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Samstag, 19. März 2022

Die Seher von Fatima und die Fastenzeit


 

Von José Maria Alcasid

Fastenzeit, ist die Zeit des liturgischen Jahres, in der die Heilige Mutter Kirche die Katholiken aufruft, zu fasten und sich im Geiste der Buße und der Entsagung von Fleisch zu enthalten, und die Gläubigen auch ermutigt, die schmerzreiche Passion Unseres Herrn Jesus Christus zu betrachten.

In dieser bußfertigen Übung dient uns Unser Herr Jesus Christus als oberstes Vorbild: er ging den Weg der Abtötung, indem er vierzig Tage und vierzig Nächte zur Vorbereitung auf den Beginn seines öffentlichen Lebens fastete. Er, der das zärtlichste Mitgefühl für demütige und reuige Sünder hat, versichert uns: „Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr.“ (Lk 5,32). Und in einem höchsten Akt der Aufopferung bot er sich selbst zum Opfer dar, um uns zu erlösen und nahm seine leidende Menschlichkeit an für die Rettung der Welt.

Wie können wir uns unsere geistlichen Übungen in der Fastenzeit im Sinn der Fatima-Botschaft vorstellen?

1. Während der Fastenzeit wird Fatimas Dauerthema von Gebet, Buße und Umkehr des Lebens in unserem täglichen Leben immer wichtiger.

Heutzutage sind viele an die Bequemlichkeiten gewöhnt, die der technologische Fortschritt bietet: Fast-Food, TV-Dinner, Handys, Geldautomaten, Expressversand, Internet, E-Mail, Online-Shopping, etc. - moderne Erfindungen, die den frenetischen Wunsch dazu bringen, Dinge schnell und einfach zu erledigen. Alles kommt sofort auf einen Fingerwink. Und voilà! Das wiederkehrende Mantra springt heraus: „Ich will es und ich will es JETZT.“ Kurz gesagt, keine Aufregung, kein Aufschub! Schluss!

• Die Anziehungskraft der Sieben Hauptsünden

In einer schnelllebigen Welt wie diese, ist sofortige Befriedigung die Regel. Traurigerweise öffnet sie auch weit die Tür zur Sünde und Laster. Die unzähligen Anzeigen, die man in diesen Tagen beobachtet oder liest, verlangen in mehr als einem Fall nach den sieben Hauptsünden. Eine neue Anti-Falten-Gesichts-Creme schmeichelt der Eitelkeit einer 50-Jährigen; ein üppiges und verlockendes Nahrungsmittelprodukt stillt die gefräßigen Tendenzen einer anderen; das neue Auto des Nachbarn schürt den Neid; ein exotisches Parfüm weckt einem die Leidenschaft und die Wollust; ein Verkaufsgespräch über schnelleren Lieferservice vermindert den Zorn über einen zuvor verpfuschten Job; und so geht es weiter auf der ganzen Linie.

In anderer Hinsicht leidet jeder Mensch an einer herrschenden Leidenschaft oder Laster, die alle anderen dominiert und häufig dazu führt, dass man aus dem Stand der Gnade fällt. Sei es Stolz oder Sinnlichkeit, Unmäßigkeit, eine lose Zunge oder was auch immer wir mehr oder weniger kennen an unseren eigenen Schwächen. Dank der Gnade Gottes bietet uns die Fastenzeit die Möglichkeit, diesen oder jenen Fehler durch ernsthaftes Nachdenken, Gebet und Bußübungen zu bekämpfen.

Würde es uns viel kosten, wenn wir in der Fastenzeit unsere Bequemlichkeiten aufgäben, und unsere Sinne für das Wohl unserer Seelen abtöten würden? Wenden wir uns an die Kinder von Fatima mit der Bitte um Eingebung und Mut dies zu erreichen.


2. Beispielhafte Vorbilder der Buße und des Opfers

Der Engel von Portugal lehrte den Kindern die Tugend, durch das Gebet und durch Opfer, um für die Bekehrung der Sünder zu bitten. Er erklärte ihnen die zwingende Notwendigkeit, für die Beleidigungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeit gegen das Allerheiligste Sakrament zu sühnen.

Unsere Liebe Frau von Fatima forderte von den Kindern konsequent für die Bekehrung der Sünder zu beten und zu opfern. Diese Forderung gipfelte in der Vision der Hölle, die eine tiefe und nachhaltige Wirkung auf sie hatte. Nachdem sie die Schrecken und Qualen des ewigen höllischen Feuers gesehen hatten, wurden die Seher zu Helden der Opferbereitschaft und der Buße.

• Ein Strick als Bußinstrument

Die Kinder ersannen neue Möglichkeiten, um ein echtes Büßerleben zu führen. Lucia fand eines Tages ein Seil und schlug vor, es in drei Stücke zu schneiden, so dass ein jeder von ihnen es dauerhaft um die Taille tragen konnte. Dies praktizierten sie mit solchem Eifer, dass es selbst ihren Schlaf beeinträchtigte. Wenn es auch Gott gefiel, so empfahl Maria ihnen später, den Strick des Nachts abzutun.

• Hunger leiden

Francisco hielt es für ein gutes Opfer, ihr Vesperbrot den Schafen zu geben und später armen Kindern, die sie auf dem Weg trafen. So fasteten sie viel, ganz im Geiste von strengen Mönchen. Sie ernährten sich bewundernswert mit Eicheln von Steineichen und Eichen, Pinienkernen, Wurzeln, Beeren, Pilzen und anderen Dingen, die an den Wurzeln der Pinien wuchsen.

• Durst leiden

Bei einer Gelegenheit entschlossen sich Lucia und die beiden anderen Kinder, als sie starken Durst verspürten, auf ein Glas Wasser zu verzichten, das Lucia aus einem nahe gelegenen Haus holte und es stattdessen in eine Steinhöhlung schüttete, um die Schafe zu tränken.

• Selbstaufgelegte Schmerzen

Bei anderen Gelegenheiten schlugen sie ihre Beine mit Nesseln, „um Gott ein weiteres Opfer darzubringen“.

Das waren erbauliche Beispiele der Opferbereitschaft der Seherkinder, die sie nach ihrem tiefen Verständnis der dringenden Notwendigkeit von Buß- und Opferhandlungen übten, um die göttliche Gerechtigkeit und die Verletzungen gegen das Unbefleckte Herz Mariens zu mildern.

Lassen Sie uns alle das zu Herzen nehmen und es auf unsere eigene Situation anwenden, wenn man die weit verbreitete Dekadenz betrachtet, die das moralische Wohlergehen unserer heutigen Zeit zersetzt. Es ist unleugbar, dass viel Buße und Gebete nötig sind, um für all diese Übertretungen zu sühnen. Man braucht ja nur die Zeitung auf zu schlagen oder die abendlichen Nachrichten anzusehen, um Beweise zu finden.

3. Realistische Entschlüsse, die für unseren Zustand und unsere Zeiten geeignet sind

Die Botschaften, die vom Engel von Portugal und der Königin des Himmels und der Erde in den Erscheinungen den drei Kindern offenbart wurden, sprechen alle von der Schwere der Sünden und Verbrechen der Menschheit - eine Tragödie, die um ernsthafte und entschlossene Sühne und Bekehrung bittet, um den Zorn Gottes zu besänftigen. Um eine schreckliche Züchtigung abzuwenden, bittet die Muttergottes die Menschen, innig für die Bekehrung der Sünder zu beten und viele Sühneopfer zu bringen.

• Ein Gefühl der Dringlichkeit und ein Aufruf zum Handeln

Wir müssen diese Warnung mit äußerster Ernsthaftigkeit und Unmittelbarkeit aufnehmen. Es ist eine hochrangige Botschaft für unsere Zeit, die alle Menschen betrifft.

Die Seher von Fatima antworteten auf diesen Ruf, indem sie heldenhafte Taten der Buße und Sühne übten, denn sie haben den tiefen Sinn und die Notwendigkeit erkannt, den göttlichen Zorn zu beschwichtigen. Nehmen wir ihr Vorbild auf, und betrachten wir die Fatima-Botschaft im Lichte der großen moralischen Krise unserer Tage.

• Kein einfacher Ausweg

Was hier bisher geschrieben worden ist, wäre reine Verschwendung, wenn es unsere Vernunft, unsere Mentalität nicht ändert und unseren Willen nicht hinführt, um ernsthafte Vorsätze zu treffen. Wenn der Dienst Gottes nur darin bestehen würde, gewisse Verpflichtungen, fromme Übungen und vorgeschriebene Gebete zu erfüllen, die mit einem Leben von Bequemlichkeit und Trost vereinbar sind, dann würde die Kirche mit neu erstandenen Heiligen überschwemmt werden.

Aber das ist nicht der Fall. Leider liegt es in unserer menschlichen Natur, Leiden zu fliehen, Schmerzen zu vermeiden und selbstzufrieden zu sein mit den kleinen Fortschritten, die wir im geistlichen Leben erzielen. Lasst uns unseren falschen Optimismus ablegen. Verwerfen wir unsere Lauheit und unseren lauwarmen Geist. Ersetzen wir mit einer veränderten Mentalität unsere falschen Vorstellungen durch eine aufrichtige und anhaltende Reue über unsere Sünden.

• Das Kreuz tragen

Nehmen wir uns den göttlichen Rat zu Herzen: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Lukas 9,23.

Das Kreuz ist die Verkörperung des Evangeliums und der glorreiche Maßstab für einen wahren Christen. Und indem wir unser Kreuz tragen, müssen wir uns demütigen und uns selbst als unseren größten Feind betrachten, mit dem wir für den Rest unseres Lebens einen ständigen Krieg führen müssen.

Die aktuelle Situation und die Botschaft von Fatima lassen die obigen Überlegungen in einem anderen Licht erscheinen. Was auch immer wir an Selbstverleugnung oder Opfern praktizieren wollen, wir müssen es mit Demut und Besonnenheit tun. Ob Fastenzeit oder nicht, wir müssen uns angesichts des unverminderten moralischen Chaos, das die Menschheit heimsucht, einen dauerhaften Bußgeist aneignen, denn wir befinden uns in der Tat in außergewöhnlichen Zeiten!

Und schließlich sollten wir uns an die Gottesmutter wenden, um Inspiration, Kraft und Stärke zu finden, immer in der Hoffnung auf ihr Versprechen von Fatima,

„Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“.

 

Aus dem Englischen mit Deepl-Übersetzer in https://www.americaneedsfatima.org/blog/the-fatima-seers-help-you-have-the-best-lent-ever

Samstag, 12. Juni 2021

Fatima einhundertvier Jahre später (1917-2021)


Einhundertvier Jahre sind seit den Erscheinungen Unserer Lieben Frau, die am 13. Mai 1917 in Fatima stattfanden, vergangen.

In diesen einhundertvier Jahren sind viele Ereignisse Geschehen, die die Muttergottes den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta angekündigt hatte, aber die Prophezeiung hat sich noch nicht erfüllt.

Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens, auf den so viele Seelen warten und auf den sie in diesen 104 Jahren so intensiv vertrauten, ist noch nicht eingetreten. Steht es unmittelbar bevor? Wird es noch lange dauern bis dahin? Keiner weiß es.

Aus logischer und menschlicher Sicht müssen wir sagen, dass Gott zu spät kommt, weil die Kirche und die gesamte Gesellschaft vor einer beispiellosen Krise stehen, die Menschheit hat sich nicht bekehrt, und der Teufel feiert seinen Sieg. Aber wir wissen auch, dass die Göttliche Vorsehung mit Weisheit alles regelt, was im Universum geschieht.

In dieser Perspektive unterscheiden sich Gottes Zeiten von denen der Menschen, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht.

Der quantitative Gesichtspunkt ist der chronologische: er bezieht sich auf die Dauer. Wir messen die Zeit nach unserem zerbrechlichen Leben. Gott, der unendlich und ohne Maß ist, hat als Maßstab die Ewigkeit. Deshalb heißt es in Jesus Sirach: „Die Zahl der Lebenstage eines Menschen sind hundert Jahre, wenn es viele sind. Einem Tropfen aus dem Meer und einem Sandkorn gleichen diese kurzen Jahre in der Zeit der Ewigkeit“ (Sir 18, 9-10).

Wenn wir die längste Zeit im menschlichen Leben mit der Ewigkeit vergleichen, seien es hundert, zweihundert oder neunhundert Jahre, wie für diejenigen, die vor der Sintflut lebten, werden diese Jahre, sagt P. Eusebius Nieremberg, denen, die den Blick  auf die unendliche Weite der Ewigkeit fixieren, wie ein kurzer Augenblick erscheinen. Die Zeit, die so kurz und fließend ist, hat jedoch eine kostbare Eigenschaft, es ist der Anlass der Ewigkeit, denn hier auf Erden, in der kurzen Zeit unseres Lebens, entscheiden wir, ob wir ewig glücklich sein werden, im Paradies, oder ewig unglücklich, in der Hölle.

In Fatima lehrte die Muttergottes die drei kleinen Hirten dieses Gebet: „O mein Jesus, verzeih’ uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle; führe alle Seelen in den Himmel, und hilf denen, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen“.

Dieses Gebet begleitet jeden Rosenkranz und sollte jeden Moment unseres Tages begleiten, besonders im Monat Mai, weil es vom Himmel kommt. Wenn die Muttergottes dieses Gebet gelehrt hat, bedeutet es, dass wir es brauchen, es bedeutet, dass die Gefahr der Hölle, für uns und für so viele Seelen groß, echt und nah ist. Wir sind ständig in Gefahr und müssen daher ständig nach Gottes Hilfe Ausschau halten. Die Ewigkeit erwartet uns.

Aus diesem Gebet verstehen wir bereits den unschätzbaren Wert der Zeit: einen Wert, der nicht an ihre Dauer gebunden ist, sondern an die Bedeutung der Entscheidungen, die wir in jedem Moment unseres Lebens treffen. Dieser qualitative Aspekt der Zeit, der am geheimnisvollsten ist, hilft uns, die Verzögerung der Erfüllung des Versprechens von Fatima zu verstehen. Wir wissen, dass Gott unendlich gerecht und unendlich barmherzig ist, aber unser Verstand ist nicht in der Lage, gleichzeitig über diese Eigenschaften Gottes nachzudenken, die in dem einen Augenblick der Ewigkeit in Ihm zusammenfallen. Indem wir sie getrennt betrachten, wie es unserer Intelligenz gegeben ist, können wir jedoch verstehen, wann die Erfüllung der Verheißung von Fatima kommen wird.

Gott wartet auf die Stunde, in der er die größte Ehre empfangen wird, während er sowohl höchste Gerechtigkeit als auch höchste Barmherzigkeit ausübt. Höchste Gerechtigkeit, indem Er eine Welt bestraft, die die Gnade der Bekehrung verweigert hat und von Grund auf neu aufgebaut werden muss; höchste Barmherzigkeit, die eine Zeit einleitet, in der diejenigen, die treu geblieben sind, mit seinen Gnaden erfüllt werden und mit ihnen das soziale Reich Jesu und Marias aufbauen werden. Nicht das sündenlose Reich wie es gewisse millenaristische Strömungen sich vorstellen, sondern ein Reich, in dem die Sünde auf öffentlicher Ebene die gleichen Einschränkungen erleiden wird, wie heute das Wahre und das Gute erleiden, d. h. eine radikale soziale Ausgrenzung.

Es ist legitim, den Triumph des Unbefleckten Herzens zu wünschen, um uns zu helfen, aber es ist vollkommener, ihn herbei zu wünschen, damit Gott angebetet wird, indem Er seine größte Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ausübt.


Wir dürfen nicht das Ende unserer eigenen Übel wünschen, die auf jeden Fall mit unserem Tod enden werden, sondern auf das Ende der Übel der streitenden Kirche, die nach unserem Tod ihren Weg bis zum Ende der Welt fortsetzen wird. Und vor allem müssen wir den Triumph der Kirche über den Teufel und über die Revolution wünschen, die sie seit Jahrhunderten angreifen.

Roberto de Mattei

Über Radio Roma Libera am 10. Mai 2021

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
https://www.diesirae.pt/2021/05/fatima-cento-e-quatro-anos-depois-1917.html

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung von „Fátima 104 Jahre apäter“ erschien erstmals in www.r-gr.blogspot.com

 

Mittwoch, 20. Mai 2020

„Ein Tag wird kommen...“: die wiederentdeckte Prophezeiung von Pius XII.



1972 erschien eine Biographie über Papst Pius XII. unter dem Titel „Pie XII devant l'Histoire“, geschrieben von Msgr. Georges Roche und Philippe Saint Germain. Sie wurde nie ins Italienische übersetzt. Die Autoren berichten von einigen unveröffentlichten Vertraulichen Mitteilungen, die der damalige Kardinal Eugenio Pacelli im „fernen“ Jahr 1933 zwei Freunden, Graf Enrico Pietro Galeazzi und Monsignore Slozkaz, in Bezug auf die Erscheinungen von Fatima und den Abfall vom Glauben der katholischen Kirche machte. Interessanterweise schrieb Schwester Lucia dos Santos erst 1941 und 1944 ihre Visionen und Geheimnisse. Was der damalige Kardinal Pacelli sagte — was auf tragische Weise wahr wird — würde darauf hindeuten, dass uns während des Jubiläumsjahres 2000 nicht alles über die Botschaft von Fatima offenbart wurde.
Wir haben diese Vertraulichkeiten übersetzt, echte Prophezeiungen des zukünftigen Pius XII., zum lesen und betrachten:
«Nehmen wir an, der Kommunismus ist eines der offensichtlichsten Subversionsinstrumente, die gegen die Kirche und die Traditionen der göttlichen Offenbarung eingesetzt werden. Dann werden wir Zeuge der Kontamination von allem Geistigen sein: Philosophie, Wissenschaft, Recht, Lehre, Kunst, Medien, Literatur, Theater und Religion.
Ich mache mir Sorgen um das Vertrauen der Jungfrau gegenüber der kleinen Lucia von Fatima. Dieses Beharren der Guten Frau auf den Gefahren, die die Kirche bedrohen, ist eine göttliche Warnung vor einem Selbstmord, den die Veränderung des Glaubens in seiner Liturgie, in seiner Theologie und in seiner Seele mit sich bringt.
Ich habe das Gefühl, dass die Erneuerer die Heilige Kapelle abbauen, die universelle Flamme der Kirche zerstören, ihre Ornamente ablehnen und sie mit Schuldgefühlen überhäufen für ihre historische Vergangenheit. Hier bin ich überzeugt, dass die Kirche des Petrus ihre Vergangenheit beanspruchen muss, sonst wird sie ihr eigenes Grab graben.
Ich werde diesen Kampf mit aller Kraft innerhalb und außerhalb der Kirche führen, auch wenn die Mächte des Bösen vielleicht eines Tages meine Person, meine Handlungen oder meine Schriften ausnutzen könnten, wie sie es heute versuchen die Geschichte der Kirche zu verfälschen. Alle menschlichen Häresien, die das Wort Gottes verändern, scheinen weniger schlimm zu sein als jene.
Es wird ein Tag kommen, an dem die zivilisierte Welt ihren Gott verleugnen wird, an dem die Kirche zweifeln wird, wie Petrus zweifelte und leugnete. Sie wird dann versucht sein zu glauben, dass der Mensch Gott geworden ist, dass sein Sohn nur ein Symbol ist, eine Philosophie wie viele andere. In den Kirchen werden Christen vergeblich nach der roten Lampe (dem ewigen Licht) suchen, wo Jesus auf sie wartet. Wie die weinende Sünderin vor dem leeren Grab werden sie schreien: „Wohin haben sie ihn gebracht?“
Dann werden Priester aus Afrika, Asien und Amerika — diejenigen, die in Missionsseminaren ausgebildet wurden — aufstehen und sagen, dass das „Brot des Lebens“ kein gewöhnliches Brot ist, das die Mutter Gottes nicht eine Mutter wie viele andere ist. Und sie werden in Stücke gerissen, um zu bezeugen, dass das Christentum keine Religion wie jede andere ist, da sein Haupt der Sohn Gottes ist und die (katholische) Kirche seine Kirche ist.»


Aus dem Italienischen mit Hilfe von Google Übersetzer in
https://oracolocooperatoresveritatis.wordpress.com/2017/12/11/verra-un-giorno-la-profezia-ritrovata-di-pio-xii/
die verantworlich ist für den italienischen Inhalt.
Veröffentlicht am 11. Dezember 2017

© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Freitag, 15. Mai 2020

Rosenkranz und Skapulier zur Rettung der Welt


Oder den Frieden oder die Selbstzerstörung

oder den Rosenkranz und das Skapulier
 oder der totale Ruin.


In einem Sonderbrief an den Bischof von Fátima vom 1. Oktober 1997 sagte Papst Johannes Paul II.: „An der Schwelle des dritten Jahrtausends, wenn wir die Zeichen der Zeit beobachten, ist FÁTIMA sicherlich eines der größten.“ Der Heilige Vater sagt weiter, dass dieses große Zeichen uns eine Alternative bietet: Krieg oder Frieden. Er sagt, dass einer der Hauptgründe, warum FÁTIMA eines der großen Zeichen der Zeit ist, „weil die Botschaft viele zukünftige Ereignisse ankündigt und sie der Antwort unterwirft, die die Menschen auf ihre Bitten geben werden“. Wenn es keine Antwort gibt, wird das Versprechen (auf Frieden) nicht erfüllt...
...in seinem Brief vom Oktober 1997 sagte der Papst, die Muttergottes sei begierig, „die Menschheit vor der Selbstzerstörung zu retten“. Er sagte auch, dass „Gott mit Unserer Lieben Frau von FATIMA der Welt eine Zuflucht gewährt, die Zuflucht ihres Unbefleckten Herzens“.
Bei jedem Besuch in Pfarreien und Diözesen wird die Pilgerstatue in Anerkennung des Königtums Unserer Lieben Frau gekrönt, so dass jeder die Möglichkeit hat, seine Weihe an Ihr Unbeflecktes Herz zu erneuern. Dies geschieht wie in der Enzyklika von Papst Pius XII. über das Reich Mariens vorgeschlagen.
Die Enzyklika sagt: „Die größte Hoffnung der Welt liegt in dieser Lehre und Hingabe an das Königtum Unserer Lieben Frau“ und bezieht sich auf das Bild Unserer Lieben Frau von FATIMA als „Bote ihres Königtums“. Die Enzyklika fordert, „dass man auf der ganzen Welt in jedem Jahr am 31. Mai (Maria Königin) feiern soll. Zugleich ordnen Wir an, dass man an diesem Tage die Weihe des Menschengeschlechtes an das Unbefleckte Herz der Allerseligsten Jungfrau Maria erneuern soll“...
Die Größe von FÁTIMA besteht darin, dass es die spezifische Formel „Rettung der Menschheit vor Selbstzerstörung“ enthält (Johannes Paul II., Schreiben vom 13. Oktober 1997 an den Bischof von Fátima).
... der Heilige Vater Pius XII. sagte: „Russland wird sich bekehren, wenn es für jeden Kommunisten einen Apostel von Fatima gibt.“
In Wirklichkeit sagte Papst Pius XII.: „Der Sieg wird kommen, wenn eine ausreichende Anzahl von Menschen auf die Bitten der Muttergottes reagiert.“
Wie Papst Johannes Paul II. in seinem Brief sagte, ist sie eine trauernde Mutter, die kommt, „um die Menschheit vor Selbstzerstörung zu retten ...“. Und der Papst fügt hinzu: „Unter ihrem mütterlichen Mantel, der sich von FÁTIMA über die ganze Welt ausbreitet, beginnt die Menschheit wieder, das Haus des Vaters und sein Brot zu vermissen.“
Am Ende seines Briefes vom 13. Oktober 1997 anlässlich des 80. Jahrestages des Wunders von FÁTIMA sagt der Papst: „Die Errettung vieler hängt von den freiwilligen Gebeten und Opfer der Glieder des mystischen Leibes Christi ab ... von der Zusammenarbeit der Hirten und Gläubigen ... und besonders von den Gebeten der Familien ...“.
Als Schwester Lucia, die die Botschaften von Unserer Lieben Frau von FATIMA erhielt, gefragt wurde, was unbedingt zu tun sei, um den in FÁTIMA angekündigten Triumph zu erreichen, sagte sie, dass drei Dinge notwendig seien:
1. Die Heiligung der täglichen Pflichten (Aufopferung des Tages am Morgen).
2. Gebet (täglicher Rosenkranz).
3. Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens (das Skapulier).


Das Skapulier des Karmels ist das Zeichen der Weihe an die Muttergottes: Bei der letzten Erscheinung von FÁTIMA am 13. Oktober 1917 hatte die Muttergottes das braune Skapulier des Karmelordens in der Hand. Schwester Lucia
sagte, dies liege daran, dass „sie möchte, dass jeder es als Zeichen der Weihe an ihr Unbeflecktes Herz benutzt“ ...
Wenn wir also das braune Skapulier tragen, tragen wir das Ordenskleid der Karmeliter, die der Jungfrau Maria große Hingabe entgegenbringen und sich unter ihren Schutz gestellt haben. Papst Pius XII. schrieb: „Denn das heilige Skapulier, das man den Habit oder das Kleid Mariens nennen könnte, ist ein Zeichen und ein Versprechen des Schutzes der Mutter Gottes.“ Es ist, als ob die Muttergottes sagt: „Wenn ihr mein Ordenskleid in Treue tragt, garantiere ich, dass ihr niemals das Feuer der Hölle sehen werdet.“
Daher sind Rosenkranz und Skapulier, die mit christlicher Treue gebetet und getragen werden, die Garantien für das Erreichen des ewigen Glücks...

Quelle: “Nossa Senhora de Fátima: Nossa Mãe vem até nós”, International Pilgrim Virgin Statue Foundation, Inc., Munster, IN 46321. 1998/2004.
www.pilgrimvirginstatue.com
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Dienstag, 24. März 2020

Die Pandemie und der große Horizont von Fatima



Von Julio Loredo
Heute, Mittwoch, 25. März, um 18.30 Uhr (19.30 Uhr in Deutschland), wird Kardinal Antonio dos Santos Marto, Bischof von Leiria/Fatima, zusammen mit Kardinal Manuel Clemente, Patriarch von Lissabon, den heiligen Rosenkranzes im Heiligtum von Fatima beten. Anschließend werden sie Portugal und Spanien dem Heiligen Herzen Jesu und dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen. Die spanischen Bischöfe werden sich dem Gebet anschließen, so eine spezifische Mitteilung von Kardinal Juan José Omella, Erzbischof von Barcelona und Präsident der spanischen Bischofskonferenz.
Der Grund ist, in der gegenwärtigen Pandemiesituation, die die Iberische Halbinsel besonders stark getroffen hat, Gottes Hilfe zu erbitten.
Der Akt ist abgeleitet einer spezifischen Bitte Unseres Herrn Jesus Christus, die Er 1943 der Fatima-Seherin Schwester Lucia mitgeteilt hat. Sr. Lucia berichtet: „Ich habe eine Bitte Unseres Herrn an die Bischöfe von Spanien und eine andere an die von Portugal. Höret die Stimme des lieben Gottes! Unser Herr möchte, dass sich die Bischöfe zu Exerzitien zurückziehen und Reformen im Volk, im Klerus und in den Ordensgemeinschaften veranlassen. Sollten die spanischen Bischöfe dieser Bitte nicht nachkommen, wird Russland wieder die Geißel sein, mit der Gott sie züchtigen wird.“
Die Bitte war voll und ganz in der Logik der Erscheinungen von Fatima, die 1917 stattfanden. Unsere Liebe Frau hatte damals die sündige Situation, in der die Menschheit versank, streng gerügt. Sie, die Mutter der Barmherzigkeit, war gekommen, um den Menschen einen Weg der Erlösung anzubieten: das Gebet des Heiligen Rosenkranzes, die Sühne, die Buße, die Bekehrung der Herzen. Sie war gekommen, um die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz zu bitten, um den Ausbruch des schlimmsten Übels der Zeit, des Kommunismus zu verhindern. Die Mutter Gottes ermahnte die Heilige Jacinta von Fatima: „Wenn die Menschen sich nicht bekehren, wird eine Strafe kommen, wie es noch nie gesehen wurde.“ Heute scheint das Wort „Bestrafung“ viele Menschen einzuschüchtern oder gar zu nerven, doch es wird von der Mutter Gottes in der Erscheinung verwendet, die Benedikt XVI. 2007 als „prophetischste der modernen Erscheinungen“ bezeichnete.
Unsere Liebe Frau bezog sich auf die Reihe von Katastrophen, die das letzte Jahrhundert verwüstet hätten und die bis zu unserem andauern: zwei Weltkriege, die Geißel des Kommunismus und dann des kulturellen und moralischen Postkommunismus. Das dritte Geheimnis von Fatima scheint auch auf eine weitere Bestrafung hinzudeuten, die noch bevorsteht.
Heute werden wir von einem „Feind“ gegeißelt, der mit dem Kommunismus eines gemeinsam hat, dass er aus einem von dieser Ideologie dominierten Land stammt. Die Bezeichnung der Sache ist ähnlich.
Die sündige Situation, die 1917 aufgezeigt wurde, wurde im Wesentlichen bis heute aufrechterhalten. In der Tat ist sie viel schlimmer geworden. Die von der Gottesmutter geforderte Umkehr fand nicht statt.
Es gab viele Debatten darüber, ob die Covid-19-Pandemie als Strafe Gottes anzusehen ist. Wenn es so wäre, entspräche es der Warnungen von Fatima?
Jemand könnte bestreiten, dass diese Pandemie den Charakter einer göttlichen Bestrafung haben kann, da sie das Ergebnis zufälliger menschlicher Umstände ist. Es gibt nicht wenige, die es einer bloßen „Verschwörung“ zuschreiben. In diesen Fällen würde der übernatürliche Aspekt fehlen. Diese Kritik erkennt nicht die Vorgehensweise der göttlichen Vorsehung an.
Auch die Ereignisse, die von der Jungfrau von Fatima als „Bestrafungen“ definiert wurden - die beiden Weltkriege und der Kommunismus - hatten ganz natürliche Ursachen, politischer, ideologischer, kultureller Natur und so weiter. Auch an verschwörerischen Elementen mangelte es nicht. Woraus bestand dann  die göttliche Eigenschaft der „Bestrafung“?
Schwierige Situationen, sowohl im persönlichen Bereich (Krankheiten, Unfälle, Rückschläge) als auch im sozialen Bereich (Kriege, Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen), erschüttern unser Gewissen und lassen uns die Zerbrechlichkeit unserer menschlichen Natur, unserer Gesellschaft, unserer Welt tatsächlich erfahren. Alles kann sofort verschwinden. Es sind Prüfungen, die von der Vorsehung gnädig erlaubt sind und die uns einladen, Stolz und Selbstgenügsamkeit abzuschütteln und uns im Ggegenzug der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen. Unter diesen Umständen ist es einfacher, sich durch Unsere Liebe Frau an Gott zu wenden. Es sind Gelegenheiten, sich an die Brust zu schlagen, um Vergebung für unsere Sünden zu bitten, und um die Gnade Gottes zu flehen, damit Er unsere Sünden tilge. Mit anderen Worten: Strafen sind Anlässe zur Reinigung und Umwandlung. Wie viele Bekehrungen von Heiligen haben nach einem harten Schlag stattgefunden! Von der Bekehrung des hl. Ignatius von Loyola während der Genesung von einer Kriegsverletzung zu der vom hl. Alfons Maria von Liguori als Folge des Schocks, einen wichtigen Gerichtsfall verloren zu haben.
Deshalb gab es nach jeder großen Katastrophe immer eine Bewegung der spirituellen Bekehrung. Dies war nach dem Ersten Weltkrieg der Fall, als Pius XI. bestätigte, dass die Welt für das soziale Reich Christi bereit sei, und so die Enzyklika Quas Primas herausbrachte. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wehten in mehreren Ländern Bekehrungswinde, wie in Frankreich mit der Grand Retour-Bewegung und in Spanien mit den Santas Misiones.
Dies war nach dem Fall der Berliner Mauer leider nicht der Fall. In der Tat. Nach 1989 wurde die Welt von einer Welle ungezügelten Konsums und dem Wunsch verschlungen, das Leben auf sündige Weise zu genießen, was sogar die Länder infizierte, die unter der Härte des kommunistischen Regimes gelitten hatten. Sogar die Gnaden des Jubiläums von 2000, als die Botschaft von Fatima in ihrer Integrität enthüllt wurde, wurden bald vergessen. Der moralische Verfall beschleunigte sich stark mit der Ausbreitung von Abtreibung, Homosexualität, Gender-Ideologie und anderer Übel.
An Gelegenheiten zur Umkehr mangelte es nicht. Wir können den Angriff vom 11. September 2001 mit der daraus resultierenden Kriegslogik erwähnen, die nicht mehr nachließ; und die Wirtschaftskrise von 2008, die die Weltwirtschaft bis auf die Grundfesten erschütterte. Aber der Wunsch, in Sünde zu leben, war stärker, und die Welt ging unerschrocken weiter und versank immer tiefer im Schlamm der Laster.
Wird die gegenwärtige Pandemie ein neues Zeichen der Vorsehung sein, um uns die Gelegenheit zu geben, über unsere Situation nachzudenken und Gott um die Gnade der Bekehrung zu bitten? Wir zitieren die Worte von Msgr. Ramón Castro, Bischof von Cuernavaca, Mexiko. Nachdem der Prälat die Sünden der modernen Welt, insbesondere die Gender-Ideologie, hart angeprangert hat, warnt er:
„Gott schreit uns durch diese Coronavirus-Pandemie an. Gott sagt uns: Höret Kinder, haltet an und denket darüber nach, wohin ihr geht! Gott schlägt uns liebevoll, um uns aufzuwecken. Ihr seid meine Kinder und ich liebe euch. Ich bin barmherzig. Seht doch, wie ihr dem Abgrund zuläuft. Diese Coronavirus-Pandemie ist, als würde Gott uns sagen: Wie verwundbar seid ihr in der modernen Welt! Eure Macht, euer Geld, eure Dreistigkeit können nichts gegen mich! Wolltet ihr sein wie Gott? Nun, seht, wie ihr in einem Moment fallen könnt!“.
Unserer Meinung nach kann und sollte die Covid-19-Pandemie angesichts der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Fatima gesehen werden. Eine Botschaft der Tragödie, aber auch der Hoffnung. Tragödie, weil Menschen darauf bestehen, nicht umzukehren. Vor allem aber Hoffnung, denn 1917 versprach die Muttergottes, dass ihr Unbeflecktes Herz am Ende triumphieren wird. Plinio Corrêa de Oliveira schrieb:
„Es ist gut, dass unser Geist am Ende dieser Überlegungen die ultimativen Perspektiven der Botschaft von Fatima in Betracht zieht. Jenseits der Traurigkeit und der äußerst wahrscheinlichen Strafen, auf die wir zusteuern, ahnen wir die heiligen Lichter der Morgendämmerung des Königreichs Mariens vor uns: „Schließlich wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“, sagte sie. Es ist eine großartige Aussicht auf einen universellen Sieg für das königliche und mütterliche Herz der Heiligen Jungfrau. Es ist ein beruhigendes, attraktives und vor allem majestätisches und aufregendes Versprechen.“


Aus dem Italienischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
vom 24. März 2020
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Freitag, 18. Oktober 2019

Gott von „Mutter Erde“ entthront?!



von Marcos Luiz Garcia
Obwohl dieser Artikel für jeden offen ist, der bereit ist, ihn zu schlucken, lade ich besonders Katholiken ein, mich bei diesen Überlegungen zu begleiten.
Seit den 1950er Jahren, insbesondere seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, hat die katholische öffentliche Meinung eine unsensible, allmähliche und ununterbrochene Abkehr von Gott im Namen der zynischen Vorstellung erlebt, dass Er nicht bestraft, dass es keine Hölle gibt und nicht einmal Fegefeuer.
Aus diesem Grund schreiten die Probleme, insbesondere die moralischen, mit grünem Licht oder der selbstgefälligen Passivität unzähliger religiöser Autoritäten voran, die hauptsächlich für die Einhaltung der Gebote des Gesetzes Gottes in der Gesellschaft verantwortlich sind.
Gehen wir zu konkreten Beispielen. Jeder weiß, dass Motels (in Brasilien) Orte sind, an denen man Sünden gegen das sechste und das neunte Gebot begehen kann. Diejenigen, die die Straße entlang gehen, wissen, was im Inneren dieser Häuser vor sich geht. Aber heute ist diese traurige Realität eine Selbstverständlichkeit. Dies geschah, weil viele sagen: „Gott vergibt jedem und bestraft niemanden“…
Die heutigen unmoralischen Kleidungen, die dem Nudismus näher sind als je zuvor, werden sogar in Kirchen getragen, bei Messen und - oh Schmerz! – zum Empfang der heiligen Kommunion. Sakrilege folgen in Massen aufeinander. Das liegt natürlich daran, dass „Gott jedem vergibt und niemanden bestraft“…
Die Strände sind zu Orten effektiven Nudismus geworden. Wer würde es wagen zu nennen, was dort (nicht) getragen wird? Männer und Frauen sündigen, wenn sie sich schamlos ungezwungen anblicken, aber „Gott vergibt jedem und bestraft niemanden“…
Familien, die der wahren katholischen Lehre voll und ganz entsprechen, sind auf ein Minimum reduziert. Und in einer Reihe sehr schwerwiegender Sünden hält man sogar Ehen zwischen Menschen und Tieren! Nicht schlimm? Natürlich nicht, sagen sie, denn „Gott vergibt jedem und alles und bestraft niemanden“…
Der Drogenkonsum ist so dominant, dass bereits eine Freigabe in Betracht gezogen wird. Natürlich, denn „Gott vergibt jedem und bestraft niemanden“…
Abtreibung ist ein millionenfacher Mord, aber Gott kümmert sich nicht darum. Natürlich, „Er vergibt ja alles und jedem und bestraft niemanden“...
Meinen Lesern überkommt vielleicht schon Übelkeit über diese traurige Aufzählung, die man übrigens mit anderen Themen wie der Ungeheuerlichkeiten der Menschen, dem Aussterben der Zivilisation, der Verbreitung der Monstrosität, des Satanismus usw. fortfahren könnte.
Obwohl dieses Phänomen die ganze Menschheit erfasst, wurden die Katholiken vor allem von der falschen Maxime beeinflusst, dass Gott niemanden bestraft, dass seine Macht fiktiv ist und dass man ihn nicht fürchten sollte. Dies führt dazu, dass Menschen immer offener sündigen und ihn ohne das geringste Schmerzgefühl beleidigen.


Hier kommt der tiefere Grund dieses Artikels.
Diejenigen, die am meisten die falsche Vorstellung einprägen, dass man Gott nicht fürchten und die Augen vor der Unendlichkeit der begangenen Sünden verschließen sollte, versuchen andererseits, eine schreckliche Furcht zu wecken, - die unbegründet ist, weil sie keine konsistente wissenschaftliche Grundlage hat -, dass die Natur die Menschheit bestrafen wird, wenn sie die von den selbsternannten ökologischen Bewegungen, insbesondere der Amazonas-Synode, vorgegebenen Normen nicht einhält.
Dies erklärt, warum über Fátima in den Kirchen nicht hinreichend gepredigt wird, und auch nicht die Drohung der Muttergottes, dass Gott die Untreue der Menschen schrecklich bestrafen wird. Wie könnte jedoch Gott erzürnt sein, wenn, wie Papst Franziskus in Fatima, an der Cova da Iria, gesagt hat, „Gott verzeiht alles und jedem“?
Es ist klar, dass eine solche Haltung gegenüber Fatima die Heilswirkung der Botschaft der Muttergottes von 1917 vollständig neutralisiert und erklärt, warum sich die Menschheit noch nicht bekehrt hat.
Und die größte Angst wird auf die Natur übertragen. Diese ja, die bestraft! Und um dies zu verhindern, müssen wir den neuen indigenen Kommunismus verwirklichen, der von der Amazonas-Synode und der neuen Kirche, die sie ins Leben ruft, proklamiert wird.
Die Angst vor dem ewigen Gott, der ein immerwährendes Urteil fällen wird, wird durch die Angst vor der Natur und den indigenen Vorfahren ersetzt.
Diejenigen, die die Gottesfurcht, die real ist, minimieren, übertreiben, erwecken die fiktive Furcht vor der Natur.
Das Traurige ist, dass all dies von den progressiven Geistlichen, vorangetrieben wird, die vorgeben, die authentische Kirche Gottes zu sein.
Wir bewegen uns auf diese Weise zu einer neuen Religion, in der Gott durch die Hände seiner Hirten vom Thron gestoßen und durch den Götzen „Mutter Erde“ oder Pachamama ersetzt wird.
Miserere nobis, Domina!

Übersetzung aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
http://www.abim.inf.br/deus-destronado-pela-mae-terra/#.XX_4B6TVIdV
vom 12. September 2019
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Donnerstag, 18. April 2019

„Flevit super illam“



„Flevit super illam“
Enrique Simonet Lombardo, 1892. Museo del Prado

Der heilige Lukas berichtet uns darüber. Umgeben von seinen Jüngern und den Leuten, die ihm zujubelten und sich ihm auf den Wegen anschlossen, als er in der Nähe des Ölbergs ankam, sah Jesus Jerusalem ... und weinte. Er weint um sie und sprach:
„Wenn doch an diesem Tag auch du es erkennst, was zum Frieden dient! Nun aber ist es verborgen vor deinen Augen! Denn es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde einen Wall um dich aufwerfen und dich einschließen und bedrängen werden von allen Seiten. Sie werden dich niedermachen und deine Kinder in dir und nicht Stein auf Stein in dir lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.“ (Lk 19,42-44)
Jesus beschreibt die Zukunft, die auf Jerusalem wartet. Er verwendet die Kriegsbilder, die zu dieser Zeit üblich waren. Vierzig Jahre später, im Jahr 70, wird die heilige Stadt von den Armeen des römischen Kaisers Titus umzingelt und erobert. Alles wurde zerstört. Das jüdische Volk wurde gefangen genommen und bis heute über die ganze Welt verstreut. „Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.“
*      *     *
Im Juli 1972 wurde ein Foto aus der Stadt New Orleans in den Vereinigten Staaten in Zeitungen der ganzen Welt veröffentlicht. Es war eine der Pilgerstatuen der Jungfrau von Fatima, die Tränen vergossen hatte. (1)
Die Vorgeschichte dieses Ereignisses ist bekannt. Im Jahr 1917 hatte die Jungfrau drei Hirtenkinder beauftragt, der Welt mitzuteilen, dass Unser Herr aufs tiefste unzufrieden und traurig war über die Unfrömmigkeit und das Verderben der Menschen.
Dieses mysteriöse Weinen zeigte uns die Jungfrau von Fatima, die über die heutige Welt weinte, so wie Unser Herr über Jerusalem. Tränen der zärtlichen Liebe, Tränen des tiefen Schmerzes, in Voraussicht der Strafe, die wahrscheinlich kommen wird, denn es scheint nicht, dass die Menschen „die Zeit ihrer Heimsuchung erkannt haben“.
Felipe Barandiarán
1) Vgl. ABC, 21.07.1972, und
Plinio Corrêa de Oliveira. “Lágrimas, milagroso aviso” („Tränen wunderbare Mahnung“) in Folha de São Paulo, 6.8.1972.

Der Maler

Enrique Simonet Lombardo (Valencia, 1866 - Madrid, 1927). Maler und Illustrator, ausgebildet an der Kunstschule von San Carlos de Valencia und in der Werkstatt von Bernardo Ferrándiz in Málaga. Ab 1887 unternahm er mehrere Reisen durch Italien, Frankreich und das Mittelmeer. 1893 und 1894 reiste er als Kriegskorrespondent für die spanische und amerikanische Aufklärung nach Marokko. In „Flevit super illam“ nähert sich Simonet dem menschlichsten Aspekt von Christus. Sein Interesse an der getreuen Darstellung der Realität veranlasste ihn, nach Palästina zu reisen, wo er die wahre biblische Situation und die menschlichen Typen für sein Werk kennenlernen konnte. Die Bild auf Leinwand war kam im vierten Jahr der Pensionierung des Künstlers in Rom, und er gewann eine erste Medaille bei der Internationalen Ausstellung der Schönen Künste von 1892 in Madrid.


Bild: Selbsprträt. Museo del Prado, Madrid
Quelle: “Pinceladas” in „El pan de los pobres“, (Digital) Bilbao, Spanien, Nr. 1384 - April 2019
Übersetzung von diesem Blog.

Dienstag, 30. Januar 2018

Bischof Antônio Marto vergleicht die Botschaft von Fatima mit biblischen Prophezeiungen

 
Bischof von Leiria-Fátima, Dom António Marto. Foto: Santuário de Fátima

Der Prälat glaubt, dass die Erscheinungen von Fatima zu einem bestimmten Zeitpunkt geschehen sind, aber ihr Reichtum erstreckt sich weiter bis in unsere Zeit hinein.

S. Exz. António Marto, Bischof von Leiria-Fatima, machte im Rahmen des 24. Internationalen Mariologischen Kongresses (2016), eine Betrachtung unter dem Titel „Die Botschaft von Fatima: Aktualität und Auswirkungen“, in der er sagte, 

„Fatima sei ein Phänomen, das enthüllt und sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat und zu einem Bezugspunkt und unverzichtbarer Ausbreitung für die Geschichte der Kirche und der Menschheit“ geworden sei.

„Dieses Ereignis wurde von einem starken Appell begleitet, sich nicht mit der Banalität und Unvermeidlichkeit des Bösen abzufinden: Mit der Umkehr des Herzens zu Gott durch Gebet und Sühne für Sünden der Menschen ist es möglich, das Böse zu überwinden“, erklärte der Prälat.

Der Bischof von Leiria-Fatima sagte auch, dass das Fatima-Phänomen „das gesamte zwanzigste Jahrhundert einschließt“, das „wahrscheinlich das grausamste und blutigste Jahrhundert in der Geschichte der Menschheit gewesen ist.“

„In dieser tragischen Situation erschien die Jungfrau Maria in Fatima mit einer Botschaft des Friedens, und einem Lichtstrahl der Hoffnung für die Kirche und für die Welt.“
Bischof António Marto erklärte, dass‚ „die Bedeutung der Botschaft von Fatima heute noch genau so gültig ist, wie die biblischen Prophezeiungen, die in einem spezifischen Moment der Geschichte geschrieben wurden, dessen Reichtum aber nicht nur diesem Augenblick gehörte, aber weiterhin offen für Gottes Zukunft und für die Freiheit der Menschen blieb.“

„So hat auch Fatima eine dauerhafte Bedeutung: Es ist ein Symbol, dass wirklich die Gefahren und Risiken des zwanzigsten Jahrhunderts zusammenfasst und widerspiegelt und erfleht zur Rettung aus diesen Gefahren. In dieser Hinsicht bilden die charakteristischen Fatima-Andachten ein theologisches und geistiges Bild, die sich durch ein logisches und einzigartiges Band verbinden.

Der Bischof von Leiria-Fatima, brachte diese Überlegungen in einen Vortrag im Rahmen des 24. Internationalen Mariologischen Kongress, der in dieser Woche im Heiligtum von Fatima stattfand.

Quelle: Newsletter Santuário de Fátima, 2016/38 - 10. September 2016


Mittwoch, 10. Januar 2018

Fatima - Eine Bestätigung unseres Glaubens


Lektionen, die wir leicht vergessen

In Fatima verurteilte unsere Liebe Frau die schreckliche moralische Dekadenz der Menschheit und warnte vor schrecklichen Strafen, wenn sie sich nicht ändert: „Ein weiterer noch größerer Krieg wird kommen“, die Ausbreitung der „Irrtümer Russlands“, die „Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters“. Auch würde die Strafe nicht auf dieses Leben beschränkt sein, denn danach würde die tausendfache schlimmere ewige Strafe der Hölle kommen, wenn wir uns nicht ändern sollten. Sie bot uns aber auch die Mittel an, die nötig sind für eine Lebensänderung und um solche schrecklichen Züchtigungen zu vermeiden.
Wir geben uns manchmal der dummen Gewissheit hin, dass Gott heute mit der Welt eigentlich zufrieden ist. Tatsächlich? Kann Gott zufrieden sein mit einer Welt des Agnostizismus, des Naturalismus, der moralischen Laxheit und der Anbetung des irdischen Glücks - eine Welt, die im kompletten Widerspruch zu allem, was die Muttergottes gesagt und empfohlen hat, dahinlebt?
Natürlich gibt es eine ganze Reihe von „Evolutions-Soziologen“, die stolz verkünden, dass alles heute besser ist als je zuvor und deshalb es morgen noch besser sein wird. Doch nach den Worten der Muttergottes ist das Gegenteil der Fall: Morgen wird es nur besser, wenn wir unser Leben ändern und Buße tun. Egal, wie sich der Lebensstandard, die Wirtschaft, die Medizin oder die Bildung verbessern, wir befinden uns auf dem Weg zu einem allgemeinen Kollaps, wenn wir nicht tun, was sie verlangt hat.
Leider scheint es an Optimisten nicht zu mangeln, die behaupten, dass fast niemand zur Hölle verdammt wird. Wiederum zeigt die Muttergottes durch Worte und Zeichen, dass das Gegenteil die Wahrheit ist, sogar indem sie die Hölle vor den Augen dreier verängstigter Kinder öffnet. Sie tat dies, damit die Kinder der ganzen Welt erzählten, was sie gesehen hatten. Ist es nicht besser, Unserer Lieben Frau zu glauben als der „Pop-Theologie“, die uns einen völlig falschen Eindruck von der Realität vermitteln will?
Wie bereits erwähnt, gab uns die Muttergottes grundlegende Heilmittel für unsere gegenwärtige Krise: Gebet, Buße und Änderung des Lebens. Sie machte deutlich, dass der Weltfrieden und die Verhinderung der Ausbreitung des Kommunismus - also das Überleben der Zivilisation - davon abhängig sind.
Erwähnenswert ist ein weiterer Aspekt der Botschaft von Fatima: Während der Erscheinung des Engels von Portugal betete er in Gegenwart der drei Kinder, sein Gesicht zu Boden geneigt. Dies ist ein erhabenes Beispiel dafür, wie wir im Gebet Vertrauen in Gott haben sollen, nicht schüchtern oder ängstlich sein; Vertrauen in Ihn setzen mit der Offenheit von Kindern, die ihren Eltern vertrauen.
Gott sandte den Menschen Propheten im Alten Testament; zu uns sandte Er die Königin der Propheten. Wenn wir uns mit der Botschaft der Muttergottes in Fatima befassen, werden wir sehen, dass die einzigen angemessenen Worte diejenigen unseres Herrn im Evangelium sind: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“


Quelle: Kalender „Ireland needs Fatima“ 2012. Vorspann.
Bild: daselbst Monat Februar

Samstag, 17. Juni 2017

Der Rosenkranz und die Botschaft von Fatima



Zwischen dem 13. Mai und dem 13. Oktober 1917 erschien die Gottesmutter drei Hirtenkinder, Jacinta, Lucia und Francisco in der Cova de Iria bei Fatima, Portugal. Während sechs Erscheinungen hat die Gottesmutter ihnen ein Geheimnis mitgeteilt, das aus drei Teilen bestand. Der erste Teil war eine Vision der Hölle. In dieser Vision, sagte Schwester Lucia, sahen sie wie unzählige Seelen wie „Schneeflocken“ in die Hölle fielen.

Im zweiten Teil des Geheimnisses sagte die Muttergottes, dass der Erste Weltkrieg enden würde, aber „wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen, wird ein schlimmerer Krieg während des Pontifikats von Pius XI. kommen. Um dies zu verhindern, werde ich kommen, um die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu bitten. Wenn meine Bitten beachtet werden, wird Rußland sich bekehren, und es wird Frieden geben. Wenn nicht, wird es ihre Irrtümer auf der ganzen Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche verursachen.“

Wie Unsere Liebe Frau vorhergesagt hatte, brach der Zweite Weltkrieg aus und die Irrtümer des atheistischen Kommunismus verbreiteten sich über die Welt. Maria fügte noch hinzu, dass viele Menschen das Martyrium erleiden werden und etliche Nationen vernichtet werden, wenn die Menschen sich nicht bekehren.

Haben die Menschen sich bekehrt? Die Antwort ist, nein. 

Kann die göttliche Strafe noch vermieden werden?

Es hängt von der Treue der Welt zu den Bitten der Muttergottes ab.

Lucia fragte die Muttergottes während der Erscheinungen: „Wer seiht Ihr und was wollt Ihr?“ Die Dame antwortete: „Ich bin die Frau des Rosenkranzes, und ich bin gekommen, um die Gläubigen zu warnen, damit sie ihr Leben ändern und um Verzeihung für ihre Sünden bitten. Die Menschen dürfen den Herrn nicht weiter beleidigen, der schon so tief beleidigt ist. Sie müssen den Rosenkranz beten.“

Also gab uns die Gottesmutter eine Lösung: das tägliche Gebet des Rosenkranzes für die Bekehrung der Sünder.

Die Fatima-Botschaft ist ein Heilmittel für unsere Kultur, die in die Sünde versunken ist. Wenn es nicht das Versprechen der Muttergottes gäbe, dass „am Ende mein Unbeflecktes Herz triumphieren wird“, würden wir sehr enttäuscht und entmutigt sein. Also lasst uns ihre Bitten beachten. Üben wir die ersten Samstag-Andachten. Lasst uns den täglichen Rosenkranz beten. Wenn wir diese Bitten erfüllen, werden wir das traurige und unbefleckte Herz Mariens trösten und den Triumph des Guten über das Böse beschleunigen.

Die Fünfzehnte Rose aus dem Geheimnis des Rosenkranzes vom hl. Ludwig von Montfort

Das Ave Maria ist so hoch, so erhaben, dass der selige Alanus de la Roche glaubte, kein Geschöpf könne es verstehen, und nur Jesus Christus, geboren aus Maria der Jungfrau, könne es erklären.

Es erhält seinen hohen Wert hauptsächlich von der Allerseligsten Jungfrau, an die es gerichtet war, vom Zweck der Menschwerdung des Wortes, zu welchem Zweck es vom Himmel gesandt wurde, und vom Erzengel Gabriel, der es zuerst ausgesprochen hat.


Der Engelsgruß fasst mit größter Kürze die ganze katholische Theologie über die Gottesmutter zusammen. Man findet darin das Lob und die Anrufung: Das Lob schließt alles in sich ein, was die wahre Größe Mariens ausmacht; die Anrufung enthält alles, um was wir sie bitten sollen und was wir von ihrer Güte für uns erwarten dürfen.

Die heiligste Dreifaltigkeit hat den ersten Teil geoffenbart, die heilige Elisabeth hat, vom Heiligen Geiste erleuchtet, den zweiten Teil beigefügt; und die heilige Mutter Kirche fügte auf dem ersten Konzil von Ephesus im Jahre 431 den Schluss hinzu, nachdem sie die Irrlehre des Nestorius verurteilt und definiert hatte, dass die Allerseligste Jungfrau in Wahrheit Gottesgebärerin sei. Das Konzil verordnete, dass man die Allerseligste Jungfrau unter diesem glorreichen Titel mit folgenden Worten anrufe:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“

Die Allerseligste Jungfrau war es, der dieser göttliche Gruß dargebracht wurde, um die größte und wichtigste Angelegenheit der Welt zu erledigen: Die Menschwerdung des ewigen Wortes, die Versöhnung Gottes mit den Menschen und die Erlösung des Menschengeschlechtes.

Maria wurde auserwählt als das Mittel für dieses gewaltige Ereignis, welches durch den Gruß des Engels Wirklicht wurde.

Der Gesandte dieser glücklichen Botschaft war der Erzengel Gabriel, einer der obersten Fürsten des himmlischen Hofes.

Der Engelsgruß enthält den Glauben und die Hoffnung der Patriarchen, Propheten und Apostel. Er ist die Ausdauer und Stärke der Märtyrer, die Wissenschaft der Gelehrten, die Beharrlichkeit der Bekenner und das Leben der Ordensleute. Er ist das neue Hohelied des Gesetzes der Gnade, die Freude der Engel und Menschen, der Schrecken und die Beschämung der Dämonen.

Durch das Ave Maria wurde Gott Mensch, eine Jungfrau Gottesmutter, wurden die Seelen der Gerechten aus der Vorhölle befreit, die Verluste des Himmels wiederhergestellt, die leeren Throne im Himmel besetzt, wurde die Sünde vergeben, die Gnade aufs neue geschenkt, wurden die Kranken geheilt, die Toten erweckt, die Verbannten zurückgerufen, wurde die allerheiligste Dreifaltigkeit besänftigt und die Menschen erhielten das ewige Leben.

Endlich ist der Engelsgruß der Regenbogen am Himmel, das Zeichen der Milde und Gnade, die Gott der Welt angedeihen ließ. (so der Selige Alanus de la Roche)

Der Rosenkranz und das besessene Mädchen

In seinem Buch „Das Geheimnis des Rosenkranzes“ berichtet der Hl. Ludwig von Montfort, als P. Johann Amat aus dem Orden des heiligen Dominikus in einem Orte des Königreiches Aragonien die Fastenpredigten hielt, führte man zu ihm ein vom Teufel besessenes Mädchen. Nachdem er den Exorzismus mehrmals vergeblich angewandt hatte, legte er ihr seinen Rosenkranz um den Hals, und sogleich fing sie an, ein schreckliches Geschrei und Geheul auszustoßen, indem sie sagte: „Fort, fort mit diesen Körnern, die mich quälen!“ Endlich nahm ihr der Pater aus Mitleid mit dem armen Mädchen den Rosenkranz vom Hals.

In der folgenden Nacht, als sich der Pater zur Ruhe begeben hatte, kamen dieselben Dämonen, von denen das Mädchen besessen war, wutschäumend zu ihm, um sich seiner zu bemächtigen; doch mit seinem Rosenkranz, den er fest in der Hand hielt, schlug er sie trotz ihrer Anstrengungen, ihm denselben zu entreißen, wunderbar in die Flucht, indem er sprach: „Heilige Maria, Unsere Liebe Frau vom heiligen Rosenkranz, hilf mir!“

Als er am folgenden Morgen zur Kirche ging, begegnete er jenem armen Mädchen, das noch besessen war. Einer der Teufel, die in ihr waren, fing an, sich über ihn lustig zu machen, indem er sagte: „Nicht wahr, Bruder, wenn du deinen Rosenkranz nicht gehabt hättest, hätten wir dich schön hergerichtet!“

Dann warf der Pater unversehens seinen Rosenkranz um den Hals des Mädchens und sprach: „Durch die heiligsten Namen Jesu und Mariä, seiner heiligen Mutter, und durch die Kraft des heiligsten Rosenkranzes befehle ich euch, unreine Geister, sofort aus diesem Körper zu fahren!“

Augenblicklich waren sie gezwungen, zu gehorchen, und das Mädchen war befreit.

„Diese Erzählungen zeigen uns“, folgert der hl. Ludwig, „wie groß die Macht des heiligen Rosenkranzes ist, um alle Arten von Versuchungen der bösen Geister und jegliche Sünden zu besiegen, weil die geweihten Körner des Rosenkranzes sie verscheuchen.“


Quelle: “Britain Needs Fatima Members’ Newsletter” Issue 73, 2017 (freie Übersetzung aus dem Englischen)

Samstag, 20. Mai 2017

Warum wurde das dritte Geheimnis von Fátima 1960 nicht veröffentlicht?


Am 13. Juli 1917 teilte die Muttergottes den drei Seherkindern von Fatima eine Botschaft mit, die sie niemanden offenbaren sollten. Als die Kinder gleich nach der Erscheinung gefragt wurden, was Maria ihnen gesagt hat, sagten sie, es sei ein Geheimnis. Man wusste also gleich, dass die Botschaft der Muttergottes ein Geheimnis enthielt.
Auf diese Weise wollte Maria eindeutig die Aufmerksamkeit der Welt auf etwas ganz wichtiges richten, dessen Inhalt nur dann öffentlich gemacht, wann es die Vorsehung für angebracht halten würde.
Dies erwirkte eine mysteriöse Aura um die Erscheinungen in Fatima und des Geheimnisses selbst, die sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte erweiterte und so die Wichtigkeit ihres Inhalts hervorhob.
Die ersten zwei Teile des Geheimnisses veröffentlichte Sr. Lucia, auf Geheiß der Muttergottes, in ihren dritten Erinnerungen am 31. August 1941. Am 3. Januar 1944 schrieb Sr. Lucia den dritten Teil des Geheimnisses nieder, auf Bitten des Bischofs von Leiria und mit der Erlaubnis der Muttergottes. Das Schreiben wurde in einem versiegelten Umschlag dem Bischof über einen Boten ausgehändigt, mit der Anmerkung, es dürfe nicht vor dem Jahr 1960 veröffentlicht werden. Bischof José Alves Correia da Silva steckte den von Sr. Lucia geschickten Umschlag in einen weiteren, der ebenfalls versiegelt und im Tresor der Kurie eingeschlossen wurde.

Anfang 1957 bat die Kongregation des Heiligen Offiziums, heute Glaubenskongregation genannt, dass das Dokument nach Rom geschickt werden sollte. Zu diesem Zweck wurde es der Apostolischen Nuntiatur in Lissabon übergeben, von wo es der Nuntius Msgr. Fernando Cento dem Vatikan überbrachte, wo es am 4. April 1957 im Geheimarchiv des Heiligen Offiziums aufgenommen wurde.
Am 17 August 1959 verlangte Papst Johannes XXIII das Dokument zu sehen und erhielt es aus der Hand eines Kommissars des Heiligen Offiziums. Einige Tage später wurde es zum ersten Mal vom Papst geöffnet und mit Hilfe eines Dolmetschers des Staats-Sekretariats gelesen. Der Papst entschloss sich, es nicht zu veröffentlichen und gab es dem Heiligen Offizium zurück.
Diese Entscheidung des Papstes verursachte, wie vorherzusehen, eine große Enttäuschung in der ganzen Welt und gab Anlass zu besonnenen aber auch zu den unpassendsten Vermutungen über den Inhalt des Geheimnisses.
Die Nachfolgenden Päpste, Paul VI. und Anfangs auch Johannes Paul II folgten und bestätigten die Entscheidung Johannes XXIII.
Als Johannes Paul II am 13. Mai 2000 in Fatima war, verkündete er, dass das dritte Geheimnis veröffentlicht werde, mit einem entsprechenden Kommentar der Glaubenskongregation. Dies geschah am 26 Juni desselben Jahres.
In einer feierlichen Sitzung unter der Leitung von Kardinal Joseph Ratzinger wurde im Pressesaal des Vatikans den am Heiligen Stuhl akkreditierten Journalisten der Text des dritten Geheimnisses vorgelesen und von dort über die ganze Welt verbreitet.
Bei dieser Gelegenheit gab man den wichtigsten Vatikanexperten die Möglichkeit, Fragen zur Deutung des Textes zu stellen.
Eine dieser Fragen behandelte gerade den Grund, der den Heiligen Stuhl dazu verleitete, das dritte Geheimnis 1960, entgegen den Erwartungen der ganzen Welt, nicht zu veröffentlichen. Die Antwort Kardinal Ratzingers ist äußerst aufschlussreich über die ernsthaften Gründe, die den Heiligen Stuhl zur damaligen Entscheidung führten.
Dr. Antonio A. Borelli Machado
Diese wichtige Information wollten wir unseren Leser nicht vorenthalten. Dazu baten wir (*) einen renommierten Experten des Themas, Herrn Antonio Augusto Borelli Machado, dem Autor eines Weltbestsellers über die Erscheinungen von Fatima, um ein Interview, in dem er mit Klarheit über die großen Probleme, die die Kirche und die Welt in den letzten hundert Jahren, seit der Erscheinung von Fátima, bekümmerten
Wenn es auch Meinungsverschiedenheiten unter Experten gibt, ob nun der vom Vatikan veröffentlichte Text dem kompletten Text des dritten Geheimnisses entspricht oder nicht, geben wir den Text wieder, so wie er dargebracht wurde, ohne andere Meinungen darüber zu berücksichtigen.
Die Redaktion des Catolicismo
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„Kardinal Ratzinger gibt zu, dass die Veröffentlichung
des Geheimnisses von Fátima 1960, wichtige politische
Vorhaben des Heiligen Stuhls gestört hätten... 
Welche Vorhaben waren das?“
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Catolicismo – 1960 erreichte die Erwartung, dass das dritte Geheimnis von Fatima veröffentlicht würde, einen Höhepunkt. Doch die Veröffentlichung fand nicht statt, was große Enttäuschung hervorrief. Erst 40 Jahre später, am Schluss des Millenniums, veröffentlichte ihn der Heilige Stuhl. Während der Vorstellung stellten Journalisten Fragen über den Grund dieser Verzögerung. Welche war die Erklärung von Kardinal Ratzinger, der der Sitzung vorstand?
Antonio Borelli Machado – Als am 26 Juni 2000 dieser Teil des Geheimnisses veröffentlicht wurde, entschloss sich der Heilige Stuhl, dies mit großem publizistischen Aufwand zu machen, unter Ausführung der Glaubenskongregation. Die im Vatikan akkreditierten Journalisten wurden eingeladen daran teilzunehmen. Den Anwesenden wurde ein Exemplar der Broschüre Die Botschaft von Fatima mit dem Text des Geheimnisses überreicht. Die Sitzung wurde geleitet von Kardinal Ratzinger mit der Teilnahme von Msgr. Bertone, Sekretär der Kongregation, und des Direktors der Sala Stampa des Heiligen Stuhls, Navarro Vals. Fernsehsender aus aller Welt übertrugen die Sitzung life. Nach der Vorstellung von Kardinal Ratzinger und Msgr, Bertone, öffnete der Pressesprecher des Vatikans das Wort für Fragen der Journalisten. Drei der gestellten Fragen behandelten das Thema über die Gründe der Päpste, die Veröffentlichung 40 Jahre lang nach dem vorgesehenen Termin zu verzögern. Die am besten formulierte Frage war die des Schriftsteller und Vatikanexperten Gian Franco Svidercoschi (Bild), ehemaliger Vize-Direktor des „Osservatore Romano“. Seine Frage (entnommen aus dem vom Presseamt freigegebenen Videoaufnahme der Sitzung) war folgende:
„Emminenz: Ich erlaube mir über das Warum der Verzögerung, dieser verlängerten Vorsicht der Kirche von 1960 bis heute. Sie habe in gewisser Hinsicht schon geantwortet, indem Sie von Evolution der Geschichte sprachen. [...] Da ist auch die Beschreibung von Msgr. Bertone über die verschiedenen Entscheidungen der Päpste im Zuge der veränderten politisch-historischen Situationen. Doch ich Frage Sie: zahlte die Kirche nicht ein zu hohen Preis für dieses lange Schweigen, dieses lange Schweigen über das Geheimnis? Beinhaltet letztendlich der dritte Teil des Geheimnisses nicht auf den schon im zweiten Teil hingewiesenen weiß gekleideten Bischof? Ist der dritte Teil nicht lediglich eine Folge von dem, was in den vorherigen Teilen schon gesagt wurde? Dieses (im dritten Teil beschriebene) Martyrium 1960 vorhanden? Gibt es nicht eine andere Art, von Seiten der Kirche, nicht nur bezüglich Fatima, Stellung zu nehmen zu Privatoffenbarungen – die nicht das depositum fidei berühren – und so eine ganze Reihe von Instrumentalisierungen und Skandale hätte vermeiden können, die gerade wegen dieses Schweigens aufkamen, das so lange andauerte? Danke“.
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„Im 2. Vatikanischen Konzil waren einflussreiche Konzilsväter
beseelt einen Ralliement der Kirche mit der modernen Welt zu fördern
– ganz im Sinn des von Leo XIII damals empfohlenen Ralliement“
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Dazu antwortete Kardinal Ratzinger ohne zu zögern:
„Es ist sicher, dass die Entscheidung der drei Päpste, das Geheimnis nicht zu veröffentlichen – weil auch der jetzige Papst [Johannes Paul II] es 1981 nicht veröffentlichen wollte – keine dogmatische Entscheidung war, sondern eine Vorsichtsmaßnahme. Und man kann immer über den Vorsichtscharakter einer Entscheidung diskutieren, ob man politisch nicht eine andere Entscheidung hätte vorziehen sollen. Deshalb soll man diese Haltung der Päpste nicht dogmatisieren. Dennoch, wenn ich es rückblickend betrachte, würde ich sagen: sicher habe wir einen Preis bezahlt, wegen der Spekulationen, die wir in den letzten Jahrzehnten vernommen haben. Doch andererseits meine ich, dass es angebracht war, einen Moment abzuwarten, damit wir eine Rückschau haben können. 1960 waren wir noch an der Schwelle des Konzils, diese große Hoffnung, ein neues positives Verhältnis zwischen die Welt und die Kirche zu erreichen, und auch ein wenig die verschlossenen Türen zum Kommunismus zu öffnen. Das Gleiche noch zur Zeit Papst Paul VI: wir waren noch sozusagen in der Zeit der Verdauung des Konzils, mit so vielen Problemen, dass dieser Text [das dritte Geheimnis] nicht seine richtige Platzierung bekommen hätte. Ebenso gleich nach dem Attentat [auf Johannes Paul II]: in diesem Moment mit dieser Botschaft herauszukommen, hätte meines Erachtens nicht das ausreichende Verständnis gebracht. Ich denke, ohne diese Entscheidung zu dogmatisieren, dass es, alles in allem, gut war, ein wenig das Ende des Jahrhunderts abzuwarten, um einen umfassenderen Blick zu bekommen, und das wahre Imperativ und die richtigen Hinweise dieser Vision [der Botschaft] zu verstehen.“
Catolicismo – Kardinal Ratzinger gibt also zu, dass die Veröffentlichung des Geheimnisses 1960 wichtige politische Schritte des Heiligen Stuhls stören würde... Welche waren diese Ziele, die gestört würden durch die Veröffentlichung des dritten Geheimnisses in diesem Zeitpunkt des 20. Jahrhunderts?
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„Da die Kirchenmänner entschlossen waren,
unter jeden Preis die Annäherung zur modernen
Welt zu erreichen, mussten sie sich für die 
Nichtveröffentlichung des Geheimnisses entscheiden“
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Antonio Borelli Machado – Drei politische und religiöse Ziele ersten Ranges bestimmten das Leben der Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden von Kardinal Ratzinger in seiner Antwort erwähnt:
1. Der ralliement* der Kirche mit der modernen Welt: „diese große Hoffnung eines neuen positiven Verhältnisses zwischen Welt und Kirche zu erreichen“;
* Zusammenschluss, Anschluss
2. Die Ostpolitik des Vatikans, d. h. der ralliement der Kirche mit dem Kommunismus: Die Hoffnung „die verschlossenen Türen des Kommunismus ein wenig zu öffnen“;

Paul VI empfängt Nicolai Podgorny,
Staatsoberhaupt der Sowjetunion
3) Die Durchsetzung der Richtlinien des Konzils, die dieses doppelte ralliement fördern sollten, und die die Ursache so „vieler Probleme“ der „Verdauung“ der konziliaren Neuerungen durch die katholische Welt waren.
Catolicismo – in wie fern ist das dritte Geheimnis mit diesen Zielen nicht vereinbar?
Antonio Borelli Machado – Das dritte Geheimnis besteht aus einer Vision, in der ein „ein Engel mit einem Feuerschwert“ erscheint. Das Schwert „sprühte Funken und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden“. Nun, eine Welt, die Gott auf diese Art strafen will, ist eine Welt die die Abneigung Gottes verursacht... Es war bestimmt nicht eine Welt die „diese große Hoffung eines neuen positiven Verhältnisses zwischen Welt und Kirche zu erreichen“ erlaubte. Die Veröffentlichung des dritten Geheimnisses 1960 wäre ein Schritt in die Gegenrichtung des ralliement der Kirche mit der modernen Welt.
Ich benutze hier den Ausdruck ralliement in Beziehung der bekannten Politik Leos XIII. gegenüber laizistischen Staaten, die im Zuge der Französischen Revolution überall in der ausgerufen wurden. Ganz besonders die laizistische Republik, wie sie in Frankreich etabliert wurde. Wie man weiß, bedauerte dieser Papst in seinem Alter, das Scheitern seiner Hoffnung in diese Richtung.*
* Über die Politik des ralliement Leos XIII. siehe das Buch von PLINIO CORREA DE OLIVEIRA, Der Adel und vergleichbare traditionelle Eliten in den Ansprachen Pius’ XII an den Adel und Patriziat Roms, Anhang III. 3. Papst Leo XIII. greift ein, S. 242 ff. Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Eigentum, Wien, 2008. Siehe auch ROBERTO DE MATTEI, Il ralliement di Leone XIII -Il fallimento di un progetto pastorale, Le Lettere, Firenze, 2014, 366 Seiten.
Im 2. Vatikanischen Konzil waren einflussreiche Konzilsväter von ähnlichem Optimismus beseelt, ein ralliement der Kirche mit der modernen Welt zu erreichen – in völliger Übereinstimmung mit dem Leos XIII. Hätten sie sich mit entsprechender Aufmerksamkeit den schon zwei veröffentlichen Teilen des Fatimageheimnisses gewidmet, hätten sie wahrscheinlich ihren Optimismus gedämpft: es reicht den Satz zu bedenken, „mehrere Nationen werden vernichtet werden“, der im zweiten Teil des Geheimnisses vorkommt. Wenn nach der Veröffentlichung des dritten Teils 1960, dieser mit entsprechenden Kommentaren weit verbreitet worden wäre – man denke nur an die „große, halb zerstörte Stadt“... – hätte ihnen die Augen öffnen können; oder wenigstens ihnen die Einsicht geben, dass die katholische Welt den geplanten ralliement nicht verstehen würde, und dadurch diesen Schritt vereitelt hätte.
Da die Kirchenmänner entschlossen waren, um jeden Preis die Annäherung zur Welt zu erreichen, mussten sie sich für die Nichtveröffentlichung des dritten Geheimnisses entscheiden und den Preis der Befremdung, der unter den Gläubigen dadurch aufkam, zahlen.
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„Wer sich neutral zwischen Wahrheit und Irrtum erklärt,
stellt sich wirklich auf der Seite aller Irrtümer und
gegen die einzige Wahrheit. Dies ist die Einstellung des
Laizismus gegenüber der wahren Kirche“
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Catolicismo – Dass eine so große Strafe über die Welt schwebt, zeigt wie das Verhalten der gegenwärtigen Gesellschaft im Widerspruch steht, zu den Prinzipien, die sie nach Gottes Willen leiten sollten. Ist es möglich den Punkt hervorzuheben, in dem dieser Widerspruch sich besonders hervortut?
Antonio Borelli Machado – Damit das heutige Publikum versteht, wie weit wir von der wahren Ordnung der Dinge entfernt sind, lohnt es sich, den bekannten Text von Leo XIII. zu zitieren: „Es gab eine Zeit, wo die Weisheitslehre des Evangeliums die Staaten leitete. Gesetze, Einrichtungen, Volkssitten, alle Ordnungen und Beziehungen des Staatslebens waren in dieser Zeit von christlicher Klugheit und göttlicher Kraft durchdrungen. Da war der Religion Jesu Christi in der Öffentlichkeit jene Auszeichnung gesichert, wie sie ihr gebührt; da blühte sie überall unter dem wohlwollenden Schutz der rechtmäßigen Obrigkeiten und Regenten, da waren Kirche und Reich in glücklicher Eintracht und durch gegenseitige Freundesdienste miteinander verbunden. Diese Staatsordnung trug über alles Erwarten reiche Früchte, die noch nicht vergessen sind. Hierfür gibt es unzählige Zeugnisse aus der Geschichte, welche durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können.“ (Enzyklika Immortale Dei, vom 1. November 1885, Nr. 28).
Als Folge des Laizismus, zu dem sie sich bekennen, fühlen sich die modernen Staaten entpflichtet, ihre persönlichen und gesellschaftlichen Richtlinien den Zehn Geboten Gottes anzupassen, und der Kirche „den Grad der Würde, der ihr gebührt“ zuzusprechen. In der Folge führt sich weltweit jede Art von Übertretung der göttlichen und natürlichen Gesetze ein, wie Ehescheidung, Abtreibung, homosexuelle Verbindungen usw.
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„Die stramme Haltung Pius’ IX. wurde vom folgenden
Papst, Leo XIII (1878-1903), widersprochen, als er
für Frankreich die Politik des ralliement gegenüber der
aus der Französischen Revolution geborenen Republik durchsetzte
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So zeigt sich der staatliche Laizismus, der in Sachen von Religion und Sitten neutral erklärt, als ein versteifter Feind der Katholischen Kirche und der christlichen Sittenlehre. Dies ist eine Konstante der Geschichte: Wer sich neutral zwischen Wahrheit und Irrtum erklärt, stellt sich wirklich auf der Seite aller Irrtümer und gegen die einzige Wahrheit. Dies ist die Einstellung des Laizismus gegenüber der wahren Kirche.
Der Laizismus ist nicht neutral in Sachen Religion, sondern militant atheistisch. Darauf weist Leo XIII. hin in derselben Enzyklika Immortale Dei: „Wenn man der Meinung ist, es sei kein Unterschied zwischen den verschiedenen und einander widersprechenden Religionsformen, so läuft dies schließlich darauf hinaus, dass man sich für gar keine entscheiden, gar keine üben will. Eine solche Ansicht mag sich daher dem Namen nach von der Gottesleugnung (Atheismus) unterscheiden; aber in der Sache ist kein Unterschied.“
Der Laizismus ist also die „Unreligion“ der modernen Welt, d.h., der Atheismus; doktrinärer und praktischer Atheismus, der die ganze Gesellschaft durchtränkt. Über diese Gesellschaft schwebt die Botschaft von Fátima, die da mahnt: oder die Gesellschaft bekehrt sich und tut Buße, oder es kommt eine Strafe in kosmischer Größe.
Wie kann man da „diese große Hoffnung nähren, ein neues positives Verhältnis zwischen Kirche und Welt zu erreichen“? – Für Menschen, die von solcher Hoffnung beseelt waren, war es absolut nicht angebracht, dass das dritte Geheimnis 1960 veröffentlicht werden sollte...
Catolicismo – Wann kam in der Kirche dieser Wunsch auf, ein “positives Verhältnis” zur Welt herzustellen?
Antonio Borelli Machado – Der Ausdruck Welt kommt in den Evangelien mal im allgemeinen Sinn vor, oder auch, um diejenigen zu kennzeichnen, die die Predigten Unseres Herrn nicht annahmen und sich gegen ihn stellten. In diesem Sinn kommt er im Johannes-Evangelium vor, in den Versen 18 und 19 des 15. Kapitels: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, sie hat mich vor euch gehasst. [...] weil ihr aber nicht von der Welt seid [...] darum hasst euch die Welt.“
Dieses gleiche Schicksal trifft auch alle Jünger Christi seit jener Zeit bis heute. Daher versucht der laue Teil des katholischen Lagers den Hass der Welt zu besänftigen, indem er mit ihr eine Übereinstimmung sucht. Das liegt in der gefallenen Natur des Menschen und kommt deshalb in allen Zeiten der Kirchengeschichte vor. Man braucht nur die Geschichtsbücher durchzuschauen, um dies festzustellen.
Eine Eigenschaft ist in diesen Fällen leicht festzustellen: Alle, die dieser Versuchung nachgeben, versuchen auf halbem Wege zwischen Wahrheit und Irrtum zu verbleiben.
Martin Luther und Erasmus von Rotterdam
Schauen wir direkt in die modernen Zeiten: Erasmus von Rotterdam (1466-1536), bekannter Humanist, verbreitete „eine geistige Reaktion gegen die Scholastik, des freien Denkens und der Vereinfachung des Christentums“*, was zu einem Versuch führte, sich Luther anzuschließen, was jedoch an der Streitsucht des letzten scheiterte. So versuchte seit der Reformation und der Renaissance eine katholische Strömung, stark von Erasmus beeinflusst, eine Übereinstimmung mit den Irrtümern der Zeit zu suchen.
* GUILLERMO FRAILE, Historia de la filosofia, BAC, Madrid, 1991,3" ed., tomo III, p. 74.
Die Idee der Französischen Revolution von einer Anbindung an die Welt wurde von den liberalen Katholiken des 19. Jahrhunderts verkündet, im Anschluss an Felicité de Lamennais, der sogleich von Papst Gregor XVI. (1831-1846) verurteilt wurde.
Pius IX. (1846-1878) fasste die Irrtümer des katholischen Liberalismus im Syllabus praecipuorum nostrae aetatis errorum (Auflistung der wichtigsten Irrtümer unserer Zeit) vom 8. Dezember 1864, die er unter der Nummer 80 zusammenfasst: „LXXX - Der Römische Papst kann und muss sich mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und der modernen Zivilisation versöhnen und vereinigen“.
Es ist sofort zu vermerken, dass die Kirche nicht gegen den Fortschritt als solchen opponierte, sondern gegen das, was er revolutionäres in sich trug, mit dem Ziel das zu zerstören, was in der schon dekadenten Gesellschaft jener Zeit trotzdem noch an Gutem und übereinstimmend mit den Prinzipien der natürlichen und christlichen Ordnung vorhanden war.
Die „Göttin Vernunft“ wird in Notre Dame gefeiert
am 10. November 1793
Die stramme Haltung Pius’ IX. wurde jedoch vom folgenden Papst, Leo XIII (1878-1903), widersprochen, als er für Frankreich die Politik des ralliement gegenüber der aus der Französischen Revolution geborenen Republik durchsetzte (s. 2. Fragestellung).Leo XII. hoffte, dass diese Politik, die er vehement während seines ganzen Pontifikats durchsetzte, von den folgenden Päpsten übernommen würde. Das wäre wahrscheinlich so gekommen, wenn der Kardinal Mariano Rampolla del Tindaro, sein Staatssekretär, zu seinem Nachfolger gewählt worden wäre, wie allgemein erwartet. Die unvorhergesehene Wahl des Kardinals Giuseppe Sarto, mit dem Namen Pius X. (1903-1914) vereitelte die Fortführung dieser Politik.
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„Mit der am Schluss des Konzils von Paul VI.
verkündeten Pastoralkonstitution Gaudiumm et spes,
wurde die Politik des ralliement endlich für
die ganze Welt verordnet und ausgeweitet“
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Sie erscheint wieder in eindeutiger Form in der Hälfte der 1930er Jahre unter Pius XI. (1922-1939), auf den Flügeln des Optimismus und der Öffnung zur Welt, wie sie von der Katholischen Aktion* gefordert wurde. Auf geistiger Ebene setzten sich einige, in den Kreisen der Katholischen Aktion sehr geschätzte Autoren dafür ein, speziell Jacques Maritain mit seinem Werk Der integrale Humanismus (1936).
* Vgl. PLINIO CORREA DE OLIVEIRA, Em defesa da Ação Católica, Editora Ave Maria São Paulo, 1943.
Seitdem offenbarte sich die Haltung zum ralliement mit aller Deutlichkeit in den Reihen der liberalen Katholiken, wurde aber erst fast ein halbes Jahrhundert später durch Papst Johannes XXIII. (1958-1963) öffentlich übernommen. In seiner Ansprache zur Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils (11. Oktober 1962) richtete er sich an diejenigen, die „in der jüngsten Vergangenheit bis zur Gegenwart nur Mißstände und Fehlentwicklungen zur Kenntnis nehmen“ und erklärt: „Uns scheint es, dass wir diesen Unglückspropheten widersprechen müssen, die immer nur Unheil voraussagen, als ob der Untergang der Welt unmittelbar bevorstünde“ (Untertitel Opportunitas celebrandi Concilii).
Mit der am Schluss des Konzils von Paul VI. verkündeten Pastoralkonstitution Gaudiumm et spes, wurde die Politik des ralliement endlich für die ganze Welt verordnet und ausgeweitet. Die Pastoralorientierung von Gaudium et spes war für die Konzilväter des 2. Vatikanums keine Neuigkeit, sondern die tatsächliche Konkretisierung einer von Lammenais schon 1830 geförderte „Pastoral“!
Dadurch, anstatt die Gläubigen vor die in Fatima angekündigte Strafe durch die Muttergottes zu warnen, hat das Konzil vorgeschlagen, gute Beziehungen zwischen Kirche und Welt herzustellen, mit dem Versprechen einer Ära der Freude und Hoffnung für die Menschen unserer Tage.
Dieser schon durch den Titel hervorgerufene subliminalen Effekt dieses Konzilsdokuments — Gaudium et spes — war, unabhängig seines komplexen Inhalts, der Ausdruck der neuen und gütigen Gesinnung, die das Konzil gegenüber der heutigen Welt einnehmen wollte.

Die Botschaft von Fatima ging aber in einer diametral entgegensetzten Richtung!
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„Anstatt die Gläubigen vor die in Fatima angekündigte
Strafe durch die Muttergottes zu warnen, hat das Konzil
vorgeschlagen, gute Beziehungen zwischen
Kirche und Welt herzustellen“
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Catolicismo – Das Wissen einer kommenden großen Strafe ist aber auch nicht in den Kommentaren zum dritten Geheimnis von Experten und Predigern vorhanden...
Antonio Borelli Machado – Unterdessen ist sie vorhanden beim Hauptkommentator, der es mit Sicherheit ist, dem Kardinal Ratzinger...
So sagt er in seiner Interpretation des dritten Geheimnisses, die in der Broschüre Die Botschaft von Fatima aufgenommen wurde: „so ist das Schlüsselwort dieses Geheimnisses der dreimalige Ruf: "Penitenza, Penitenza, Penitenza" (Buße, Buße, Buße)! Wir werden an den Anfang des Evangeliums erinnert: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15). Die Zeichen der Zeit verstehen heißt: Die Dringlichkeit von Buße - Umkehr - Glaube begreifen. Das ist die richtige Antwort auf den historischen Augenblick, der von großen Gefahren umstellt ist, die in den folgenden Bildern gezeichnet werden. [...] Der Engel mit dem Flammenschwert zur Linken der Muttergottes erinnert an ähnliche Bilder der Geheimen Offenbarung. Er stellt die Gerichtsdrohung dar, unter der die Welt steht. Dass sie in einem Flammenmeer verbrennen könnte, erscheint heute keineswegs mehr als bloße Fantasie: Der Mensch selbst hat das Flammenschwert mit seinen Erfindungen bereitgestellt“. (Die Botschaft von Fatima, S. 39)
Die Schlussfolgerung ist klar: Die Welt unserer Tage — die moderne Welt — stellt sich vor folgende Alternative:
a) Oder sie bekehrt sich, und diese Bekehrung bedeutet das Verlassen der falschen Prinzipien auf denen sie aufgebaut ist, und so den „modernen“ Laizismus, Atheismus ... aufgeben;
b) oder sie bekehrt sich nicht,  und wird zu Trümmern durch das Feuer.
Im zweiten Fall wird sich auf ihren Trümmern eine neue Zivilisation erheben, die der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort das Reich Mariens nannte (s. Abhandlung der wahren Andacht, Nr. 217) — in voller Übereinstimmung mit der Botschaft von Fatima: „Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren“ (2. Geheimnis).
Catolicismo — Könnte man sagen, dass das der Kern der Botschaft von Fátima ist?
Antonio Borelli Machado — Genau! Das Bevorstehen eines großen Strafgerichts.
Viele Prediger meinen, wenn sie eine Strafe ankündigen, würden sie ihre Zuhörer verschrecken, und deshalb tun sie es nicht. Doch die Aufgabe der Propheten war fast immer, das Volk zur Buße aufzurufen, im Zusammenhang mit der Ankündigung von Strafgerichten.
Hörte das Volk auf die Propheten, würde die Strafe abgewendet. Hörten es nicht, würde das Strafgericht eintreffen.
Es ist eine Frage der Treue der Muttergottes gegenüber, die Botschaft von Fátima in ihrem vollen Umfang zu verkünden.
In Wahrheit gibt es eine beträchtliche Anzahl von Menschen, die von sich aus eine Vorstellung der Verwirrung, der Unordnung in der modernen Welt gewonnen haben, und dass ohne ein außerordentliches Eingreifen der Vorsehung, diese Welt ihr Ordnung nicht wieder herstellen kann. Diese Menschen hegen im Geheimnis ihrer Herzen die Hoffnung auf diesen Eingriff Gottes und würden sich bestätigt fühlen, wenn sie von den Lippen der Hirten der Kirche, die gleiche Diagnose hören würden.
Daher ist nicht zu befürchten, das solche Seelen aufschrecken würden, durch die Vorhersage eines Strafgerichts. Im Gegenteil, sie würden jubilieren in der Voraussicht des Sieges des Guten über das Böse. Genau wie der Prophet Simeon großen Trost erfuhr, als er den Messias in den Armen der Heiligen Jungfrau sah: „Nun entlässt du, Herr, deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden; denn meine Augen schauten dein Heil“ (Lk 2,29-30).
Tatsache ist, dass ohne die Erwähnung der Strafe die Botschaft von Fatima entleert wird von ihrem spezifischen Charakter für die heutigen Tage. Es ist unverständlich, dass gerade der Kern dieser Botschaft ausgelassen werden soll.
Die Prediger dürfen also nicht befürchten, dass sich ihre Zuhörer verschrecken. Für einige wird es eine Bestätigung von dem, was sie schon lange dachten und ein Trost sein! Für die, die sich überraschen, wird es als Mahnung dienen, vielleicht eine Gelegenheit, ihre Herzen für die Gnaden von Fátima zu öffnen.
Es reicht auch nicht einfach festzustellen — wie es viele machen —, dass die Botschaft von Fatima im perfekten Einklang  mit dem Evangelium Unseres Herrn steht, weil sie ja das Gebet und die Buße predigt. Das ist wahr und es ist auch gut dass sie das sagen. Doch außerdem muss man auch die Größe der Strafe hervorheben, die über die Welt verhängt wurde. Denn nur so werden sich viele Seelen hin zu einer ernsthaften Buße bewegen. Nur so können sie lebendige Steine des Reiches Mariens werden, das kommen wird.
Catolicismo — Was den Kommunismus betrifft, könnte die Anwendung des Wortes ralliement übertrieben scheinen. Könnte man nicht sagen, dass die Ostpolitik des Vatikans zum Ziel hatte, die Verfolgungen der kommunistischen Regierungen gegen die Christen zu mindern? Kardinal Ratzinger spricht ja ausdrücklich davon, „die verschlossenen Türen des Kommunismus ein wenig zu öffnen“.
Antonio Borelli Machado — Hier handelt es sich um einen Prozess. Am Anfang scheint die Ostpolitik nur eine Entspannung, ein Ende der Feindseligkeiten zu sein. Im Nachhinein verwandelt sie sich in ein normales Zusammenleben. Und zum Schluss wird sie zu einer Kooperation für einen gemeinsamen Zweck. Doch dieser Zweck wird nicht einvernehmlich gesetzt: Es ist der Zweck, der nur dem kommunistischen Partner interessiert. Damit verlässt die katholische Seite nach und nach ihre unveräußerlichen Prinzipien, dann in Vergessenheit geraten und in der Praxis durch die Prinzipien und Ziele des Feindes ersetzt. Es ist das Ergebnis des Prozesse der unbemerkten ideologischen Umwandlung, wie es Prof. Plinio Corrêa de Oliveira nennt*.
* Vgl. Unbemerkte ideologischen Umwandlung und Dialog. Editora Vera Cruz Ltda., São Paulo, deutsche Ausgabe, 1967. S. auch Abkommen mit dem kommunistischen Regime: Für die Kirche, Hoffnung oder Selbstzerstörung? (auf Deutsch: Die Freiheit der Kirche im kommunistischen Staat, TFP Sektion Blumenau, 1965)
Als der Generalsekretär der Spanischen Kommunistischen Partei, Santiago Carrillo (1915-2012), von einigen „Kameraden“ gefragt wurde, ob die Zusammenarbeit mit den Katholiken den ideologischen Inhalt der Partei nicht ändern würde, antwortete er mit einer Frage: „Seitdem wir mit dieser Politik angefangen haben, wie viel Kameraden kennt ihr die gläubig geworden sind? Auf der anderen Seite, wie viele Katholiken sind Kommunisten geworden?“*. Eine Frage, die keiner Antwort bedurfte...
* SANTIAGO CARRILLO, Mañana España, Colección Ebro, Paris, 1975, p. 232.
Die Entspannungspolitik wurde ins Leben gerufen von Maurice Thorez (1900-1964) in einer berühmten Erklärung im Radio Paris am 17. April 1936, in der er im Namen der Französischen Kommunistischen Partei den Katholiken die Politique de la main tendue* (Politik der ausgestreckten Hand) vorschlug
* Vgl. MAURICE THOREZ, Oeuvres, Editions Sociales, Paris, 1954, Bd. XI, S. 203.
Der Vorschlag wurde von Papst Pius XI. heftig abgewiesen in der Enzyklika Divini Redemptoris – über den gottlosen Kommunismus – vom 19. März 1937. Dieses Dokument folgte einem anderen – der Enzyklika Mit brennender Sorge, vom 15. März des gleichen Jahres – in der die von der Kirche erlittenen Verfolgungen durch das Deutsche Reich unter der Naziherrschaft scharf verurteilt wurden. Die fast gleichzeitige Erscheinung dieser Dokumente – mit nur vier Tagen unterschied – lässt die Intention vermuten, man könne nicht sagen, dass mit der Verurteilung des einen Systems, das andere verschont geblieben sein. In Wahrheit handelte es sich beim Nazismus und Kommunismus, um zwei Seiten der selben sozialistischen Münze, gegen die der Papst gleichzeitig die Katholiken warnen wollte.
Trotz allem machte der Vorschlag von Thorez seinen Weg in den katholischen Reihen. Eindeutiger Beweis dafür war das Aufkommen, viele Jahre später, einer theologischen Strömung marxistischen Anstrichs, gegen welche die Glaubenskongregation in einer am 6. August 1984 von Kardinal Ratzinger unterschriebenen Instruktion gegen einige Aspekte der Theologie der Befreiung die Katholiken warnte.
Auf diplomatischer Ebene kann man auf einen weiteren Ausdruck des ralliement hinweisen: Die sogenannte Ostpolitik des Vatikans.
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„Die Aufgabe der Propheten war fast immer, 
das Volk zur Buße aufzurufen, im Zusammenhang 
mit der Ankündigung von Strafgerichten.
Hörte das Volk auf die Propheten, würde die Strafe
abgewendet. Hörten es nicht, würde das Strafgericht eintreffen.“
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Kardinal Agostino Casarolli, Staatssekretär des Heiligen Stuhls während des Pontifikats Pauls VI. und Vorantreiber dieser Politik, erklärte 1974 nachdem er Kuba besucht hatte, dass die Katholiken dieses Landes sich unter dem dort herrschenden Regime wohl fühlten. Das war ein klarer Hinweis, dass jene Politik den „Fall der ideologischen Barrieren“ zwischen Kirche und Kommunismus zum Ziel hatte*.
* Vgl. PLINIO CORRÊA DE OLIVEIRA, Die Entspannungspolitik des Vatikan mit den kommunistischen Regierungen — Für die TFP: sich enthalten? Oder Widerstand leisten.“ In Catolicismo, Nr. 280, April 1974.
Kardinal Casaroli in Kuba mit Fidel Castro
Diese katholische Entspannungspolitik gegenüber dem Kommunismus fand an zwei Fronten statt: An der eigentliche diplomatischen Front — als Ostpolitik bezeichnet — und die pastorale Front, die in der Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt der heutigen Zeit — eher bekannt durch ihre beiden Einführungsworte Gaudium et spes —, zum Ausdruck kam, die wir schon erwähnten (vgl. Antwort auf die 5. Frage). Unter der heutigen Zeit verstehe man die moderne Welt, denn die Einführung dieses Dokuments trägt den Titel Die Situation des Menschen in der heutigen Welt.
Diese Öffnung der Kirche zum Kommunismus blieb den Führern der Partei nicht unbemerkt. So schrieb Roger Garaudy (1913-2012) von der kommunistischen Partei Frankreichs (aus der er ausgeschlossen wurde wegen sein eigensinniges Verhalten; trat zum Islam über, nachdem er protestantisch und katholisch gewesen war), in einem Buch: „Die große Neuigkeit des 2. Vatikanums – die im Text von Gaudium es Spes von 1966 [sic! Von 1965] zum Ausdruck kommt – war die Öffnung zur Welt, der Verzicht auf den Anspruch sie zu regieren, um, im Gegensatz, ihr zu dienen, im Lichte der evangelischen Demut, in der Anerkennung ,der Autonomie der weltlichen Wirklichkeiten‘. [...] In keinem Teil der Welt außer in Lateinamerika hatte diese Botschaft der befreienden Mission der Kirche größeres Echo. Ausgehend von einer historischen Situation von Elend und Unterdrückung und der konkreten Praxis der ,kirchlichen Basisgemeinden‘ seit 1970, entstand die Theologien der Befreiung. Sie begründeten sich auf die vorrangige evangelische Option für die Armen.“*
* ROGER GARAUDY, Integrismes, Pierre Belfond, Paris, 1990, S. 50-51.
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„Die sowjetische Regierung war damit einverstanden,
 dass Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche 
dem Konzil beiwohnten, unter der Bedingung, dass dieses
 von einer Verurteilung des Kommunismus absehe“
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Heute weiß man, dass Johannes XIII sich wünschte, dass Vertreter des Moskauer Patriarchats unbedingt beim Konzil anwesend sein sollten. Die sowjetische Regierung war damit einverstanden, dass Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche dem Konzil beiwohnten, unter der Bedingung, dass dieses von einer Verurteilung des Kommunismus absehe. Der Papst stimmte dieser Bedingung zu.*
Vgl. ROBERTO DE MATTEI, Il Concílio Vaticano II – Una storia mai scritta, Lindau, Torino, 2010, S. 172-180, 360-364, 422-426, 492-504, 512-514,563-567,580-588.
Aus dieser Tatsache erklärt sich, dass eine Petition von 213 Konzilsvätern, dass das Konzil die Irrtümer des Marxismus, des Sozialismus und des Kommunismus verurteilen solle*, weder von Johannes XXIII noch von Paul VI. beachtet wurde.
* Vgl. Catolicismo, Nr. 157, Januar 1964, S. 5.
Gaudium et spes beschränkt sich auf eine höchst verständliche Analyse der verschiedenen Arten von Atheismus (GS Nr. 19, 20 und 21), die in der Erklärung mündet, dass „Glaubende und Nichtglaubende, zum richtigen Aufbau dieser Welt, in der sie gemeinsam leben, zusammenarbeiten müssen“. „Das kann gewiss nicht geschehen ohne einen aufrichtigen und klugen Dialog“ (GS Nr. 21).
Ist aber „ein aufrichtiger Dialog“ mit den gottlosen Führern eines laizistischen, gegen die Kirche wütenden Staates, wie Gaudium et spes gleich im nächsten Satz beschreibt, überhaupt möglich?: Die „Kirche beklagt die Diskriminierung zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden, die gewisse Staatslenker in Nichtachtung der Grundrechte der menschlichen Person ungerechterweise durchführen“ (GS Nr. 21).
Wie soll man sich vorstellen, dass diese Staatslenker sich zu einer Mitarbeit erbieten werden, „zum richtigen Aufbau dieser Welt, in der sie gemeinsam leben“? Es war eine gescheiterte Hoffnung, wie es die seitdem fünfzig vergangenen Jahre bewiesen haben.
Es ist also nicht übertrieben, den Ausdruck ralliement zu benutzen, um darauf hinzuweisen, dass die Ostpolitik des Vatikans sich tatsächlich die Mitarbeit der gottlosen Kommunisten für den Aufbau eines gemeinsamen Werkes wünschte.
Das dritte Geheimnis von Fatima beschreibt eine endlos lange Reihe verschiedener weltlicher Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen, die angeführt vom Papst, Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Höhe eine Gruppe von Soldaten mit Feuerwaffen und Pfeilen auf sie schossen Diese Szene erinnert an die Erschiessungskommandos der kommunistischen Regime...
Dieser Zusammenhang wäre in den Zeiten des ralliement mit dem Kommunismus unangebracht!
Wenn das dritte Geheimnis 1960 veröffentlicht und ausgelegt worden wäre, hätte es Schwierigkeiten für diese Annäherungspolitik geben können. Die Verantwortlichen hielten es für sicherer, es nicht zu veröffentlichen.
Catolicismo – Welche Folgen hatte diese Öffnung zur modernen Welt für das Leben der Kirche?
Antonio Borelli MachadoEs hatte schwerwiegende Folgen, denn sie beseitigte die Schranken, die die Gläubigen vor der Ansteckung mit den Irrtümern der modernen Welt schützte. In der Tat hatte der Fall der ideologischen Barrieren zwischen Kirche und Welt zur Folge, die Gläubigen zur Aufgabe der unveräußerlichen Prinzipien der katholischen Lehre zu führen – was sie in ihrem Gewissen eigentlich nicht hätten tun dürfen -, und in großem Maße die Art des Denkens und des Tuns der Welt übernahmen und somit alle Probleme, mit denen die Pastoral der Kirche heute zu kämpfen hat, noch verschimmern.
Diese Folgen entgingen aber nicht dem scharfen Blick von Kardinal Ratzinger. 2005 zum Papst gewählt, hielt er beim Weihnachtsempfang am 22. Dezember desselben Jahres eine bedeutende Ansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der römischen Kurie in der er mahnte: „Das Problem wird noch deutlicher, wenn wir anstatt des allgemeinen Terminus »heutige Welt« ein anderes, treffenderes Wort wählen: Das Konzil musste das Verhältnis von Kirche und Moderne neu bestimmen. [...] Wenn jemand erwartet hatte, dass das grundsätzliche »Ja« zur Moderne alle Spannungen lösen und die so erlangte »Öffnung gegenüber der Welt« alles in reine Harmonie verwandeln würde, dann hatte er die inneren Spannungen und auch die Widersprüche innerhalb der Moderne unterschätzt; er hatte die gefährliche Schwäche der menschlichen Natur unterschätzt, die in allen Geschichtsperioden und in jedem historischen Kontext eine Bedrohung für den Weg des Menschen darstellt. [...] Auch in unserer Zeit bleibt die Kirche ein »Zeichen, dem widersprochen wird« (Lk 2,34). [...] Es konnte nicht die Absicht des Konzils sein, diesen Widerspruch des Evangeliums gegen die Gefahren und Irrtümer des Menschen aufzuheben“.
Wäre das dritte Geheimnis von der kirchlichen Hierarchie verstanden worden und es ihre Optionen orientiert hätte, so hätte auch vermieden werden können, dass die Gläubigen von den Irrtümern  der modernen laizistischen Staaten kontaminiert worden wären.
Catolicismo – Wie kam es endlich zur Veröffentlichung des dritten Geheimnisses?
Antonio Borelli Machado – Papst Johannes Paul II. wurde Opfer eines sakrilegischen Schusswaffenattentats am 13. Mai 1981, am Tag an dem man die erste Erscheinung der Muttergottes in Fatima feierte. Diese Übereinstimmung von Tat und Tag warf natürlich in der katholischen Welt die Frage auf, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Attentat und der Botschaft von Fatima gäbe. Es ist auch verständlich, dass der Papst selbst nun ein besonderes Augenmerk auf das dritte Geheimnis warf. So bat er, als er noch in der Poliklinikum Gemelli war, wo er zwischen Leben und Tod schwebte, sobald es ihm möglich war, Einsicht in das Geheimnis zu bekommen. Die Verknüpfung des Attentats mit dem dort beschriebenen Martyrium eines Papstes war beeindruckend, jedoch nicht absolut, denn im Geheimnis stirbt der Papst, und er hatte überlebt. Was ihm aber nicht davon abhielt an ein wunderartiges Eingreifen der Muttergottes zu glauben, dass die Kugel kein lebenswichtiges Organ getroffen hatte. Die Kugel wurde später dem Heiligtum von Fatima übergeben und in die Krone der Marienstatue eingefasst.
Das Thema Fatima war dem Papst nicht fremd, war er doch einer der 510 Konzilsväter, die eine Petition a Paul VI. unterschrieben hatten, dieser möge doch zum Anlass des Konzils, da ja alle Bischöfe der Welt dort versammelt waren, die Weihe Russlands und der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens vollziehen. Diese Weihe war von der Muttergottes gebeten worden, als Garant für die Bekehrung dieses kommunistischen Landes und der Welt und die Aufhebung der angedrohten Strafe für die moderne Welt.
Al Johannes Paul II sich von den Folgen des Attentats erholt hatte, unternahm er wiederholte Male die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens. Die sich am meisten an die von der Muttergottes gewünschten Bedingungen näherte, war die vom 25. März 1984, bei der er jedoch, gehemmt von den Sperren der Ostpolitik, den Namen Russlands nicht aussprach, wenn auch – wie er erklärte – er ihn Mental in die Weihe mit einbezog.
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„Es ist nicht übertrieben, den Ausdruck ralliement
 zu benutzen, um darauf hinzuweisen, dass die 
Ostpolitik des Vatikans sich tatsächlich die Mitarbeit
 der gottlosen Kommunisten für den Aufbau
 eines gemeinsamen Werkes wünschte“
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Es fehlte dann nur noch die Veröffentlichung des Geheimnisses. Ein Sprichwort sagt „Rom hat es nicht eilig“. Doch wie Svidercoschi in seiner eingangs erwähnten Frage an Kardinal Ratzinger hervorhob, sensationalistische Spekulationen über seinen Inhalt beunruhigten das gläubige Volk und brachten die oberste Leitung der Kirche in Verlegenheit.
So kam es dann, dass im Dezember 1999 – achtzehn Jahre nach dem Attentat - Johannes Paul II. entschied die Veröffentlichung zu genehmigen. Er beauftragte den Bischof von Leiria-Fátima zu verkünden, dass die Veröffentlichung des Geheimnisses stattfinden würde, wenn der Papst am 13. Mai 2000 nach Fátima käme.
Es gab einen kleinen Aufschub dieses Datums. Der Präfekt der Glaubenkongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, erwägt gegenüber dem Papst die Notwendigkeit das gläubige Volk über die Tragweite privater Offenbarungen aufzuklären, selbst über die von Fátima, wenn sie auch schon vielmals bestätigt worden sind. Denn tatsächlich verpflichten sie niemanden diese wie ein Glaubensdogma anzunehmen.
Übrigens, wie Kardinal Ratzinger erklärte, war die Tatsache, dass das Geheimnis 1960 nicht veröffentlicht wurde, keine dogmatische Entscheidung, sondern eine Vorsichtsmaßnahme: „Es ist sicher, dass die Entscheidung der drei Päpste [...] das Geheimnis nicht zu veröffentlichen keine dogmatische Entscheidung war, sondern eine Vorsichtsmaßnahme. Und man kann immer über den Vorsichtscharakter einer Entscheidung diskutieren, ob man politisch nicht eine andere Entscheidung hätte vorziehen sollen. Deshalb soll man diese Haltung der Päpste nicht dogmatisieren“.
Und da es kein dogmatischer Akt war, ist er nicht durch das Charisma der Unfehlbarkeit betroffen: „Über den Vorsichtcharakter einer Entscheidung kann man immer diskutieren“.
Letztendlich wurde das dritte Geheimnis im Jahr 2000 veröffentlicht. Und es ergab sich, was Kardinal Ratzinger gleich am Anfang seines theologischen Kommentars geahnt hatte: „Wer den Text des sogenannten dritten „Geheimnisses“ von Fatima aufmerksam liest, der hier im Auftrag des Heiligen Vaters erstmals wörtlich veröffentlicht wird, wird nach allen vorangegangenen Spekulationen vermutlich enttäuscht oder verwundert sein. Keine großen Geheimnisse werden enthüllt; der Vorhang vor der Zukunft wird nicht aufgerissen. Wir sehen im Zeitraffer die Kirche der Martyrer des nun abgelaufenen Jahrhunderts in einer schwer deutbaren Symbolsprache zusammengefasst. Ist es nun das, was die Mutter des Herrn der Christenheit, der Menschheit in einer Zeit großer Fragen und Bedrängnisse kundgeben wollte?“ (Die Botschaft von Fátima, Kongregation für die Glaubenslehre. Libreria Editrice Vaticana, Città del Vaticano, 2000.)
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„Die Weihe Russlands und der Welt an das 
Unbefleckte Herz Mariens vollziehen. Diese Weihe 
war von der Muttergottes gebeten worden, als Garant
 für die Bekehrung dieses kommunistischen Landes und der
Welt und die Aufhebung der angedrohten Strafe für die moderne Welt“
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Unter Vorbehalt aller Ehrerbietung, die dem Autor dieses Kommentars gebührt, der außerdem vom Konklave 2005 auf den päpstlichen Thron erhoben wurde, enthüllt das dritte Geheimnis zwei wichtige Punkte des „Vorhangs der Zukunft“, die heute sehr gegenwärtig sind und der weltlichen Aufmerksamkeit: die prophetische Ankündigung der Märtyrer des 21. Jahrhunderts und die Aussicht einer Zerstörung von weltweitem Ausmaß. Übrigens, wie wir gesehen haben, ist es Kardinal Ratzinger selbst, der in seinem Theologischen Kommentar diese zwei Punkte hervorhebt: Das Martyrium und die Zerstörung.
Die Pilgerstatue von Fatima
weint wunderartig in New Orleans,
USA, im Jahr 1972
Catolicismo – Welches ist das Ausmaß der in Fátima angekündigten Strafe: Bedeutet es die Zerstörung der Erde bis auf ihre Grundfesten?
Antonio Borelli Machado – Es ist schon beeindruckend, dass im dritten Geheimnis „eine große Stadt, die halb zerstört war“ beschrieben wird. Was „halb zerstört“ ist, ist nicht total zerstört. Also wird einiges von dem, was heute existiert, bestehen bleiben. Man könnte annehmen, dass es eine selektive Zerstörung sein wird...
In einem Abschnitt der oben erwähnte Enzyklika Immortale Dei, gibt Leo XIII. an, dass in früheren Zeiten – der Hinweis auf das Mittelalter ist intuitiv anzunehmen – „diese Staatsordnung über alles Erwarten Früchte trug, die noch nicht vergessen sind. Hierfür gibt es unzählige Zeugnisse aus der Geschichte, welche durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können“.
Wenn diese „Zeugnisse“ ... „durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können“, dann kann man folgern, dass beim Ausbrechen der Strafe Gott sie verschonen wird.
Welches sind diese Zeugnisse?
Die Erinnerung an die Vergangenheit besteht nicht fort nur durch historische Zeugnisse, sondern auch im Kern der im Laufe der Jahrhunderte verfestigten Gesetze und Institutionen; wie auch auf sichtbarerer Weise in den Denkmälern, die die Zeit und der Mensch nicht zerstört haben. Ein schauriges und erschreckendes Beispiel war das Vorhaben der Revolutionären von 1789, die Kathedrale von Notre Dame in Paris – dieses Kleinod der mittelalterlichen Christenheit - zu zerstören. Sie zum Verkauf ausgeschrieben und es meldete sich sogar ein Käufer. Doch durch die Wirren der Revolution kam es nicht zur Zahlung der Summe und der Kauf wurde storniert.
Nun, mit dem Herannahen der Jahrhundertfeier von Fatima versuchen die modernen Revolutionäre den letzten Überfall auf die christliche Zivilisation zu verüben: Mit blindem Hass stürzen sie sich gegen die noch bestehenden heiligen Prinzipien der Familie und beabsichtigen, unter anderen Vorhaben, mit der Einführung der Gender-Ideologie, selbst die biologische Natur des Menschen aufzuwühlen. Nach dieser Irrlehre wird der Mensch nicht als Mann oder Frau geboren, sondern er wird Mann oder Frau nach seinen persönlichen Neigungen. Eine unerhörte Anschauung!
Es ist jedoch tröstlich wahrzunehmen, dass viele unserer Zeitgenossen, die früher passiv den revolutionären Übergriffen gegenüberstanden, heute anfangen zu reagieren und erheben somit unvorhergesehene Hindernisse gegen die Endcoup der Revolution.*
* Für eine scharfsinnige Analyse des revolutionären Prozesses, der die christliche Zivilisation und Kultur seit dem ausgehenden Mittelalter bis zur heutigen Zeit erodiert, siehe die Studie Revolution und Gegenrevolution von PLINIO CORRÊA DE OLIVEIRA, im Portugiesischen Original oder die Übersetzung in vielen Sprachen wie Deutsch, Englisch, Estnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Litauisch, Rumänisch, Russisch Spanisch, Ukrainisch und Weißrussisch.
Aus dem hier dargelegten, kann man voraussagen, dass der revolutionäre Prozess nicht die totale Zerstörung – der Prinzipien, Institutionen und Monumente der christlichen Zivilisation - erreichen wird, wie er es vorhat. Er wird auf den Widerstand einer kleinen aber immer größeren Zahl von Gläubigen stoßen.
Nicht ohne tiefe Ergriffenheit sieht man in der letzten Szene des dritten Geheimnisses die unerwartet große Reihe derer, die fern von Gott waren, und als sie sich Ihm zuwenden, mit dem Blut der Märtyrer gesalbt werden, das vorher von zwei Engeln unter den Balken des Kreuzes in kristallenen Gefäßen aufgefangen wurde.
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„Mit dem Herannahen der Jahrhundertfeier 
von Fatima versuchen die modernen Revolutionäre
 den letzten Überfall auf die christliche Zivilisation
 zu verüben: Mit blindem Hass stürzen sie sich
 gegen die heiligen Prinzipien der Familie.“

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Diesen unbekannten Nutznießern des Blutes der Märtyrer ist es angebracht, nach dem Prinzip des Tertulian, in Liebe die Reste der Christenheit – die von Leo XIII. erwähnten Zeugnisse – hinzuzufügen und auf dieses Fundament die künftige christliche Zivilisation wieder aufzubauen, und sie zum höchsten Glanz zu erheben, den sie selbst nicht im Mittelalter erreicht hatte.
Dazu müssen sie alle Trümmer des laizistischen, egalitären und gottlosen Staates beseitigen, die auf der Erde übriggeblieben sind und darauf eine strenge, hierarchische, wesenhaft sakrale, antiegalitäre und antiliberale christliche Kultur“ wieder aufbauen, wie es Prof. Plinio Corrêa de Oliveira in „Revolution und Gegenrevolution“ lehrt*.
* II. Teil, II. Kapitel 1
Insgesamt alles in einem tiefgründigen Marianischen Tonus gehalten, wie es der hl. Ludwig Grignion von Montfort in seiner Abhandlung der wahren Andacht zu Maria (Nr. 217) verkündet:
- „Wann wird die glückliche Zeit kommen, da die Seelen ebenso die Liebe Mariä atmen, wie die Leiber die Luft?“
Wir wissen nicht, wann das sein wird. Eines ist jedoch sicher: Es wird sich wirklich ereignen, denn die Muttergottes hat am Ende des zweiten Geheimnisses versprochen: „Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren!“


(*) Dieses Interview wurde gegeben an die katholische Monatszeitschrift „Catolicismo“ und in der Ausgabe von Oktober 2016 veröffentlicht.
Hier wird eine freie deutsche Übersetzung des gesamten Interviews wiedergegeben.