von John Horvat II.
14. April 2026
Eine hitzige Debatte entbrennt derzeit um bestimmte
christliche Formulierungen, die in konservativen Kreisen kursieren. Liberale
Kritiker behaupten, Rechtsextremisten hätten sich bestimmte christliche Phrasen
zu eigen gemacht und sie instrumentalisiert; daher, so die Forderung, solle man
sie besser meiden.
Besonders im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht
derzeit der Ausspruch: „Christus ist König!“ Liberale Medien behaupten, die
bloße Verwendung dieses Ausdrucks signalisiere Sympathien für den christlichen
Nationalismus, Unterstützung für die „Groyper“-Bewegung oder antizionistische
Tendenzen.
Missbrauch des Satzes „Christus ist König“
Es bedarf nicht viel, um eine solche Etikettierung
auszulösen. Wer sagt, Amerika sei eine christliche Nation und schulde Christus
Treue, wird sogleich als Rechtsextremist abgestempelt. Wenn Kongressabgeordnete
die Phrase „Christus ist König“ in Reden oder in sozialen Medien verwenden,
unterstellen Liberale, dies sei ein Schritt hin zu einer rechten Theokratie.
Andere behaupten, jedes Bekenntnis zum Königtum Christi komme einem Wunsch nach
dem Untergang des Staates Israel gleich.
Bestimmte Akteure im rechten Lager missbrauchen den Ausdruck
„Christus ist König“ auf eine Weise, die diese Zuschreibungen gezielt
provoziert. Wieder andere nutzen den Begriff lediglich als bequemes Merkmal
kultureller Identität, ohne selbst eine echte Bindung an Christus als König zu
pflegen; sie leben so, als existierten die Zehn Gebote gar nicht.
Tatsächlich gibt es „Kultur-Christen“, die zwar die
christliche Identität für sich beanspruchen, aber keinerlei Verpflichtung zur
Einhaltung von Gottes Sittengesetz verspüren, die mit Seinem Königtum
einhergeht. Doch solche unchristlichen Menschen haben kein Monopol auf diese
Phrase. Es gilt der lateinische Grundsatz: *Abusus non tollit usum* – der
Missbrauch einer Sache ist kein stichhaltiges Argument gegen ihren rechtmäßigen
Gebrauch.
Wer stolz und zu Recht das Banner „Christus ist König“
hochhält, darf nicht vor jenen im rechten Lager zurückweichen, die den Ausdruck
missbrauchen, noch vor jenen im linken Lager, die diejenigen verleumden, welche
ihn voller Begeisterung verkünden. Angesichts des heutigen, weitgehend
ungebildeten und vergifteten Klimas müssen solche mutigen Christen jedoch
erklären, was der Ausdruck bedeutet und warum er von Bedeutung ist.
Die eigentlichen Verursacher
Diejenigen, die den Ausspruch „Christus ist König“ am
stärksten missbrauchen, sind nicht die Christen, sondern die Liberalen, die ihn
angreifen. Diese Liberalen verzerren die Debatte, indem sie das Wesen dieses
Königtums verstümmeln. Sie bestehen darauf, das Konzept auf eine rein
persönliche Beziehung zu Christus zu reduzieren – losgelöst vom öffentlichen
Raum oder der realen Welt. Sie bezeichnen jeden Versuch, die Herrschaft Christi
über den privaten Bereich hinaus auszudehnen, als einen Versuch, Religion aufzuzwingen
und eine Theokratie zu errichten.
Für Liberale ist dieser Ausdruck eine kulturelle – oder
besser: subkulturelle – Angelegenheit, die Christen in nicht-öffentliche Räume
abdrängt, ohne dass sie gesellschaftliche Ausstrahlungskraft entfalten könnten.
Solche Liberalen sind am wenigsten dazu berufen, sich über Christus und sein
Königtum zu äußern. Dennoch beharren sie darauf, ein offizielles, säkulares
Narrativ zu konstruieren, das Religion als sentimentale persönliche
Verhaltensweise und nicht als öffentliche Gottesverehrung darstellt.
Die Entthronung Christi
Eine solche Darstellung entthront Christus faktisch als
König. Er wird auf einen verbannten Monarchen reduziert, der keinen Einfluss
auf seine rebellischen Untertanen in der Zivilgesellschaft hat. Ihm wird
lediglich eine stark eingeschränkte Herrschaft über einzelne, eingeschüchterte
und ihre Überzeugung verbergende Herzen zugestanden.
Dieses verkürzte liberale Verständnis des Königtums Christi
ist falsch. Für Christen bedeutet dieser Ausdruck, dass Christus wahrhaft König
über die gesamte Gesellschaft ist – unabhängig davon, was andere glauben. Die
Tatsache, dass manche sein Königtum ignorieren oder leugnen, ändert nichts
daran. Wie das Sprichwort sagt: „Es kümmert den Mond nicht, wenn der Hund ihn
anbellt.“ Was Ungläubige denken, ändert nichts an der Realität, dass Christus
über alles herrscht.
Dieses Reich ist keine aufgezwungene Herrschaft, sondern
eine, die von Gottes Liebe getragen wird. Der König ist kein Tyrann, sondern
ein liebender Vater, der das Beste für seine Kinder will. Seine Herrschaft
verlangt nichts, was der menschlichen Natur widerspräche; vielmehr bietet sie
ein Sittengesetz an, das das größtmögliche Glück in diesem Jammertal
gewährleistet. Indem sie bekennen, dass Christus König ist, bringen Christen
zum Ausdruck, was für den Einzelnen und für die Völker am besten ist. Das Königtum
Christi befreit sie von den Fesseln ihrer Maßlosigkeit und ihrer ungezügelten
Leidenschaften.
Die Haltung der Kirche
Aus diesem Grund führte die katholische Kirche das
Christkönigsfest ein, um diese große Wohltat für die Menschheit zu feiern. Das
Bild Christi als König ist in der katholischen Frömmigkeit und in
Gebetsanrufungen seit Langem verbreitet. Katholiken haben – gerade in der
Moderne – nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie Christus als wahren König
anerkennen.
Im Jahr 1925 veröffentlichte Pius XI. die Enzyklika „Quas
primas“, um der Tyrannei des modernen Säkularismus und dem Aufstieg
antichristlicher Regime entgegenzutreten. Das Dokument legt die vielfältigen
Gründe dar, warum Christus König ist. Vier davon verdienen besondere Erwähnung.
Warum ist Er König?
Zunächst gilt es anzuerkennen, dass Christus König ist, weil
Er Gott ist. Alles ist durch Ihn und für Ihn geschaffen. Seine göttliche Natur
verlangt, dass Ihm die gebührende Ehre erwiesen wird und dass alle in
Übereinstimmung mit Seinem Willen handeln. So schreibt Pius XI.: „Er herrscht
auch im Willen der Menschen; denn in Ihm war der Wille dem heiligen Willen
Gottes vollkommen und gänzlich gehorsam, und zudem unterwirft Er durch Seine
Gnade und Eingebung unseren freien Willen derart, dass Er uns zu edelstem
Streben anspornt.“
Zweitens ist Christus König, weil Er die Menschheit erlöst
hat, die Ihm durch Sein Opfer zu eigen ist. Dies ist kein bloßes übertragenes
Recht, sondern ein tatsächliches Recht, das auf Seinem Sieg beruht. Folglich
schuldet die Menschheit Ihm Dank, Lobpreis und Anbetung für diese große
Wohltat.
Drittens: Weil Christus König ist, handeln Einzelne und
Nationen zu ihrem eigenen Schaden und in großer Gefahr, wenn sie Ihn
ignorieren. Pius XI. stellt fest: „Solange sich Einzelne und Staaten
weigern, sich der Herrschaft Christi zu unterwerfen, wird es keinen dauerhaften
Frieden unter den Völkern geben.“
Die soziale Königsherrschaft Christi
Schließlich lehrte Pius XI., dass Christus eine soziale
Königsherrschaft ausübt, die vom Herzen des Einzelnen bis in das öffentliche
Leben, die Politik und die Rechtssysteme der Nationen reicht. Seine Herrschaft
strahlt sich zwangsläufig auf alle Bereiche der menschlichen Gesellschaft aus,
einschließlich Familie, Kultur und sogar politischer Angelegenheiten.
Der Papst beklagt, dass die moderne Welt einen
entgegengesetzten Weg einschlägt. „Während die Nationen den geliebten Namen
unseres Erlösers schmähen, indem sie jede Erwähnung desselben aus ihren
Konferenzen und Parlamenten verbannen, müssen wir umso lauter Seine königliche
Würde und Macht verkünden und umso nachdrücklicher Seine Rechte bekräftigen.“
Eine dringend notwendige Botschaft
Die zentrale Botschaft der Enzyklika verkündet Christus
nicht nur als König der Herzen, sondern auch als König der Nationen. Sein
Sittengesetz sollte das politische und wirtschaftliche Leben leiten, da es der
vollkommenste Weg zu Ordnung und Frieden ist.
Katholiken sollten stolz darauf sein, diese Botschaft in die
postmoderne Welt zu tragen, die sich so sehr gegen sie auflehnt. Sie sollten
diejenigen anprangern, die diesen Begriff für ihre eigenen Interessen
missbrauchen. Ebenso sollten sie Mitleid mit jenen haben, die keinen Glauben
besitzen und die gütige Königsherrschaft eines liebenden Gottes ablehnen.
Christus ist König, ganz gleich, wer dies ausspricht oder
wer nicht. Unabhängig von den Ansichten der Menschen lautet die Wahrheit –
heute wie in alle Ewigkeit –: „Christus vincit, Christus regnat, Christus
imperat!“ Die Kirche hat stets gelehrt: „Christus siegt, Christus
herrscht, Christus gebietet!“
Erstmals veröffentlicht auf TFP.org
Aus dem Englischen von “Christ Is King, No Matter Who
Says It or Not” in https://www.returntoorder.org
Die deutsche Fassung
dieses Artikels „Christus ist König – ganz gleich, wer es sagt oder nicht“ ist
erstmals erschienen in
www.r-cr.blogspot.com
© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit
Quellenangabe dieses Blogs gestattet.
Foto: © zatletic – stock.adobe.com
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