Donnerstag, 5. März 2020

Himmlischer Gesang





»Die Nacht brach an. Da schlug plötzlich, als wir in einer verlassenen Straße zwischen zwei Mauern hindurchgingen, der Klang einer Orgel an unser Ohr, und aus einer Kirche in der Nähe kamen die Worte des Lobgesanges: Laudate Domine, omnes gentes (Lobet den Herrn, alle Völker) Es war gerade die Oktave des heiligen Sakraments (Fronleichnam).
Wir vermögen die Rührung, die der fromme Gesang in uns hervorbrachte, nicht zu beschreiben. Wir glaubten eine Stimme vom Himmel zu hören, die uns rief: „Kleingläubiger Christ, warum gibst du die Hoffnung auf? Glaubst du, ich ändere wie die Menschen meine Pläne? Oder ich verlasse, weil ich Strafe? Statt meine Ratschlüsse anzuklagen, ahme meine treuen Diener nach, die die Schläge meiner Hand segnen noch unter den Trümmern, unter denen ich sie zermalme.“«

Aus dem Herz-Jesu-Kalender der Fédération pro Europa Christiana - FPEC - Frankreich, Juli 2016

Textquelle: François-René de Chateaubriand, „Geist des Christentums oder die Schönheiten der christlichen Religion“. Morus Verlag, Berlin 2004. S. 488.


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