Donnerstag, 10. Oktober 2019

Die Amazonas-Synode: Was steht auf dem Spiel?



Mathias von Gersdorff

Die seit dem 6. Oktober tagende „Amazonas-Synode“ im Vatikan sorgt für nicht geringe Irritationen und Perplexitäten unter den Katholiken. Grund dafür war zuerst der Duktus des Arbeitsdokumentes (Instrumentum laboris), das sich fast wie ein Pamphlet der Grünen liest und deutliche Sympathien für die (heidnischen) Lebensgewohnheiten der indigenen Völker in der Amazonasregion zeigt.
Weiterer Unmut entstand nach der Bekanntgabe der Teilnehmer an der Synode. Es finden sich die Namen der radikalsten Vertreter der Befreiungs-, der ökologischen und der indigenen Theologie. Diese theologischen Richtungen plädieren für einen völlig neuen Weg der katholischen Kirche und einen drastischen Abschied von der katholischen Tradition und dem Lehramt. Und nun kommen immer wieder Berichte über heidnische Praktiken rund um die tagende Synode und von heterodoxen Stellungnahmen in der Synodenaula.
Wie konnte es zu dieser Situation kommen? Was ist los in Teilen der katholischen Kirche?
Als Ausgangspunkt Hans Küng
Der Theologe Hans Küng beschreibt in seinem Buch „Sieben Päpste“ vom Jahr 2015 das, was er als Grundübel der katholischen Kirche ansieht: Die Bildung eines effizienten und schlagfertigen Apparates im Vatikan unter dem Pontifikat von Innozenz III. (Papst von 1198 bis 1216), also der Vatikanischen Kurie.
Alle Progressisten sind mehr oder weniger der Auffassung, dass damals die katholische Kirche mehr oder weniger (es gibt nämlich erhebliche Schattierungen) zu einem Apparat geworden ist, der den Geist erstickt. In der Kirche stehe angeblich seitdem nicht mehr der direkte und uneingeschränkte Glaube im Mittelpunkt, sondern das Kirchenrecht, die lehramtlichen Dokumente, der Machtanspruch des Papstes, die Kirchenverwaltung.
Diese Karikatur kann nur bei Personen entstehen, die die Kirche nicht als eine übernatürliche Institution, deren Leben von der göttlichen Gnade geleitet wird, ansehen. Dann kann man leicht zur Auffassung kommen, das real existierende Leben der Kirche hätte genauso gut einen völlig anderen Weg nehmen können, als ob Gott nicht letztlich die Geschichte leiten würde.
Der heutige Progressismus will im Grunde die Kirchengeschichte korrigieren. Dies geschieht auf zwei Wegen, dem europäischen und dem südamerikanischen Weg.
Die europäische (progressistische) Vision von Kardinal Marx & Co.:
Was der europäische Reformkatholizismus will, ist bekannt: Die Anpassung der Kirche an den Zeitgeist. Dem Zeitgeist messen die Progressisten Autorität zu. Er besitzt sogar Deutungshoheit darüber, wie das Leben und der Glaube in der Kirche sein sollen. Aus diesem Grund werden die Thesen des Zeitgeistes bereitwillig übernommen: Die Kirche hat demokratisch zu sein, die Sexualmoral soll sich an die Ansichten der Welt anpassen, der Feminismus hat die Strukturen der Kirche zu bestimmen etc. Heute soll der Ökologismus die prägende Idee in der Kirche sein.
Die Tradition, die Kirchengeschichte, das Lehramt, die Dogmen, die Volksfrömmigkeit werden als unnötigen Ballast angesehen, der den Glauben erstickt. Vielmehr soll sich die Kirche ständig neu erfinden: Liturgisch, glaubensmäßig, moraltheologisch.
Die lateinamerikanische (befreiungstheologische) Vision von Kardinal Humes & Co.:
In Südamerika hat der Progressismus einen anderen Weg genommen, weil er stark vom Marxismus beeinflusst wurde. Die sog. „Befreiungstheologie“ ist die Übernahme der Methode des Klassenkampfes in die katholische Kirche. Die Befreiungstheologie verteidigte die Notwendigkeit eines Klassenkampfes der Armen gegen die Reichen, genauso wie der klassische Marxismus.
Weil der katholische Glaube keine „Klassen“ kennt, wurde die Befreiungstheologie vom Vatikan verurteilt (u.a. durch die Instruktion der Glaubenskongregation Libertatis nuntius im Jahr 1984).
Sie lebte aber in den Köpfen vieler Theologen fort und durchlief eine erstaunliche Metamorphose. Auf der Basis der Befreiungstheologie entstanden eine „Feministische Theologie“, eine „Ökologische Theologie“, eine „Indigene Theologie“ etc.
Allen liegt die Grundthese zugrunde, dass eine herrschende Schicht die große Mehrheit der Menschen unterdrückt.
Die „Indigene Theologie“ ist aus kulturrevolutionärer Perspektive die radikalste: Sie besagt, dass die ganze Kolonisierung und Evangelisierung Lateinamerikas ein einziger Akt der Unterdrückung war. Wohlgemerkt: Auch die Evangelisierung. Denn diese habe legitime religiöse Gewohnheiten zerstört. Ebenso habe man den Eingeborenen eine europäische Weltanschauung aufgedrückt.
Auf diese Weise leben die Urvölker seit 500 Jahren kulturell und religiös unterdrückt.
Eine europäische Version dieser These würde behaupten (und der NS-Ideologe Rosenberg tat dies auch), den Germanen hätte man ihre Naturverbundenheit samt ihrem Kult zur „Mutter Erde“ und zu den anderen Gottheiten genommen.
Was verbindet den europäischen und den lateinamerikanischen Progressismus?
Obwohl rein äußerlich sich europäischer und lateinamerikanischer Progressismus sehr unterscheiden, sind sie eng verwandt: Beide lehnen Tradition und Lehramt ab. Beide sind der Auffassung, der Glaube müsse sich völlig ungebunden entfalten und brauche keine Kurie, kein Kirchenrecht, keine Dikasterien, keine Hierarchie.
Was denkt die „Mitte“?
Die oben beschriebenen Strömungen sind radikal, bilden aber keine Mehrheit. Die Mehrheit der Bischöfe versuchen in einer Äquidistanz (gleicher Abstand) zu Tradition und zur Anpassung an die Welt zu leben. Doch wegen der allgemeinen Krise der Kirche (Missbrauchsfälle, Krise der Berufungen, schwindende Zahl von Gläubigen etc.) ist diese Mehrheit sehr schwach und blass. Deshalb ist heute der Einfluss der Progressisten, auch der Radikal-Progressisten, sehr stark. Sie treten mit großer Autorität auf und kaum einer wagt es, ihnen zu widersprechen.
Was ist neu an der heutigen Situation: Die Umgürtelung ist gesprengt.
Nun könnte man sagen, dass diese Bildung von Strömungen oder Parteien seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sehr ausgeprägt ist: Die einen wollen alles umkrempeln. Die anderen wollen, dass sich nichts ändert (Eine dritte Gruppe will, dass man zu Zeiten von Pius XII. zurückkehrt. Sie sind aber in der Synode gar nicht vertreten).
Heute ist aber neu, dass die unterschiedlichen Sektoren in der Kirche wie isolierte Inseln leben. Die Umgürtelung, die es noch unter Figuren wie Kardinal Lehmann gab, gibt es nicht mehr. Jeder Gruppe lebt sozusagen für sich allein.
Das führt dazu, dass die radikalen Wortführer, die von Lehramt und Tradition nichts halten, immer offener agieren und sich noch mehr radikalisieren.
Der Konsens, was katholisch ist und was nicht, zerbricht zunehmend. Nichts ist mehr verbindlich. Die zentrifugalen Kräfte wachsen. Inzwischen wird offen über mögliche Schismen gesprochen, was noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.
Die Perspektiven:
Allein die Tatsache, dass manche Bischöfe laut über das Frauenpriestertum nachdenken, wie etwa Bischof Peter Kohlgraf von Mainz, zeigt, dass die Lage äußerst kritisch ist.
Aus dem lateinamerikanischen Progressismus hört man Forderungen, wie etwa eine Entschuldigung der Kirche für die Evangelisierung der Indianer. Sie seien von Gott direkt „getauft“ worden und hätten in einem paradiesischen Zustand gelebt. Der Westen hätte all das zerstört und Jesus Christus wäre demnach kein notwendiger Retter mehr.
Hier geht es nicht "nur" um Häresien, sondern um offene Apostasie, also komplette Abkehr vom Christentum.
Was ist das Ergebnis: Die Amazonas-Synode ist ein „Va-Banque-Spiel“
Was kann daraus folgen? Der Progressismus scheint aus der Amazonas-Synode ein Va-Banque-Spiel gemacht zu haben. Also „Alles oder nichts“. Vieles deutet darauf hin, dass sie endgültig Fakten schaffen wollen, koste es, was es wolle.
Das gilt für Lateinamerikaner wie auch für Europäer.
Was sollten die lehramtstreuen Katholiken tun?
Mit hoher Geschwindigkeit bewegt sich die Kirche in die Anarchie.
Erstens: In einer solchen Situation muss der Einzelne zusehen, dass er seinen Glauben sturmfest macht: Durch das Gebet, durch die Sakramente, durch die Vertiefung der katholischen Wahrheiten.
Durch das andächtige Beten des Glaubensbekenntnisses!
Zweitens: Er muss sich auch entschlossen und kraftvoll zur katholischen Kirche bekennen und fest halten an seinem Glauben von der Unzerstörbarkeit der Kirche, die Christus ihr verheißen hat (vgl. Mt 16,18 ff).

Quelle des Originals:

am 10. Oktober 2019



Mittwoch, 9. Oktober 2019

BRASILIEN: wachsende Reaktion gegen die Amazonassynode



Julio Loredo De Izcue
Eine wachsende Zahl von Brasilianern zeigt sich besorgt über die verheerenden Folgen der bevorstehenden Pan-Amazonas-Synode, die in einer Woche im Vatikan eröffnet wird. Anfangs verstanden nur wenige genau, worum es ging. Tatsächlich wurden die Dokumente der Synode fast ausschließlich von Experten verbreitet, d. h. von Anhängern der Befreiungstheologie, die für die Synode eintraten. Als die Nachricht die Öffentlichkeit erreichte, öffneten viele ihre Augen für die große Gefahr, die sich am Horizont abzeichnete, und begannen zu reagieren.
Diese Reaktion, wie eine tiefe und gewaltige Schockwelle, hat mittlerweile in den sozialen Medien und in den Zeitungen Einzug gehalten und eine immer größere Anzahl von Menschen einbezogen. Es war unabdingbar, die brasilianischen Katholiken darauf aufmerksam zu machen, dass dies keine Synode, sondern eine Revolution ist. Zweifellos hat die Aktion des Instituts Plinio Corrêa de Oliveira, insbesondere über die Pan Amazon Synod Watch-Website, einen wichtigen Beitrag zu dieser Reaktion geleistet.
Unbeeindruckt von dieser Reaktion, die sie offensichtlich nicht erwartet hatten, gab die brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) eine Erklärung heraus, in der sie eine anhaltende „Hexenjagd“ anprangerte: um progressive Bischöfe zu „dämonisieren“. Excusatio non petita, accusatio manifesta. Es diente nur dazu, die Reaktion zu fördern, die das Ziel trifft.
Erzbischof Jaime Spengler von Porto Alegre (screen-shot der Video-Kampagne)

Gleichzeitig startete die CNBB eine umfangreiche Werbekampagne, um die Brasilianer davon zu überzeugen, die Amazonas-Synoden-Agenda zu unterstützen. Titel der Kampagne: „Ich unterstütze die Synode - ich unterstütze den Papst.“
Die Kampagne konzentriert sich auf eine Reihe kurzer und prägnanter Videos, in denen verschiedene Diözesanbischöfe das Lob der Synode singen und die Gläubigen einladen, ihren Pastoren zu folgen. Die Serie beginnt mit einem Video von Papst Franziskus, der die Einberufung der Synode ankündigt. Wenn wir eine militärische Metapher verwenden dürfen, hat die CNBB offensichtlich versucht, die „schwere Kavallerie“ auf dem Schlachtfeld zu schicken.
Die Reaktion war jedoch nicht die, auf die die Bischöfe gehofft hatten, sondern genau das Gegenteil. Einfach gesagt, sie haben sich in den Fuß geschossen.
Ein klares Zeichen dafür, dass die CNBB nicht die nötige Zugkraft hat, sind die relativ wenigen Personen, die diese Videos ansehen.
Besonders auffällig ist die enorme Kluft zwischen den Vorlieben und Abneigungen der Zuschauer. Am Sonntag, dem 29. September, hatten die Videos der brasilianischen Bischöfe 399 „Gefällt mir“ und 4.314 „Abneigungen“.
Ich habe mir die Mühe gemacht, die ernüchternden Kommentare der Benutzer zu lesen. In einer Sprache, die nicht immer respektvoll ist, zeigen die Kommentare ein Volk in Aufruhr, wie ein Schnellkochtopf, der bereit ist zu platzen. Wenn ich eine ungefähre Berechnung mache, würde ich sagen, dass 80-85% dagegen sind. Nehmen Sie zum Beispiel die erste Seite mit Kommentaren zum Video von Dom Jaime Spengler, Erzbischof von Porto Alegre (Bild oben):
- „Wir brauchen keine Revolution in der Kirche, sondern müssen zweitausend Jahre Geschichte retten.“
- „Kommunistenpack, ihr befleckt das Bild der Kirche.“
- „Weg mit euch, kommunistische Bischöfe, ihr dient nicht der Lehre Christi.“
- „Weg mit CNBB! Weg mit den kommunistischen Bischöfen! Es lebe Christus der König!“
- „Das sieht nach einer höllischen Synode aus. Möge Gott den Katholiken gnädig sein!“
- „Nein zur häretischen und abtrünnigen Synode! Es lebe das ewige Rom, Mutter und Lehrerin der Wahrheit!“
- „Vade retro sátana!“
- „Dies ist der KGB, der in die Kirche eingedrungen ist!“
- „Die Bischöfe müssen zur Lehre unseres Herrn Jesus Christus zurückkehren.“
- „Schlangenbrut. Die CNBB vertritt mich nicht.“
Dies sind die ersten Kommentare zu Bischof Spenglers Video, die nacheinander und lückenlos veröffentlicht wurden. Offensichtlich ist es nicht das erwartete Ergebnis.
Die Pan-Amazonas-Synode basiert auf „Zuhören“. Werden die brasilianischen Bischöfe auf die wahre Stimme des Volkes hören?


Deutsche Fassung mit Hilfe von Google-Übersetzer aus dem Englischen in
https://panamazonsynodwatch.info/editorial/brazil-growing-reaction-against-the-amazon-synod/
vom 01/10/2019
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Brasilianischer Bischof über die Mission der Kirche




„Die Mission der Kirche ist es, das Evangelium allen zugänglich zu machen, auch den Indigenen.
 Keine Kultur steht über Christus“.
von Rafael Miranda
In seiner Radiosendung vom 1. Oktober sprach Dom Adair Guimarães (Bild rechts), Bischof von Formosa (Bundesstaat Goiás, Brasilien), über die Amazonas-Synode. Hier sind einige der wichtigsten Auszüge:
Lasst uns in diesen schwierigen Zeiten für unsere Kirche beten. Viele Menschen sind besorgt über diese Amazonas-Synode, weil viele Stimmen Themen vorgeschlagen haben, die über den wesentlichen Bereich der Kirche hinausgehen. An alle, die angerufen und Botschaften gesendet haben um nach den Gefahren der Amazonas-Synode zu fragen, möchte ich sagen, dass der Heilige Geist den Heiligen Vater erleuchtet und unterstützt, und Papst Franziskus wird sehr gut wissen, wie man die Spreu vom Weizen trennt. Einige der Vorschläge, die auf der Synode zur Debatte gestellt wurden, widersprechen sogar der Tradition der Kirche, und der Papst wird die Realitäten, die viele nach der Synode sehen wollen, eindeutig nicht akzeptieren.
Was wir im Amazonas brauchen, sind Priester, Ordensleute und Laien, die die Liebe Jesu in ihrem Herzen annehmen und wahre Verkünder der Hoffnung Jesu werden. Die Mission der Kirche ist es, das Evangelium allen Menschen zu bringen, auch den indigenen Völkern, die ebenfalls das Evangelium kennen müssen. Keine Kultur steht über Christus. Kein philosophischer Ausdruck steht über dem Geheimnis der Erlösung; man kann keine nicht-christlich-religiöse Praxis als über der Botschaft von Jesus stehend betrachten.
Wir wissen, dass in den letzten 50 Jahren viele ihre Stimme erhoben haben, um die Verwirrung in der Kirche zu fördern; aber der Heilige Geist ist derjenige, der die Kirche anführt, nicht die Befreiungstheologie. Was die Kirche antreibt, ist nicht diese oder jene Ideologie, sondern der Heilige Geist. Die Kirche wird bald diejenigen begraben, die Häresien verbreiten; sie werden in die Ausgrenzung ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit geraten, weil sie Menschen sind, die manchmal keinen Glauben haben, keine Liebe für Gottes Werk.
Beten wir für unsere Kirche, ihr missionarisches Handeln, den Papst, die Bischöfe, die Seelsorger und für die Heiligkeit unserer Kirche. Das ist was wir brauchen; die Menschen wollen eine betende Kirche, die die Wahrheit Christi verkündet, keine menschlichen Wahrheiten, keine theologischen „Meinungen“ hier und da. Wir wissen bereits alles, was in der Kirche getan werden muss. Es ist nicht nötig, auf A oder B zu hören, auf Stimmen aus Deutschland, von Menschen, die bereits ihren Glauben und ihren Weg verloren haben. [Die Hervorhebungen sind von uns]
Es ist nicht nötig, auf die europäischen Stimmen derjenigen zu hören, die bereits den Weg zur Evangelisierung verloren haben, weshalb Europa in der Situation ist, in der es sich befindet. Diese Menschen haben nichts zu unserem Bedürfnis nach Evangelisierung hier in Südamerika beizutragen.

(Ins schriftliche übertragen, ohne Überarbeitung durch den Autor, aus https://www.youtube.com/watch?v=RnqjoQo7TgA)
Aus dem Portugiesischen ins Englische übersetzt von der Redaktion von Pan-Amazon Synod Watch
Deutsche Fassung mit Hilfe von Google-Übersetzer aus dem Englischen  in
https://panamazonsynodwatch.info/feature/brazilian-bishop-the-churchs-mission-is-to-bring-the-gospel-to-everyone-including-the-indigenous-no-culture-is-above-christ/
vom 06.10.2019
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Montag, 7. Oktober 2019

TFP-Konferenz (in Rom): Amazonien, das Risiko einer surrealen Synode



Von Giuseppe Rusconi
Unter den vielen besonderen Punkten, die in der Konferenz  behandelt wurden, bieten wir einige unseren Leser an.

D. Bertrand von Orléans und Braganza: Brasilien wurde katholisch geboren, doch heute sind nur noch 50 Prozent katholisch
Geschichte. Das erste in Brasilien errichtete Denkmal war ein Kreuz, der erste öffentliche Akt eine heilige Messe. (...) Die Indianer halfen den Portugiesen, die Kreuze zu erheben (...) Die damaligen Päpste verteidigten bereits die Indianer mit der Bulle „Sublimis Deus“ (Paul III.) und mit dem Brief „Commissum Nobis“ (Urban VIII.). (…) Man kann sagen, dass die gesamte Eroberung Amazoniens den Missionaren aus dem 17. Jahrhundert zu verdanken ist. (…) Alle Hauptstädte des Amazonasgebiets haben sich um Kapellen und Missionssiedlungen gebildet. (…) Der Katholizismus war das Bindeglied der Einheit Brasiliens.
Moderner Katholizismus. Im letzten halben Jahrhundert ist die Zahl der Katholiken in Brasilien von 95% auf 50% gesunken (Ein apostolischer Nuntius in Brasilien - Anmerkung der Redaktion: der heutige Kardinal Lorenzo Baldisseri ... - sagte mir vor einigen Jahren, dass wir jedes Jahr 1% Katholiken verlieren und jetzt organisiert er die Synoden). (…) Die traditionellen Missionen wurden durch eine „aktualisierte Missiologie“ ersetzt, die das Konzept derselben radikal verändert hat. (…) Laut José Luiz Azcona, emeritierter Bischof der Prälatur von Marajò, sind in einigen Amazonasgebieten 80% protestantische Pfingstler.
Amazonien und Indios. Wir zerstören nicht den Amazonas, der Amazonas ist intakt. Der Mythos vom brennenden Amazonas hat keine Grundlage. (...) Laut einer aktuellen Studie des brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik leben 897.000 Indianer im Land, von denen nur 180.000 im Amazonasgebiet leben. Wie rechtfertigen Sie eine Synode vor so wenigen Menschen?

2) JONAS MARCOLINO MACUXÍ: Die Mehrheit der Indianer wollen Fortschritt und nicht Rückschritt
Oberhaupt der Macuxí-Stammesgruppe. Ich jagte und fischte bis zum Alter von zwölf Jahren, als Sohn von Analphabeten. Ich habe Mathematik studiert und Jura studiert. Heute bin ich einer der Vertreter der Verteidigungsgesellschaft der Vereinigten Ureinwohner von Nord-Roraima. Die Macuxí in der Region „Raposa Serra do Sol“ zählen etwa 12 Tausend. 70% sind gegen die Abgrenzung der Reservate (…) Wir sind integriert: seit 1988 haben wir Strom, Autos, Busse und wir leben in produktiven Dörfern. Die absolute Mehrheit der Indianer des brasilianischen Amazonas fordert Fortschritt. Das Problem ist, dass es einige gibt, die möchten, dass wir wieder in die Steinzeit zurückkehren.
Befreiungstheologie, Ökologen, NGOs. Die Missionare der Befreiungstheologie haben seit den siebziger Jahren das jahrhundertelange weise Arbeiten für die Eingliederung der Indianer in die nationale Gesellschaft abgebaut; einige Mitglieder von Öko- und Umweltbewegungen, einige NGOs, verfolgen nur ihre eigenen Interessen oder die ihrer Geldgeber. (…) Es gibt Missionare, die die Indianer einer Gehirnwäsche unterziehen und stundenlang Videos mit Weißen projizieren, die andere Indianer schlagen.

3) LUIZ CARLOS MOLION: Amazonien ist nicht die Lunge der Erde
Globale Erderwärmung. Es gibt keinen von Menschen verursachten Klimawandel oder globale Erwärmung. Was existiert, ist eine natürliche Variation des Klimas. Beispielsweise gibt es konkrete physikalische Argumente, die darauf hindeuten, dass die globale Erwärmung zwischen 1916 und 1945 durch Sonnenaktivität verursacht wurde (die größte in den letzten 400 Jahren). Oder dass die Erwärmung von 1976-2005, die nicht auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, sondern durch die Reduzierung der Wolkendecke um 5% und durch die große Häufigkeit von Ereignissen wie El Niño verursacht wurde.
Die nächsten Jahre. Seit einigen Jahren besteht eine Tendenz zur Abkühlung (Erhöhung der Wolkendecke) des Pazifischen Ozeans, der der wichtigste Faktor für das globale Klima ist. In Europa wird es in den kommenden Jahren längere Winter geben.
Amazonia grüne Lunge der Erde? Der Amazonas ist nicht wesentlich für die Verteilung von Niederschlägen in anderen Regionen weit von Südamerika, da der Amazonas keine Quelle von Feuchtigkeit für die Atmosphäre ist. Der Wald verbraucht mehr Sauerstoff als er produziert. Der Wald produziert kein Wasser, sondern recycelt nur das Wasser der vorherigen Regenfälle.

4) JAMES BASCON: Rot vewandelt sich in Grün
Kommunismus und Umweltschutz. Im Gegensatz zu dem, was auf den ersten Blick scheint (siehe Umweltkatastrophen in kommunistischen Ländern), finden Kommunismus und Umweltschutz in ihrer Entwicklung viele gemeinsame Prinzipien. Sie fordern einen radikalen Egalitarismus, sie lehnen die christliche Botschaft ab, sie hassen die westliche Zivilisation, sie lehnen jegliches Privateigentum ab, sie verfolgen eine Utopie. Der de facto moderne Ökologismus kann einfach als eine fortgeschrittenere Form des fast religiös blassen Sozialismus angesehen werden. Der Kommunismus ist nicht tot, sondern lebt in Form des Umweltschutzes weiter. Grün ist das neue Rot. Der Ökologismus ist die perfekte Verkörperung von Karl Marx’ egalitärem Traum.
Kommunismus und indigene Völker in Lateinamerika. Auf dem sechsten Weltkongress der Kommunistischen Internationale in Moskau wurden die kommunistischen Parteien Lateinamerikas aufgefordert für die Selbstbestimmung indigener Stämme zu kämpfen, Propaganda in indianische Sprache zu erzeugen und zu betreiben und Indianer für die kommunistische Sache rekrutieren. In den 1930er Jahren begannen die peruanischen und chilenischen Kommunisten, sich für die Schaffung unabhängiger indianscher Republiken in beiden Ländern zu begeistern. 1950 lancierten die Kommunisten in Mexiko den Slogan für die indische Autonomie in regionalen und lokalen Verwaltungen.
Kommunismus, Umweltschutz, vorchristliche Indianer. Der vorchristliche Indianer Amerikas dient als Vorbild für beide Ideologien. Wie in Lateinamerika in den 1970er Jahren, insbesondere in Brasilien, wo diese Idee von der katholischen Linken übernommen und konkretisiert wurde, zum Beispiel mit Leonardo Boff.

5) STEFANO FONTANA: Drei Irrtümer im Hinblick auf die Panamazonien-Synode
Erster Irrtum. Betrachten Sie die Synode, ihre Themen und den theologischen Ansatz, der aus dem Instrumentum laboris hervorgeht, als aus den Bedürfnissen dieser Zeit geboren (...) wie ein Pilz, der über Nacht im Wald entsprungen ist.
Zweiter Irrtum. Zu denken, dass die theologische Perspektive, die sich aus der Synode ergibt, im Amazonasgebiet oder in Lateinamerika geboren wurde. Die theologische Perspektive ist stattdessen rein europäisch und wurde an den Lehrstühlen der Rheinischen und Mitteleuropäischen Universitäten ausgearbeitet.
Dritter Irrtum. Beim Betrachten der Synode ist es überraschend, dass es möglich war, ein Instrumentum laboris mit vielen Lehren zu schreiben, die vom Standpunkt des apostolischen Glaubens nicht akzeptabel sind. Das Layout dieser Synode entspricht vollkommen der neuen Theologie, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurde.
Amazonien mit katholischem Gesicht oder Kirche mit amazonischem Gesicht. Wenn Sie ein „Amazonien mit katholischem Antlitz“ wollen, wird davon ausgegangen, dass die Kirche ihre eigene Botschaft hat, die dieselbe bleibt und nicht von der Lektüre der Amazonas-Situation abhängt. (...) In diesem Fall sind die Kultur und die soziale und wirtschaftliche Situation der amazonischen Völker keine Mitautoren der christlichen Botschaft. (...) Wenn wir stattdessen eine „Kirche mit amazonischem Antlitz“ wollen, bedeutet dies, dass die Verkündigung Christi nicht ihre ursprüngliche Resonanz hat, von ihrer Gründung an, nicht transzendent und nicht absolut ist, sondern sie kommuniziert selbst innerhalb der Geschichte (…) Das heißt, die Erkenntnis der Botschaft wird immer durch die Lebenssituation vermittelt, während sie wirklich immer von der Interpretation Christi ausgeht. (…) Die Kirche muss zuhören, lernen, begleiten und nicht mehr lehren. Das Instrumentum laboris ist in diesem Punkt sehr klar.

6) ROBERTO DE MATTEI: Prophet Elias, der Götzenzsrstörer
Amazonien, das Zauberwort. Zu den talismanischen Wörtern unserer Zeit gehört auch das Amazoniens. Die internationalen Medienmächte haben es nach seinem Start im Jahr 1992 anlässlich des fünften Jahrhunderts der Entdeckung Amerikas und der Rio-Konferenz, der ersten Weltkonferenz der Staatsoberhäupter für Umweltfragen, in den letzten Wochen neu aufgelegt. Wochen, in denen eine schwedische 16-jährige Greta Thurnberg den Vereinten Nationen das Evangelium vom Umweltschutz brachte und in denen Papst Franziskus sogar eine Bischofssynode dem Amazonas beginnt. Heute wird der Amazonas nicht als physisch-geografisches Gebiet betrachtet, sondern als kulturelles Paradigma und sogar nach dem Instrumentum laboris der Bischofssynode als „theologischer Ort“ (Nr. 18-19).
Amazonien, ein Eden? Für die ersten Missionare, die es im 16. Jahrhundert betraten, schien dieses Land nicht viel anders zu sein, als Emil Schulthess, ein berühmter Schweizer Fotograf, der es im 20. Jahrhundert erforschte, es beschreibt. In seinem berühmten Buch über den Amazonas, das in den 1960er Jahren veröffentlicht wurde, erklärt Schulthess, wie falsch das idyllische Bild ist, das viele vermitteln. Der Amazonas ist kein romantisches Eden, sondern ein unzugänglicher Urwald, in dem Legionen von Insekten leben, Armeen von Ameisen und Mücken, Myriaden von Spinnen und Giftschlangen. Das Wasser, das es durchfließt, ist mit wilden Piranhas, Alligatoren und Anakondas übersät, während Jaguare und wilde Tiere in den Bäumen lauern. Es ist eine Welt, in die die Sonne niemals eindringt, ohne Licht und ohne Jahreszeiten, in der die Kühle der Nacht nicht existiert, sondern nur unkontrollierbare Schwüle. Eine Landschaft, in der es immer regnet, das Wasser verrottet und die Luftfeuchtigkeit und die Fäulnis dominiert. Es ist das Reich der Schatten, kein Paradies, sondern, sagt Schulthess, eine „grüne Hölle“.
Europa, Wälder, Sankt Benedikt. Europa war nach dem Fall des Römischen Reiches fast vollständig mit Wäldern und Dickichten bedeckt. Die Benediktinermönche haben die Wälder abgeholzt, die Sümpfe entwässert, die Landschaft bewässert, das Land bearbeitet, um es bebaubar zu machen, die Landschaft eines ganzen Kontinents aufgebaut. Die Existenz von Wäldern erlaubt es Gott, den Menschen zu zwingen, sich der Natur nicht zu unterwerfen, sondern sie zu beherrschen und zu transformieren. In den Wald, der das Reich der Schatten ist, in dem die Geister der Dunkelheit beheimatet sind, stellten die Mönche das bebaute Land, Symbol der menschlichen Kultur, entgegen, das ein echter Fortschritt auf dem Weg zur Wahrheit ist. So stand das Mittelalter bis in die Dunkelheit des von bösen Geistern bewohnten Waldes dem Licht der Kathedralen entgegen. Abholzung ist ein Symbol der Zivilisation, der Kult des Waldsymbols, der Barbarei. Der erste große Entwalder in der Geschichte war der heilige Benedikt von Norcia, der Vater der europäischen Zivilisation.
Eine beunruhigende Wende. Dies ist die neue Religion, die uns vorgeschlagen wird: eine Religion mit Stammesgesicht, die eigentlich eine Antireligion ist, eine götzendienerische Vision der Natur, vor der wir den Herrn um den Geist bitten müssen, mit dem Elias die Götzenbilder zerstörte und die falschen Propheten besiegte (1. Könige, 18, 20-40.) Wir sehen, dass die Götzenbilder im Vatikan willkommen sind, und angesichts dieser schrecklichen Aussicht müssen wir die Worte, die die Apostel gegen diejenigen aussprachen, die sie baten, das Evangelium nicht unmittelbar nach Tod Christi zu predigen, laut wiederholen: „Non possumus“: „Wir können nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg 4, 20).

7) JOSE ANTONIO URETA: Die “integrale ökölogische Bekehrung” ist nicht für die Indianer, sondern…
Indigene Theologie. Was die indianische Theologie anstrebt, ist, „das religiöse Denken der indigenen Völker vor ihrer Begegnung mit dem Christentum wiederzugewinnen“, wie es der mexikanische Priester Eleazar Lopez (unter den Gästen der Synode) erklärte, der sich selbst „Geburtshelfer“ dieser theologischen Schule nennt.
Interkultureller Dialog und Kindermord. Ziel des interkulturellen Dialogs ist es, „Solidarität und Präsenz“ einem Volk zu zeigen, „an der Stärkung seiner Identität mitzuwirken“ und „es im Kampf zu begleiten“. Zum Beispiel für die Yanomami-Indianer und zwanzig andere ethnische Gruppen wäre es anti-evangelisch, den Kindermord aufzugeben, da dies „Untreue gegenüber den eigenen Lebensprojekten“ bedeuten würde. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der indigene Missionsrat (CIMI) der brasilianischen Bischöfe auf seiner Website immer noch die von der Anthropologin Rita Segato in der Menschenrechtskommission der brasilianischen Abgeordnetenkammer vorgelegte Verteidigung des Kindermords stehen hat.
Integrale ökologische Bekehrung. Das Wort „Bekehrung“ kommt im Instrumentum laboris 34-mal vor, bezieht sich jedoch nicht einmal auf eine mögliche Bekehrung der Eingeborenen (wie bekannt, gibt es Bischöfe wie Bischof Kräutler und Missionsgemeinden wie die Consolata-Missionare von Turin, die sich rühmen seit Jahrzehnten keine Aborigines mehr getauft zu haben). Die geförderte Bekehrung ist immer eine „integrale ökologische Bekehrung“ der zivilisierten Naturräuber im Namen ihrer vermuteten Überlegenheit…


Deutsche Fassung mit Hilfe von Google-Übersetzer aus dem italienischen in
vom 6. Oktober 2019
 © Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Synode: Mit solchen Gästen können Sie sich vorstellen, wie die Party sein wird…



José Antonio Ureta
Bischof McElroy
Wenn jemand seine Verwandten zu einer Hochzeits- oder Familienfeier einlädt, werden seine wahren Vorlieben in der Liste seiner persönlichen Gäste aufgeführt. Das gleiche passiert in einer Synode.
Es gibt einige obligatorische Teilnehmer, wie die Leiter der römischen Dikasterien und die Bischöfe der betreffenden Region. Der Papst - der Gastgeber - kann sie mögen oder nicht, er ist verpflichtet, sie einzuladen. Dann gibt es aber noch die optionalen Teilnehmer, die der Papst einlädt, weil er ihnen nahe sein möchte (z. B. die Kardinäle Marx und Schönborn oder Bischof McElroy -Bild oben- von San Diego), weil er ihr Geld braucht (Direktoren von Caritas und Adveniat, deutsche Finanzagenturen) oder weil er mit ihren Ideen sympathisiert („Experten“ und Assistenten des Sekretariats). Schließlich, weil sie seine Partner (oder Chefs?) beim Aufbau eines biozentrischen und grünen „neuen Humanismus“ sind (die schicksalhafte UN-Troika: Ki-Moon, Sachs und Schellnhuber).
Gemessen an der Teilnehmerliste der kommenden Sonderversammlung der Bischofssynode für das gesamte Amazonasgebiet wird die Party lebhaft sein, auch wenn nur ein Lied zu hören sein wird. Es wird nicht der heilige Rhythmus des gregorianischen Gesangs oder der populären religiösen Lieder Lateinamerikas sein, sondern das Pfeifen von Stammestänzen und schamanischen Ritualen, die das Instrumentum laboris als „Schöpfer der Harmonie mit dem Kosmos“ gepriesen hat.
P. Eleazar López Hernández
Sicherlich wird Pater Eleazar López Hernández einer der Coverboys des Amazonas-Festivals in Rom sein. Dieser indigene Priester der Zapoteca-Stamms wurde nicht aufgrund seiner missionarischen Erfahrung im Amazonas eingeladen, da sein ursprünglicher Stamm in der mesoamerikanischen Region Mexikos lebt und dessen Klima, Bioma und soziologische Realität sich stark von der von der Synode angesprochenen Bevölkerung unterscheidet. Aber weil er der führende Vertreter der indigenen Theologie ist, einer Disziplin, die das Instrumentum laboris in allen akademischen Kreisen unterrichten möchte. Pater Lopez versteht sich als „Hebamme“ der indigenen Theologie. Demütig sagt er: „Ich betrachte mich nicht als Vater der indigenen Theologie, weil diese Theologie bereits existierte und unseren Völkern gehört.“ „Einigen von uns ist es zugefallen, diejenigen zu sein, die helfen die Türen zu öffnen so dass sie ein und ausgehen kann und den Raum in der Kirche zu erschließen.“ … Wir haben diesen Dienst geleistet, um Bedingungen zu schaffen für den indigenen Notstand in der Gesellschaft und in der Kirche. Das erfüllt uns mit Stolz. Sie können uns Hebammen, Sprecher oder was auch immer nennen.”[1]
Kurz gesagt, Eleazar López ist für die indigene Theologie, was Gustavo Gutierrez für die Befreiungstheologie ist.
Wie sein „liberationistischer“ Mentor wird auch Pater López offiziell rehabilitiert. Obwohl er nie gerügt wurde (wie die sandinistischen Priester von Nicaragua, bei denen Papst Franziskus alle priesterlichen Vollmachten wiederherstellte), wurde Lopez seit 1990 von einem wenig bekannten Jesuiten, Luis Ladaria Ferrer, und später auf Wunsch der Kongregation der Glaubenslehre (man lese Joseph Ratzinger) und schließlich Kardinal Levada durch seinen eigenen Bischof „überwacht“. Warum? Wegen seiner synkretistischen Positionen zu indigenen Mythologien.
Bei einem Besuch in Mexiko verwies der Panzerkardinal in einem verschleierten Verweis auf Eleazar López auf die Lehrabweichungen „jener Bewegungen, die nach einer indigenen Theologie suchen und versuchen, diese Völker zu nutzen, um bestimmte Standpunkte vorzuschlagen und insbesondere den Rückschritt zu vollziehen, wobei das Christentum beiseite gelassen wird.“ Laut Ratzinger wollen die Befürworter dieser Strömung „die Riten, Überzeugungen und Religionen der Eingeborenen, die sie vor der Eroberung praktizierten, wieder auferstehen lassen, als ob das Evangelium ein Instrument der Unterdrückung gewesen sei.“[2]
Der Schuss war präzise, weil er in wenigen Worten die wichtigsten Thesen der indigenen Theologie von Eleazar López zusammenfasst, die wir hier reproduzieren.
Im Hinblick auf die Beziehungen zur Kirche sagt der zapotekische Priester, dass das Herz der Eingeborenen ein Schlachtfeld ist: „Wir sind Kinder der Völker, die, um zu überleben, sehr tiefe Anstrengungen unternehmen mussten, um ihre Schätze aufzubewahren oder sie mussten Masken tragen, um ihre primäre Identität zu verbergen. Wir sind auch Kinder von Kirchen, deren missionarische Praktiken gegenüber den Überzeugungen unseres Volkes äußerst intolerant waren und sie als teuflisch oder einfach kindisch bezeichnet wurden.“[3]
Um den Konflikt zwischen solchen Überzeugungen und dem katholischen Glauben zu lösen, sagt López: „Wichtige Teile der indigenen Bevölkerung haben sich zum Ziel gesetzt, theologische Systeme zu retten oder zu erneuern, die das friedliche Zusammenleben sowohl religiöser als auch theologischer Formen ermöglichen und, soweit möglich, die Grundlagen schaffen für die Ausarbeitung von theologischen Synthesen, die alle bereichern.“ Seiner Meinung nach „gibt es keinen unüberwindbaren Widerspruch zwischen den grundlegenden Ansätzen der Kirche, die identisch sind mit denen von Christus, und den theologischen Ansätzen unserer Völker. Die Unterschiede sind oberflächlich in der Form, nicht inhaltlich.“[4]
Ist es vielleicht oberflächlich und rein formal, dass der christliche Glaube die von Lopez’ Zapotec-Vorfahren geübten Menschenopfer verbietet? Er billigt sie, indem er sagt: „Opfer sind gerechtfertigt, denn wenn Gott täglich stirbt, um uns Leben zu geben, müssen wir bereit sein, mit ihm zu sterben, um dem Volk Leben zu geben.“[5]
Ist das Bekenntnis unseres Glaubens an Gott, der alles ex nihilo und ad extram (aus dem Nichts und außerhalb von sich selbst) geschaffen hat, nur formal und oberflächlich? Lopez räumt ein, dass in indigenen Mythen nomadischen Ursprungs „Gott alles ist und alles mit Gott zu tun hat“ [6], so dass die Natur als „Sakrament seiner Gegenwart“ erscheint und deshalb „Mutter Erde, Neues Feuer, der Hurrikan Wind, die Wasserquelle oder die Kaskade, der lebensversorgende Hügel oder der Beschützer der Gemeinschaft“[7]? Oder, in den am weitesten entwickelten indigenen Mythologien, dass Gott nur „die ursprüngliche Energie des Lebens“ ist [8], oder im Hinblick auf die zentrale Bedeutung der Dialektik (Leben-Tod; Nacht-Tag; Kälte-Hitze), dass Gott nur Schöpfer ist „solange er die Macht hat, diese gegensätzlichen Elemente für das Leben zu organisieren“? [9]
Nach Aussage der „Hebamme“ der indigenen Theologie waren „die Versammlungsmöglichkeiten bei der Ankunft der Europäer in Amerika günstig“, da sich die Eingeborenen bewusst waren, dass „es viele Möglichkeiten gibt, das Leben zu verstehen und Gott zu verstehen, die in polysynthetischen Mengen hinzugefügt werden können“. „Es gab jedoch nicht die gleiche Dialoghaltung“ der Missionare, weil sie sicher waren, dass „ihr Gott der einzig wahre Gott ist“. Dann akzeptierten die Eingeborenen das Christentum, stellten jedoch „Inhalte nebeneinander, überlappend und ersetzend“, und widerstanden den Versuchen nachfolgender Generationen von Evangelisierern, den katholischen Glauben zu reinigen. Heute bedeutet die Inkulturation des Evangeliums „die Überwindung kolonialistischer Evangelisierungspläne, um eine dauerhafte Haltung des respektvollen Dialogs in vollem Umfang zu verwirklichen“. Diese Änderung der Haltung führte dazu, dass indigene Gemeinschaften „nicht länger die Sorge haben, sich zu maskieren oder zu verstecken“, weil die Kirche nicht mehr „der Hauptangreifer der religiösen Innerlichkeit der Ureinwohner“ ist, sondern der Hauptverbündete ihrer Neuzusammensetzung. [10]
Da der menschliche Geist den Widerspruch verabscheut, wird eine solche Neuzusammenstellung des inneren religiösen Lebens zweifellos darin bestehen, das Christentum aufzugeben und scheinbar zum Heidentum zurückzukehren. Dies widerspricht der Aussage von Papst Benedikt XVI. auf der Eröffnungssitzung der Fünften Generalkonferenz des CELAM
Fünfte Generalkonferenz von CELAM
in Aparecida am 13. Mai 2007: „Die Utopie, die präkolumbianischen Religionen wieder zum Leben zu erwecken und sie von Christus und der Universalkirche zu trennen, wäre kein Fortschritt. In Wirklichkeit wäre es ein Rückzug in eine Phase der Geschichte, die in der Vergangenheit verankert war.”[11]
Angesichts der Gästeliste gibt es gute Gründe zu befürchten, dass dies genau der Rückschritt ist, den die Synode für die Amazonasregion vorbereitet.
Aussagen des bolivianischen indigenen Theologen Juan E. Gorski deuten darauf hin, dass ein weiteres Aushängeschild der indigenen Theologie Pater López begleiten wird. Pater Gorski sagt: „Die beiden Institutionen, die bei der Entwicklung der eigentlichen indigenen Theologie am wichtigsten waren, sind CENAMI (Nationales Zentrum zur Unterstützung indigener Missionen) in Mexiko und CIMI (Conselho Indigenista Missionário) in Brasilien“, sowie die „Abteilung für Missiologie der Universität von Assunção in São Paulo, Brasilien.“[12] Der Hauptanimateur dieser beiden brasilianischen Organisationen ist der deutsche Priester Paulo Suess, ein weiterer besonderer Gast der Synode, ein herausragendes Mitglied der Vorbereitungskomitee und einer der Herausgeber der Lineamenta (Leitlinien).
Patre Suess (rechts) mit Bischof Kräutler
Wenn P. Eleazar López als Ureinwohner spricht, spricht P. Paulo Suess als Europäer, der sich für den kulturellen Völkermord schämt, den die Kirche angeblich begangen hat und der nach „Interkulturalität“ strebt. Basierend auf einer existentialistischen, subjektivistischen und relativistischen philosophischen Matrize ist Suess der Ansicht, dass jedes Volk „nicht reduzierbare Alterität“ hat und ein „historisches Lebensprojekt“, das in ihrer jeweiligen Kultur kodifiziert ist. Daher kann „die Kultur, die gelegentlich das Evangelium vermittelt“, für andere Menschen nicht normativ sein, da „es keine Offenbarung oder Erlösung außerhalb der Kultur gibt“. In dieser Perspektive bedeutet „ein Volk zu evangelisieren, an der Stärkung seiner Identität zusammenzuarbeiten“, einschließlich der religiösen Identität: „Zu den Guaraní zu gehören bedeutet nicht nur, mit den Guaraní verwandt zu sein, sondern auch, zur Religion, Weltanschauung und sozialen Ordnung der Guarani zu gehören.“ [13]
Lohnt es sich also, ihnen die Bibel vorzustellen? „Jede Absicht, das indigene religiöse Gedächtnis durch das Gedächtnis Israels zu ersetzen, wäre ein neuer Versuch der Kolonialisierung“, so dass „es klar ist, dass diese Geschichte, paradigmatisch als ‚Heilsgeschichte‘, nicht versuchen darf, die Geschichte eines Volkes zu ersetzen. Die historische Kultur Jesu kann auch nicht als Modellkultur durchgesetzt werden, indem sie sich gegen andere Kulturen durchsetzt.“ Der Missionar muss sich darauf beschränken, den Kampf gegen den kulturellen Imperialismus zu „begleiten“ und die indigenen Völker dazu auffordern, „ihren eigenen Lebensprojekten“ treu zu bleiben. Kurz gesagt, der „Evangelisierer wird evangelisiert, und der Evangelisierte wird zum Evangelisierer“, weil der Prozess der Evangelisierung „in einer dialektischen Beziehung“ besteht. [14]
Mit solchen Voraussetzungen werden die Patres Eleazar López und Paulo Suess den Synodenvätern zweifellos ein „interkulturelles“ Bad geben. Sie können die Party sogar animieren und sich von „Geistern“ inspirieren lassen, Rituale der „Mystik der Ureinwohner“ vorschlagen oder einen Schamanen rufen, um sie zu segnen, wie dies bei den Vorbereitungstreffen in Brasilia und Bogotá geschehen ist.
Vorbereitungstreffen in Brasilia und Bogotá
-----------------
Anmerkungen
[1] https://theo.kuleuven.be/en/research/centres/centr_lib/artigos/2006-04-entrevista-p-eleazar-lopez-zapoteca-mexico.pdf
[2] „Die Indianer und ihre Kultur werden manipuliert, beantandet der Kardinal“, La Jornada, 11.05.1996 (https://ecologica.jornada.com.mx/1996/05/11/ratzinge.html).
[3] „Indigene Theologie am 1. Lateinamerikanischen Treffen“ in Vicente Zaruma, Wakanmay/Aliento sagrado, p. 165.
[4] Ebda.
[5] „Spiritualität und Theologie der Amerindianischen Völker“, S. 24.
[6] Ebda. S. 15.
[7] Ebda. S. 14.
[8] Ebda.
[9] Ebda. S. 23.
[10] Ebda. S. 43-44.
[11] http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/en/speeches/2007/may/documents/hf_ben-xvi_spe_20070513_conference-aparecida.html
[12] “El desarrollo histórico de la teología india y su aporte a la inculturación del Evangelio”, in Iglesia, Pueblos y Cultura, Nr. 48-49, Ed. Abya Yala, Quito, 1998, pp. 11 y 13 (https://digitalrepository.unm.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1110&context=abya_yala) .
[13] Evangelizar desde los proyectos históricos de los otros: Diez ensayos de misionología, Ediciones Aya-Yala, Quito (Ecuador) 1995, p. 150, 168, 179-180, 189.
[14] Ebda. SS. 174, 176, 183 y 200.

Deutsche Fassung mit Hilfe von Google-Übersetzer aus dem  Englischen in 
vom 03.10.2019

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Dienstag, 1. Oktober 2019

Amazonassynode, die „Blaupause für eine neue Kirche“, warnt katholischer Autor




(Ein Interview von LifeSiteNews mit Julio Loredo)
Die Leitdokumente für die bevorstehende Amazonas-Synode enthalten „die Blaupause für eine neue Kirche“, sind von „Tribalismus“ durchdrungen und präsentieren „Hexerei“ als neues Paradigma für die Theologie, so der peruanische katholische Autor Julio Loredo.
Loredo ist Autor des Bestsellers „Befreiungstheologie, eine mit Blei gefüllte Rettungsweste für die Armen [Teologia della liberazione. Un salvagente di piombo per i poveri (Cantagalli, 2014)]. Er sagt, dass „für den Durchschnittsleser die Idee der Stammesgesellschaft als Vorbild für den Westen und die amazonisch-indigene Hexerei als neues Paradigma für die Theologie verwirrend klingen mögen“. Er fügt hinzu: „Doch für jemanden, der den historischen revolutionären Prozess studiert hat, macht es durchaus Sinn.“
LifeSite sprach mit Herrn Loredo im Voraus einer Konferenz am 5. Oktober in Rom mit dem Titel „Amazonien: Was steht auf dem Spiel?“.
Loredo, der Herausgeber und Redakteur der Internet Plattform „Pan-Amazon Synod Watch“ ist und die Veranstaltung am 5. Oktober moderieren wird, sagte, sein Ziel sei es, „tiefer in die Grundlagen der Amazonas-Synode einzutauchen“ und „die Stimme der des echten Amazonas-Indianer nach Rom zu bringen.“
An der Konferenz nehmen Sprecher der indigenen Völker des Amazonasgebiets teil sowie Experten aus den Bereichen Klimatologie, Philosophie und Befreiungstheologie.
„Die Europäer müssen sich darüber im Klaren sein, dass viele, wenn nicht sogar alle Infos, die in den Medien erscheinen, eigentlich nur Sprachrohre der Umweltlobbys sind“, zitierte Loredo das jüngste Treffen von Papst Franziskus mit Häuptling Raoni, einem international bekannten Verteidiger des heiklen Amazonischen Ökosystems.
„Sie werden in Privatflugzeugen hin und her geflogen und auf höchsten internationalem Niveau empfangen, was eine enorme Medienberichterstattung zur Folge hat. Sie repräsentieren jedoch nicht den Amazonas“, sagte er.
Im Interview äußert sich Loredo auch besorgt über die „überwältigende Rolle“, die „progressive deutsche Bischöfe“ auf der Amazonas-Synode einnehmen. Tatsächlich spielten deutsche Prälaten eine Schlüsselrolle bei den Treffen vor der Synode und zu deren Finanzierung, die vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan stattfinden wird.
„Die Deutschen nutzen Amazonien, um den Rhein in den Tiber fließen zu lassen“, sagte Loredo. „Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen, der einer der Organisatoren der Synode ist, hat seine Ziele sehr deutlich gemacht: ‚Nach der Synode wird in der Kirche nichts mehr so sein wie zuvor. [Die Synode] wird einen Bruch in der Kirche bedeuten.‘“
Hier nun unser Interview mit Herrn Julio Loredo.
* * *
Herr Loredo, Sie sind der Moderator der Konferenz „Amazonien: Was steht auf dem Spiel?“, die einen Tag vor der Eröffnung der Amazonas-Synode in Rom stattfinden wird. Was ist das Ziel der Konferenz und welche Themen werden diskutiert?

Unsere internationale Konferenz in Rom hat mehrere Ziele, die ich hier zusammenfassen möchte.
Zunächst soll die Öffentlichkeit über die reale Situation im Amazonasgebiet informiert werden. Die Synode, wie auch die Enzyklika Laudato si, aus der sie ihre Inspiration bezieht, basiert größtenteils auf pseudowissenschaftlichen Daten, die von den Umweltlobbys verbreitet werden. Zu diesem Zweck haben wir mehrere Experten zu der Konferenz eingeladen, beginnend mit Prince Bertrand von Orléans und Braganza, kaiserlicher Prinz von Brasilien und Autor des Bestsellers Environmentalist Psychosis (Umwelt Psychose). Dann ist da noch Professor Luiz Carlos Molion, ein bekannter Klimatologe von der Universität von Alagoas, Brasilien. Ein wichtiger Redner wird Jonas Macuxí de Souza sein, ein indigener Häuptling des Macuxí-Stammes in Roraima. Er wird die Stimme der echten Amazonianer nach Rom bringen.
Ein zweites Ziel der Konferenz am 5. Oktober ist es, tiefer in die Grundlagen der Lehre einzutauchen, die die Grundlage der Synode bilden. Nur wenige Menschen in Europa sind mit der sogenannten indigenen Theologie vertraut, die von der Befreiungstheologie abgeleitet ist, die von Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. formell verurteilt und dann von Papst Franziskus rehabilitiert wurde. Die Enzyklika Laudato si und die Amazonas-Synode stützen sich stark auf diese Theologie. Sowohl das Vorbereitungsdokument der Synode als auch das Instrumentum Laboris wurden eindeutig von Personen verfasst, die dieser häretischen Strömung angehören.
In Bezug auf Befreiung und indigene Theologie erklärte der peruanische Kardinal Pedro Barreto, dass die Synode „einen in der lateinamerikanischen Kirche vor vierzig Jahren eingeleiteten Prozess zum Abschluss bringt“. Nachdem ich mich fast ein halbes Jahrhundert mit dem Thema befasst habe, kann ich sagen, dass die Fingerabdrücke der Befreiungs-Theologie allgegenwärtig sind, wenn auch in aktuelleren und radikaleren Versionen, die bereits zum Pantheismus tendieren.
Die Analyse der Grundlagen der Synode wird auf mehrere Redner aufgeteilt: James Bascom vom TFP Washington Bureau, Prof. Stefano Fontana vom Osservatorio Cardinale Van Thuan, Professor Roberto de Mattei, Präsident der Lepanto Foundation, und José Antonio Ureta, Autor des Buches über den Paradigmenwechsel von Papst Franziskus.
Das dritte und in der Tat wichtigste Ziel unserer Konferenz ist es, ein Gefühl des Vertrauens und der Hoffnung zu vermitteln. Die Heilige Mutter Kirche erlebt unruhige Zeiten, die nicht mit dem gegenwärtigen Papst begonnen haben, sondern mit ihm einen Höhepunkt erreichen. Wir wollen uns als hingebungsvolle Söhne der Kirche auszeichnen und gleichzeitig auf die Gefahren hinweisen, auf die sie zusteuert, wenn die Synode ihren Weg findet. Es ist ein Ausruf der Liebe und Sorge für die Heilige Römisch-Katholische Kirche. Die Kirche ist jedoch unsterblich und wird sich in noch strahlenderer Heiligkeit erholen. Unsere Konferenz endet mit einer Botschaft der Treue und der Hoffnung.

Sie haben erwähnt, dass auf der Konferenz ein Vortrag eines Häuptlings eines Amazonas-Stammes in Brasilien gehalten würde. Was wird er besprechen und welche Fragen wird seine Anwesenheit in Bezug auf die Amazonas-Synode Ihrer Meinung nach aufwerfen?

Wir hatten tatsächlich mehrere indigene Häuptlinge, die teilnehmen wollten. Wir mussten uns für einen entscheiden und entschieden uns deshalb für Jonas Macuxí de Souza. Wie ich bereits sagte, wird er die Stimme der echten Amazonas-Indianer nach Rom bringen und nicht die der Scheinmedien. Die Europäer müssen sich darüber im Klaren sein, dass viele, wenn nicht alle Informationen, die im Medienkreislauf erscheinen, tatsächlich nur Sprachrohre der Umweltlobbys sind. Sie werden in Privatflugzeugen hin und her geflogen und auf höchsten internationalem Niveau empfangen, was eine enorme tendenziöse Medienberichterstattung zur Folge hat. Sie repräsentieren eben nicht den Amazonas.
Nehmen wir zum Beispiel Caiapó-Chef Raoni Metuktire, der kürzlich von führenden Vertretern Europas, darunter Papst Franziskus und Präsident Macron, empfangen wurde. Laut der indigenen Führerin Kayna Munduruku „vertritt uns Raoni nicht, die amazonischen Völker.“ Laut Kayna vertritt Raoni einfach die NGOs, „die das Recht missbräuchlich angenommen haben, für uns zu sprechen. Wer hat ihnen das Recht gegeben? Wir wissen, wer wir sind und was wir wollen. Wir brauchen keine NGOs, die im Übrigen Millionäre sind, während die Amazonasvölker leiden.“
Um die Botschaft, die wir auf der Konferenz in Rom vermitteln möchten, am besten zu beschreiben, verwende ich die Worte einer anderen indigenen Führerin, Silvia Nobre Waiãpi, Bundessekretärin für indigene Gesundheit in Brasilien. Sie sagte:
„Wir Einheimischen wollen Protagonisten unserer eigenen Geschichte sein. Wir wollen nicht weiter von Menschen und Organisationen wie NGOs abhängen, die uns sagen, was wir tun sollen. Einige NGOs leisten gute Arbeit, aber die meisten sind nichts anderes als politische und ideologische Instrumente. Diejenigen, die die Indianer in freier Wildbahn halten wollen, wollen sie einfach von der Entwicklung abschneiden, um ihr Land auszubeuten. Stattdessen möchten wir, dass die Indianer sich integrieren, informiert werden, Zugang zu Entscheidungsverfahren haben und ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.“
Seit ihrer Gründung hat die Kirche durch Zivilisieren evangelisiert und durch Evangelisation zivilisiert. Glaube und Kultur sind, wie Papst Johannes Paul II. erinnerte, in der Sendung der Kirche verflochten. Dieser Punkt muss betont werden. Die Befürworter der Synode bestreiten dagegen rundweg, dass die Kirche evangelisieren, geschweige denn zivilisieren muss. Sie sagen, dass die Kirche von den Amazonas-Indianern sowohl den wahren Glauben als auch die wahre Zivilisation lernen muss (das sogenannte „Gute Leben“). Nicht umgekehrt. So stellen sie zwei Jahrtausende der Evangelisierung auf den Kopf.
Die echten Amazonas-Indianer wollen evangelisiert werden. Ein schockierender Beweis dafür ist die enorme Zunahme evangelikaler Sekten in der Region. Wenn die Kirche ihren missionarischen Geist aufgibt, füllen die Protestanten diese Lücke.

Welche Bedeutung hat diese Konferenz für die Welt außerhalb des Amazonasgebiets und für die Weltkirche? Mit anderen Worten, warum sollten die Leser diese Konferenz zur Kenntnis nehmen und für wichtig halten?

Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen, der einer der Synodenorganisatoren ist, hat seine Ziele sehr deutlich gemacht: „Nach der Synode wird in der Kirche nichts mehr so sein wie zuvor. [Die Synode] wird einen Bruch in der Kirche bedeuten.“ Ein märchenhaftes Zeichen ist die überwältigende Rolle, die progressive deutsche Bischöfe in der Synode einnehmen. Es scheint offensichtlich, dass sie davon Gebrauch machen wollen, um ihre Agenda durchzusetzen. Um die Metapher von Pater Ralph Wiltgen auszuleihen, nutzen die Deutschen den Amazonas, um den Rhein in den Tiber fließen zu lassen. Kein Wunder, dass einige Veranstalter die Synode als „III. Vatikanisches Konzil“ bezeichnen.
Die Synodenorganisatoren und -förderer erklären ausdrücklich, dass sie die Kirche „neu erfinden“ wollen, indem sie den Ausdruck des Befreiungstheologen Leonardo Boff verwenden, der maßgeblich zu Laudato Si beigetragen hat. Die Synode beabsichtigt, die Kirche ab imis fundamentis neu zu gestalten und ihr ein „amazonisches Gesicht“ zu verleihen. Mit anderen Worten, die Synode möchte die gesamte Kirche - ihre Lehre, ihre Liturgie, ihre Sakramente, ihre Organisation - neu interpretieren, von dem, was sie (missbräuchlich) eine „amazonische“ Perspektive nennen. In diesem Sinne geht die Bedeutung der Synode weit über die Grenzen des Amazonasgebiets hinaus.
Wenn man das Vorbereitungsdokument und das Instrumentum laboris liest, sieht man deutlich die Blaupause einer neuen Kirche. Diese Dokumente enthalten eine neue Theologie, die einen neuen pastoralen Ansatz hervorbringt. Und das wird die ganze Kirche betreffen. Zum Beispiel enthalten diese Dokumente ein neues Konzept der Offenbarung, das immanent und nicht mehr transzendent ist. Sie enthalten ein neues Modell der Kirche, das eher gemeinschaftlich als hierarchisch ist. Sie enthalten eine neue Theologie der Sakramente, keine Zeichen mehr, die Gnade vermitteln, sondern Handlungen, die das unmittelbar bevorstehende Göttliche teilen. Sie enthalten ein neues Konzept des „Dienstes“, das sogar die amazonischen Hexenmeister einbeziehen würde.
Einige Optimisten (ich würde sie als naiv bezeichnen) behaupten, dass die Synode lediglich einige Ausnahmen eröffnen möchte, wie die Ordination von verheirateten Männern und die Aufnahme von Frauen in das Diakonat in einer sehr begrenzten Region, d. h. nur im Amazonagebiet, für sehr spezifische pastorale Bedürfnisse. Wir wissen genau, wie das Spiel läuft: Sie eröffnen eine Ausnahme für ein bestimmtes Bedürfnis, und als nächstes erfährt man, dass dies die universelle Praxis in der ganzen Kirche ist. Die Handkommunion und die „außerordentlichen Helfer“ der Eucharistie sind klassische Beispiele.

Möchten Sie noch etwas hinzufügen?

Für den Durchschnittsleser mag die Vorstellung von der Stammesgesellschaft als Vorbild für den Westen und der amazonischen Hexerei als neues Paradigma für die Theologie verwirrend klingen. Für jemanden, der sich mit dem historischen revolutionären Prozess befasst hat, macht dies alles jedoch einen Sinn.
In „Der Ursprung des Privateigentums, der Familie und des Staates“ bekräftigt Friedrich Engels, dass der Tribalismus das Endziel des Kommunismus ist. Nach der Diktatur des Proletariats und einer Übergangsphase des Selbstverwaltungs-Sozialismus wäre die letzte kommunistische Gesellschaft – „Sozialismus auf höchster Ebene“ - der Naturvölker-Stamm, in dem es kein Privateigentum, keine Familie und keinen Staat gibt und daher keine „Entfremdungen“. Marxistische Denker betrachteten den Tribalismus als den „ursprünglichen Kommunismus“, zu dem die Geschichte zurückkehren muss und damit ihren Evolutionszyklus abzuschließen.
Deshalb hat der Kommunismus den Indigenismus immer gefördert, um die Revolution vor allem in Lateinamerika voranzutreiben. Der erste Interamerikanische Indigenistenkongress fand 1940 in Pátzcuaro, Mexiko, statt. Alle indigenen Denker und Führer des 20. Jahrhunderts gehörten den kommunistischen oder sozialistischen Parteien an.
Später begann die Befreiungstheologie, die Indianer als eine „unterdrückte“ Klasse darzustellen, die der „Befreiung“ bedurfte. Daher die Geburt der indigenen Theologie, die später von mehreren lateinamerikanischen Episkopaten, insbesondere in Brasilien, übernommen wurde.
1977 schrieb der brasilianische Philosoph Professor Plinio Corrêa de Oliveira ein bahnbrechendes Buch: „Der indianische Tribalismus: Das kommunistisch-missionarische Ideal für Brasilien im einundzwanzigsten Jahrhundert.“ Darin verurteilt der katholische Autor die Stammes- und indigenen Strömungen, die von der Bischofskonferenz übernommen wurden.
Kapitel für Kapitel zeigt er, wie diese Strömungen das Missionsideal aufgaben. Für sie geht es nicht mehr darum, die Indianer zu evangelisieren, sondern von ihnen zu lernen, die angeblich eine Art ursprüngliche Unschuld im Einklang mit der Natur bewahrt haben, die die westliche Gesellschaft jetzt verloren hat. Sie stellen den Stamm sowohl als religiöses als auch als soziales Ideal dar. In diesem Licht, sagt Plinio Corrêa de Oliveira, wären die amazonischen Völker die wahren Evangelisierer der Welt.
Wenn man dieses Buch von 1977 durchblättert, hat man fast den Eindruck, als würde man Passagen aus dem Instrumentum laboris der Amazonas-Synode lesen, die für den kommenden Oktober vorgesehen sind. Alles wurde vorhergesagt...

Vorlage: LifeSiteNews - https://www.lifesitenews.com/news/october-5-amazonian-synod-conference-interview

Deutsche Fassung mit Hilfe von Google-Übersetzer aus dem Englischen in
https://panamazonsynodwatch.info/feature/amazon-synod-proposing-blueprint-for-a-new-church-warns-catholic-leader/

vom 27/09/2019 
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.