Mittwoch, 23. März 2022

Von Jesus persönlich heiligesprochen


 

von E. Lühhers-Paal

Wir kennen zwar die Todesumstände und sogar eine letzten Worte, doch über seinen Namen schweigt das Neue Testament. In den sogenannten „Pilatusakten“ des apokryphen Nikodemusevangeliums, aus dem vierten Jahrhundert, wird der Name des reumütigen Schächers erstmals erwähnt. Demnach war Dismas der Schächer, der zur rechten Seite CHRISTI gekreuzigt wurde.

Wenn wir der Lebenslegende des Dismas glauben dürfen, die auch der Volksmissionar Pater Martin von Cochem verbreitet, haben sich die Wege von JESUS und dem Schwerverbrecher viele Jahre zuvor schon mal gekreuzt. Damals waren sie allerdings noch Kleinkinder. Die Heilige Familie war auf der Flucht nach Ägypten, um den Schergen des Königs Herodes zu entgehen (Matth. 2,13), da wurde sie von einer Räuberkohorte überfallen. Doch die Frau des verbrecherischen Anführers sorgte für ein sofortiges Ende des Überfalls, indem sie aus dem nahegelegenen Zelt rief: „Schämt euch! Eine Frau mit dem Kleinkind auf dem Arm zu überfallen. Das ist gegen die Räuberehre. Wenn ihr nicht augenblicklich die Hände von der Familie lasst, dann könnt ihr euch demnächst alleine versorgen!“ Nicht nur das der Gangsterboss, es war der Vater von Dismas, sogleich von seiner frevelhaften Tat abließ, augenblicklich stand ihm wohl vor Augen, dass das Kind ja das Alter seines Sohnes hatte. Es reute ihn. Auf anraten seiner Frau beherbergte er die junge Familie für diese eine Nacht sogar in seinem Zelt. In der Frühe des nächsten Morgens bereitete die Banditenfrau für das Jesuskind ein warmes Bad vor. Die Gottesmutter nahm diese freundliche Geste dankend an. Um sich für die Gastfreundschaft zu bedanken, gab Maria der Gastgeberin den heilenden Rat, dass sie anschließend ihr Kind, welches unter einem Aussatz litt, in dem Badewasser des JESUSKINDES baden solle. Die Räubersfrau tat wie ihr geraten wurde. Im selben Moment war der junge Dismas vom Aussatz befreit. Manchmal belohnt der himmlische Vater gute Taten auch im Handumdrehen!

Heilung

So wie jetzt das Badewasser CHRISTI den Räubersohn von einer sichtbaren Krankheit befreit hat, so sollte, gut dreißig Jahre später, das Blut CHRISTI die Sünden des erwachsenen Schächers tilgen.

Bedenken wir die Situation der Gekreuzigten am ersten Karfreitag der Weltgeschichte: Der links von JESUS gekreuzigte Schächer, er soll Gestas geheißen haben, beginnt den HERRN zu verhöhnen und lästert: „Bist Du nicht der Messias? Hilf dir selbst und uns!“ (Lukas 23,40ff). Dismas jedoch weist seinen mitgekreuzigten Verbrecherkollegen zurecht, in dem er ihm zuruft: „Hast du nicht einmal Ehrfurcht vor GOTT, der du das gleiche Gericht erleidest? Wir leiden mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Sodann wendet er sich reumütig an den Sohn GOTTES und bittet ihn um seinen Beistand: „JESUS, gedenke meiner, wenn du in dein Königreich kommst!“ JESUS, der keinen reumütigen Sünder zurückweist, schaut in Dismas Herz und erwidert: „Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!“ Durch diese Worte; voll göttlicher Autorität, wird derjenige, der nur wenige Augenblicke zuvor scheinbar für ewig verloren gehen sollte, gerettet. Ja, er wird durch CHRISTUS selbst „heiliggesprochen“. Dieser zugleich vergebende und einladende Zuspruch des Sohnes GOTTES bestätigt einmal mehr die Barmherzigkeit des Allmächtigen. Diese Tat unterstreicht die zuvor getätigte Aussage des Heilands: „Ich bin nicht gekommen, um die Gerechten zur Umkehr zu rufen, sondern die Sünder.“ Es zeigt: GOTT will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er, wenn er sich bekehrt und Buße tut, lebe. Also das ewige Leben hat!

Ein Verbrecher

Aber was war das Verbrechen, weshalb Dismas die Todesstrafe erleiden musste? Ambrosius von Mailand zeichnet eine Verbrecherlaufbahn nach, indem er beschreibt, das der Schächer nie an GOTT gedacht habe. Weder die göttlichen noch die staatlichen Gesetze hielten ihn von Grausamkeiten, bis hin zu Mordtaten, ab. Der heilige Märtyrer Eulogius von Córdoba beschreibt nicht nur das unstete Leben des Dismas mit Stehlen, Rauben und Morden, er wird erstaunlich konkret indem er verrät, dass Dismas sogar seinen eigenen Bruder tötete.

Die Umkehr

Das machte ihn wohl auch zum Anführer einer besonders brutalen Räuberbande. Und dann folgt, ohne Umschweife, die völlige Umkehr. Was hat ihn dazu bewogen? War es das Gebet der Gottesmutter, die sicherlich auch an die Seelen der Mitgekreuzigten dachte? War es der durchbetete und gleichzeitig versöhnende Todeskampf des Herrn, der Dismas Herz für Übermenschliches öffnete? Was machte ihn letztlich zum Bekenner und Verteidiger CHRISTI, angesichts des eigenen Todes? Es mag ein Zusammenspiel von verschiedenen Ereignissen und Gedankengängen gewesen sein. All dies wäre jedoch nicht möglich gewesen, wäre da nicht die unbeschreibliche Gnade GOTTES am Wirken gewesen, die, wie ein Gnadenstrahl, vom Angesicht JESU in sein Herz gedrungen wäre. Bereitwillig nahm er die Gnade an und wirkte mit ihr mit. Er erkannte nun in JESUS die zweite göttliche Person und bezeugte ihn vor allen Umherstehenden.

Dismas wurde schon früh verehrt. Leider ist er heute, der er ja Patron für die zum Tode verurteilten und ein Fürsprecher für einen guten Tod ist, in Vergessenheit geraten. Dabei bezeichnet ihn der heilige Chrysostomus schon als „Advokaten CHRISTI“. Auch der heilige Bernhardin von Siena nennt Dismas den „größten und vortrefflichsten Heiligen“. Selbst der Astronom Kopernikus verehrte St. Dismas, indem er eine Strophe seines Lieblingsgebetes (es stammt von Papst Pius II.) immer wieder zitierte: „Nicht Gnade nach Sankt Pauli Art, Vergebung nicht, wie Petrus ward, Erbarmen, wie 's der Schächer fand, Erbitt ich, HERR, von Deiner Hand.“

Das Kreuz des Heiligen Dismas schenkte Kaiserin Helena der Insel Zypern, nachdem sie einen Partikel vom Kreuz CHRISTI hat darin einfügen lassen. Ein Querbalken des Dismas-Kreuzes wird heute in der Heilig-Kreuz-Kirche in Rom (Santa Croce in Gerusalemme) verehrt.

Der Gedenktag des guten Schächers ist der 25. März.

 

Das Bild (oben) stellt den Heiligen Dismas dar. Die Darstellung des Dismas findet sich im kleinen Mühlviertler Ort Putzleinsdorf in der Kapelle am Ende des Kreuzweges. Gleich dahinter liegt die Wallfahrtskapelle Maria Bründl. Das Wasser soll vor allem bei Stoffwechselstörungen helfen.

  

Quelle: „Der 13.“, 13. März 2022, S. 12-13. D-94110 Wegscheid, Postfach 1011. Email: office@der13.com

Bild: „Der 13.“, Archiv.


Litanei zum heiligen Schächer

(Für den Privatgebrauch)


Herr, erbarme Dich unser

Christus, erbarme Dich unser 

Herr, erbarme Dich unser

Christus, höre uns

Christus, erhöre uns

Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser

Gott Heiliger Geist, erbarme Dich unser

Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser

Heilige Maria, Königin aller Heiligen, bitte für uns

Heiliger Joseph, du Schutzherr der heiligen Kirche

Heiliger Dismas, guter Schächer

Du Verkünder des christlichen Glaubens

Du Prediger der heiligen Furcht Gottes

Du auserlesenes Beispiel der Hoffnung auf die Erbarmungen des Herrn

Du Lehrmeister des heiligen Gebetes

Du Muster wahrer Busse

Du Meisterwerk der Liebe Christi, des Gekreuzigten

Du einziger Verteidiger der Unschuld Jesu

Du unerschrockener Bekenner der Gottheit Jesu

Du herzhafter Bestrafer der Lästerer Jesu

Du Trost des am Kreuze sterbenden Jesus

Du Freude der schmerzhaften Mutter

Du Spiegel aller Tugenden

Du glückseliger Gefährte Jesu am Kreuze

Du einziger, von Jesus selbst selig gesprochener Heiliger

Du besonderer Liebling des heiligsten Herzens Jesu

Du glorreicher Besitznehmer des Paradieses

Du erste Frucht der am Kreuze vollbrachten Erlösung

Du mächtiger Beschützer wider alle diebischen und mörderischen Hände

Du bester Ratgeber aller kleinmütigen Seelen

Du trostreiche Zuflucht aller armen Sünder

Du bester Ratgeber in verzweifelten Fällen

Du glücklicher Zurechtweiser aller irrenden Seelen

Du Beschützer der im Herren Sterbenden

Du Wunderwerk der göttlichen Gnade

Du Abgrund der unerforschlichen Urteile Gottes

Du aus einem grossen Sünder gewordener wunderbarer Heiliger

Du vorzüglicher Hauspatron

Du allgemeiner Helfer in der Todesstunde

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt; verschone uns, o Herr

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt; erhöre uns, o Herr

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt; erbarme Dich unser, o Herr

Christus, höre uns. 

Christus, erhöre uns.

3 Vaterunser und Gegrüßet seist du, Maria, zu Ehren der Todesangst Jesu.

Bitte für uns, o heiliger, guter Schächer,

Auf dass uns durch deine Fürbitte geholfen werde.

L a s s e t   u n s   b e t e n !

Heiliger guter Schächer, ich bitte dich demütigst, dass du dich meiner erinnerst, wie einst Jesus deiner gedacht hat, und dass du durch deine mächtige Fürbitte mir die Gnade erweisen wollest, dass ich alle meine Sünden von ganzem Herzen bereue und nach gänzlicher Genugtuung für dieselben bald nach meinem Tode mich bei dir im Himmel ewig erfreuen möge, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.


Quelle: https://kath-zdw.ch/maria/hl.%20Dismas.html



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