Dienstag, 27. Oktober 2020

Anbetung der Geschöpfe, statt des Schöpfers

Mutter-Erde-Kult in den Vatikanischen Gärten (2019)

Als nun die neue Wissenschaft mit ihrem linearen und mechanistischen Weltbild all diese natürliche Schönheit zu zerstören drohte und hierauf die Künstler mit einer Rückkehr zu den großen Kreisläufen der Natur reagierten, wuchsen allerdings die Schwierigkeiten, die Sonderstellung des Menschen in der Welt noch angemessen zu würdigen. Das wurde in Kauf genommen. Daß in der heutigen ökologischen Bewegung die Sonderstellung des Menschen gegenüber der Natur übersehen wird, macht den Kern ihres Romantizismus aus. Wieder verkehrt sich, was eigentlich ganz unschuldig begann, - nämlich das Aufmerksamwerden der Wissenschaft auf die Übernutzung unseres Planeten und der Wunsch, den eingespielten Prozeß verschwenderischen Mißbrauchs aufzuhalten und umzukehren, - zu einer neuen Religion. Die Mutter Erde, Gaia, wurde zur neuen Gottheit. Das Heil liegt in der unberührten Natur. Nicht im überlieferten Glauben und der Bibel, sondern im Kosmos, nicht in angeblich überholten Liturgien und Bankrotten Kirchen, sondern allein in der Natur, könne man Gott unmittelbar begegnen. Eigentlich sei Gott in uns. Unsere Erfahrungen und Gefühle, das sei Gott. Wir suchen Gott nicht in einer Kirche, sondern in unseren Genen.

Genau diese Verwechselung der Welt mit dem Herrn der Welt, diese Anbetung der Geschöpfe statt des Schöpfers, war der erste Sündenfall. Jeder Christ oder Jude, sollte man meinen, müßte sofort hellhörig werden und es bemerken. Statt dessen habe ich noch die Rede eines Pfarrers im Ohr, der – als vielumworbener Redner und Autor in Sachen Umwelt, der auf jeder ökologischen Weltkonferenz anzutreffen ist – einem hochkarätigen Publikum genau diese Verwechslung von Gott und Natur eintrichterte.

Die altneue Mutter-Erde-Religion wird von der feministischen Theorie gestützt, nach der die Welt einstmals Priesterinnen im Dienst weiblicher Gottheiten regiert worden sei. Aggressive Nord- und Bergvölker hätten dieses goldene Zeitalter dann zum Einsturz gebracht und ihre Männer- und Himmelsgötter Zeus und Yahwe an die Stelle der friedvollen Göttinnen gesetzt. So seien die Geringschätzung der Natur und die kriegslüsternen imperialistischen Kulturen in die Welt gekommen, die seitdem die Geschichte beherrscht hätten. Um diese Entwicklung zu korrigieren, drängen feministische Theolog(innen)en auf eine Rückkehr zum Kult der Mutter-Erde-Gottheiten.

Auch sei eine neue Prüfung der alten Heilpraktiken fällig, die die Christen als Hexerei verworfen und verdammt hätten. Warum haben die Christen sie Verdammt? Weil sie der Lehre Christi und der Apostel zuwiderlaufen? Weil sie insgeheim die etablierte Moral und den Glauben gefährden? Oder weil die alten Männer, die in der Kirche das Sagen haben, Angst haben, daß ihnen die Dinge aus dem Ruder laufen! Derartige Erklärungen sind so oft vorgebracht worden, daß sie heute in jedem Hörsaal widerspruchslos hingenommen werden.

 

Quelle: Michael Müller – aus seinem Buch: „Stets war es der Hund, der starb . . .“ - MM Verlag – Aachen, 2. Aulage 1999. Beitrag von William Park: „Lichtscheue Ideen“, S. 55ff.

 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Fratelli tutti: Ein naturalistischer kleinster gemeinsamer Nenner (*)...

 ...als Programm für eine orientierungslose Menschheit


von José Antonio Ureta

Fratelli Tutti (Omnes Fratres / Alle Brüder) scheint keine Enzyklika zu sein, sondern die Fortsetzung des Dialogs, den Franziskus seit Beginn seines Pontifikats mit Agnostikern wie Eugenio Scalfari, Dominique Wolton oder Carlo Petrini geführt hat, um sie davon zu überzeugen, dass die katholische Kirche mit der atheistischen Moderne vereinbar ist.

Die Enzykliken der früheren Päpste haben aus den ewigen Wahrheiten der göttlichen Offenbarung die Lehren entnommen, die auf die konkrete Situation und insbesondere auf Krisen der kirchlichen oder zeitlichen Konjunktur anwendbar waren. Anders schlägt Franziskus Raum für „Überlegungen zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ zahllose ausschließlich menschlicher Analysen als Hauptnenner vor: Martin Luther King, Desmond Tutu, Mahatma Ghandi und viele andere (Nr. 286), die trotz religiöser oder philosophischer Unterschiede für alle akzeptabel sind, da sich dieses Schreiben „an alle Menschen guten Willens, jenseits ihrer religiösen Überzeugungen richtet“ (Nr. 56).

Diese Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner mit dem Agnostizismus zeigt sich in der Passage der Enzyklika unter „Der Konsens und die Wahrheit“, in der Franziskus betont, dass die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen „eine Wahrheit ist, die der menschlichen Natur entspricht jenseits jeder kulturellen Veränderung“ und fügt hinzu: „Agnostikern mag diese Grundlage ausreichend erscheinen, um den nicht verhandelbaren ethischen Grundprinzipien eine starke und beständige universelle Gültigkeit zu verleihen, um weitere Katastrophen zu verhindern. Für Gläubige ist die menschliche Natur als Quelle ethischer Prinzipien von Gott geschaffen, der diesen Prinzipien letztlich eine feste Grundlage verleiht.“ Um den Verdacht eines religiösen Proselytismus zu vermeiden, stellt er klar, dass „dies weder einen ethischen Kreationismus begründet, noch zwingt es irgendein Moralsystem auf, da universell gültige sittliche Grundprinzipien zu unterschiedlichen praktischen Normen führen können. Deshalb bleibt immer ein Raum für den Dialog“ (Nr. 214).

Aus dieser Suche nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner mi dem Agnostizismus geht auch hervor, dass in dieser Enzyklika, die reichlich selbstreferenziell ist (170 Zitate eigener Quellen, 43 seiner Vorgänger, nur 20 von Kirchenvätern und Kirchenlehrern), das Fehlen von Voraussetzungen und sogar Überlegungen übernatürlicher Natur und speziell christlich-religiöse Überlegungen sehr auffällig ist. Fratelli Tutti ist in einer klaren naturalistischen und interreligiösen Sprache geschrieben. Es wird praktisch ausgelassen die übernatürliche Berufung des Menschen, die durch die Sünde in die Welt eingebrachte Wunde, die Notwendigkeit der Erlösung in Christus, die Heilsrolle der Kirche, die göttliche Gnade als Voraussetzung für individuelle Vollkommenheit und sozialen Fortschritt sowie das Naturgesetz als Grundlage der internationalen Ordnung, die die Grundlage der Ermahnungen früherer Päpste waren.

Naturalismus und Interkonfessionalismus zeigen sich besonders in der Grundidee der Enzyklika, dem „neuen Traum von der Geschwisterlichkeit und der sozialen Freundschaft“ (Nr. 6) und dem daraus resultierenden „weltweiten Streben nach Geschwisterlichkeit“ (Nr. 8) das Franziskus „zum Leben erwecken“ möchte, ausgehend von der Anerkennung der Würde eines jeden Menschen ohne jeglichen Bezug zu Gott, abgesehen von einer kurzen Erwähnung der Überzeugung der Gläubigen, ist dies, was den ungewöhnlichen Ton des Dokuments hervorhebt: „Als Gläubige sind wir davon überzeugt, dass es ohne eine Offenheit gegenüber dem Vater aller keine soliden und beständigen Gründe für den Aufruf zur Geschwisterlichkeit geben kann“ (Nr. 272).

Selbst das Gleichnis vom barmherzigen Samariter wird in einem rein humanistischen Schlüssel interpretiert: Die Erzählung zeigt uns laut dem Papst „eine oft vergessene wesentliche Charakteristik des menschlichen Seins: Wir sind für die Fülle geschaffen, die man nur in der Liebe erlangt“ (Nr. 68). „Jesus vertraut auf die bessere Seite des menschlichen Geistes und ermutigt ihn mit dem Gleichnis, sich an die Liebe zu halten, den Leidenden wieder einzugliedern und eine Gesellschaft aufzubauen, die dieses Namens würdig ist“ (Nr. 71). Der weltliche Charakter dieser Liebe wird durch die Überlegung betont: „ein gläubiger Mensch kann sich Gott nahe fühlen und sich für würdiger als die anderen halten“, während „paradoxerweise können diejenigen, die sich für ungläubige halten, den Willen Gottes manchmal besser erfüllen als die Glaubenden“ (Nr. 74).

Diese Nächstenliebe leitet sich nicht unbedingt aus der Liebe Gottes ab. Das Wort „Nächstenliebe“ (carità) wird in der Enzyklika 33 Mal verwendet, aber es wird nie mit der „Freundschaft des Menschen gegenüber Gott“ in Verbindung gebracht, aus der es im Wesentlichen besteht (hl. Thomas von Aquin, Summa, II-II, Q. 23, a. 1, resp.), woraus sich ergibt, dass „der Grund den nächsten zu lieben, Gott ist“ (ebd. Q.25, a.1, resp.). Das Weglassen des hauptsächlich vertikalen Charakters der Nächstenliebe führt sogar zur Behauptung, dass, um die „Ausdrucksform der verschiedenen moralischer Tugenden“ (wie Tapferkeit, Nüchternheit, Fleiß usw.) „richtig zu lenken, ist auch zu bedenken, inwieweit sie eine Dynamik der Offenheit und Einheit mit anderen Menschen bewirken“ (Nr. 91), die Liebe zu Gott wird verschwiegen.

Nach dem Gesagten scheint Fratelli Tutti weitgehend unter das kritische Urteil zu fallen, das der hl. Papst Pius X. in der Enzyklika Notre Charge Apostolique über die Schriften der Le Sillon-Bewegung gefällt hat, wo er schreibt, dass diese Bewegung eine nicht-katholische Auffassung der Nächstenliebe fördere:

„Dieselbe katholische Lehre lehrt uns auch, dass die Quelle der Nächstenliebe sich in der Liebe zu Gott befindet, dem gemeinsamen Vater und gemeinsamen Ziel der gesamten Menschheitsfamilie; und in der Liebe zu Jesus Christus, dessen Glieder wir in einer Weise sind, dass die Hilfe für einen Unglücklichen eine Jesus Christus selbst erwiesene Wohltat ist. Jede andere Liebe ist eine Illusion oder ein unfruchtbares, vergängliches Gefühl. Die menschliche Erfahrung beweist es wahrlich, dass in den heidnischen und laizistischen Gesellschaften aller Zeiten, unter gewissen Unständen die Rücksicht auf die allgemeinen Interessen oder auf die gleiche Menschennatur sehr wenig Gewicht hat gegenüber den ungeordneten Leidenschaften und Begierden des Herzens. Nein, ehrwürdige Brüder, es gibt keine wahre Brüderlichkeit außerhalb der christlichen Liebe, die aus Liebe zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus, unserem Erlöser, alle Menschen umfasst: um allen beizustehen und alle zum selben Glauben und zum selben Glück des Himmels zu führen. Wenn die Demokratie die Brüderlichkeit von der so verstandenen christlichen Liebe trennt, so bedeutet sie keinen Fortschritt, sondern schafft einen unheilvollen Rückgang der Zivilisation.“ (Nr. 24, die Hervorhebungen sind von mir).

Die Worte des hl. Pius X. geben das notwendige Licht, um einen weiteren Aspekt der jüngsten Enzyklika von Franziskus hervorzuheben: die relativistische Synthese der Koexistenz von Gegensätzen, die durch Dialog als Unterstützung für universale Brüderlichkeit und soziale Freundschaft dienen muss. Das Vorbild einer „Kultur der Begegnung“ (6-Mal im Text erwähnt) und des „Dialogs“ (46-Mal erwähnt) wäre der hl. Franziskus, der „keine Wortgefechte führte, um seine Lehren aufzudrängen“, doch „er war ein wirklich liebevoller Vater, der es auf sich nimmt auf andere Menschen in ihrer Bewegung zuzugehen, nicht um sie zu vereinnahmen, sondern um ihnen zu helfen, mehr sie selbst zu werden“ (Nr. 4).

Heute, im Gegenteil, „herrscht der Brauch, den Gegner schnell zu diskreditieren und mit demütigenden Schimpfwörtern zu versehen, anstatt sich einem offenen und respektvollen Dialog zu stellen, bei dem man eine Synthese sucht, die weiterführt“ (Nr. 201). Tatsächlich müssen wir daran denken, dass „Unterschiede kreativ sind, sie erzeugen Spannungen und in der Auflösung einer Spannung liegt der Fortschritt der Menschheit“ (Nr. 203).

Für Papst Franziskus wäre dies kein Relativismus, solange eine objektive Wahrheit weiterhin gültig bleibt: dass jeder Mensch heilig ist (Nr. 207), aus dem hervorgeht, dass die Menschenrechte unantastbar sind (Nr. 209) und ein dauerhafter, transzendenter und nicht verhandelbarer Wert. (Nr. 211 und 273). Im Übrigen ist das, „was wir ,Wahrheit‘ nennen“ (die Anführungszeichen stammen aus der Enzyklika) „vor allem die Suche nach den stabilsten Grundlagen für unsere Entscheidungen und auch für unsere Gesetze“ (Nr. 208), also „in einer pluralistischen Gesellschaft ist der Dialog der beste Weg, zur Anerkennung dessen, was stets bejaht und respektiert werden muss und was über die umstandsbedingten Konsens hinausgeht“ (Nr. 211). Von dort aus entsteht „eine Kultur der Begegnung“, die „ein Lebensstil ist, der eine Polyederbildung mit vielen Facetten und sehr vielen Seiten, die aber zusammen alle eine nuancenreiche Einheit bilden“, „eine Gesellschaft, in der Unterschiede zusammenleben, sich dabei gegenseitig ergänzen, bereichern und erhellen“ (Nr. 215). Dazu sind nötig einerseits „die Fähigkeit, dem Nächsten das Recht zuzugestehen, er selbst zu sein und anders zu sein“ (Nr. 218) und andererseits „ein Kulturpakt“, der die Annahme der Möglichkeit beinhaltet, zum Gemeinwohl auf etwas zu verzichten.

„Niemand wird die ganze Wahrheit besitzen oder alle seine Wünsche erfüllen können. Ein solcher Anspruch würde nämlich dazu führen, den anderen zu zerstören, indem man ihm seine Rechte verweigert“ (Nr. 221). Es geht um den Realismus des Dialogs „derer, die überzeugt sind, ihren Prinzipien treu bleiben zu müssen, gleichzeitig aber anerkennen, dass der andere ebenso das Recht hat, zu versuchen, seinen eigenen Prinzipien treu zu sein“ (idem) und es uns ermöglicht, gemeinsam zu träumen „als eine einzige Menschheit zu träumen, als Weggefährten vom gleichen menschlichen Fleisch, als Kinder der gleichen Erde, die uns alle beherbergt, jeder mit dem Reichtum seines Glaubens oder seiner Überzeugung, jeder mit seiner eigenen Stimme, alles Geschwister“ (Nr. 8).

Für Franziskus ist dies weder Synkretismus noch Absorption des einen im anderen, „sondern es geht um eine Lösung auf einer höheren Ebene, welche die wertvollen innewohnenden Möglichkeiten und die Polaritäten im Streit beibehält“ (Nr. 245), was eine besondere Form der Hegelschen Dialektik zu sein scheint, in der die Synthese als ein unerreichbarer Horizont verbleibt.

Es ist leicht zu erkennen, dass all dies nicht mit dem harmoniert, was der hl. Papst Pius X. lehrte, als er die Le Sillon-Bewegung wegen Abkehr von der katholischen Lehre verurteilte: „Genauso steht es um den Begriff der Brüderlichkeit, die sie in der Liebe zu den gemeinsamen Interessen begründen oder, über alle Weltanschauungen und alle Religionen hinweg, einfach im Begriff der Humanität, wobei sie mit gleicher Liebe und gleicher Toleranz alle Menschen mit allen ihren Nöten umfassen, den geistigen und moralischen ebenso, wie den körperlichen und irdischen. Die katholische Lehre zeigt uns aber, dass die erste Pflicht der Nächstenliebe nicht in der Toleranz gegenüber irrigen Überzeugungen, so aufrichtig dieselben auch sein mögen, besteht; auch nicht in der theoretischen oder praktischen Indifferenz gegenüber dem Irrtum und dem Laster, wohin wir unsere Brüder gestürzt sehen: sondern sie besteht in dem Eifer, sie geistig und moralisch zu bessern, nicht weniger, als in der Sorge für ihr materielles Wohlergehen.“(24, die Hervorhebungen sind von mir).

Der Ton des philosophischen Relativismus und des religiösen Interkonfessionalismus von Fratelli Tutti erstreckt sich gleichermaßen auf die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und anderen Religionen. „Ausgehend von der Wertschätzung jeden Menschen als Geschöpf mit Berufung zur Gotteskindschaft, leisten die verschiedenen Religionen einen wertvollen Beitrag zum Aufbau von Geschwisterlichkeit und zur Verteidigung der Gerechtigkeit in der Gesellschaft“ (Nr. 271). In dieser Hinsicht wären alle Religionen gleich: „Aus unserer Glaubenserfahrung und aus der Weisheit, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat, aber auch dank des Lernens aus unseren vielen Schwächen und Stürzen wissen wir Gläubige verschiedener Religionen, dass es für unsere Gesellschaften gut ist, wenn wir Gott in ihnen gegenwärtig machen.“ (Nr. 274).

Die Bibel fällt ebenfalls in diese Gleichung, denn für Franziskus können alle „klassischen religiösen Texte für alle Zeiten von Bedeutung sein, und eine motivierende Kraft besitzen, die immer neue Horizonte öffnet, das Denken anregt, den Geist weitet und das Feingefühl erhöht“ (Nr. 275). Und weiter fügt er hinzu: „Andere nähren sich aus anderen Quellen. Für uns liegt die Quelle der Menschenwürde und Geschwisterlichkeit im Evangelium Jesu Christi“(Nr. 277).

Darüber hinaus hat Gott keine bevorzugte Option für die Getauften im Allgemeinen (die die einzigen wahren Kinder Gottes sind) oder für die katholischen Gläubigen, Glieder seines mystischen Leibes im Besonderen, sondern „Gottes Liebe ist für jeden Menschen gleich, unabhängig von seiner Religion. Und wenn er Atheist ist, ist es die gleiche Liebe“ (Nr. 281).

Aus diesen religiösen und philosophischen Voraussetzungen - auf der Suche nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner für alle Menschen, wie wir zu Beginn sagten - zieht die Enzyklika Fratelli Tutti hauptsächlich zwei praktische Konsequenzen, die zu einem Unwohlsein führen, wenn sie nicht eine noch größere Bresche öffnen, zwischen Papst Franziskus und einem großen Teil der katholischen Gläubigen: Es geht um die Förderung der Einwanderung als Voraussetzung für eine offene Gesellschaft und eine Weltregierung zur Lösung globaler Probleme.

Für Franziskus ist „Liebe, die über alle Grenzen hinausreicht, die Grundlage dessen, was wir in jeder Stadt und in jedem Land ,soziale Freundschaft‘ nennen“, eine Bedingung für „wirklicher universaler Offenheit“ (Nr. 99). Sein Universalismus ist nicht mit einer Globalisierung zu verwechseln, die „eine homogenen, einheitlichen und standardisierten Domäne einer einzigen vorherrschenden Kulturform“ fördert (Nr. 144), sondern eine facettenreiche Gesellschaft (Polyeder) aufbaut, in der „zwar jeder einzelne Teil in seinem Wert respektiert wird, und zugleich das Ganze mehr ist als die Teile, und auch mehr als ihre bloße Summe“ (Nr. 145). Wie im Fall des Dialogs steht für den Papst „eine gesunde Offenheit nie im Gegensatz zur eigenen Identität“, weil „eine lebendige Kultur, die sich um neue Elemente fremder Herkunft bereichert, wird diese nie einfach kopieren oder wiederholen, sondern sie wird sich das Neue auf ihre Art und Weise zu eigen machen. Dies führt zur Entstehung einer neuen Synthese, die letztlich allen zugute kommt“ (Nr. 148).

Deshalb müssen wir „eine offene Welt denken und schaffen“ (dies ist der Titel des Dritten Kapitels der Enzyklika), in der „Rechte ohne Grenzen“ in Kraft sind (es ist der Untertitel eines Abschnitts), da „niemand aufgrund seiner Herkunft ausgeschlossen werden darf“ unabhängig davon, wo er geboren wurde, „und schon gar nicht aufgrund der Privilegien anderer, die unter günstigeren Umständen aufgewachsen sind“. „Auch die Grenzen und Grenzverläufe von  Staaten können das nicht verhindern“ (Nr. 121). Da die universelle Bestimmung der Güter der Erde nicht nur das Privateigentum mit einer sozialen Funktion belastet – „wenn sich jemand etwas aneignet, dann nur, um es zum Wohl aller zu verwalten“ (Nr. 122) -, sondern bedingt auch die Souveränität der Nationen über ihr eigenes Territorium, da „jedes Land auch ein Land des Ausländer ist, denn die Güter eines Territoriums dürfen einer bedürftigen Person, die von einem anderen Ort kommt, nicht vorenthalten werden“ (Nr. 124).

In Wirklichkeit müssen die Güter dieses Landes nicht nur den Bedürftigen zur Verfügung stehen, denn „es ist unsere Pflicht, das Recht eines jeden Menschen zu respektieren, einen Ort zu finden, an dem er nicht nur seine Grundbedürfnisse und denen seiner Familie nachkommen, sondern auch als Person voll verwirklichen kann“ (Nr.129). Dies würde bedeuten, dass jeder, der sich als neuen Picasso oder neuen Einstein betrachtet, das Recht haben würde, nach Paris oder Massachusetts zu ziehen, um seine künstlerischen oder wissenschaftlichen Talente an der Écôle des Beau Arts oder am MIT (Massachusetts Institute of Technology) voll zu entfalten.

Wenn viele einfach auswandern, um eine bessere Zukunft zu suchen, als sie es in ihrer Heimat tun können, kümmert sich Papst Franziskus in dieser Enzyklika - anders als er es manchmal gesagt hat, wenn auch nur kurz - nicht um das Recht jedes Landes, das Migrationsphänomen entsprechend zu regulieren nach den jeweiligen Möglichkeiten, sondern beschränkt sich darauf zu sagen, dass „die Ankunft verschiedener Menschen, die aus einem anderen Lebenskontexten und kulturellen Zusammenhänge kommen, zu einer Chance wird“ und „eine Chance zur Bereicherung und Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung aller“ ( Nr. 133). Und er besteht darauf: „Einwanderer sind, wenn man ihnen bei der Integration hilft, ein Segen, ein Reichtum und ein neues Geschenk, das eine Gesellschaft einlädt sich weiterzuentwickeln“ (Nr. 135).

Es gibt keinen Hinweis auf das Risiko einer massiven und destabilisierenden Einwanderung, wie dies derzeit in Europa der Fall ist, wo eine starke muslimische Komponente sich weigert, sich zu integrieren, so dass Präsident Macron eine Initiative gegen den „islamischen Separatismus“ in den städtischen Peripherien starten musste, wo nicht einmal die Polizei eintreten kann...

Franziskus hingegen hält es für notwendig, das Risiko von „lokalen Narzissmus“ hervorzuheben, hinter dem sich „ein verschlossener Geist verbirgt, der aus einer gewissen Unsicherheit und Furcht vor dem anderen lieber Mauern errichtet, um sich zu schützen“ und „ein solch unguter Lokalpatriotismus ist zwanghaft auf einige wenige Ideen, Bräuche und Gewissheiten beschränkt“ (Nr. 146). Das lokale Leben „wird unbeweglich und krank“ (idem), da „andere konstitutiv notwendig sind für den Aufbau eines erfüllten Lebens“ (Nr. 150).

Daher sind Migrationen nicht nur an sich gut, sondern „werden ein grundlegendes Element der Zukunft der Welt darstellen“ (Nr. 40). Die Gesundheitskrise von Covid-19 wiederum ist die großartige Gelegenheit, aus der „egoistischen Selbsterhaltung“ herauszukommen: „Gott gebe es, dass es am Ende nicht mehr „die Anderen“, sondern nur ein „Wir“ gibt, „so wird die Menschheit mit all ihren Gesichtern, all ihren Händen und all ihren Stimmen wiedererstehen über die von uns geschaffenen Grenzen hinaus“ (Nr. 35), weil, „wie es um die verschiedene Länder der Welt bestellt ist, lässt sich an die Fähigkeit abmessen, nicht nur an das eigene Land, sondern an die ganze Menschheitsfamilie zu denken“ (Nr. 141).

Aber „um die Entwicklung einer weltweiten Gemeinschaft zu ermöglichen, in der eine Geschwisterlichkeit unter den die soziale Freundschaft lebenden Völkern und Nationen herrscht“ (Nr. 154), ist es notwendig, „dass nicht nur eine Spiritualität der Geschwisterlichkeit wachsen muss, sondern zugleich eine weltweite wirksamere Organisation“ (Nr. 165). „In diesem Kontext wird es unerlässlich, stärkere und wirkkräftig organisierte internationale Institutionen zu entwickeln, die Befugnisse haben, die durch Vereinbarung  unter de nationalen Regierungen gerecht bestimmt werden, und mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen“. „Dabei ist nicht notwendigerweise an eine personale Autorität zu denken. Sie müsste zumindest die Schaffung von wirksameren Weltorganisationen vorsehen, die mit der Autorität ausgestattet sind, die Beseitigung von Hunger und Elend und die feste Verteidigung der grundlegenden Menschenrechte zu gewährleisten“ (Nr. 172). Da der folgende Absatz der Enzyklika der Notwendigkeit einer Reform der Vereinten Nationen gewidmet ist, muss verstanden werden, dass im Geiste von Franziskus diese Organisation für die Ausübung dieser Rolle verantwortlich ist. „Es muss vermieden werden, dass dieser Organisation die Legitimation entzogen wird, denn ihre Probleme und Mängel können nur gemeinsam angegangen und gelöst werden“ (Nr. 173).

In einer Konjunktur, in der sich am Horizont sehr ernste wirtschaftliche und soziale Krisen abzeichnen, die sich aus der hysterischen Reaktion der WHO und der Regierungen auf die Herausforderungen von Sars-Cov-2 ergeben, entsteht das Gespenst einer Weltdiktatur, zunächst eine gesundheitliche und dann die politische. Dies ist keine imaginäre Perspektive, das Produkt eines „verschwörerischen“ Geistes, sondern die Verwirklichung des Traums der Aufklärung einer Welt-Republik, die bereits vor der Französischen Revolution in den Freimaurerlogen geschlüpft war und indirekt in der Enzyklika ersehnt wird durch die Erwähnung der Trilogie „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in einem seiner Untertitel (Nr. 103).

Es ist nicht unbegründet, am Ende dieser allgemeinen Übersicht von Fratelli Tutti das Freimaurertum zu erwähnen. Die Januar-Ausgabe des Magazins Nuova Hiram, das vierteljährliche Organ des Großen Orients von Italien, veröffentlichte ein Artikel von Pierluigi Cascioli, mit einem Kommentar zu dem vom Papst Franziskus und Imam Ahmed el-Tayeb in Abu Dhabi unterzeichneten Dokument „Menschliche Bruderschaft für Weltfrieden und das gemeinsame Zusammenleben“, es sei die Hauptinspirationsquelle für die Ausarbeitung der neuen Enzyklika (Nr. 5), die verschiedene Passagen dieser gemeinsamen Erklärung enthält. Obwohl Pierluigi Cascioli sich fragt, ob der Katholizismus und der sunnitische Islam die Erklärung zu ihren letzten Konsequenzen führen werden (uneingeschränkten Zugang von Frauen in ihren jeweiligen Hierarchien und Anerkennung der Legitimität homosexueller Beziehungen), räumt er nachdrücklich ein, dass die beiden religiösen Führer „Stellungnahmen der Avantgarde“ abgegeben haben und dass die in dem Dokument enthaltenen Werte der universalen Brüderlichkeit nicht nur mit dem spezifischen Glauben der beiden Unterzeichner vereinbar sind, sondern dass „diese Werte auch von anderen vollständig geteilt werden, sie können von anderen auf der Grundlage eines ,kleinsten gemeinsamen Nenners‘ geteilt werden, mit Begründung auf die Vernunft“, weil „jeder einzelne Mensch eine unendliche Würde hat“. Nachdem der Verfasser von Nuovo Hiram darauf besteht, dass „die Freimaurer, deren Schwerpunkt die Brüderlichkeit ist, sich mit diesem Dokument unbedingt auseinandersetzen müssen“, erklärt er, dass letzteres eine Einladung ist, „die Kultur des Dialogs als einen Weg zu übernehmen“ (ein Anliegen von Fratelli Tutti) und schließt mit folgender Frage: „Bei Anwendung dieses Prinzips werden Katholiken und Sunniten einen Dialog mit den Freimaurern wollen?“.

(*) Die Redewendung kleinster gemeinsamer Nenner bezeichnet einen Kompromiss oder Konsens auf niedrigstem Niveau. Im Zuge von Verhandlungen kann ein kleinster gemeinsamer Nenner mehrere Bedeutungen haben: z.B. fauler Kompromiss, außer Streit gestellte Punkte, mageres Ergebnis etc. (vgl. Wikipedia: Gemeinsamer Nenner)

Die Nummern in Klammern entsprechen der Aufzählung im Originaltext der Enzyklika.

Aus dem Italienischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in 

Quelle: Stilum Curiae, Marco Tosatti – 7. Oktober 2020

 Die deutschen Zitate aus der Enzyklika wurden von der deutschen Übersetzung des Vatikans übernommen in

http://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html

Zuerst erschienen in Revolution und Gegenrevolution

Verwendung dieser deutschen Übersetzung nur mit Quellenangabe dieses Blogs erlaubt.

 

Dienstag, 15. September 2020

Was 10 Heilige sagten, bevor sie in den Himmel kamen (erstaunliche Zitate)


Das lateinische Sprichwort talis vita, finis ita erfasst die Realität sehr gut,. Das heißt, wie man lebt, so wird man sterben. Wenn man gut lebt, ist ein guter Tod in der Gnade Gottes wahrscheinlich. Stattdessen werden diejenigen, die ein sündiges Leben führen, voraussichtlich keine Bekehrung in extremis vornehmen und miserabel sterben.

Bei den Heiligen verhält es sich anders. Sie umarmen den Tod mit Zuversicht, sogar mit Freude. Sie wissen, was jede treue Seele erwartet, die heldenhaft den guten Kampf auf Erden führt: den Himmel. Die zehn hier vorgestellten Heiligen zeigen ein so hohes Maß an Vereinigung mit Gott und der Heiligen Jungfrau Maria, dass sie bereits einen Vorgeschmack vom Himmel auf ihrem Sterbebett zu erleben scheinen.

Ihre letzten Worte beweisen, dass ein Leben in heldenhafter Tugend, vereint mit dem Kreuz Christi, die Quelle wahren Glücks in diesem und im nächsten Leben ist.

Heiliger Andreas, Apostel


Seine letzten Worte: „Ich kenne die Tugend deines Heiligen Kreuzes.“

Bei seiner Kreuzigung verfasste der heilige Andreas folgendes Gebet:

 „O schönstes Kreuz, das durch das Tragen des Leibes Christi verherrlicht wurde! Herrliches Kreuz, süß begehrt, leidenschaftlich geliebt, immer gesucht und schließlich auf mein Herz vorbereitet, das dich so lange erwartet hat. Nimm mich, o Kreuz! Umarme mich. Befreie mich von meinem Leben unter den Menschen. Bring mich schnell und fleißig zum Meister. Durch dich wird er mich empfangen, er, der mich durch dich gerettet hat.“

Der heilige Apostel fuhr fort: „Herr, ewiger König der Herrlichkeit, empfange mich am Holz dieses süßen Kreuzes. Du, der du mein Gott bist, den ich gesehen habe, erlaube ihnen nicht, mich vom Kreuz zu lösen. Tu Du dies für mich, o Herr, denn ich kenne die Tugend deines Heiligen Kreuzes.“


Heilige Johanna von Orléans (Jeanne d’Arc)

Ihr letztes Wort: „Jesus.“

Pater Jean Massieu, ein Augenzeuge, erzählt, wie die heilige Johanna starb, als sie auf dem Scheiterhaufen brannte: „… sie äußerte fromme und andächtige Wehklagen und rief die Heilige Dreifaltigkeit, die seligste und glorreiche Jungfrau Maria und alle seligen Heiligen im Paradies an”.

Die Richter und einige Engländer, die den Tod der Heiligen Jeanne d'Arc sahen, waren so tief bewegt, dass sie weinten. Ihre Feinde »erkannten Gottes Hand und machten Glaubensbekenntnisse, als sie sahen, dass sie ein so bemerkenswertes Ende nahm. Und ihr letztes Wort, als sie starb, war ein lauter Schrei von „Jesus“.«

Das Feuer verzehrte ihren Körper, aber ihr Herz blieb auf wundersame Weise intakt.


Heiliger José Sanchez del Rio (1913-1928)


Seine letzten Worte: „Es lebe Christus König!“

Nachdem er tapfer für die Cristeros gekämpft hatte, wurde José gefangen genommen. Während die Kommunisten den 14-jährigen Jungen barbarisch mit scharfen Machetenschlägen folterten, schrien die gottlosen Soldaten: »Wenn du „Tod dem Christus König“ rufst, werden wir dein Leben verschonen.«

Seine feste Antwort blieb dieselbe: „Es lebe Christus König! Es lebe die Muttergottes von Guadalupe!“ Obwohl die Folterer seinen Körper mit Bajonetten durchbohrten, rief er mit jedem Stich immer lauter: „Viva Cristo Rey!“


Heiliger König Ferdinand von Kastilien
(1199—1252)


Seine letzten Worte: „Singet das Te Deum!“

Vor dem Tod gestand der Heilige Ferdinand öffentlich die kleinsten Sünden von seiner Kindheit bis zu den Unvollkommenheiten dieses Tages.

Dann rief er seinen ältesten Sohn und sagte ihm: „Sohn, du wirst reich an Land und an vielen guten Vasallen sein. Versuche Gutes zu tun und gut zu sein. Ich lasse Dich, als Herr des ganzen Landes, auf dieser Seite des Meeres, das Mauren gewonnen haben vom westgotischen König Roderick ... Wenn Du die Grenzen des Staates beibehältst, wie ich sie Dir überlassen habe, bist Du ein ebenso guter König wie ich; wenn du mehr eroberst, bist du besser als ich, wenn aber die Grenzen schrumpfen, bist du nicht so gut wie ich.“

Er sprach diejenigen an, die an seinem Bett waren, und fuhr fort: „Wenn Ihr durch meine Schuld Beschwerden habt, verzeihet sie mir bitte.“

Dann nahm er die Kerze mit beiden Händen, fand irgendwie Kraft in moralischer Energie, um sie in die Höhe zu heben, und sagte: „Herr, nackt kam ich aus dem Mutterleib auf die Erde, und nackt gebe ich mich ihr zurück. Herr, empfange meine Seele in der Gesellschaft deiner Diener.“

In einer Entrückung der Freude befahl der Heilige: „Singet das Te Deum!“

 

Heilige Bernadette Soubirous
(1844–1879)


Ihre letzten Worte: „Arme Sünderin.“

Bereits auf ihrem Sterbebett stieß Bernadette einen lauten Schrei aus, und als ihre Augen zum Himmel aufblickten und ihre Arme wie am Kreuz ausgestreckt waren, sagte sie: „Mein Gott“. Ein Zittern der Ehrfurcht, vermischt mit Angst, ging durch die drei Nonnen, die noch knieten…. Sie wiederholte zweimal: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für mich, arme Sünderin.“

„Arme Sünderin“ waren die letzten Worte der französischen Heiligen, der Unsere Liebe Frau in Lourdes erschienen war. Sie hielt ein Kruzifix auf ihr Herz und verschied.

 

Heiliger Dominikus von Guzman
(1170 - 1221)


Seine letzten Worte: „Dank sei Gott...“

Der heilige Dominikus predigte gegen die albigensische Häresie und förderte den heiligen Rosenkranz.

In seiner letzten Stunde legte er Pater Ventura ein „Generalbeichte“ ab. Als es fertig war, fügte er, sich an die anwesenden wendend, hinzu: „Gott sei Dank, dessen Barmherzigkeit mich bis heute in vollkommener Jungfräulichkeit bewahrt hat: Wenn ihr die Keuschheit bewahren wollt, bewahrt euch vor allen gefährlichen Gesprächen und wacht über euer eigenes Herz.“

Er folgte den Sterbegebeten so gut er konnte, indem er seine Lippen bewegte. Als die Worte des Subvenite Sancti Dei (Kommet zu Hilfe, ihr Heiligen Gottes) ausgesprochen wurden, streckte der Heilige „seine Arme zum Himmel aus und verschied“.

 

Heiliger René Goupil
(1608 - 1642)


Seine letzten Worte: „Jesus, Jesus, Jesus.“

Der heilige Isaac Jogues war Zeuge des Martyriums des heiligen Goupil. Er schreibt:

„… Ich spürte eine Vorahnung dessen, was passieren würde und sagte zu René: ‚Mein lieber Bruder, lasst uns uns unserem Herrn und unserer lieben Mutter, der seligen Jungfrau Maria, empfehlen. Ich fürchte, diese Indianer haben Böses im Sinn...

„Ein paar Minuten zuvor hatten René und ich uns mit intensiver Hingabe unserem Herrn aufgeopfert. Wir haben Gott gebeten, unser Leben und unser Blut anzunehmen und sie mit seinem Leben und seinem Blut zu vereinen, um diese heidnischen Stämme zu retten. Wir kehrten ins Dorf zurück und beteten unseren Rosenkranz…

„Wir blieben am Tor der Palisade stehen, um zu hören, was die beiden Irokesen uns sagen wollten. Einer von ihnen zog einen Tomahawk unter seiner Decke hervor und versetzte René einen Schlag auf den Kopf. René fiel zu Boden und sprach dreimal den heiligen Namen Jesu aus: Jesus, Jesus, Jesus. Wir hatten uns oft daran erinnert, unsere Predigten und unser Leben mit diesem heiligsten Namen zu beenden…“

 

Heiliger Thomas Morus
(1478 - 1535)


Seine letzten Worte: „Ich sterbe als treuer Diener des Königs, aber als Gottes Diener zuerst.“

Als Kanzler von England weigerte sich der heilige Thomas Morus, die Scheidung des Königs Heinrich VIII. und dessen unmoralische Wiederverheiratung zu unterstützen. Weil seine Treue zur Kirche nicht schwankte, beschuldigte ihn der König des Hochverrats und verurteilte ihn zum Tode.

Seine Worte waren kurz, aber sie sollten unsterblich bleiben. Er bat die Menschenmenge, für ihn zu beten und zu bezeugen, dass er „in und für den Glauben der heiligen katholischen Kirche“ sterbe. Dann kam das unvergessliche und herrliche Bekenntnis, dass er sterbe „als treuer Diener des Königs, aber als Gottes Diener zuerst“.

 

Heiliger Papst Gregor VII.
(1015–1085)


Letzte Worte: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und die Ungerechtigkeit gehasst, deshalb sterbe ich im Exil.“

Papst Gregor VII. war ein großer Reformer, dessen Dekrete Kaiser Heinrich IV. jedoch so wütend machten, dass er in Rom einfiel. Der heilige Papst musste fliehen.

„… Als die um sein Sterbebett stehenden Kardinäle von den von ihm vollbrachten guten Werken sprachen, antwortete der sterbende Papst: „Geliebte Brüder, all diese Dinge betrachte ich als nichts; eines gibt mir jedoch Vertrauen - dass ich die Gerechtigkeit geliebt und die Ungerechtigkeit gehasst habe.“

Zur Todesstunde lauteten seine letzten Worte erneut: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und die Ungerechtigkeit gehasst, deshalb sterbe ich im Exil.“

 

Heiliger Thomas Becket
(1119–1170)


Letzte Worte: „... ich bin bereit, den Tod anzunehmen.“

Als König Heinrich II. von England die Rechte der katholischen Kirche angriff, hatte der heilige Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury, den Mut, sich ihm zu widersetzen. Nach Jahren des Konflikts sagte Heinrich II. wütend: „Wird mich niemand von diesem turbulenten Priester befreien?“

Vier Ritter, die wussten, was der König wollte, betraten die Kathedrale, während der heilige Thomas die Vesper betete, und schrien: „Wo ist der Verräter?“ Der Heilige antwortete kühn: „Hier bin ich, kein Verräter, sondern Erzbischof und Priester Gottes.”

Edward Grim, ein Zeuge, notierte seine letzten Worte: „Für den Namen Jesu und den Schutz der Kirche bin ich bereit, den Tod anzunehmen.“

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Quellen des englischen Originals:

America Needs Fatima, “St. Andrew the Apostle.”

Ben D. Kennedy, “Saint Joan of Arc,” Saint Joan of Arc

Elias Rubio, “Saint Jose Sanchez del Rio: Hero for Christ the King,” TFP Student Action

Sister Maria del Carmen Fernandez Castro Cabeza, The Life of the Very Noble King of Castile and Leon, Saint Ferdinand III (New York, NY The Foundation for a Christian Civilization, Inc.) pg. 276

Margaret Trouncer, Saint Bernadette The Child and the Nun (New York, NY: Sheed and Ward, 1958), pg. 239-240

Augusta Theodosia Drane, The Life of Saint Dominic (Rockford, Illinois : Tan Books and Publishers, INC.), pg. 226

John Farrow, The Story of Thomas More (Sheed and Ward New York 1954) pg. 227

Arnold Harris Mathew, The Life and Times of Hildebrand Pope Gregory VII (London, Francis Griffiths 1910) pg. 240

“Thomas Becket” by Herbert Thurston in The Catholic Encyclopedia. New York, The Encyclopedia Press, Inc., 1911 pg. 678

Edward Grim translated by Dawn Marie Hayes, “Medieval Sourcebook: Edward Grim: The Murder of Thomas Becket,” Fordham University

 

Aus dem Englischen übersetzt mit Hilfe von Google Übersetzer in

https://www.isfcc.org/post/what-10-saints-said-before-going-to-heaven-amazing-quotes?utm_source=sendinblue&utm_campaign=What_10_Saints&utm_medium=email

Eingesehen am 27.08.2020

Irish Society for Christian Civilisation

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Donnerstag, 10. September 2020

„ . . . bis an der Erde Grenzen!“

  

Erst in unseren Tagen begreift die Christenheit, was es bedeutet, daß der Herr seine Jünger beauftragt hat, nicht nur „in Jerusalem, ganz Judäa und Samaria“, sondern „bis an den Grenzen der Erde“ für Ihn Zeugnis abzulegen (Apg. 1, 8). Die Grenzen der Erde lagen für die Menschen der Zeit Jesu an der Küste des Atlantiks, am Kaukasus, den Wäldern Germaniens und den Nilquellen. Es hat bald zwei Jahrtausende gedauert, bis der Mensch tatsächlich bis zu den letzten Punkten der Erdoberfläche, bis in die unerforschten Gebiete der Antarktis vorgedrungen ist und sich nun zum Raketenflug in das Weltall anschickt.


Verbreitung der katholischen Kirche: Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung nach Land 90–100 % 80–90 % 70–80 % 60–70 % 50–60 % 40–50 % 30–40 % 20–30 % 10–20 % 0–10 % Keine Daten


Aber nicht nur Geographisch haben sich die Grenzen der Erde geweitert, sondern auch politisch ist die Welt in bisher unvorstellbarer Weise eine Einheit geworden. Vorgänge im fernsten Asien haben ihre unmittelbare Auswirkung auf Europa, während man sich noch vor hundert Jahren nicht allzu um die Ereignisse im benachbarten Fürstentum zu kümmern brauchte. Wirtschaftliche Verflechtungen umspannen den ganzen Erdball, und selbst die letzte künstliche Grenze des Eisernen Vorhang wird den Anforderungen des Welthandels nicht lange mehr standhalten können.

Ist sich die Christenheit schon voll und ganz dieses Vorgangs bewußt geworden, und weiß sie um seine Auswirkung für das Reich Gottes? Die ökumenische Bewegung sucht auf ihre Weise die Zersplitterung der nichtkatholischen Religionsgemeinschaften in Landeskirchen und Sekten zu  überwinden, und ihre Erfolge sind sehr beachtlich. Wir Katholiken scheinen dagegen eine Umstellung nicht für notwendig zu halten. Wir sind von jeher im Besitz der Einheit, fühlen uns als Glieder einer Weltkirche und stehen unter der einheitlichen Leitung des Papsttums. Was sollte uns also noch fehlen?

Nichts wäre falscher, als so zu denken. Zwar ist die Einheit und Katholizität der Kirche ein unvergängliches Gnadengeschenk des Heiligen Geistes, aber wir müssen es auch zu nutzen verstehen. Es ist nicht genügend, daß alle Fäden in Rom zusammenlaufen, wenn oftmals in einzelnen Pfarreien eine unglaubliche Kirchenturmpolitik gemacht wird und die Sorge um das Gottesreich bei Anschaffung neuer Glocken und einer eigenen Orgel aufhört; wenn die Diözese eines Landes nicht zur Zusammenarbeit kommen, weil jede eifersüchtig über ihre eigene Finanzverwaltung und ihre Interessen wacht; wenn man sich in katholischen Gebieten nicht um die Diaspora kümmert; wenn erst recht keine Verbindung über die nationalen Grenzen gehen und man von den Vorgängen in den Missionsländern keine Ahnung hat, weil man dafür kein Interesse hat.

Trotz der weltumspannenden Universalität der Kirche und des Papsttums ist nicht nur die Organisation mancher kirchlichen Einrichtungen im Zeitalter der Kleinstaaterei steckengeblieben, sondern vor allem das Bewußtsein der Gläubigen ist der Ausweitung der Grenzen der Erde nicht nachgekommen. Oder was soll man dazu sagen, daß im Durchschnitt im Jahr zwar 78,-DM für Tabak, 76,- DM für Alkohol und 10,- DM für Kino ausgibt, aber nur o,o7 DM für die Weltmission?

Kann es uns wirklich so gleichgültig sein, wenn von 5000 japanischen Studenten sich 3000 als Religionslose, 1500 als Atheisten, 270 als Buddhisten, aber nur 38 als Christen, davon acht Katholiken ausgehen? Geht es uns wirklich nichts an, wenn der Islam in Afrika rasende Fortschritte macht, wenn mehr als die hälfte Asiens unter roter Herrschaft ist und die Zahl der Christen trotz alle Missionserfolge wegen Geburtenmüdigkeit der weißen Rasse dauernd zurückgeht? Noch steht die Katholische Kirche mit 456 Millionen Gläubigen an der Spitze aller Weltreligionen, aber was bedeutet die Zahl, wenn dahinter kein entsprechender Krafteinsatz steht? Was nutzt der Heldenmut unserer Pioniere an der Missionsfront, wenn die Etappe und die Heimat gleichgültig dem gewaltigen Geisteskampf zuschauen, der in der ehemaligen Kolonialländern tobt, und sich mit glänzenden „Wirtschaftswundern“  begnügen, während da draußen das Schicksal der Welt von morgen entschieden wird?


Es geht zunächst darum, mit einem überholten und falschen Missionsbegriff aufzuräumen, der den Loskauf von einigen Heidenkindern als nette Spielerei für Nonnen und fromme Kinder anschaut und das Gewissen damit beruhigt, wenn man zehn Pfennig dem nickenden Negerkindern einwirft oder alte Briefmarken für Missionszentralen sammelt. Wenn die Kirche nicht zu einer großzügigen und weltweiten Strategie kommt und sich dabei der opferbereiten Unterstützung eines jeden einzelnen Christen in der Heimat gewiß sein kann, so geht die geistige Schlacht um Asien und Afrika, um Südamerika und Ozeanien, deren Entscheidung in den nächsten zwanzig Jahren fallen wird, verloren. Das bedeutet aber nicht nur eine totale Niederlage der Mission, sondern zugleich auch das Ende Europas. Es geht heute nicht mehr um einzelne Seelen, sondern um die ganze Welt! Noch einmal hat der alte europäische Kontinent nach dem Verlust äußerer Kolonialmacht die Chance, die Welt geistig zu gewinnen und sich zu verbinden, aber dazu bedarf es des Einsatzes aller Kräfte bis in die letzte kleine Pfarrei. Umso erfreulicher ist es, daß es die Jugend ist, die an ihrem Bekenntnistag den Blick weiten will für ihre weltweiten Aufgaben. Wenn heute deutsche Studenten in USA studieren und unsere Monteure nach Ägypten und Indien geschickt werden, so sollten erst recht junge Christen bereit sein, die Botschaft Christi zu verkünden – bis an der Erde Grenzen!

 

Quelle: Im Spiegel der Zeit – Walther Kampe – Verlag Josef Knecht – Frankfurt am Main, 1961. S. 64

 

Weltkarte: Von Fibonacci (talk) - Adapted from File:BlankMap-World6.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9709312

https://de.wikipedia.org/wiki/Römisch-katholische_Kirche#/media/Datei:Catholic_population.svg

Bild (nickender Spendendosenfigur): Privat.

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Donnerstag, 3. September 2020

Der atemberaubende Triumph von Thomas Hobbes in der COVID-Krise

von John Horvat II

Früher standen die Menschen vor Herausforderungen und Risiken, um höhere Lebensziele zu erreichen. Sie verstanden, dass es Güter gab, die höher waren als der materielle Erfolg und sogar das Leben selbst. Zu diesen Zielen gehörten große Taten, künstlerische Ausdrucksformen und persönliche Heiligkeit. Solche Errungenschaften brachten denen, die große Anstrengungen unternahmen, Ehre, Ruhm und Erlösung.

Die gegenwärtige COVID-Krise zeigt einen grundlegenden Mentalitätswechsel, der die Postmoderne plagt. Viele meinen jetzt, dass der Zweck des Lebens darin besteht, es so bequem und sicher wie möglich zu leben. Jegliche Risiken oder Herausforderungen müssen unter allen Umständen vermieden werden. Diese Sichtweise spiegelt den tragischen Triumph der Ideen des Philosophen Thomas Hobbes aus dem 17. Jahrhundert wider.

Hobbes’ Welt des Eigeninteresses

Thomas Hobbes (1588–1679) war kein Mann mit hohen Idealen. Seine Welt ist pragmatisch, beherrscht von Eigeninteresse und Leidenschaften, die, wie er glaubte, das Leben der meisten Menschen beherrschten.

In Hobbes’ Welt müssen die Menschen nicht mehr in Hinblick auf das höchste Gut, das in der Vereinigung mit Gott gefunden wird, handeln. Stattdessen sind sie von der Angst vor dem größten Übel motiviert. Sie sind durch eine höchste Furcht angesichts des Todes bedingt. Hobbes erklärte: „Denn jeder Mensch wünscht sich das Gute für sich und meidet das Böse, aber hauptsächlich das größte natürliche Übel, nämlich den Tod.“ Der Zweck des Lebens bestünde also darin, die durch das Eigeninteresse und die Selbsterhaltung definierten Leidenschaften zu befriedigen und gleichzeitig den Tod zu vermeiden.

Hobbes war jedoch intelligent genug, um zu erkennen, dass Menschen dazu neigen, heftig zusammenzustoßen, wenn sie gleichzeitig nach verschiedenen eigennützigen Zielen streben. Deshalb unterstützte er die Existenz einer starken zentralisierten Staatsmacht, die er nach dem Titel seines Hauptwerkes Leviathan nannte, um diesen naturbedingten Interessenkonflikt zu harmonisieren, der, wenn er nicht kontrolliert zu einem „Krieg eines jeden Menschen gegen jeden Menschen“ führen würde.

Eine gut organisierte und mächtige Regierung, zu seiner Zeit ein absoluter Monarch, würde diese Zusammenarbeit und das Wohlergehen der universalen Völkergemeinschaft sicherstellen.

Die Hobbes'sche Vision von COVID-19

Diese toxische Philosophie orientiert die Richtlinien, die sich mit der Coronavirus-Krise befassen. Die gegenwärtigen Maßnahmen basieren auf Hobbes’ irrationaler Todesangst, die auf das Äußerste getrieben wird. Die heutigen Hobbesianer sind der Meinung, dass das größte Gut das Leben selbst ist und alles getan werden muss, um den Tod zu verhindern.

Als die Coronavirus-Krise ausbrach, wurde alles blockiert. Die Idee war, alle Risiken zu vermeiden, egal wie weit entfernt oder klein sie waren. In dem Moment, in dem beispielsweise ein möglicher COVID-Fall auftritt, muss der gesamte Bereich bereinigt werden. Jeder, der vom COVID-Patienten kontaktiert wird, muss sich selbst unter Quarantäne stellen. Es herrscht Panik. Kein Risiko darf gescheut werden. Die absurdesten Maßnahmen werden getroffen, um die geringste Möglichkeit eines einzigen Todes zu verhindern.

So gab es Hunderte von Landkreisen in ganz Amerika, in denen niemand an COVID starb. Sie wurden jedoch gesperrt und ihr kommerzielles, soziales und religiöses Leben völlig gestört. Walmart blieb offen, aber die Kirchen wurden geschlossen, obwohl es keine Beweise dafür gab, dass der Gottesdienst das Virus genauso verbreitet wie der Warenverkauf. Die irrationale Angst vor dem Tod schuf eine Atmosphäre der Paranoia. Die Gesundheitsvorschriften wurden starr und kompromisslos durchgesetzt. Die drakonischen Regeln schlossen den gesunden Menschenverstand aus und ließen keine Ausnahmen zu.

Diese irrationale Angst vor dem Tod ist unnatürlich und die Ursache für hohen Stress. Dies führt schließlich zu Konflikten mit denen, die die Klugheit der Unterdrückung der meisten Aktivitäten in Frage stellen. Deshalb erfordert diese Ansicht von Hobbes’schen COVID-19 den Leviathan, den diktatorischen Staat, die erzwungene Durchsetzung launischer Regeln. Leviathan wird benötigt, um die Menschen durch die Angst vor dem Tod willfährig zu halten.

Die COVID-Krise führte zu einer sozialistischen Regierungspolitik, die darauf abzielt, Leben im Namen der Rettung von Leben zu kontrollieren. Sie bedroht die Gesellschaft mit einer Heilung, die weitaus schlimmer ist als die Krankheit.

Es gibt zwei Hauptprobleme bei der Hobbes’schen COVID-Richtlinie.

Thomas Hobbes
Thomas Hobbes
Die Gesellschaft durch Rettungsmaßnahmen zerstören

Das erste ist, dass sie ein Klima der Angst schafft, das alle Aktivitäten lähmt. Der radikale Lockdown wird zur Standardsituation. In Panik fliehen Menschen vor der Gefahr, ohne die Folgen zu messen.

Die Lockdown-Mentalität besteht darin, zuerst zu handeln und später mit den Konsequenzen umzugehen. In einem System, das kein Risiko zulässt, ist der Lockdown die einzig mögliche Lösung. Sozialistische Regierungen sind nur zu willige Instrumente, um dies umzusetzen.

Diese Lösung löst jedoch gar nichts. Jeder erkennt jetzt, dass sich diese Politik als äußerst destruktiv erwiesen hat. In der Panik, ein einziges Leben zu retten, gingen weit mehr Leben verloren. Die unnötige Schließung von Krankenhäusern verhinderte, dass unzählige Menschen die Behandlungen und Diagnosen erhielten, die sie benötigten. Zehntausende Menschenleben gingen verloren oder wurden verkürzt. Die unüberlegte Schließung der gesamten Wirtschaft hat eine beispiellose Wirtschaftskrise ausgelöst, die bereits das Leben der Bürger stark belastet, dies aber in den kommenden Jahren unvorstellbar noch mehr tun wird. Die Unsicherheiten und Ängste gegenüber der Krise wirken sich auf die psychische Gesundheit von Millionen aus. Sie führen zu einer Zunahme von Depressionen und Selbstmorden.

Aus religiöser Sicht verursachte die Aufhebung des sakramentalen Lebens für unzählige Katholiken großes geistliches Leid und gefährdete die Errettung unzähliger Seelen. Einige starben ohne das Sakrament der Beichte oder der Letzten Ölung.

Hobbes’ irrationale Todesangst führt dazu, dass unnötige Todesfälle nicht vermieden werden und Leben nicht lebenswert sind.

Die Gesellschaft zum Stillstand bringen

Das zweite Problem der Hobbes’schen COVID-Politik besteht darin, dass sie die Suche nach Lösungen für die Krise verhindert. Eine risikolose Gesellschaft kann die Gefahren einer Katastrophe vermeiden, sie schließt aber auch jede Möglichkeit eines Sieges aus. Amerika ist heute durch eine solche Politik in Ketten gelegt.

Das Leben birgt Risiken. Um etwas von Bedeutung zu tun, sind Risiken erforderlich. Menschen können Hindernisse überwinden und originelle Lösungen vorschlagen, wenn sie keine Angst vor dem Scheitern haben.

Das Problem mit Hobbes’ irrationaler Angst vor dem Tod ist, dass selbst vernünftige Risiken verworfen werden. Die häufigsten täglichen Aktivitäten wie das Autofahren sind mit Risiken verbunden, die jedoch von allen gemessen und entsprechend ausgeführt werden. Viele dieser Routinetätigkeiten sind weitaus riskanter als die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Die Coronavirus-Krise lähmt jedoch alle kommerziellen und sozialen Maßnahmen, da die Angst alle Entscheidungen antreibt.

Zum Beispiel werden die meisten großen Schulbezirke diesen Herbst nicht den Mut haben, persönlichen Unterricht zu geben. Sie halten es für unsicher. Diese Maßnahmen werden ergriffen, obwohl das Wall Street Journal (13.-14. Juni) berichtet, dass „Kinder unter 14 Jahren zwischen 6,8 und 17 Mal seltener an Covid-19 sterben als an der saisonalen Grippe oder Lungenentzündung“. Kinder sterben 128-Mal häufiger an einem Unfall. Die Bildung unzähliger Kinder wird unnötig unter den Lockdowns und dem mangelnden Mut von Politikern, Pädagogen und Eltern zu leiden haben.

In diesem Szenario ist das „Big-Government“ die einzige Organisation, die groß genug ist, um ohne Angst vor Rückschlägen zu handeln. Schuld kann bequem auf eine große Bürokratie verteilt werden. Die Regierung kann den Schmerz ihrer Fehler durch den massiven Abfluss von Schuldengeldern lindern.

In einer vernünftigen Gesellschaft wissen die Menschen, wie man Gefahren bewertet. Diese Probleme könnten erheblich gemindert werden.

Der Hobbes’sche Albtraum

Die Hobbes'sche Lösung ist viel mehr ein Albtraum als eine Option. Hobbes lehrte die Menschen, ihre Leidenschaften und Wünsche auszuleben und dennoch aus Angst vor dem Tod mit anderen zusammenzuarbeiten. Er erklärte, es gebe „keinen finis ultimus, kein endgültiges Ziel, kein summum bonum, kein größtes Gut, wie es in den Büchern der alten Moralphilosophen gelehrt wird.“

Hobbes’ krankhafte Einstellung besagt, dass es keine Güter gibt, die höher sind als materieller Erfolg, selbst das Leben. Die Menschen werden auf die Mittelmäßigkeit ihrer Launen und Wünsche reduziert.

Im Gegenteil, die Kirche lehrte die Gläubigen, sich auf den Tod vorzubereiten, indem sie sie auf das höchste Gut, das Gott selbst ist, konzentrierte. Christen praktizieren Tugend aus Liebe zu Gott. Ihnen wird beigebracht, dass es Güter gibt, die kostbarer sind als das Leben selbst - wie Tugend und Glaube. Die vielen Heiligen und Märtyrer der Kirche zeugen von dieser aufrechten und richtig geordneten Werteskala.

Das Scheitern von Hobbes

Gott gründete eine Kirche, in der die Menschen zusammenleben und aus Liebe zu ihm einander gernhaben und helfen können. Hobbes wollte eine Leviathan-Zentralregierung, die die Menschen davon abhält, sich gegenseitig zu töten, um ihre egoistischen Interessen zu verfolgen.

Die meisten modernen philosophischen Schemata erweisen sich als nicht praktikabel. Hobbes ist keine Ausnahme. Die COVID-19-Katastrophe ist der Triumph von Hobbes’ Albtraum. Er verspricht Kooperation und „Big-Government“ angesichts der Todesangst vor COVID.

Das funktioniert nicht. Stattdessen hat Hobbes Amerika einem „Krieg eines jeden Menschen gegen jeden Menschen“ ausgeliefert.

 

Aus dem Englischen mit Hilfe von Google Übersetzer in

https://www.returntoorder.org/2020/08/the-stunning-triumph-of-thomas-hobbes-in-the-covid-crisis/?pkg=rtoe1058

Gesichtet am 15.08.2020

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Mittwoch, 2. September 2020

Die erste Pflicht der Nächstenliebe besteht darin, Unwissende zu lehren


Eine falsche Vorstellung von Brüderlichkeit basiert auf gemeinsamen Interessen der Menschheit, über allen Philosophien und allen Religionen hinweg, die für alle Menschen die gleiche Toleranz übt mit all ihrem intellektuellen, moralischen, physischen und irdischen Elend.

Jesus übergibt die Schlüssel des Himmels dem hl. Petrus
Jesus übergibt die Schlüssel
des Himmels dem hl. Petrus

Vergessene Wahrheiten

In Anbetracht der modernen Vorstellung, dass wahre Nächstenliebe eine bedingungslose Toleranz gegenüber den Fehlern anderer voraussetzt oder immer versucht, vor allem die gemeinsamen Interessen zu befriedigen, wiederholen wir die Worte des Heiligen Pius X., eines Papstes, der während seines Pontifikats eifrig suchte gegen die Unterwanderung des Modernismus zu kämpfen, den er als „Synthese aller Häresien“ bezeichnete.


„Genauso steht es um den Begriff der Brüderlichkeit, die sie in der Liebe zu den gemeinsamen Interessen begründen oder, über alle Weltanschauungen und alle Religionen hinweg, einfach im Begriff der Humanität, wobei sie mit gleicher Liebe und gleicher Toleranz alle Menschen mit allen ihren Nöten umfassen, den geistigen und moralischen ebenso, wie den körperlichen und irdischen. Die katholische Lehre zeigt uns aber, dass die erste Pflicht der Nächstenliebe nicht in der Toleranz gegenüber irrigen Überzeugungen, so aufrichtig dieselben auch sein mögen, besteht; auch nicht in der theoretischen oder praktischen Indifferenz gegenüber dem Irrtum und dem Laster, wohin wir unsere Brüder gestürzt sehen: sondern sie besteht in dem Eifer, sie geistig und moralisch zu bessern, nicht weniger, als in der Sorge für ihr materielles Wohlergehen.

Die gleiche katholische Lehre zeigt uns auch, dass die Quelle der Nächstenliebe sich in der Liebe zu Gott befindet, dem gemeinsamen Vater und gemeinsamen Ziel der ganzen Menschheitsfamilie; und in der Liebe zu Jesus Christus, dessen Glieder wir in einer Weise sind, dass die Hilfe für einen Unglücklichen eine Jesus Christus selbst erwiesene Wohltat ist. Jede andere Liebe ist eine Illusion oder ein unfruchtbares, vergängliches Gefühl. Die menschliche Erfahrung beweist es wahrlich, dass in den heidnischen und laizistischen Gesellschaften aller Zeiten unter gewissen Umständen die Rücksicht auf die allgemeinen Interessen oder auf die gleiche Menschennatur sehr wenig Gewicht hat gegenüber den Leidenschaften und Begierden des Herzens.

Nein, Ehrwürdige Brüder, es gibt keine wahre Brüderlichkeit außerhalb der christlichen Liebe, die aus Liebe zu Gott und Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Erlöser, alle Menschen umfasst: um allen beizustehen und alle zum selben Glauben und zum selben Glück des Himmels zu führen. Wenn die Demokratie die Brüderlichkeit von der derart verstandenen christlichen Liebe trennt, so bedeutet sie keinen Fortschritt, sondern schafft einen unheilvollen Rückgang der Zivilisation. Denn wenn man, wie Wir es aus ganzer Seele wünschen, zum größtmöglichen Wohlergehen der Gesellschaft und jedes einzelnen ihrer Glieder durch die Brüderlichkeit oder, wie man auch sagt, durch eine allgemeine Solidarität gelangen will, dann bedarf es der Einheit der Geister in der Wahrheit, der Einheit der Willensrichtungen in der Moral, der Einheit der Herzen in der Liebe zu Gott und zu Seinem Sohn, Jesus Christus. - Jedoch: diese Einheit ist nur zu verwirklichen durch die katholische Liebe, welche demzufolge allein die Völker im Gang des Fortschritts zum Ideal der Zivilisation führen kann.“

(Aus der Enzyklika „Notre Charge Apostolique“ vom hl. Papst Pius X. am 25. August 1910. Deutsch in Kathpedia. Dieser Text ist keine offizielle Übersetzung. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden)

 

Aus dem Spanischen (nur die Einführung) mit Hilfe von Google Übersetzer in

https://www.cruzada.co/

Gesichtet am 01.09.2020

Hervorhebungen sind von diesem Blog.

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