Da las ich einmal in Meschlers „Rosengarten“ folgendes:
„Wir können, wenn wir wollen, Weltgeschichte machen mit unserm kleinen Rosenkranz. Mit ihm können wir Wahlen entscheiden, Gesetze machen, Kriege zu glücklichem Ende führen, Not und Unheil verscheuchen, selbst im Rat des Dreieinigen sitzen und die Welt regieren!“
Gewiss, ein Gebet des Glaubens, jenes Glaubens, der Berge versetzt, von Tausenden und Abertausenden verrichtet, müsste viel dazu beitragen, die jetzige traurige Weltlage zu bessern und den armen Menschen den Frieden wiederzubringen. Aber scheint das Wort des Verfassers des berühmten Buches „Leben Jesu“ nicht etwas kühn? Es reizt geradezu, in den gegenwärtigen Nöten und Verwirrungen die Allheilkraft des Rosenkranzgebetes, die Meschler preist, zu erproben. Und doch liegt keine Übertreibung in den Worten des bekannten Asketen!
Nach katholischer Auffassung sind die Übel in der Welt zumeist eine Strafe für die Sünden, namentlich für die öffentlichen Sünden der geflissentlichen Geringschätzung, Verkennung und Verachtung Gottes. Wann wird demnach die Gerechtigkeit Gottes ihre Strafgerichte wieder aufheben? Wenn ihr Genugtuung und Sühne geleistet wurde. Nun lässt Gottes Güte eine stellvertretende Genugtuung zu. Es kann also der Unschuldige für den Schuldigen eintreten, der Gerechte für den Sünder, der Beter für den Lästerer. Die beste Art, unsere Sühne wirksam zu machen, ist, sie mit derjenigen zu vereinigen, die Jesus Christus im heiligsten Sakramente Seinem himmlischen Vater darbringt, zumal die Eucharistie die Fortsetzung aller Lebensgeheimnisse Christi, Seines Leidens und Sterbens, Seiner Auferstehung und Seines Glorienlebens bis zur Himmelfahrt ist.
† Bischof Josef Groß, Leitmeritz: Der Rosenkranz in der Not unserer Zeit

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