Sonntag, 5. November 2017

Weite holländische Landschaft


 Weite holländische Landschaft (ca. 1867)
Jan Evert Morel II 

Wenn man eine weite Landschaft von einem höher gelegenen Punkt betrachtet, bietet sich die Möglichkeit, das öffentliche Interesse zu berücksichtigen. Wir sehen, alle Bausteine der vor uns ausgebreiteten Gemeinschaft: die Landwirtschaft, die die Menschen ernährt, das Dorf, wo die Menschen leben, die Kirche, wo Menschen zusammenkommen, um zu beten.

Über die Straßen und das Wasser, hat die Gemeinde Verbindung zu anderen Regionen. Auf einem Hügel stehen immer noch die Ruinen der Burg des ehemaligen Landesherrn, der das Land von hier aus regierte.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 - April
Stichting Civitas Christiana


Mittwoch, 1. November 2017

„Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“


Der Fels 1211

Das Titelbild entstammt dem Credo-Zyklus in der ehemaligen Klosterkirche in Ochsenhausen. Johann Georg Bergmüller entwarf ihn. Johann Joseph Anton Huber (1737-1815) setzte ihn in Farben um.

Auf dem Fresko ist der Glaubensartikel dargestellt: „Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Es ist nur eine Kirche, welche hier auf einem Felsen steht. Christus sagte: „Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,18). Auf Wolken erkennt man den auferstandenen Christus mit dem Kreuz, ihm gegenüber, die Gottesmutter, die mit ihren Armen auf die Kirche und den dreifaltigen Gott verweist. Hinter ihr ist der hl. Josef in einer anbetenden und demütigen Geste zu sehen.
Die Apostolizität der Kirche  wird im Paar der Apostelfürsten Petrus und Paulus — mit einem Schwert — angedeutet.
Im Licht Gottes erkennen wir die Personifikation der Kirche. Die Insignien, welche zur Kirche gehören und auf das Lehramt, Heiligungsamt und Leitungsamt hinweisen, sind das Evangelium (Buch), die Eucharistie (Hostienkelch) und das Papstum (Tiara, Papstkreuz, Schlüsselpaar). Die Kirche trägt eine Stola. Sie garantiert das in der Sukzession stehende Priestertum und die mit ihm untrennbar verbundene Liturgie. Das Schwert des Paulus weis nicht nur auf seinen Tod, sondern auch auf die „streitende“ Kirche hin, der immer das Schwert droht. Das Gebet der Kirche gilt auch der „leidenden“ Kirche (den armen Seelen im Fegefeuer), die gerade noch in der Höhe unter dem Papstkreuz erkennbar ist. Den Weg zur triumphierenden Kirche zeigen die Apostel, der hl. Josef und die Muttergottes.

(Titelbild DER FELS November 2012)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Winter in den Niederlanden


Winterliche Szene auf dem Eis (1641)
Jan van Goyen

Der See ist gefroren. Das ganze Gemeinschaftsleben, einschließlich des Hundes bewegt sich auf dem Eis. Es gibt eine starke verbindende Kraft dieses Geschehens. Von hoch zu niedrig: aus jeder Klasse.
Man trifft sich in einer gemeinsam geteilten Aktivität. Auffällig ist, dass einige spielen, während andere Menschen oder Waren über das Eis transportieren. Das Leben geht weiter. Die Fischer fischen, trotz Eis, und der Schütze wacht über die Ordnung, auch auf dem Eis.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 – Januar
Stichting Civitas Christiana

Freitag, 13. Oktober 2017

Rosenkranzpsalter



Im Münster St. Nikolaus in Überlingen am Bodensee steht in der östlichsten Kapelle der Südseite ein Rosenkranzpsalter. Er wurde wohl 1631 von Martin (um 1590 – nach 1665) und David (1598 – 1666) Zürn geschnitzt. Maria steht auf der Mondsichel (Ein Weib […] der Mond zu ihren Füßen, Off 12, 1) und trägt ihr Kind auf dem Arm. Sie hält ein Zepter, zwei Engel halten eine Krone über ihr Haupt und weitere vier huldigen ihr. Maria wird hier als Himmelskönigin gezeigt. Umgeben wir die von einem Kranz von 15 Medaillons. Jedes zeigt ein anderes Rosenkranzgeheimnis. Es beginnt oben mit der „Verkündigung“ (1. Gesätz des freudenreichen Rosenkranzes) und endet wieder oben mit der „Krönung Mariens“ (5. Gesätz des glorreichen Rosenkranzes). Untereinander sind die Medaillons mit jeweils 10 Perlen verbunden, entsprechend den 10 „Ave Marias“, welche man bei jedem Gesätz betet. Seitlich unten knien zwei Ordensgründer: der hl. Franziskus mit einem Kreuz in der Hand und der hl. Dominikus, dem Maria den Rosenkranz überreichte. Diese beiden Figuren wurden allerdings erst im 18. Jahrhundert geschnitzt und auf den Altar gestellt. Man kann den zeitlichen bzw. stilistischen Unterschied recht gut erkennen, wenn man den üppigen, tief geschnittenen, fast ornamental gehaltenen Faltenwurf von Mariens Gewand mit den eher körpernachzeichnenden Gewändern der beiden Heiligen vergleicht. Oben im Gebälk erkennt man noch die beiden Wappen der Stifterfamilien dieses Altares.  AE

(Titelbild DER FELS Oktober 2013)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Jagdsaison



Lieferung von Wild in den Vorratskeller, 1852

Hubertus van Hove (1814-1865)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

In diesem Oktober, Jagdsaison. kontrolliert die Frau des Hauses zusammen mit der Köchin den Korb mit Wild, der vom Markt geliefert wurde. Wir befinden uns im Vorratskeller eines bürgerlichen Wohnsitzes im 19.Jahrhundert. Der kleine Hund scheint sehr interessiert zu sein.
Hubertus van Hove lernte die Malerei teilweise von seinem Vater, mit dem er zusammen an einer Bühnenausstattung des Théâtre Royal in Den Haag arbeitete. Er begann mit Landschaftsmalerei, spezialisierte sich aber dann auf Innenansichten, womit er großen Erfolg hatte. Wie man hier erkennen kann, handelt es sich um Szenen, an denen der Künstler die Lichteffekte, die von außen hereinkommen, studiert.
Das Tageslicht, das aus einer Öffnung, die sich hinter dem Betrachter befindet, hereinkommt, beleuchtet die linke Wand, das Gemüse, das man auf die Anrichte gelegt hat, das Gefäß aus Kupfer zum Händewaschen, das Wild, das die Köchin auf dem kühlen Boden ausgebreitet hat und die Frau des Hauses, die abermals ihre liste überprüft. Diese Momentaufnahme des wahren Lebens im Alltag ist realistisch und beschaulich. Man ist weit entfernt vom verrückten Wettlauf um eine kybernetische und virtuelle Welt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - Oktober 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Montag, 21. August 2017

Hoffnung auf besseres Wetter



Eine niederländische Straße 
Anton Mauve (ca. 1880)

Es ist düster und unwirtlich um diese Jahreszeit. Die holländischen offenen Wiesen und die kahlen Bäume entlang der Allee bieten wenig Schutz vor Wind und Nässe. Einsam folgt der Mann mit seinen drei Pferden sein Weg. Nur gelegentlich trifft er einen Passanten im Halbdunkel. Doch durch die Wolken kündigt sich besseres Wetter an. Bald wird es wieder Frühling sein.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 - Februar
Stichting Civitas Christiana

Samstag, 19. August 2017

Der Schiffbruch


Der Schiffbruch

Hermanus Koekkoek (1815 -1882)
Kunsthalle Hamburg I Foto: Bridgeman Images

Bei heftigem Sturm ist ein Fischerboot gekentert. Herbeieilende Helfer haben das Schlimmste verhindert und die Männer gerettet.
Hermanus Koekkoek stammte aus einem Malergeschlecht. Sein Vater, seine Brüder und alle seine Söhne waren Maler und - wie er - bekannt für Marine- und Landschaftsmalerei. Er unterrichtete sogar mehrere seiner Enkelkinder. Sein Stil, romantischer Realismus, ist repräsentativ für die holländische Malerei in diesem Zeitraum des 19. Jahrhunderts.

Der Wind erhebt sich zum Sturm, fegt über die Bäume und löst eine Flut hoher Wellen aus. Das Schiff kann der Gewalt der Elemente nicht standhalten, es kentert an einer Stelle des Flusses, die es glücklicherweise den Fischern ermöglicht, das Land zu erreichen. Ein Mann in rotem Hemd läuft mit einem Bootshaken herbei, eine Frau und Kinder lauschen der Erzählung eines Mannes, der alles gesehen hat.
Diese Darstellung erteilt uns auch eine Lehre, die im Gegensatz zum Optimismus der modernen Gesellschaft steht, die sich in Sicherheit wiegt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - März 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.