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Donnerstag, 17. September 2026

Zwist säen kann lobenswürdig sein

 VERGESSENE WAHRHEITEN



So wie der menschliche Wille, der Gott anhängt, eine richtige Norm ist, von der abzuweichen sündhaft ist, so ist der menschliche Wille, der sich Gott widersetzt, eine verkehrte Norm, von der abzuweichen gut ist. Daher stellt es eine schwere Sünde dar, Zwietracht zu stiften, durch die, die gute Eintracht, die die Folge der Nächstenliebe ist, zerstört wird – deshalb heißt es in den Sprüchen (6,16): „Sechs Dinge hasst der Herr, und sieben verabscheut seine Seele“, und es wird hinzugefügt, dass das siebte (6,19) „derjenige ist, der Zwietracht unter Brüdern sät“. Doch Zwietracht zu stiften, durch die die böse Eintracht zerstört wird, also die Eintracht im bösen Willen, ist lobenswert. Und so war es lobenswert, dass der heilige Paulus Zwietracht unter denen säte, die im Bösen vereint waren, denn auch der Herr sagte von sich selbst (Mt 10,34): „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

 

ST. THOMAS VON AQUIN

Aus der Summa Theologica (IIa. IIae., q. 37, a. 1, ad 2.um):