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Donnerstag, 7. August 2025

Wissenschaft bestätigt:

Elternhaus mit zwei Elternteilen ist besser für Kinder
als gleichgeschlechtliche Partner

von Edwin Benson,

 30. Juli 2025

„Es ist gefährlich, Recht zu haben, wenn alle anderen unbedingt Unrecht haben wollen.“

Dieser Satz trifft sicherlich auf jeden zu, der an einer amerikanischen Universität traditionelle sexuelle Werte vertritt.

Ein Beispiel dafür ist Dr. Mark Regnerus, Professor für Soziologie an der University of Texas in Austin. 2012 veröffentlichte Dr. Regnerus die „New Family Structures Study“ (NFSS). Die Studie verglich die Auswirkungen des Aufwachsens in Familien mit zwei gleichgeschlechtlichen Eltern mit denen in Familien mit einer intakten Elternbeziehung zwischen zwei verheirateten Heterosexuellen.

Schlecht durchgeführte Studien

Bei der Recherche seiner Studie wagte Dr. Regnerus den Hinweis darauf, dass die meisten Studien auf sehr kleinen Stichproben basierten. Ihm fiel auch auf, dass viele der Teilnehmer „Convenience Samples“ waren, die leicht zu erreichen waren und denen das Ergebnis der Umfrage am Herzen lag.

So sammelte beispielsweise eine Studie, die 2011 in den Medien häufig zitiert wurde, die „National Longitudinal Lesbian Family Study“, Antworten von Personen, die durch Aushänge „bei lesbischen Veranstaltungen, in Frauenbuchhandlungen und in lesbischen Zeitungen“ von der Studie erfahren hatten. Die meisten Teilnehmer kamen aus den Städten San Francisco, Boston und Washington, D.C., die alle für ihren ungewöhnlich hohen Anteil homosexueller Bevölkerungsgruppen bekannt sind.

Daher war es nicht überraschend, dass die meisten von Wissenschaftlern herangezogenen Studien die homosexuelle Agenda unterstützten.

Eine Umfrage zur Förderung traditioneller Familien

Dr. Regnerus verwendete verschiedene Methoden, um den Einfluss gleichgeschlechtlicher Partner als Elternfiguren auf Kinder zu messen. Seine Schlussfolgerung unterstrich den Wert traditioneller Familien.

Die NFSS zeigt aber auch deutlich, dass Kinder – in vielerlei Hinsicht und in verschiedenen Bereichen – am ehesten als Erwachsene erfolgreich sein können, wenn sie ihre gesamte Kindheit mit ihren verheirateten Eltern verbringen, und insbesondere, wenn die Eltern bis heute verheiratet bleiben.

Dr. Regnerus widerlegte gründlich die Illusion, dass es Kindern, die von Homosexuellen aufgezogen werden, genauso gut geht wie Kindern in konventionellen Familien. Seine Schlussfolgerungen widersprachen auch denen, die behaupten wollten, dass zusammenlebende und geschiedene Eltern genauso gut seien wie verheiratete.

Mit anderen Worten: Dr. Regnerus zerstörte einige der beliebtesten Wahnvorstellungen der sexuellen Revolution. Auch er blieb von der Truppe des liberalen Establishments und seinen scharfen Messern nicht verschont.

Vernichtende Reaktionen

Die pro-homosexuelle Lobby konnte dies nicht hinnehmen. Sie feuerte beide Fässer ab und kritisierte Dr. Regnerus’ Motive und Methodik.

In der Huffpost bemerkte Walter Olson vom Cato Institute: „LGBT-Aktivisten weisen darauf hin, dass der Soziologe Mark Regnerus 695.000 Dollar vom schwulenfeindlichen Witherspoon Institute für die Durchführung der Studie angenommen hat.“

Der New Yorker war entsetzt. „[Die Studie] behauptet, die äußerst schädlichen Auswirkungen schwuler und lesbischer Eltern aufzuzeigen…. Doch in diesem Fall ist die Art und Weise, wie sie durchgeführt wurde, so atemberaubend schlampig, dass sie nur als Beispiel dafür dient, wie man mit Statistiken schlampig umgehen kann.“

CBS News schloss sich der LGBT-Linie an. „In einer gemeinsamen Erklärung des Family Equality Council, der Human Rights Campaign (HRC), Freedom to Marry und der Gay and Lesbian Alliance against Defamation (GLAAD) bezeichneten Aktivisten die Studie als ‚fehlerhaftes, irreführendes und wissenschaftlich nicht fundiertes Papier, das lesbische und schwule Eltern herabzusetzen versucht‘.“

Klassifizierungsfehler?

Unter der Oberfläche richtete sich viel Kritik an der Art und Weise, wie Dr. Regnerus die Probanden seiner Studie klassifizierte. Kritiker mäkelten an Details herum und ignorierten dabei das Gesamtbild.

So könnte beispielsweise eine kleine Untergruppe der Befragten einen Mann umfassen, der bis zu seinem achten Lebensjahr bei beiden leiblichen Eltern lebte. Zu diesem Zeitpunkt ließen sich die Eltern des Jungen scheiden. Er blieb bei seiner Mutter im Elternhaus. Zwei Jahre später begann die Mutter eine zehnjährige Lebensgemeinschaft mit einer anderen Frau. Als er erwachsen wurde, litt er unter schweren Depressionen.

Sollte dieses Kind als von beiden Elternteilen aufgezogen, von einer alleinerziehenden Mutter oder von einem lesbischen Paar aufgezogen eingestuft werden? Zu verschiedenen Zeitpunkten seiner Kindheit trafen alle drei Beschreibungen auf ihn zu. Es ist unmöglich festzustellen, in welcher Lebensphase des Kindes seine Depression auftrat. In der Studie von Dr. Regnerus wurde das Kind als von einem gleichgeschlechtlichen Paar aufgezogen eingestuft. Machte diese Einstufung seine gesamte Studie ungültig? Viele seiner Kritiker brachten genau solche Argumente vor.

Eine Neubewertung

Eine kürzlich durchgeführte Neubewertung der Studie von Dr. Regnerus bestätigte seine Methoden und Klassifizierungen. Die Unterstützung kommt aus unerwarteter Quelle.

Im Jahr 2025 verfassten zwei Statistiker der Cornell University, Cristobal Young und Erin Cumberworth, ein Lehrbuch auf Hochschulniveau mit dem Titel „Multiverse Analysis“. Der Verlag Cambridge University Press verfasste eine Beschreibung, die die Bedeutung des Buches zu erklären versucht.

„Die Multiverse Analysis deckt die gesamte Bandbreite der Schätzungen auf, die die Daten stützen können, und liefert Erkenntnisse, die bei einstufigen Analysen oft übersehen werden.“

Mit anderen Worten: Diese Methode analysiert die Rohdaten einer Studie erneut und klassifiziert die Daten auf verschiedene Weise. Anschließend wird die Studie wiederholt, um zu prüfen, ob sich die Ergebnisse ändern. In dem Buch erprobten Dr. Young und Dr. Cumberworth ihre Methoden anhand der Daten von Dr. Regnerus. Angesichts der Stichprobengröße mussten über zwei Millionen Variablen neu bewertet werden.

Dr. Paul Sullins, Soziologieprofessor an der Catholic University in Washington, D.C., überprüfte Metaverse Analysis und beschrieb dessen überraschende Schlussfolgerung.

„Anfangs erwarteten Young und Cumberworth, dass ‚eine umfassende Multiversum-Analyse [die vielen Kritiker der Studie] ihren Standpunkt überzeugend und schlüssig untermauern würde‘, fanden sie stattdessen etwas Unerwartetes und Bemerkenswertes … Jede Analyse bestätigte das zentrale Ergebnis der Regnerus-Studie, dass Kinder mit intakten biologischen Eltern besser gedeihen als mit LGBT-Eltern.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Eine endgültige Schlussfolgerung?

Niemand sollte davon ausgehen, dass Dr. Sullins‘ Essay oder das Buch von Dr. Young und Cumberworth das letzte Wort zu Dr. Regnerus‘ Studie und ihren Schlussfolgerungen sein werden. Die sexuellen Revolutionäre haben viel zu viel Zeit, Geld und Energie in den Mythos investiert, dass eine „Familie“ das ist, was eine Gruppe von Menschen darüber entscheidet. Sie haben viel Übung darin, ihre destruktiven Theorien zu verteidigen.

Radikale führen gerne ein paar voreingenommene Studien durch und erklären dann, „die Wissenschaft sei abgeschlossen“. Nichts könnte unzutreffender sein. Seit Karl Marx wollten Revolutionäre die biologischen und emotionalen Bindungen zwischen Mann, Frau und Kindern zerstören. Diese neue Untersuchung liefert einen faszinierenden Beweis dafür, dass sie erneut gescheitert sind.



Aus dem englischen von  „Science Reconfirms Two-Parent Home is Better for Children than Same-Sex Options“ in „Return to Order”

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in  www.r-cr.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

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Freitag, 29. April 2022

Ampel-Regierungskoalition übernimmt kommunistischen Familien-Begriff


 

Frankfurt 29.4.2022 (KIG)- Die gerade zurückgetretene Bundesfamilienministerin Anne Spiegel gab noch im Januar dieses Jahres solche Sprüche von sich: „Männer sollten selbstverständlich die Hälfte der Hausarbeit machen!“ (RTL-News 13. Januar 2022).

Damit offenbarte die Ex-Bundesfamilienministerin das Ziel linker (angeblicher) „Familienpolitik“: Ein übergriffiges Handeln des Staates im Familienleben durchsetzen.

Nach ihrem Rücktritt haben sich Politiker der Grünen und der SPD (darunter Bundespräsident Steinmeier) darüber beklagt, dass die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie in Deutschland schwierig sei. Ihre Antwort auf diese Situation: Mehr wirtschaftliche Verstaatlichung der Familien.

Diese Politiker stellen sich gar nicht die Frage, ob die Probleme in den Familien nicht gerade und vor allem in der übergriffigen Einmischung des Staates in das Familienleben sind. Sozialisten und Kommunisten sehen in der Familie seit eh und je einen ideologischen Feind. Sie haben stets versucht, die Familie unter die Kontrolle des Staates zu bringen. Für Kommunisten sollen Ehe und Familie mehr oder weniger Instrumente linker Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik sein. Ihre Idee ist, dass der Staat alles bestimmen sollte. Sie wollen deshalb alle Menschen vom Staat abhängig machen, damit sie ihren Befehlen folgen müssen.

Der Hass der Parteien der gegenwärtigen Koalition, insbesondere SPD und Grünen, zeigt sich auch im Bestreben, den Familien-Begriff völlig demolieren zu wollen. So sollen eheähnliche Konstrukte mit vielen Eltern beschlossen werden (sog. Verantwortungsgemeinschaften) – ob eine tatsächliche Verwandtschaft überhaupt besteht, soll keine Rolle spielen.

Es ist völlig klar: Für die Ampel sind Ehe und Familie irgendwelche Konstrukte, die der Staat nach Gutdünken gestalten kann. Sie wollen das Geld zuerst den Familien wegnehmen und es ihnen unter der Bedingung zurückgeben, dass sie es in der Form ausgeben, wie der Staat es befiehlt. Dadurch machen Sozialisten die Familien mehr und mehr abhängig vom Staat.

Die Unabhängigkeit der Familie vor dem Staat muss unbedingt geschützt werden! In einer normalen, christlichen Ordnung, die das Subsidiaritätsprinzip achtet und respektiert, sollen die Familien frei sein und selber bestimmen, wie sie leben möchten.

Doch Sozialisten und Kommunisten verachten solche Prinzipien. Für solche Politiker ist die Familie ebenso wie das gesamte gesellschaftliche Leben eine Verfügungsmasse, über die der Staat bestimmen soll.

Es ist absolut notwendig, dass gegen die Verstaatlichung der Familie Widerstand geleistet werden muss. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Familien in Deutschland die notwendige wirtschaftliche Freiheit haben, um sich vor einem übergriffigen Staat schützen zu können. Gegen diesen kommunistischen Familienbegriff der Ampel müsse sich die Bürger wehren.

Die Aktion „Kinder in Gefahr“ startete in diesem Sinn eine Unterschriftenaktion für eine Petition an den Deutschen Bundestag, die am angegebenen Link aufgerufen werden kann

https://www.aktion-kig.eu/wirtschaftliche-unabhaengigkeit-fuer-die-familie/?smclient=0b8ec104-9bc7-11eb-8678-18cf24ce389f&utm_source=salesmanago&utm_medium=email&utm_campaign=default

 

Aktion Kinder in Gefahr, Frankfurt am Main, April 2022

In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

 

Freitag, 26. Juni 2020

Von den kleinen zu den großen Veränderungen

In ihrer ersten Debatte als einzige demokratische Vorkandidaten zur amerikanischen Präsidentschaft versuchten der frühere Vizepräsident Joe Biden und der Senator Bernie Sanders, eine neue Art der Begrüßung einzuführen unter dem Vorwand der chinesischen Pestbedrohung.


Paulo Henrique Américo de Araújo

Der Leser wird bereits zur Kenntnis genommen haben, was von allen Kommunikationsmitteln verbreitet wurde: In Zeiten des Coronavirus ändern sich nicht nur Aspekte der internationalen Beziehungen, sondern auch Details des täglichen Lebens. Vielleicht macht die Mainstream-Presse jedoch nicht sehr deutlich, dass irrelevante Unterschiede in der Verhaltensart der Menschen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Mentalität, in den Ideen und schließlich in den Fakten und Institutionen führen. Dies ist eine der Hauptthesen von Plinio Corrêa de Oliveira in seinem Meisterwerk Revolution und Gegenrevolution.
Ich möchte, liebe Leser, um Ihre Aufmerksamkeit auf einige Beispiele bitten.

Mit der Popularisierung des Fernsehens zu Hause änderten sich die familiären Beziehungen allmählich. Fast niemand achtete darauf, aber die Gespräche zwischen Eltern und Kindern ließen allmählich nach, und heute gibt es sie fast nicht mehr.

Folgen in den Vorstellungen von Zuhause und Familie
Jeder von uns bemerkte die Auswirkungen der Pandemie durch Tatsachen, die anscheinend bedeutungslos waren. In meinem Fall machte ich eine der ersten Beobachtungen an einem seltsam stillen Samstagabend. Da die Quarantäne die Vermeidung von Menschenansammlungen erzwang, ist der Lärm von Partys und Nachtshows am Wochenende seit Monaten nicht mehr zu hören. „Besser so“, wird jemand sagen. Ich stimme in Bezug auf die wünschenswerte Stille zu. Aber was bedeutet das für Änderungen der Gewohnheiten? Bleiben diese Leute jetzt zu Hause und „tun nichts“ vor dem Fernseher oder dem Internet?
Man kann sagen, dass zumindest ein Teil von ihnen die Frage bejahen wird. Aber welche der beiden Einstellungen ist die am wenigsten schädliche: die Störungen nächtlicher „Feiern“ oder die gefährliche Trägheit der Quarantäne? Ich gehe hier nicht auf ein vergleichendes Urteil zu diesen beiden Konsequenzen ein, aber die Presse berichtete auf einmal, dass das Auftreten von häuslicher Gewalt im Bundesstaat São Paulo [1] seit Beginn der Quarantäne um 20% zugenommen hat. Die mögliche Schlussfolgerung verursacht Unbehagen: Zu Hause in Gesellschaft von Familienmitgliedern zu bleiben ist gefährlich! Sollte man diese düstere Logik noch weiterführen, würde man annehmen müssen: Es ist besser, keine Familie zu haben und alleine leben!
Und da wir von familiären Gesten sprechen, wurde die Begrüßung per Händereichen in die Verbotsliste aufgenommen. Jetzt werden Ellbogen oder Füße dazu verwendet. Sogar Präsident Bolsonaro passte sich dieser Neuerung an. [2] Eine bekannte Verkaufswebsite trat ebenfalls bei und ersetzte ihr Logo - einen Handschlag - durch sich berührende Ellbogen!
Nach diesem Muster verschwinden alltägliche Normen menschlicher Beziehungen. Nahe Verwandte, Eltern und Kinder, Großeltern und Enkelkinder hörten auf, sich zu umarmen. Kann man hoffen, dass sich nach der Krise alles wieder normalisiert? Werden diese Gewohnheiten nicht unbemerkte Nachwirkungen auf das Familienleben hinterlassen?
Wenn Ihnen solche Veränderungen als irrelevante Tatsachen erscheinen, möchte ich Ihnen ein Beispiel aus der Mitte des letzten Jahrhunderts bringen. Mit der Popularisierung des Fernsehens zu Hause änderten sich die familiären Beziehungen allmählich. Fast niemand bemerkte das, aber die Gespräche zwischen Eltern und Kindern ließen allmählich nach, und heute gibt es sie fast nicht mehr. Die Erziehung, die Eltern ihren Kindern in häuslichen Gesprächen gaben, wurde somit durch die Erziehung zum Fernsehen ersetzt. Die Verarmung der Bräuche, insbesondere der familiären Beziehungen, zersetzt die christliche Zivilisation zutiefst. Dies sind schwerwiegende Folgen der Entkräftung kleiner Bräuche. Und die Beispiele könnten multipliziert werden.
Angst bereitet die neue Welt vor
Rafael Nadal, bekannter spanischer
Tennisspieler:
„Ich will keine neue Normalität,
ich will die Normalität von früher“
Die (brasilianische) Regierung ließ Autos mit Lautsprecheranlagen auf die Straßen herumfahren, die empfahlen: „Bleibt zu Hause“! Es ähnelt Szenen aus altmodischen Filmen über das Verschwinden der Gesellschaft, wie wir sie heute kennen. Aber jetzt geht es um das wirkliche Leben, und es gibt keine Möglichkeit, die Besorgnis über die Unsicherheiten von morgen zu vermeiden.
So wird sich die Angst einsetzen und damit der Zweifel, ob wir in die Welt zurückkehren werden, wie sie vorher war. Der spanische Tennisspieler Rafael Nadal hat seine Besorgnis in einem Interview festgehalten: „Ich will keine neue Normalität, ich will die Normalität von früher“. Und drückte dann aus, was vielleicht die Mehrheit der Bevölkerung will: „Ich möchte mein Leben wiederherstellen, ich möchte, dass die Menschen sich umarmen können, ich möchte, dass sie sich über die Arbeit freuen und ohne Angst zusammenkommen können. Ich will keine ganz andere Welt.“ [3]
Aufgrund der Pandemie strebt ein Teil der Öffentlichkeit nach einer neuen, „super vernetzten“ Welt. Aber es gibt einen Aspekt, den die Anhänger der aktuellen Medien immer noch nicht verstehen und den ich nicht einmal auflisten muss: Je verbundener im Netz, desto isolierter. Es scheint paradox, aber es ist zutiefst real, weil Verbindung nicht dasselbe ist wie Geselligkeit. Die neuen Generationen dürfen den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen nicht gelernt haben.
Die obligatorische Verwendung einer Maske kommt für die Anhänger dieses Anspruchs wie gerufen. Die Praxis des verdeckten Gesichts führt unweigerlich zu größerer Anonymität und Verschärfung des Individualismus: Man braucht das Gesicht des Gesprächspartners nicht sehen, alle „verstecken sich“. So erweiterte sich auch eine Folge, die jeder Beobachter alltäglich und überall wahrnimmt: die „Allgegenwart“ von Smartphones. Niemand unterhält sich mehr und schaut dem Gesprächspartner in die Augen. Selbst unter denen, die zum Beispiel zusammen in Restaurants gehen, gab es bereits eine große Anzahl von Menschen, die sich beim Essen in ihre sozialen Netzwerke flüchteten. Mit der Maske neigt die Isolierung zuzunehmen, denn es gibt eine offensichtliche Unvereinbarkeit zwischen ihrer obligatorischen Verwendung und einem persönlichen vis à vis-Gespräch in einem Restaurant. Mann kann daher voraussehen, dass es eine drastische Reduzierung der Gruppen geben wird, die häufig Restaurants besuchen als eine Form der zivilisatorischen sozialen Interaktion. Diese neue obligatorische Komponente in den menschlichen Beziehungen könnte dann als „kontaktisolierende Maske“ bezeichnet werden.
Der amerikanische Schriftsteller Anthony Esolen [4] stellte das merkwürdige Bündnis zwischen egoistischem Individualismus und der Zunahme der Staatsmacht fest. In der Idee des Autors steckt viel Subtilität. Ich habe hier keinen Raum, sie hier zu entwickeln, aber seine These lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der egoistische Mensch wendet sich nur seinem Wohlbefinden und seinen Unterhaltungen zu, zu denen die Nutzung des Mobiltelefons und des Internets gehört. Der Staat muss das Funktionieren dieser Unterhaltungsinstrumente gewährleisten, daher ist der Egoist bereit, alles - auch Grundrechte wie die Freiheit - an die „allmächtige Regierung“ zu delegieren, vorausgesetzt, er kann seinen selbstsüchtigen Hedonismus ständig genießen. Auf diesem gewundenen Weg kommt die Rechtfertigung einer Weltregierung, die auf dem Individualismus beruht.
In den letzten Monaten hat die Idee einer Weltmacht, die alle Nationen beherrscht, zunehmend Resonanz in den Medien und in Regierungen verschiedener Länder gefunden, wobei diensthabende Ideologen immer zur Stelle sind. Kleine Änderungen in Verhalten und Mentalität begünstigen die Annahme dieses Vorschlags, wie in den wenigen Beispielen, die wir angeführt haben. Solche Veränderungen begünstigen zusammen mit anderen die Akzeptanz neuer Ideen, die, angewendet in Institutionen zu Tatsachen werden. Dies bestätigt die von Plinio Corrêa de Oliveira erläuterte Reihenfolge: Tendenzen → Ideen → Fakten.
Den Einfluss der Kirche untergraben
Und es gibt noch Schlimmeres: neue Praktiken der Religiosität. Die Online-Messe wurde zwangsweise zur Routine vieler Katholiken. Millionen von Menschen „nehmen“ auf diese Weise an der heiligen Messe — wie zum Beispiel die von Papst Franziskus täglich in Santa Marta gefeiert und direkt aus Rom in die ganze Welt übertragen. In mehreren Ländern haben Gruppen von Katholiken, die mit der Schließung von Kirchen unzufrieden sind, an die Bischöfe appelliert, sie wieder zu öffnen. Aber für eine bestimmte Art von Gläubigen wird die Bequemlichkeit der „Messe Daheim“ — die nicht die Fülle der Gnaden der Realpräsenz unseres Herrn Jesus Christus in der Eucharistie aufweist - eine Erkaltung des religiösen Eifers verursachen.
Kehren die Sonntagsmessen wieder zur Normalität zurück? Wenn es von Erzbischof Victor Manuel Fernández von La Plata, Argentinien, einem engen Freund von Papst Franziskus, abhängt, ist dies wahrscheinlich nicht der Fall. In einer überraschenden Aussage stellte er fest, dass „das Sonntagsgebot nicht unverzichtbar ist und fallen könnte“. [5]
Die Behauptung des Prälaten scheint voreilig zu sein und hat keine Grundlage in der Disziplin und Lehre der Heiligen Kirche. Darüber hinaus würden die Anhänger des Progressismus, nachdem die „Online-Messe“ zur Routine wird, einen fruchtbaren Boden für neue Ideen finden. Und so würden wir zu der bis vor einigen Monaten undenkbaren Tatsache gelangen, nämlich die verallgemeinerte Apologie der Streichung des Sonntagsgebotes, einer katholischen Tradition, die seit apostolischen Zeiten etabliert ist. Wie viele Veränderungen durch scheinbar unbedeutende Verhaltensweisen!
Erinnern Sie sich, lieber Leser, an die seltsame Stille, die ich an einem Samstagabend bemerkt habe? In einer anderen ruhigen Nacht konnte ich das Glockengeläut der mehr als einen Kilometer von meinem Haus entfernten Kirche hören. Denn die harmonischen, stimmungsvollen und beruhigenden Klänge der Glocken sind nur zu hören, wenn die akustischen Laute in der Nachbarschaft verstummen.
Wenn all das Gute, das uns die katholische Kirche anbietet, nicht verstummt wird, wird sie uns weiterhin Ermutigung und Führung geben, denn sie bewahrt das Versprechen des Erlösers: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“.
_______________
Anmerkungen
[4] Vgl. Esolen, Anthony, Manual politicamente incorreto da Civilização Ocidental, Vide Editorial, Campinas, SP, 2019, pp. 281 e 282.

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
vom 25. Juni 2020
Bilder aus der angegebenen Webseite.
© Nachdruck dieser deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Donnerstag, 10. Mai 2018

Angriff auf die Kindheit


Der Kampf gegen die Geschlechtsrollenstereotypen
in den deutschen Kitas

Mathias von Gersdorff

Möglicherweise aufgrund der Lautstärke der Proteste gegen den „Bildungsplan 2015“ in Baden-Württemberg entging der breiten Öffentlichkeit, dass in den Kindertagesstätten (Kitas), also für drei- bis sechsjährige Kinder, ein Umerziehungsprogramm eingeführt wurde, das gewissermaßen noch radikaler ist, als das Projekt für die Schulen.

Maßgeblich in Baden-Württemberg ist die Schrift „Gleichstellung beginnt im Kindergarten - Eine Arbeitshilfe zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen“, herausgegeben vom „Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg“. Die 80-seitge Schrift kann von der Internetseite www.sozialministerium-bw.de heruntergeladen werden.

Die Schrift wurde von Gunter Neubauer, Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts SOWIT, verfasst. Die Tendenz des Instituts wird deutlich wenn man erfährt, was es unter dem Begriff „Geschlecht“ versteht: „Geschlechter werden gemacht, können aber auch neu ausgebildet und verbessert werden. Es gilt, Geschlechterpotenziale zu nutzen! Wir sehen Geschlechter besonders in ihren gestaltbaren Seiten und nutzen dieses Potenzial bei der Entwicklung von Organisationen und Unternehmen.“ Nach diesem Grundsatz ist die Arbeitshilfe für das baden-württembergische Familienministerium geschrieben: Wie „verbessert“ man die Geschlechter – aber noch viel mehr, wie wir noch sehen werden – in und durch die Kitas.

Düsteres Menschenbild:
Kleinkinder programmieren wie Computer

Liest man diese ungeheuerliche Schrift, stellt man schnell fest, dass der Autor und die gesamte Gender-Mainstreaming-Ideologie von einem düsteren Bild des Menschen, der Gesellschaft, der Kultur und der Familie beseelt ist. Diese negative, geradezu deprimierende Sichtweise, durchzieht den gesamten Text und ist wohl der Antrieb der Leute, die meinen, man müsse die menschliche Natur, die Familie und die Gesellschaft „korrigieren“. Diese drei sind in der Wahrnehmung der „Gender-Mainstreamer“ dermaßen korrumpiert, dass man schon bei dreijährigen Kindern mit der Umerziehung beginnen muss, um anständige – sprich gendergerechte - Menschen hinzukriegen.

Eine ernsthafte psychologische Studie über die Macher des „Gender-Mainstreaming“ würde sicherlich Erstaunliches ans Licht bringen und zeigen, in wessen Hände die Kinder hierzulande gegeben werden.

Die ersten Opfer der Gender-Maistreaming-Umerziehung in den Kitas sind natürlich die Kinder. Ihre Mentalität, die sie im Elternhaus erworben haben, muss dekonstruiert und nach der Gender-Ideologie neu programmiert werden (Der Duktus des Textes entspricht eher einem Text über Computer als über Menschen): „Bei der Auswahl und Zusammenstellung von Spielmaterialien wird darauf geachtet, dass Geschlechtsrollenstereotypen aktiv und bewusst entgegen gewirkt wird.“ Die gemeinten „Geschlechtsrollenstereotypen“ können dreijährige Kinder nur im Elternhaus bekommen haben. Allein an diesem Satz erkennt man, wie dezidiert der Autor gegen das Elternrecht vorgeht und welche moralische Autorität er sich zumisst.

Anweisungen zur Charakterwäsche

Das Papier gibt klare Anweisungen, wie die Charakterwäsche vollzogen werden soll: „Geänderte Spiele unterstützen Einverständnis abseits der traditionellen Rollen. Buben lernen zum Beispiel wickeln und nicht nur Garagen bauen, Mädchen bauen Hochhäuser und nicht nur Puppenbetten und sie lernen, ihre Interessen durchzusetzen.“

Das Papier des baden-württembergischen Ministeriums verheimlicht gar nicht, dass dieser Erziehungsansatz im Feminismus der 1970er und 1980er Jahre wurzelt, denn damals wurde „die Reproduktion von Rollenstereotypen im Kindergartenalltag thematisiert und kritisiert. Aus dieser Tradition speist sich ein Verständnis von Geschlechterpädagogik als Vermeidung des geschlechtertypischen Rollenlernens.“ Wie allgemein bekannt, sah der Feminismus dieser Jahrzehnte in der Familie und in der Frau als Mutter die Haupthindernisse für die Emanzipation der Frau. Gunter Neubauer möchte also seine Schrift ausdrücklich in der Tradition der emanzipatorischen Bewegung der Zeit unmittelbar nach der 1968er-Revolution setzen.

Damit ein Erzieher seine Rolle effizient erfüllt, soll er sein ganzes Handeln unter folgenden Postulat stellen: „Der Reflexionshintergrund für Gender-Kompetenz ist das Wissen darum, dass Geschlechterverhalten und Geschlechterverhältnisse ,gemacht‘ und nicht einfach ,natürlich‘ sind“. Das ist der Grundgedanke de „Gender-Mainstreamings“. Bemerkenswert ist allerdings, wie unkritisch man annimmt, das Geschlechtsverhalten und die Geschlechtsverhältnisse seien mit drei Jahren schon derart willkürlich „gemacht“, dass man die Kinder schon zu diesem Zeitpunkt umprogrammieren muss. Dass das Geschlechtsverhalten bei einem dreijährigen Kind möglicherweise von Natur aus gegeben ist, wird gar nicht in Betracht gezogen.

Kitas als Ort umfassenden Gesellschaftsumbaus

Kindertagesstätten sind für die Genderisten nicht nur ein Instrument der Umerziehung von Kindern, sondern auch der Familien bzw. der Eltern der Kinder. Über die Kitas soll auch das Familienleben umgestaltet werden und die traditionellen Rollenmuster in der Familie dekonstruiert werden: „Im Alltag der meisten Kindertageseinrichtungen geht man stillschweigend davon aus, dass vor allem die Mütter für Erziehungsfragen und den Kontakt zum Team ,zuständig‘ sind auch wenn sich Väter immer öfter blicken lassen und eine zunehmend aktive Erziehungsrolle übernehmen wollen.“ Den Erziehern in den Kitas sollte es eigentlich egal sein, wie die Eltern die Erziehung ihrer Kinder organisieren. Doch für die Genderisten ist die Kita ein Ort einer umfassenden Umgestaltung der Gesellschaft. Welches Recht sie dazu haben, wird gar nicht hinterfragt. Für sie ist das eine Selbstverständlichkeit.

Spätestens an dieser Stelle wird einem klar, dass die Gender-Ideologen sich wie die Verkünder einer neuen Religion gebaren: Sie sind von ihrer Sache völlig überzeugt und fühlen sich im Besitz der absoluten moralischen Autorität. In der gesamten Schrift des baden-württembergischen Familienministeriums ist kein einziges Wort enthalten, das auf Selbstkritik oder Selbstzweifel schließen ließe. Die Genderisten sind dermaßen davon überzeugt, sie hätten die Wahrheit gepachtet, dass sie keinerlei Skrupel spüren, wenn sie über die Mentalitäten der Kinder, über das Familienleben und über die gesellschaftlichen Gewohnheiten urteilen. Alles muss von ihnen „korrigiert“ und in die „richtige“ Bahn gelenkt werden.

Entsprechend der „Arbeitshilfe“ zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen sollen die Kitas auch an der ideologischen Umpolung des Volkes mitwirken, indem sie einen neuen Familienbegriff prägen: „Für Erzieherinnen und Erzieher gilt es aber auch, einen professionellen Blick für die Vielfalt moderner Familienformen mit ihren teils ganz unterschiedlichen Bedürfnissen zu entwickeln: traditionelle Familien (Vater arbeitet, Mutter ist zuhause), modernisierte Familien (z.B. beide sind berufstätig, verbinden Erwerbs- und Familienarbeit oder praktizieren einen Rollentausch), ,neue Eltern‘ (alleinerziehende Mütter und Väter, „Regenbogenfamilien“), zusammengesetzte Lebens- und Familienformen (Stief- oder Fortsetzungsfamilien, Wohn- und Lebensgemeinschaften). Hilfreich ist dabei die Reflexion der eigenen Familiengeschichte und des eigenen Familienbilds. Familien stärken, heißt dann, sich offen und einladend für alle Familienformen zu zeigen und die eigene Praxis entsprechend zu gestalten von der Anmeldung, Aufnahme und Eingewöhnung über Elterngespräche und Angebote der Elternbildung ,für alle‘ bis hin zur Gestaltung von Festen.“

Lebenslange Prägungen eingravieren

Gunter Neubauer setzt einfach voraus, Patchwork sei das neue Familienbild, obwohl das weder in der Politik noch in der Gesellschaft so ist. Es leben zwar viele Menschen in Verhältnissen, die nicht der traditionellen Familie entsprechen, dennoch wird diese als die ideale Partnerschaftsform von einer großen Mehrheit angesehen. Für die Genderisten spielt das keine Rolle. Sie haben die Wahrheit schon anders definiert.

Auch „Diversity“ bzw. „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ darf in der Kita nicht fehlen, denn „Respekt und Toleranz für die moderne Vielfalt von Geschlechterrollen, Geschlechtsidentitäten und Familienformen“ seien zu fördern — bei dreijährigen Kindern!

Offensichtlich sollen die Kitas die Kinder lebenslang prägen. Die Aufgabe der Kitas ist, aus den Kindern den neuen genderkonformen Menschen zu basteln: „Bei der Entwicklung von Gehirnstrukturen gibt es kein voreingestelltes biologisches Programm, das Entwicklungen absolut determiniert. Das Gehirn ist vielmehr ein biosoziales Organ, das sich nur in der Interaktion mit der natürlichen, vor allem aber der sozialen Umwelt entwickeln kann. Insofern ist jedes Gehirn das Ergebnis seines Gebrauchs (Gerald Hüther). Daraus folgt eine große Offenheit für kulturelle Prozesse.“

Radikale Fanatiker am Werk

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Genderisten wollen nicht bloß die Ansichten, Meinungen, Anschauungen ändern, was ja auch jede politische Partei oder Kirche anstrebt: Nein, ihr Ziel ist die Veränderung des menschlichen Gehirns um so eine lebenslange Prägung zu erzielen! In der Antike wurden Sklaven Brandzeichen auf die Haut gesetzt. Heute wird die Gender-Ideologie ins Gehirn eingebrannt, um aus den Menschen Sklaven dieser Ideologie zu machen.

Spätestens an dieser Stelle versteht man, wieso die Gender-Revolution mit den dreijährigen Kindern durchgeführt werden muss. Die Genderisten wissen: Je jünger ein Gehirn, desto beeinflussbarer ist es.

Die Hartnäckigkeit, die Zielstrebigkeit aber auch die Bosheit, mit der die Genderisten vorangehen, ist erschütternd. Unfassbar auch, wie die Union (CDU/CSU) diese Revolution gefördert hat. Eine C-Politikerin, Bundesfamilienministern Ursula von der Leyen, hat während der Großen Koalition 2005-2009 die entscheidenden Maßnahmen zur Durchsetzung des Gender-Mainstreamings in Deutschland durchgeführt.

Diese Revolution konnte nur im Stillen durchgeführt werden, so ungeheuerlich ist sie. Würde die große Mehrheit der Menschen erfahren, welche radikalen Fanatiker da am Werk sind, wäre ihre Durchführung nicht möglich. Doch die Erfahrung zeigt, dass man sich nicht groß auf die Politik verlassen darf. Wie in vielen anderen Themenbereichen auch, kann nur der Protest der Basis der Gesellschaft, also des Volkes selbst, diesen Angriff auf die Kindheit abwenden.

Quelle: „Junge Freiheit“ 10. März 2014 (Online Ausgabe)

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Jagdsaison



Lieferung von Wild in den Vorratskeller, 1852

Hubertus van Hove (1814-1865)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

In diesem Oktober, Jagdsaison. kontrolliert die Frau des Hauses zusammen mit der Köchin den Korb mit Wild, der vom Markt geliefert wurde. Wir befinden uns im Vorratskeller eines bürgerlichen Wohnsitzes im 19.Jahrhundert. Der kleine Hund scheint sehr interessiert zu sein.
Hubertus van Hove lernte die Malerei teilweise von seinem Vater, mit dem er zusammen an einer Bühnenausstattung des Théâtre Royal in Den Haag arbeitete. Er begann mit Landschaftsmalerei, spezialisierte sich aber dann auf Innenansichten, womit er großen Erfolg hatte. Wie man hier erkennen kann, handelt es sich um Szenen, an denen der Künstler die Lichteffekte, die von außen hereinkommen, studiert.
Das Tageslicht, das aus einer Öffnung, die sich hinter dem Betrachter befindet, hereinkommt, beleuchtet die linke Wand, das Gemüse, das man auf die Anrichte gelegt hat, das Gefäß aus Kupfer zum Händewaschen, das Wild, das die Köchin auf dem kühlen Boden ausgebreitet hat und die Frau des Hauses, die abermals ihre liste überprüft. Diese Momentaufnahme des wahren Lebens im Alltag ist realistisch und beschaulich. Man ist weit entfernt vom verrückten Wettlauf um eine kybernetische und virtuelle Welt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - Oktober 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Freitag, 4. August 2017

Die Brautjungfer


Die Brautjungfer

- ca. 1883-85 -

James Tissot

Eine elegant gekleidete Brautjungfer bereite sich für den Einstieg in die Droschke vor, in der sich schon die Braut befindet, von der man nur ein Teil des Kleides sieht, welches Ende des 19. Jahrhunderts gewöhnlich in Farbe war. Der Bräutigam, in vornehmer und höflicher Haltung, hält den Saum des langen Brautkleides beiseite und über der jungen Dame einen Schirm. In der geschäftigen Straße bleiben einige stehen und schauen zu; ein Laufjunge oder Lehrling vorne rechts ruft, „es lebe die Braut!“ Der Charme und die Leutseligkeit, die aus dieser Szene hervorgehen, kommen nicht nur von der Schönheit der Kleider, sondern auch von dem zeremoniösen Umgang unter den Menschen in wichtigen Momenten des gesellschaftlichen Lebens. Die hier wiedergegebene Szene, ist noch aufgebaut auf die Institution der Familie, deren Fundament die unauflösliche Ehe ist.
Benoît Bemelmans 

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion Deutschland braucht Mariens Hilfe, DVCK e.V. Frankfurt, Mai 2007.

Sonntag, 16. Juli 2017

Familie: Zukunft der Gesellschaft



Familie Konrad Adenauer
Die Zukunft der Gesellschaft hängt von der Familie ab. Sie ist der entscheidende Ort der Begegnung zwischen der Kirche und der heutigen Kultur. Daher muss das Zeugnis der katholischen Familie authentisch und sehr stark sein.Es muss eine Familie sein, die von ihrer Umgebung wahrgenommen wird und ausstrahlt: eine Familie, die Freude darüber ausstrahlt, Jünger Jesu Christi zu sein, so dass jene Menschen, die keine Christen sind, auf die katholische Familie schauen und sagen können: „Das ist eine Art zu leben, die ich auch gerne hätte, an der ich auch gerne teilhaben würde.“ Das ist nicht eine Reihe von ‚Neins’ sondern eine Reihe von ‚Jas’. Es ist eine erfüllende Lebensart und ich möchte dazugehören.“

(Carl Anderson, Präsident der US-amerikanischen katholischen Laienorganisation „Knights of Columbus“ - „Kolumbus-Ritter" - in einem Interview mit Zenit)

Samstag, 29. April 2017

Das Spinnrad - Giovanni Battista Torriglia


Das Spinnrad 

Giovanni Battista Torriglia 
(1858 - 1937) 
Privatsammlung
Foto: Christie's Images / Bridgeman Images 

Eine Szene aus dem täglichen Leben italienischer Bauern, die uns durch die realistische Darstellung und die liebevollen Details fasziniert. Das Bild könnte mit "Lebensfreude in der Familie" bezeichnet werden. Die Mutter sitzt am Spinnrad; die Großmutter, einen Spinnrocken in der Hand, unterbricht ihre Arbeit, um der Enkelin bei der Strickerei weiterzuhelfen. Ein Knabe pustet große Seifenblasen und macht damit dem Nesthäkchen Freude. Im Hintergrund, nahe beim Ofen, auf dem man einen kupfernen Kochtopf erkennen kann, zündet der Vater zufrieden seine lange Pfeife an. Flirrendes Licht der Toskana strömt durch das Fenster herein, frischt die bunten Farben der Stoffe auf und zaubert ein Lächeln auf jedes Gesicht.
Der Künstler vermittelt uns seine Vorliebe für Familie und Kinder. Gerne lassen wir unseren Blick lange auf diesem Gemälde verweilen. An der Wand hängen Bilder der Heiligen Jungfrau und des Heiligen Josef mit dem Jesuskind, die über diese Familie wachen. Es herrscht Einfachheit, Würde, Seelenfriede und Harmonie in dieser christlichen Familie. Das ist der Reichtum, den uns die moderne Welt geraubt hat.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Januar 2015)

Freitag, 27. Januar 2017

Die Ideologie des Neomarxismus:

Ziel ist der Neue Mensch, der „homo communicativus“.

Prof Dr. R. Süßmuth

Der Neue Mensch ist der „homo communicativus“. Dessen neue Ethik besagt: „Verhalte Dich so, wie es der andere von Dir erwartet, weil der andere sich so verhält, wie Du es von ihm erwartest.“ Dieser Satz wird in Kitas und Ganztagsschulen verbreitet.

Marcuse verteidigt die Freigabe aller möglichen Lebensformen als „Urbilder der Freiheit und Erfüllung“, die nur „Ewiggestrige“ „Perversionen“ nennen. Mit Wilhelm Reich soll dadurch die Befreiung der Gesellschaft von aller Gewalt durch Freigabe der Sexualität erreicht werden.

Der Philosoph Jürgen Habermas hat die Erfüllung eines Sechs-Punkteprogramms bereits in den 80er Jahren als fortschrittlich propagiert, von dem die ersten besagen:

1. Die Entchristlichung der Öffentlichkeit — Kreuze verschwinden aus öffentlichen Gebäuden, von den Berggipfeln, ebenso Soutanen und Ordenhabite.

2. Entinstitutionalisierung — Ehe und Familie werden ersetzt. Beispiele: Kindertagesstätten und Ganztagsschulen.

3. Ent-Ethisierung des Rechts ­— Schuld wird durch widrige soziale Verhältnisse abgeschwächt, die es zu beseitigen gilt.

Ziel ist der neue Mensch, der „orphisch-narzisstische Sänger“. Dieser verweigert den Gehorsam den Autoritäten und reagiert mit Rebellion, lehnt das Leistungsprinzip ab, das zerstöre und durch das Lustprinzip ersetzt werden soll, und setzt an die Stelle der zeugenden Sexualität die Triebbefriedigung als Selbstzweck. Die Ehe wird von Neomarxisten als überholt angesehen. Die mit dem Kind entstehende Familie erziehe zu autoritären Menschen und Untertanen.
Deshalb müssen Kinder zu antiautoritären Persönlichkeiten herangebildet werden.

Quelle: IKW Okt/Nov 2016

Mittwoch, 21. September 2016

Frühstückszeit und Spielchen am frühen Morgen


Frühstückszeit und Spielchen am frühen Morgen 

Charles West Cope (1811-1890) 
Privatsammlung / Photo Bonhams, London / The Bridgeman Art Library

Das kleine Mädchen hat sich auf einen Schemel gestellt und ahmt die Haltung des Hundes der Familie nach, wenn er um ein Stück Zucker bettelt. Ihre Schwester hält die Kleine und redet ihr zu, die Augen 
zu schließen und den Mund zu öffnen. Die Mutter lässt sich lächelnd auf dieses unschuldige Spiel ein. Der Hund scheint unruhig zu sein, weil er im Hintergrund bleiben muss. 
Man erkennt die geschmackvolle Einrichtung, den Komfort, den gedeckten Tisch, wo nichts fehlt. 
Der Maler zeigt hier ein Ambiente im viktorianischen Zeitalter und hebt gleichzeitig die christlichen Werte hervor: Mutterliebe, Zärtlichkeit in der Familie, liebevolles Verständnis im Gegensatz zu Herzlosigkeit, die Sicherheit in der Familie, die die Kinder wachsen und aufblühen lässt. 
Charles West Cope, Sohn eines Künstlers ist Maler und ein englischer Graveur, dem es in hervorragender Weise gelingt, Szenen mit historischem Charakter darzustellen. Er ist der Schöpfer der Fresken im Lords Chamber in London. 

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt, Februar 2014

Dienstag, 19. Juli 2016

Die Gratulation zum Geburtstag des Großvaters



Die Gratulation zum Geburtstag des Großvaters, 1845 
Ferdinand Georg Waldmüller, © Wienmuseum

Der Großvater, Patriarch einer kinderreichen Familie, sitzt in seinem Lehnstuhl, eine Mütze auf dem Kopf. Er lauscht, etwas nach vorne geneigt, um die stockenden Worte seines Enkelkindes, das einen Glückwunsch zu seinem Geburtstag vorträgt, besser verstehen zu können.
Der Gesichtsausdruck des greisen Mannes spiegelt seine Zufriedenheit und sein Interesse wider. Er betrachtet mit Liebe und Stolz den Sprössling, dem die Mutter die Worte einsagt.
Die Fröhlichkeit und die Freude, im Kreise einer großen Familie beisammen zu sein, drücken sich in den Details des Bildes aus. Die Großmutter richtet das Kopftuch einer Enkeltochter, eine der Mütter stillt ihr Kind; die Katze lauert auf den Brei des Kindes, das auf dem Boden sitzt.
Die Tür öffnet sich für weitere Besucher. Aber haben Sie bemerkt, dass Sie angeschaut werden? Das junge Mädchen rechts und der Mann im Hintergrund wenden sich Ihnen zu, was ein Fingerzeig andeutet. Vielleicht sind Sie an der Reihe, dem Großvater einen Glückwunsch darzubringen?

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, September 2008)

Samstag, 14. Mai 2016

Hochzeitsglocken



Hochzeitsglocken

James Hayllar (1829 - 1920)
Privatsammlung / John Noon Gallery, Broadway, Worcestershire, UK /
The Bridgeman Art Library

Durch die kleine Kirchentür kann man die Braut am Arm ihres Vaters und auch einzelne Dorfbewohner erkennen. In der Kirche beginnen einige Männer mit dem Läuten der Glocken. Die Dorfkirche ist einfach, schmucklos, mit alten Kacheln und schlichten Bänken. Man sieht nur zwei Kinder mit ihrem Großvater in der letzten Bank, die ungeduldig auf den Einzug des Brautpaares warten.
Die christliche Ehe wurde von unserem Herrn Jesus Christus zum Sakrament erhoben. „Gott hat in das Herz des Mannes und der Frau die eheliche Liebe, die väterliche und mütterliche Liebe und die Kindesliebe gelegt. Wer dieses Band der Liebe zerreißt, begeht einen Akt der Entweihung mit fatalen Folgen für ihn selbst, für seine Nachkommen und die Menschheit“ (Pius XII., Ansprache am 20. September 1949 vor Delegierten internationaler Familienverbände).

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt, Juni 2014

Dienstag, 5. April 2016

Das Fundament der Gesellschaft



Die Hochzeit im Dorf, 1883

Sir Samuel Luke Fildes (1844 -1927)
Privatsammlung / Christopher Wood Gallery, London, UK /
The Bridgeman Art Library

Das ganze Dorf kommt herbei, um den Festzug der Neuvermählten, die gerade von der Kirche kommen, mitzuerleben.

Die Braut geht am Arm Ihres Gatten, die Verwandten und Freunde folgen. Die Kinder, die sie umringen, tragen Körbe mit Lebensmitteln, Geschenke der Nachbarn. Frohgemut nehmen alle Dorfbewohner wie eine große Familie an diesem Ereignis teil.

Man erkennt die Würde des Ehemannes. Diese Heirat ist durch Zuneigung und Harmonie besiegelt. Man gibt sich nicht einem sentimentalen romantischen Traum hin, der oft mit einem Drama endet sondern man will eine Familie gründen und die Schwierigkeiten des Lebens gemeinsam tragen.

Die Ehe ist das Fundament der Gesellschaft. Ohne Ehe keine Familie, keine Gesellschaft, kein Staat und keine Zivilisation.

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt, Oktober 2014

Donnerstag, 10. März 2016

Bischof Athanasius Schneider über die Relatio finalis der Bischofssynode 2015

Non possumus
Bischof Athanasius Schneider über den Schlussbericht der Bischofssynode

Msgr. Athanasius Schneider, Weihbischof von Astana, veröffentlichte eine wichtige Stellungnahme zum Ausgang der Bischofssynode über die Familie, die von Rorate Caeli publiziert wurde.
Katholisches.info veröffentlicht die vollständige deutsche Übersetzung der Stellungnahme, die den Schlussbericht der Synode, die „Relatio finalis“, einer grundlegenden Prüfung und Bewertung unterzieht.

Bischof Schneider ist einer der Autoren der Handreichung „Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten“, die im Vorfeld der Bischofssynode veröffentlicht wurde.
Die deutsche Übersetzung wurde von Weihbischof Schneider autorisiert.

Schlussbericht der Synode öffnet eine Hintertür
zu einer neo-mosaischen Praxis

von Weihbischof Athanasius Schneider
 

Msgr. Schneider in Carling
(Foto: BHofschulte)
Die dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ gewidmete XIV. Generalversammlung der Bischofssynode (4.–25. Oktober 2015) hat einen Schlussbericht mit einigen pastoralen Vorschlägen veröffentlicht, die nun vom Papst geprüft werden. Das Dokument hat nur beratenden Charakter und besitzt keinerlei lehramtliche Bedeutung.
Bei der Synode sind wirkliche neue Schüler des Moses und Neo-Pharisäer aufgetreten, die in den Paragraphen 84–86 bezüglich der Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen eine Hintertür aufgetan oder Zeitbomben platziert haben. Gleichzeitig wurden jene Bischöfe, die unerschrocken „die Treue der Kirche zu Christus und Seiner Wahrheit“ (Papst Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris Consortio, 84) verteidigt haben, ungerechterweise von einigen Medien als Pharisäer etikettiert.
Die neuen Jünger des Moses und die neuen Pharisäer haben bei den beiden jüngsten Synodenversammlungen (2014 und 2015) ihre praktische Leugnung der Unauflöslichkeit der Ehe und ihre fallweise Aufhebung des Sechsten Gebotes unter dem Vorwand der Barmherzigkeit verschleiert, indem sie Ausdrücke gebrauchten wie „Weg der Unterscheidung“, „Begleitung“, „Orientierung durch den Bischof“, „Dialog mit dem Priester“, Forum internum“, „eine vollständigere Integration in das Leben der Kirche“ gebrauchten, um die Zurechenbarkeit des Zusammenlebens in Fällen irregulärer Verbindungen möglichst zu eliminieren (vgl. Relatio finalis, Nr. 84–86).
Diese Stellen des Schlussberichts enthalten Spuren einer neuen Scheidungspraxis neo-mosaischer Prägung, obwohl die Redakteure jede ausdrückliche Änderung der Lehre der Kirche geschickt und schlau vermieden haben. Deshalb können sich alle Beteiligten, sowohl die Vertreter der sogenannten Agenda Kasper als auch ihre Gegner offen zufrieden geben: „Alles ist in Ordnung. Die Synode hat die Lehre nicht geändert“. Diese Meinung ist jedoch ziemlich naiv, weil sie die Hintertür und die bedrohlichen Zeitbomben in den oben erwähnten Textstellen übersieht, die offensichtlich werden, wenn man den Text nach seinen eigenen internen Auslegungskriterien aufmerksam untersucht.
Auch wenn im Zusammenhang mit einem „Weg der Unterscheidung“ die „Reue“ erwähnt wird (Relatio finalis, 85), bleibt der Text dennoch größtenteils zweideutig. Laut den mehrfach wiederholten Aussagen von Kardinal Kasper und gleichgesinnter Kirchenmänner, bezieht sich diese Reue auf die in der Vergangenheit gegen den Ehegatten der ersten, der gültigen Ehe, begangene Sünden, aber in keiner Weise auf das eheliche Zusammenleben mit dem neuen Partner, mit dem man standesamtlich verheiratet ist.
Zweideutig bleibt auch die in den Paragraphen 85 und 86 des Schlussberichts enthaltende Versicherung, dass diese Unterscheidung in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche und gemäß einem rechten Gewissenurteil erfolgen müsse. Kardinal Kasper und gleichgesinnte Kleriker haben wiederholt und mit Nachdruck versichert, dass die Zulassung der Geschiedenen und standesamtlich Wiederverheirateten zur Heiligen Kommunion das Dogma der Unauflöslichkeit und die Sakramentalität der Ehe nicht berühre. Sie haben aber auch erklärt, dass ein Gewissensurteil auch dann als korrekt anzuerkennen sei, wenn die wiederverheiratet Geschiedenen weiterhin auf eheliche Weise zusammenleben, ohne dass von ihnen ein Leben völliger Enthaltsamkeit, als Bruder und Schwester, verlangt wird.
Die Redakteure haben im Paragraph 85 des Schlussberichts zwar den berühmten Paragraphen 84 des Apostolischen Schreibens Familiaris Consortio von Papst Johannes Paul II. zitiert, doch den Text zensuriert, indem sie folgende entscheidende Formulierung weggelassen haben: „Das Sakrament der Eucharistie kann nur denen gewährt werden, die sich verpflichten, völlig enthaltsam zu leben, das heißt, sich der Akte zu enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind.“
Diese kirchliche Praxis gründet auf der schriftlichen und durch die Tradition überlieferten Göttlichen Offenbarung des Wortes Gottes. Sie ist Ausdruck einer seit den Aposteln ununterbrochenen Tradition, welche für alle Zeiten unveränderlich bleibt. Bereits der heilige Augustinus bekräftigte: „Wer die ehebrecherische Frau verstößt und eine andere Frau heiratet, obwohl die erste Frau noch lebt, befindet sich in einem ständigen Zustand des Ehebruchs. Er tut keine wirksame Buße, sollte er sich weigern, die neue Frau zu verlassen. Ist er Katechumene, so kann er nicht zur Taufe zugelassen werden, da sein Willen im Bösen verwurzelt bleibt. Wenn er ein (getaufter) Büßer ist, kann er nicht die (kirchliche) Versöhnung empfangen, solange er nicht sein böses Verhalten beendet“ (De adulterinis coniugiis 2,16). In der Tat stellt der im Paragraph 85 der Relatio finalis absichtlich zensurierte Teil der Lehre von Familiaris Consortio für jede gesunde Hermeneutik den wahren Interpretationsschlüssel zum Verständnis des Textabschnittes über die wiederverheirateten Geschiedenen dar (Nr. 84 –86).

Lesen Sie das vollständige Dokument hier

Quelle: http://www.katholisches.info

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Schlittenfahren und Spiele im Schnee



Schlittenfahren und Spiele im Schnee
Greben, 19.Jh. (Lithographie)
Privatsammlung/Photo Stern Pissarro Galery, Lomdon / The Bridgeman Art Library

An diesem späten Winternachmittag vergnügen sich Kinder, eingehüllt in dicke Mäntel, im Schnee. Schlittenfahren macht Spaß. Auf dem sanften Hang sind auch Stürze lustig. Mit roten Wangen und glänzenden Augen kommen sie dann nach Hause, wo sie das Abendessen in der Familie erwartet.
Betrachten wir das kleine Mädchen im Vordergrund und ihr junger Begleiter, der den Schlitten schiebt. Sie tragen eine Kleidung wie Erwachsene. Welch ein Gegensatz zu heute, wo sich Erwachsene, sogar im fortgeschrittenen Alter oft wie Jugendliche kleiden.
Unbeschwerte, fröhliche Kindheit in einer Zeit ohne Internet, Smartphone und Videospiele, die sich häufig als Ursache von Psychosen und Depressionen erweisen.

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt, Januar 2014


Samstag, 19. Dezember 2015

Mädchen mit Hunden


Mädchen mit Hunden (1893)
Charles Burton Barber (1845-1894) Lady Lever Art Gallery, National Museums Liverpool / The Bridgeman Art Library

Ein Mädchen trägt in ihrer Schürze zwei zappelnde Hündchen. Neben ihr steht mit
unruhigem Blick die besorgte Hündin. Wahrscheinlich kommt das Kind gerade aus dem Garten, den man durch die offene Tür sehen kann. Es will die Hündchen zum Spielen einem Erwachsenen, der im Salon sitzt, bringen.
Überfluss und Komfort herrschen in diesem Zimmer. Man sieht Bilder an der Wand, ein Palmenblatt ragt hervor, ein Tuch mit Quasten bedeckt die Anrichte und die Fauteuils scheinen sehr bequem zu sein.
Die kleine Prinzessin mit ihren Lackschuhen, dem weißen Kleid, ihren blauen Augen und dem kirschroten Mund sieht wie eine kostbare Porzellanfigur aus. Es ist so wichtig, die Glückseligkeit der Kindheit - Unschuld, Reinheit, Unbefangenheit zu bewahren.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Dezember 2010)

Mittwoch, 25. November 2015

Die Emanzipation der Ehegattin...

Die Emanzipation der Ehegattin...

Alle diese nun, die so den Glanz der ehelichen Treue und Keuschheit zu verdunkeln trachten, sind es auch, die als Lehrer des Irrtums den treuen und ehrenvollen Gehorsam der Frau gegen den Mann gern erschüttern möchten. Einige Verwegene gehen noch weiter und bezeichnen diesen Gehorsam als eine entwürdigende Versklavung des einen Eheteils durch den andern. Beide Gatten, sagen sie, besäßen völlig gleiche Rechte. Da diese Ebenbürtigkeit durch die Sklaverei des einen Teiles verletzt werde, so rühmen sie sich stolz, eine Befreiung der Frau vollzogen zu haben, oder fordern, daß sie in Bälde vollzogen werde. Je nachdem es sich bei dieser Befreiung um die Leitung der häuslichen Gemeinschaft oder die Vermögensverwaltung oder die Verhütung bzw. Tötung neuen Lebens handelt, unterscheiden sie eine dreifache Emanzipation: eine soziale, wirtschaftliche, physiologische. Die physiologische Emanzipation verstehen sie dahin, daß es der Frau völlig frei stehen soll, die mit dem Beruf der Gattin und Mutter verknüpften natürlichen Lasten von sich fernzuhalten (daß dies keine Befreiung, sondern ein ruchloser Frevel ist, haben Wir schon zur Genüge dargelegt). Die wirtschaftliche Emanzipation soll der Frau das Recht bringen, ohne Vorwissen und gegen den Willen des Mannes ihr eigenes Gewerbe zu haben, ihre Angelegenheiten und Geschäfte selbst zu betreiben, selbst die Verwaltung in Händen zu halten, gleichgültig, was dabei aus Kindern, Gatten und der ganzen Familie wird. Die soziale Emanzipation endlich will die Frau dem engen Kreis der häuslichen Pflichten und Sorgen für Kinder und Familie entheben, um sie freizumachen für ihre angeborenen Neigungen, damit sie sich anderen Berufen und Ämtern, auch solchen des öffentlichen Lebens widmen kann.

Aus der Enzyklika "Casti Connubii" von Pius XI., vom 31. Dezember 1930: