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Donnerstag, 9. Februar 2023

Das Wort Des Priesters: Was ist der Grund für so viel Leiden in diesem Leben?

 


Msgr Jsoé Luiz Villac

FrageWas ist der Grund für so viel Leiden in diesem Leben? Es ist gar nicht notwendig alle Arten von Übel im Einzelnen zu beschreiben, denen der Mensch in jedem Augenblick und zu jedem Anlass im Laufe seines Lebens ausgeliefert ist. Und am Ende das größte aller Leiden: der Tod! Wenn Gott barmherzig ist, warum hat er uns eine Welt so voller Turbulenzen, Leiden und Elend vorbereitet, und darüber hinaus mit einem so fatalen Ausklang? Das führt dazu, dass viele sich fragen: Gibt es überhaupt einen Gott?

Antwort – Gott existiert, Gott gibt es! Und weil er barmherzig und gut ist, wird er uns nach vielen Schmerzen (wenn sie mit Geduld getragen werden, wie es angebracht ist) einen unermesslich größeren Lohn schenken, und dazu noch einen ewigen! Ein ewiges Leben im Himmel ohne den geringsten Schatten von Leiden und im Überfluss eines vollständigsten Glücks, teilhabend an der vollkommenen Glückseligkeit Gottes selbst.

      Diese Antwort, wenn sie auch wahr und richtig ist, erklärt jedoch nicht unserem ratlosen Ratsuchenden – der für so unzählige unserer Zeitgenossen spricht – wie das von ihm dargestellte so quälende Rätsel zu klären ist. Man muss ihm langsam, Schritt für Schritt zeigen, wie wir von der Voraussetzung, dass Gott existiert, zum außerordentlichen Schluss kommen: Gott bestimmt uns ein Leben in ewiger Glückseligkeit, nachdem wir das Tal der Leiden durchritten haben. Leiden, die manchmal unermesslich und äußerst schmerzhaft sind.

      Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt bringt für das Leben der Menschen jeden Tag neue Erleichterungen mit sich, so dass in dieser „wunderbaren“ Welt der Technik das Leiden wie ein Auswuchs erscheint. Doch die Fata morgana des unaufhörlichen Fortschritts hat das Leiden nicht verdrängen können. Im Gegenteil, er schuf neue Quellen des Leidens und des Unmuts (man denke nur an den endlosen Verkehrsstaus...).  Es ist also etwas, was von der Tätigkeit des Menschen selbst hervorgeht. Welche Schuld hat Gott an einem so ungeordneten „Fortschritt“, der gerade deshalb klar und deutlich vom sel. Papst Pius IX. verurteilt wurde in seiner Enzyklika „Quanta cura“ und in seinem „Syllabus“ (1864)?

Der Tod kam in die Welt durch die Sünde

      Der himmlische und liebesvollste Plan Gottes war, vom Menschen eine Treueprüfung zu verlangen, und zwar in einem Garten der Freuden, wie es das irdische Paradies war. Der monumentale Irrtum Adam und Evas aber war, die übergroßen und heiligen Freuden des Paradieses, die Gott ihnen geschenkt hatte, mit dem Wahnsinnsakt einzutauschen, den die Schlange ihnen nahe legte: Von der verbotenen Frucht zu essen, um Gott gleich zu werden. „Ihr werdet sein wie Gott“ (Gen 3,5), versprach ihnen die Schlange.

      Der Irrtum Adam und Evas war nicht nur ein Rechenfehler. Er beinhaltete einen Akt des Hochmuts und der Auflehnung gegen Gott, um sich ihm anzugleichen. Also gerade das Gegenteil des Beweisaktes der Treue und der Unterwerfung, den Gott von ihnen verlangte. Das verursachte eine tiefe Umwälzung in ihrem ganzen Sein als Geschöpfe Gottes: Die Unschuld ihrer Seelen war zerbrochen, die Unordnung der Triebe und der Leidenschaften drang in ihre Herzen ein, ihr Geist wurde trübe und ihr Wille wurde dem anziehenden Zauber der Sünde unterworfen. Und zur Strafe ihres Ungehorsams entzog Gott ihnen das außerordentliche Privileg, das Er ihnen gewährt hatte: In den Himmel eingeführt zu werden ohne die Zerreißprobe des Todes zu erleiden. Deshalb heißt es im Buch der Weisheit, „durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen“ (Weish 2, 24).

      So sagte Gott zu Adam: „Du hast auf die Stimme deiner Frau gehört und vom Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe; darum soll der Ackerboden verflucht sein um deinetwegen; mühsam sollst du dich von ihm nähren alle Tage deines Lebens! Dornen und Gestrüpp soll er dir sprießen, und Kraut des Feldes sollst du essen! Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verzehren, bis du zum Ackerboden wiederkehrst, von dem du genommen bist. Denn Staub bist du, und zum Staube sollst du heimkehren“ (Gen 3, 17-19)

      Damit ist erklärt wie und warum das Leiden und der Tod im Alltag des Menschen hineingetreten sind. Einige Fragen bleiben aber noch offen: 1. Diese Sünde war von Adam und Eva. Was haben wir damit zu tun? 2. Das Leiden, das wir auf Erden sehen, wenn wir es als Strafe betrachten, scheint es doch übermäßig groß zu sein. Wie verbindet sich das mit der Güte Gottes?

Die Sünde unserer Ureltern

      In der Zeit, in der das Lehren der Grundwahrheiten des Glaubens noch Bestandteil des regulären  Katechismus zur Vorbereitung auf die Erste heilige Kommunion war, wurde die Lehre der Erbsünde kurz aber ausreichend vorgetragen, damit die Kinder sie in ihren späteren Bildungsabschnitten weiter entwickeln konnten. Heute scheint die Lehre der Erbsünde in den Erinnerungen vieler Erwachsener versiegt zu sein. Sie wurde erstickt durch die zwangsläufige Verkündung falscher Prinzipien, wie die der neuen progressiven Theologie und der sogenannten Theologie der Befreiung. Dies zwingt uns, elementare Glaubenswahrheiten, die früher jedes Kind auswendig kannte, wieder in Erinnerung zu rufen („Auswendig lernen? Wie entsetzlich!“, ruft man heute aus).

      Die Kirche lehrte jedoch immer, dass die Sünde Adam und Evas sich von Generation zu Generation übertragen hat und weiterhin unerbittlich weiter überträgt. Denn, da sie nun einmal die ursprüngliche Vollkommenheit verloren haben, konnten sie ihren Nachkommen nicht das weitergeben, was sie nicht mehr besaßen – die ihnen von Gott gegebene ursprüngliche Unschuld –, so wie verarmte Eltern ihren Kindern das Vermögen, das sie verloren haben, nicht mehr weitergeben können.

      Deshalb erbte die ganze Menschheit den Schuldzustand, in den unsere ersten Eltern gefallen sind, und als dessen Folge der Himmel sich für sie und für uns verschloss. Dies ist zusammengefasst die Lehre der Erbsünde, ein Makel, mit dem alle Menschen geboren werden (mit Ausnahme der Jungfrau Maria, die durch ein von Gott besonders eingerichtetes Privileg ohne diesen Makel empfangen wurde, damit sich in ihrem jungfräulichen und makellosen Schoß Gott-Mensch bilden könnte).

Die Wiederherstellung durch das Leiden

      Jesus Christus, als Gott und Mensch, war es, der auf seinen Schultern unsere Sünden getragen hat, indem er sich als Sühneopfer hingab. Mit dem Tod am Kreuz nach unendlichem Leiden erlöste er uns von unserer Erbschuld, versöhnte uns mit Gott und öffnete uns wieder den Himmel. Diese Früchte des Leidens und des Todes Unseres Herrn Jesus Christus kommen uns individuell in der heiligen Taufe zugute.

      Durch sein Leiden und Tod kaufte uns also Unser Herr Jesus Christus von der Sünde los. Der hl. Apostel Paulus sagt, dass dieser Loskauf mit unseren persönlichen Leiden vervollständigt werden muss: „Das, was an Christi Drangsalen noch aussteht, will ich ergänzen an meinem Fleisch“ (Kor 1, 24). Und das ist der tiefste Grund, warum Gott das Leiden auf Erden zulässt, damit wir, indem wir es mit Geduld ertragen aus Liebe zu Gott, unsere Seele von allen Rückständen der Erbsünde reinigen. Doch nicht nur von den Folgen der Erbsünde, sondern auch von unseren eigenen persönlichen Sünden, die wir begangen haben, müssen wir gereinigt werden. Wir sprechen von den „Rückständen der Erbsünde“, weil die Taufe in uns die Schuld tilgt (was das Wesentliche ist), aber nicht die Neigung zum Bösen aufhebt – eine Folge der Erbsünde –, das in den sieben Hauptsünden besteht: Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit und Trägheit oder Überdruss.

Kein Verhältnis zwischen Strafe und Schuld?

      Es bleibt uns noch ein Punkt zu beantworten, der vielleicht der heikelste in der Frage unseres Ratsuchenden zu sein scheint: Ist diese Flut von Leiden, die sich über uns ergießt, nicht unverhältnismäßig groß für die Sünden, die wir begehen? Diese armen Völker Afrikas, die auf ständiger Flucht sind, um sich vor dem Genozid zur retten, welche Sünden haben sie begangen, um solch großes Leiden auf sich nehmen zu müssen? Warum lässt Gott zu, dass es so viele Häresien gibt, die die Einheit der Kirche zerreißen?

      Dies sind in Wahrheit sehr heikle Fragen, die aber beachtet werden sollten.

      Kommen wir noch einmal zurück zur Erschaffung des Menschen. Gott wollte nicht ein Wesen schaffen, das keine Entscheidungsfreiheit besäße. Er gab ihm also die sogenannte Gabe der freien Entscheidung oder des freien Willens, d.h., die Fähigkeit frei nach eigenem Willen über sich selbst zu verfügen. Der Mensch ist ein rationales (mit Vernunft ausgestattetes) und freies Wesen, denn anderenfalls wäre er nicht verantwortlich für seine Taten und hätte keine Verdienste und keine Schuld. Gott wollte aber nicht, dass dem Menschen der Lohn der ewigen Seligkeit im Himmel ohne sein Dazutun (Verdienst) gewährt würde. Es geschah aber, dass, was wir schon wissen: Adam sündigte, und in Adam sündigte die ganze Menschheit, in dem oben schon erklärten Sinn.

      So haben die Massaker in Afrika und so viele andere Gräueltaten in der Welt, wie auch die Häresien, ihre Ursache im Missbrauch des freien Willens der sündigen Menschheit. Um sie zu verhindern, müsste Gott den Menschen die Hände binden, was ihnen aber jeglichen Verdienst und Unverdienst nehmen würde, wie oben erklärt.

      Hier ist also in einigen Zeilen das Thema gegeben. Dennoch ohne weitere wichtige Faktoren zu behandeln, wie zum Beispiel der Einfluss des Teufels auf die Menschen, der in der Heiligen Schrift „der Fürst dieser Welt“ (Joh 16, 11) genannt wird. Durch das Anschlagen der Saiten der Leidenschaften, verleitet er den Menschen zur Sünde und zur Ausführung alles Bösen.

      Das Ende dieser Kommentare kann nichts anderes sein, als ein Aufruf das Leben ernst zu nehmen und dass wir es als eine Pflicht ansehen, uns nicht in unseren persönlichen Problemen zu verschließen, sondern im Maße unserer Möglichkeiten uns ganz dazu hingeben, dass das Gesetz Gottes, so wie es in den zehn Geboten ausgedrückt wird, von allen respektiert wird. Zunächst in uns selbst, dann in der Familie, im sozialen Unfeld, dem wir angehören, in unserem Ort, im Land und auf der ganzen Welt. Denn in einer Gesellschaft, die sich nach Gottes Willen aufbaut, funktioniert alles in bester Ordnung und das Maß des Leidens für jeden, wird das Geringste sein in diesem Tal der Tränen.

      In unseren Kummer und Leiden ist es höchst ratsam bei der Jungfrau Maria Zuflucht zu suchen. Bitten wir sie, sie möge lindern, was nach Möglichkeit gelindert werden kann; sie möge uns Kraft geben den Kelch der Schmerzen zu trinken, wenn es nicht möglich ist, ihn zu entfernen. Sie möge an unserer Seite sein, als Mittlerin aller Gnaden!

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Deepl-Übersetzer kostenlose Version von „A palavra do Sacerdote“ von Msgr. José Luiz Villac in „Catolicismo“, April 2008.

Die deutsche Fassung „Das Wort des Priesters“ in „Catolicismo“ April 2008 erschien erstmals in www.r-gr.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 


Samstag, 9. Oktober 2021

Durch das Kreuz zur Herrlichkeit

 Der Obelisk vor der Lateranbasilika ist der größte noch erhaltene ägyptische Obelisk der Welt. Mit einem Gewicht von 455 Tonnen wurde er im Jahr 357 nach Italien transportiert und ist der höchste Obelisk des Landes. An der Spitze wurde das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus angebracht. Es befindet sich auf dem Platz vor der Lateranbasilika und dem Krankenhaus San Giovanni Addolorata

„Wenn du nicht mit Freuden leidest, wie Jesus Christus, oder mit Geduld, wie der gute Schächer, so musst du dennoch leiden, auch wenn du es nicht willst, wie der böse Schächer“.

Am 14. September feiert die Kirche den Tag der „Erhöhung des Heiligen Kreuzes“. Der Apostel Paulus sagt: „Wir sollen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen; denn in ihm ist unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung, und durch ihn haben wir die Befreiung empfangen“ (Gal 6,14).

Zum Gedenken an dieses große Datum folgt ein Auszug aus dem Buch „Rundbrief an die Freunde des Kreuzes“ des heiligen Ludwig Maria von Montfort:

        »Wenn du dagegen leidest, weil und wie Gott es will, so wird das Kreuz zu einem süßen Joch, welches Jesus Christus mit dir tragen wird; es wird deiner Seele Flügel geben, mit denen du dich zum Himmel schwingst; es wird zum Mastbaum des Schiffleins, das dich glücklich und leicht in den Hafen des Heiles bringt.«

»Schauet hin, meine teuren Freunde des Kreuzes, auf die große Zahl […]der Apostel und Märtyrer, die mit ihrem Blute den Erdboden gerötet haben, und den Wandel so vieler verarmter, verdemütigter, verbannter, verstoßener Jungfrauen und Bekenner, die alle mit dem hl. Paulus ausrufen: „Sehet hin auf unseren guten Jesus, den Urheber und Vollender des Glaubens, den wir ihm und seinem Kreuz entgegenbringen. Er musste leiden, um durch das Kreuz in seine Herrlichkeit einzugehen.«

»Sehet hin auf unseren guten Jesus, den Urheber und Vollender des Glaubens, den wir ihm und seinem Kreuz entgegenbringen. Er musste leiden, um durch das Kreuz in seine Herrlichkeit einzugehen. Sehet, wie neben Jesus, dem Gekreuzigten, ein Schwert des Schmerzes auch das zarte und unschuldige Herz Mariä durchbohrt, die nicht nur von der Erbsünde, sondern auch von jeder persönlichen Sünde frei geblieben ist. Könnte ich mich doch über die Leiden des einen oder anderen Heiligen verbreiten, um zu zeigen, dass unsere Leiden im Vergleich zu den ihrigen nichts sind!

Wer von uns möchte sich nach dieser Erwägung noch sträuben, sein Kreuz willig auf sich zu nehmen? Wer würde nicht gern zu dem Orte eilen, wo das Kreuz seiner wartet und mit dem hl. Märtyrer Ignatius ausrufen: „Feuer, Martern, wilde Tiere, alle Qualen des Teufels mögen über mich kommen, damit ich Jesus Christus genieße!

Wenn ihr aber trotz alledem nicht geduldig leiden, euer Kreuz nicht mit Ergebung tragen wollt, wie die Auserwählten es getan haben, so müsset ihr es gleichwohl ertragen, wenn auch mit Murren und Ungeduld, wie es bei den Verworfenen der Fall ist. Ihr werdet dann jenen beiden Tieren gleichen, welche unter Gebrüll die Bundeslade zogen; ihr werdet dem Simon von Cyrene nachahmen, der gegen seinen Willen die Hand an das Kreuz Jesu Christi legte und es mit Murren trug; es wird euch endlich ergehen, wie dem bösen Schächer, der von der Höhe des Kreuzes in den Abgrund der Hölle fiel.

Nein, nein, diese verfluchte Erde, auf der wir leben, kann keine Menschen selig machen; in diesem Lande der Finsternis kann niemand das Licht der Wahrheit klar erkennen. Auf diesem stürmischen Meere sind wir nie in voller Ruhe, auch nie ohne Kampf an dieser Stätte der Versuchung und dauernden Ringens mit den Mächten der Finsternis. Selbst vor Verletzungen können wir auf die Dauer nicht sicher sein auf dieser mit Dornen bedeckten Erde: kurz, die Auserwählten wie die Verworfenen müssen hier in gleicher Weise, ob sie wollen oder nicht, ihr Kreuz tragen. Behaltet diese vier Verse:

Wähle dir nur ein Kreuz, von denen die du auf Kalvaria siehst;

Wähle weise, denn du musst leiden,

Entweder als Heiliger oder als Büßer

Oder als Verworfener, der niemals Ruhe findet.



Das bedeutet, wenn du nicht mit Freude leidest, wie Jesus Christus, oder mit Geduld, wie der gute Schächer, so musst du dennoch leiden, wie der böse Schächer. Bis zur Hefe musst du dann den bittersten Kelch trinken, ohne irgend einen Trost der Gnade zu haben, die ganze Last deines Kreuzes musst du auf dich nehmen, ohne auf die mächtige Hilfe Jesu Christi zählen zu können. Sogar jene verhängnisvolle Last musst du noch tragen, welche der Teufel deinem Kreuze hinzufügt durch die Ungeduld, in die er dich verstrickt, bis du unglücklich, wie der böse Schächer, auch noch in der Ewigkeit mit ihm in den Flammen der Hölle vereinigt wirst.

Wenn du dagegen leidest, weil und wie Gott es will, so wird das Kreuz zu einem süßen Joch, welches Jesus Christus mit dir tragen wird; es wird deiner Seele Flügel geben, mit denen du dich zum Himmel schwingst; es wird zum Mastbaum des Schiffleins, das dich glücklich und leicht in den Hafen des Heiles bringt.

Trage dein Kreuz mit Geduld, so wirst du Licht finden in so mancher geistigen Finsternis; denn was weiß der, welcher durch Versuchung nicht gelitten hat? Trage dein Kreuz mit Freuden, und du wirst mit dem Feuer der göttlichen Liebe entzündet werden; denn niemand lebt ohne Leiden in der reinen Liebe des Heilandes. Man pflückt Rosen nur unter den Dornen; das Kreuz allein bietet der Liebe Gottes Nahrung, wie das Holz dem Feuer.«

 

Aus dem Portugiesischen in
https://www.abim.inf.br/pela-cruz-a-gloria/

Deutscher Text des „Rundschreibens an die Freunde des Kreuzes“ aus
https://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=5308.0

Diese deutsche Fassung „Durch das Kreuz zur Herrlichkeit“ erschien erstmals in www.r-gr.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Fotos: PRC.

Montag, 21. März 2016

Gedanken zur Fastenzeit

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lief eines Tages in Italien eine Gruppe sehr reicher Jugendlicher von Carpinete in den Nachbarort, um sich dort zu vergnügen. Alle waren gut gelaunt. Unterwegs begegnete ihnen eine Bettlerin:
„Habt Erbarme mit mir, junge Herren, meine drei Kinder warten zu Hause hungernd auf mich!“ Jeder gab ihr etwas, doch einer gab ihr das ganze Geld, das er bei sich hatte. Gerührt von dieser großherzigen Gabe weinte die arme Frau und sagte: „Gott segne Dich, mein Sohn! Ich werde jeden Tag für Dich beten! Du hast mir so viel gegeben, dass ich einige Monate davon leben kann. Gott segne jeden Deiner Schritte! Du könntest Priester werden. Ich werde dafür beten!“ 
Dieser großmütige Junge war Gioacchino Pecci. Er wurde Priester und später Papst. Er nahm den Namen Leo XIII. an.

Ja, beten wir für unsere Familien: für die Kinder und Enkel; für die Kirche, für unsere Gemeinde; beten wir in der Fastenzeit auch den Kreuzweg! Nehmen wir uns doch immer wieder das Kreuztragen unseres Heilandes und Seiner vielgeliebten Mutter Maria vor Augen. Das, was uns am Weg zu Gott seufzend macht, das ist das KREUZ. Das, was allein unsere Rettung ist, das ist das Kreuz. Wir sehen im Kreuz meist nur das Schwere, das Opfer; wir sollen es aber auch anders sehen. Auch die Gottesmutter, die Auserwählte, die Freude des Dreieinigen Gottes und der Jubel aller Engel, war Kreuzträgerin. Sie sah es in seiner ganzen grausamen Realität, als Sie an jenem grauen Morgen, da Ihr Sohn vor Pilatus stand, über den Zimmermannsplatz ging und es dort zusammengefügt wurde; als Sie selbst unter dem Kreuz stand, da sah Sie nur mehr Ihr Kind, das dort hing, und alles andere war versunken.
Haben wir ein Kreuz und das Bild der schmerzhaften Gottesmutter darunter? Dort knien wir nieder, so oft ein Kreuz uns drückt. Dort schauen wir auf Ihn, den König der Märtyrer und des Herzeleides. Vom Kreuz kommt nicht nur Licht, sondern mehr noch: Kraft, Gnade in überreicher Fülle. Aber wir müssen es herzhaft umfassen im Gebet. Die Welt ist eine Prozession von Kreuzträgern, jeder Mensch wird in dieser Welt zum Kreuz tragen geboren. Entweder trägt er sein Kreuz Christus nach geduldig wie Er, in guter Meinung wie Er, dann trägt er es dorthin, wo kein Kreuz mehr ist, sondern nur Herrlichkeit. Oder er trägt es fluchend und grollend und dann wird er doch nicht befreit davon, dazu trägt er es dorthin, wo kein Kreuz mehr ist, sondern ewige Verzweiflung und Qual.

O Heiland, hilf uns das Kreuz zu tragen. Schmerzhafte Gottesmutter bitte für uns und für alle Kreuzträger, vor allen für alle Kranken und Leidenden.

Aus „Gottesdienstordnung St. Martin Engelfangen“ Februar 2007, Pater B.U.