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Dienstag, 3. November 2020

Ambiente - Bräuche - Zivilisationen


Die fleißige Malschülerin im Rubens-Raum,

1902 - Louis Béroud


Im Louvre bemüht sich eine junge Malerin um ein Gemälde eines großen Meisters nachzumalen: Die Krönung der Königin Maria von Medici in der Abtei von Saint-Denis am 13. Mai 1610 von Rubens.

Die Eleganz der Kleidung, sowohl der Besucherinnen als auch der mit Pinsel und Palette Malende, harmoniert mit dem reich dekorierten Raum. Die Schönheit der Toilette steigert die Würde der Frau und regt Respekt und Bewunderung an. Man beachte die Hüte, den Sonnenschirm, die langen Kleider.

Es ist manchmal schwierig, nachzuvollziehen, was die moderne Mode, die im Namen einer falschen Vorstellung von Freiheit grotesk und unanständig geworden ist, den Frauen und der Gesellschaft alles geraubt hat.

 

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion Deutschland braucht Mariens Hilfe, DVCK e.V. Frankfurt, November 2019.


Mittwoch, 29. Juli 2020

Die Kugelspieler





Die Kugelspieler

Die Szene spielt an einem Sonntag in der Bretagne, in der Region Concarneau. Die Männer zogen ihre bestickten Westen an und spielen Kugelwerfen auf der Wiese. Im Hintergrund plaudern zwei Frauen mit weißen Hauben am Tor der Grenzmauer. Der Ruhetag ist heilig. Nach der Messe am Morgen trifft man sich am Nachmittag für einen Moment der Entspannung. Der Maler spürt hier die Seele eines christlichen Volkes nach, das sich zu entspannen und zu vergnügen weiß, ebenso wie er den Wert der Mühen und die Liebe zur gut geleisteten Arbeit kennt. Die christliche Weisheit durchdringt so den allgemeinen Lebenswandel und ermöglicht das harmonische und brüderliche Leben einer Gesellschaft, die sich um das dreht, was Papst Leo XIII. die Philosophie des Evangeliums nannte. Unsere neuheidnische Welt ist gerade das traurige Gegenteil.

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion Deutschland braucht Mariens Hilfe, DVCK e.V. Frankfurt, Oktober 2019.

Bild: Gemälde von Théophile-Louis Deyrolle, ca. 1887

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Mittwoch, 18. März 2020

Coronavirus ist ein Aufruf, zu Gott zurückzukehren





von John Horvat II
Unsere Reaktion auf das Coronavirus spiegelt die Krise unserer weltlichen gottlosen Gesellschaft wider.
Das Problem ist nicht das Virus - so potenziell tödlich es auch sein mag. Dieser Ausbruch ist eine biologische Tatsache, wie so viele, die die Menschheit im Laufe der Jahrhunderte geplagt haben.
Ein Virus ist zwar unpolitisch, kann jedoch politische Konsequenzen haben. Viel flüchtiger als das Coronavirus ist die Angst davor. Eine Koronaphobie erschüttert den Globus. In diesem Sinne ist die Reaktion auf das Coronavirus äußerst politisch und weltlich. Es spiegelt eine Gesellschaft wider, die Gott den Rücken gekehrt hat. Wir sind mit der Krise konfrontiert und vertrauen nur auf uns selbst und unsere Geräte.
Der Mensch ganz allein
In der Tat akzeptiert das Management der Coronavirus-Krise keine Hilfe von außen. Gott hat keine Bedeutung oder Funktion in all den Bemühungen, das Virus auszurotten. An Gottes Stelle gibt es die immensen Befugnisse der Regierungen, die mobilisiert werden, um jeden Aspekt des Lebens zu kontrollieren und seine Ausbreitung zu verhindern. Der mächtige Arm der Wissenschaft sucht nach einem Impfstoff. Die Welten von Finanzen und Technologie werden in Anspruch genommen, um die katastrophalen Auswirkungen der Krise abzumildern.
Obwohl alle menschlichen Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Probleme zu lösen, haben sie nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Gegenwärtige Versuche haben eine frenetisch unbeherrschte Gesellschaft enttäuscht, die süchtig nach sofortigen Druckknopflösungen ist. Die Welt wird in die Knie gezwungen, ohne einen genauen Zeitplan angeben zu können, wann die Krise enden wird.
Aus diesem Grund ist sie so erschreckend. Es gibt nur wenige mildernde Institutionen wie die Kirche, die ihre Behandlung human und erträglich machen. Wir werden allein gelassen, um uns dieser großen Gefahr zu stellen. Das winzige Virus isoliert und entfremdet seine Opfer und nimmt sie aus der Gesellschaft. In vielen Fällen ist es der Einzelne gegen den Staat. Techniker in Schutz-Anzügen behandeln Männer und Frauen so, als wären sie das Virus. Im totalitären China und an anderen Orten wenden Beamte brutale Gewalt an, um die Einhaltung drastischer Richtlinien zu erzwingen.
Nicht mehr auf Gott angewiesen
Ein Virus ist auch a-religiös. Dies hindert es jedoch nicht daran, eine religiöse Dimension zu haben. Das Coronavirus kommt zu einer Zeit, in der die meisten in der Gesellschaft das Gefühl haben, Gott nicht zu brauchen. Für diese wurde Gott lange Zeit durch Brot und Zirkusse ersetzt. Die modernen Freuden deuten darauf hin, dass der Himmel nicht nötig ist. Die postmodernen Laster verkünden keine Angst vor der Hölle.
Und doch hat das Coronavirus die unheimliche Fähigkeit, unsere materiellen Paradiese in Höllen zu verwandeln. Das Kreuzfahrtschiff, das Symbol aller irdischen Freuden, wurde zu einem infizierten Gefängnis für Passagiere, die alles taten, um auszusteigen. Diejenigen, die Sport zu ihrem Gott gemacht haben, finden jetzt leere Stadien und abgesagte Turniere. Diejenigen, die Geld lieben, finden jetzt dezimierte Portfolios und unter Quarantäne gestellte Arbeitskräfte. Die Anbeter der Bildung schauen auf ihre leeren Schulen und Universitäten. Die Anhänger des Konsums stehen vor lehren Supermarktregalen. Die Welt, die wir verehrten, stürzt ein. Dinge, für die wir uns rühmen, liegen jetzt in Trümmern.
Eine kleine Mikrobe hat die Idole gestürzt, die einst für so stabil, kraftvoll und dauerhaft gehalten wurden. Sie hat ihre Anbeter in die Knie gezwungen. Und wir bestehen immer noch darauf, dass wir Gott nicht brauchen. Wir werden Billionen von Dollar in der vergeblichen Hoffnung ausgeben, unsere zerbrochenen Idole zu flicken.
Gott verbannt
Ein Aspekt der Coronavirus-Krise ist jedoch noch schlimmer. Es ist schon schlimm genug, dass Gott ersetzt oder ignoriert wird. Wir sind noch einen Schritt weiter gegangen. Gott wird von der Bühne verbannt. Es wird ihm verboten zu handeln.
Unter den drakonischen Maßnahmen verbieten Regierungsbeamte den öffentlichen Gottesdienst. In Italien haben sie Messen verboten, die Kommunion und die Beichte gestoppt. Die Kirche und ihre heiligen Sakramente gelten als Ansteckungsanlass und werden nicht anders behandelt als ein Sportereignis oder ein Musikkonzert.
Die Medien verspotten ihrerseits die Kirche und behaupten, selbst Gott sei unter Quarantäne gestellt worden.
Eine Krise des Glaubens
Leider sind einige Kirchenbeamte nur zu bereit, solche Maßnahmen einzuhalten. Sie berauben die Gläubigen der Sakramente genau dann, wenn sie sie am dringendsten bräuchten. Sie gehen über das hinaus, was Beamte verlangen, sie entleeren die Weihwasserbecken und ersetzen sie durch Desinfektionsmittelspender. Sie halten ab von der Spendung der letzten Sakramente.
Nicht einmal Wunder sind erlaubt. Die Kirchenbeamten schlossen einseitig die wundersamen Heilbäder von Lourdes in Frankreich! Diese wundersamen Gewässer haben wahrscheinlich jede Krankheit geheilt, die der Menschheit bekannt ist. Ist dieses Coronavirus noch tödlicher?
Dies ist der Zustand unseres Glaubens in Zeiten der Krise.
Die Lösung liegt in der Wiederbelebung des Glaubens
Einige mögen einwenden, dass eine nicht-weltliche Haltung gegenüber dem Virus einen Vertrauenssprung erfordert. Wir müssen uns jedoch fragen, was der größere Glaubenssprung ist - sich der Heiligen Mutter Kirche oder den kalten Händen eines Staates anzuvertrauen, der sich bereits als unfähig erwiesen hat, die Probleme der Gesellschaft zu lösen.
Wir haben allen Grund, uns Gott anzuvertrauen. Das Problem ist, dass wir den Amtsträgern erlauben, die Kirche so zu behandeln, als wüsste sie nichts über die Heilung von Körper und Seele. Sie haben aus Bequemlichkeit vergessen, dass die Kirche eine Mutter ist. Sie gründete im Mittelalter die ersten Krankenhäuser der Welt. Die Grundlagen der modernen Medizin wurzeln in ihrer Fürsorge für die Kranken. Sie behandelte jeden Patienten wie Christus selbst. So sandte die Kirche Priester-, Mönchs- und Nonnenorden, die Armen und Kranken auf der ganzen Welt kostenlos zu versorgen. Im Laufe der Jahrhunderte, inmitten von Plagen und Pest, finden wir die Kirche in ihrer Mitte, die trotz großer Gefahren den Infizierten diente.
Die Kirche kümmerte sich vor allem um die Seelen der leidenden Kranken. Sie tröstete, ermutigte und salbte die Betroffenen. Sie unterhielt unzählige Heiligtümer wie Lourdes, in denen die Pilger für ihren Glauben mit Seelenfrieden, Heilungen und Wundern belohnt werden.
In Zeiten der Pest erhoben sich die Gebete ganzer Gemeinschaften, um Gott zu bitten, einer sündigen Gesellschaft zu Hilfe zu kommen, die seiner Barmherzigkeit bedurfte. Die Geschichte gibt Zeugnis, dass diese Gebete sehr oft erhört wurden.
Wenn die Kirche so handeln würde, wie sie sollte, würde sie verhindern, dass Krisen wie die des Coronavirus unmenschliche und überwältigende Ausmaße annehmen. Wie eine Mutter gibt sie in Momenten der Dunkelheit Trost und Hoffnung. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht allein sind und immer auf Gott zurückgreifen sollten. Es macht keinen Sinn, Gott aus dem Kampf gegen das Coronavirus zu verbannen.
Sich Gott zuwenden
In der Tat sollte die Coronavirus-Krise ein Aufruf sein, unsere gottlose Gesellschaft abzulehnen.
Diese Krise droht über die Gesundheitskrise hinauszugehen und (nicht nur) die amerikanische Wirtschaft zu stürzen. Wir müssen uns daher fragen, warum Gott ersetzt, ignoriert und verbannt wird. Es ist Zeit, sich an Gott zu wenden, der uns allein vor dieser Katastrophe retten kann.
Sich Gott zuzuwenden bedeutet nicht, ein symbolisches Gebet darzubringen oder eine Prozession abzuhalten, in der Hoffnung, zu einem Leben voller Sünde und gemäßigter Freuden zurückzukehren. Stattdessen muss es aus aufrichtigem Gebet, Opfer und Buße bestehen, wie es die Muttergottes 1917 in Fatima gefordert hat.
Sich an Gott wenden, setzt eine Veränderung des Lebens angesichts einer Welt voraus, die Gottes Gesetze hasst und auf ihre Zerstörung zusteuert. Es bedeutet, so zu handeln, wie es die Kirche immer getan hat, mit gesundem Menschenverstand, Weisheit, Nächstenliebe, aber vor allem Glauben und Zuversicht. Alle diese kirchlichen Heilmittel, die voller Trost und Heilung sind, sind für die Gläubigen erreichbar.
Sich an Gott zu wenden bedeutet nicht, dass wir die Rolle der Regierung bei der Bewältigung von Notfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit leugnen. Der Glaube muss jedoch ein wesentlicher Bestandteil jeder Lösung sein. Gott ist mit uns. Wir sollten uns dem Allerheiligsten Sakrament, der wirklichen Gegenwart Gottes in der Welt und dem Gott, der uns geschaffen hat, anvertrauen. Wir sollten auf die Mutter Gottes, die allerseligste Jungfrau Maria, die Gesundheit der Kranken und die Mutter der Barmherzigkeit zurückgreifen.


Aus dem Englischen mit Hilfe von Google Übersetzer in
https://www.returntoorder.org/2020/03/the-coronavirus-is-a-call-to-return-to-god/?pkg=rtoe0903
vom 18. März 2020

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Freitag, 18. Oktober 2019

Gott von „Mutter Erde“ entthront?!



von Marcos Luiz Garcia
Obwohl dieser Artikel für jeden offen ist, der bereit ist, ihn zu schlucken, lade ich besonders Katholiken ein, mich bei diesen Überlegungen zu begleiten.
Seit den 1950er Jahren, insbesondere seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, hat die katholische öffentliche Meinung eine unsensible, allmähliche und ununterbrochene Abkehr von Gott im Namen der zynischen Vorstellung erlebt, dass Er nicht bestraft, dass es keine Hölle gibt und nicht einmal Fegefeuer.
Aus diesem Grund schreiten die Probleme, insbesondere die moralischen, mit grünem Licht oder der selbstgefälligen Passivität unzähliger religiöser Autoritäten voran, die hauptsächlich für die Einhaltung der Gebote des Gesetzes Gottes in der Gesellschaft verantwortlich sind.
Gehen wir zu konkreten Beispielen. Jeder weiß, dass Motels (in Brasilien) Orte sind, an denen man Sünden gegen das sechste und das neunte Gebot begehen kann. Diejenigen, die die Straße entlang gehen, wissen, was im Inneren dieser Häuser vor sich geht. Aber heute ist diese traurige Realität eine Selbstverständlichkeit. Dies geschah, weil viele sagen: „Gott vergibt jedem und bestraft niemanden“…
Die heutigen unmoralischen Kleidungen, die dem Nudismus näher sind als je zuvor, werden sogar in Kirchen getragen, bei Messen und - oh Schmerz! – zum Empfang der heiligen Kommunion. Sakrilege folgen in Massen aufeinander. Das liegt natürlich daran, dass „Gott jedem vergibt und niemanden bestraft“…
Die Strände sind zu Orten effektiven Nudismus geworden. Wer würde es wagen zu nennen, was dort (nicht) getragen wird? Männer und Frauen sündigen, wenn sie sich schamlos ungezwungen anblicken, aber „Gott vergibt jedem und bestraft niemanden“…
Familien, die der wahren katholischen Lehre voll und ganz entsprechen, sind auf ein Minimum reduziert. Und in einer Reihe sehr schwerwiegender Sünden hält man sogar Ehen zwischen Menschen und Tieren! Nicht schlimm? Natürlich nicht, sagen sie, denn „Gott vergibt jedem und alles und bestraft niemanden“…
Der Drogenkonsum ist so dominant, dass bereits eine Freigabe in Betracht gezogen wird. Natürlich, denn „Gott vergibt jedem und bestraft niemanden“…
Abtreibung ist ein millionenfacher Mord, aber Gott kümmert sich nicht darum. Natürlich, „Er vergibt ja alles und jedem und bestraft niemanden“...
Meinen Lesern überkommt vielleicht schon Übelkeit über diese traurige Aufzählung, die man übrigens mit anderen Themen wie der Ungeheuerlichkeiten der Menschen, dem Aussterben der Zivilisation, der Verbreitung der Monstrosität, des Satanismus usw. fortfahren könnte.
Obwohl dieses Phänomen die ganze Menschheit erfasst, wurden die Katholiken vor allem von der falschen Maxime beeinflusst, dass Gott niemanden bestraft, dass seine Macht fiktiv ist und dass man ihn nicht fürchten sollte. Dies führt dazu, dass Menschen immer offener sündigen und ihn ohne das geringste Schmerzgefühl beleidigen.


Hier kommt der tiefere Grund dieses Artikels.
Diejenigen, die am meisten die falsche Vorstellung einprägen, dass man Gott nicht fürchten und die Augen vor der Unendlichkeit der begangenen Sünden verschließen sollte, versuchen andererseits, eine schreckliche Furcht zu wecken, - die unbegründet ist, weil sie keine konsistente wissenschaftliche Grundlage hat -, dass die Natur die Menschheit bestrafen wird, wenn sie die von den selbsternannten ökologischen Bewegungen, insbesondere der Amazonas-Synode, vorgegebenen Normen nicht einhält.
Dies erklärt, warum über Fátima in den Kirchen nicht hinreichend gepredigt wird, und auch nicht die Drohung der Muttergottes, dass Gott die Untreue der Menschen schrecklich bestrafen wird. Wie könnte jedoch Gott erzürnt sein, wenn, wie Papst Franziskus in Fatima, an der Cova da Iria, gesagt hat, „Gott verzeiht alles und jedem“?
Es ist klar, dass eine solche Haltung gegenüber Fatima die Heilswirkung der Botschaft der Muttergottes von 1917 vollständig neutralisiert und erklärt, warum sich die Menschheit noch nicht bekehrt hat.
Und die größte Angst wird auf die Natur übertragen. Diese ja, die bestraft! Und um dies zu verhindern, müssen wir den neuen indigenen Kommunismus verwirklichen, der von der Amazonas-Synode und der neuen Kirche, die sie ins Leben ruft, proklamiert wird.
Die Angst vor dem ewigen Gott, der ein immerwährendes Urteil fällen wird, wird durch die Angst vor der Natur und den indigenen Vorfahren ersetzt.
Diejenigen, die die Gottesfurcht, die real ist, minimieren, übertreiben, erwecken die fiktive Furcht vor der Natur.
Das Traurige ist, dass all dies von den progressiven Geistlichen, vorangetrieben wird, die vorgeben, die authentische Kirche Gottes zu sein.
Wir bewegen uns auf diese Weise zu einer neuen Religion, in der Gott durch die Hände seiner Hirten vom Thron gestoßen und durch den Götzen „Mutter Erde“ oder Pachamama ersetzt wird.
Miserere nobis, Domina!

Übersetzung aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
http://www.abim.inf.br/deus-destronado-pela-mae-terra/#.XX_4B6TVIdV
vom 12. September 2019
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Freitag, 23. August 2019

Warum integrale Ökologie die Zivilisation zerstören wird



Guido Vignelli
Ökologischer Paradigmenwechsel
Es ist allgemein bekannt, dass das in unserer Gesellschaft noch vorhandene wenige und stabile Gute, Überreste der christlichen Zivilisation sind. Dieselbe Zivilisation, die vor zweitausend Jahren begründet wurde, ermöglichte es den Menschen das aufzubauen, was zu Unrecht als mittelalterliches Christentum bezeichnet wird.
Heute versucht die vorherrschende intellektuelle Klasse, die sinkende „moderne Zivilisation“ durch eine „neue kulturelle Synthese“ zu ersetzen, durch die Entwicklung einer neuen Vorstellung von Welt, Mensch und Gott.
Während des gesamten 20. Jahrhunderts versuchten Säkularisten (Areligiöse) und Christdemokraten, ein Programm aufzulegen, zur Förderung eines nachchristlichen, säkularen (rein weltlichen) „integralen (ganzheitlichen) Humanismus“, der weder religiös noch atheistisch sei sollte. Das Ergebnis war, dass die katholische Welt diese Säkularisierung aufnahm, die dann Entchristianisierung der Gesellschaft herbeiführte.
Heute bemühen sich Philosophen, Soziologen, Politikwissenschaftler, und sogar Theologen, einen „neuen Humanismus“ zu erfinden, der ein „gemeinsames Zuhause“ schaffen soll, um die moderne Gesellschaft vor ihren Widersprüchen und Krisen zu befreien.
Dieses Programm enthält jedoch Paradoxien, die an Provokationen grenzen. Der gepriesene „neue Humanismus“ besteht eigentlich aus einer „ganzheitliche Ökologie“, die den Menschen zu einem Bestandteil der Umwelt reduziert. Das geplante „gemeinsame Haus“ wird auf eine sozio-biologische Umwelt reduziert, die mit dem Ökosystem Erde identisch ist. Die gewünschte „neue Zivilisation“ würde sich aus der Verabschiedung von den kulturellen, sozialen und politischen Grundlagen der traditionellen und christlichen Zivilisation ergeben.
Dieses Programm schließt jegliche Bezugnahme auf die Erlösung, das Heil der Seele, das übernatürliche, ewige Leben oder sogar auf Gott aus. Es basiert auf einer irdischen und immanenten Auffassung der Welt, des Menschen und der Religion.


Diese Standpunkte und Vorschläge sind bereits in der Enzyklika von Papst Franziskus zu finden, die sich der Ökologie widmet (Laudato si, 2015). Die Vorbereitungskommission der kommenden Oktober-Sondersynode der Bischöfe über Amazonas hat sie unter dem Motto eines neuen Paradigmas auf die Spitze getrieben: „Ganzheitliche Ökologie“.
Im Vorwort des offiziellen Vorbereitungsdokuments der Synode wird die Bekehrung von Völkern, Staaten und sogar der Kirche vorgeschlagen durch die Einführung eines „ganzheitlichen Entwicklungs- und Ökologieprozesses“, der darauf abzielt, „Vielfalt“ und „Pluralismus“ in allen Bereichen zu fördern, nicht nur im Umweltbereich, aber auch im menschlichen, das heißt sozial, kulturell und sogar religiös.
Das Programm für eine „ganzheitliche Ökologie“
Lassen wir uns nicht von der Bezeichnung „ganzheitlich“ täuschen, das die Synode vor dem Wort „Ökologie“ setzt. Solche Manöver erwecken den Eindruck, dass es sich um eine integrale Ideologie handelt, die nicht vermindernd und parteiisch, sondern ausgewogen und kohärent ist, da sie sich mit allen Aspekten der Realität befasst.
Im Gegenteil, diese Ökologie ist nicht in eine christliche Auffassung integriert, sondern diese ist in ein ökologisches Programm integriert. Religion, Kultur und Zivilisation werden im Ökosystem auf Umweltfaktoren reduziert, die mit dem Planeten Erde identifiziert werden, wie dies im Vorbereitungsdokument (insbesondere in Teil II, Abschnitt 9) eindeutig zu finden ist.
Dieser Ökologismus ist eine Ideologie, die behauptet, die traditionelle hierarchische Vision der Beziehung zwischen der Welt, dem Menschen und Gott stürzen zu wollen. Die göttliche Offenbarung stellt die Schöpfung in den Dienst des Menschen, den Menschen in den Dienst der Kirche und die Kirche in den Dienst Gottes. Das neue ökologische Programm dreht diese Abfolge um und stellt Gott und die Kirche in den Dienst der Integrität des Menschen und den Menschen in den Dienst der Integrität der Natur. Diese natürliche Integrität besteht aus kosmischer Bioverschiedenheit und Umweltbalance (umweltliches Gleichgewicht). Das genannte Dokument versucht, diese neue Anordnung zu rechtfertigen, indem es behauptet, dass in der Schöpfung „alles miteinander verbunden ist“ (Nr. 13). Alle Elemente dieses Schemas sind auf gleichgeschalteter Basis miteinander verbunden.
Bei dem Versuch, die Massen und Völker zu verführen, müssen Ökologen die ursprünglichen und atavistischen Gefühle und Instinkte des Menschen ausnutzen, einschließlich religiöser oder para-religiöser Natur. Obwohl oft von Atheisten oder Agnostikern angepriesen, bekennt sich die „ganzheitliche Ökologie“ implizit zu einer eigenen Religion: der Verehrung der Mutter Erde, wie sie in der Kosmolatrie (Anbetung des Kosmos) oder im „Kult der Gaia“ konkretisiert wird.
Ökologen haben auch einen eigenen (falschen) Prophetismus von apokalyptischer Art, der sich in Vorhersagen einer bevorstehenden Umweltkatastrophe äußert. Obwohl diese Prognosen von Zeit zu Zeit von den Fakten geleugnet werden, werden sie von den Ökologen weiterhin als unmittelbar bevorstehend eingestuft, wenn sie auch hartnäckig immer wieder auf ein zukünftiges Datum gedrängt werden.
Diese apokalyptische Besessenheit ähnelt dem Fanatismus der Zeugen Jehovas so sehr, dass Umweltkatastrophisten nun als „Zeugen Gaias“ oder der Mutter Erde gebrandmarkt werden. Diese beiden Zeugen fordern die Öffentlichkeit auf, blind ihren terroristischen Vorhersagen zu vertrauen, auch wenn diese stets durch Ereignisse geleugnet und ständig verschoben werden. Darüber hinaus, wie Psychologen sagen, „diejenigen, die die Angst regieren, regieren die Gesellschaft“.
Ein solcher Ökologismus ist also wirklich unnatürlicher Götzendienst und widerspricht der Zivilisation. Es setzt eine Vision Gottes, der Welt und des Menschen zwischen modernem Materialismus und „postmodernem“ Pantheismus voraus. Deshalb ist die „Integrative Ökologie“ tatsächlich ein Faktor des Zerfalls von Religion, Kultur und Gesellschaft.
Recycling gescheiterter Ideologien
Bei den Bemühungen der ökologischen Bewegung um Recycling handelt es sich nicht um Abfall, sondern um Konzepte, Pläne und Mottos alter revolutionärer Ideologien wie des Marxismus und des noch utopischeren Sozialismus. Sie ist erfahren darin, alle an die aufkommenden kulturellen Krisen anzupassen und neue Strategien zu formulieren, um die öffentliche Meinung zu erobern.

Karl Marx

Zum Beispiel haben Umweltschützer den Kampf des Proletariats instrumentalisiert, um vom kapitalistischen System „entfremdete“ Wirtschaftsgüter zurückzugewinnen. Sie tun dies, indem sie den Kampf des Subproletariats der Dritten Welt reciceln, um vom Weltkapitalismus „beschlagnahmtes und ausgebeutetes“ Land zurückzuerobern. Sie beschuldigen die Kapitalisten, eine „ausbeutende“ produktivistische und konsumistische Wirtschaft zu verbreiten, die die „ursprüngliche Unschuld“ des Menschen verderbt und die Autonomie der „Peripherien der Welt“ „unterdrückt“.
Darüber hinaus greift der Ökologismus den Mythos des „edlen Wilden“ aus dem 18. Jahrhundert und das Motto des 19. Jahrhunderts auf, das eine „Rückkehr zur Barbarei“ forderte und auf die städtischen proletarischen Massen anspielt, die evangelisiert werden müssen. Diese Ideologie wandelt dieses Motto in ein neues um und fordert eine „Rückkehr zu den Wilden“, die auf Bevölkerungsgruppen in „Peripherien der [Dritten] Welt“ anspielt, die von der fortgeschrittenen Gesellschaft ausgegrenzt werden.
Die „religiösen Umweltschützer“ kehren das Konzept der Evangelisierung um. Zum Beispiel sollten Völker und Stämme wie die im Amazonasgebiet nach dem oben erwähnten Vorbereitungsdokument (Nr. 13) nicht von der Kirche evangelisiert werden, sondern die Kirche muss sich von ihnen evangelisieren lassen.
In Bezug auf ihr Modell der „nachhaltigen Wirtschaft“ recyceln Ökologen das alte Modell des utopischen Sozialismus (ab Fourier). Sie schlagen eine Ablehnung nicht nur des Konsums, sondern auch des Marktes, der Industrie und des Privateigentums vor. Während dieses Projekt behauptet, eine Gesellschaft zu schaffen, die „nüchtern, sparsam und glücklich“ wäre, schafft es tatsächlich Armut und sowohl wirtschaftliches als auch moralisches Elend.
Von der Stadt als Zivilisationszentrum in den Dschungel als unzivilisierten Rand
Das Leben in der Gesellschaft basiert nicht nur auf Religion, sondern auch auf einer rechtsstaatlich politisch organisierten Zivilisation. Das Wort „Zivilisation“ stammt aus dem Lateinischen civitas und bedeutet Stadt, verstanden als stabile Gemeinschaft, die in städtischen Zentren organisiert ist. Das Wort „politisch“ kommt von der griechischen polis, was auch Stadt bedeutet, und bezieht sich auf Stadtverwaltung und Regierung. Das Wort „Gesetz“ spielt auf das griechische jusand und das lateinische rectitude an. Daher kann eine einfache private Gewohnheit oder ein öffentlicher Brauch nicht durch die bloße Tatsache gerechtfertigt werden, dass es sich um eine „gelebte Situation“ handelt, wie es heute heißt, sondern muss dazu tendieren, den Zustand eines objektive Gutes zu erreichen.
Die Geschichte zeigt, dass Hochkulturen geboren werden, wenn menschliche Familien oder Gemeinschaften das nomadische Leben der Jäger aufgeben oder das sesshafte Leben der Sammler entwickeln, sich in stabilen Städten vereinen, sich politisch unter einer Autorität organisieren und sich mit dem öffentlichen Recht regieren, was historisch gesehen, korrigiert und durch christliches Recht bereichert werden kann.
Im Gegensatz dazu ersetzt die von Ökologen geträumte „neue Zivilisation“ nicht nur die Stadt durch den Wald, die Politik durch die Ökologie, sondern ersetzt auch die Rechtsstaatlichkeit durch die tatsächliche Situation der wilden Stämme, deren Ideen und Bräuche koste es, was es wolle, gerechtfertigt und gefördert werden müssen. Ökologen lehnen nicht nur den Kapitalismus oder die Technokratie, sondern auch den Staat, die Stadt und sogar die Familie ab und ersetzen sie durch eine Gemeinschaft von Gütern und eine spontane und gelegentliche Gemeinschaft oder einen Stamm, d.h. jene primitiven Formen der Vereinigung, die typisch sind für barbarische oder wilde Gemeinschaften, die ihre Mitglieder mit einem wirklich bürgerlichen Leben nicht versorgen können, geschweige denn einem fortgeschrittenen.
Dieselbe ideologische Propaganda, die die politischen Verfassungen und die (für jedermann anzuerkennenden) Staatsbürgerschaftsrechte hochlobt, fördert paradoxerweise eine „integrale Ökologie“, die die Grundlagen der Zivilgesellschaft ablehnt, die sich nicht nur in Politik oder Recht, sondern auch in Kultur und Familie manifestiert. So bereitet die „neue ökologische Zivilisation“ tatsächlich eine Art Anti-Zivilisation vor.
Giambattista Vico

Dieses ökologische Programm steht im Einklang mit der Zivilisationsdiagnose des bekannten italienischen Philosophen und Historikers Giambattista Vico in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, die er als durch die „sinnlose Kultur“ der Aufklärung korrodiert sah. Vor drei Jahrhunderten argumentierte er, dass Zivilisationen, die auf unorganisierte Weise Fortschritte machen, dazu neigen, ihre moralischen und religiösen Wurzeln zu leugnen und in eine zynische und unheilige Anti-Zivilisation geraten, die sie in den barbarischen oder wilden Staat zurückversetzt. Diese Regression ist sehr gefährlich, weil sie fortschrittliche konzeptionelle und technologische Instrumente in den Dienst unmoralischer und unordentlicher Leidenschaften stellt. Vico kam zu dem Schluss, dass die einzige Rettung von dieser Gefahr darin bestehe, den überlebenden religiösen und moralischen Geist im Bewusstsein der Bevölkerung wiederherzustellen. Diese Lösung sollte für die heutige sterbende Zivilisation vorgeschlagen werden.

Guido Vignelli
Ist Geisteswissenschaftler für Ethik, politische Philosophie und Kommunikation. 1982 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Centro Culturale Lepanto und 1987 der Associazione Famiglia Domani, beide in Rom. Von 2001 bis 2006 war er Mitglied der von der italienischen Präsidentschaft im Ministerrat eingerichteten Kommission für Familienforschung. 2015 arbeitete er mit der Aktion „Ergebene Bitte“ zusammen, einer weltweiten Kampagne, in der Papst Franziskus aufgefordert wurde, in die Bischofssynode für die Familie zu intervenieren und deren unklare Aussagen zu korrigieren. Er ist Autor des Buches „Eine Pastorale Revolution“ und Schüler von Professor Plinio Corrêa de Oliveira.
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Anm.: Nicht alle Ideen in diesem Artikel spiegeln notwendigerweise die Position von Pan-Amazon Synod Watch und diesem Blog wider.
Quelle des englischen Originals in
http://panamazonsynodwatch.info/articles/commented-news/integral-ecology/
vom 26.06.2019
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Freitag, 1. Juni 2018

Bretonische Schneiderinnen



Bretonische Schneiderinnen, 1854
Jean-Baptiste Jules Trayer
Privatsammlung / Foto: commons.wikimedia.org

Die bretonischen Schneiderinnen arbeiten nahe beim Fenster, dessen Vorhänge beiseite geschoben wurden, damit sie das Tageslicht nützen können. Der Raum, der als Werkstatt dient, ist ganz einfach. Terrakotta Fliesen bedecken den Boden, Schnittmuster sind an der Wand befestigt, am Kamin stehen eine Öllampe und ein Kerzenleuchter.
Auf ihren Strohsesseln sitzend, markieren sie den Stoff, schneiden ihn zurecht, fertigen die Kleider daraus und nähen schlussendlich die Spitzen an. Diese Frauen arbeiten ruhig und friedlich, ohne Hektik. Eine Handarbeit, deren Qualität geschätzt und begehrt ist. In ihrem zweifellos schwierigen Leben, das von Mühe und Opfer nicht verschont bleibt, dominiert die Liebe zur Arbeit und der Wunsch Erstklassiges herzustellen.
Heutzutage schuften in immens großen chinesischen Werkstätten die Arbeiterinnen am Fließband und ersetzen all das, was man auf diesem Bild sieht. Paradoxerweise ist Handarbeit ein großer Luxus geworden. Nur ganz exklusive Kleidung wird noch in Handarbeit angefertigt.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juni 2015)


Donnerstag, 10. Mai 2018

Angriff auf die Kindheit


Der Kampf gegen die Geschlechtsrollenstereotypen
in den deutschen Kitas

Mathias von Gersdorff

Möglicherweise aufgrund der Lautstärke der Proteste gegen den „Bildungsplan 2015“ in Baden-Württemberg entging der breiten Öffentlichkeit, dass in den Kindertagesstätten (Kitas), also für drei- bis sechsjährige Kinder, ein Umerziehungsprogramm eingeführt wurde, das gewissermaßen noch radikaler ist, als das Projekt für die Schulen.

Maßgeblich in Baden-Württemberg ist die Schrift „Gleichstellung beginnt im Kindergarten - Eine Arbeitshilfe zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen“, herausgegeben vom „Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg“. Die 80-seitge Schrift kann von der Internetseite www.sozialministerium-bw.de heruntergeladen werden.

Die Schrift wurde von Gunter Neubauer, Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts SOWIT, verfasst. Die Tendenz des Instituts wird deutlich wenn man erfährt, was es unter dem Begriff „Geschlecht“ versteht: „Geschlechter werden gemacht, können aber auch neu ausgebildet und verbessert werden. Es gilt, Geschlechterpotenziale zu nutzen! Wir sehen Geschlechter besonders in ihren gestaltbaren Seiten und nutzen dieses Potenzial bei der Entwicklung von Organisationen und Unternehmen.“ Nach diesem Grundsatz ist die Arbeitshilfe für das baden-württembergische Familienministerium geschrieben: Wie „verbessert“ man die Geschlechter – aber noch viel mehr, wie wir noch sehen werden – in und durch die Kitas.

Düsteres Menschenbild:
Kleinkinder programmieren wie Computer

Liest man diese ungeheuerliche Schrift, stellt man schnell fest, dass der Autor und die gesamte Gender-Mainstreaming-Ideologie von einem düsteren Bild des Menschen, der Gesellschaft, der Kultur und der Familie beseelt ist. Diese negative, geradezu deprimierende Sichtweise, durchzieht den gesamten Text und ist wohl der Antrieb der Leute, die meinen, man müsse die menschliche Natur, die Familie und die Gesellschaft „korrigieren“. Diese drei sind in der Wahrnehmung der „Gender-Mainstreamer“ dermaßen korrumpiert, dass man schon bei dreijährigen Kindern mit der Umerziehung beginnen muss, um anständige – sprich gendergerechte - Menschen hinzukriegen.

Eine ernsthafte psychologische Studie über die Macher des „Gender-Mainstreaming“ würde sicherlich Erstaunliches ans Licht bringen und zeigen, in wessen Hände die Kinder hierzulande gegeben werden.

Die ersten Opfer der Gender-Maistreaming-Umerziehung in den Kitas sind natürlich die Kinder. Ihre Mentalität, die sie im Elternhaus erworben haben, muss dekonstruiert und nach der Gender-Ideologie neu programmiert werden (Der Duktus des Textes entspricht eher einem Text über Computer als über Menschen): „Bei der Auswahl und Zusammenstellung von Spielmaterialien wird darauf geachtet, dass Geschlechtsrollenstereotypen aktiv und bewusst entgegen gewirkt wird.“ Die gemeinten „Geschlechtsrollenstereotypen“ können dreijährige Kinder nur im Elternhaus bekommen haben. Allein an diesem Satz erkennt man, wie dezidiert der Autor gegen das Elternrecht vorgeht und welche moralische Autorität er sich zumisst.

Anweisungen zur Charakterwäsche

Das Papier gibt klare Anweisungen, wie die Charakterwäsche vollzogen werden soll: „Geänderte Spiele unterstützen Einverständnis abseits der traditionellen Rollen. Buben lernen zum Beispiel wickeln und nicht nur Garagen bauen, Mädchen bauen Hochhäuser und nicht nur Puppenbetten und sie lernen, ihre Interessen durchzusetzen.“

Das Papier des baden-württembergischen Ministeriums verheimlicht gar nicht, dass dieser Erziehungsansatz im Feminismus der 1970er und 1980er Jahre wurzelt, denn damals wurde „die Reproduktion von Rollenstereotypen im Kindergartenalltag thematisiert und kritisiert. Aus dieser Tradition speist sich ein Verständnis von Geschlechterpädagogik als Vermeidung des geschlechtertypischen Rollenlernens.“ Wie allgemein bekannt, sah der Feminismus dieser Jahrzehnte in der Familie und in der Frau als Mutter die Haupthindernisse für die Emanzipation der Frau. Gunter Neubauer möchte also seine Schrift ausdrücklich in der Tradition der emanzipatorischen Bewegung der Zeit unmittelbar nach der 1968er-Revolution setzen.

Damit ein Erzieher seine Rolle effizient erfüllt, soll er sein ganzes Handeln unter folgenden Postulat stellen: „Der Reflexionshintergrund für Gender-Kompetenz ist das Wissen darum, dass Geschlechterverhalten und Geschlechterverhältnisse ,gemacht‘ und nicht einfach ,natürlich‘ sind“. Das ist der Grundgedanke de „Gender-Mainstreamings“. Bemerkenswert ist allerdings, wie unkritisch man annimmt, das Geschlechtsverhalten und die Geschlechtsverhältnisse seien mit drei Jahren schon derart willkürlich „gemacht“, dass man die Kinder schon zu diesem Zeitpunkt umprogrammieren muss. Dass das Geschlechtsverhalten bei einem dreijährigen Kind möglicherweise von Natur aus gegeben ist, wird gar nicht in Betracht gezogen.

Kitas als Ort umfassenden Gesellschaftsumbaus

Kindertagesstätten sind für die Genderisten nicht nur ein Instrument der Umerziehung von Kindern, sondern auch der Familien bzw. der Eltern der Kinder. Über die Kitas soll auch das Familienleben umgestaltet werden und die traditionellen Rollenmuster in der Familie dekonstruiert werden: „Im Alltag der meisten Kindertageseinrichtungen geht man stillschweigend davon aus, dass vor allem die Mütter für Erziehungsfragen und den Kontakt zum Team ,zuständig‘ sind auch wenn sich Väter immer öfter blicken lassen und eine zunehmend aktive Erziehungsrolle übernehmen wollen.“ Den Erziehern in den Kitas sollte es eigentlich egal sein, wie die Eltern die Erziehung ihrer Kinder organisieren. Doch für die Genderisten ist die Kita ein Ort einer umfassenden Umgestaltung der Gesellschaft. Welches Recht sie dazu haben, wird gar nicht hinterfragt. Für sie ist das eine Selbstverständlichkeit.

Spätestens an dieser Stelle wird einem klar, dass die Gender-Ideologen sich wie die Verkünder einer neuen Religion gebaren: Sie sind von ihrer Sache völlig überzeugt und fühlen sich im Besitz der absoluten moralischen Autorität. In der gesamten Schrift des baden-württembergischen Familienministeriums ist kein einziges Wort enthalten, das auf Selbstkritik oder Selbstzweifel schließen ließe. Die Genderisten sind dermaßen davon überzeugt, sie hätten die Wahrheit gepachtet, dass sie keinerlei Skrupel spüren, wenn sie über die Mentalitäten der Kinder, über das Familienleben und über die gesellschaftlichen Gewohnheiten urteilen. Alles muss von ihnen „korrigiert“ und in die „richtige“ Bahn gelenkt werden.

Entsprechend der „Arbeitshilfe“ zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen sollen die Kitas auch an der ideologischen Umpolung des Volkes mitwirken, indem sie einen neuen Familienbegriff prägen: „Für Erzieherinnen und Erzieher gilt es aber auch, einen professionellen Blick für die Vielfalt moderner Familienformen mit ihren teils ganz unterschiedlichen Bedürfnissen zu entwickeln: traditionelle Familien (Vater arbeitet, Mutter ist zuhause), modernisierte Familien (z.B. beide sind berufstätig, verbinden Erwerbs- und Familienarbeit oder praktizieren einen Rollentausch), ,neue Eltern‘ (alleinerziehende Mütter und Väter, „Regenbogenfamilien“), zusammengesetzte Lebens- und Familienformen (Stief- oder Fortsetzungsfamilien, Wohn- und Lebensgemeinschaften). Hilfreich ist dabei die Reflexion der eigenen Familiengeschichte und des eigenen Familienbilds. Familien stärken, heißt dann, sich offen und einladend für alle Familienformen zu zeigen und die eigene Praxis entsprechend zu gestalten von der Anmeldung, Aufnahme und Eingewöhnung über Elterngespräche und Angebote der Elternbildung ,für alle‘ bis hin zur Gestaltung von Festen.“

Lebenslange Prägungen eingravieren

Gunter Neubauer setzt einfach voraus, Patchwork sei das neue Familienbild, obwohl das weder in der Politik noch in der Gesellschaft so ist. Es leben zwar viele Menschen in Verhältnissen, die nicht der traditionellen Familie entsprechen, dennoch wird diese als die ideale Partnerschaftsform von einer großen Mehrheit angesehen. Für die Genderisten spielt das keine Rolle. Sie haben die Wahrheit schon anders definiert.

Auch „Diversity“ bzw. „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ darf in der Kita nicht fehlen, denn „Respekt und Toleranz für die moderne Vielfalt von Geschlechterrollen, Geschlechtsidentitäten und Familienformen“ seien zu fördern — bei dreijährigen Kindern!

Offensichtlich sollen die Kitas die Kinder lebenslang prägen. Die Aufgabe der Kitas ist, aus den Kindern den neuen genderkonformen Menschen zu basteln: „Bei der Entwicklung von Gehirnstrukturen gibt es kein voreingestelltes biologisches Programm, das Entwicklungen absolut determiniert. Das Gehirn ist vielmehr ein biosoziales Organ, das sich nur in der Interaktion mit der natürlichen, vor allem aber der sozialen Umwelt entwickeln kann. Insofern ist jedes Gehirn das Ergebnis seines Gebrauchs (Gerald Hüther). Daraus folgt eine große Offenheit für kulturelle Prozesse.“

Radikale Fanatiker am Werk

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Genderisten wollen nicht bloß die Ansichten, Meinungen, Anschauungen ändern, was ja auch jede politische Partei oder Kirche anstrebt: Nein, ihr Ziel ist die Veränderung des menschlichen Gehirns um so eine lebenslange Prägung zu erzielen! In der Antike wurden Sklaven Brandzeichen auf die Haut gesetzt. Heute wird die Gender-Ideologie ins Gehirn eingebrannt, um aus den Menschen Sklaven dieser Ideologie zu machen.

Spätestens an dieser Stelle versteht man, wieso die Gender-Revolution mit den dreijährigen Kindern durchgeführt werden muss. Die Genderisten wissen: Je jünger ein Gehirn, desto beeinflussbarer ist es.

Die Hartnäckigkeit, die Zielstrebigkeit aber auch die Bosheit, mit der die Genderisten vorangehen, ist erschütternd. Unfassbar auch, wie die Union (CDU/CSU) diese Revolution gefördert hat. Eine C-Politikerin, Bundesfamilienministern Ursula von der Leyen, hat während der Großen Koalition 2005-2009 die entscheidenden Maßnahmen zur Durchsetzung des Gender-Mainstreamings in Deutschland durchgeführt.

Diese Revolution konnte nur im Stillen durchgeführt werden, so ungeheuerlich ist sie. Würde die große Mehrheit der Menschen erfahren, welche radikalen Fanatiker da am Werk sind, wäre ihre Durchführung nicht möglich. Doch die Erfahrung zeigt, dass man sich nicht groß auf die Politik verlassen darf. Wie in vielen anderen Themenbereichen auch, kann nur der Protest der Basis der Gesellschaft, also des Volkes selbst, diesen Angriff auf die Kindheit abwenden.

Quelle: „Junge Freiheit“ 10. März 2014 (Online Ausgabe)

Freitag, 6. April 2018

Eugène Giraud in seinem Atelier



Sébastien Charles Giraud (1819 - 1892)
Chateau de Compièqne, Frankreich / Giraudon / The Bridgeman Art Library

Der Maler Eugène Giraud steht in seinem Atelier vor einem seiner Gemälde, das eine Szene auf dem Land zeigt und auf einer seiner Reisen entstanden ist. Sein jüngerer Bruder Sébastien Charles, dessen Lehrer er war, gibt uns hier einen Einblick in dieses einzigartige Ambiente. In der Mitte sein Sohn Viktor, ein kleines Kind am Schoß seiner Mutter. Er wird bald in die Fußstapfen seines Vaters treten. Eugène Giraud, ein erfolgreicher Künstler, war auch Karikaturist, Graveur, Bühnenausstatter und hat in seiner Zeit große Anerkennung gefunden.
Durch den verglasten Teil des Daches wird der Raum hell erleuchtet. Die linke Wand ist mit Bildern bedeckt, gegenüber sieht man ein Waffenarsenal und eine Menge von Gegenständen, die unsere Fantasie anregen. Der Hund, der die Szene beobachtet, liegt neben einem Löwenfell vor einem Alkoven mit prächtigen Vorhängen. Die Sofas, die Tapeten und die Kronleuchter zeigen uns einen luxuriösen Lebensstil: die Fremdartigkeit, Lust und Laune eines schöpferischen und überschwänglichen Lebens.
Heutzutage ist eine leere Wand modern mit einem Flachbildfernseher, der mit dem Internet verbunden ist.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, April 2015)

Donnerstag, 5. April 2018

Der Kuss


Der Kuss
Théophile Emmanuel Duverger
(1821-1886 )
Privatsammlung ! Foto: Christie's Images! The Bridgeman Art Library

Eine Szene in einem gutbürgerlichen Ambiente, die zugleich charmant und lehrreich ist. Eine Frau vom Land kommt auf Besuch und bringt ihrer Nachbarin einen Korb mit Obst. Als Dank gibt das kleine Mädchen im weißen Kleid dem schüchternen Knaben einen Kuss auf die Wange. „Umarme ihn!“, sagt ihre Mutter.
Der Klassenunterschied ist hier unmissverständlich. Aber die Natürlichkeit der Gefühle und des Verhaltens lässt eine Aufrichtigkeit erkennen, die man heutzutage längst vergessen hat. Was das gesellschaftliche Leben betrifft, so stützt sich die christliche Gesinnung auf die Anerkennung der Verschiedenheit der sozialen Klassen verbunden durch echte brüderliche Liebe, ohne dass man die bestehenden Unterschiede beseitigen will.
Zu diesem Thema sagte Benedikt XV. im Jahr 1914: „Diese gegenseitige Zuneigung wird bewirken, dass die Höhergestellten sich gewissermaßen den Armen zuwenden, nicht nur aus Gründen der Gerechtigkeit sondern auch mit Wohlwollen, Güte und Geduld. Die Armen ihrerseits werden den Wohlstand der höhergestellten Personen gutheißen und auf ihre Hilfe vertrauen.“

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2015)

Sonntag, 28. Januar 2018

Mädchenschule in der Bretagne

Mädchenschule in der Bretagne, 1882
Jecan-Baptiste Jules Trayer
Aquarell auf Papier, Privatsammlung - Foto: commons.wlkimedia.fr

Dieses Aquarell von Jules Trayer ist von großer Lebendigkeit. Das Licht und die Landluft dringen durch das große offene Fenster herein. Im Hintergrund schmücken Karten die Wand; rechts sehen wir ein Kreuz; im Vordergrund erhebt sich der Kirchenstuhl auf drei Stufen.
In der Mitte der Klasse neigt sich die Lehrerin zu einer Schülerin, um ihr das Eintragen der Buchstaben ins Heft zu zeigen. Die Ergebenheit jener, die über das Wissen verfügt, die lehrt, die auf jene Rücksicht nimmt, die lernen, verdient Bewunderung und Respekt. Der Maler unterstreicht übrigens in fröhlicher Art diesen mütterlichen Übereifer, indem er eine Henne und ihre Küken darstellt, die um einen Pausenkorb herum Nahrung suchen.
Von den Kindern, die wie junge Frauen gekleidet sind, mit ihren Hauben, ihren Schürzen und ihren Pantoffeln, hat jedes Einzelne bereits seine eigene Persönlichkeit. Eine Kleine schläft friedlich, den Kopf auf ihre Hände gelegt; eine andere hebt ein Tuch vom Boden auf; hinten wird ein bisschen getratscht ... Durch diesen Unterricht werden sie zu starken, ausgeglichenen Menschen, die in der Lage sind, den Schwierigkeiten des Lebens zu trotzen.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“

von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, März 2015)

Freitag, 26. Januar 2018

Die Kirche Saint-Philippe-du-Roule

Die Kirche Saint-Philippe-du-Roule, 1870
Jean Beraud
Metropolitan Museum of Art, New York City / Foto: commons.wikimedia.org

In der Kirche Saint-Philippe-du­ Roule, Rue du Faubourg-Saint-Honoré, Paris, ist die Messe zu Ende. Die Fahrbahn ist noch nicht gepflastert, um die Fahrt mit Pferdekutschen zu erleichtern. Der Himmel ist grau und in diesem Wintermonat hält man sich nicht gerne lange auf der Straße auf.
Im Vordergrund ein kleines Mädchen, das in einen kuscheligen Mantel gehüllt, seine Mutter an der Hand hält. Beide wollen gerade die Straße überqueren. Etwas weiter hinten, in Hellblau, ein Dienstmädchen. Daneben ein Mann, der seinen Hut zieht, um eine Bekannte zu begrüßen.
Da und dort sehen wir den goldenen Rand eines Gebetbuches oder die Knöpfe des Gehrocks der Kutscher hervorleuchten. Obwohl man sich in einem sehr eleganten Viertel befindet, zeigt sich eine harmonische Mischung der sozialen Klassen. Die Anerkennung der Hierarchien und der legitimen Unterschiede, die Höflichkeit und die guten Manieren klassifizieren eine Gesellschaft, die überdies eine lebende Gemeinschaft bildet, wo jedes Mitglied seinen Platz und seine Rolle hat. Es gibt keine Eifersucht und keinen Neid auf jene, die mehr haben oder mehr sind.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, FEBRUAR 2015)

Sonntag, 31. Dezember 2017

Der Salon der Prinzessin Mathilde Bonaparte


Der Salon der Prinzessin Mathilde Bonaparte, 
Rue de Courcelles, Paris, 1859
Sébastien Charles Giraud
Château de Compiègne, Oise, Frankreich / Giraudon / The Bridgeman Art Library

Prinzessin Mathilde liebte es, die verschiedensten Vertreter der Elite wie Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler um sich zu versammeln. „Dieser Salon ist der wahre Salon des 19. Jahrhunderts“, schrieben die Brüder Goncourt in ihrer Zeitschrift.

Das gemütliche Ambiente dieser Abendgesellschaft lädt uns ein, dieses Bild aufmerksam zu betrachten. Die roten und grünen Vorhänge heben sich von den weißen und goldenen Wänden ab. Die Petroleumlampen sorgen für eine dezente Beleuchtung.

Feuer flackert im Kamin, zahlreiche Pflanzen tragen zur angenehmen Atmosphäre bei. Wir bewundern die Schönheit der Teppiche und die kostbaren Kronleuchter, die der Spiegel reflektiert sowie die attraktiven Gemälde oberhalb der Türen. Ein Vertrauter, rechts vor dem Paravent, glänzt in seiner Rolle, während auf der anderen Seite ein Klavier einen Pianisten erwartet.

Hier verbindet sich guter Geschmack mit maßvollem Luxus.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Dezember 2015)

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Winter in den Niederlanden


Winterliche Szene auf dem Eis (1641)
Jan van Goyen

Der See ist gefroren. Das ganze Gemeinschaftsleben, einschließlich des Hundes bewegt sich auf dem Eis. Es gibt eine starke verbindende Kraft dieses Geschehens. Von hoch zu niedrig: aus jeder Klasse.
Man trifft sich in einer gemeinsam geteilten Aktivität. Auffällig ist, dass einige spielen, während andere Menschen oder Waren über das Eis transportieren. Das Leben geht weiter. Die Fischer fischen, trotz Eis, und der Schütze wacht über die Ordnung, auch auf dem Eis.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 – Januar
Stichting Civitas Christiana

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Jagdsaison



Lieferung von Wild in den Vorratskeller, 1852

Hubertus van Hove (1814-1865)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

In diesem Oktober, Jagdsaison. kontrolliert die Frau des Hauses zusammen mit der Köchin den Korb mit Wild, der vom Markt geliefert wurde. Wir befinden uns im Vorratskeller eines bürgerlichen Wohnsitzes im 19.Jahrhundert. Der kleine Hund scheint sehr interessiert zu sein.
Hubertus van Hove lernte die Malerei teilweise von seinem Vater, mit dem er zusammen an einer Bühnenausstattung des Théâtre Royal in Den Haag arbeitete. Er begann mit Landschaftsmalerei, spezialisierte sich aber dann auf Innenansichten, womit er großen Erfolg hatte. Wie man hier erkennen kann, handelt es sich um Szenen, an denen der Künstler die Lichteffekte, die von außen hereinkommen, studiert.
Das Tageslicht, das aus einer Öffnung, die sich hinter dem Betrachter befindet, hereinkommt, beleuchtet die linke Wand, das Gemüse, das man auf die Anrichte gelegt hat, das Gefäß aus Kupfer zum Händewaschen, das Wild, das die Köchin auf dem kühlen Boden ausgebreitet hat und die Frau des Hauses, die abermals ihre liste überprüft. Diese Momentaufnahme des wahren Lebens im Alltag ist realistisch und beschaulich. Man ist weit entfernt vom verrückten Wettlauf um eine kybernetische und virtuelle Welt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - Oktober 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Sonntag, 23. Juli 2017

Nach der Sonntagsmesse



Aus der Kirche La Madeleine, Paris, kommend

Jean Beraud (1849-1935)
Private Sammlung / © Photo Christie's Images / The Bridgeman Art Library


Die Sonntagsmesse in der Kirche La Madeleine in Paris ist zu Ende, Die Gläubigen kommen die Stiegen herab und gehen nach Hause.
Ein Mann mit weißem Bart, das Messbuch in der Hand, ist im Begriff, auf die Straße herauszutreten. Er blickt uns an. Im Vordergrund sieht man eine Frau, die eiligen Schrittes weggeht, weil durch den leichten Regen Rutschgefahr entstehen könnte. Hinter ihr geht eine Dame in Begleitung ihrer elegant in Blau gekleideten Tochter, die auf einen Angestellten des Hauses auf der linken Seite zugeht. Man sieht einen Kutscher in seinem Gehrock mit goldenen Knöpfen, einen Diener mit weißen Handschuhen und einen Chauffeur mit einer Schirmkappe. Den Rücken uns zugewandt ist ein Kindermädchen zu sehen, das eine Haube mit langen roten Bändern trägt und ein kleines Kind an der Hand führt.
Jedes Detail dieses Bildes ist es wert, genau betrachtet zu werden. Die Szene ruft das christliche Ideal einer brüderlichen Gesellschaft in Erinnerung, welche die gerechten und harmonischen gesellschaftlichen Ungleichheiten der Menschen respektiert.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2011)