Das Titelbild aus dem Speyerer Evangeliar, geschaffen im Auftrag Kaiser Heinrich III. (1017-1056), zeigt das letzte Abendmahl, wie es Matthäus erzählt (Mt 26,20-29) und die Eucharistie zum Ausdruck bringt.
Es findet in einem Gebäude statt, dessen Obergeschoss 13
Fenster hat (für Christus und die 12 Apostel) – wobei die drei Fenster hinter
Christus an die Dreifaltigkeit erinnern – und das auf vier Säulen, (den vier
Evangelisten) ruht. Dieses Gebäude ist also Symbol für die Kirche. Auf den
ersten Blick hat man den Eindruck, als wären alle Apostel recht ähnlich gemalt.
Betrachtet man sie jedoch genauer, so erlauben Merkmale teilweise ihre
Bestimmung. Der vierte und fünfte Apostel von links haben ihre Köpfe eng beisammen.
Sind sie das Bruderpaar Jakobus d.J. und Thaddäus? Der erste Apostel von links
hält ein Brot., der dritte – er hat als einziger noch geflochtene Haare – einen
Weinkrug. Bei letzterem dürfte es sich um den junge Johannes handeln. Neben
Christus – dieser hat einen Nimbus mit eingeschriebenem Kreuz – dürfte Petrus
und Jakobus d.Ä. dargestellt sein. Beide spielten in der Urkirche eine große
Rolle. Judas müsste der zweite Apostel von rechts sein. Als einiger trägt er
fuchsrote Tunika. Das Rot weist symbolisch auf den Gnadenverlust und Bindung an
das Materielle hin. Mit seinem überlangen Zeigefinger zeigt er auf sich („Du
meinst doch nicht mich, Herr?“) Mit der andren Hand hält er eine Schüssel,
neben welcher ein Stückchen Brot liegt, in welche er eben mit Christus das Brot
tauchte (Mt 26,23).
Aus „Der Fels“
Titelbild April 2012.
Eichendorfer
Str. 17, D-86916 Kaufering
Redaktion:
HubertGindert@der-fels.de

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen