Inácio de Azevedo (eingedeutscht
Ignatius von Azevedo, geb. um1527 in Porto, gest. am 15. Juli 1570 bei La
Palma) war ein portugiesischer Missionar aus dem Jesuitenorden. Er und seine 39
Gefährten wurden während der Überfahrt nach Brasilien bei de Kanarischen Inseln
von hugenottischen Freibeutern getötet wie sie Jesuiten waren. Papst Pius IX.
sprach sie daher 1854 als vierzig Märtyrer von Brasilien (Quarenta mártires do
Brasil) selig.
Einige geschichtliche Anmerkungen:
Ignatius von Azevedo wurde um 1527 in
Porto im Norden Portugals geboren. Sein Vater war der Adelige Manuel de
Azevedo, sei jüngerer Bruder Jerónimo de Azevedo wurde später Vizekönig von
Indien.
Mit der Entdeckung der neuen Welt
durch Christoph Kolumbus 1482 im Auftrag der Spanischen Krone erfolgte zwischen
den damaligen Weltmächten der Meere Spanien und Portugal ein Wettrennen um
Kolonialgebiete.
Mit den Eroberern kamen Missionare in
die neu entdeckten Länder, vor allem Dominikaner, Franziskaner, Kapuziner und
Jesuiten. Die bauten ein gut organisiertes Netz an Missionsstationen auf vor
allem mit Schulen und „Internaten“.
Der neu entdeckte Reichtum Südamerikas
weckte natürlich den Neid und die Habsucht anderer Nationalstaaten. Die in
diese Zeit fallende Glaubensspaltung verschärfte den Konflikt, so dass die
Auseinandersetzung zwischen den Staaten nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen,
sondern eben auch aus religiösen geführt wurde.
Leben und Martyrium des Ignatius von Azevedo
Ignatius von Azevedo trat am 28.
November 1548 dem Jesuitenorden bei. Nach Studienabschluss und Priesterweihe
gründete er das St. Antonius-Kolleg in Lissabon und das St. Pauls-Kolleg in
Braga. Dor wurde er im gleichen Jahr Rektor und 1558 bereit Vizeprovinzial von
Portugal.
1566 wurde er vom Generaloberen
Francisco de Borja als Visitator nach Brasilien gesandt. Ein Jahr später
gründete er ein Kolleg in Rio de Janeiro. Anschließend reiste de Azevedo zwei
Jahre durch die portugiesische Kolonie und besuchte zahlreiche Jesuitenschulen
und Missionen, bevor er zur Berichterstattung 1569 nach Europa zurückkehrte.
Dort angekommen, wurde er zum Provinzial von Brasilien ernannt und erhielt die
Aufgabe, weitere Missionare anzuwerben. Ignatius de Azevedo überzeugte etwa
siebzig Jesuiten, die meisten noch Novizen oder Studenten im Alter zwischen 15
und 22 Jahren, ihn nach Brasilien zu begleiten.
Am 5. Juni 1570 brach die aus mehreren
Schiffen bestehende Flotte zur Atlantiküberquerung auf. Eine Woche später
erreichte man die Insel Madeira, den ersten Zwischenstopp. Dort erfuhr man,
dass der französischen hugenottische Freibeuter Jacques de Sores die Gewässer
in der Nähe unsicher machte, was dazu führte, dass die Flottille im Hafen blieb
und vier der Jesuiten von Bord gingen.
Azevedo und der Kapitän seines
Schiffes Santiago beschlossen jedoch, trotz der Gefahr die Weiterfahrt zur
Kanareninsel La Palma, dem nächsten Zwischenstopp zu wagen, wo verschiedene
Güter abgeliefert und Vorräte aufgenommen werden sollten. 40 Jesuiten blieben
mit Azevedo auf dem Schiff.
Angeblich erreichte das Schiff noch
Tazacorte an der Westküste La Palmas, wo die Jesuiten einen Gottesdienst
abhielten. Anschließend wollten sie nach Santa Cruz de la Palma an der Ostküste
weitersegeln, wurden jedoch am Südkap bei Fuencaliente von fünf Piratenschiffe
eingeholt und von den Freibeutern überwältigt. Die Hugenotten töteten aus Hass
gegen die Katholiken mehrere Jesuiten, darunter Ignatius von Azevedo, auf
grausame Weise, die restlichen wurden erst schwer verwundet und dann über Bord
geworfen, sodass sie ertranken.
Nur der vierzehnjährige Novize Johann
Sánchez wurde, obwohl er standhaft blieb, verschont, weil er von den Piraten
als Koch gebraucht wurde. Im Sterben ersetzte ihn aber der junge Neffe des
Kapitäns der St. Jakob, Juan de San Juan. Er war zwar schon als Kandidat des
Ordens zugelassen, musste jedoch noch Zivilkleidung tragen. Mutig mischte er
sich unter die Jesuiten. Weil er aber Zivilkleider trug, wurde er verschont.
Daher griff er zu einer List: er nahm einem getöteten Mitbruder die Soutane ab
und zog sie an. Damit war dein Todesurteil gesprochen.
Woche später steuerten die Freibeuter
ihren Heimathafen La Rochelle an. Dort konnte der vierzehnjährige Novize Johann
Sánchez fliehen. Er gelangte nach Portugal und überbrachte fast ein Jahr später
sichere Nachricht über das Martyrium der Jesuiten.
Eine Besonderheit soll erwähnt werden:
zur Zeit des Überfalls sah die hl. Teresa von Ávila in einer Vision, wie sich
vierzig Märtyrerseelen triumphierend zu Himmel emporschwangen. Sofort meldete
sie der Umgebung die Umstände des Martyriums. Unter den Blutzeugen war auch
Franz Perez Godoy, ei naher Verwandter von ihr.
Am 11. Mai 1854 wurden Ignatius von
Atevedo un seine Gefährten von Papst Pius IX. als Märtyrer selig gesprochen und
zu Patronen Brasiliens erklärt. Ihr Gedenktag ist der 15. Juli.
Südlich von Fuencaliente de la Palma
wurden am Punta Malpique in den 1970er Jahren unter Wasser 40 Steinkreuze
aufgestellt, die an Ignatius von Azevedo und seine ermordeten Gefährten
erinnern sollen. Der Ort ist inzwischen ein bekanntes Tauchgebiet.
Aus „Der Ruf des Königs“ der Kongregation der Diener Jesu
und Mariens (SJM) Auhofstr 22, A-3372 Blindenmarkt
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