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Donnerstag, 25. Juni 2020

Beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen von Maßnahmen gegen Coronavirus

Vor geschlossenen Kirchentüren


und die Verantwortung des Vatikans bei seiner Vollendung

von José Antonio Ureta
Der Vatikan stimmte der Schließung der Kirchen zu und trug dazu bei, das Klima der Panik angesichts der Coronavirus-Epidemie zu erhöhen. Und mit seinen wiederholten Forderungen nach integraler Ökologie und einem neuen Modell der Globalisierung unterstützt Papst Franziskus zusätzlich zur geistlichen Förderung der sogenannten „Volksbewegungen“ Lateinamerikas das größte sozialwissenschaftliche und ideologische Umwandlungsmanöver der Geschichte. Dies sind die Hauptanschuldigungen an die oberste Führung der katholischen Kirche in einer dokumentierten Studie, die kürzlich vom Instituto Plinio Corrêa de Oliveira [1] auf dessen Website veröffentlicht wurde.
Darin wird der Vatikan stigmatisiert, weil er dazu beigetragen hat, die Panik zu verstärken, die den Grundstein für die Zwangsversperrung gelegt hat, die für die daraus resultierende schwere wirtschaftliche und soziale Krise verantwortlich ist. Die vatikanischen Behörden und die italienische Hierarchie gingen über die Anforderungen der Zivilbehörden bei der Anwendung der restriktiven Maßnahmen hinaus. Der Entzug der Sakramente und des geistigen Trostes durch das Gebet im Inneren einer Kirche könnte die Angst angesichts der Epidemie nur verstärken und indirekt Panik auslösen, heißt es in dem Institutsdokument, das noch vor der himmelschreienden Unterstützung veröffentlicht wurde, die Papst Franziskus dem italienischen Premierminister entgegen brachte, in kompletter Uneinigkeit zur Haltung der italienischen Bischöfe.
Das Institut, das Teil der Bewegung Tradition Familie Privateigentum ist, behauptet, dass die Hauptnutznießer der Krise, auf Grund der in Wuhan ausgelösten Pandemie, das kommunistische Regime in China, die radikalen Ökologen, die Befürworter der Weltregierung und die Sektoren der Ultralinken sind. Für diese vier Akteure, die eine „neue Welt“ nach ihren ideologischen Prinzipien modellieren wollen, hat sich ein Zeitfenster geöffnet.
Nach Angaben der Organisation verursachte die Panik in Europa und anderswo eine unterwürfige Haltung der Bevölkerung angesichts der strengen Freiheitsbeschränkungen, die die Behörden fast 2/3 der Weltbevölkerung auferlegt haben, sowie, laut Umfragen, einer voreiligen Akzeptanz der staatlichen Kontrollpläne erreicht durch Telefon-Apps als Bedingung, aus der „Große Quarantäne“ herauszukommen, wie sie der IWF-Direktor  nannte.
„Wie ist es möglich zu verstehen - fragt das Dokument -, dass die Massen des Westens, die bis vor drei Monaten von den Werten Emanzipation, Autonomie und Individualismus betrunken waren, die die Perspektive einer Kontrolle ihres Lebens im chinesischen Stil akzeptieren, mit der Passivität von Lämmern, die zum Schlachthaus geführt werden?“ Ihre natürliche Reaktion hätte die des französischen agnostischen Philosophen André Conte-Sponville sein müssen: „Ich ziehe es vor, Covid-19 in einem freien Land zu haben, als in einem totalitären Staat davon verschont zu bleiben!“
Im Gegenteil, die Umfragen zeigen eine Zunahme an Popularität der Regierungen, die Beschränkungen auferlegt haben, die die Kontrolle der Menschen zu verstärken planen und im Gegenzug anbieten, die öffentlichen Mittel für staatliche Beihilfen zu öffnen.
Laut dem Instituto Plinio Côrrea de Oliveira handelt es sich um eine planetarische Version des Stockholmer Syndroms, in dem das Opfer einer Entführung eine Beziehung der Komplizenschaft und der starken emotionalen Bindung zu seinem Entführer entwickelt. Ein psychologisches Phänomen, das möglicherweise von einer kollektiven außernatürlichen Heimsuchung im Stil wie sie Msgr. Léon Cristiani in seinem Buch Die Gegenwart Satans in der modernen Welt beschreibt.
In seinem natürlichen Aspekt scheint diese beispiellose Operation der mentalen Manipulation im Weltmaßstab der Taktik zu gehorchen, die Plinio Corrêa de Oliveira vor mehr als einem halben Jahrhundert in seinem Aufsatz Unbemerkte Ideologische Umwandlung und Dialog [Bild oben] und insbesondere in der Verwendung des Binoms „Angst-Sympathie“ angeprangert hat.
Wenn wir die Lehren des brasilianischen Intellektuellen auf die derzeitige ideologische Umwandlungsoperation anwenden, hätten wir auf der einen Seite die Angst vor Covid-19 und auf der anderen das sympathische und romantische Bestreben, zu einer Welt zurückzukehren, die „respektvoller mit der Natur umgeht“, die „offener“ und „solidarischer“ ist, in der die „bürgerlichen“ Luxusstandards der Industriegesellschaften der von den „Grünen“ gepriesenen Einfachheit und Genügsamkeit des Lebens weichen würden.
In seiner letzten Phase sollte die ideologisch gewandelte Bevölkerung sich nicht nur mit dem wirtschaftlichen „Rückgang“ abfinden, als wäre dies ein Verhängnis, sondern eine tiefe Akzeptanz, eines neuen Lebensstils als spirituelle Verbesserung betrachten. In diesem Zusammenhang wird die Stimme von Papst Franziskus zu einem wertvollen Verbündeten für den Erfolg der Operation, mit Aussagen im Stil „Ich weiß nicht, ob diese [Katastrophen wie das Coronavirus] Rache der Natur sind, aber sie sind sicherlich Reaktionen der Natur“ oder „Ich glaube, wir müssen unser Produktions- und Verbrauchstempo reduzieren“, sowie seine Forderungen nach einer „integralen ökologischen Bekehrung“ und die Unterstützung von Bewegungen wie die von Greta Thunberg.
Gleiches gilt für den Beitrag des Vatikans zur Agenda derer, die die Coronavirus-Krise nutzen wollen, um das Herankommen der Weltregierung voranzutreiben. Das Dokument des Plinio Corrêa de Oliveira-Instituts transkribiert eine Erklärung von Jacques Attali, Berater aller französischen Präsidenten der letzten 40 Jahre aus dem Jahr 2009, in dem Sinne, dass „sich die Menschheit nur dann signifikant entwickelt, wenn sie wirklich von Angst befallen ist“, deshalb trügen Epidemien dazu bei, „viel schneller“ den Grundstein für eine „echte Weltregierung“ zu legen. Mit anderen Worten, was Gordon Brown zuvor vorgeschlagen hat: eine vorübergehende Form globaler Regierung, um den gegenwärtigen Zwillingskrisen zu begegnen — der medizinischen und der wirtschaftlichen.
Etwas gemäßigter ist eine gemeinsame Erklärung der Päpstlichen Akademien der Wissenschaften und Sozialwissenschaften, deren Hauptanimator Bischof Marcelo Sánchez Sorondo ist, ein Argentinier, der dem Papst sehr nahe steht: „Globale Probleme wie Pandemien oder die weniger sichtbaren Krisen des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt erfordern kooperative Antworten“. Und die Erklärung besteht darauf, dass „globale Krisen kollektives Handeln verlangen“.
Die großen Befürworter einer neuen Weltordnung unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen hätten keine Schwierigkeiten, diese Erklärung der beiden Vatikanischen Akademien zu unterschreiben, die kein einziges Mal den Namen Gottes erwähnt!
„Ich möchte Dir sagen, dass ich immer zur Verfügung stehe, um Hand mit anzulegen. Verlass Dich auf mich“, war die beunruhigende handschriftliche Botschaft von Papst Franziskus an einen der italienischen Führer der Ultralinken, Luca Casarini. Fast gleichzeitig wurde am Ostertag ein Brief des Papstes an die sogenannten sozialen Volksbewegungen veröffentlicht, in dem er erklärte, dass „vielleicht die Zeit gekommen ist, an ein welteinheitliches Gehalt zu denken“. Diese Erklärung, eine Leuchtturmidee der radikalen Linken, wurde begeistert begrüßt von Pablo Iglesias, dem Vorsitzenden der ultralinken Partei „Podemos“ und Regierungs-Vizepräsidenten von Spanien. Er schlug vor, das Coronavirus zu nutzen, um alle Strom- und Kommunikationsunternehmen, Hotels und Privatkliniken zu verstaatlichen.
Papst Franziskus fügte hinzu und sprach Bewegungen an, die Klassenkampf und illegale Invasionen von Ländereien und städtischen Immobilien predigen: „Wenn der Kampf gegen Covid ein Krieg ist, seid Ihr eine wahrhaft unsichtbare Armee, die in den gefährlichsten Gräben kämpft.“
Seinerseits erklärte Kardinal Turkson (Bild rechts), Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, in einer Sprache, die der der Grünen und der alternativen Linken nahe kommt, als er die Einrichtung eines Arbeitsteams zur Vorbereitung des Post-Coronavirus ankündigte: „Das Bewohnen der Erde als gemeinsames Haus erfordert viel mehr: Es erfordert Solidarität beim Zugang zu den Gütern der Schöpfung als ,Gemeingut‘ und Solidarität bei der Anwendung von Früchten der wissenschaftlichen Forschung und Technologie, um unser ,Haus‘ für alle gesünder und lebenswerter zu machen.“
Den westlichen Regierungen wird vorgeworfen, den Grundstein für dieses größte sozialwissenschaftliche und ideologische Umwandlungsmanöver gelegt zu haben, indem sie drastische Einschränkungsentscheidungen mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Kosten getroffen hätten, auf der Basis von mathematischen Modellen, die auf unsicheren Daten aufgebaut wurden. Tatsächlich wird der plötzliche Stillstand der wirtschaftlichen Aktivitäten zu einer „Tragödie biblischen Ausmaßes“ führen, wie Mario Draghi, ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank, in einem Artikel in der Financial Times vorausgesagt hat.
Einer der nicht erwähnten Aspekte, dieser Tragödie, ist die Auswirkung der wirtschaftlichen Lähmung auf die extreme Armut in den weniger entwickelten Gebieten des Planeten, in denen eine Zunahme um eine halbe Milliarde Einwohner stattfinden wird, was die in den letzten drei Jahrzehnten erzielten Fortschritte zunichte machen wird. David Beasly, WFP-Exekutivdirektor, rief in einem Interview mit The Guardian aus: „Mein Gott! Das ist ein perfekter Sturm. Wir schauen auf eine Ausweitung der Hungersnot in biblischen Dimensionen.“
Schätzungen zufolge sind in den ersten Monaten des Jahres 2020 täglich 30.800 Menschen in extremer Armut an Hunger gestorben. Wenn sich die extreme Armut verdoppelt, wird sich die Zahl der Hungeropfer zwangsläufig verdoppeln. Das heißt, 60 Tausend unterernährte Menschen würden täglich sterben. Diese 30 Tausend zusätzlichen täglichen Todesfälle sind fast fünfmal so hoch wie die Opfer von Covid-19 am schlimmsten Tag der Pandemie, dem 5. April, als 6.367 Todesfälle registriert wurden.
Ein weiterer Unsinn war die Empfehlung der WHO, vorübergehende massive Impfkampagnen auszusetzen, um die Verbreitung von Sars-Cov-2 durch den zustande kommenden sozialen Kontakt zu verhindern. Das Ergebnis wird sein, dass Millionen von Kindern Polio-Impfstoffe, Masern, Papillome, Gelbfieber, Cholera und Meningitis entzogen werden. Dies wird dazu führen, dass diese ansteckenden Krankheiten mit ihren Folgen von körperlichen Behinderungen und Todesfällen unkontrolliert bleiben.
Ein beträchtlicher Teil dieser Mängel und Todesfälle wäre vermieden worden - behaupten die Schüler von Plinio Corrêa de Oliveira -, wenn die Behörden nicht ausschließlich auf die Ayatollahs der WHO und die Posaunen der Medien gehört hätten, sondern auf die Meinung anderer Experten, die Maßnahmen der „vertikalen“ oder „intelligenten“ Einschränkung vorgeschlagen haben, d.h. Schutz der gefährdeten Bevölkerung (ältere Menschen und Personen mit schweren Krankheiten) und Eingrenzung der mit dem Virus infizierten Personen, nachdem Tausende von Tests durchgeführt wurden. Wie das Wall Street Journal sagte, „keine Gesellschaft kann die öffentliche Gesundheit auf Kosten der wirtschaftlichen Gesundheit für lange Zeit aufrechterhalten.“
Noch weniger kann eine Gesellschaft die öffentliche Gesundheit auf Kosten der geistigen Gesundheit aufrechterhalten, die bereits von religiösen Autoritäten so geschwächt wurde.
________________
Anmerkungen
Der Autor ist Mitarbeiter der Zeitschrift Catlicismo. Dieser Artikel erschien erstmals im Original (auf Englisch) im Blog des Vatikanisten Edward Pentin:
https://edwardpentin.co.uk/analysis-of-the-unwanted-effects-of-anti-coronavirus-measures/, und aus dem Englischen übersetzt von Hélio Dias Viana.
[1] Der vollständige Artikel (deutsche Version) steht auf folgenden Link zur Verfügung:

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
http://www.abim.inf.br/consequencias-voluntarias-e-involuntarias-das-medidas-anticoronavirus/
vom 6. Mai 2020
Korrekturlesung: Renato Vasconcelos
© Nachdruck dieser deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Freitag, 15. November 2019

Die Vorbereitung der Pan-Amazonas-Synode kommt von weit her:




Ein Brasilianer sah sie, hat sie vorausgesagt und gewarnt!

von Marcos Machado
Die Pan-Amazonas-Synode steht auf der Tagesordnung.
Was jedoch nur wenige wissen, ist, dass ihre Vorbereitung von weit her kommt. Mit der Sedisvakanz 1978, durch den Tod von Papst Johannes Paul I., und ein paar Tage vor dem Konklave (das Johannes Paul II. wählen würde) schrieb Plinio Corrêa de Oliveira einen Artikel in der Folha de São Paulo, in der Form eines Briefes an den noch unbekannten Papst.
Und wieder einmal sah ein Brasilianer weit voraus und gab einen warnenden Ruf! Wurde aber nicht gehört.
Was war das Thema des Briefartikels von 1978? Zu jedermanns Überraschung war das Thema zur damaligen Zeit die Forderungen von 52 Missionaren der Diözesen und Prälaturen Amazoniens, die die progressistische Neomissiologie und die Forderung der Souveränität der indigenen Völker vorwegnahmen, die nun in der Pan-Amazonas- Synode wiedergeboren wurden. Der Brief besagte:
»… Heiliger Vater, beseitigen Sie die Gefahr, die die Einheit Brasiliens auf dem Spiel setzt.
„In der zweiten Januarhälfte (1978) veröffentlichten 52 Missionare aus 14 Prälaturen und Diözesen Amazoniens, die sich in Manaus trafen, eine ausführliche Erklärung über die katastrophale Situation, in der sich viele indigene Völker der Region befinden, die ihrer Länder und Kulturen beraubt wurden, vor allem durch die Gier mächtiger Großgrundbesitzer.“ Dieses Zitat stammt aus dem „Osservatore Romano“ (19. Februar, wöchentliche Ausgabe in Portugiesisch).«
Das inoffizielle Organ des Vatikans fährt fort:
»Das monatliche Kommuniqué der CNBB (Brasilianische Bischofskonferenz) veröffentlichte in seiner Januar-Ausgabe die vollständige Erklärung sowie die Schlussfolgerungen des Kurses (über indigene Probleme, an dem diese Missionare teilgenommen haben), aus dem ich folgenden Titel hervorhebe: „Selbstbestimmung“: „Die indigenen Gruppen haben das Recht auf Selbstbestimmung, das bereits in vielen von Brasilien unterzeichneten internationalen Erklärungen verankert ist, und ihre Mitglieder haben das Recht, als verantwortliche Personen anerkannt zu werden. Wir erkennen an, dass der Indianer sein besonderes Personenrecht hat, das schon vor unserer Rechtsordnung existierte. Wir übernehmen die Entscheidung, die der Indianer in unserem Kurs getroffen hat: „Für die Selbstbestimmung kämpfen, selbst wenn wir uns Verhaftungen und Massakern aussetzen, werden wir die Selbstbestimmung der indigenen Völker erreichen“.«
Selbstbestimmung, Autonomie oder Souveränität?
»Ich bin in keiner Weise auf indigene und missionarische Angelegenheiten spezialisiert. Ich weiß daher nicht, ob das Wort „Selbstbestimmung“ in der spezifischen Terminologie der Materie eine besondere Bedeutung hat.«
»In der heutigen Sprache - meiner, der von den Lesern des Osservatore wie der Folha de São Paulo – bedeutet es das Recht einer Nation über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Es ist identisch mit Souveränität. Es kann im engeren Sinne auch die Autonomie einer ethnischen, regionalen oder kulturellen Gruppe in Bezug auf das politische Ganze bedeuten, in das sie eingebettet ist.«
»Man könnte also von – natürlich begrenzten – „Selbstbestimmung“ von Staaten oder Provinzen innerhalb eines Bundes oder sogar von Gemeinden innerhalb des Staates oder der Provinz sprechen.«
»Die Frage stellt sich also sofort: was verstehen die Missionare der Erklärung unter „Selbstbestimmung“? Verlangen sie Autonomie für die indigenen Gruppen? Oder gehen sie so weit, ihre Souveränität zu verlangen?«
»Wie wir gesehen haben, weist die Erklärung auf das „Recht auf Selbstbestimmung, das bereits in so vielen von Brasilien unterzeichneten internationalen Erklärungen verankert ist“ hin. Der Verweis auf „internationale Erklärungen“ lässt uns mehr an Souveränität denken, da es in diesen Erklärungen im Grunde um Souveränität geht.»
Eine indigene Demokratie zwischen den Stämmen.
Wir sind dem nicht so weit entfernt wie 1978
»Sie (die Missionare) verlangen, dass die Indianer am Rande des brasilianischen Repräsentationsregimes ein ganz eigenes System mit „regionalen, nationalen indigenen Stammesversammlungen und mit Teilnahme an internationalen Treffen“ bilden. Das heißt, eine Art intertribale indigene Demokratie, in der der nicht-indigene Brasilianer nicht vertreten ist.«
»Gemäß der Erklärung wird innerhalb jedes indigenen Stammes die Macht vom Stamm selbst ausgehen. Sie wird nicht weltlich sein (wie es leider der brasilianische Staat ist), sondern religiös-fetischistisch. Denn „im Rahmen der Selbstbestimmung“ will die Erklärung „die Autorität indigener Häuptlinge, Schamanen und anderer religiöser Führer, die Ältesten, in ihren sozialen und familiären Vorstellungen anerkennen“.«
»Das heißt, jeder Stamm wäre eine mehr oder weniger monarchische oder demokratische Einheit mit ausgeprägten theokratischen Aspekten.«
Missionare wären Pioniere beim Brechen…
»Insbesondere, um die Selbstbestimmung zu gewährleisten, fordert die Erklärung, „dass die Missionen die ersten sein müssen, die in der Praxis mit dem Vormundschaftsregime brechen, das die Indianer unterworfen hat“.«
»Das Merkwürdigste ist, dass die Missionare, die das „Vormundschaftsregime“ verurteilen, „eine besondere Vormundschaft“ fordern. Nicht von der Exekutive, gegen die sie sich aufgebracht und aggressiv zeigen, sondern von der Legislative, die einen ständigen „indianischen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss“ haben sollte, um das Präsidentenamt der Republik zu „beaufsichtigen“. Ein Privileg, das keine andere Klasse oder Branche von Brasilianern hat.«
Wir fügen 2019 hinzu und fragen: unterscheidet sich diese „besondere Vormundschaft“ stark von der Werbe- und Medienreise von Häuptling Raoni nach Europa und in den Vatikan? Unterscheidet sie sich stark von den Bedrohungen der nationalen Souveränität, die von linken Präsidenten in Europa ausgeht?
Unter der Aufsicht der UNO...
»Und wieder kommen wir zur Selbstbestimmung. Denn die Indianer würden in Brasilien eine privilegierte Körperschaft bilden, eine zumindest halb ausländische, deren Lage besser wäre als die aller Brasilianer.«
»Die Vernachlässigung der Bindung mit Brasilien zeigt sich in dieser Behauptung: „Internationale Organisationen wie die UN-Menschenrechtskommission sollen regelmäßig über Verbrechen an indigenen Völkern informiert werden.“ Das bedeutet, dass die UNO als ein riesiger internationaler Untersuchungsausschuss fungieren würde, der permanent den Untersuchungsausschuss der brasilianischen Legislative überwacht, der wiederum die Exekutive überwachen würde“.«
* * *
Wird die Pan-Amazonas-Synode diese Richtung einschlagen? Warum akzeptiert diese Synode die Zusammenarbeit der brasilianischen Regierung nicht? Schließlich sind wir die größte katholische Nation der Erde, die dem Vatikan die Summe ihrer Bemühungen um die Zivilisation, Bildung und Evangelisierung unserer Indianer bietet.
Unsere Indianer haben Seelen, unsere Indianer haben eine Aufgabe gegenüber Gott dem Schöpfer, um für die Größe Brasiliens beizutragen. Wir, Weiße, Indianer und Schwarze waren brüderlich bei der Befreiung von Pernambuco aus dem niederländischen Joch vereint.
Mögen Christus der Erlöser und Unsere Liebe Frau von Aparecida uns in diesem riesigen und herrlichen Epos helfen.


Übersetzung aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google-Übersetzer in
https://ipco.org.br/a-gestacao-do-sinodo-pan-amazonico-vem-de-longe-um-brasileiro-viu-previu-alertou/
vom 15. September 2019

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Freitag, 13. September 2019

Vor 42 Jahren prophezeite Plino Corrêa dde Oliveira die Ziele der Amazonas-Synode


Eine tribalistische, kommunistische
Auffassung der Missionen

Im Nachwort zu Revolution und Gegenrevolution machte Plinio Corrêa de Oliveira 1977 auf die Entstehung neuer „tribalistischer“ Strömungen im Schoß der katholischen Kirche aufmerksam.
Erste Ausgabe des prophetischen Buches
über den Indigenen Tribalismus 1977. 
Diese „wollen die edle, knöcherne Strenge der kirchlichen Struktur, wie es von unserem Herrn Jesus Christus eingesetzt und in zwanzig Jahrhunderten religiösen Lebens herrlich ausgeformt wurde, in ein knorpliges, weiches, formloses Gewebe von Diözesen und Pfarreien ohne Territorium und von religiösen Gruppierungen verwandeln, in denen die kanonische Autorität nach und nach durch den Aufstieg mehr oder weniger pfingstlerischer ‚Propheten‘ ersetzt wird, die viel mit den Medizinmännern des Strukturalismus gemein haben, mit denen sie letztendlich wohl auch verwechselt werden dürften.“ [1]
Noch im selben Jahr untersuchte der brasilianische Denker in seinem Buch Indigener-Tribalismus, das kommunistisch-missionarische Ideal für Brasilien im 21. Jahrhunderts [2] 36 von der progressistischen Missiologie herausgegebene Schriften und wies auf ihr Vordringen in der kirchlichen Struktur hin.
Durch eine völlige Umkehrung der herkömmlichen katholischen Auffassung, wonach es bei der christlichen Missionsarbeit darum geht, mit dem Glauben auch die Kultur zu verbreiten, sah die neue Missionsströmung im Tribalismus die Möglichkeit, auf Erden ein utopisches „Reich Gottes“ zu errichten. Dieser Tribalisierungsprozess erscheint als eine natürliche Folge der von der progressistischen Theologie verkündeten Zerstörung der christlichen Zivilisation. Tatsächlich aber behauptet der heilige Pius X., dass es außerhalb des Christentums keine wahre Zivilisation geben kann. Damit kommt die Leugnung der zivilisatorischen Sendung der Kirche zwangsläufig einer Rückkehr zum Stammesleben der Wilden gleich.
„Es muss hier wiederholt werden“, schrieb Prof. Oliveira, „dass das größte Problem dieser Schwärmerei weder bei den Missionaren selbst noch bei den Indianern liegt. Die Frage ist, wie sich eine solche Philosophie ungestraft in die heilige katholische Kirche einschleichen konnte, um daselbst Seminare zu vergiften und Missionen ihres eigentlichen Charakters berauben. Und das alles mit so starker kirchlicher Rückendeckung.“ [3]
Als zwei Jahre später in Nikaragua der „Sandinismus“ an die Macht kam, schien für die „Befreiungstheologie“ die Stunde des Sieges geschlagen zu haben. „Die Liberationisten“, erinnert sich Kardinal López Trujillo, „machten aus Nikaragua ein Zentrum für politische Experimente, die sie mit Engagement und Begeisterung unterstützten. (...) Der triumphierende Sandinismus wurde zur Lanzenspitze der Volkskirche ...“ [4]. In Brasilien waren es die von Kardinal Paulo Evaristo Arns, dem  Erzbischof von São Paulo, in Schutz genommenen Patres Leonardo Boff und Clodovis Boff, der eine aus dem Franziskaner-, der andere aus dem Serviten-Orden, die sich als die führenden Publizisten der Befreiungstheologie hervortaten.
Kardinal Arns auf dem „Sandinisten-Abend“
Ende Februar 1980 fand in einem Vorstadtviertel von São Paulo ein von der „Ökumenischen Vereinigung von Theologen aus der Dritten Welt“ organisierter internationaler Theologiekongress statt, bei dem Befreiungstheologen aus 42 Ländern, alles „engagierte“ Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, zusammenkamen. Kardinal Arns wurde zum Ehrenpräsidenten des der Ekklesiologie der Basisgemeinden gewidmeten Kongresses ernannt.
Die Abschlussveranstaltung wurde geprägt von einem offenen Bekenntnis zur sandinistischen Revolution in Nikaragua und das Land selbst wurde in den „theologischen Ort“ [5] der „Befreiungstheologie“ verwandelt. Diese Veranstaltung zu Ehren des Sandinismus fand im Theater der Katholischen Universität von São Paulo unter Teilnahme des „Kommandanten“ Daniel Ortega, des damaligen Präsidenten von Nikaragua, von Pater Miguel d’Escoto, des „Revolutionskaplans“ Uriel Molina und von Frei Betto, einem bekannten, wegen seiner Komplizenschaft mit den Terroristen verurteilten Dominikaner, statt.
Bilder aus der Sandinisten Versammlung in der Katholischen Universität von São Paulo
zeigen den Moment, in dem Bischof Casaldáliga eine Sandinisten-Guerrillaveste geschenkt
bekommt und sie sofort überzieht. 
Die Stimmung nahm fast surrealistische Formen an, als Bischof Casaldáliga in der von der Delegation aus Nikaragua offerierten Uniform eines sandinistischen Guerillero ausrief: „Gekleidet wie ein Guerillero fühle ich mich, als hätte ich die priesterlichen Gewänder angelegt.“ Und unter Beifall fügte er dann feierlich hinzu, dass er sich bemühen werde, dieses „Sakrament der Befreiung“ mit „Taten und, wenn nötig, mit seinem Blut“ zu ehren. (s.Bild)
CATOLICISMO Jul-Aug 1980
Die TFP gab daraufhin eine Sondernummer des Catolicismo mit einer Reportage über diese „sandinistische Nacht“ und einer Verurteilung der kommunistischen Unterwanderung katholischer Kreise heraus. Neben einem kompletten, illustrierten Bericht über die Ereignisse wurden auch die gehaltenen Reden in vollem Wortlaut und mit einer einführenden Analyse und weit blickenden Kommentaren aus der Feder von Plinio Corrêa de Oliveira wiedergegeben.[6]

Anmerkungen


[1] Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Revolução e Contra-Revolução, a.a.O., S. 73.
[2] Vgl. Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Tribalismo indígena, ideal comuno-missionário para o Brasil do século XXI, Editora Vera Cruz, São Paulo 1977. Werbe-Karawanen besuchten 2963 Städte und vertrieben dort rund 76.000 Exemplare des Buches, von dem nacheinander sieben Auflagen gedruckt wurden. Zur modernisierten Missiologie vgl. auch das Essay von P. M. PARADOWSKI über „El marxismo en la teología de misiones“ in seinem bereits angeführten Buch El marxismo en la teología sowie vom selben Verfasser „Tribalismo y pastoral misionera“, in Verbo Nr. 185-186 (Mai-Juni 1980), S. 567-578.
[3] Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Tribalismo indígena..., a.a.O., S. 48.
[4] A. LOPEZ TRUJILLO, „La Teología de la Liberación: datos para su historia“, in Sillar Nr. 117 (Januar-März 1985), S. 33.
[5] Javier URCELAY ALONSO, „Sandinismo en Nicaragua: una revolución liberadora?“, in Verbo Nr. 256-260 (Oktober-Dezember 1987), S. 1171-1192. Vgl. auch Nicaragua. Les contradictions du sandinisme, P. VAYSSIÈRE, Presses du CNRS, Paris 1988.
[6] Vgl. Catolicismo Nr. 355 (Juli-August 1980).



Quelle: Roberto de Mattei: „Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts: Plinio Corrêa de Oliveira“. TFP-Büro Deutschland und DVCK e.V., Frankfurt, 2004, Kapitel V, Abschnitt 17, SS 198-200.

Mittwoch, 7. August 2019

Die Pan-Amazonische Synode: Ein entscheidender Schritt der Metamorphose des Kommunismus?



Luis Dufaur (*)
Bestimmte Vorschläge der radikalen Umweltschutzbewegung - vor denen wir in unserem Blog gewarnt haben - sind so überspannt, dass wir verstehen, dass viele vernünftige Menschen sie für Gedanken von Verrückten halten, die keine Zukunft haben.
Viele Vorschläge - theologische oder nicht -, die aus Anlass der bevorstehenden pan-amazonische Synode gemischt werden, fallen in diese Kategorie.
Brasilien und acht Nachbarländer mit einer Fläche von acht Millionen Quadratkilometern aufzulösen, um dort, wie die präsynodalen offiziellen Dokumente postulieren, ein ökologisches, kulturelles und religiöses Gebiet zu errichten, das vom Primitivismus der letzten, winzigsten und dekadentesten noch bestehenden Indianerstämme inspiriert ist, klingt wie ein Alptraum.
Auf jeden Fall ist es keine Neuigkeit.
Dieser Wahnsinnstraum war bereits schon vorhanden in den Utopien des Kommunismus und des anarchischen Sozialismus.
Ihnen zufolge sollte der Mensch so leben wie Jean-Jacques Rousseaus „Bon Sauvage“, der nackt in der Natur herumspringt.
Trotz des wiederholten Scheiterns der „Erfahrungen“ verließ diese im Wesentlichen antichristliche Fantasie nie die innersten geheimen Höhlen des Kommunismus.
Hippie-Kinder rauchen Gras in einer anarchistischen Gemeinde der 60er-70er Jahre in Kalifornien.

Der Traum vom freien Leben des Menschen wie ein Tier inspirierte den Weg zum Stammesleben. Er war auch gegenwärtig in der vom Kommunismus infiltrierten und von der Befreiungstheologie geleiteten Kirche.
Jedoch in der gescheiterten Sowjetunion und in den Sakristeien, die diese libertäre Theologie verehrten, wurde es offensichtlich, dass Brasilien, Lateinamerika und die Welt im Allgemeinen diesen Wahnvorstellungen nicht folgen würden.
Sie brauchten also andere Kleidungsstücke und andere Farben, je trügerischer, desto besser.
So verspürten der rote Kommunismus und sein libertärer theologischer „Wegbegleiter“ das dringende Bedürfnis, sich zu verwandeln.
Das heißt, eine Phase zu durchlaufen, in der sie sich anscheinend von den Gruppen trennten, die sie früher benutzten um sich zu verbreiten und zu existieren.
Es war die Zeit des „Absterbens des Kommunismus“ mit dem Niedergang der UdSSR und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Eine Zeit, als im religiösen Umfeld die eher schwache Verurteilung der Befreiungstheologie öfters wiederholt wurde.
In beiden Fällen feierte die Welt mit Erleichterung das Ende dieser Alpträume. Doch die Reinigung des gemeinsamen Hauses vom Spuk dieser Fehler wurde nie durchgeführt.
Patrick Moore: „Sie sind umgezogen zur Umweltbewegung und haben ihren Neomarxismus mitgebracht.“
Dieser verbreitete sich diffus und schwebte wie ein Geist, eine Geistesstimmung, die auf dem Moment wartete, um sich wieder herabzulassen.
Und sie würde sich auf einer Person oder einer Bewegung niederlassen, die die anästhesierten Menschen geschickt in die alte libertäre Utopie von Rousseau, Marx oder der Befreiungstheologie führen würde.
Wenn das erreicht war, würde die rote Bewegung ein Land oder mehrere übernehmen und wiedergeboren werden, als ob es nichts gewesen wäre.
Mit raffinierter List begann dieser Geist die „grüne“ Bewegung zu besetzen. So präsentierte sich die Ökologie als die ideale Inkarnation des alten kommunistischen Geistes, der es nicht wagte, seinen Namen auszusprechen.
Wir könnten viele Zeugnisse anführen.
Wie Patrick Moore, Mitbegründer von Greenpeace, der größten planetarischen Umwelt-NGO, der verblüfft die Organisation verließ, weil er festgestellt hatte, dass sie von ehemaligen kommunistisch-anarchistischen Kämpfern der alten sowjetischen Organisationen infiltriert und dominiert worden war und auf die revolutionären Ziele der Vergangenheit hinarbeitete.
Oder Lord Lawson of Blaby, früherer britische Energieminister: „Die Linke war durch das offensichtliche Scheitern des Sozialismus und noch mehr des Kommunismus, so wie er eingesetzt wurde, stark desorientiert. Infolgedessen mussten sie einen anderen Weg finden, um ihren Antikapitalismus zu kanalisieren.“
Im Umfeld der theologischen Subversion gibt es unzählige Beispiele.
Es genügt, den ehemaligen Franziskaner-Bruder Leonardo Boff zu erwähnen, den einstigen Vorboten der Theologie der Befreiung der „Armen“, die im Zustand des Klassenkampfes gegen die „reichen“ Unterdrücker standen.
Der ex-franziskaner-Bruder Leonardo Boff ist
von der Befreiungstheologie der unterdrückten
„Armen“ zur Befreiungstheologie des
„unterdrückten“ Landes durch den
Menschen übergegangen!
Jetzt, recycelt, predigt er eine Theologie der Erde, um die „Gaia“ (Mutter Erde) oder den Planeten von der Unterdrückung durch den Menschen zu befreien.
Und obwohl er seit Jahren den Katholizismus verlassen hat, war er Verfasser der Öko-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, die die Lehrgrundlage der Pan-Amazonischen Synode liefert.
Wir stehen also vor einer klugen Metamorphose, die andere große revolutionäre Bewegungen — unter anderen Bedingungen —, ebenfalls durchlaufen haben, weil sie nicht in der Lage waren voranzuschreiten, indem sie ihr wahres Gesicht zeigten.
Tatsächlich erkannte Professor Plinio Corrêa de Oliveira bereits 1977, dass diese Metamorphose eintreten würde, und denunzierte sie in seinem Buch „Indigener Tribalismus, das kommunistisch-missionarische Ideal für Brasilien im 21. Jahrhundert“.
Ein Buch, das von verschiedensten Quellen ohne zu zögern, „prophetisch“ genannt wird.
Der Neomarxismus deckte die Gier nach einem Stammes-, egalitären, kommunistischen, indigenen Leben ab. Er gab trotz der Misserfolge nicht auf und versucht es jetzt mit der Pan-amazonischen Synode.

Dr. Plinio sagte auch voraus, dass der Zusammenbruch der UdSSR zu einer Diktatur oder, nach einem Scheitern, zu einem Chaos führen würde, das im Neotribalismus enden würde.
Was ist ein Neotribalismus?, fragte er sich.
Stammeszugehörigkeit kommt vom Stamm (Tribo). Es ist das Lebens- und Regierungssystem, das von den Naturvölkerstämmen — aktualisiert — übernommen wird.
Michail Gorbatschows gefördertes „Perestroika“-Manöver hätte eigentlich in diese Richtung weitergehen sollen, sich zunächst „Selbstverwaltung“ nennen sollen, in der die alten Sowjets durch kleine selbstverwaltete Zellen ersetzt würden.
Das heißt, ein Marsch zur Zerstreuung der Bevölkerung großer und mittlerer Städte hin zu Konzentrationen von wenigen Einwohnern.
In der intellektualisierten Linken wird das
Stammesleben seit langem als
Rettung der Welt dargestellt. 
In diesen Gruppen wären Eigentum und Profit allen gemein - es gäbe keinen individuellen Profit - und es gäbe keine führende Regierung: Der utopische Kommunismus von dem Marx in seinen Wahnvorstellungen träumte.
So wie der Stamm unabhängig ist, würde der Neotribalismus, der aus der „Perestroika“ hervorgehen sollte, aus unabhängige selbstverwaltete Mikrozentren bestehen und sich selbst regieren und eine Landesregierung nur akzeptieren für Stammesfremde Angelegenheiten.
Abgesehen von dieser Ausnahme oder Toleranz würde der Stamm so leben, wie er wollte und wie er konnte. Er würde essen, was er in der Natur findet, und als Kleidung hätte er nur ein paar Blätter, Lianen oder Fell.
Michail Gorbatschows „Perestroika“ schlug fehl. Dann geriet Russland in ein jahrelanges Chaos und Misswirtschaft. Aus diesem Chaos kam das Stöhnen nach einer unvermeidlichen Diktatur: Was den Aufstieg Wladimir Putins erklärt.
In der katholischen Kirche ging die Metamorphose der Befreiungstheologie jedoch weiterhin voran.
Und heute ist sie bereit, ihren giftigen kommuno-tribalistischen Traum an die Pan-Amazonas-Synode weiterzugeben und Brasilien und seine Nachbar- und Partnerländer zu zersetzen.
Die dann etablierte Stammes-, ökologische und egalitäre „Kirche“ würde als Vorbild für den Rest der Kirche und der Welt dienen.

Quelle des brasilianischen Originals am: 4.08.2019
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

*) Luis Dufaur ist Schriftsteller, Journalist, Referent für internationale Politik, Mitglied am Institut Plinio Corrêa de Oliveira (IPCO), Webmaster verschiedener Blogs.

Donnerstag, 23. März 2017

Die Kirche und die Gegenrevolution

XII - Die Kirche und die Gegenrevolution

Die Revolution entstand, wie wir gesehen haben, aus einer Explosion der ungezügelten Triebe im Menschen, die zur Zerstörung der weltlichen Gesellschaft, zur totalen Umkehrung der Sittenordnung und zur Leugnung Gottes führte. Die eigentliche Zielscheibe der Revolution ist demnach die katholische Kirche, der mystische Leib Christi, die unfehlbare Lehrmeisterin der Wahrheit, die Hüterin des natürlichen Sittengesetzes und somit letztendliches Fundament selbst der weltlichen Ordnung.
Dies vorausgesetzt, untersuchen wir nun das Verhältnis zwischen dieser göttlichen Stiftung, die durch die Revolution vernichten werden soll, und der Gegenrevolution.

1. DIE KIRCHE IST ETWAS VIEL HÖHERES UND WEITERES ALS REVOLUTION UND GEGENREVOLUTION


Revolution und Gegenrevolution sind bedeutende Episoden der Kirchengeschichte, denn sie bilden das eigentliche Drama der Apostasie und der Bekehrung des christlichen Abendlandes. Dennoch sind sie nur reine Episoden.
Die Mission der Kirche beschränkt sich nicht nur auf den Westen, noch lässt sie sich zeitlich mit der Dauer des revolutionären Prozesses umschreiben. "Alios ego vidi ventos, alios prospexi animo procellas" (Andere Winde habe ich bereits gesehen, andere Stürme schon geschaut) (43) könnte die Kirche voll Stolz und Gelassenheit inmitten der heutigen Stürme mit Cicero ausrufen. Die Kirche kämpfte schon in anderen Ländern, gegen Feinde aus anderen Völkern, und wird sicher bis zum Ende der Zeiten noch ganz anderen Problemen und Feinden als den heutigen entgegentreten müssen.
Ihre Aufgabe besteht in der Ausübung ihrer direkten geistlichen Gewalt und ihrer indirekten weltlichen Gewalt zum Heil der Seelen. Die Revolution ist ein Hindernis, das sich gegen diese Aufgabe der Kirche aufgerichtet hat. Der Kampf gegen ein solches konkretes Hindernis unter vielen anderen ist für die Kirche ein nur dem Umfang des Hindernisses begrenztes Mittel – ein sehr wichtiges Mittel, gewiss, aber doch nur ein Mittel.
Also, wenn es auch keine Revolution gäbe, würde die Kirche all das tun, was sie für das Heil der Seelen tut.
Zur besseren Erläuterung der Stellung der Kirche zur Revolution und zur Gegenrevolution könnte uns ein Vergleich mit einer Nation im Kriegszustand helfen.
Als Hannibal vor den Toren Roms stand, mussten alle Kräfte der Republik aufgeboten und gegen den Feind geführt werden. Das war eine lebensnotwendige Reaktion gegen den mächtigsten und fast schon siegreichen Gegner. Frage: War Rom also nur eine Reaktion gegen Hannibal? Wer wollte so etwas behaupten?
Genauso absurd wäre der Gedanke, die Kirche sei ausschließlich Gegenrevolution.
Übrigens ist es angebracht hier zu klären, dass die Gegenrevolution nicht die Aufgabe hat, die Kirche, die Braut Christi zu retten. Gestützt auf die Beistandsverheißung ihres göttlichen Gründers, ist die Kirche, um zu überleben, nicht auf Menschen angewiesen.
Im Gegenteil, die Kirche gibt der Gegenrevolution das Leben. Ohne Kirche läßt sich die Gegenrevolution gar nicht durchführen, ja ohne Kirche ist sie überhaupt nicht denkbar.
Die Gegenrevolution will vielmehr dazu beitragen, dass die von der Revolution bedrohten Seelen gerettet und die Katastrophen, die die weltliche Ordnung bedrohen, abgewendet werden. Deshalb muss sie sich auf die Kirche stützen, sie in Demut dienen, anstatt im Stolz davon zu träumen, daß sie sie retten müsse.

2. DIE KIRCHE HAT GRÖSSTES INTERESSE AN DER ZERSCHLAGUNG DER REVOLUTION

Wenn es die Revolution gibt und wenn sie das ist, was sie ist, dann gehört es zur Aufgabe der Kirche, dann liegt es im Interesse der Rettung der Seelen und es ist unabdingbar zur Ehre Gottes, daß die Revolution zerschlagen wird.

3. DIE KIRCHE IST ALSO EINE FUNDAMENTAL GEGENREVOLUTIONÄRE KRAFT

Verstehen wir das Wort Revolution in dem Sinn, den wir ihm gaben, dann ist obiger Titel die einleuchtende Folgerung des bis jetzt Gesagten. Das Gegenteil behaupten, hieße sagen, die Kirche erfülle ihre Aufgabe nicht.

4. DIE KIRCHE IST DIE STÄRKSTE GEGENREVOLUTIONÄRE KRAFT

Betrachtet man die Zahl der Katholiken, ihre Einheit und ihren Einfluß in der Welt, dann läßt sich über den Primat der Kirche unter den gegenrevolutionären Kräften nicht mehr streiten. Doch diese legitime Betrachtung der natürlichen Möglichkeiten hat nur eine zweitrangige Bedeutung. Die wahre Kraft der Kirche besteht darin, daß sie der mystische Leib Unseres Herren Jesu Christi ist.

5. DIE KIRCHE IST DIE SEELE DER GEGENREVOLUTION

Wenn die Gegenrevolution der Kampf ist, um die Revolution zu zerschlagen und eine neue Christenheit aufzubauen, die von Glauben, demütigem hierarchischem Geist und fleckenloser Reinheit erstrahlt, dann ist es einleuchtend, daß sie dies nur durch eine tiefgehende Einwirkung in den Herzen der Menschen erreichen kann. Ein solches Werk ist aber ureigene Aufgabe der Kirche, die die katholische Lehre lehrt und sich darum sorgt, daß diese geliebt und praktiziert wird. Daher ist die Kirche die Seele der Gegenrevolution.

6. DIE ERHÖHUNG DER KIRCHE IST DAS IDEAL DER GEGENREVOLUTION

Diese Behauptung ist evident. Wenn die Revolution das Gegenteil der Kirche ist, so ist es unmöglich, sie als Ganzes (und nicht nur unter einigen isolierten Aspekten) zu hassen und zu bekämpfen, ohne sich ipso facto für die Ehre der Kirche einzusetzen.

7. DIE GEGENREVOLUTION ÜBERSCHREITET IN GEWISSER HINSICHT DEN RAHMEN DER KIRCHE

Nach dem oben Dargelegten schließt die Gegenrevolution eine Reorganisierung der ganzen weltlichen Gesellschaft ein: „Eine ganze Welt muß selbst in ihren Fundamenten neu errichtet werden“, sagte Pius XII.(44) im Hinblick auf die Trümmer, mit denen die Revolution die ganze Erde überschüttet hat.
Diese Aufgabe einer grundlegenden gegenrevolutionären Neugestaltung der weltlichen Gesellschaft muss einerseits ganz von der Lehre der Kirche beseelt sein, umfasst aber andererseits viele konkrete und praktische Probleme, die ihrer Natur nach der zivilen Ordnung angehören. In diesem Punkt überschreitet die Gegenrevolution den kirchlichen Rahmen, bleibt aber immer tief mit der Kirche verbunden, was ihr Lehramt und ihre indirekte Gewalt betrifft.

Aus dem Buch „Revolution und Gegen-Revolution“ von Plinio Correa de Oliveira

Dienstag, 23. Dezember 2014

Begegnung mit Plinio Correa de Oliveira

Begegnung mit Plinio Corrêa de Oliveira

Katholischer Streiter in stürmischer Zeit
  
Plinio Corrêa de Oliveira (1908–1995) war kein Kleriker. Trotzdem gehörte der Journalist und Schriftsteller zu denen, die sich mit Wort und Tat in den Dienst der katholischen Kirche stellten. Wie kein anderer war er als Mann der Tat, als Leiter, Gründer und Inspirator diverser Organisationen im Sinne der Kirche tätig. Sein Leben und Wirken verkörpern ein herausragendes Beispiel für gelebtes Christentum und lassen erkennen, wie ein Mensch in allen möglichen Situationen und Widrigkeiten des Lebens die Belange der katholischen Kirche vertreten kann.

»Ein so reiches und intensives Leben in einer kurzen Biographie zusammenzufassen, ist keine leichte Aufgabe, die aber Mathias von Gersdorff, ein mutiger katholischer Schriftsteller, den ich seit langem kenne und schätze, mit Bravour gelöst hat. Überdies ist der persönliche Blickwinkel, unter dem von Gersdorff schreibt, besonders reich: Dank seiner zahlreichen privaten Begegnungen mit Plinio Corrêa de Oliveira […] gelingt es ihm, ein sehr lebhaftes Bild dieses großen Mannes zu zeichnen, der eine breite Bildung und die Umgangsformen eines Kavaliers der alten Schule […] mit einem tiefen inneren Leben verband.«
Roberto de Mattei


Mathias von Gersdorff wurde 1964 in Santiago de Chile geboren. Er ist seit 1990 in der Lebensrechtsbewegung aktiv und leitet seit 1993 die Aktion »Kinder in Gefahr« der DVCK e.V. Seine Kolumnen erscheinen regelmäßig in u.a. der »Jungen Freiheit«, der »Freien Welt« und im »Christlichen Forum«. 

Buchinformationen:
Titel: Begegnung mit Plinio Corrêa de Oliveira. Katholischer Streiter in stürmischer Zeit
Autor: Mathias von Gersdorff
ISBN : 978-3-86417-033-1
Einband: Hardcover
Seiten: 154
Format: 13 cm x 21 cm
Preis: 14,80 € [D], 15,30 € [A], 21,90 CHF
Patrimonium-Verlag
Bestellungen: Fax: 0241 - 87 55 77  oder