Donnerstag, 8. Januar 2026

Das Pontifikalamt, 1890...

 


Ein Kardinal bereitet sich vor, ein Pontifikalamt zu feiern. 

Fürst der Kirche, Anwärter des Stuhles Petri, betet er, umhüllt mit seinem langen roten Umhang, bevor er die Paramente anlegt, die auf dem Altar warten. 

Sein Wappen ragt über der Szene hervor, die Kerzen leuchten, der Klerus umgibt ihn. Die heilige Pracht der Zeremonie wird sich mit majestätischer Langsamkeit entfalten. 

Ein junger Ministrant hält das Räuchergefäß, aus dem die duftenden Weihrauchkringel entkommen als Symbol für das vertrauensvolle Gebet, das zu Gott aufsteigt.

 

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“, Dezember 2021, von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt.

Bild: Marceliano Santa Maria y Sedano

Palast von Riofrio, Segovia (Spanien)

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Petrus van Schendel: Lesen bei Kerzenlicht (ca. 1870 Ernte).

 

In früheren Zeiten, als die Tage immer kürzer wurden, konnte man oft nicht mehr viel am Abend tun. Zum Arbeiten war es zu dunkel und auf dem Land wuchs zu dieser Zeit nicht viel. Aber wer Kerzen hatte, konnte jetzt etwas sehr gutes tun: Lesen. Weil gerade jetzt die vollen Terminkalender der täglichen Arbeit wegfielen, hatten die Menschen die Gelegenheit in aller Ruhe zu lesen und nachzudenken, was wirklich zählt. Eine Ruhe, die wir in unserer Zeit der konstanten Hektik und nie endenden Arbeit, beneiden können.

 

Neederlandse Cultuurkalender 2016 – November
Stichting Civitas Christiana

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.

Der hl. Joseph mit dem Jesuskind


Guido Reni (1575-1642) gilt als ein großer Barockmaler Italiens. Da es ihm gelingt, Gefühle intensiv darzustellen, wird er in unserer gefühllosen Zeit manchmal als Kitschmaler völlig falsch beurteilt.

Der hl. Joseph mit Kind ist ein beliebtes Motiv des Malers. Dieses Bild befindet sich im Museum of Fine Art in Houston. Es zeigt Joseph in Dreiviertelfigur als einen alten Mann: Seine Haare sind schon grau und leicht schütter, sein Gesicht ist von Furchen durchzogen, sein Bart ist weiß und seine Hände sind die eines Handwerkers. Sein Alter und seine Haltung deuten auf seine Berufung im Dienst der Familie. Er hält das Kind so liebevoll auf seinen Armen und blickt es so zärtlich und ergeben an, wie man es von jedem Vater erwarten möchte.

Der kleine Jesus ist nackt, mit blonden Haaren und glatter Haut. Kindheit und Alter im Gegensatz und im Miteinander. Jesus entgegnet Josephs Blick leicht fragend. Er hält ihm einen Apfel entgegen. Ist es ein Symbol für Joseph als Nährvater oder verweist der Apfel auf den Sündenfall und auf die begonnene Erlösung?

Während Joseph leicht aus der senkrechten Frontalansicht gewendet ist, hat das Kind eine leichte Wendung aus der horizontalen Seitenansicht. Diese beiden Wendungen sind genial. Durch sie wird die Vater-Kind-Beziehung intensiviert. Der Mantel von Joseph verdeutlicht die Einheit von Vater und Sohn.

Beeindruckend ist die harmonische Farbgestaltung des Bildes.

Alois Epple

 

Quelle: Der Fels, Titelbild März 2021.
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.
Redaktion:
Hubert.Gindert@der–fels.de

© Nachdruck ist mit Quellenangabe gestattet.