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Freitag, 7. Juni 2024

Hl. Antonius Maria Claret: Die schlimmste Geißel ...

 

Heiliger Antonius Maria Claret (24/10): „Die Heilige Schrift lehrt uns, dass die größte und schrecklichste Geißel, die Gott einem Volk schickt, darin besteht, ihm schlechte Priester zu geben.“

„Katechismus der christlichen Lehre erklärt und den Fähigkeiten von Kindern angepasst“, hl. Antonio Maria Claret, Editora „Ave Maria“, São Paulo, 1934, (Seiten 304-305):

Wer würde dann Gott nicht für so viel Gutes danken und den Priestern, weil sie seine Spender sind, nicht alle gebührende Ehre und Ehrfurcht erweisen? Respektiere sie, mein Sohn, verehre sie, weil ihre Würde als Vertreter Jesu Christi es erfordert, denn dies ist der Wille unseres Erlösers, der in Bezug auf die Apostel und Jünger und auf ihre Nachfolger, die Priester, sagte: „Wer sie verachtet, verachtet Mich“ und schließlich wegen des großen Nutzens, den sie für das Gemeinwohl durch ihren Dienst des Gebets, der Opfer, der Predigt und der Verwaltung der Sakramente haben, wie Ich euch erklärt habe.

Wenn du weißt oder hörst, dass ein Priester in ein Elend oder eine Schwäche geraten ist, sei darüber nicht überrascht oder empört, denn so wie es unter den ersten Priestern, den Aposteln, einen Judas gab, ist es nicht verwunderlich, dass es auch in unseren Tagen unter ihnen auch jene gibt, die vergessen, dass sie heilig sein müssen, denn das Priestersein bedeutet nicht, dass man ihm die Eigenschaft nimmt, ein Nachkomme Adams zu sein und als solcher denselben Leiden und Schwächen ausgesetzt ist wie andere Menschen auch.

Verstehe jedoch, dass, weil er einer von mir ist, daraus nicht folgt, dass alle anderen gleich sind, und in Bezug auf meinen möchte ich auch, dass du weißt, dass du Mitleid mit der Zerbrechlichkeit haben musst, die er für böse hielt, und die priesterliche Würde ehren musst, in ihm Christus auszeichnet hat.

Wenn du siehst, dass ein schlechter Priester an der Spitze einer Pfarrei bestellt wurde, solltest du traurig sein, fürchten und denken, das vielleicht unsere Sünden eine so schreckliche Strafe verdienen, denn die Heilige Schrift lehrt uns, dass dies die größte und schrecklichste Geißel ist, die Gott einem Volk schickt, ist, ihm schlechte Priester zu geben. Wenn der Zorn des Herrn noch nicht seinen Höhepunkt erreicht hat, lässt er zu, dass die Nationen sich gegeneinander bewaffnen, dass die Felder unfruchtbar werden und dass Hungersnot, Verwüstung und Tod ihre Herrschaft über die Erde ausüben. Wenn jedoch seine gerechte Empörung ihren Höhepunkt erreicht, sendet er die letzte und grausamste seiner Strafen und ermöglicht es untreuen Geistlichen, befleckten Priestern und skandalösen Pfarrern, sich unter die Menschen zu stellen. Dann stellt sich heraus, dass die Abscheulichkeiten des Volkes die Ursache der schlechten Priester sind und die schlechten Priester die größte Strafe sind, die Gott dem Volk auferlegt.

Um solchen schrecklichen Schaden zu vermeiden, hat die Kirche, die stets auf das Wohl des Volkes und die erhabene Würde der Altardiener bedacht ist, zwölf Fasten im Jahr gesetzlich eingeführt, drei zu jedem Beginn der vier Jahreszeiten, die wir Quatember nennen. Dies ist die für die Priesterweihe gewählte Zeit, mit der sie alle Gläubigen verpflichtet, mit ihr zum Herrn zu beten, dass er uns nicht bestraft, indem er uns schlechte Priester gibt, sondern im Gegenteil Mitleid mit unserem Elend hat und uns würdige Geistliche sendet, eifrige Hirten, die uns durch die Wüste dieser Welt führen werden, bis wir glücklich im Land der Verheißung, in ewiger Herrlichkeit, ankommen. Amen.

 

Aus den eingangs zitierten Katechismus in portugiesischer Sprache.

Diese deutsche Fassung erschien erstmals in www.r-gr.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

Donnerstag, 9. November 2023

Die Demolierung des Priestertums führt zu einer schamanistischen Kirche

 


Soll das Priestertum in der katholischen Kirche abgeschafft werden? Braucht die Kirche überhaupt Priester? Die Synodalversammlung hat diese Frage zur Diskussion zugelassen.

Auf die Frage, ob es eine „Diskussion“ über die Abschaffung des Priesteramtes geben soll, antworteten 1. Oktober 2021 95 Synodenteilnehmer mit "Ja", 94 stimmten mit "Nein". Weil die einfache Mehrheit bei der Vollversammlung des Synodalen Weges genügt, kann diese Frage beim "Synodalen Weg" offiziell diskutiert werden.

Nun könnte mancher behaupten: „Es ginge ja bloß um das Diskutieren. (Fast) keiner in der Vollversammlung wird wohl ernsthaft der Meinung sein, das Priesteramt könne man einfach so abschaffen. Zu einer konkreten Forderung wird es wohl deshalb nicht kommen. Die Angelegenheit kann man beruhigt beiseiteschieben.“

Wer so meint, hat den Vorfall nur oberflächlich analysiert und vorschnell Schlüsse gezogen: Denn selbst wenn der Synodale Weg schließlich nicht die Abschaffung des Priesteramts beschließt (bzw. fordert, den die Vollversammlung kann einen solchen Entschluss nicht fassen), so wird sehr ernsthaft die Konstruktion einer egalitären Kirche erörtert, in welcher der Priester so gut wie keine Autorität besitzt.

Hier wurde schon oft gezeigt, dass das Ziel der deutschen Kirchenrevolution die Einführung des Egalitarismus in die Kirche ist.

Der Progressismus hasst die hierarchische Verfassung der Kirche und alles, was damit zu tun hat: Sakralität, Schönheit, Tradition.

Der Synodale Weg hat schon gezeigt, wie wichtig ihm ist, egalitär zu sein: Beispielsweise ist die Sitzordnung in der Versammlungshalle nach dem Anfangsbuchstaben des Namens festgelegt. Rang, Funktion, Amt, Alter, Erfahrung spielen keine Rolle. Kein Parlament der Welt ist so egalitär aufgestellt, wie der Synodale Weg in Deutschland.

So kann man sich nicht wundern, dass man sich ernsthafte Gedanken über eine Kirche macht, in der der Priester nur noch hinzutritt, um das nötigste auszurichten, etwa die Wandlungsworte bei der Messe auszusprechen oder die Lossprechung bei der Beichte zu erteilen.

Der Priester wäre auf seine Kernfunktion reduziert und die Tatsache, dass er in „persona Christi“ handelt, kaum noch sichtbar.

Kann eine solche Kirche aber überhaupt überleben? Wie soll eine solche Kirche sich strukturieren, wenn die Priester zu einer rein funktionellen Rolle reduzieren werden? Was würde die Menschen in dieser Kirche zusammenhalten? Woher käme so was wie ein „Gemeinschaftsgefühl“?

Eine Möglichkeit wäre, dass man das interne Leben dieser Pseudo-Kirche rund um Personen ordnet, die einen gewissen Charismatismus mitbringen. Menschen, die fähig sind, mit ihrer Persönlichkeit – in guten oder im schlechten Sinne – andere zu beeinflussen und zu überzeugen.

So könnte man beispielsweise versuchen, Persönlichkeiten wie Greta Thunberg als Sprachrohre des Heiligen Geistes zu deklarieren. Solche Personen würden von Medien und medial geförderten Theologen mit einer (scheinbaren) moralischen Autorität ausgestattet werden, die die Lebenseinstellungen- und Weisen der Katholiken vorgeben.

Mit solchen Figuren könnte man versuchen, dass es für die Katholiken wichtiger wird, „klimaneutral“ zu leben, als die 10 Geboten zu befolgen.

Gerade aus dem Milieu des Umweltaktivismus ließen sich sowieso viele finden, die genug pseudo-geistige Energie und Ausstrahlung besitzen, um mehr oder weniger als Schamanen zu wirken: Mit ihrem bloßen Präsenz und Haltung und sehr wenigen Worten würden sie Lebensstile präsentieren und intuitiv vorgeben, wie man zu leben hat.

Solche Pseudo-Propheten ließen sich für alle Themen finden, die gerade in Mode sind: Gender, Diversität, Cancel-Culture. Klima und Ökologie sowieso.

Sie allesamt würden eine Art Kolleg von Pseudo-Päpsten bilden, die eher durch ihre Lebensauffassung Einfluss ausüben, als durch dem, was sie verbal kommunizieren.

Auch Priester könnten selbstverständlich eine solche schamanistische Rolle einnehmen, doch die Tatsache, dass sie geweihte Menschen sind, würde dabei keine Rolle spielen. Denn es geht vielmehr um die Vorgabe eines pseudo-spirituellen Lebensstils, der sich eher am Buddhismus, am Pantheismus und an den Naturreligionen orientiert, als an der katholischen Moraltheologie- und Askese.

 

Bild: © Synodaler Weg/Maximilian von Lachner

Dieser Artikel erschien erstmals in

http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2021/10

 

 

Freitag, 14. Juli 2023

Die Demolierung des Priestertums führt zu einer schamanistischen Kirche

 


von Mathias von Gersdorff

          Soll das Priestertum in der katholischen Kirche abgeschafft werden? Braucht die Kirche überhaupt Priester? Die Synodalversammlung hat diese Frage zur Diskussion zugelassen.

Auf die Frage, ob es eine „Diskussion“ über die Abschaffung des Priesteramtes geben soll, antworteten 1. Oktober 2021 95 Synodenteilnehmer mit „Ja“, 94 stimmten mit „Nein“. Weil die einfache Mehrheit bei der Vollversammlung des Synodalen Weges genügt, kann diese Frage beim "Synodalen Weg" offiziell diskutiert werden.

Nun könnte mancher behaupten: „Es ginge ja bloß um das Diskutieren. (Fast) keiner in der Vollversammlung wird wohl ernsthaft der Meinung sein, das Priesteramt könne man einfach so abschaffen. Zu einer konkreten Forderung wird es wohl deshalb nicht kommen. Die Angelegenheit kann man beruhigt beiseiteschieben.“

Wer so meint, hat den Vorfall nur oberflächlich analysiert und vorschnell Schlüsse gezogen: Denn selbst wenn der Synodale Weg schließlich nicht die Abschaffung des Priesteramts beschließt (bzw. fordert, den die Vollversammlung kann einen solchen Entschluss nicht fassen), so wird sehr ernsthaft die Konstruktion einer egalitären Kirche erörtert, in welcher der Priester so gut wie keine Autorität besitzt.

Hier wurde schon oft gezeigt, dass das Ziel der deutschen Kirchenrevolution die Einführung des Egalitarismus in die Kirche ist.

Der Progressismus hasst die hierarchische Verfassung der Kirche und alles, was damit zu tun hat: Sakralität, Schönheit, Tradition.

Der Synodale Weg hat schon gezeigt, wie wichtig ihm ist, egalitär zu sein: Beispielsweise ist die Sitzordnung in der Versammlungshalle nach dem Anfangsbuchstaben des Namens festgelegt. Rang, Funktion, Amt, Alter, Erfahrung spielen keine Rolle. Kein Parlament der Welt ist so egalitär aufgestellt, wie der Synodale Weg in Deutschland.

So kann man sich nicht wundern, dass man sich ernsthafte Gedanken über eine Kirche macht, in der der Priester nur noch hinzutritt, um das nötigste auszurichten, etwa die Wandlungsworte bei der Messe auszusprechen oder die Lossprechung bei der Beichte zu erteilen.

Der Priester wäre auf seine Kernfunktion reduziert und die Tatsache, dass er in „persona Christi“ handelt, kaum noch sichtbar.

Kann eine solche Kirche aber überhaupt überleben? Wie soll eine solche Kirche sich strukturieren, wenn die Priester zu einer rein funktionellen Rolle reduzieren werden? Was würde die Menschen in dieser Kirche zusammenhalten? Woher käme so was wie ein „Gemeinschaftsgefühl“?

Eine Möglichkeit wäre, dass man das interne Leben dieser Pseudo-Kirche rund um Personen ordnet, die einen gewissen Charismatismus mitbringen. Menschen, die fähig sind, mit ihrer Persönlichkeit – in guten oder im schlechten Sinne – andere zu beeinflussen und zu überzeugen.

So könnte man beispielsweise versuchen, Persönlichkeiten wie Greta Thunberg als Sprachrohre des Heiligen Geistes zu deklarieren. Solche Personen würden von Medien und medial geförderten Theologen mit einer (scheinbaren) moralischen Autorität ausgestattet werden, die die Lebenseinstellungen- und Weisen der Katholiken vorgeben.

Mit solchen Figuren könnte man versuchen, dass es für die Katholiken wichtiger wird, „klimaneutral“ zu leben, als die 10 Geboten zu befolgen.

Gerade aus dem Milieu des Umweltaktivismus ließen sich sowieso viele finden, die genug pseudo-geistige Energie und Ausstrahlung besitzen, um mehr oder weniger als Schamanen zu wirken: Mit ihrem bloßen Präsenz und Haltung und sehr wenigen Worten würden sie Lebensstile präsentieren und intuitiv vorgeben, wie man zu leben hat.

Solche Pseudo-Propheten ließen sich für alle Themen finden, die gerade in Mode sind: Gender, Diversität, Cancel-Culture. Klima und Ökologie sowieso.

Sie allesamt würden eine Art Kolleg von Pseudo-Päpsten bilden, die eher durch ihre Lebensauffassung Einfluss ausüben, als durch dem, was sie verbal kommunizieren.

Auch Priester könnten selbstverständlich eine solche schamanistische Rolle einnehmen, doch die Tatsache, dass sie geweihte Menschen sind, würde dabei keine Rolle spielen. Denn es geht vielmehr um die Vorgabe eines pseudo-spirituellen Lebensstils, der sich eher am Buddhismus, am Pantheismus und an den Naturreligionen orientiert, als an der katholischen Moraltheologie- und Askese.

 

Bild: © Synodaler Weg/Maximilian von Lachner

Dieser Artikel erschien erstmals in http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2021/10

Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Sonntag, 3. Oktober 2021

Synodaler Weg: Kirche ohne Priester?

 Die Demolierung des Priestertums
führt zu einer schamanistischen Kirche


Soll das Priestertum in der katholischen Kirche abgeschafft werden? Braucht die Kirche überhaupt Priester? Die Synodalversammlung hat diese Frage zur Diskussion zugelassen.

Auf die Frage, ob es eine „Diskussion“ über die Abschaffung des Priesteramtes geben soll, antworteten 1. Oktober 2021 95 Synodenteilnehmer mit "Ja", 94 stimmten mit "Nein". Weil die einfache Mehrheit bei der Vollversammlung des Synodalen Weges genügt, kann diese Frage beim "Synodalen Weg" offiziell diskutiert werden.

Nun könnte mancher behaupten: „Es ginge ja bloß um das Diskutieren. (Fast) keiner in der Vollversammlung wird wohl ernsthaft der Meinung sein, das Priesteramt könne man einfach so abschaffen. Zu einer konkreten Forderung wird es wohl deshalb nicht kommen. Die Angelegenheit kann man beruhigt beiseiteschieben.“

Wer so meint, hat den Vorfall nur oberflächlich analysiert und vorschnell Schlüsse gezogen: Denn selbst wenn der Synodale Weg schließlich nicht die Abschaffung des Priesteramts beschließt (bzw. fordert, den die Vollversammlung kann einen solchen Entschluss nicht fassen), so wird sehr ernsthaft die Konstruktion einer egalitären Kirche erörtert, in welcher der Priester so gut wie keine Autorität besitzt.

Hier wurde schon oft gezeigt, dass das Ziel der deutschen Kirchenrevolution die Einführung des Egalitarismus in die Kirche ist.

Der Progressismus hasst die hierarchische Verfassung der Kirche und alles, was damit zu tun hat: Sakralität, Schönheit, Tradition.

Der Synodale Weg hat schon gezeigt, wie wichtig ihm ist, egalitär zu sein: Beispielsweise ist die Sitzordnung in der Versammlungshalle nach dem Anfangsbuchstaben des Namens festgelegt. Rang, Funktion, Amt, Alter, Erfahrung spielen keine Rolle. Kein Parlament der Welt ist so egalitär aufgestellt, wie der Synodale Weg in Deutschland.

So kann man sich nicht wundern, dass man sich ernsthafte Gedanken über eine Kirche macht, in der der Priester nur noch hinzutritt, um das nötigste auszurichten, etwa die Wandlungsworte bei der Messe auszusprechen oder die Lossprechung bei der Beichte zu erteilen.

Der Priester wäre auf seine Kernfunktion reduziert und die Tatsache, dass er in „persona Christi“ handelt, kaum noch sichtbar.

Kann eine solche Kirche aber überhaupt überleben? Wie soll eine solche Kirche sich strukturieren, wenn die Priester zu einer rein funktionellen Rolle reduzieren werden? Was würde die Menschen in dieser Kirche zusammenhalten? Woher käme so was wie ein „Gemeinschaftsgefühl“?

Eine Möglichkeit wäre, dass man das interne Leben dieser Pseudo-Kirche rund um Personen ordnet, die einen gewissen Charismatismus mitbringen. Menschen, die fähig sind, mit ihrer Persönlichkeit – in guten oder im schlechten Sinne – andere zu beeinflussen und zu überzeugen.

So könnte man beispielsweise versuchen, Persönlichkeiten wie Greta Thunberg als Sprachrohre des Heiligen Geistes zu deklarieren. Solche Personen würden von Medien und medial geförderten Theologen mit einer (scheinbaren) moralischen Autorität ausgestattet werden, die die Lebenseinstellungen- und Weisen der Katholiken vorgeben.

Mit solchen Figuren könnte man versuchen, dass es für die Katholiken wichtiger wird, „klimaneutral“ zu leben, als die 10 Geboten zu befolgen.

Gerade aus dem Milieu des Umweltaktivismus ließen sich sowieso viele finden, die genug pseudo-geistige Energie und Ausstrahlung besitzen, um mehr oder weniger als Schamanen zu wirken: Mit ihrem bloßen Präsenz und Haltung und sehr wenigen Worten würden sie Lebensstile präsentieren und intuitiv vorgeben, wie man zu leben hat.

Solche Pseudo-Propheten ließen sich für alle Themen finden, die gerade in Mode sind: Gender, Diversität, Cancel-Culture. Klima und Ökologie sowieso.

Sie allesamt würden eine Art Kolleg von Pseudo-Päpsten bilden, die eher durch ihre Lebensauffassung Einfluss ausüben, als durch dem, was sie verbal kommunizieren.

Auch Priester könnten selbstverständlich eine solche schamanistische Rolle einnehmen, doch die Tatsache, dass sie geweihte Menschen sind, würde dabei keine Rolle spielen. Denn es geht vielmehr um die Vorgabe eines pseudo-spirituellen Lebensstils, der sich eher am Buddhismus, am Pantheismus und an den Naturreligionen orientiert, als an der katholischen Moraltheologie- und Askese.

 

Bild: © Synodaler Weg/Maximilian von Lachner

Dieser Artikel erschien erstmals in http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2021/10

Dienstag, 4. Mai 2021

Eine „Abkürzung“ auf dem Weg der Heiligkeit für die Priester des dritten Jahrtausends:

 

Der heilige Louis Marie Grignion de Montfort zeigt uns,
wie wir unseren Herrn kennen und lieben können,
indem wir Maria als unserer Mutter, unserem Vorbild
und unserer Leitung nachfolgen“

Ein Vortrag von Kardinal Ivan Dias


Dublin (Fidesdienst) - Die Abhandlung „Traité de la vraie dévotion à la Sainte Vierge“, die der heilige Louis Marie Grignion de Montfort (1673-1716) zu Beginn des 18. Jahrhunderts schrieb, wende sich zwar an alle Christen im allgemeinen, könne aber insbesondere auch auf die Priester angewandt werden, damit diese „heilig sind“, wie es Papst Johannes Paul II. wünschte, und damit sie Priester „vom heiligsten Herzen Jesu“ sind. In einem Beitrag zum Studienseminar „Die Neuevangelisierung: Priester und Laien. Die große Herausforderung des neuen Jahrtausends“ erläuterte Kardinal Ivan Dias, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker am 24. Mai in Dublin die Bedeutung dieser Abhandlung für das Priesterleben.

Kardinal Dias vertraute den Zuhörern an, dass er durch ein kleines Buch, das er in einst von der Vorsehung geleitet in einer Buchhandlung in Bombay kaufte, das „Geheimnis des heiligen Louis Marie Grignion de Monfort“ und damit eine „Abkürzung“ auf dem Weg der Heiligkeit kennen lernte: „Das Geheimnis ist Maria, das Meisterwerk der göttlichen Schöpfung. Der heilige Louis Marie Grignion de Montfort zeigt uns, wie wir unseren Herrn kennen und lieben können, indem wir Maria als unserer Mutter, unserem Vorbild und unserer Leitung nachfolgen. Dieses Buch ist ein unsagbarer Schatz“. In dem Traktat, dessen Lektüre viele Päpste empfehlen, zeige der heilige Louis Marie Grignion de Monfort „ein lebendiges Bild der Jungfrau Maria, das in der Beziehung zu den Priestern von großer Bedeutung ist“.

Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker befasste sich sodann insbesondere mit drei wichtigen Dimensionen des Priesterlebens: die Berufung zur Heiligkeit, die Berufung zum Dienst und die Berufung zum geistlichen Kampf. „Der heilige Louis Marie lehrt uns, wie Maria eine wesentliche Rolle in jeder einzelnen dieser Dimensionen spielen kann“, so der Kardinal. Die Heiligkeit bestehe darin, Gott über alles von ganzem Herzen, mit der ganzen Seele und mit allen Gedanken zu lieben. Damit sie dieses Ziel erreichten, lade der heilige Grignion de Montfort dazu ein, sich Christus ganz durch Maria zu weihen, in einer art „Sklaventum der Liebe“. Ein Sklaventum, dass jedoch gewiss nicht den Menschen degradiere, sondern ihn vielmehr adele und zur seine Würde aufwerte.

Die Jungfrau Maria sei deshalb ein Beispiel, dem man folgen sollte: „Sie widmet sich ganz Gott, als sein Geschöpf, ohne etwas für sich selbst zu behalten. Ihr ganzes Leben war ganz auf Gott ausgerichtet. Auf diese Weise lehrt die Jungfrau uns Priester, uns davor zu hüten, uns selbst auf einen Sockel zu stellen oder uns selbst mit einer Herrlichkeit zu bekleiden, die nur Gott gebührt. Ein Priester sollte sich stets daran erinnern, dass seine priesterliche Berufung ein freiwilliges Geschenk Gottes ist, das er nicht für persönliche Verdienste, Talente oder erreichte Ziele empfange, sondern für seine Heiligung und zum Aufbau des Volkes Gottes“.

Was den bescheidenen Dienst der Liebe anbelangt, der die Berufung zum Priester kennzeichnen sollte, erinnerte Kardinal Dias daran, dass die Schule der Spiritualität des heiligen Monfort lehre, dass „ein Priester, der sich selbst als Sklave der Liebe weiht, nichts von dem, was er besitzt, als persönliches Eigentum betrachten wird: seine Position und seine Talente, seine materiellen Güter, die Personen, die seiner seelsorgerischen Fürsorge anvertraut wurden. Alles, wird ihm nur gegeben, damit er es verwalte“. Als der Erzengel Gabriele sich nach der Verkündigung von Maria entfernte, habe sich Maria nicht selbst über ihre neue Würde als Mutter Gottes gefreut, „sondern sie lief eilig zu ihrer Cousine Elisabeth, die hochschwanger war“. Bei der Hochzeit von Kana, als alle feierten und am Bankett teilnahmen, habe Maria die Lehren Weinkrüge gesehen, und Jesus davon überzeugt, sein erstes Wunder zu wirken. „Für Maria bedeutete Geschöpf des Herrn zu sein, die Bedürfnisse der anderen zu erkennen und dies tut sie auch heute noch, von ihrem himmlischen Thron aus. Maria lehrt uns … unsere zeit und unsere Fähigkeiten in den Dienst Gottes und in den Dienst unserer Mitmenschen zu stellen“. Der Kardinal zitierte in diesem Zusammenhang auch einige Beispiele aus dem Evangelium zum Leben Christi zur Dimension des Dienstes als Beispiel für die Ausübung des Priesteramtes.

Sodann befasste sich der Kardinal mit der Berufung zum geistlichen Kampf. Der Kampf gegen das Böse habe im Garten Eden begonnen, zu Beginn der Menschheitsgeschichte. Bereits damals habe Gott das Auftreten Mariens gewollt, das bis zum Ende der Zeit dauern sollte. In den über zweitausend Jahren der Geschichte der Kirche habe der Kampf zwischen den Kräften des Guten und den Kräften des Bösen mit unterschiedlicher Intensität stattgefunden, in der Kirche, im Allgemeinen und unter den Einzelnen. Insbesondere die Heiligen hätten diesen Kampf in seiner ganzen Fülle erlebt, durch Verfolgung, Leid und Schwierigkeiten jeder Art. „Viele Menschen, einschließlich der Priester, ziehen ein mittelmäßiges Leben vor, damit sie sich nicht mit Luzifer und seinen Dämonen auseinandersetzen müssen“, so Kardinal Dias. „Montfort hat diesen Kampf sehr früh verstanden und er selbst litt viel unter dem Bösen“. Das Gegenmittel gegen die Versuchungen des Bösen (Reichtum, Erfolg, Macht) sei die Armut des Geistes, die den Abstand von allem mit sich bringe, was uns von Gott entfernen kann, und vor allem die Demut, die das Herz Gottes rührt und es auf die Armen und Demütigen blicken lässt. Dies bringe Montfort in seiner Weihe an Jesus durch Maria zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang erinnerte der Kardinal auch an die Erscheinungen der Jungfrau gegenüber der heiligen Caterine Labouré und die Bedeutung der wunderbaren Medaille, in der die Jungfrau dargestellt ist, wie sie mit dem Fuß auf den Kopf der Schlange, des Teufels, tritt. „Die größte Demütigung für Luzifer“, so der Kardinal, „besteht darin, von der Jungfrau Maria erdrückt zu werden, einem rein menschlichen Wesen, das einer Kategorie angehört, die niedriger ist als die der Engel: Sie hat ihn erdrückt, nicht nur weil sie die Mutter Gottes war, sondern wegen ihrer Bescheidenheit, die der Hammerschlag ist, mit dem sie den Stolz des Luzifer verletzte“.


Abschließend erinnerte Kardinal Dias daran, dass in der Zeit, in der wir heute leben, die Berufung zum Priesteramt erfordere, „dass wir Männer Gottes und Männer für die Mitmenschen sind“, und das die „Abhandlung über die wahre Verehrung der Jungfrau Maria uns das Geheimnis zeigt, das uns Priestern helfen kann, diesen Impulsen unserer Berufung zum Priesteramt auf eine Weise zu folgen, die Gott gefällt. Das Geheimnis ist Maria, durch die der heilige Louis Maria Grignion de Montfort uns beruft, uns als Sklaven der Liebe Jesus zu weihen“ (SL)

 

Quelle: (Fidesdienst, 26/05/2007 - 82 Zeilen, 1.086 Worte)

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Mittwoch, 15. April 2020

Virus „Made in China“: Welche Lehre ziehen wir daraus?






von Pater David Francisquini
Angesichts der globalen Situation, die vom chinesischen Virus verursacht wurde, haben sich die Medien nur mit dem Schutz der Gesundheit befasst, indem die Menschen unter „Hausarrest“ gestellt und Einkaufszentren, Handelshäuser, Unterhaltungshäuser und sogar Kirchen geschlossen wurden. Alles, um Ansammlungen von Menschen zu vermeiden.
Obwohl es große Unterschiede zwischen den institutionellen Behörden gibt, versuchen sie alle, sich an denselben Methoden und Zielen auszurichten, um die mal von der linken Weltgesundheitsorganisation, mal von den Behörden jedes Landes, diktierten Bestimmungen zu erfüllen. Und wehe denen, die nicht gehorchen!
Wer befiehlt denn eigentlich all diese Artikulierungen weltweit, denen die katholische Kirche selbst gehorchen muss? Ist das irdische Leben wichtiger als das ewige Leben? Kann es sein, dass selbst die Kirche, die immer ewige Wahrheiten gepredigt hat, in einem so heiklen Moment von ihrer Erlösungsmission abdankt? Unser Herr Jesus Christus sagt im Evangelium:
„Wer sein Leben retten will, wird es verlieren, und wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Denn, was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet? Oder was kann der Mensch als Gegenpreis für sein Leben geben? Denn der Menschensohn wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann einem jedem vergelten nach seinem Tun. Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die hier stehen, sind einige, die den Tod nicht kosten werden, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich“ (Mt 16,24-28).
„Ich sage euch als meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber darüber hinaus nichts weiter zu tun vermögen. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der über das Töten hinaus noch Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, sage ich euch, den fürchtet“(Lk 12,4-5).
Die Sendung der Kirche ist göttlich, wie auch göttlich ihr Gründer ist. Ja, kümmern wir uns um unsere Gesundheit, aber nicht zum Nachteil der göttlichen Aufgabe, die Gott der Kirche anvertraut hat, die Menschen anzuweisen, für alle Ewigkeit bei Ihm zu sein.
Tatsächlich haben wir so viele Beispiele von Heiligen, die ihr Leben ausgesetzt haben, um sich um Leprakranke, Tuberkulose und alle Arten von Pest zu kümmern, wie Pater Damian von Molokai, der Aussätzige; der hl. Aloysius von Gonzaga, der während seines Einsatzes von einer Epidemie heimgesucht wurde; der hl. Johannes Bosco, der seinen Schülern versprach, dass sie vor der Geißel der asiatischen Cholera gerettet würden, wenn sie in der Gnade Gottes leben würden, und keiner von ihnen wurde angesteckt...
Unter ganz anderen Umständen wie heute schlossen die Kirchen ihre Türen nicht; Priester standen mit ihrer seelsorgerlichen Arbeit immer an vorderster Front; sie feierten das Stundengebet und die heilige Messe; erleichterten den Zugang zu den Sakramenten; dazu sorgten sie sich auch um das materielle Wohl der von der Pest betroffenen Menschen mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten.
Tatsächlich hat sich das kirchliche Verhalten jetzt drastisch verändert, zu einer vorübergehenden, opportunistischen, materialistischen und relativistischen Auffassung einer Situation des öffentlichen Notstands, die den Eindruck erweckt sich von Gott als der absoluten Grundlage und Daseinsberechtigung aller Dinge  distanziert zu haben.
Je höher ein Mensch in Ehre und Würde steht, desto größer ist natürlich seine Nächstenliebe gegenüber anderen, insbesondere wenn sie seine Gläubigen sind. Da es keine höhere Würde gibt, als ein Diener Gottes zu sein, muss das ihm geweihte Volk vor allem die göttliche Herrlichkeit und das Wohl des Nächsten suchen.
Ich glaube, dass eines der größten Komplimente, die einer Autorität gemacht werden können, darin besteht, sie als paternalistisch (väterlich) zu bezeichnen, weil Gott im erhabensten Gebet, das das Vater Unser ist, Vater genannt werden wollte.
Hier einige Worte des kämpferischen und eifrigen Katholiken  Plinio Corrêa de Oliveira über die Gestalt des Priesters.
„Der Priester strahlt in den schwierigsten Zeiten den Glanz seiner Berufung durch seinen Eifer und sein Hingabe, durch seine Freundlichkeit und sein Verständnis, durch die Zuneigung und Freundlichkeit gegenüber denen aus, die sich in den Rückschlägen und Prüfungen des Lebens befinden.
„Der Priester muss bereit sein, sich für seine Schafe zu opfern. Der Söldner, der kein Hirte der Schafe ist, wenn der Wolf kommt, rennt weg, weil er kein Hirte ist. Ein wahrer Hirte war zum Beispiel der Heilige Odilon (962-1049) Abt der Benediktinerabtei von Cluny (Gemälde links), der mit einer geordneten Nächstenliebe Gott mehr liebte als sich selbst, seinen Nächsten wie sich selbst und die materiellen Dinge weniger als sich selbst.
„Der treue und weise Verwalter heilige Odilon sammelte Lebensmittel und Kleidung für die Kranken. Er ließ sogar im Geheimen Häuser für die Aussätzigen bauen, als wenn sie von anderen gebaut worden wären, damit ihm diese gute Arbeit nicht zugeschrieben würde.“
Wir haben oben Pater Damian als leuchtendes Modell für Heldentum und Eifer auf der Insel Molokai erwähnt, wo er im Dienste der Aussätzigen sein Priestertum lebte. Als er sich selbst Lepra zugezogen hatte, erklärte er in einer Predigt laut: „Wir Aussätzigen...“, denn Aussätziger zu sein war für ihn ein Ehrentitel, in der Nachahmung Jesus Christi, der sich für unser Heil opferte.
Pater Damian [Foto auf der Seite] entging nicht der Verpflichtung seines Priesterdienstes, weil er wegen seines Eifers Seelen zu retten nach Molokai ging. Er wollte die Betroffenen trösten und die Tränen derer abwischen, die ihre Angehörigen verlassen mussten, weil sie von Lepra betroffen waren.
Molokai war ein Ort der Gewalt, ohne zivilisatorischen Grundsätzen, ohne Hoffnung, ohne Grenzen zwischen Zuneigung, Freundlichkeit, Barmherzigkeit und menschlicher Wärme. Pater Damian hat sich auf dieser Insel als Vater geopfert, der sich seinen Kindern in extremer Hingabe dahingibt, weil er Gott als absolute Richtschnur in seinem Leben hatte.
Er baute Kirchen, Krankenhäuser, Schulen und gemeinnützige Dienste und dachte nicht an sich selbst, sondern nur an Gott und seinen Nächsten. Ganz anders als heute bei den Geistlichen angesichts der in China hervorgerufenen Pandemie ... Was erwarten die Gläubigen schließlich von der Hingabe eines Priesters?
Hl.Aloysius von Gonzaga
Als der hl. Aloysius von Gonzaga Ende des 16. Jahrhunderts in Rom ankam, stieß er auf die Opfer einer ansteckenden Krankheit namens Typhus. Als er Zeuge des Leidens der Menschen wurde, begann er, bewegt durch Nächstenliebe, den Kranken zu helfen, so gut er konnte. Er wurde infiziert und starb im Alter von 23 Jahren, kurz bevor er zum Priester geweiht werden sollte.
Die Gestalt des Priesters angesichts von Gefahr und Schmerz muss ein Referenzzeichen sein. Neben der Meinungsbildung ist er dafür verantwortlich, die katholische Gemeinde mit seinem Beispiel, seiner Nächstenliebe und seiner erhebenden Seele zu führen. Er muss den Gläubigen Ruhe, Frieden und geistiges Wohlergehen vermitteln.
Die Person, die mit dem katholischen Priestertum bekleidet ist, darf weder an der Panik, Angst und Unsicherheit teilnehmen, die durch diese Pandemie hervorgerufen werden, noch de Anschein geben, sich zu fürchten, denn wenn sie sich von einer psychischen Krankheit infizieren lassen, kann dies für die Gläubigen schädlicher sein als das chinesische Virus.
In diesen schwierigen Zeiten ist das Gebet unsere einzige Zuflucht und sogar die Lösung. Die Sakramente sind die einzigen Mittel, um Sicherheit und Stabilität zu bieten. Die heilige Messe, die in der Kirche mit den Gläubigen gefeiert wird, ist die einzige Quelle der Hoffnung, die Himmel und Erde verbindet, da sie das Opfer des Gottmenschen ist.
Unsere Pfarrkirchen, unsere Kapellen und Rektorate sind Orte, an denen Einheit, Wohlbefinden und Gleichgewicht gefunden werden. Das Schließen von Kirchen, das Unterdrücken von Messen und Sakramente können ein zusätzliches Element des Dahinwelkens und von psychischer Störung sein. Der Soldat, der aus Angst vor dem Sterben vor dem Kampf flieht, ist kein Soldat, sondern ein Weichling und ein Feigling. Gleiches gilt für den Priester Christi, der vor dem Kampf aus Angst vor der Epidemie flieht.
Es wäre besser für ihn gewesen, nicht zum Priester geweiht worden zu sein, denn dieses Wort bedeutet Vater und erinnert uns an Gott, der Vater genannt werden wollte, derjenige, der uns in allen Dingen belebt und erleuchtet. Wie das Salz, das nährt, den Geschmack hervorhebt, so muss auch der Priester sein.

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
https://blogpedavid.blogspot.com/
vom 14. April 2020
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Donnerstag, 26. September 2019

„Priester mit dem Gesicht Amazoniens“: (II)



Ein Zusammenbruch des katholischen Priestertums und
des hierarchischen Charakters der Kirche (II)
José Antonio Ureta

Im vorigen Artikel haben wir eine zusammenfassende Vision des dreifachen Munus (Auftrag) — pastoral, lehramtlich und priesterlich — vorgestellt, den Unser Herr Jesus Christus der Kirche durch das Priestertum des Klerus anvertraut hat, das durch das Auflegen der Hände in der Priesterweihe übermittelt wird. Wir haben auch gesehen, wie das Sakrament der heiligen Weihen die Grundlage der Hierarchie der Ränge und der Zuständigkeiten in der Kirche bildet und welchen wesentlichen Unterschied (nicht nur des Grades) es zwischen dem geistlichen Priestertum und dem universellen Priestertum der Laien gibt.
Heute werden wir uns den Prozess der unbemerkten ekklesiologischen Umwandlungen ansehen, der uns von der traditionellen Konzeption zum impliziten Vorhaben geführt hat, den dreifachen munus des Weihesakraments, das im Instrumentum Laboris der Amazonassynode enthalten ist, aufzuspalten. In diesem Dokument wird gefordert, die Möglichkeit zu prüfen, Stammesführer zu Priestern zweiter Klasse zu ordinieren, die nur befugt sind, Messen zu halten und die Sakramente zu spenden unter Ausschluss jeglicher pastoraler oder lehramtlicher Befugnis. Wir werden zeigen, wie ein solcher Umwandlungsprozess durch eine Aufwertung des universellen Priestertums der Gläubigen und die Öffnung von „Diensten“ verschiedener Art für die Laien zustande kam.
Es sei daran erinnert, dass der hl. Papst Pius X. zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Reaktion auf die Moderne und auf den Versuch der französischen Freimaurerregierung, den Gottesdienst und das Eigentum der Kirche Laienvereinigungen anzuvertrauen, kategorisch bekräftigte, dass „die Kirche ihrem Wesen und ihrer Natur nach ‚gestuft‘ ist; sie umfasst nämlich eine doppelte Ordnung von Personen, die Hirten und die Herde, d.h. jene, die auf den verschiedenen Rangstufen der Hierarchie stehen, und die Menge der Gläubigen. Und zwar unterscheiden sich diese Stände so voneinander, dass die Hierarchie allein das Recht und die Gewalt hat, die Mitglieder der Kirche zur Erstrebung ihres Zieles anzuregen und anzuleiten, die Gläubigen aber die Pflicht haben, sich der Kirchenregierung zu unterwerfen und der Leitung ihrer Vorsteher gehorsam zu folgen.“ [1]
Ab den 1930er Jahren wurde diese Wahrheit schrittweise in „fortgeschritteneren“ Kreisen der Katholischen Aktion in Frage gestellt, unter dem Vorwand, Papst Pius XI. hätte bei der Erhebung von Gruppen des Laienapostolats, die diesen Namen übernahmen (unterteilt in Sektionen wie JEC, JOC, JUC, etc. – katholische Schüler-, Arbeiter-, Studentengruppen der KA), ihren Mitgliedern ein „Mandat“ erteilt, mit dem sie „am hierarchischen Apostolat der Kirche teilnahmen“. Sie behaupteten, dies verleihe ihnen eine neue Position innerhalb der kirchlichen Struktur, die sie direkt vom Bischof abhängig machten ohne die Einmischung von Pfarrern oder anderen religiösen Vorgesetzten.
„Auf der Grundlage dieser ,Teilhabe‘ und dieses ,Mandats‘“ (Plinio Corrêa de Oliveira denunzierte in seinem ersten Buch „In Verteidigung der Katholischen Aktion“ (Bild links), das wie eine Bombe im katholischen Milieu Brasiliens einschlug) „wurde behauptet, dass sich die Laien erniedrigen, wenn sie dem geistlichen Assistenten (der KA) voll und ganz gehorchen sollten und dass die Führer der Katholischen Aktion eine eigene Autorität haben, die den Assistenten zu einem bloßen Lehrzensor sozialer Aktivitäten macht“, [2] mit der sich „seine Position im Umfeld der Pfarrei radikal ändert“. [3] Er berichtet von Fällen in den Zentren der Katholischen Aktion, die in bestimmten Pfarreien und katholischen Schulen gegründet wurden, die den Verantwortlichen unbekannt waren, um sicherzustellen, dass die KA „keine Diktatur von Priestern und Nonnen sei“ [4] und auch die eines jungen Mannes, zitiert in einem C.A. Mitteilungsblatt, der an seinen Prälaten schrieb - basierend auf dem „passiven Priestertum“ der Laien: „Mit freundlichen Grüßen von Ihrem Kollegen im Priestertum“!
Diese Fehler drangen jedoch weiterhin in die katholischen Kreise ein, insbesondere in den europäischen, und beruhten auf einer „Wiederentdeckung“ der Rolle der Laien im Apostolat der Kirche. So kam es am Vorabend des Zweiten Vatikanischen Konzils zu einem Konflikt zwischen zwei genau definierten theologischen Strömungen.
Die früheren Pläne für die Kirche und das Apostolat der Laien, die von der Vorbereitungskommission ausgearbeitet wurden, haben die traditionelle Ekklesiologie wiederholt und nur betont, dass die Laien nicht nur als Kollaborateure der Hierarchie, sondern auch mit ihrer eigenen Mission aktiv an der Kirche teilnehmen.
Im zweiten Entwurf wurde jedoch - nachdem die vorherigen Schemata von der Konzilsversammlung abgelehnt und von Experten mit progressivem Hintergrund umgeschrieben worden waren - , „die Kirche nicht mehr als gestufte Gesellschaft (im Sinne von Klasse) verstanden, sondern durch das Prisma der Vielfalt der Funktionen seiner Mitglieder“, sagt der spanische Kirchenrechtler José M. González del Valle. Darüber hinaus „erscheint die Kirche nach dem dritten Schema als das Volk Gottes, zu dem alle Christen gehören, und zwar in einer primären und radikalen Situation grundlegender Gleichheit: im Zustand der Würde und der Freiheit der Kinder Gottes. Dieser Zustand ist eine Folge des Prinzips der grundsätzlichen Gleichheit, die allen eigen ist, die das Volk Gottes bilden. Dieser Grundsatz erstreckt sich sowohl auf die Würde als auch auf das gemeinsame Handeln und steht vor dem Prinzip der Unterscheidung von Funktionen.“ [6]
„Die gesamte Struktur der dogmatischen Konstitution Lumen Gentium“, bestätigt Pater Tomás Rincón-Pérez, „unterstützt ebenso wie zahlreiche konziliare Texte diese neue ekklesiologische Wendung: den Übergang von einer Ekklesiologie mit hierarchischem und geschichtetem Vorrang zu einer Ekklesiologie der Gemeinschaft.“ [7] In dieser Ekklesiologie bringt die neue ontologische Gestalt des Priesters „keine andere Art von Christ mit höherem Rang hervor“: Wenn seine Ordination und Mission ihm eine besondere Würde und Ehre verleihen, „ist dies der Fall einer Würde einer anderen Ordnung als die jeder getauften Person; eine Würde, die die Gleichheit aufgrund der Taufe nicht wesentlich verändert.“ [8]
Diese Minderung der Priesterwürde geht mit einer Betonung der übernatürlichen, geheimnisvollen Natur der Kirche einher, die sich nachteilig auf ihre Natur als sichtbare und vollkommene Gesellschaft auswirkt. [9] Gleichzeitig wird die Kirche hauptsächlich als ein Werk des Heiligen Geistes und mit einer hauptsächlich eschatologischen Dimension aufgefasst, in der sie als „Ikone“ der Allerheiligsten Dreifaltigkeit - ein Modell der Einheit und Vielfalt - und daher als ein Symbol für die Einheit und Vielfalt erscheint, Figur und Vorfreude auf die neue, wiedererschaffene Menschheit. (Ein Modell, das in der Tat von bloßen Kreaturen, einschließlich der geistigen, nicht erreicht werden kann und das niemals die perfekte Gleichheit der drei göttlichen Personen reproduzieren kann. Außerdem würde eine solche Gleichheit der hierarchischen Ordnung widersprechen, die Gott in der Schöpfung etabliert hat.) [10]
In dieser pneumatischen Ekklesiologie bestehen sie darauf, dass die Gaben des Geistes im ganzen Leib Christi verteilt sind und dass solche Gaben nicht von einem ursprünglichen Charisma abgeleitet sind, das alle anderen enthalten und zusammenfassen würde. Sogar das Charisma der Apostel ist ein besonderes Charisma, das nicht alle Verantwortlichkeiten übernehmen und ein Monopol darstellen kann, aber die Vielfalt der Charismen hat gegenseitige Abhängigkeit und Komplementarität als eine Folge.
Vor dem Hintergrund dieses konzeptuellen Universums lehrt die konziliare Konstitution Lumen Gentium, dass in der Kirche jeder seine Mission zusammen mit anderen durch die „Anerkennung“ oder „Rezeption“ seiner Dienste und Charismen ausübt. [11] Der belgische Kanonist P. Alphonse Borras und der kanadische Theologe Fr. Gilles Routhier kommentieren: „Diese Perspektive der Vielfalt der Charismen ermöglicht es uns, dem Zweisatz Hierarchie-Laien zu entkommen, um dem Zweisatz Charismen-Gemeinschaft zu bevorzugen.“ [12]
Im Namen dieser neuen pneumatischen und gemeinschaftlichen Ekklesiologie verwendete das Konzilsdekret über die missionarische Tätigkeit der Kirche (Ad Gentes) - zum ersten Mal in einem Lehrdokument - das Wort „Ministerium“ (Dienst), um sich ohne Unterschied auf die heiligen Funktionen des Klerus und der Mitarbeit der Laien zu beziehen: „Zur Einpflanzung der Kirche und zum Wachstum der christlichen Gemeinschaft aber sind verschiedene Dienste notwendig [Lat. varia ministeria) [13]; durch göttliche Berufung werden sie in der Gemeinde der Gläubigen selbst geweckt, und sie müssen von allen sorgfältig gefördert und gepflegt werden. Dazu gehören das Amt des Priesters, des Diakons, des Katecheten und die Katholische Aktion.“ [14]
Die Dogmatische Konstitution Lumen Gentium (Vatikan II) bekräftigte, dass die Laien „die Fähigkeit haben, von der Hierarchie bestimmte kirchliche Funktionen zu übernehmen, die zu einem spirituellen Zweck ausgeübt werden sollen“ [15], eine Aussage, die auch im neuen Kodex des kanonischen Rechts enthalten ist. Die erwähnten Patres Borras und Routhier erklären, dass diese Erklärung „den Weg für den Grundsatz ebnen wird, Laien Ministerien (Dienste) anzuvertrauen, die durch ein neues Verständnis des Begriffs ,officium ecclesiasticum‘ autorisiert ist, das von nun an, seit dem Zweiten Vatikanum, die Teilnahme an der Verfügungsgewalt für die Beauftragung einer Person mit einer Aufgabe (Lat. munus) oder einer kirchlichen Funktion (Lat. officium) nicht mehr erforderlich ist.“[16]
Parallel dazu bestand eine der wichtigsten Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils darin, die Wiederherstellung der ständigen Ausübung des Diakonats zu fördern, so dass dieses Amt „auch Männern im reifen Alter, auch denen, die im verheirateten Stand leben“, übertragen werden kann. [17]
Diese konziliare Öffnung für Laiencharismen und, auf ziviler Ebene, die gegen das Establishment gerichtete Studentenrevolte, die im Mai 1968 in Paris zur Sorbonne-Revolution führte, begünstigten unter anderem eine intensive intellektuelle und aktivistische Gärung, die zu einer Verbreitung kleinerer Gruppen führte, Gruppen außerhalb der offiziellen Kader und ohne organische Verbindung zur Hierarchie, angeregt von einem Team, in dem die Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien überwunden wurde.
Solche Gruppen waren Teil einer Strömung, die sich als besonders von den Charismen des Heiligen Geistes unterstützt ansah und sich als „prophetisch“ definierte im Kampf gegen die „kirchliche Institution“ und bei der Förderung einer „neuen Kirche“ frei von jeder Unterwürfigkeit (gegenüber Gott, gegenüber dem Übernatürlichen, gegenüber dem Glauben oder gegenüber der Hierarchie). Um dieses „neue Gesicht“ zu erhalten, sollte der Kirche eine „radikale Demokratisierung“ auferlegt werden, durch die Teilnahme der Laien an Wahlen zu kirchlichen Ämtern, insbesondere bei der Auswahl der Bischöfe, und bei der Schaffung von „institutionalisierten Agenturen“ für Laien – als Sprachrohre des sensus fidelium - was ermöglichen würde, die Hierarchie zu überwachen und für eine echte Mit-Regierung zu sorgen. [18]
Im Januar 1969 prangerte die Zeitschrift Ecclesia (Madrid), offizielles Organ der spanischen Katholischen Aktion, die Lehren und Praktiken der sogenannten „prophetischen Gruppen“ an. [19] Die Zeitschriften Catolicismo (Brasilien), Cruzada (Argentinien), Fiducia (Chile) und Lepanto (Uruguay) reproduzierten den Artikel von Ecclesia, angereichert mit einer analytischen Studie von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira (Brasilien) mit dem Titel „Geheime Gruppen verschwören gegen der Kirche“. [20] In den folgenden Monaten verteilten Freiwillige aus Tradition, Familie und Eigentum (TFP) in diesen Ländern über 250.000 Exemplare der Zeitschriften in öffentlichen Kampagnen in direktem Kontakt mit der Bevölkerung.
Der Ansturm auf das amtliche Priestertum beschränkte sich jedoch nicht auf kleine, marginale „prophetische“ Gruppen, sondern umfasste Diözesanexperimente, die das traditionelle System der Evangelisierung durch die Pfarreien beenden wollten, indem sie die pastorale Tätigkeit sogenannten „Kirchlichen Basisgemeinden“ (Comunidades Eclesiais de Base - CEBs) anvertrauten. In Lateinamerika begann der Impuls, die CEBs zu einer „ersten Zelle kirchlicher Strukturierung und Ausrichtung der Evangelisierung“ zu machen, auf der 1968 in Medellin abgehaltenen Versammlung der CELAM (Lateinamerikanische Bischofs-Konferenz). [21] In Afrika veröffentlichte die Erzdiözese Kinshasa (Zaire) zwei Jahre später ein Dokument mit dem Titel „Mission de l'Église à Kinshasa: Options Pastorales“, das mit folgendem Absatz abgeschlossen wurde: „Historisch gesehen wurden alle Funktionen in der Gemeinde nach und nach vom Klerus übernommen. Die Erneuerung der Theologie des Volkes Gottes lädt uns ein, den Priester an seinem wahren Platz zu verorten und den Laien die Ausübung ihrer Verantwortung auch im Bereich des inneren Lebens der Kirche zurückzugeben.“ [22]
Diese universale Ablehnung der Rolle des Klerus führte zu einer „Krise der Priesteridentität“ und zu einer beispiellosen Anzahl von Forderungen nach einer Reduktion auf den säkularen Stand. [23] Zwischen April und Mai 1969 befassten sich die Plenarkonferenzen der Bischöfe von vier Ländern (Kanada, USA, Italien und Frankreich) mit dem Priesteramt. 1971 wurde die zweite Bischofssynode dem Priestertum gewidmet. Während ihrer Debatten wurde zum ersten Mal in einem offiziellen Forum der Kirche das Erscheinen neuer Laienministerien explizit erwähnt, ebenso wie der Vorschlag, endgültig Frauen in die Kirchenämter aufzunehmen. [24]
Im Jahr 1972 verkündete Paul VI. das Motu Proprio Ministeria Quaedam, in dem er die niederen Weihen (Vorstufen zu Priesterweihe) abschaffte und sie durch zwei neue liturgische Dienste ersetzte - den des Lektors und den des Akolythen - die auch Laien anvertraut werden können. In dieser Hinsicht hat der erwähnte Kirchenrechtler P. Tomás Rincón-Pérez kommentiert: „In der alten Disziplin waren diese Dienste dem Ordo clericorum vorbehalten, da das Konzept des Klerus weiter gefasst war als das eines geweihten Klerikers. Durch die Einschränkung des Konzepts des Klerikers - gleichbedeutend mit dem des geweihten Priesters - und durch die Übergabe dieser Ministerien an Laien kommt es zu einer offensichtlichen „Deklerikalisierung“ dieser Dienste. Gleichzeitig werden die Laien der kirchlichen Institution hinzugefügt.“ Der Verfasser kritisiert die „terminologische Ungenauigkeit“ des Motu proprio: „Der von der Doktrin geprägte Begriff Laienämter war für die Dogmatik keine glückliche Eroberung, da das Wort Amt eine wichtige objektive Bedeutung für die Theologie des Priestertums wiedererlangt hatte“ (A. Fernández). In diesem Sinne fragt derselbe Autor: „Wenn das Wort Ministerium das Amt, das durch das Sakrament der Weihe verliehen wurde, semantisch definiert war, warum soll es nicht so sein und die Begriffe Funktionen, Amt oder Dienste prägen, um die verschiedenen Missionen zu bezeichnen, zu denen die Laien aufgerufen sind, sie in der Kirche zu erfüllen?“[25]
Da Ministeria Quaedam eine „Diskriminierung“ von Frauen vorschrieb, die keinen Zugang zum Lektorat oder zum Akolythen haben, vertrauten nur sehr wenige Bischöfe Laien mit solchen liturgischen Diensten an, mit Ausnahme von ständigen Diakonen und Seminaristen als Vorstufe für ihre Ordination. Die Bischofskonferenzen nutzten jedoch eine Bestimmung des gleichen Motu Proprio, die ihnen das Vorrecht einräumte, in ihrem Hoheitsgebiet andere Dienste einzurichten, die sie für nützlich hielten und die den Laien anvertraut werden konnten (seitdem wurden in fast allen Diözesen der Welt, die Kirchen gefüllt mit Frauen als Leserinnen, Ministrantinnen, Kommunionhelferinnen, Pastoralreferentinnen usw.).
Kardinal Joseph-Albert Malula (Bild rechts), Erzbischof von Kinshasa, nutzte die von Paul VI. eingeleitete Lücke und ging noch viel weiter, wie wir sehen werden.
Im Juli 1973 prangerte die Achte Theologische Woche, die von der Theologischen Fakultät der Hauptstadt Zaire zum Thema „Laiendienste in der Kirche“ organisiert wurde, zum Abschluss ihrer Arbeit ein Jahrhunderte altes Bestehen in der Kirche „einer privilegierten Priesterklasse“ an, und forderte im Namen einer „wirksamen Afrikanisierung der Kirche von Zaire“ eine neue Strukturierung der kirchlichen Dienste“, die die alte Idee von Patron-Priestern und unterwürfigen Laien in Frage stellte. Als praktischer Vorschlag wurde in dem Dokument berichtet, dass „Wünsche im Sinne von Empfehlungen formuliert wurden und schließlich darauf bestanden, dass es angemessen sei, Laien zu Weihen, um den Vorsitz in den ihnen anvertrauten Eucharistie-Gemeinschaften zu führen“. [26]
Der Vorschlag, der im Namen der Afrikanisierung gemacht wurde, kam tatsächlich vom französischen Jesuiten-Theologen Pater Dr. Joseph Moingt in einem Vortrag mit dem Titel „Der Gemeindedienst“. [27]
„In Anbetracht des Priestermangels und der positiven Entwicklung der Beteiligung der Laien an kirchlichen Aufgaben schlug Pater Joseph Moingt einen Weg vor, die kirchlichen Ämter umzustrukturieren…. Das traditionelle Amt der Bischöfe und Priester wird immer durch Handauflegen weitergegeben, wodurch ein Christ in die apostolische Nachfolge einbezogen wird. Es geht immer um eine unbefristete Vollzeitbindung, die von der Kirche gepflegt wird, und um die gesetzliche Verpflichtung zum Zölibat. Umgekehrt werden die neuen Minister (Dienstleistenden), die bereit sind, ihre Dienste für christliche Gemeinden anzubieten, ihren Status als Laie in der Kirche behalten: das Auflegen der Hände - was später gerechtfertigt werden muss – das von einigen empfangen wurde, im Hinblick auf den Vorsitz über bestimmte Sakramente (Eucharistie, Buße), integriert sie weder in die apostolische Nachfolge noch in das Presbyterium des Bischofs; die Vertragsbedingungen bleiben variabel (Vollzeit oder Teilzeit, bezahlt oder unbezahlt). In jedem Fall werden diese „Laienpriester“ weder untereinander noch mit dem Presbyterium ein Organ oder ein Ordo bilden und ihre Funktion wird nicht unveräußerlich sein.“ [28]
Kardinal Malula nahm die Empfehlung der Theologischen Woche sehr ernst, die Ordination von Laien zu Vorsitzenden der Eucharistie zu fördern - eine Empfehlung, die er selbst initiiert hatte. [29] In der Evangelisierungssynode von 1974 unterbreitete er folgenden Vorschlag: „Die Bischofskonferenz von Zaire fordert, dass das Problem der lebenden Gemeinschaften [das ist der Name der CEB – Basisgemeinden - in Afrika] berücksichtigt, insbesondere, dass die Weihe von verheirateten Männern zum Priesteramt in Betracht gezogen werde.“ [30]
Um einen Schritt weiter zu gehen und „den Aufstieg einer authentischen schwarz-afrikanischen Kirche“ zu befürworten, installierte Kardinal Malula im Mai 1975 offiziell in Kinshasa die ersten fünf Bakambi (Plural von Mokambi in der Lingala-Sprache), d.h. „Gemeindeführer“ als Pfarrleiter; alle waren Laien und Verheiratet, die einen Beruf ausübten und widmeten ihre Freizeit der Kirche. Die Leitung der Pfarrei lag vollständig in ihren Händen und in denen des Pfarrgemeinderates, und zwar mit Hilfe eines externen „Animator-Priesters“, der regelmäßig vorbei kam um Messe zu lesen, Beichte zu hören und andere Sakramente zu spenden, sich jedoch nicht in die Pfarrverwaltung einmischte und beschränkte sich darauf, der erste Mitarbeiter und Berater des Gemeindeführers zu sein: „Wenn der Mokambi die Rolle des Priesters und seine Autorität in allem, was sein spezifisches priesterliches Amt betrifft, respektieren muss, muss der Priester seinerseits auch die Rolle und die Autorität des Laien Pfarr-Mokambi in vollem Umfang respektieren. Er akzeptiert den Mokambi, um das Leben der Gemeinde zu lenken und Entscheidungen zu treffen“, bestätigte der Erzbischof von Zaire. [31]
Kardinal Malula war sich der Rechtswidrigkeit seines Pastoralplans bewusst: „Die derzeitige Gesetzgebung sieht keine reine Laiengemeinden vor. Jede Gemeinde muss einen Pfarrer haben. Das priesterliche Amt kann nur einem Priester anvertraut werden. Indem wir einige Gemeinden Laien anvertrauen, verlassen wir den Rahmen der geltenden Gesetzgebung. Wir glauben, dass diese Vorgehensweise aufgrund der besonderen Umstände der Erzdiözese Kinshasa gerechtfertigt ist: der Priestermangel und die Dringlichkeit der Afrikanisierung.“ [32]
Trotz der Illegalität wollten einige die pastorale Rolle dieser Gemeindeführer noch weiter ausbauen: Sie wollten den Bakambi in die Lage versetzen, Taufe und das Sterbesakrament zu spenden und offizieller Zeuge von Eheschließungen zu sein, von Paaren, die sie selbst vorbereitet hatten. Darüber hinaus fragte sich Fr. Paul de Meester, ein Jesuit und Professor an der Universität von Lubumbashi (Zaire), selbst:
„Widerspricht es den Bestimmungen Christi, dass ein Gemeindevorsteher, der von einem Bischof für einen Dienst eingesetzt wurde, der keineswegs den ordinierten Priestern vorbehalten ist [sic], ermächtigt wird, unter gegebenen Umständen die Eucharistie zu feiern? Demjenigen, der normalerweise die Liturgie des Wortes in den Sonntagsversammlungen leitet, sollte es gestattet sein, die eucharistische Liturgie durch eine Weihe zu feiern, die als Aktualisierung des universellen Priestertums und Erweiterung der Firmung verstanden wird. Diese Ordination würde nur insoweit ausgeübt, als der Betroffene tatsächlich das Schicksal seiner Gemeinde leitet; es wäre daher räumlich und zeitlich begrenzt, womit die örtliche Kirche ihr Grundrecht auf die Eucharistie erfüllen könnte.“ [33]
Trotz der Vielzahl solcher Vorschläge und Initiativen, die im Namen des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Motu proprio Ministeria quaedam favorisierten „Laienministerien“ verabschiedet wurden, veröffentlichte Papst Paul VI. im Dezember 1976 die apostolische Konstitution Evangelii Nuntiandi, deren Text die konziliare Zweideutigkeit wiederholt, das Wort „Dienst“ sowohl für den heiligen Dienst des Papstes, der Bischöfe und Priester (Nr. 5, 67 und 68) als auch für die „vielfältigen Dienste“ der Laien zu verwenden, denen das Dokument einen langen Abschnitt widmet (Nr. 73). [34] Es bekräftigt, dass „die Kirche die Situation nicht geweihter Dienste anerkennt, die ihr einen besonderen Dienst erweisen können“, unter denen werden genannt „Katecheten, Gebets- und Gesangsleiter, Christen, die sich dem Dienst des Wortes Gottes widmen oder den Brüdern in Not helfen, die Leiter kleiner Gemeinschaften oder andere Personen, die für apostolische Bewegungen verantwortlich sind.“ [35] (Es fehlte nur, dass Paul VI. Bekambi anstelle von „Leitern kleiner Gemeinschaften“ benutzte.)
Trotz der zahlreichen Praktiken, die zur Gewohnheit wurden und zu einer Annäherung zwischen Geistlichen und Laien führten, gaben die Herausgeber des neuen Codex des kanonischen Rechts dem postkonziliaren status quo eine rechtliche Grundlage. In der Tat hat der im Januar 1983 verkündete Grundgesetzestext den Begriff „Dienste“ (Can. 230 Abs. 1) und die Befähigung der Laien, ein „Dienst“ zu übernehmen (Can. 222 Abs. 1), offiziell anerkannt. Und im Gegensatz zum Codex von 1917 haben sie dem Klerus nicht den Besitz eines „Amtes“ im technischen Sinne von officium ecclesiasticum vorbehalten, so dass der Zugang zu einem Amt nach geltendem Recht nicht zwangsläufig eine Ordination oder Teilnahme am Jurisdiktionsamt bedeutet (obwohl einige Ämter möglicherweise das eine oder andere oder beide verlangen). Der heikelste Fall ist der von Laien, die als Richter ein Diözesantribunal bilden, das über eheliche Angelegenheiten urteilt.
Abgesehen von der lehramtlichen Kontroverse [36] ist es wichtig, die praktische Überlegung hervorzuheben: In einem kulturellen Umfeld, in dem der Geist der Gleichheit (Egalitarismus) vorherrscht und „demokratische“ Strömungen innerhalb der Kirche gefördert werden, begünstigen diese kanonischen Änderungen de facto die Schwächung der wesentlichen Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien in den Köpfen der Katholiken.
Dies gilt umso mehr, als in Bezug auf die Autorität der Pfarrgemeinden das neue Gesetz festlegt, dass die Seelsorge einer Pfarrgemeinde nur einem Priester anvertraut werden kann, der der eigentliche Pfarrer ist (Canon 515). Wenn der Diözesanbischof wegen Priestermangels glaubt, einen Diakon oder eine andere Person, die nicht die Priesterweihe empfangen hat, oder eine Gemeinschaft von Personen an der Ausübung der Hirtensorge einer Pfarrei beteiligen zu müssen, hat er einen Priester zu bestimmen, der mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet, die Hirtensorge leitet“ (Can.517 §2). Kardinal Malula kam zu dem Schluss, dass dieser Kanon seine Institution der Mokambi legitimierte: Es genügte, dem „begleitenden Priester“ das Etikett eines Pfarrers zu geben, aber nicht die Realität der Macht des Amtes…
Zwei Monate nach der Verkündung des Codex empfing Papst Johannes Paul II. eine Gruppe zairischer Bischöfe, die zum ad limina Besuch gekommen waren. In seiner Ansprache sagte er ihnen:
„Wir müssen entschieden die Idee ablehnen, dass alle Mitglieder der christlichen Gemeinschaften angesichts der Dienste und Sakramenten die gleichen Verantwortlichkeiten und Probleme haben. In der Tat ist die Kirche seit der apostolischen Ära strukturiert; neben den Gläubigen gibt es die „Apostel“, die „Apostolischen Männer“ mit ihren Nachfolgern, den Bischöfen, den Priestern und den Diakonen... Wenn es wahr ist, das es bestimmte Arten gibt, des vom Zweiten Vatikanischen Konzil in Erinnerung gebrachten „Sensus Fidelium“ zu verstehen missbräuchlich waren, geschah dies auch nicht weniger mit dem Verständnis des gemeinsamen Priestertums der Gläubigen... Einige Theologen forderten schnell eine „Neugestaltung“ der Ministerien (Dienste). Aber wer sieht das nicht? Ein Minister, der von der Gemeinde oder, wie manchmal gesagt wird, von der „Basis“ ernannt wurde, kann nicht der legitime Mitarbeiter der Bischöfe und der Priester sein, weil er sich nicht in der ehrwürdigen apostolischen Tradition befindet, die von uns bis zu den Zwölfen und dann endlich zum Herrn das historische Fortbestehen der Handauflegung für die Kommunikation des Geistes Christi kennzeichnet.“ [37]
Die Bischofssynode von 1987 über das Apostolat der Laien äußerte sich ebenfalls besorgt. Zu Beginn der Arbeit drückte einer der Zwischenberichte die Befürchtung einer „theologischen Verschiebung zwischen dem (geweihten) Priester und den anderen nicht geweihten Ämter“ aus, bevor er hinzufügte: „Die Aufbauschung des Begriffs „Ministerium“ hat hier und da eine Verdunkelung des (ordentlichen) Priesteramts verursacht.“ Kardinal Malula fühlte sich angegriffen und antwortete im Synodensaal: „Der Pfarr-Mokambi ist ein wahrer Laien-Dienstleistender“…. Er wird nicht zum Pfarrer ernannt und gehört nicht zur Hierarchie der Kirche. Laiendienstleistender… der Bischof übertrug ihm die Aufgabe, in der Pfarrei zu wohnen und deren Verwaltung und Organisation der Pfarraktivitäten sicherzustellen.“ [38]
In Bezug auf das Thema Missbrauch erkannte die post-synodale Exortation Christifideles laici, dass es sich um eine „postkonziliare“ Neuheit handelte, und dass in der Synodalversammlung „neben diesen positiven Elementen auch ein kritisches Urteil über eine zu wahllose Verwendung des Wortes „ministerium“ (Dienst), die Verwirrung und Gleichsetzung des allgemeinen Priestertums und des Weihepriestertums, die mangelnde Beachtung kirchlicher Gesetze und Normen, die willkürliche Auslegung des Begriffs „Vertreter“, die Tendenz zur „Klerikalisierung“ der Laien und die Gefahr der Einführung einer wirklichen kirchlichen Struktur von parallellaufendem Dienst zu dem auf dem Sakrament der Priesterweihe begründeten Dienst.“ (Nr. 23)
Anstatt den Stier bei den Hörnern zu packen und den Kurs radikal umzukehren, entschied sich Papst Johannes Paul II. für eine Politik, „in einigem nachzugeben, um nicht alles zu verlieren“: Er gab zu, dass der Begriff „ministerium“ allgemein verwendet werden könnte, um Laiendienste zu benennen (er benutzte es 18 Mal in diesem Sinne und nur 16 Mal in Bezug auf den heiligen Dienst des Klerus), er fügte jedoch die Bedingung hinzu, dass solche „ministeria“ „in Übereinstimmung mit der spezifischen Laienberufung ausgeübt werden, die sich vom heiligen Dienst der geweihten Priester unterscheidet“(ebda.).
Wie erwartet, hatte dieses homöopathische Arzneimittel nicht die vom Papst gewünschte Wirkung, der sechs Jahre später, im April 1994, ein von der Kongregation für den Klerus veranstaltetes Treffen nutzen musste, um zu versuchen, die Abweichungen zu beseitigen, die sich weiterhin ausbreiteten nicht nur in Afrika, sondern überall. Dieses Mal war sein Ton energischer:
„Wir können die Gemeinschaft und die Einheit der Kirche nicht vergrößern, indem wir die Laiengläubigen ,klerikalisieren‘ oder die Priester ,laisieren‘. … Um daher von der ,Teilnahme der Laien am pastoralen Dienst der Presbyter‘ zu sprechen, muss vor allem über den Begriff „ministri“ und die unterschiedlichen Bedeutungen, die er in der theologischen und kanonischen Sprache annehmen kann, sorgfältig nachgedacht werden.
„Seit einiger Zeit ist es Brauch, nicht nur die ,officia‘ (Amtstätigkeiten) und die ,munera‘ (Aufgaben), die von den Pastoren Kraft des Sakraments der Weihe ausgeübt werden, als ,ministeria‘ zu bezeichnen, sondern auch jene, die von den Laien ausgeübt werden, aufgrund des Taufpriestertums. Die lexikalische Frage wird noch komplizierter und heikler, wenn man allen Gläubigen die Möglichkeit zuspricht, in der Eigenschaft durch offiziell veranlasste Sendung von Vertretern eines Pfarrers, bestimmte Funktionen wahrzunehmen, die den Geistlichen eigen sind, zu deren Ausübung das Sakrament der Weihe jedoch nicht erforderlich ist (vgl. Codex des kanonischen Rechts, Can. 230).
„Es muss zugegeben werden, dass die Sprache unsicher, verwirrend und daher nicht nützlich ist, um die Glaubenslehre auszudrücken, wenn in irgendeiner Weise der Unterschied zwischen dem Taufpriestertum und dem Weihepriestertum, im Wesentlichen und nicht nur im Grad, verschwimmt (vgl. Lumen Gentium, 10)….
„Nur die ständige Bezugnahme auf den einen und zentralen Dienst (ministerium) Christi - auf die von Ihm gelebte ,heilige Diakonie‘ zum Wohle der Kirche, seines (mystischen) Leibes, und durch die Kirche für die ganze Welt - lässt bis zu einem gewissen Grad den Begriff ,ministerium‘ für die Laien ohne Mehrdeutigkeit verwenden: das heißt, ohne dass es als unangemessenes Streben nach ,geweihtem Dienst‘ oder als fortschreitende Erosion seiner kennzeichnenden Eigenschaften wahrgenommen und erlebt wird (vgl. Johannes Paul II., Christifideles laici, 21).
„In diesem ursprünglichen Sinne drückt der Begriff ,Dienst‘ (servitium) nur die Arbeit aus, mit der Mitglieder der Kirche ,die Sendung und den Dienst Christi‘ intern und für die Welt erweitern (vgl. Lumen Gentium, 34).
„Wenn der Begriff jedoch von den verschiedenen munera und officia unterschieden und mit diesen verglichen wird, sollte klar festgehalten werden, dass das Wort nur aufgrund der heiligen Ordination die volle eindeutige Bedeutung erhält, die die Tradition ihm zugeschrieben hat. Es besteht ein dringender pastoraler Bedarf, die Terminologie zu klären und zu reinigen, da dahinter Gefahren lauern können, die weitaus verräterischer sind, als man denkt. Es ist ein kurzer Schritt von der aktuellen Sprache zur Konzeptionalisierung (gedankliche Vorstellungen).“ [39]
Drei Jahre später kam der Vatikan zurück auf das Thema mit der „Instruktion zu bestimmten Fragen der Zusammenarbeit der nicht geweihten Gläubigen im heiligen Priesteramt“, die von den Kardinälen unterzeichnet wurde, die für nicht weniger als acht römische Dikasterien verantwortlich waren. In dieser Anweisung wurde die traditionelle Lehre bekräftigt, dass „die Ausübung des munus docendi, sanctificandi et regendi des geweihten Priesters das Wesen des pastoralen Dienstes darstellt“, und dass „nur in einigen dieser Funktionen und in begrenztem Umfang Nicht-Ordinierte Gläubige mit ihren Pastoren zusammen arbeiten, wenn sie von gesetzlicher Seite und in der vorgeschriebenen Weise dazu aufgefordert werden, denn „in der Tat ist eine Person kein Minister, der nur eine Aufgabe erfüllt, sondern durch sakramentale Ordination“. In den praktischen Bestimmungen wird Notwendigkeit betont, dass „die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs „ministerium“ in theologischer und kanonischer Sprache geklärt und unterschieden werden müssen“, und daher „es für die nicht ordinierten Gläubigen rechtswidrig ist, Titel wie „Pastor“, „Kaplan“, „Koordinator“, „Moderator“ oder ähnliche Titel, die ihre Rolle und die des Pastors verwechseln können, der immer Bischof oder Priester ist.“
Und in einer indirekten Reaktion auf Kardinal Malula heißt es in Bezug auf Kanon 517 Abs. 2, dass die außergewöhnliche Teilnahme eines Laien an der Seelsorge nicht darin besteht, „die Gemeinde zu leiten, zu koordinieren, zu moderieren oder zu regieren“. [40]
Leider konnten weder die Ansprache von Johannes Paul II. an den Klerus noch die Instruktion der imposanten squadra cardenalizia das ungeordnete und missbräuchliche Aufblühen aller Arten von „Laiendiensten“ in fast allen Regionen der katholischen Welt stoppen. Oft wurde der Priester in die Funktion des „Präsidenten (aber nicht häufig) der Eucharistie“ verwiesen und in die heutzutage wenig nachgefragte Funktion des Beichtvaters (so oft mit Langeweile und… nach vorheriger Vereinbarung durchgeführt). Der gesamte Rest - Katechese, Beerdigung, Seelsorge in Krankenhäusern, Vorbereitung auf die Eheschließung, kirchliche Dekoration und liturgische Arrangements usw. - wird von Laien, meistens von Frauen, übernommen, damit man dem Priester nicht „Klerikalismus“ nachsagen kann.
Dieses Umfeld, das wir nicht zögern, als „antiklerikal“ zu bezeichnen, bereitete tendenziell die nächste Episode der Auseinandersetzung zwischen dem Vatikan und den Befürwortern der Demokratisierung der Kirche im Namen der „Laienministerien“ vor. Es fand in Lateinamerika statt und gipfelte in Chiapas bezüglich des „indigenen Ministeriums“, das Bischof Samuel Ruiz für die Diözese San Cristóbal de Las Casas (Mexico) entworfen hat.
Das werden wir im nächsten Artikel sehen. Natürlich wird der Leser bemerkt haben, dass die Vorschläge in den Büchern von Bischof Fritz Löbinger, die Papst Franziskus für „interessant“ hält, nicht afrikanisch, sondern europäisch sind. Sie sind auch keine Neuheit, sondern eher fünfundvierzig Jahre alt, wenn wir den ersten Artikel von Pater Dr. Joseph Moingt, S.J. als ersten Meilenstein betrachten...
... oder vielleicht fünfhundert Jahre alt, wenn wir den ganzen Weg zurück zu Luther gehen ...
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Anmerkungen
[1] Enzyklica Vehementer Nos, http://w2.vatican.va/content/pius-x/en/encyclicals/documents/hf_p-x_enc_11021906_vehementer-nos.html.
[2] „In Defense of Catholic Action“, S. 46.
[3] S. 49.
[4] S. 50.
[5] http://w2.vatican.va/content/pius-xii/pt/apost_constitutions/documents/hf_p-xii_apc_19480927_bis-saeculari.html
[6] Ius Canonicum, 1973, vol. XIII, n° 25, S. 309.
[7] “The participation of the laity in the sanctifying function of the Church,” Ius Canonicum, vol. 29, Nr. 58 (1989), S. 624-625.
[8] Ebda. S. 626.
[9] In dieser Hinsicht kommentierte der bekannte Theologe Msgr. Brunero Gherardini: „Ich habe nichts gegen das Konzept der Kirche als Sakrament einzuwenden. … Aber da die Idee des Sakraments der Kirche verwendet wird, um den Begriff der „perfekten Gesellschaft“ aus der theologischen Betrachtung der Kirche zu streichen oder sogar um ihre unsichtbare und mysteriöse Komponente mehr als nötig hervorzuheben, muss ich mich zu Recht davon distanzieren. Tatsächlich ist es bedauerlich, festzustellen, dass auf das echte Konzept der Kirche als „perfekte Gesellschaft“, d.h. eine Gesellschaft, die für sich selbst ausreicht und mit allen Mitteln ausgestattet ist, um die Verwirklichung ihres Zieles zu erreichen. In diesem Fall wäre ihrer Mysteriösität/Sakramentalität in keiner Weise widersprochen worden“ (Concilio Ecumenico Vaticano II: Un discorso da Fare, Casa Mariana Editrice, Frigento, 2009, S. 228-229) [eigene Übersetzung].
[10] Der heilige Thomas von Aquin erklärt es so: „Die Unterscheidung und Vielheit der Dinge stammt aus der Absicht des ersten Wirkenden, das Gott ist. Denn Er hat Dinge ins Dasein hervorgebracht, um Seine Güte den Geschöpfen mitzuteilen und durch sie darzustellen. Und weil durch ein Geschöpf nicht hinreichend dargestellt werden kann, hat Er viele und verschiedene Geschöpfe hervorgebracht, so dass das, was dem einen Geschöpf in der Darstellung der göttlichen Güte fehlt, aus einem anderen ergänzt wird. Denn das Gute, welche in Gott einfach und einförmig ist, ist in den Geschöpfen vielfältig und geteilt. Darum kann das gesamte Weltall an der göttlichen Güte vollkommener teilnehmen und sie vollkommener darstellen als irgendein anderes Geschöpf.“ Und im nächsten Artikel fügt er hinzu: „... wie die Weisheit Gottes Ursache der Unterscheidung der Dinge ist, so ist sie auch Ursache der Ungleichheit ... Denn das Weltall wäre nicht vollkommen, wenn sich in den Dingen nur eine Stufe der Güte fände“. (Summa Theologica, Teil I, Q. 47, a. 1 & a. 2).
[11] Lumen Gentium, Nr. 12, 30.
[12] Les nouveaux ministères: diversité et articulation, Médiaspaul, Montréal, 2009, p. 79.
[13] Die Konstitution Lumen Gentium, zuvor gebilligt, hatte den gleichen Ausdruck, varia ministeria, verwendet, um sich auf die eingerichteten Ministerien zu beziehen.
[14] http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_decree_19651207_ad-gentes_en.html
[15] N° 33, http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_en.html
[16] A.a.O. S. 19.
[17] Lumen Gentium, Nr. 29. P. Alfons M. Stickler schrieb zu der Zeit einen dokumentierten Artikel, der zeigt, dass die Kirche seit der apostolischen Zeit immer forderte, dass ihre Geistlichen, einschließlich Diakone, ihre ehelichen Beziehungen beenden und sich von ihren Frauen trennen, wenn sie vor der Ordination verheiratet waren. Bereits als Kardinal, veröffentlichte er eine erweiterte Version davon in Scripta Theologica 26 (1994/1), S. 13-78, http://www.traditio-op.org/apologetica/El-celibato-eclesiastico-Stickler.pdf
[18] Einer der meistzitierten Texte in diesen Kreisen war das kürzlich veröffentlichte Werk Die Kirche von Hans Küng, in dem die Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien mit der Behauptung abgelehnt wurde, dass ein Protestant bereitwillig Folgendes akzeptieren würde: „Die Tatsache, dass die Führer der Kirche ausschließlich als „Priester“ betrachtet werden und nach heidnischen und jüdischen Vorstellungen wiederholt in eine eigene Kaste umgewandelt werden, die zwischen Gott und den Menschen steht und dem priesterlichen Volk nach allem, was gesagt wird, den unmittelbaren Zugang zu Gott verschließt, entgegen der neutestamentlichen Botschaft vom einzigen Vermittler und Hohepriester, Jesus Christus, nicht weniger als vom allgemeinen Priestertum aller Christen“(S. 455, kursiv im Original http://laicos.antropo.es/biblia-y-libros/Kung.Hans_La-Iglesia.pdf).
[19] Nr. 1423, 11. Januar 1969, S. 19-33.
[20] https://www.pliniocorreadeoliveira.info/UK_1969_IDOC.htm
[21] „Die Erfahrung der Gemeinschaft, zu der er berufen wurde, muss vom Christen in seiner ,Basisgemeinschaft‘ gefunden werden, d.h. einer lokalen oder Umweltgemeinschaft, die der Realität einer homogenen Gruppe entspricht, die eine Dimension hat, die eine persönlich brüderliche Behandlung unter seinen Mitgliedern ermöglicht“ (Ebenda, Nr. 10).
[22] Zitat von Jean Mpisi, Kardinal Malula und Johannes Paul II., Dialogue difficile entre l'Église africaine et le Saint-Siège, L'Harmattan, Paris, 2005, S. 169.
[23] „Von 1939 bis 1963 bewilligte das Dikasterium des Heiligen Offiziums insgesamt 563 Priestern Dispens des Zölibats. In den Jahren nach dem Konzil, zwischen 1963 und 1970, stieg die Zahl der Dispensen auf insgesamt 3.335“ (Roberto de Mattei, II. Vatikanisches Konzil: Una storia mai scritta, Lindau, Turin, 2010, S. 575).
[24] Alphonse Borras and Gilles Routhier, a.a.O., S. 24.
[25] a.a.O., S. 645-646.
[26] Jean Mpisi, a.a.O., S. 181-182.
[27] Seine Vorlesung nahm die These wieder auf, die er drei Jahren vorher verteidigt hatte in einem Artikel für die Zeitschrift Études (“Mutations du ministère sacerdotale,” April 1970, pp. 576-592, https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k441848x/).
[28] Fr. Eleuthère Kumbu ki Kumbu, “Les Présupposés théologiques du ministère laïc de présidence de communauté en Afrique : un essai d’évaluation ,” L’Avenir des ministères laïcs : enjeux ecclésiologiques et perspectives pastorales, dir. Léonard Santedi Kinkipu, Eds. Signes de Temps, 1997, p. 175-176.
[29] Jean Mpisi, aaO, p. 182.
[30] Ebda. S. 194.
[31] Ebda. S. 204.
[32] Ebda. S. 208.
[33] Où va l’Église en Afrique, Cerf, Paris, 1980, p. 157-157, in Jean Mpisi, op. cit. p. 199-200.
[34] http://w2.vatican.va/content/paul-vi/es/apost_exhortations/documents/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html
[35] Ebda.
[36] Dieser Punkt wurde bei der Ausarbeitung des neuen Codex sehr viel diskutiert und ist bis heute nicht lehramtlich geklärt. Eine Strömung verteidigt die ausschließliche Befugnis ordinierter Geistlicher, die Zuständigkeit auszuüben; eine andere, eine begrenzte Fähigkeit von Laien, es auszuüben, solange es gewährt wird. Ausgehend von einer theologischen Prämisse besteht die frühere darauf, dass ein Laie die Kirche nicht regieren kann. Ohne das Vorstehende zu leugnen, heißt es in der zweiten, aus rechtlicher und praktischer Sicht, dass die Laien eine Art von Tätigkeit ausüben können, die der Zuständigkeitsgewalt zuzuschreiben ist. Jeder Strömung liegen zwei Arten der Konzeptualisierung dieser Macht zugrunde: Eine, vorwiegend theologisch-ekklesiologische, bekräftigt die Einheit der heiligen Macht (der Ordnung und der Gerichtsbarkeit) und sieht den Ursprung der Gerichtsbarkeit in dem Sakrament der Weihe, das nur für ihre Ausübung benötigt wird, aus der Sicht der Rechtsprechung, dass die kanonischen Sendung hinzugefügt wird; eine andere, überwiegend rechtmäßige, behält sich den Begriff der Zuständigkeit nur für die bereits ausübbare Regierungsgewalt vor. Siehe Emilio Malumbres, „Los laicos y la potestad de régimen en los trabajos de reforma codicial: una cuestión controvertida“ (Die Laien und die Macht des Regimes in den Arbeiten der Reform des kanonischen Rechts-Codes: eine umstrittene Frage). Ius canonicum, XXVI, Nr. 52, 1986, 563-625.
[37] http://w2.vatican.va/content/john-paul-ii/it/speeches/1983/april/documents/hf_jp-ii_spe_19830430_zaire-ad-limina.html
[38] Ebda. S. 403.
[39] https://www.ewtn.com/library/PAPALDOC/JP2LAITY.HTM
[40] http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/laity/documents/rc_con_interdic_doc_15081997_en.html
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