Samstag, 29. April 2017

Das Spinnrad - Giovanni Battista Torriglia


Das Spinnrad 

Giovanni Battista Torriglia 
(1858 - 1937) 
Privatsammlung
Foto: Christie's Images / Bridgeman Images 

Eine Szene aus dem täglichen Leben italienischer Bauern, die uns durch die realistische Darstellung und die liebevollen Details fasziniert. Das Bild könnte mit "Lebensfreude in der Familie" bezeichnet werden. Die Mutter sitzt am Spinnrad; die Großmutter, einen Spinnrocken in der Hand, unterbricht ihre Arbeit, um der Enkelin bei der Strickerei weiterzuhelfen. Ein Knabe pustet große Seifenblasen und macht damit dem Nesthäkchen Freude. Im Hintergrund, nahe beim Ofen, auf dem man einen kupfernen Kochtopf erkennen kann, zündet der Vater zufrieden seine lange Pfeife an. Flirrendes Licht der Toskana strömt durch das Fenster herein, frischt die bunten Farben der Stoffe auf und zaubert ein Lächeln auf jedes Gesicht.
Der Künstler vermittelt uns seine Vorliebe für Familie und Kinder. Gerne lassen wir unseren Blick lange auf diesem Gemälde verweilen. An der Wand hängen Bilder der Heiligen Jungfrau und des Heiligen Josef mit dem Jesuskind, die über diese Familie wachen. Es herrscht Einfachheit, Würde, Seelenfriede und Harmonie in dieser christlichen Familie. Das ist der Reichtum, den uns die moderne Welt geraubt hat.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Januar 2015)

Freitag, 28. April 2017

„Er ist auferstanden...“



Das Bild ist eine Illustration des Gengenbacher Evangeliars. Es wurde Mitte des 12. Jahrhunderts, also in der Romanik, gemalt. Es ist Bedeutungsmalerei und keine naturalistische Malerei. Die Farbgebung und die Größe der Personen richten sich nach ihrer Bedeutung und nicht nach der Perspektive und der Natur.
Der obere Teil des Bildes bezieht sich auf Mk 16. Drei Frauen kommen mit ihren Spezereien zum leeren Grab und sehen dort einen Jüngling zur Rechten (vom Betrachter aus) sitzen. Auch unter dem Kreuz standen nach Johannes drei Frauen (Joh 19, 25). Besonders die mittlere Frau mit ihrem Weihrauchfass erinnert daran, dass die Magier aus dem Morgenland dem Neugeborenen drei Geschenke brachten, darunter, wie hier, Weihrauch und Myrrhe, welche zur Einbalsamierung eines Toten benötigt wurde.
Im unteren Drittel sieht man die Wache, welche Pilatus auf Verlangen der Juden vor dem Grab aufstellen ließ (Mt 27, 62 - 66). Die vier (!) Soldaten sind kleiner als die drei Frauen, da sie biblisch weniger Bedeutung haben. Sie sind zwar bewaffnet schlafen aber. Drei Soldaten haben Stöcke mit Ballen in ihren Händen. Ich deute diese als Fackeln, die erloschen sind. Die Nacht ist nämlich vergangen und oben erstrahlt, im Goldglanz des Hintergrundhimmels, der Ostermorgen, der erste Tag der Woche, an welchem Christus von den Toten auferstanden ist. AE 

(Titelbild DER FELS April 2015)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 19. April 2017

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich

Dienstag, 18. April 2017

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich

Zu behaupten, Gott hätte den Menschen als Mann und Frau erschaffen, gilt heute als "diskriminierend": Demo vor der George Washington University in Washington.
Der diktatorische Charakter der neuesten Ideologie „Gender" und "Transgender" wird immer offensichtlicher: Wer sich nicht dem anschließt, muss mit Gewaltangriffen rechnen.

Und nicht zu knapp: Vor dem Eingang der „George Washington University“ in Washington DC, USA, verteilten Studenten der „TFP-Student Action“ Flugblätter mit der „Information“, Gott hätte nur Mann und Frau erschaffen. Zudem zeigten sie ein großes Transparent mit der Aufschrift „Als Mann und Frau erschuf er sie (Gen 5,2)"

Das reicht heutzutage, um die Wut der Linken an der Universität zu wecken.

Im Video unten kann man sehen, wie die linken Studenten immer aggressiver werden, wüste Beschimpfungen loslassen und schließlich handgreiflich werden. Die Polizei nahm einen Aggressor fest.

Es gab sogar Morddrohungen, so groß war die Wut auf die simple Behauptung, Gott hätte „nur“ Mann und Frau erschaffen.

Die TFP-Student-Action kommentierte: Wie kann es sein, dass Biologie so viel Hass provoziert?


Das Ereignis vor der „George Washington University“ ist keinesfalls ein Einzelfall.

Ein „Free Speech Bus“ (Freie-Meinungs-Bus) mit der Aufschrift „Jungs sind Jungs und Mädchen sind Mädchen – und werden es immer sein“ rollt seit einigen Wochen durch die Vereinigten Staaten. Der Bus wird von diversen konservativen Organisationen („International Organization for the Family“ und „National Organization for Marriage“) gesponsert.

Auch diese Aktion erzeugt eine unglaubliche Welle von Hass. In New Haven wurde der „Free Speech Bus“ sogar von einem LKW solange bedrängt, bis die Akteure die Stadt verließen.

Es wurde sogar ein Videospiel programmiert, in welchem man dem Bus Schläge verpassen kann.



Über diese Aggressionen kann man sich kaum wundern. Wer an den Demonstrationen in Stuttgart oder Wiesbaden gegen die Gender-Lehrpläne für die Schulen teilgenommen hat, konnte auch in Deutschland diesen Hass erleben. Die Grüne Jugend bezeichnete die Gegner des „Bildungsplanes 2015“ sogar als „homophoben Schlossplatz-Mob“. Eine unglaubliche Entgleisung.

Man  muss durchaus damit rechnen, dass Hass und Gewalt noch zunehmen: Die Gender-Ideologie ist dermaßen irrsinnig und wider die Vernunft, dass sie im Grunde nur von verbissenen Aktivisten vertreten werden kann. Fanatismus schaltet die Vernunft aus und erzeugt das Gefühl einer absoluten moralischen Autorität, die einen legitimiert, auch Gewalt anzuwenden. Nur so lassen sich die oben beschriebenen Szenen erklären.

Wir werden uns diesen Einschüchterungen nicht beugen. Unterstützen Sie bitte deshalb die Aktion „Kinder in Gefahr“. Sie helfen uns die Öffentlichkeit über diesen Angriff auf unsere Kinder aufmerksam zu machen mit Ihrem "Like" unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/aktionkig/ Danke!    

Samstag, 1. April 2017

Misstöne von Bundespräsident Gauck

Monsignore Pfarrer Gerhard Senninger

Die Tageszeitung „Die Welt“ brachte am 1.11.2016 folgenden Text: „Bundespräsident Joachim Gauck hat die von Martin Luther ausgelöste Reformation als einen Grundstein für das Gemeinwesen in Deutschland gewürdigt: Ohne die Initialzündung der Reformation gäbe es weder die Freiheit des Glaubens und des Gewissens noch die unveränderlichen Grundrechte“, sagte Gauck zum Auftakt der Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Berlin „Weil Luther es jedem Einzelnen freigestellt habe, ob er sich an das Evangelium bindet, sei ein frischer Wind der Freiheit gekommen. Die Reformation habe die Überzeugung, dass das Individuum letztendlich seinem Gewissen gegenüber verantwortlich ist, zu neuem Leuchten gebracht.“

Dieser unzutreffenden Darstellung habe ich mit einem Leserbrief vom 4.11.2016 wie folgt widersprochen: „Luther hat für sich Toleranz gefordert, war aber nicht bereit, sie anderen zu gewähren. Einigen Herzogen und Reichstädten auf Luthers Seite ging es um den Besitz der Kirche und um Macht gegenüber dem Kaiser, den sie angesichts der Türkengefahr geradezu erpressten. So erklärten sie beim 2. Reichstag zu Speyer 1529: „Die Messe nur zu dulden würde bedeuten, der evangelischen Prediger Lehren, die wir doch für christlich und zuverlässig halten, Lügen Strafen. Ja wenn die päpstliche Messe nicht wider Gott und sein heiliges Wort wäre, dürfte man sie nimmer mehr beibehalten, weil zweierlei Kult in einem Gebiet unerträglich sei und beim gemeinen Mann, gerade wenn er es ernst meint mit Gottes Ehre, zu Widerwärtigkeiten, Aufruhr, Empörung und Unglück aller Art führen müsse (Reichstagsakten VII, 1281). So wurde der katholische Glaube in Deutschland unterdrückt. Der „Friede“ von Augsburg 1555 legte fest: Der Landesherr bestimmt die Religion seiner Untertanen. Kennt Bundespräsident Gauck diese Festlegungen nicht, die jeder freien Gewissensentscheidung Hohn sprechen? Ein frühes Beispiel für die Unterdrückung der Katholiken ist die zwangsweise Auflösung des Klarissen-Klosters der Caritas Pirkheimer in Nümberg. Selbst Philipp Melanchthon, der sich als einziger Lutheraner für das Bleiberecht der Nonnen einsetzte, konnte ihnen nicht helfen. Gewissensfreiheit sieht anders aus.

Auch noch im so genannten Kulturkampf unter Bismarck (1871-1887) erlitt die katholische Kirche bitteres Unrecht. Der Kölner Erzbischof wurde am 20.11.1837 von den im damaligen Preußen herrschenden Protestanten verhaftet und in der Festung Minden eingesperrt. Von den 12 katholischen Bischöfen in Preußen wurden sechs zu hohen Gefängnisstrafen und zu Geldstrafen verurteilt. Ähnlich erging es 2000 Priestern. 400 Ordensniederlassungen wurden aufgehoben, „Sind diese Tatsachen dem amtierenden Bundespräsidenten unbekannt?“

Die Leserbrief-Redaktion der „Welt“ antwortete zunächst nicht und lehnte es schließlich mit unterschiedlichen Begründungen ab, meine Richtigstellung zu veröffentlichen. Dies ist umso bedauerlicher, als hier Joachim Gauck nicht als Privatmann eine falsche Meinung verkündet hat. Er hat vielmehr in seiner amtlichen Funktion als Staats-Oberhaupt in einer offiziellen Feier zum Reformationsjubiläum gesprochen, Sollen hier unter Missbrauch des Amtes des Bundespräsidenten konfessionelle Unwahrheiten verbreitet werden? Solche Streitigkeiten sollten wir im Zeitalter der Ökumene überwunden haben. Und Richtigstellungen sollten in einer freien Presse erlaubt sein.



Ein Beispiel für die Missachtung der Gewissensfreiheit unter lutherischer Herrschaft ist die Zerstörung des Klarissenklosters in Nümberg.
Dort war Caritas Pirkheimer von 1503 bis 1532 Äbtissin. Sie war eine Verfechterin der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Als hoch gebildete Nonne pflegte sie Gedankenaustausch mit zahlreichen Gelehrten wie Erasmus von Rotterdam und Conrad Celtis. 1525 widersetzte sie sich im Einvernehmen mit ihrem Convent der gewaltsamen Einführung der lutherischen Lehre. Sie schrieb den evangelischen Ratsherren: „Es wäre uns lieber und nützlicher, Ihr schicket einen Henker in unser Kloster, der uns alle Köpfe abschlüge, als dass Ihr uns einen vollen, trunkenen, unkeuschen Pfaffen zuschickt.“ Die Nonnen durften auch in der Sterbestunde von keinem katholischen Priester besucht werden, um die Sterbesakramente zu empfangen. Schließlich wurde das Kloster vom evangelischen Stadtrat ausgehungert...

Der Fels 3/2017
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de