Montag, 15. April 2013

Litanei zu den deutschen Heiligen


(zum Privatgebrauch)

Herr, erbarme Dich unser!
Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich unser!
Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!
Gott Vater vom Himmel, - erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott, Heiliger Geist,
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,

Heilige Maria, - bitte für uns!
Heilige Michael, Schirmherr Deutschlands
Heiliger Johannes der Täufer,
Heiliger Joseph,
Heiliger Petrus,
Heiliger Matthias,
Heiliger Bonifatius, Apostel Deutschlands,
Heiliger Petrus Canisius, Kirchenlehrer und zweiter Apostel Deutschlands,
Heiliger Severin, Apostel von Österreich,
Heiliger Fridolin, Apostel der Schwaben,
Heiliger Kilian, Apostel de Franken,
Heiliger Korbinian, Apostel der Bayern,
Heiliger Willibrord, Apostel der Friesen,
Heiliger Ansgar, Apostel des Nordens,
Heiliger Adalbert, Apostel der Preußen,
Heiliger Otto, Apostel der Pommern,
Heiliger Vizelin, Apostel von Holstein
Alle heiligen Apostel deutscher Lande,
Heiliger Gereon, Martyrer in Köln,
Heiliger Trudpert, Martyrer im Breisgau,
Heiliger Totnan, Martyrer in Franken,


Heiliger Bruno von Querfurt, Martyrer in Braunsberg,
Heiliger Engelbert, Erzbischof und Martyrer in Köln,
Heiliger Werner, Martyrer in Oberwesel,
Heiliger Fidelis von Sigmaringen, Martyrer,
Alle heiligen Martyrer Deutschlands,
Heiliger Papst Leo IX.,
Heiliger Kirchenlehrer Albertus Magnus,
Heiliger Rupert, Bischof von Salzburg,
Heiliger Burkhard, Bischof von Würzburg,
Heiliger Willibald, Bischof von Eichstätt,
Heiliger Willehad, Bischof von Bremen,
Heiliger Ludger, Bischof von Münster,
Heiliger Bruno, Erzbischof von Köln,
Heiliger Ullrich, Bischof von Augsburg,
Heiliger Wolfgang, Bischof von Regensburg,
Heiliger Bernward, Bischof von Hildesheim
Heiliger Godehard, Bischof von Hildesheim,
Heiliger Konrad, Bischof von Konstanz,
Heiliger Benno, Bischof von Meißen,
Heiliger Norbert, Erzbischof von Magdeburg, Stifter der Prämonstratenser,
Heiliger Adolf, Bischof von Osnabrück,
Alle heiligen deutschen Bischöfe,
Heiliger Gallus, Einsiedler in Sankt Gallen,
Heiliger Wigbert, Abt von Fritzlar,
Heiliger Wunibald, Abt von Heidenheim,
Heiliger Sturmi, Abt von Fulda,
Heiliger Meinulf, Erzdiakon in Paderborn,
Heiliger Sebald, Einsiedler von Nürnberg,
Heiliger Meinrad, Einsiedler in Einsiedeln,
Heiliger Ludolf, Abt von Korvey,
Heiliger Bruno, Stifter der Kartäuser,
Heiliger Klemens Maria Hofbauer,
Heiliger Konrad von Parzham,
Alle heiligen Priester und Ordensleute Deutschlands,
Heiliger Kaiser Heinrich (II.),
Heiliger Dagobert, König der Franken,
Heiliger Leopold, Markgraf von Österreich,
Heiliger Arnold, Zitherspieler Karls der Großen,
Alle heiligen Laien Deutschlands,


Heilige Ursula, Martyrin von Köln,
Heilige Waldburga, Äbtissin von Heidenheim,
Heilige Lioba, Äbtissin von Tauberbischofsheim,
Heilige Elisabeth von Schönau,
Heilige Hildegard von Bingen,
Heilige Mechthild von Hackeborn
Heilige Gertrud (d. Gr.) von Helfta,
Heilige Irmgard, Gräfin von Aspel,
Heilige Notburga, Dienstmagd im Tirol,
Heilige Mathilde, Kaiserin von Deutschland,
Heilige Adelheid, Kaiserin von Deutschland,
Heilige Kunigund, Kaiserin von Deutschland,
Heilige Elisabeth von Thüringen,
Heilige Hedwig von Schlesien,
Alle heiligen deutschen Jungfrauen, Witwen und Frauen – bittet für uns!
Alle Heiligen Deutschlands,
Alle Heiligen Gottes,

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns o Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme Dich unser!

Lasset uns betten: Gott, Du wirst durch die Heiligen und Seligen verherrlicht. Sieh voll Huld auf unser Volk und Vaterland, laß uns nach Vorbild unserer heiligen Brüder uns Schwestern und in der Kraft ihrer Fürsprache Dir die Treue wahren. Durch Christus unser Herrn. Amen.

Maria kommt uns immer zuvor in unseren Nöten


So groß ist das Mitleid, welches Maria, unsere gute Mutter, mit uns hat, und so groß die Liebe, die Sie zu uns trägt, dass Sie nicht auf unsere Gebete wartet, uns zu Hilfe zu kommen. „Sie kommt denen zuvor, die nach Ihr verlangen, um sich ihnen zuerst zu zeigen.“ Diese Worte der Weisheit bezieht der hl. Anselm auf Maria und sagt, dass Sie denen, welche nach Ihrem Schutz verlangen, hilfreich zuvorkommt. Daran mögen wir ermessen, wie viele Gnaden Sie von Gott uns erlangt, noch ehe wir Sie darum bitten. Deshalb wird nach dem Ausspruch Richard von St. Viktor Maria „Mond“ genannt – schön wir der Mond – nicht allein weil Sie schnell wie der Mond dem, der sie anruft, zu Hilfe eilt, sondern mehr noch, weil Sie so sehr um unser Wohl besorgt ist, dass, wenn wir in Not sind, Sie unseren Bitten zuvorkommt, und dass Ihre Barmherzigkeit schneller bereit ist, und beizustehen, als wir uns entschließen, sie anzurufen. Dies kommt der Meinung Richards von der Überfülle des Mitleidens im Herzen Mariens, welches, kaum dass Sie unser Elend bemerkt, alsbald von der Milch des Erbarmens überfließt, indem die milde Königin die Not keiner Seele erblicken kann, ohne ihr zu helfen.
(aus Die Herrlichkeiten Mariens, hl. Alfons Maria von Liguori)

Donnerstag, 28. Februar 2013

Votivmesse vor der Wahl eines Papstes


Opfernd wenden wir uns mit der ganzen hl. Kirche an Gott, der allein sich nach einem Papst „nach seinem Herzen“ erwecken kann, einen Hohenpriester, der in Wahrheit ein Abbild des Hohenpriesters Christus ist (Epistel, Grad.) Er ist Christi Stellvertreter, voll des  Heiligen Geistes, voll der Liebe zu Christus (Evang.) und voll der Wahrheit (Offert.), bekleidet mit dem Gewande der Heiligkeit (Comm.), fähig über die Seelen der Gläubigen den Duft himmlischer Esiheit auszuströmen (Postcommunio).

Introitus (1 Reg. 2, 35)


Einen treuen Priester will Ich mir erwecken, der nach Meinem Herzen und nach Meinem Sinne handeln wird; Ich werde ihm ein festes Haus erbauen, und  er wird wandeln vor Meinem Gesalbten alle Tage. (Ps.131,1) Gedenke, Herr, des Davids und aller seiner Frömmigkeit. Ehre sei…

Oratio


In tiefer Demut flehen wir Dich an, o Herr: Deine unermessliche Vaterliebe wolle der hochheiligen römischen Kirche einen Hohenpriester gewähren, der ob seines väterlichen Eifers für uns Dir stets wohlgefalle, bei Deinem Volke aber wegen seiner segensvollen Regierung immer hoch in Ehren stehe zum Ruhme Deines Namens. Durch unsern Herr.

Epistel


(Hebr. 4,16; 5,17) Brüder! Lasst uns vertrauensvoll hinzuzutreten zum Throne der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden als Hilfe zur rechten Zeit. Jeder Hohepriester, der aus den Menschen genommen ist, wird für die Menschen bestellt in ihren Angelegenheiten bei Gott, damit er Gaben und Opfer für die Sünden darbringe. Er muss Mitleid haben können mit den Unwissenden und Irrenden, da er ja auch selber mit Schwachheit behaftet ist. Deshalb muss er, wie für die Sünden des Volkes, so auch für seine eigenen Opfer darbringen. Aber niemand nimmt sich selbst diese Ehre, sondern nur wer von Gott berufen ist wie Aaron. So hat auch Christus Sich nicht selbst mit der hohenpriesterlichen Würde geschmückt, sondern Der zu Ihm sprach [Ps. 2,7]: „Mein Sohn bist Du, heute habe Ich Dich gezeugt.“ Und an einer ändern Stelle [Ps. 109,4] spricht Er: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung des Melchisedech.“ Christus hat in den Tagen Seines Fleisches mit lautem Rufen und unter Tränen Gebete und Bitten Dem vorgetragen, der Ihn vom Tode erretten konnte. Und so ward Er erhört um Seiner Ehrfurcht willen.

Graduale


Er, der erhabene Hohepriester unter seinen Brüdern, über dessen Haupt das Salböl gegossen ward, dessen Hände für das Priestertum geweiht sind, der bekleidet wurde mit den heiligen Gewändern: er musste in allem seinen Brüdern gleich werden.

(Hebr. 2, 17) Damit er ein barmherziger und treuer Hoherpriester bei Gott werde, um die Missetaten des Volkes zu sühnen.

Tractus


Erhebe Dich, o Herr! Auf! Deiner Ruhestätte entgegen, Du und Deine heilige Bundeslade. Gerechtigkeit sei Deiner Priester Kleid, und jubeln mögen Deine Heiligen. Um Deines Knechtes David willen weis nicht zurück, den Du gesalbt.

Offertorium


Sie sollen sich nicht beteiligen am heiligen Dienste, bis ein Hoherpriester ersteht im Schmuck der Erleuchtung und Wahrheit.

Secreta


Herr, Deine überströmende Vaterliebe gewähre uns die Freude, dass auf Grund der heiligen Gaben, die wir Dir in Ehrfurcht darbringen, die oberste Regierung der heiligen Mutter, der Kirche, von einem Hohenpriester übernommen werde, der Deiner Majestät genehm ist.

Communio


Mit dem heiligen Gewande sei bekleidet, wer zum Hohenpriester bestellt ward; und so trete er ein in das Zelt des Bundes, um Dienst zu tun im Heiligtum.

Postcommunio


Nachdem uns das Sakrament Deines kostbaren Leibes und Blutes, o Herr, gestärkt hat, möge uns die wunderbare Huld Deiner Majestät dadurch erfreuen, dass Du uns eine Hohenpriester schenktest, der Dein Volk in der Tugend unterweise und die Selen der Gläubigen mit dem Duft himmlischer Weisheit erfülle: der Du lebst…
 
 
(Entnommen aus Das vollständige römischen Messbuch - Schott, Ausgabe 1962 für FSSP)

Samstag, 16. Februar 2013

Die Weihe Ecuadors an das heiligste Herz Jesu

Eine Initiative des Märtyrer-Präsidenten Gabriel Garcia Moreno


Gabriel Gregorio García Moreno (* 24. Dezember 1821 in Guayaquil; † 6. August 1875 in Quito) war zweimal Präsident seines Landes: von 1859 bis 1865 und von 1869 bis 1875, als er bei einem grausamen Überfall ermordet wurde.
Während seiner zweiten Amtszeit hatte Garcia Moreno schon lange den Wunsch gehegt, nach dem Beispiele Tyrols auch die Republik Ecuador dem heiligsten Herzen Jesu zu weihen. Als daher im Jahre 1873 die Bischöfe des Landes auf einem Provinzialkonzil beschlossen, diese Weihe ihrer Diözesen zu vollziehen, wollte Moreno, dass dieser Akt nicht bloß einen kirchlichen, sondern einen offiziell staatlichen Charakter annehme. Deshalb beantragte er beim Kongress, das der gesetzgebende Körper mit dem Präsidenten der Republik an der Spitze diese Weihe der Nation auch im Namen des Staates vollziehe. Moreno befürwortete auch eine durchgreifende Vorbereitung des Volkes auf diesen Tag, und auf sein Betreiben wurden in allen Kirchen Volksmissionen abgehalten. Am 25. März 1874, am Feste Mariä Verkündigung, vollzog während des feierlichen Hochamtes zuerst der Erzbischof von Quito im Namen der Kirche und dann Moreno im Namen des Staates, an den Stufen des Altares kniend mit lauter, weithin vernehmbarer Stimme die Weihe des Ecuadorianischen Landes an das heiligste Herz Jesu mit folgenden Worten:

Herr, dies ist Dein geliebtes Volk.
Immer, o mein Jesus, wird es Dich als seinen Gott erkennen.
Niemals werden seine Augen sich auf einen anderen Stern richten, als auf diesen Stern der Liebe und der Barmherzigkeit, der in der Mitte Deiner Brust glänzt, das Heiligtum der Gottheit, die Arche Deines Herzens.
Siehe, o unser Gott: mächtige Völker und Nationen durchbohren den süßen Schoß Deiner Barmherzigkeit mit spitzen Pfeilen. Unsere Feinde schmähen unseren Glauben und spotten unserer Hoffnung, weil wir sie in Dich gelegt haben. Dabei trösten dieses Dir ergebene Volk, sein Präsident, seine Gesetzgeber, seine Bischöfe Deinen Stellvertreter auf Erden, trocknen die Tränen Deiner Kirche, und verwirren die Gottlosigkeit und die Apostasie der Welt, weil sie sich beeilen, im Meer Deiner Liebe und Güte sich zu verlieren, das Dein sanftes Herz ihnen aufdeckt.
Sei also, o unser Gott, sei Dein Herz der brennende Leuchtturm unseres Glaubens, es sei der sichere Anker unserer Hoffnung, das Wahrzeichen auf unsere Fahnen, der undurchdringbare Schild unserer Schwachheit, die Morgenröte eines unerschütterlichen Friedens, das starke Band einer heiligen Eintracht, die Wolke, die unsere Felder fruchtbar macht, die Sonne, die unsere Horizonte erhellt, schließlich die überreiche Quelle des Fortschritts und der Fülle, derer wir bedürfen, damit wir Kirchen und Altäre errichten, wo seine heilige und herrliche Pracht in ewiger und friedvoller Herrlichkeit erstrahle.
Wir weihen und geben uns also bedingungslos Deinem göttlichen Herzen, und bitten Dich:
Vermehre ohne Ende die Jahre unseres religiösen Friedens; verbanne Gottlosigkeit und Korruption, Unglück und Elend aus unserem Vaterland.
Möge Dein Glaube unsere Gesetze bestimmen, Deine Gerechtigkeit unsere Gerichte regieren,
Deine Milde und Stärke unsere Führer stützen und leiten; Deine Weisheit, Heiligkeit und Eifer unsere Priester zur Vollkommenheit führen; Deine Gnade bekehre alle Söhne Ecuadors und Deine Herrlichkeit kröne sie in der Ewigkeit: Auf dass alle Völker und Nationen der Erde, mit heiligem Neid das wahre Glück und das Aufblühen unseres Volkes betrachtend,  ihrerseits Zuflucht nehmen zu Deinem liebenden Herzen und in Ihm den ruhigen Schlaf des Friedens schlafen, den diese reine Quelle und vollkommene Symbol der Liebe und Güte der Welt schenkt. Amen.

Zur Erinnerung an die Weihezeremonie des Landes wurde 1892 in Quito eine Basilika zu Ehren des Heiligsten Herzen Jesu errichtet, mit der Bezeichnung „Basílica del Voto Nacional“ (des nationalen Gelübdes). García Morenos sterbliche Überreste befinden sich seit 1990 in der neuen Krypta. Sein Herz befindet sich in der Herz-Jesu-Kapelle der Basilika.

Basilica del Voto Nacional - Quito
 
Benutzte Quellen:
Adolf von Berlichingen: Gabriel Garcia Moreno, Präsident der Republik Ecuador, Ein Leben im Dienst des Königtums Jesu Christi, Erstauflage 1884, Neuauflage, Dettelbach, Sanctus Verlag, 2007
Wikipedia: Gabriel Garcia Moreno (Text. Bild der Basilika: Maros Mraz)
Weihetext: freie Übersetzung aus dem Spanischen von BH

Samstag, 8. Dezember 2012

Die Einigkeit mit dem römischen Papst


Um aber den Episkopat selbst in voller Einigkeit zusammenzuhalten und um durch die geschlossene Einheit des Priestertums zugleich die Gesamtheit der Gläubigen in der Einheit des Glaubens und der Liebesgemeinschaft zu bewahren, hat Christus den heiligen Petrus an die Spitze der übrigen Apostel gestellt und so in ihm dieser zweifachen Einheit einen beständigen Quell und ein sichtbares Fundament gegeben. Auf diesem starken Grunde sollte der ewige Tempel erbaut werden und auf seines [des hl. Petrus] Glaubens Festigkeit sollte die Kirche sich erheben und hineinwachsen bis in den Himmel (Leo I serm. 4 (al. 3.) c. 2. in diem natalis sui).


Daher Kampf aller Kirchenfeinde gegen den Apostolischen Primat


Dieses von Gott gelegte Fundament ist es, gegen das die Gewalten der Hölle mit täglich wachsendem Hass von allen Seiten Sturm laufen, um dadurch, wenn das möglich wäre, die Kirche selbst zum Einsturz zu bringen. Darum erachten Wir es zum Schutz, zur Sicherheit und zum Gedeihen der katholischen Herde für notwendig, die Lehre von der Einsetzung vom ununterbrochenen Fortbestand und vom Wesen des heiligen Apostolischen Primates, unter Zustimmung des heiligen Konzils, darzulegen, so wie sie im Glauben der Gesamtkirche von altersher unverändert enthalten war. Sie soll allen Christen zu gläubigem Festhalten vorgelegt werden, denn im Primat ist ja die machtvolle Festigkeit der gesamten Kirche begründet. Die entgegenstehenden Irrtümer aber, die der Herde des Herrn so verderblich sind, sollen gekennzeichnet und verurteilt werden.


Petrus hat von Christus den Jurisdiktionsprimat erhalten


Wir lehren demnach und erklären, dass auf Anordnung des Herrn die römische Kirche über alle andern Kirchen den Vorrang der ordentlichen Gewalt besitzt und dass diese wahrhaft bischöfliche Regierungsgewalt des römischen Papstes [die Untertanen] unmittelbar erfasst. Ihr gegenüber sind daher die Gläubigen und die Hirten jeglichen Ritus und Ranges, und zwar sowohl einzeln wie in ihrer Gesamtheit, zu hierarchischer Unterordnung und zu wahrem Gehorsam verpflichtet. Und das nicht nur in Fragen des Glaubens und des sittlichen Lebens, sondern auch in allem, was zur Disziplin und zur Regierung der Kirche auf dem ganzen Erdenrund gehört. Wenn diese Einigkeit mit dem römischen Papst in den rechtlichen Gemeinschaftsbeziehungen wie im Bekenntnis des gleichen Glaubens treu bewahrt ist, so wird die Kirche Christi wirklich zu Einer Herde unter Einem obersten Hirten (Vgl. Joh 10,16) Das ist die katholische wahre Lehre: Von ihr kann niemand abgehen, ohne an seinem Glauben und an seinem Heil Schiffbruch zu leiden.

(Aus der dogmatischen Konstitution „Pastor aeternus“ von Pius IX. vom 18. Juli 1870)

Die Trennung von Kirche und Staat ist eine Beleidigung Gottes

Wir stellen nun nicht ohne größte Befürchtungen fest, dass die öffentliche Gewalt bei Euch einen Schritt unternommen hat, der zur völligen Umwälzung des Staatswesens führen kann, nachdem nun einmal die Fackel des unheilvollen Religionskampfes unter das ohnehin schon aufgereizte Volk geschleudert wurde.
Eingedenk Unserer Apostolischen Pflicht, die heiligen Rechte der Kirche gegen jeden Angriff zu schützen, weisen Wir somit das offiziell bestätigte Gesetz, das den französischen Staat von der Kirche völlig trennt, gemäß der göttlichen, Uns übertragenen Gewalt zurück und verurteilen es. Die Gründe für diese Verwerfung haben Wir dargelegt. Das Gesetz ist ein schweres Unrecht gegen Gott, den es feierlich entrechtet, indem es den Grundsatz verkündet, der Staat habe an der Gottesverehrung keinen Anteil zu nehmen. Es verletzt das Natur- und Völkerrecht und die öffentliche Vertragspflicht. Es steht im Widerspruch zur göttlichen Verfassung der Kirche, ihrem innersten Geist und ihrer Freiheit. Es verletzt die Gerechtigkeit durch Vergewaltigung des vielfältig begründeten und durch rechtliche Vereinbarung geschützten Eigentumsrecht. Es ist eine schwere Beleidigung der Würde des Apostolischen Stuhles, Unserer Person, des Episkopats, des Klerus, der französischen Katholiken insgesamt.

(Aus der Enzyklika „Vehementer Nos esse“ vom hl. Pius X., vom 11. Februar 1906)

Dienstag, 24. Juli 2012

Europa und das Lebensrecht


Europa und das Lebensrecht

Mathias von Gersdorff
Viele Theologen sagen, dass Unser Heiland zur Welt kam, als die Antike Welt nicht mehr in der Lage war, den Menschen Visionen, Hoffnungen und Zukunftsperspektiven und Gewissheiten anzubieten. Das Licht der antiken Welt war dabei zu erlöschen. Der antike Mensch der Zeitenwende war ein Skeptiker, ein müder Agnostiker, der nichts mehr glaubte. „Was ist Wahrheit?“, fragte Pilatus Unseren Herrn Jesus Christus (Joh 18, 38). Zuvor hatte der Heiland ihm gesagt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme“ (Joh 18, 37). Hier begegnen sich zwei Menschen, die zwei Epochen der Menschheit verkörpern: Der alte Mensch, dessen Geisteszustand keinen Zugang mehr zur Wahrheit hat, der gar nicht mehr in der Lage ist, zu erkennen, was Wahrheit ist, begegnet dem neuen Menschen, der durch die Gnade neugeboren ist und in der Nachfolge Christi die Wahrheit erkennen kann. Das Licht der Antike trat ab, um einem neuen Licht Platz zu machen: Dem Lumen Christi, dem Licht Christi. Was daraus folgte, kennen wir: Es ist die Christenheit, die insbesondere in Europa eine Zivilisation aufgebaut hat, für die dieser Kontinent lange bewundert und beneidet wurde. Die Menschen in Europa folgten Dem, der die „Wahrheit, der Weg und das Leben“ ist und waren somit fähig, Werke zu vollbringen, die an Größe, Glanz und Schönheit weit die der Antike überragen.
Doch etwa 2000 Jahre nach der Geburt des Heilandes ist Europa dabei, das Licht Christi auszulöschen –  freiwillig! Was darauf folgt, wissen wir aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts zur Genüge: Tod, Zerstörung, Untergang der Zivilisation. Trotz der Verwüstungen der beiden Weltkriege, des Nationalsozialismus und des Kommunismus sind die Menschen in Europa nicht bereit, sich zu bekehren und sich Christus und Seiner Kirche zuzuwenden. Ganz im Gegenteil: Viele Medien und politische Institutionen versuchen stets, das Licht Christi auszulöschen.

Europaweite Legalisierung der Abtreibung


Am 1. Dezember 2011 hat das Europa-Parlament erneut eine Resolution verabschiedet, die eine europaweite Einführung der Abtreibung fordert. Eine „sichere und legale Schwangerschaftsunterbrechung und Betreuung nach der Schwangerschaftsunterbrechung (sic)“ (Entschließungsantrag P7TA[2011]0544, § 22) soll helfen, die AIDS-Krankheit zu bekämpfen!
Das ist aber nicht das erste Mal im Jahr 2011, dass das Europa-Parlament eine solche Dreistigkeit beschließt. Am 8. März des selben Jahres haben die Fraktionen linksgerichteter Parteien im Europäischen Parlament eine Resolution beschlossen, die ein „Recht auf Abtreibung“ fordert. Das Europäische Parlament will, „dass Frauen . . .  ein Recht auf einen sicheren Schwangerschaftsabbruch haben“ (Entschließung vom 8. März 2011, Punkt 25).
Die Tatsache, dass die Abtreibung in etlichen Ländern der Europäischen Union rechtswidrig (beispielsweise Deutschland) oder gar verboten (Polen, Malta) ist, scheint vielen Europarlamentariern schlichtweg egal zu sein. Trotzdem: Immer wieder fordern sie die Einführung der Abtreibung oder gar ein Recht darauf, wohl mit dem Ziel, die Gegner, also die Katholische Kirche und die Christen in Europa generell, mit der Zeit mürbe zu machen.

Ein solches Europa kann nicht gelingen


Papst Benedikt XVI. sagte am 4. Februar 2011 in einer Ansprache an den neuen österreichischen Botschafter: „Der Bau eines gemeinsamen „Hauses Europa“ kann nur gelingen, wenn sich dieser Kontinent seiner christlichen Fundamente bewusst ist und die Werte des Evangeliums sowie des christlichen Menschenbildes auch in Zukunft das Ferment europäischer Zivilisation sind. Mehr als die christlich abendländische Kultur wiegt der gelebte Glaube an Christus und die tätige Nächstenliebe, die sich am Wort und am Leben Christi wie auch am Vorbild der Heiligen orientiert.“
Wir erleben aber zurzeit genau das Gegenteil: Die Zerstörung der christlichen Wurzeln Europas.
Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Bürger Europas werden seit Monaten täglich mit Nachrichten über die Krise des Euros überschwemmt. Wie dieses Kapitel enden wird, kann im Detail noch kein Mensch sagen. Doch eines ist jetzt schon sicher: Es wird mehr Zentralisierung in Europa geben. Und das bedeutet nicht nur weniger Souveränitätsrechte hinsichtlich Fiskal- und Wirtschaftspolitik, sondern auch mehr Druck Europas auf die Länder, die Widerstand gegen eine liberale Gesellschaftspolitik leisten: Ungarn, Polen usw. Immer weniger werden diejenigen geduldet werden, die „aus der Reihe fallen“.
In diese Entwicklung reiht sich die Wahl am 17. Januar 2012 von Martin Schulz zum Präsidenten des Europäischen Parlaments. Schulz ist der Vorsitzende der „Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten“ und einer der am weitesten links stehenden Politiker Europas. Die Wahl von Schulz fällt just zu einem Zeitpunkt, da man dem Europa-Parlament mehr Gewicht geben will. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ sprach von einem „Aufstand des Europäischen Parlaments“, der von Martin Schulz angeleitet werden soll. Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Sigmar Gabriel, forderte ein „neues“ Europa-Parlament, das als Gegengewicht zu den beiden anderen europäischen Großinstitutionen, der EU-Kommission und der Runde der Staats- und Regierungschefs, stehen würde. Gabriel wörtlich: „Der erste Präsident dieses neuen Europäischen Parlamentes muss Martin Schulz werden.“
Hoffnung ist eine Grundeinstellung der christlichen Mentalität, und deshalb soll man nicht in Fatalismus verfallen, sondern mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Und dafür gibt es durchaus Gründe. Wahrscheinlich einer der wichtigsten ist die Tatsache, dass sich auf europäischer Ebene eine Zivilgesellschaft, eine Gegenöffentlichkeit, bildet, die nicht mehr bereit ist, alles, was aus Brüssel kommt, zu dulden, sondern zu reagieren. Dies ist neu. Noch bis vor kurzem wurde von den hier geschilderten Missständen keine Notiz genommen. Hier ist aber noch viel Arbeit zu tun. Es ist wichtig, dass die christlichen Kräfte entschlossener gegen die antichristlichen Tendenzen in der EU vorgehen als bisher. Dazu hat der Präsident des neuen Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, aufgerufen, als er beklagte, „In Europa nehmen wir auf dramatische Weise eine zunehmende Christianophobie wahr, die sich auch in Ländern mit alter christlicher Tradition zeigt.“
Die Krise des Euros selbst hat ebenfalls dazu beigetragen, dass die Haltung der Mehrheit –  „die da oben werden das schon richten“ –  verflogen ist. In Zukunft wird es nicht mehr so einfach für die Kommission sein, Beschlüsse oder für das Parlament, Entschließungen zu verabschieden, ohne dass eine aufmerksame und kritische Öffentlichkeit diese analysiert und bewertet.

Vertrauen in Gott


Doch unsere größte Zuversicht finden wir dort, wo sie die Christen seit 2000 Jahren gefunden haben: Im göttlichen Erlöser, unserem Herrn Jesus Christus. Von Ihm selbst sind wir dazu berufen, zu wirken, damit Sein Licht, das Lumen Christi, nicht auf dieser Welt erlischt, und Er wird dies auch nicht erlauben, wenn wir bereit sind, Seine Instrumente für Sein Heilswerk zu sein. Beten wir zu Ihm: „Adveniat Regnum tuum“ – Dein Reich komme. Auch nach Europa, diesem Kontinent, der sich so von Ihm abgewendet, aber in der Vergangenheit auch große Gesten der Treue und der Hingabe gezeigt hat, die zu Vertrauen in die göttliche Barmherzigkeit Anlass geben.