Enzyklika sagt: „Die größte Hoffnung der Welt liegt in dieser Lehre und Hingabe an das Königtum Unserer Lieben Frau“ und bezieht sich auf das Bild Unserer Lieben Frau von FATIMA als „Bote ihres Königtums“. Die Enzyklika fordert, „dass man auf der ganzen Welt in jedem Jahr am 31. Mai (Maria Königin) feiern soll. Zugleich ordnen Wir an, dass man an diesem Tage die Weihe des Menschengeschlechtes an das Unbefleckte Herz der Allerseligsten Jungfrau Maria erneuern soll“...
Die Größe von FÁTIMA besteht darin, dass es die spezifische Formel „Rettung der Menschheit vor Selbstzerstörung“ enthält (Johannes Paul II., Schreiben vom 13. Oktober 1997 an den Bischof von Fátima).
... der Heilige Vater Pius XII. sagte: „Russland wird sich bekehren, wenn es für jeden Kommunisten einen Apostel von Fatima gibt.“
In Wirklichkeit sagte Papst Pius XII.: „Der Sieg wird kommen, wenn eine ausreichende Anzahl von Menschen auf die Bitten der Muttergottes reagiert.“
Wie Papst Johannes Paul II. in seinem Brief sagte, ist sie eine trauernde Mutter, die kommt, „um die Menschheit vor Selbstzerstörung zu retten ...“. Und der Papst fügt hinzu: „Unter ihrem mütterlichen Mantel, der sich von FÁTIMA über die ganze Welt ausbreitet, beginnt die Menschheit wieder, das Haus des Vaters und sein Brot zu vermissen.“
Am Ende seines Briefes vom 13. Oktober 1997 anlässlich des 80. Jahrestages des Wunders von FÁTIMA sagt der Papst: „Die Errettung vieler hängt von den freiwilligen Gebeten und Opfer der Glieder des mystischen Leibes Christi ab ... von der Zusammenarbeit der Hirten und Gläubigen ... und besonders von den Gebeten der Familien ...“.
Als Schwester Lucia, die die Botschaften von Unserer Lieben Frau von FATIMA erhielt, gefragt wurde, was unbedingt zu tun sei, um den in FÁTIMA angekündigten Triumph zu erreichen, sagte sie, dass drei Dinge notwendig seien:
1. Die Heiligung der täglichen Pflichten (Aufopferung des Tages am Morgen).
2. Gebet (täglicher Rosenkranz).
3. Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens (das Skapulier).


Das Skapulier des Karmels ist das Zeichen der Weihe an die Muttergottes: Bei der letzten Erscheinung von FÁTIMA am 13. Oktober 1917 hatte die Muttergottes das braune Skapulier des Karmelordens in der Hand. Schwester Lucia
sagte, dies liege daran, dass „sie möchte, dass jeder es als Zeichen der Weihe an ihr Unbeflecktes Herz benutzt“ ...
Wenn wir also das braune Skapulier tragen, tragen wir das Ordenskleid der Karmeliter, die der Jungfrau Maria große Hingabe entgegenbringen und sich unter ihren Schutz gestellt haben. Papst Pius XII. schrieb: „Denn das heilige Skapulier, das man den Habit oder das Kleid Mariens nennen könnte, ist ein Zeichen und ein Versprechen des Schutzes der Mutter Gottes.“ Es ist, als ob die Muttergottes sagt: „Wenn ihr mein Ordenskleid in Treue tragt, garantiere ich, dass ihr niemals das Feuer der Hölle sehen werdet.“
Daher sind Rosenkranz und Skapulier, die mit christlicher Treue gebetet und getragen werden, die Garantien für das Erreichen des ewigen Glücks...

Quelle: “Nossa Senhora de Fátima: Nossa Mãe vem até nós”, International Pilgrim Virgin Statue Foundation, Inc., Munster, IN 46321. 1998/2004.
www.pilgrimvirginstatue.com
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Samstag, 17. Juni 2017

Der Rosenkranz und die Botschaft von Fatima



Zwischen dem 13. Mai und dem 13. Oktober 1917 erschien die Gottesmutter drei Hirtenkinder, Jacinta, Lucia und Francisco in der Cova de Iria bei Fatima, Portugal. Während sechs Erscheinungen hat die Gottesmutter ihnen ein Geheimnis mitgeteilt, das aus drei Teilen bestand. Der erste Teil war eine Vision der Hölle. In dieser Vision, sagte Schwester Lucia, sahen sie wie unzählige Seelen wie „Schneeflocken“ in die Hölle fielen.

Im zweiten Teil des Geheimnisses sagte die Muttergottes, dass der Erste Weltkrieg enden würde, aber „wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen, wird ein schlimmerer Krieg während des Pontifikats von Pius XI. kommen. Um dies zu verhindern, werde ich kommen, um die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu bitten. Wenn meine Bitten beachtet werden, wird Rußland sich bekehren, und es wird Frieden geben. Wenn nicht, wird es ihre Irrtümer auf der ganzen Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche verursachen.“

Wie Unsere Liebe Frau vorhergesagt hatte, brach der Zweite Weltkrieg aus und die Irrtümer des atheistischen Kommunismus verbreiteten sich über die Welt. Maria fügte noch hinzu, dass viele Menschen das Martyrium erleiden werden und etliche Nationen vernichtet werden, wenn die Menschen sich nicht bekehren.

Haben die Menschen sich bekehrt? Die Antwort ist, nein. 

Kann die göttliche Strafe noch vermieden werden?

Es hängt von der Treue der Welt zu den Bitten der Muttergottes ab.

Lucia fragte die Muttergottes während der Erscheinungen: „Wer seiht Ihr und was wollt Ihr?“ Die Dame antwortete: „Ich bin die Frau des Rosenkranzes, und ich bin gekommen, um die Gläubigen zu warnen, damit sie ihr Leben ändern und um Verzeihung für ihre Sünden bitten. Die Menschen dürfen den Herrn nicht weiter beleidigen, der schon so tief beleidigt ist. Sie müssen den Rosenkranz beten.“

Also gab uns die Gottesmutter eine Lösung: das tägliche Gebet des Rosenkranzes für die Bekehrung der Sünder.

Die Fatima-Botschaft ist ein Heilmittel für unsere Kultur, die in die Sünde versunken ist. Wenn es nicht das Versprechen der Muttergottes gäbe, dass „am Ende mein Unbeflecktes Herz triumphieren wird“, würden wir sehr enttäuscht und entmutigt sein. Also lasst uns ihre Bitten beachten. Üben wir die ersten Samstag-Andachten. Lasst uns den täglichen Rosenkranz beten. Wenn wir diese Bitten erfüllen, werden wir das traurige und unbefleckte Herz Mariens trösten und den Triumph des Guten über das Böse beschleunigen.

Die Fünfzehnte Rose aus dem Geheimnis des Rosenkranzes vom hl. Ludwig von Montfort

Das Ave Maria ist so hoch, so erhaben, dass der selige Alanus de la Roche glaubte, kein Geschöpf könne es verstehen, und nur Jesus Christus, geboren aus Maria der Jungfrau, könne es erklären.

Es erhält seinen hohen Wert hauptsächlich von der Allerseligsten Jungfrau, an die es gerichtet war, vom Zweck der Menschwerdung des Wortes, zu welchem Zweck es vom Himmel gesandt wurde, und vom Erzengel Gabriel, der es zuerst ausgesprochen hat.


Der Engelsgruß fasst mit größter Kürze die ganze katholische Theologie über die Gottesmutter zusammen. Man findet darin das Lob und die Anrufung: Das Lob schließt alles in sich ein, was die wahre Größe Mariens ausmacht; die Anrufung enthält alles, um was wir sie bitten sollen und was wir von ihrer Güte für uns erwarten dürfen.

Die heiligste Dreifaltigkeit hat den ersten Teil geoffenbart, die heilige Elisabeth hat, vom Heiligen Geiste erleuchtet, den zweiten Teil beigefügt; und die heilige Mutter Kirche fügte auf dem ersten Konzil von Ephesus im Jahre 431 den Schluss hinzu, nachdem sie die Irrlehre des Nestorius verurteilt und definiert hatte, dass die Allerseligste Jungfrau in Wahrheit Gottesgebärerin sei. Das Konzil verordnete, dass man die Allerseligste Jungfrau unter diesem glorreichen Titel mit folgenden Worten anrufe:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“

Die Allerseligste Jungfrau war es, der dieser göttliche Gruß dargebracht wurde, um die größte und wichtigste Angelegenheit der Welt zu erledigen: Die Menschwerdung des ewigen Wortes, die Versöhnung Gottes mit den Menschen und die Erlösung des Menschengeschlechtes.

Maria wurde auserwählt als das Mittel für dieses gewaltige Ereignis, welches durch den Gruß des Engels Wirklicht wurde.

Der Gesandte dieser glücklichen Botschaft war der Erzengel Gabriel, einer der obersten Fürsten des himmlischen Hofes.

Der Engelsgruß enthält den Glauben und die Hoffnung der Patriarchen, Propheten und Apostel. Er ist die Ausdauer und Stärke der Märtyrer, die Wissenschaft der Gelehrten, die Beharrlichkeit der Bekenner und das Leben der Ordensleute. Er ist das neue Hohelied des Gesetzes der Gnade, die Freude der Engel und Menschen, der Schrecken und die Beschämung der Dämonen.

Durch das Ave Maria wurde Gott Mensch, eine Jungfrau Gottesmutter, wurden die Seelen der Gerechten aus der Vorhölle befreit, die Verluste des Himmels wiederhergestellt, die leeren Throne im Himmel besetzt, wurde die Sünde vergeben, die Gnade aufs neue geschenkt, wurden die Kranken geheilt, die Toten erweckt, die Verbannten zurückgerufen, wurde die allerheiligste Dreifaltigkeit besänftigt und die Menschen erhielten das ewige Leben.

Endlich ist der Engelsgruß der Regenbogen am Himmel, das Zeichen der Milde und Gnade, die Gott der Welt angedeihen ließ. (so der Selige Alanus de la Roche)

Der Rosenkranz und das besessene Mädchen

In seinem Buch „Das Geheimnis des Rosenkranzes“ berichtet der Hl. Ludwig von Montfort, als P. Johann Amat aus dem Orden des heiligen Dominikus in einem Orte des Königreiches Aragonien die Fastenpredigten hielt, führte man zu ihm ein vom Teufel besessenes Mädchen. Nachdem er den Exorzismus mehrmals vergeblich angewandt hatte, legte er ihr seinen Rosenkranz um den Hals, und sogleich fing sie an, ein schreckliches Geschrei und Geheul auszustoßen, indem sie sagte: „Fort, fort mit diesen Körnern, die mich quälen!“ Endlich nahm ihr der Pater aus Mitleid mit dem armen Mädchen den Rosenkranz vom Hals.

In der folgenden Nacht, als sich der Pater zur Ruhe begeben hatte, kamen dieselben Dämonen, von denen das Mädchen besessen war, wutschäumend zu ihm, um sich seiner zu bemächtigen; doch mit seinem Rosenkranz, den er fest in der Hand hielt, schlug er sie trotz ihrer Anstrengungen, ihm denselben zu entreißen, wunderbar in die Flucht, indem er sprach: „Heilige Maria, Unsere Liebe Frau vom heiligen Rosenkranz, hilf mir!“

Als er am folgenden Morgen zur Kirche ging, begegnete er jenem armen Mädchen, das noch besessen war. Einer der Teufel, die in ihr waren, fing an, sich über ihn lustig zu machen, indem er sagte: „Nicht wahr, Bruder, wenn du deinen Rosenkranz nicht gehabt hättest, hätten wir dich schön hergerichtet!“

Dann warf der Pater unversehens seinen Rosenkranz um den Hals des Mädchens und sprach: „Durch die heiligsten Namen Jesu und Mariä, seiner heiligen Mutter, und durch die Kraft des heiligsten Rosenkranzes befehle ich euch, unreine Geister, sofort aus diesem Körper zu fahren!“

Augenblicklich waren sie gezwungen, zu gehorchen, und das Mädchen war befreit.

„Diese Erzählungen zeigen uns“, folgert der hl. Ludwig, „wie groß die Macht des heiligen Rosenkranzes ist, um alle Arten von Versuchungen der bösen Geister und jegliche Sünden zu besiegen, weil die geweihten Körner des Rosenkranzes sie verscheuchen.“


Quelle: “Britain Needs Fatima Members’ Newsletter” Issue 73, 2017 (freie Übersetzung aus dem Englischen)

Samstag, 6. Mai 2017

Bitte für uns, o Maria!




Die Geschehnisse sind allgemein bekannt. Im Laufe des Jahres 1917 haben die Hirtenkinder Lúcia, Francisco und Jacinta etliche Visionen Unserer Lieben Frau in Fátima gehabt.
Am 13. Oktober, bei der sechsten und letzten Erscheinung, ereignete sich vor einer Menschenmenge ein Sonnenwunder, das die Echtheit der Visionen bestätigte.
Unsere Liehe Frau trug den kleinen Hirtenkindern auf, der Welt zu sagen, dass sie tief unzufrieden wegen der Gottlosigkeit und des Sittenverfalls der Menschen sei. Sollten sich diese nicht bessern, nicht beten uud keine Buße tun, würde eine furchtbare Strafe kommen. Russland würde seine Irrtümer überall verbreiten, es würde zu Kirchenverfolgungen und Kriegen kommen; der Heilige Vater würde viel zu leiden haben, die Guten würden gemartert und mehrere Nationen vernichtet werden.
Um die angekündigte Strafe abzuwenden, sollten sich die Menschen bekehren, den Rosenkranz täglich beten, die Welt und Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht und die Sühnekommunion der fünf ersten Samstage praktiziert werden.
Wurde den Bitten der Muttergottes Folge geleistet?
Betrachtet man nur die erste Bitte, die Bekehrung der Menschen, dann wird es glasklar, dass sie nicht erfüllt worden ist. Ganz im Gegenteil! Die Welt ist noch tiefer in die Sünde gesunken. In den einst christlichen Ländern herrschen Gesetze, die sich frontal gegen die Gebote Gottes richten. Die Abscheu vor der Sünde verschwindet schnell. Der Glaube stirbt aus. Inmitten der allgemeinen Gleichgültigkeit kommen unsittliche Moden zum Vorschein, und schwere Blasphemien gegen Gott, die Heilige Jungfrau Maria, die Heiligen und die Kirche verbreiten sich ungehemmt.
Die Lage der heutigen Welt lässt an den verlorenen Sohn des Evangeliums erinnern. Um sich aus ihrer traurigen Situation zu befreien, braucht sie ein Wunder, das nur durch Maria kommen kann, denn sie ist die Vermittlerin aller Gnaden.
Um das zu beweisen, hat Unser Herr Jesus Christus durch ihre Vermittlung seine Wundertaten begonnen. Bei der Hochzeit zu Kana verwandelte Er durch die Bitten Mariens das Wasser in Wein.
„Bitte für uns Sünder ...“ Richten wir unser Gebet an die Gottesmutter für die Bekehrung der Sünder und den Triumph ihres unbefleckten Herzens, wie sie in Fatima versprochen hat.

Aus dem Kalender der Aktion „Österreich braucht Mariens Hilfe“ 2005.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!


Bei der letzten Erscheinung in Fatima am 13. Oktober 1917 hatten die drei Seherkinder eine Vision von der Heiligen Familie. Neben der Sonne erschienen der Heilige Joseph mit dem Jesuskind und unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Betet jeden Tag den Rosenkranz (auch in der Familie) hieß die Bitte der Muttergottes bei jeder Erscheinung. Der Himmel wollte damit schon auf die großen Bedrohungen der Familien durch die Zerstörung der Ehe, die Sünden des Fleisches, durch unsittliche Moden, durch die Verführung der Kinder in Medien und Unterricht u.v.a. hinweisen.

„Hier (in Nazaret) kommen wir noch mehr dazu, am Beispiel Marias, Josefs und Jesu die Heiligkeit der Familie zu würdigen, die im Plan Gottes auf der im heiligen Bund der Ehe geschlossenen Beziehung zwischen Mann und Frau basiert, die sich ein Leben lang die Treue halten und das von Gott geschenkte neue Leben annehmen. Wie notwendig ist es doch, dass sich die Männer und Frauen unserer Zeit wieder diese grundlegende Wahrheit zu eigen machen, die das Fundament der Gesellschaft bildet; wie wichtig ist doch das Zeugnis von Ehepaaren für die Bildung gesunder Gewissen und de Aufbau einer Kultur der Liebe!“

Nur durch die Heiligung der Familie kann unsere Gesellschaft wieder gesunden. Dazu erbittet uns die Gottesmutter alle notwendigen Gnaden, wie Jacinta sagte: „Gott schenkt uns Seine Gnaden durch das Unbefleckte Herz Mariens und die Menschen sollen sie durch dieses Herz erbitten.“

Aus dem „Goldenen Buch“ vom hl. Ludwig Maria Grignion von Monfort:

„Die wahre Andacht zu Maria ist zart, das heißt, sie ist beseelt von dem größten Vertrauen zur allerseligsten Jungfrau, die man in allem als seine gute Mutter betrachtet. Die wahre Andacht bewirkt, dass eine Seele in all ihren leiblichen und geistigen Nöten mit Einfalt, Zärtlichkeit und kindlichem Vertrauen zu Maria ihre Zuflucht nimmt und den Beistand dieser guten Mutter zu jeder Zeit, an allen Orten und in allen Anliegen erfleht: in ihren Zweifeln, um darüber erleuchtet zu werden; in ihren Verirrungen, um wieder auf den rechten Weg zu gelangen; in ihren Versuchungen, um standhaft zu bleiben; in ihren Schwachheiten, um gestärkt zu werden; bei ihren Sünden, um sich wieder zu erheben; bei ihren Enttäuschungen, um wieder Mut zu gewinnen; in ihren Gewissensängsten, um davon befreit zu werden; in ihren Kreuzen, Arbeiten und Widerwärtigkeiten des Lebens, um Trost zu erhalten. Mit einem Wort, in allen Übeln des Leibes und der Seele ist Maria Zuflucht ihres wahren Verehrers, ohne dass er zu fürchten braucht, diese gute Mutter zu belästigen oder dem Heiland zu missfallen.“

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ 2010 der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“


Donnerstag, 30. April 2015

Fatima und die Rettung der Welt

Als 1917 Unsere Liebe Frau in Fatima erschienen ist, befand sich die Welt in einer großen Notlage. Der Erste Weltkrieg, begonnen mit der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich, war noch in vollem Gang. Nach dem Krieg lagen drei Reiche – das Deutsche, das Österreichische und das Russische – am Boden.
Die materiellen Verwüstungen waren gewaltig. Aber auch die moralische! Für die Kirche begann eine Epoche der Verfolgungen und der Sittenlosigkeit, die sie nie zuvor gesehen hatte. Wie die Muttergottes prophezeit hatte, verbreitete Russland seine Irrtümer über die ganze Welt.
Zugleich fragt sich eine große Zahl von Menschen: gibt es eine Lösung für die heutige Krise? Die Antwort hierfür kommt vom Himmel: „Wenn ihr tut, was ich von euch verlange, werden viele Seelen gerettet werden und ihr werdet den Frieden erlangen.“
Deswegen ist die Verbreitung der Botschaft von Fatima eines der wichtigsten Apostolate, die man zur Zeit unternehmen kann. Ebenso sich dafür einzusetzen, dass die Bitten Mariens erfüllt werden, was eine unentbehrliche Bedingung zur Erlangung des Friedens für die Welt ist.
Wenn sich unsere Herzen öffnen, wenn wir den Rosenkranz täglich beten, wenn wir ihren göttlichen Sohn durch die Sühnekommunion der fünf ersten Samstage trösten, wenn wir Buße tun (Abkehr von dieser Welt) und insbesondere einen reinen Lebenswandel führen, dann wird das Reich Mariens bald kommen.
In diesem Sinne äußerte sich auch Kardinal Cerejeira von Lissabon: „Die Botschaft von Fatima lässt sich in die Worte zusammenfassen: Die Offenbarung des Unbefleckten Herzens Mariens für die Rettung der Welt.“

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ 2004 der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“)

Sonntag, 1. März 2015

Der Appell von Fatima

Im Gegenteil zu dem, was man sich hätte denken können, scheint die Botschaft von Fatima offensichtlich aktueller denn je zu sein. Geoffenbart an drei Hirtenkinder im Jahr 1917 beinhaltet sie einen wichtigen Appell des Himmels an die ganze Welt von heute.

Die Muttergottes kam auf die Erde, um ihre tiefe Besorgnis über die Gottlosigkeit und Verdorbenheit der Menschheit kundzutun. Die Heilige Jungfrau bat um Gebet, Buße und Bekehrung. Sollten die Menschen diese Bitten nicht erfüllen, würden furchtbare Strafen kommen durch Kriege, Hungersnot, Kirchen- und Papstverfolgung. Russland würde seine Irrtürmer über die Welt verbreiten. Viele Nationen würden vemichtet werden.

Da die Bekehrung der Menschen nicht stattfand, verwirklichten sich bereits einige der angekündigten Strafen. Heute gibt es mehr als 40 Kriege oder bewaffnete Konflikte auf der Welt. Die Irrtümer Rußlands - Gottlosigkeit und Unmoral - sind heute in allen Ländern verbreitet und religiöse Verfolgungen finden in China, Indien und Afrika statt. Gerade in dieser besorgniserregenden Zeit offenbarte der Heilige Stuhl am 26. Juni 2000 den dritten Teil des Geheimnisses von Fatima. Der Text steht in völligem Einklang mit den bei den bereits bekannten Teilen.

Im ersten Teil zeigte Unsere Liebe Frau die Hölle, die höchste und endgültige Strafe für die Sünder, die sich nicht vor dem Tod bekehren. Im zweiten Teil setzte sie die Altemative: "Wenn die Menschen Gott weiter beleidigen, wird die Welt wegen ihrer Verbrechen bestraft werden ... " Im dritten Teil erscheint ein Engel mit einem flammenden Schwert und ruft mit lauter Stimme: "Buße, Buße, Buße!"

Drei Botschaften, drei dringende Appelle zu Bekehrung, Gebet und Buße. Wie werden die Menschen mit diesen Gnadenaufrufen umgehen? Bis wann werden sie den Appellen der Mutter der Barmherzigkeit Widerstand leisten?

Am Ende des dritten Teils des Geheimnisses schreibt Schwester Lucia dass „unter den beiden Armen des Kreuzes zwei Engel waren, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen die sich Gott näherten.“ Gott sich anzunähern bedeutet, sich zu bekehren. Dies wird nur möglich in der Mitwirkung von besonderen Gnaden, versinnbildlicht durch das auf diese Seelen vergossene Blut der Märtyrer.

„Blut der Märtyrer, Samen der Christen“. Die durch das Blut der Märtyrer gereinigte Erde bestätigt das großartige Versprechen über die Ankunft des Reichs Mariens, das die Muttergottes in Fatima ankündigte: "Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren."

Die baldige Ankunft dieser marianischen Ära hängt von allen ab: Ein weltvolles Mittel um ihr Kommen zu beschleunigen, ist die Verbreitung der Botschaft von Fatima und der inbrünstige Wunsch, daß das Unbefleckte Herz Mariens in unseren Seelen herrschen und alle Arten von Bösem auf der Welt besiegen möge.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ 2001 der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“

Donnerstag, 22. Januar 2015

Linkskatholiken planen Sturm auf die Familiensynode

von Mathias von Gersdorff

Einer der wichtigsten Akzente im Pontifikat von Papst Franziskus ist die Ehe- und Familienpastoral. Um die Anforderungen unserer Zeit zu analysieren und zu besprechen, berief er eine „kleine“ Bischofsversammlung ein, die im Oktober 2014 stattfand. Diese Synode sollte eine „große“ Familiensynode vorbereiten, die im Oktober 2015 durchgeführt wird.
Wie hier schon im vergangenen September beschrieben, werden beide Familiensynoden vom Linkskatholizismus als willkommene Anlässe genutzt, wieder aktiv für ihre revolutionäre „Vision“ von Kirche und Lehramt zu werben.
Speerspitze des deutschen Links- oder Reformkatholizismus ist die Bewegung „Wir sind Kirche“. Seit etwa 20 Jahren kämpft sie für eine egalitäre Kirche und dient einer liberalen Auffassung von Moral: Schleifung der Unterschiede zwischen Laien und Priestern, Abschaffung des Zölibats, Akzeptanz außerehelicher Sexualität, Akzeptanz der Wiederheirat nach Scheidung, Verständnis für Abtreibung usw.

Pastorale Zukunftsmodelle ohne Tabus
„Wir sind Kirche“ ist ideologisch auf dem neuesten Stand

Somit propagiert „Wir sind Kirche“ innerhalb des Katholizismus sämtliche Positionen, die im säkularen Bereich diverse Organisationen und Aktivisten der sexuellen Revolution im Geiste der 1968er-Bewegung vertreten.
Wegen der durch Kardinal Kasper neu entflammten Diskussion über eine mögliche kirchliche Neubewertung von wiederverheirateten geschiedenen Katholiken, kamen alle Themen von „Wir sind Kirche“ auf den Tisch. Lange Zeit war von dieser sogenannten „Basisbewegung“ kaum etwas zu hören. In gewisser Weise hat Kardinal Kasper sie wieder aus der Versenkung geholt.
„Wir sind Kirche“ Deutschland will
 Mess-Simulationen wie in Österreich
Trotz ihrer Inaktivität ist „Wir sind Kirche“ ideologisch nicht in der Zeit stehengeblieben. Sie haben im Arbeitspapier „Texte und Arbeitshilfen zur Familien-Synode 2014-2015“ komplett die Entwicklungen der sexuellen Revolution der letzten Jahre übernommen.

Progressisten wollen alle Ebenen unterwandern

So treten sie heute für eine positive Bewertung der Homosexualität und von homosexuellen Partnerschaften ein, sie fordern eine positive Bewertung für das „breite Spektrum sexueller Beziehungen unterschiedlicher Intensität und Ausdrucksformen“, sie fordern die Akzeptanz von künstlichen Verhütungsmitteln usw. Diese Forderungen finden sich in einem Positionspapier mit dem Namen „Sexualität als lebenspendende Kraft“, was schon vieles über die Gesinnung der Autoren sagt.
Auch ihre Auffassung von Familie unterscheidet sich kaum noch von jener der Gender-Ideologen: „Ehrlich bemühte Christinnen und Christen in Sachen Familie und Partnerschaften finden sich in unterschiedlichen Lebens? und Familienformen: gut gelebte Ehen mit und ohne Kinder, gescheiterte Ehen und Partnerschaften, gelingende zweite Ehen, alleinerziehende Mütter und Väter, Patchwork?Familien, homosexuelle Partnerschaften mit und ohne Kinder, Singles in familienähnlichen Netzwerken…“
„Wir sind Kirche“ beschränkt sich aber nicht bloß darauf, Forderungen zu stellen und Arbeitspapiere zu redigieren. Sie will in allen Ebenen aktiv werden, um eine revolutionäre Kirche einzurichten. Eine Liste mit fast zwanzig „Aktionsmöglichkeiten vor Ort“ erklärt den Anhängern, wie sie die Ansichten der Bewegung bekannt machen können. Ein „Synoden-Fahrplan“ erläutert die wichtigsten Etappen bis zur Synode und koordiniert die bundesweiten Aktivitäten, um die größtmögliche Wirkung zu erreichen.

Die Hirten jagen den Wolf nicht fort

Kurz: „Wir sind Kirche“ hat eine regelrechte Kampagne organisiert mit dem Ziel, die sexuelle Revolution in der Familiensynode 2015 in die katholische Kirche einzuführen.
Diese Bewegung steht in Deutschland natürlich nicht alleine da. Eine Schar von subventionierten Theologen leistet die intellektuelle Vorarbeit, um die katholische Ehe- und Sexualmoral zu demontieren. Sie publizieren in renommierten Verlagen wie Herder oder Patmos (eine Auswahl hier). In ihren Schriften werden so gut wie alle Thesen der sexuellen Revolution in theologischer Sprache wiedergegeben, inklusive der letzten Ausprägungen der Gender-Ideologie. Die Aktivisten von „Wir sind Kirche“ brauchen diese Bücher nur zu lesen, um genügend Argumente für ihren Propagandafeldzug zu sammeln. Kurz: In Deutschland existiert eine gut geölte Maschinerie zur Zerstörung essentieller Bereiche des katholischen Lehramtes.
Fast unnötig zu sagen, dass wenige im deutschen Episkopat den unverschämten Forderungen von „Wir sind Kirche“ widersprechen. Viele unterstützen sogar die Implementierung von Kardinal Kaspers Vorstellungen zur Familienpastoral. Dass diese schon mehrmals widerlegt wurden, unter anderem durch Kardinal Ratzinger, als er noch Glaubenspräfekt war, spielt keine Rolle. Auf Biegen und Brechen wollen die Progressisten die katholische Kirche dem modernen Zeitgeist anpassen. Diese Situation ist natürlich nicht neu. Neu ist allerdings die Entschlossenheit, mit der man die katholische Ehe- und Sexualmoral über Bord werfen will.

Glaubenstreue Katholiken aus Polen, Kroatien und Afrika stützen uns

Dass in Deutschland die katholische Kirche nicht schon längst einen Sonderweg eingeschlagen hat, ist maßgeblich in Deutschland lebenden Gläubigen aus Kroatien, Polen oder Afrika zu verdanken. Ohne diese Katholiken würde vielerorts, vor allem in Großstädten, überhaupt kein Glaubensleben mehr existieren. Zudem werden sie immer aktiver und mischen sich inzwischen auch in kirchenpolitische Angelegenheiten ein. Der hierzulande noch herrschende Laien- und Rätekatholizismus von Reformkatholiken, der in den entscheidenden Ämtern sitzt und über großzügige finanzielle Mittel verfügt, bekommt allmählich Konkurrenz.
Hoffnung für die katholische Kirche in Deutschland kommt aus Ländern und Regionen, in denen der Glaube noch nicht so stark verdunstet wie bei uns: Polen, Asien, Afrika. Von dort sowie aus den USA kam bei der Familiensynode im Oktober 2014 der größte Widerstand gegen die Demontage der Ehe- und Sexualmoral. Treibende Kraft war ein Teil des deutschen Episkopats, der sich den Thesen Kardinal Kaspers anschloss.
Aber Hoffnung kommt auch von deutschen Katholiken selbst. Lange Zeit haben sie es zugelassen, dass sich der linksliberale moderne Geist in der Kirche ausbreitet. Doch auch diese Katholiken werden aktiver und organisieren sich.


Mariens Herz wird triumphieren

Wie diese Auseinandersetzung ausgehen wird, ist noch ungewiss. Eines ist sicher: Die katholische Kirche in Deutschland geht turbulenten Zeiten entgegen. „Doch am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“ hat die Gottesmutter in Fatima versprochen. O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen!

Aus „Junge Freiheit“ vom 20.01.2015

Freitag, 13. Juni 2014

Das Reich Mariens


Viele Weissagungen von Fatima sind bereits in Erfüllung gegangen. Die erste und gewissermaßen außerordentlichste war das Sonnenwunder. Bei der dritten Erscheinung hatte Lucia mit typisch portugiesischer Freimütigkeit die Heilige Jungfrau um „ein Wunder gebeten, damit alle an die Erscheinungen glauben“.
Darauf hat Maria geantwortet: „Im Oktober werde ich ein Wunder bewirken, das alle sehen werden, damit sie glauben.“ Rasch verbreitete sich diese Nachricht im Volk. Wenn das Wunder nicht geschehen wäre, hätten die Glaubenslosen und Skeptiker den Sieg davongetragen. Damit wäre das Ereignis abgeschlossen gewesen ...
Doch das Wunder geschah vor den Augen von rund 70 000 Zeugen. Die Glaubwürdigkeit Fatimas war bestätigt worden. Die Heilige Jungfrau war also wirklich erschienen.
Weitere Prophezeiungen haben sich bewahrheitet, so etwa die über den Zweiten Weltkrieg und über die weltweite Verbreitung der Lehren des Kommunismus. Doch eine – vielleicht sogar die wichtigste - ist noch nicht in Erfüllung gegangen, die Ankunft des Reiches Mariens: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren ... “.
Angesichts der sittlichen und religiösen Lage der heutigen Welt kommt man zU dem Schluss, dass sich diese Vorhersage wohl kaum je erfüllen wird, es sei denn in fernster Zukunft. Die Welt entfernt sich ja immer mehr von Gott. Die Gesetze, Einrichtungen und Sitten stehen Christus immer feindlicher gegenüber.
Wie soll es da zu einem Reich Mariens kommen? Eine solche Situation ist nichts Neues in der Geschichte.
Als der Herr auf die Welt kam, herrschte in fast allen Völkern das Heidentum. Menschlich gesehen hatte das Christentum nicht die geringste Chance sich auszubreiten. Aber die Gnade Gottes, die von den Historikern gewöhnlich nicht berücksichtigt wird, wirkte in den Seelen. Das Römische Reich hat sich bekehrt, das Heidentum ist vom Erdboden verschwunden und Rom wurde das Zentrum der Christenheit. Wer hat diesen ungeheuren Wandel bewirkt?
Die Gnade Gottes, das geheimnisvolle Wirken des Heiligen Geistes, der die Seelen stets zur Umkehr, zur Änderung ihres Lebenswandels, zu Reinheit und Heiligkeit aufruft. Der Geist Gottes ist der wirksamste Faktor in der Geschichte, der ungeheure Veränderungen im Leben der Menschen und Völker herbeigeführt hat. Er wirkt auch heute und wird es in Zukunft weiterhin tun.
Was das versprochene Reich Mariens angeht, so wird es ohne die Gnade Gottes und ohne eine große Bekehrung nicht kommen. Mit der Gnade Gottes aber wird die marianische Ära heraufziehen und sich wie einst über das Römische Reich, über die Welt ausbreiten.
An diese Prophezeiung von Fatima glauben, heißt an die Gnade Gottes glauben. Nicht an diese Prophezeiung glauben, heißt an der Gnade Gottes und an seiner Liebe zur Menschheit zweifeln.
Dies alles wird geschehen, wenn die Menschen endlich bereit sind, mit der Gnade Gottes mitzuwirken, ihre Götzen zu verlassen, ihnen den Rücken zu kehren und Gott anzubeten. Diese Gnade wird uns gewiss durch Maria zuteil. Durch sie ist Christus in die Welt gekommen; durch Maria will er auch in der Welt herrschen.

Aus dem Kalendar 2002 von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“