Mittwoch, 12. August 2026

Der hl. Ignatius de Azevedo und seine Gefährten

Die brasilianischen Märtyrer aus dem Jesuitenorden


Inácio de Azevedo (eingedeutscht Ignatius von Azevedo, geb. um1527 in Porto, gest. am 15. Juli 1570 bei La Palma) war ein portugiesischer Missionar aus dem Jesuitenorden. Er und seine 39 Gefährten wurden während der Überfahrt nach Brasilien bei de Kanarischen Inseln von hugenottischen Freibeutern getötet wie sie Jesuiten waren. Papst Pius IX. sprach sie daher 1854 als vierzig Märtyrer von Brasilien (Quarenta mártires do Brasil) selig.

Einige geschichtliche Anmerkungen:

Ignatius von Azevedo wurde um 1527 in Porto im Norden Portugals geboren. Sein Vater war der Adelige Manuel de Azevedo, sei jüngerer Bruder Jerónimo de Azevedo wurde später Vizekönig von Indien.

Mit der Entdeckung der neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1482 im Auftrag der Spanischen Krone erfolgte zwischen den damaligen Weltmächten der Meere Spanien und Portugal ein Wettrennen um Kolonialgebiete.

Mit den Eroberern kamen Missionare in die neu entdeckten Länder, vor allem Dominikaner, Franziskaner, Kapuziner und Jesuiten. Die bauten ein gut organisiertes Netz an Missionsstationen auf vor allem mit Schulen und „Internaten“.

Der neu entdeckte Reichtum Südamerikas weckte natürlich den Neid und die Habsucht anderer Nationalstaaten. Die in diese Zeit fallende Glaubensspaltung verschärfte den Konflikt, so dass die Auseinandersetzung zwischen den Staaten nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern eben auch aus religiösen geführt wurde.

Leben und Martyrium des Ignatius von Azevedo

Ignatius von Azevedo trat am 28. November 1548 dem Jesuitenorden bei. Nach Studienabschluss und Priesterweihe gründete er das St. Antonius-Kolleg in Lissabon und das St. Pauls-Kolleg in Braga. Dor wurde er im gleichen Jahr Rektor und 1558 bereit Vizeprovinzial von Portugal.

1566 wurde er vom Generaloberen Francisco de Borja als Visitator nach Brasilien gesandt. Ein Jahr später gründete er ein Kolleg in Rio de Janeiro. Anschließend reiste de Azevedo zwei Jahre durch die portugiesische Kolonie und besuchte zahlreiche Jesuitenschulen und Missionen, bevor er zur Berichterstattung 1569 nach Europa zurückkehrte. Dort angekommen, wurde er zum Provinzial von Brasilien ernannt und erhielt die Aufgabe, weitere Missionare anzuwerben. Ignatius de Azevedo überzeugte etwa siebzig Jesuiten, die meisten noch Novizen oder Studenten im Alter zwischen 15 und 22 Jahren, ihn nach Brasilien zu begleiten.

Am 5. Juni 1570 brach die aus mehreren Schiffen bestehende Flotte zur Atlantiküberquerung auf. Eine Woche später erreichte man die Insel Madeira, den ersten Zwischenstopp. Dort erfuhr man, dass der französischen hugenottische Freibeuter Jacques de Sores die Gewässer in der Nähe unsicher machte, was dazu führte, dass die Flottille im Hafen blieb und vier der Jesuiten von Bord gingen.

Azevedo und der Kapitän seines Schiffes Santiago beschlossen jedoch, trotz der Gefahr die Weiterfahrt zur Kanareninsel La Palma, dem nächsten Zwischenstopp zu wagen, wo verschiedene Güter abgeliefert und Vorräte aufgenommen werden sollten. 40 Jesuiten blieben mit Azevedo auf dem Schiff.

Angeblich erreichte das Schiff noch Tazacorte an der Westküste La Palmas, wo die Jesuiten einen Gottesdienst abhielten. Anschließend wollten sie nach Santa Cruz de la Palma an der Ostküste weitersegeln, wurden jedoch am Südkap bei Fuencaliente von fünf Piratenschiffe eingeholt und von den Freibeutern überwältigt. Die Hugenotten töteten aus Hass gegen die Katholiken mehrere Jesuiten, darunter Ignatius von Azevedo, auf grausame Weise, die restlichen wurden erst schwer verwundet und dann über Bord geworfen, sodass sie ertranken.

Nur der vierzehnjährige Novize Johann Sánchez wurde, obwohl er standhaft blieb, verschont, weil er von den Piraten als Koch gebraucht wurde. Im Sterben ersetzte ihn aber der junge Neffe des Kapitäns der St. Jakob, Juan de San Juan. Er war zwar schon als Kandidat des Ordens zugelassen, musste jedoch noch Zivilkleidung tragen. Mutig mischte er sich unter die Jesuiten. Weil er aber Zivilkleider trug, wurde er verschont. Daher griff er zu einer List: er nahm einem getöteten Mitbruder die Soutane ab und zog sie an. Damit war dein Todesurteil gesprochen.

Woche später steuerten die Freibeuter ihren Heimathafen La Rochelle an. Dort konnte der vierzehnjährige Novize Johann Sánchez fliehen. Er gelangte nach Portugal und überbrachte fast ein Jahr später sichere Nachricht über das Martyrium der Jesuiten.

Eine Besonderheit soll erwähnt werden: zur Zeit des Überfalls sah die hl. Teresa von Ávila in einer Vision, wie sich vierzig Märtyrerseelen triumphierend zu Himmel emporschwangen. Sofort meldete sie der Umgebung die Umstände des Martyriums. Unter den Blutzeugen war auch Franz Perez Godoy, ei naher Verwandter von ihr.

Am 11. Mai 1854 wurden Ignatius von Atevedo un seine Gefährten von Papst Pius IX. als Märtyrer selig gesprochen und zu Patronen Brasiliens erklärt. Ihr Gedenktag ist der 15. Juli.

Südlich von Fuencaliente de la Palma wurden am Punta Malpique in den 1970er Jahren unter Wasser 40 Steinkreuze aufgestellt, die an Ignatius von Azevedo und seine ermordeten Gefährten erinnern sollen. Der Ort ist inzwischen ein bekanntes Tauchgebiet.

 

Aus „Der Ruf des Königs“ der Kongregation der Diener Jesu und Mariens (SJM) Auhofstr 22, A-3372 Blindenmarkt

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„Unser Beruf verlangt Männer, die der Welt gekreuzigt sind, denen die Welt gekreuzigt ist. Neue Menschen, die sich von eigenen Neigungen entblößen, um Christus anzuziehen, die sich selbst starben, um der Gerechtigkeit zu leben. Männer, die nach Pauli Wort als Gottes Diener sich erweisen in Mühen, Wachen und Fasten, durch Reinheit und Wissen, durch Langmut und Güte, durch den Heiligen Geist und wahre Liebe und durch die Sprache der Wahrheit. Wir sollen mit den Waffen der Gerechtigkeit zu Schutz und Trutz, bei Ehre und bei Schmach, bei Schmähungen und bei Lob, in Glück und Unglück, behütet durch die Mauer der Armut und der ehelosen Keuschheit, angeleitet durch den heiligen Gehorsam in Eilmärschen zum himmlischen Vaterland wandern, mit allen erdenklichen Mitteln und Mühen, Andere mitreißen, die größere Ehre Gottes immer suchen (Petro di Ribadeneira SJ)

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