Dienstag, 3. Februar 2026

Die Peitsche kann auch ein Instrument des Apostolats sein.

 Vergessene Texte


„Und er machte sich gleichsam ein Seil daraus und trieb alle aus dem Tempel hinaus … und schüttete das Geld der Wechsler aus und stieß die Tische um.“ 
(Bild: Skulptur aus dem „Monumentalfriedhof“ von Mailand.)


Es nahte sich das Pascha der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

Und er traf im Tempel die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Da machte er eine Geißel aus Stricken und trieb alle zum Tempel hinaus mitsamt den Schafen und Ochsen; das Geld der Wechsler schüttete er aus, stieß die Tische um und sagte den Taubenverkäufern: „Schafft die fort von hier; macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“ (Jo 2,13-16)

Und er fügte hinzu:

„Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen, ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle“. (Mat 21,13)

Das jüdische Passahfest stand kurz bevor, und Jesus ging nach Jerusalem hinauf. Im Tempelhof fand er viele Händler, die Schafe, Rinder und Tauben verkauften, und andere, die an Tischen saßen und Geld tauschten. Er flocht etwas, das wie eine Peitsche aus Stricken aussah, und trieb alle, Schafe und Rinder, aus dem Tempelhof hinaus. Er streute das Geld der Wechsler aus und stieß ihre Tische um. Zu denen, die Tauben verkauften, sagte er: „Schafft das weg! Macht nicht länger das Haus meines Vaters zu einer Markthalle!“ (Johannes 2,13–16)

Und er fügte hinzu:

„Es steht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Bethaus heißen‘, ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.“ — (Mt 21,13)

Indem der göttliche Meister zu den Pharisäern sprach, die zumindest dem Anschein nach ein frommes Leben führten, warnte er sie:

„Entweder sagt ihr, der Baum ist gut und seine Frucht ist gut, oder ihr sagt, der Baum ist schlecht und seine Frucht ist schlecht; denn an seinen Früchten wird man den Baum erkennen. Ihr Schlangenbrut! Wie könnt ihr, die ihr böse seid, etwas Gutes sagen?“ — (Mt 12,33–34)

Indem er sich an das Volk und an die Jünger wandte sagte der Erlöser:

„Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verschließt das Himmelreich den Menschen; denn ihr selbst geht nicht hinein und lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verzehrt die Häuser der Witwen, indem ihr zum Schein lange Gebete verrichtet! Darum wird ein umso strengeres Gericht über euch kommen.

 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr zieht über Meer und Land, um einen einzigen zum Glaubensgenossen zu machen, und ist er es geworden, so macht ihr aus ihm einen Sohn der Hölle, zweimal so schlimm als ihr.

Wehe euch, ihr blinden Wegweiser! Ihr sagt: Wenn jemand beim Tempel schwört, dessen Eid gilt nicht; wer aber beim Gold des Tempels schwört, das sei nichts, wer aber beim Gold des Tempels schwört, der sei gebunden. Ihr Toren und Blinden! Was ist denn mehr, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? Und wen jemand beim Altar schwört, das sei nichts, wer aber bei der Gabe schwört, die darauf liegt der sei gebunden. Ihr Blinden! Was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt? (Mt 23,13–19)

Und die Zurechtweisung endete nicht dort:

„Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und verachtet das Wichtigste im Gesetz: das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Dies soll man tun und jenes nicht unterlassen. Ihr blinden Wegweiser! Ihr seid die Mücke, und verschluckt jedoch das Kamel.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, innen aber sind sie angefüllt mit Raub und Unmäßigkeit. Du blinder Pharisäer, reinige zuerst, was im Becher und in der Schüssel ist, damit auch das Äußere rein werde.

 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gleicht den übertünchten Gräbern, die nach außen zwar schön aussehen, inwendig aber voll von Totengebein und Unrat. So erscheint auch ihr von außen her den Menschen als Gerechte, innwendig aber seid ihr voll von Heuchelei und Gesetzwidrigkeit.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr baut die Gräber der Propheten und ziert die Denkmäler der Gerechten und sagt: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig am Blut der Propheten. So gebt ihr euch selbst das Zeugnis, dass ihr Söhne der Prophetenmörder seid; doch ihr macht es voll, das Maß eurer Väter! Ihr Natterngezücht! Wie werdet ihr dem Gericht der Hölle entrinnen?

Darum seht, ich sende euch Propheten, Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, andere von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut, das auf Erden vergossen wurde, über euch komme, vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen Tempel und Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: All dies wird über dieses Geschlecht kommen.“ (Mt 23,23–36)

Weitere Aussagen Jesu über die Pharisäer:

• „Treffend hat Jesaja über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.‘“ (Mk 7,6).

• „Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Dirnen kommen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Dirnen glaubten ihm. Ihr habt es gesehen und seid auch nachher nicht in euch gegangen, um ihn zu glauben. (Mt 21,31–32).

• „Da traten die Jünger zu ihm und fragten: ‚Weißt du, dass die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das hörten?‘ Jesus antwortete: ‚Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird mit der Wurzel ausgerissen werden. Lasst sie! Blinde sind sie. Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube.“ (Mt 15,12–14).

Worte unseres Herrn bei verschiedenen Gelegenheiten:

„Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wären die Wunder, die in euch geschehen sind, in Tyrus oder Sidon geschehen, hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan. Darum sage ich euch: Es wird Tyrus und Sidon am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als euch. Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Nein, du wirst bis in die Hölle hinabgestoßen werden. Denn wären die Wunder, die in dir geschehen sind, in Sodom geschehen, stünde es noch heute. Darum sage ich euch: Es wird Sodom am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als euch.“ (Mt 11,21–23)

• „Dieses böse und ehebrecherische Geschlecht verlangt ein Zeichen; aber es wird ihm kein anderes gegeben werden als das des Propheten Jona. Und er verließ sie und ging weg.“ (Mt 16,4)

• „Und er sprach zu ihnen: ‚Euch (Aposteln) ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt, damit sie sehen und doch nicht verstehen und hören und doch nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen ihre Sünden nicht vergeben werden.‘“ (Mk 4,11–12)

• „Wenn euch (die Apostel) jemand nicht aufnimmt und eure Worte nicht hört, so schüttelt den Staub von euren Füßen, wenn ihr das Haus oder die Stadt verlasst.“ Wahrlich, ich sage euch: Es wird Sodom und Gomorra am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als jener Stadt.“ (Mt 10,14-15)

• „Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen. Die aber, die zum Reich gehören, werden hinausgeworfen in die Finsternis. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“ (Mt 8,10-12)

• „Ihr seid vom Teufel und wollt tun, was euer Vater begehrt. Er war ein Mörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, redet er aus seinem eigenen Wesen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Joh 8,44)

Selbst seinen Freunden gegenüber wusste Jesus, wie er würdevoll und streng sein konnte. Dem heiligen Petrus, der ihn aus menschlichen Motiven davon abriet, nach Jerusalem zu gehen, wo man ihn töten wollte, antwortete der Herr:

„Weg mit dir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du hast keine göttliche, sondern menschlich-weise Weisheit.“ (Mt 16,23). Deshalb flößte er manchmal sogar seinen eigenen Kindern Furcht ein:

„Aber sie verstanden diese Worte nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.“ (Mk 9,31).

 

Aus CATILICISMO März 1959

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