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Donnerstag, 18. Juli 2019

Amazonas-Synode oder 3. Vatikanisches Konzil?



von Marcos Luiz Garcia
Für Katholiken wird das Panorama in der heiligen katholischen, apostolischen und römisch
en Kirche von Tag zu Tag düsterer.
Die linke Offensive, die durch die Bischofssynode am Amazonas vorbereitet wird, deutet auf eine echte Revolution hin, nicht nur in Bezug auf unsere Einschätzung der Kirche, sondern auch mit apokalyptischen Konsequenzen für die gesamte Weltordnung.
Das vor kurzem veröffentlichte Vorbereitungsdokument, das die Tagesordnung dieser Synode festlegt, ist wirklich beängstigend! Eher könnte man es als Vorbereitungsdokument für das Dritte Vatikanische Konzil bezeichnen, da die „panamazonische Synode“ zum Zweiten Vatikanischen Konzil steht, wie dieses zum Konzil von Trient.

Mit anderen Worten, die wahre Explosion pastoraler und lehrmäßiger Veränderungen, die das Zweite Vatikanische Konzil in der Kirche hervorgerufen hat, wird mit der Einrichtung der „Amazonaskirche“ wiederholt, jedoch in einem viel ernsteren und radikaleren Rahmen. Die sog. „Hermeneutik der Kontinuität“, jetzt schon unmöglich, verdunstet einfach vollständig.
Um besser zu verstehen, was ich meine, ist es notwendig, auf das antimodernistische Pontifikat des hl. Pius X. zurückzugehen, der sein Leben dem Kampf gegen den Modernismus widmete, eine Häresie, die seiner Meinung nach alle Häresien enthielt.
Nach dem Pontifikat des hl. Pius X. begann sich der Kampf gegen den Modernismus zu lockern, und es entstand allmählich eine Doktrin, die weiterhin der Modernismus selbst ist, jedoch in einem scheinheiligen Mantel umhüllt, unter der Bezeichnung eines sog. Progressismus.
Zur gleichen Zeit entzog eine in der Seele der Katholiken erzeugte sentimentale Erweichung, diesen die Kampfbereitschaft und impfte ihnen einen kapitulierenden, kompromissbereiten und sanften Geist ein, der sich bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil verstärkte.
Als der Katholizismus ausreichend erweicht war, war es möglich, die „Neuigkeiten“ des Zweiten Vatikanischen Konzils und dann die zunehmende Entstellung des katholischen Geistes und der katholischen Mentalität in Gang zu setzen. Die Befreiungstheologie gewann an Fahrt und die katholische Linke wurde immer stärker.
Ein Teil der Gläubigen nahm Anstoß am Progressismus und lehnte ihn ab. Ihnen wurde anstelle der traditionellen katholischen Spiritualität ein Charismatismus der amerikanischen protestantischen Pfingstler angeboten.
Diese Veränderungen in der Kirche empörten viele schwachgläubige Katholiken, die mangels grundfester Überzeugung es vorzogen, sie zu verlassen, um sich protestantischen Religionen anzuschließen.
Nichts Bedeutendes wurde von den Hirten unternommen, um die verirrten Schafe zurückzuholen, denn die ökumenische Haltung der katholischen Linken lehrt, dass es nicht so schlimm ist, die Religion zu wechseln. Daher sehen wir sei dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis heute, dass die brasilianische katholische Herde unter der Gleichgültigkeit der meisten Hirten von 97% auf etwas mehr als 50% zurückgegangen ist. Es gibt sogar ein Verbot des „Proselytismus“, das heißt, kein Apostolat, um sie wieder zur Kirche zurückzuführen.
Gleichzeitig entstellte sich ein immenser Teil des Klerus immer mehr, verlor seine Sakralität, Ehrenhaftigkeit und Heiligkeit und zeigte sich immer mehr als Freund der alten reißenden Wölfe.
Nachrichten über die schwersten moralischen Skandale, die von einer großen Anzahl von Geistlichen begangen wurden, füllen die Zeitungen vieler Länder und werfen die Schafe in zunehmender Ratlosigkeit.
Mit tiefer Traurigkeit sehen wir das gegenwärtige Pontifikat, das von ungewöhnlichen Dingen durchdrungen ist, andauernde bestürzende Handlungen aufweist und oft Erklärungen abgibt, die der traditionellen Lehre widersprechen, und in den Seelen einen allgemeinen Zweifel darüber aufkommen lässt, was eigentlich die katholische Kirche ist, was ihre wahren und unveränderlichen Prinzipien sind und die Fragen aufdrängen: Was ist hier richtig? Was ist falsch?
Und genau inmitten dieses religiösen Chaos wird eine Synode einberufen, die praktisch eine neue Kirche ins Leben rufen wird, die vollständig dem Stammesleben der Indianer angepasst ist. Sie wird eine neue Phase einläuten, die, wie von ihren Führern angekündigt, auf die gesamte Weltkirche angewendet werden soll. Es ist die Ankündigung einer tiefgreifenden Revolution, die die wahre Vorstellung der Kirche bei den meisten Katholiken völlig zerstören und sie in eine nie zuvor gesehene Glaubenskrise stürzen wird.
Sollte dieser Plan erfolgreich sein, werden die Katholiken, die sich ihm anschließen, ihre Religion ändern und die immense Herde unseres Herrn Jesus Christus wird auf eine Minderheit reduziert. Eine Minderheit, die wahrscheinlich viel zu leiden haben wird. Aber sie wird durch die Verheißung unseres Herrn gestützt, dass die Pforten der Hölle die Kirche nicht überwältigen werden und mit Ihm im Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens siegen wird, der von Unserer Lieben Frau in Fatima versprochen wurde.
16. Juli 2019
Aus dem Portugiesischen in
http://www.abim.inf.br/sinodo-da-amazonia-ou-concilio-vaticano-iii/#.XTByHDfVIdU

Freitag, 22. März 2019

Die Amazonas-Synode auf dem Weg zum öko-Sozialismus



Mathias von Gersdorff


Foto: Pixabay

Donnerstag, 21. März 2019
Dass die Amazonas-Synode ein progressistisches Festival werden würde, ahnte man bereits. Stichwort „Abschaffung des Zölibats aus pseudo-pastoralen Gründen“. Doch es fehlte noch an konkreten Hinweisen, um dies zu dokumentieren. Diese werden nun allmählich geliefert.
Die Jesuiten-Universität Georgetown in Washington, bekannt für ihre extravaganten theologischen Experimente, veranstaltet eine Konferenz zur Vorbereitung der Amazonas-Synode. 
Die „Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet dazu: „Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat sprach sich für klare Ziele aus. >Der umfassende Schutz der ausgegrenzten Armen und der geschundenen Schöpfung haben absolute Priorität<, erklärte Hauptgeschäftsführer Michael Heinz.“
Konkret bedeutet das: Angeblich pastorale Ziele werden verpackt in einem Programm zum Schutz einer „ausgegrenzten sozialen Schicht“ und zum Schutz einer angeblich „geschundenen Schöpfung“.
Dem europäischen Leser mag diese Verknüpfung fremd vorkommen. In reformkatholischen Kreisen Lateinamerikas ist diese Verbindung aber durchaus üblich. Hier geht es um eine Fortentwicklung der klassischen Befreiungstheologie (Übernahme der Methode des Klassenkampfes für kommunistische Ziele unter dem Deckmantel der katholischen Religion) hin zu einer Verschmelzung mit dem neuheidnischen und sozialistischen Ökologismus. 
Insbesondere in Lateinamerika gingen diese beiden sozialistischen Strömungen in den letzten 30 Jahren (zumal nach der Verurteilung der Befreiungstheologie im Jahr 1984 durch Kardinal Ratzinger) eine Allianz ein: Nicht nur das sog. Proletariat demnach in der Marktwirtschaft ausgebeutet, sondern auch die Umwelt. Die Befreiungstheologie versteckte sich nach der Verurteilung durch die Glaubenskongregation im Gewand des Umweltschutzes. Sein altes Ziel behielt sie aber stets im Auge, also die Errichtung einer katholisch getarnten sozialistischen Gesellschaft. 
Eine Überwindung dieser „Ausbeutung“ gelingt nach dem Verständnis der Progressisten durch die Aufhebung des Privateigentums und die Einführung eines marxistischen Systems. Eine solche Gesellschaft wird die Menschen zu ihrem primitiven "Urzustand" führen, in der sie zwar bar jeglicher Zivilisation, aber im Einklang mit der Natur leben. Im Grunde eine Art Naturreligion mit katholischem Anstrich.
Dass hier marxistische politische Ziele unter „katholischem“ Gewand angestrebt werden, ist offensichtlich.
Die marxistische Revolution kann aber noch viel universeller ausgerufen werden. Wieso soll sie nur für die Amazonas-Anrainer gelten? KNA schreibt nämlich: >"Die Rechte der indigenen Völker werden regelmäßig mit Füßen getreten, wenn am Amazonas für unsere Autos Erdöl gefördert, für unsere Kraftwerke Kohle abgebaut, oder für unseren Fleischhunger Rinder gemästet werden", ergänzte Thomas Wieland, der für Adveniat an der Konferenz in Washington teilnimmt.<
Hier werden klassisch sozialistisch-populistische Assoziationen hergestellt, nämlich das Bild des Südens, welches vom reichen Norden ausgebeutet wird. Ein klassisches sozialistisches Klischee der 1960er und 1970er Jahre.
Die Wahrheit ist eine ganz andere: Dank marktwirtschaftlicher Reformen (die man von Ländern des „Nordens" kopiert hat) und Investitionen des „verhassten Nordens“ haben die lateinamerikanischen Staaten die wirtschaftliche und technologische Anpassung an die Industrieländer gefunden. Dies geschah durch den wirtschaftlichen Anschluss an kapitalistische Länder wie den Vereinigten Staaten, Deutschland und Japan. 
Solange die Länder Lateinamerikas sich in der Peripherie von kommunistischen Diktaturen wie die Sowjetunion oder Kuba aufhielten, waren sie unterentwickelt und erreichten minimale Wachstumsraten. Das gilt vor allem für die Anrainer-Staaten des Amazonas. 
Erst durch marktwirtschaftliche Reformen in den 1980er und 1990er Jahren konnten massenhaft arme Menschen in den Mittelstand aufsteigen. Dies erwähnen die Progressisten in Europa niemals, denn sie wollen das Bild eines unterentwickelten und armen Lateinamerikas pflegen. 
In Berkeley wird auch Kardinal Reinhard Marx sprechen. KNA schreibt über ihn: „Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die politische Bedeutung der Amazonas-Synode im Herbst unterstrichen.“
Damit ist sozusagen die „Katze aus dem Sack“. Es geht vor allem um Politik und zwar um sozialistische Politik. Es geht nicht um die Bekehrung der Völker zur katholischen Kirche oder um die Verbreitung des katholischen Glaubens im Amazonas-Gebiet. 
Nein, in der Amazonas-Synode geht um die Schaffung eines neuen sozialistischen, ökologistischen und antieuropäischen Paradigmas: Eine primitive Kirche in der Wildnis als Modell für die Universalkirche. Und eine Abkehr des benediktinischen Ideals von Kirche, der die Förderung des katholischen Glaubens stets mit der Förderung des zivilisatorischen Fortschritts der Menschheit verknüpfte.

Erstmals veröffentlicht in http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com