Mittwoch, 26. Juli 2017

In der Voraussicht eines neuen Weltkrieges: Pessimismus oder Optimismus?

Leo Daniele


In der ersten Juliwoche veröffentlichte das offizielle Organ der Regierung Nord-Koreas folgende Erklärung:
„Ein einfacher Fehler oder eine Missdeutung könnte zum Ausbruch eines Atomkrieges führen, und das wäre ohne Zweifel der Beginn eines neuen Weltkrieges.“
Ein neuer Weltkrieg? Der Artikel der kommunistischen Zeitung rechtfertigt auch als „legitime Verteidigungsmaßnahmen“ (sic) die nordkoreanischen Atomwaffenteste, angesichts „der zunehmenden Atomkriegs-Drohungen“ gegen Piöngyang von Seiten Washingtons.
Am Vortag hatten zwei strategische amerikanische Bomber B-1B Präzisions-Scheinangriffe in Südkorea gegen südkoreanische Jagdflieger unternommen, als Warnzeichen für Nordkorea, das gerade ein Test mit einer ballistischen interkontinental Rakete durchgeführt hatte. (vgl. “O Estado de S. Paulo” 30.6.17).
Auf der anderen Seite des Spielbretts erklärte der Präsident der USA, Donald Trump, am 21. Juli, die Atom- und ballistischen Raketenprogramme Nordkoreas verlangen eine „entschiedene Antwort“. „Die Zeit der strategischen Geduld gegenüber dem Regime Nordkoreas ist gescheitert. Ganz ehrlich, die Geduld ist zu Ende“, sagte Trump im Weißen Haus in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Südkoranischen Präsidenten, Moon Jae-in.
„Aber das ist ja weit weg von hier!“ – würde irgendein ahnungsloser Leser ausrufen.
Auf beiden Seiten des Spielbretts sind die Erklärungen sehr heftig! Wird es jetzt Krieg geben? Oder ist es für die Zukunft? Der Volksmund sagt: „Die Zukunft gehört Gott“. Wir sollten für diese tragische Möglichkeit mit realistischem Geist vorbereitet sein.
Vergessen wir nicht ein Wort von Winston Churchill: „Sie hatten die Wahl zwischen Schande und Krieg: Sie wählten die Schande und werden den Krieg haben“. Wird das unser Schicksal sein? Kurz nachdem Churchill dies seinem Außenminister gesagt hatte, brach der 2. Weltkrieg aus.
Ich schließe mit den Worten von Plinio Corrêa de Oliveira, aus einem Artikel für die Zeitschrift Catolicismo vom Mai 1952: „Wann? Während des großen Dramas, was da auf uns zu kommt? Nach ihm? Wir wissen es nicht. Doch eines scheint sehr wahrscheinlich: dass als Ausklang dieser Krise die Heiligste Jungfrau Maria für die Heilige Kirche nicht Jahrhunderte der Qual und Schmerzen vorbereitet, sondern eine Ära des universellen Triumphes“.
Sursum corda! (Hoch die Herzen). Wenn dies geschieht, wird es durch Gottes Willen sein!


Quelle: www.abim.inf.br/ vom 26.7.2017

Dienstag, 25. Juli 2017

Die Kathedrale von Santiago de Compostela



Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela ist seit dem Mittelalter für Millionen von Wallfahrern die Erfüllung ihrer Sehnsucht. In diesem Augenblick sind die Strapazen einer langen Fußwallfahrt vergessen. In der Kathedrale ruhen der Überlieferung zufolge die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren. Sie wurden schon im achten Jahrhundert vor den anstürmenden Moslems aus Jerusalem nach Nordwestspanien in Sicherheit gebracht. In den folgenden Jahrhunderten überfluteten die Moslems fast ganz Spanien und drängten die Christen bis an die Nordküste zurück. Da das Meer weitere Fluchtwege versperrte, sammelten sich die Christen zur Gegenwehr. Dabei erwarteten sie die entscheidende Hilfe von „ihrem“ heiligen Apostel Santiago, Sankt Jakobus, der ja gewissermaßen noch als Toter vor den Moslems nach Spanien flüchten musste. Die Spanier erinnerten sich auch noch, das Spanien früher ein blühendes christliches Land war, vor allem das Andalusien des Isidor von Sevilla um 600. Von daher wuchs ihr Wunsch nach Rück-Eroberung, nach Re-conquista, die erst 1492 mit dem Sieg in Granada ihren Abschluss fand. Die Jakobsmuschel, das ursprüngliche Trinkgefäß der Wanderer, wurde zum Kennzeichen des Pilgerweges. Im Spätmittelalter wurde die Muschel als Symbol für die innige Verbindung zwischen Christus und der Kirche gedeutet. Die Trennung der beiden Muschelschalen bedingt den Tod des Muscheltieres. Eine Trennung der Kirche von Christus wäre der Verlust des ewigen Lebens. Der Festtag des Apostels Jakobus ist der 25. Juli. EW

Titelbild DER FELS Juli 2016 - Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Sonntag, 23. Juli 2017

Nach der Sonntagsmesse



Aus der Kirche La Madeleine, Paris, kommend

Jean Beraud (1849-1935)
Private Sammlung / © Photo Christie's Images / The Bridgeman Art Library


Die Sonntagsmesse in der Kirche La Madeleine in Paris ist zu Ende, Die Gläubigen kommen die Stiegen herab und gehen nach Hause.
Ein Mann mit weißem Bart, das Messbuch in der Hand, ist im Begriff, auf die Straße herauszutreten. Er blickt uns an. Im Vordergrund sieht man eine Frau, die eiligen Schrittes weggeht, weil durch den leichten Regen Rutschgefahr entstehen könnte. Hinter ihr geht eine Dame in Begleitung ihrer elegant in Blau gekleideten Tochter, die auf einen Angestellten des Hauses auf der linken Seite zugeht. Man sieht einen Kutscher in seinem Gehrock mit goldenen Knöpfen, einen Diener mit weißen Handschuhen und einen Chauffeur mit einer Schirmkappe. Den Rücken uns zugewandt ist ein Kindermädchen zu sehen, das eine Haube mit langen roten Bändern trägt und ein kleines Kind an der Hand führt.
Jedes Detail dieses Bildes ist es wert, genau betrachtet zu werden. Die Szene ruft das christliche Ideal einer brüderlichen Gesellschaft in Erinnerung, welche die gerechten und harmonischen gesellschaftlichen Ungleichheiten der Menschen respektiert.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2011)

Sonntag, 16. Juli 2017

Familie: Zukunft der Gesellschaft



Familie Konrad Adenauer
Die Zukunft der Gesellschaft hängt von der Familie ab. Sie ist der entscheidende Ort der Begegnung zwischen der Kirche und der heutigen Kultur. Daher muss das Zeugnis der katholischen Familie authentisch und sehr stark sein.Es muss eine Familie sein, die von ihrer Umgebung wahrgenommen wird und ausstrahlt: eine Familie, die Freude darüber ausstrahlt, Jünger Jesu Christi zu sein, so dass jene Menschen, die keine Christen sind, auf die katholische Familie schauen und sagen können: „Das ist eine Art zu leben, die ich auch gerne hätte, an der ich auch gerne teilhaben würde.“ Das ist nicht eine Reihe von ‚Neins’ sondern eine Reihe von ‚Jas’. Es ist eine erfüllende Lebensart und ich möchte dazugehören.“

(Carl Anderson, Präsident der US-amerikanischen katholischen Laienorganisation „Knights of Columbus“ - „Kolumbus-Ritter" - in einem Interview mit Zenit)

Mittwoch, 5. Juli 2017

Ohne Zurückhaltung und Abschwächung predigen


Dahin wirken, dass Jesus Christus unter den Menschen mehr und mehr bekannt sei, und zwar dank einer Kenntnis, die nicht nur auf den Glauben, sondern auf das Leben abzielte, das ist es, wofür er (der hl. Paulus) die ganze Kraft seines Apostelherzens einsetzte. Deshalb handelte er von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi, selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, dass man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und dass es unmöglich sei, beiden zu dienen; dass alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; dass es bei Gott keine Abfindung gibt; dass entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte „der Prediger der Wahrheit“ Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.

Daraus erhellt, wie sehr jene Prediger zu missbilligen sind, die gewisse Punkte der christlichen Lehre nicht zu behandeln wagen, nur um ihren Zuhörern nicht zu missfallen.

Aus der Enzyklika „Humani Generis“ von Benedikt XV., vom 15. Juni 1917:

Mittwoch, 21. Juni 2017

Hl. Aloysius von Gonzaga


Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus einem Seitenaltarbild in der ehem. Jesuitenkirche, heute Heilig-Kreuz-Kirche, in Landsberg a.L., gemalt 1755 von Johann Georg Bergmüller.

Es zeigt Aloysius als Novizen der Jesuiten in Chorhemd und Rochett, wie er ein betendes Kind zu Christus führt. Dieser segnet es und legt ihm die Hand auf. Ein Kind zu Christus zu führen, heißt einmal, ihm von Christus erzählen und über Christus belehren. Beides tat Aloysius z.B. in Briefen an Jugendliche. Ein Kind zu Christus zu führen heißt aber auch, es auf den Empfang der hl. Kommunion vorzubereiten, wo das Kind den Leib Christi empfängt. Auch dies war ein besonderes Anliegen des Aloysius. Dieser Bildausschnitt zeigt aber auch eine Firmung. Aloysius fungiert hier als Firmpate. Die Handauflegung durch Christus erinnert an die Bibelstelle, wo Jesus die Hände auflegte und sagte: „Empfanget den Heiligen Geist“ (Joh 20,22).
Zwei weitere Kinder warten rechts unten darauf, auch von Aloysius zu Christus geführt zu werden. Hier wird das Bibelwort: „Lasset die Kleinen zu mir kommen“ (Mt 19,14) abgewandelt in „Führet die Kleinen zu mir“. Aloysius tat dies einmal durch sein Vorbild — schon als Kind hatte er ein intensives Glaubensleben — und durch seine Seelsorge. Im Rücken des Heiligen weist eine Lilie auf die Reinheit des Aloysius hin. AE

Am 21. Juni feiert die Heilige Kirche den hl. Aloysius.


(Titelbild DER FELS Juni 2015)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Montag, 19. Juni 2017

„Das Ochsengespann“



Das Ochsengespann

Frank Mahony (1862-1916)
Art Gallery of New South Wales, Sidney, Australien


Dieses Aquarell von Frank Mahony stellt eine charakteristische Szene der Arbeit von Holzfällerpionieren dar. Ein Ochsengespann mit fünf Paar Ochsen zieht riesige auf einen Karren geladene Baumstämme.
Man hält Rast: der Hund wartet, die Pferde werden in den Schatten geführt, wo sie noch etwas Gras finden. Das Mittagessen wird vorbereitet. Rechts könnte man sich einen Kessel vorstellen, der von einem Feuer aus Zweigen erwärmt wird. Der Kessel hängt mit seinem Bügel von einem Holzstock auf zwei Baumstümpfe gestützt.
Die bis ins kleinste Detail lebensechte Darstellung gibt diesem Bild einen besonderen Reiz. Wir erhalten einen wertvollen Einblick in die Schwerarbeit der Tagelöhner und deren ehrbare Tätigkeit. Das Bewusstsein, die Arbeit gewissenhaft erledigt zu haben, macht zufrieden.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juli 2011)