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Samstag, 15. August 2020

Aufnahme Mariens in den Himmel



Von 1577 bis 1579 malte El Grecco dieses Bild, das sich heute in Chicago befindet.
Maria steht auf einer Mondsichel (Off 12,1). In Orantenhaltung wird sie von Engeln in den Himmel geleitet. Über ihrem Kopf öffnet sich ein Lichtkanal, welcher von Puttenköpfen flankiert wird. Über diesem Altarbild befand sich wohl eine plastische Darstellung der Dreifaltigkeit. Die hl. Jungfrau ist auf Untersicht gemalt, d.h. nach unten ist ihr Körper vergrößert, bzw. verlängert. So wird ihre Fahrt nach oben auch perspektivisch unterstrichen.
Unten stehen die Apostel vor dem leeren Sarkophag. Einer schaut ratlos in das leere Grab, andere diskutieren zweifelnd miteinander, wieder andere schauen Maria nach. Im Vordergrund links ist ein Apostel als Rückenfigur gemalt. Er nimmt den Platz des Bildbetrachters ein. Überhaupt ist nicht auszuschließen, dass einige Apostel portraitierte Zeitgenossen von El Grecco sind.
Farblich dominieren bei den Engelgewändern und bei Maria die Primärfarben gelb, rot und blau. Bei den Apostelgewändern kommen die Erdfarben grün und braun hinzu.
Alois Epple

Quelle: Der Fels, Titelbild Juli-August 2019.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion: Hubert.Gindert@der–fels.de
© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.


Dienstag, 15. August 2017

Maria Himmelfahrt


Das Gedenken an den Tod Mariens und damit auch an die Himmelfahrt Mariens war in der Kirche immer vorhanden. Frühe Belege dafür finden sich schon im vierten Jahrhundert in Syrien und im fünften Jahrhundert in Jerusalem. Wir feiern heute den großen Frauentag mit Kräuterweihe jedes Jahr am 15. August. Die künstlerische Darstellung der Himmelfahrt finden wir zumeist auf Gemälden. Die Barockzeit um 1700 bot mit ihrer Gestaltung des Altarraums zu großen Schaubühnen auch die Möglichkeit, ganze Gruppen von Statuen in den Hochaltar zu stellen. Dies ist in der Klosterkirche der Benediktiner in Rohr in Niederbayern in hervorragender Weise gelungen. Der Architekt und Bildhauer Egid Quirin Asam (1692-1750) zeigt dort wie die Muttergottes von Engeln getragen in den himmlischen Bereich empor schwebt. Die Muttergottesstatue ist das Zentrum des Hochaltars und das Zentrum der Kirche. Im unteren Teil des Hochaltars umstehen die staunenden Apostel das leere Grab. Die schwebenden Madonna ist das Glanzstück künstlerischer und technischer Leistung. „Das Kleid ist das einer Fürstin. Ihr fein geschwungener Körper, die Grazie der Bewegung, die feinen Hände, die Lieblichkeit des Gesichtes verraten königlichen Adel“ (Hausenstein). Ganz oben im Altar thront der Dreifaltige Gott — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott-Vater und Gott-Sohn halten zusammen die Krone bereit, mit der sie die Muttergottes zur Königin des Himmels krönen werden. Die indirekte Beleuchtung und die Farben Gold und Braun verstärken die festliche Atmosphäre.
Der Glanz dieser Barock-Kirche lässt den Betrachter ahnen, wie viel schöner der Himmel über den Wolken sein muss. Papst Pius XII. hat 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma bekräftigt, was in der Kirche schon immer geglaubt wurde. (Eduard Werner)

(Titelbild DER FELS August/September 2016)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de