Dienstag, 15. Dezember 2009

Die Verehrung der Reliquie


Die Verehrung der Reliquie, 1893 - Joaquin Sorolla

Es ist das Fest des heiligen Patrons. Der Priester, mit der Stola um die Schultern, entnahm die Reliquie aus dem goldenen Schrein neben dem Altar. Er stellt sie aus zur Verehrung der Gläubigen. Ein Mädchen mit bedecktem Kopf küsst das Reliquiar. Mit großem Respekt und Andacht nähern sie sich den Resten des Martyrers, der, aus Hass gegen den Glauben getötet wurde und dafür sein Blut vergoss. Ein Messdiener verteilt auf einer Gabenplatte Bildchen des Heiligen mit einem Gebetstext, um seine Fürsprache bei Gott einzusetzen.
Die Volksfrömmigkeit, die ihre Andacht mit Taten äußert und sie in das gesellschaftliche einbringt, ist ein lebendiger Gegenstand der christlichen Tradition, die geschützt werden muss. Doch heute meinen gewisse Staatsvertreter ihre Macht gebrauchen zu können, um Äußerungen der christlichen Frömmigkeit zu untersagen.

Das Ende des Frühstücks



Das Ende des Frühstücks, 1879 - Auguste Renoir

Das Frühstück im Freien, in einem blühenden Garten, ist beendet. Auf dem mit einer weißen Decke gedeckten Tisch stehen nur noch die Kaffeetassen und die Karraffen. Es ist der Moment  für ein Glas Likör, das eine der Damen in der Hand hält. Die Details der charmanten Garderobe ziehen den Blick auf sich an.
Die Frau des Malers, die Renoir gerne in seine Gemälde einfügte, ist die junge Dame in Schwarz, mit einer großen Seidenschleife am Hals.
Das Vergnügen einer eleganten Mahlzeit und einer guten Freundschaft spiegelt sich in den Gesichtern wider. Das Bild, das so angenehm zu betrachten ist, strahlt eine "douceur de vivre", ein Gefühl des Glücks und der Harmonie aus.

Die Zeit der Erlösung ist nah

Es sind tatsächlich viele und große Erweise der Güte, die Gott auf die milde Fürbitte der Jungfrau Maria im Lauf dieser fünfzig Jahre erteilte. Sollen wir da nicht hoffen, "dass unsere Rettung näher ist, als wir glaubten"? Und dies umso mehr, da es erfahrungsgemäß ein Gesetz der göttlichen Vorsehung zu sein scheint, dass Gott am nächsten ist, wo die Gefahr am größten ist. "Nahe ist's, dass komme die Zeit, und ihre Tage werden nicht verlängert werden. Denn der Herr erbarmt sich Jakobs und erwählet nochmals Israel." So haben wir Hoffnung, bald rufen zu können: "Zerbrochen hat Gott den Stab der Gottlosen. Es ruht und schweigt die ganze Erde, sie freut sich und bricht in Jubel aus."

Aus der Enzyklika "Ad Diem Illum" von Pius X. vom 2. Februar 1904

Die Klagen der Völker dessen Regierungen sich gegen Gott und seine Kirche erheben

Von den äußersten Grenzen des Morgenlandes bis zum entferntesten Abendland hören wir die Wehrufe von Völkern, deren Fürsten oder Führer sich verbündet und verschworen haben wider den Herrn und wider seine Kirche. In jenen Ländern sehen wir alles göttliche und menschliche Recht vergewaltigt. Da werden Kirchen niedergerissen und zerstört, Geistliche und gottgeweihte Ordensschwestern aus ihrem Heim vertrieben und mit Spott, Rohheit, Hunger und Kerker gequält; Scharen von Knaben und Mädchen vom Mutterschoße der Kirche weggeraubt und obendrein dazu verführt, Christus abzuschwören und zu lästern, verführt zu schlimmen Unzuchtsünden; das ganze Christenvolk, atemlos gehetzt und versprengt, schwebt in ständiger Gefahr, entweder vom Glauben abzufallen oder eines harten Todes zu sterben. Die Dinge sind wirklich so traurig, dass man meint, mit solchen Vorgängen kündige und zeige sich jetzt schon der Anfang der Wehen an, die der Mensch der Sünde bringen wird, der über alles sich erhebt, was Gott heißt oder Heiligtum.


Aus der Enziklyka "Miserantissimus Redemptor" von Pius XI. vom 8. Mai 1928

Die Kirche ist die Schützerin der legitimen Eigenschaften der Völker

Die Kirche ie bewahrt mit größter Treue die erzieherische Weisheit Gottes; daher kann sie nicht daran denken und denkt nicht daran, die für jedes Volk eigentümlichen Sonderwerte anzutasten oder minder zu achten, die von jedem mit empfindsamer Anhänglichkeit und mit begreiflichen Stolz gehegt und als kostbares Vätergut betrachtet werden. Das Ziel der Kirche ist die Einheit im Übernatürlichen und in umfassender Liebe in Gesinnung und Tat, nicht die Einerleiheit, die nur äußerlich und oberflächlich ist, und gerade darum kraftlos macht.
Die Kirche begrüßt freudig und begleitet mit mütterlichem Wohlwollen jede Einstellung und Bemühung für eine verständige und geordnete Entfaltung solcher eigengearteter Kräfte und Strebungen, die im Eigensein jedes Volkstums wurzeln; Voraussetzung dabei ist nur, dass sie mit den Verpflichtungen nicht im Widerspruch stehen, die sich der Menschheit durch ihren einheitlichen Ursprung und durch die Einheitlichkeit ihrer gemeinsamen Aufgaben auferlegen.
Diese grundsätzliche Regel ist der Leitstern im allumfassenden Apostolat der Kirche, wie ihr Wirken auf dem Missionsfelde nicht nur einmal zeigt. Ungemein viele Untersuchungen und bahnbrechende Forschungen sind das mit Opfern, Hingabe und Liebe gewirkte Werk der Glaubensboten aller Zeiten; Untersuchungen und Forschungen, die darauf abzielten, das innere Verständnis und die Achtung vor verschiedenartigstem Kulturgut zu erleichtern und seine geistigen Werte zum Besten einer lebendigen und lebensnahen Verkündigung der Frohbotschaft Christi zu heben. Jedwede Gebräuche und Gewohnheiten, die nicht unlösbar mit religiösem Irrtum verknüpft sind, werden stets mit Wohlwollen geprüft und - wenn immer möglich - geschützt und gefördert.


Aus der Enzyklika "Summi Pontificatus" von Pius XII. vom 20. Oktober 1939

Die Leugnung des göttlichen Ursprungs der öffentlichen Gewalt führt in den sozialen Ruin


"Die von den Neuerern erfundenen Theorien haben bezüglich der staatlichen Gewalt den Menschen bereits sehr bittere Früchte gebracht, und es ist zu befürchten, dass sie in späteren Zeiten noch das Äußerste an Unglück bringen werden. Denn das Recht des Gebietens nicht auf Gott als auf dessen Ursprung zurückbeziehen zu wollen: das ist nichts anderes, als der staatlichen Gewalt ihren schönsten Glanz zu rauben und ihren Lebensweg zu durchschneiden. Wenn sie sagen, jene (Gewalt) hänge vom Machtspruch der Volksmenge ab, so ist erstens diese Meinung trügerisch; außerdem aber lassen sie die höchste Würde auf einem viel zu schwachen und unbeständigen Fundament ruhen. Denn durch solche Meinungen werden die Regungen der Leidenschaften im Volk gleichsam aufgestachelt, so dass dieses sich um so mehr in Dreistigkeit erhebt, und es wird zu großen Schadendes Staatswohles in seiner blinden Erregung auf dieser abschüssigen Bahn leicht in offene Empörung hinabsinken. In der Tat folgen auf die sogenannte 'Reformation', besonders in Deutschland, dann alsbald Aufstände und höchst verwegene Empörungen, als deren Führer und Förderer die geistliche und die weltliche Gewalt durch ihre neuen Theorien von Grund auf bekämpft haben; und so sehr wütete der Bürgerkrieg mit Feuer und Schwert, dass fast kein Ort von blutigen Unruhen verschont blieb."


Aus der Enzyklika "Diuturnum illud" von Leo XIII. am 29.6.1881

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Der Laizismus, die Pest unserer Zeit

Die Pest unserer Zeit ist der sogenannte Laizismus mit seinen Irrtümern und gottlosen Absichten. Ihr wisst, ehrwürdige Brüder, dass diese Plage nicht an einem Tage ausbrach, sondern seit langem die Staaten insgeheim bedrohte. Man begann damit, Christi Herrschaft über alle Völker zu leugnen; man stritt der Kirche ihr Recht ab, das aus dem Rechte Jesu Christi selbst hervorgeht, die Menschheit zu lehren, Gesetze zu geben, die Völker zu leiten, um sie zur ewigen Seligkeit zu führen. Nach und nach wurde die christliche Religion mit den andern, falschen Religionen gleichgestellt und auf äußerst entwürdigende Weise mit diesen auf eine Stufe gestellt; sodann unterwarf man sie der weltlichen Gewalt und lieferte sie der Willkür der Fürsten und Staatsmänner aus. Noch weiter gingen jene, die darauf sannen, die göttliche Religion zu ersetzen durch so etwas wie eine natürliche Religion oder eine bloß gefühlsmäßige Religiosität. Gewisse Staaten glaubten sogar, Gott entbehren zu können; sie machten den Unglauben zu ihrer Religion und bemühten sich, bewusst und absichtlich Gott zu vergessen.
 
Aus der Enzyklika "Quas primas" von Pius XI. vom 11.12.1925

Das Königtum Christi im zeitlichen Bereich

Anderseits würde derjenige sich schwer irren, der Christus als Mensch die Macht über alle zeitlichen Dinge absprechen wollte. Denn er hat vom Vater ein so unumschränktes Recht über alle Geschöpfe bekommen, daß alles seinem Willen unterstellt ist. Doch hat er sich während seines Erdenlebens der Ausübung dieser irdischen Herrschergewalt völlig enthalten. Er selbst hat Besitz und Erwerb menschlicher Dinge verachtet, und beließ sie und beläßt sie noch heute ihren Besitzern. Daran erinnert uns das schöne Wort: "Es greift ein sterblich Reich nicht an, der's Reich des Himmels geben kann."

Aus der Enzyklika "Quas primas" von Pius XI. vom 11.12.1925

Unheilvolle Demokratie, die die Brüderlichkeit von der christlichen Liebe trennt


Nein, Ehrwürdige Brüder, es gibt keine wahre Brüderlichkeit außerhalb der christlichen Liebe, die aus Liebe zu Gott und Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Erlöser, alle Menschen umfasst: um allen beizustehen und alle zum selben Glauben und zum selben Glück des Himmels zu führen. Wenn die Demokratie die Brüderlichkeit von der derart verstandenen christlichen Liebe trennt, so bedeutet sie keinen Fortschritt, sondern schafft einen unheilvollen Rückgang der Zivilisation. Denn wenn man, wie wir es aus ganzer Seele wünschen, zum größtmöglichen Wohlergehen der Gesellschaft und jedes einzelnen ihrer Glieder durch die Brüderlichkeit oder, wie man auch sagt, durch eine allgemeine Solidarität gelangen will, dann bedarf es der Einheit der Geister in der Wahrheit, der Einheit der Willensrichtungen in der Moral, der Einheit der Herzen in der Liebe zu Gott und zu Seinem Sohn, Jesus Christus. - Jedoch: diese Einheit ist nur zu verwirklichen durch die katholische Liebe, welche demzufolge allein die Völker im Gang des Fortschritts zu Ideal der Zivilisation führen kann.
 
Aus dem Apostolischen Schreiben "Notre Charge Apostolique" von Pius X. vom 25.8.1910

Die christliche Zivilisation ist die einzig wahre



"Nein, Ehrwürdige Brüder - es muss in diesen Zeiten gesellschaftlicher und geistiger Anarchie, in denen jeder sich selbst als Lehrer und Gesetzgeber aufstellt, immer wieder wirksam daran erinnert werden -: man kann den Staat nicht anders bauen, als Gott ihn gebaut hat; man kann die Gesellschaft nicht errichten, wenn die Kirche nicht die Fundamente legt und nicht die Bauarbeiten leitet; nein, es ist nicht mehr nötig eine Zivilisation zu ersinnen, noch auch einen neuen Staat in den Wolken zu bauen. Es hat sie gegeben und es gibt sie: es ist die christliche Zivilisation, es ist der katholische Staat. Es kann sich nur noch darum handeln, ihn unablässig gegen die immer wieder neu ausbrechenden Angriffe einer falschen Utopie, der Revolte und der Gottlosigkeit auf seine natürlichen und göttlichen Grundlagen zu stellen und ihn darin zu stärken und zu festigen: Omnia instaurare in Christo.


Aus dem Apostolischen Schreiben "Notre Charge Apostolique" vom hl. Pius X. vom 25.8.1910

Wohin die These der absoluten Souveränität des Staates über alles zeitliche führt

Die modernistische Schule begnügt sich nicht nur damit, Kirche und Staat zu trennen. Der Glaube steht nach seinen phänomenalen Elementen unter der Wissenschaft. In der gleichen Weise muss nach ihr in weltlichen Dingen die Kirche unter dem Staat stehen. Vielleicht wird dies noch nicht offen ausgedrückt, jedoch gibt es an dem Schluss kein Vorbeikommen. Hat in den weltlichen Dingen der Staat alleine zu bestimmen, so müssen - falls der Gläubige mit der inneren Betätigung seiner Religion nicht zufrieden ist und damit auch nach außen hervortreten will, zum Beispiel bei der Spendung und beim Empfang der Sakramente - diese Akte notwendigerweise unter die Staatsgewalt fallen. Wo bleibt in diesem Fall die kirchliche Autorität? Sie vermag sich nur durch äußere Akte zu betätigen und ist damit in ihrer ganzen Ausdehnung dem Staat unterstellt. Unter dem Eindruck dieser Logik wollen daher auch manche liberale Protestanten jeden äußeren Kult und auch jeden äußeren religiösen Verband abgeschafft wissen. Nach ihrer Aussage versuchen sie die individuelle Religion einzuführen. Wenn die Modernisten noch nicht offen so weit gehen, verlangen sie dennoch von der Kirche, dass sie sich freiwillig ihren Bestrebungen annähert und sich den bürgerlichen Formen anpasst.
 
Aus der Enzyklika "Pascendi Dominici gregis" von Pius X. vom 8.9.1907

Die Kirche ist das Heilmittel für die gegenwärtige Zivilisation

Wie die Weisheit des Christentums in keine Seele einkehrt, ohne sie besser zu machen, so dringt sie auch in keine Staatsverwaltung ein, ohne einen friedlicheren, ruhigeren Zustand sofort herbeizuführen. Mit dem Begriffe eines für alle sorgenden, allweisen, unendlich gütigen und gerechten Gottes weckt es im Gewissen das Pflichtgefühl, mildert es die Bitterkeit der Leiden, besänftigt es den Zorn und regt es zu heldenmütigen Taten an. Wenn es die heidnischen Völker von Grund aus umzuwandeln vermochte, sie vom völligen Untergange zum Leben zurückrief, wenn es die Barbarei zurückdrängte, wohin es nur seinen Fuß setzte, so wird es in gleicher Weise die durch den Abfall zerrütteten Völker, die zum Christentum zurückkehren, wieder auf die Bahn der Ordnung zurückgeleiten.
 
Aus der Enzyklika "Annum ingressi sumus" von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Die weltliche Herrschaft der Päpste wurde ihnen geraubt, um ihre geistliche Gewalt zu brechen

"Kein Wunder, dass die liebsten Kinder so hart behandelt werden, da man doch mit dem Vater selbst, dem Haupte der Christenheit, dem Bischof von Rom, nicht glimpflicher verfährt. Es sind allbekannte Tatsachen: Man raubte ihm seine weltliche Herrschaft und damit jene Unabhängigkeit, welche seine apostolische Sendung zu allen Völkern verlangt. Der Druck einer feindlichen Macht nötigte ihn, sich in seiner eigenen Stadt Rom, in seinem eigenen Hause einzuschließen; er fühlt sich in eine ungerechte und unwürdige Lage versetzt, und das, nachdem man das lächerliche Versprechen gemacht, für seine Würde und Freiheit bürgen zu wollen. Wir selbst kennen die zahlreichen großen Hindernisse, die man dem Wirken des apostolischen Stuhles bereitet, wie man selbst seine Absichten missdeutet, um sein Ansehen zu mindern. Täglich wird es klarer, dass der Raub der weltlichen Herrschaft deshalb stattgefunden, um den Weg frei zu bekommen, und leichter die geistliche Gewalt des Papstes zu brechen. Übrigens haben die Urheber und Anführer des Gewaltreiches dies ohne viele Umschweife ausgesprochen.
 
Aus der Enzyklika "Annum ingressi sumus" von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Die Völker, die sich von den christlichen Tugenden abwenden, setzen sich entsetzlichen Gefahren aus

"Bekannt ist das Wort der Heiligen Schrift über das Judenvolk: Solange sie nicht sündigten vor dem Angesichte Gottes, war das Glück mit ihnen. Denn ihr Gott hasst das Unrecht. ... Als sie aber abgewichen waren vom Wege, der ihnen Gott gegeben hatte, auf das sie darauf wandeln sollten, wurden sie in Schlachten vertilgt von vielen Nationen (Jdt. 5, 21-22) Die jüdische Nation war ein unvollkommenes Vorbild des Christenvolkes und in dem, was sich von altersher mit ihr zutrug, lag oft ein Bild künftiger Wahrheit. Nur hat uns Gottes Güte noch mit weit größeren Wohltaten überhäuft und geschmückt: darum macht das Verbrechen des inneren Undankens die Sünde der Christen viel schwerer.
Wohl wird die Kirche zu keiner Zeit und in keiner Weise von Gott verlassen, darum braucht sie vor den Freveln der Menschen nichts zu fürchten. Hingegen kann den Nationen, wenn sie von der christlichen Tugend abfallen, nicht die gleiche Sicherheit gegeben sein, denn 'die Sünde macht die Völker elend' (Spr. 14, 34). Wenn alle vergangenen Jahrhunderte die Bedeutung und Wahrheit dieses Wortes erfahren haben - warum sollte das unsrige von dieser Erfahrung bewahrt bleiben? Schon deuten sehr viele Anzeichen darauf hin, dass die verdienten Strafen bevorstehen, und die Lage der Staaten bestätigt das gleiche: sind doch sichtlich mehrere von ihnen von innere Übel zerrüttet, und keine ist in jeder Hinsicht außer Gefahr. Wenn nun die politischen Cliquen der Gottlosen in ihrer Verwegenheit den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen: wenn es ihnen gelingen sollte, für ihre bösen Anschläge und ihre noch schlimmeren Ziele, mit denen sie sich breit machen, weitere Unterstützung und Macht zu gewinnen, so ist in der Tat die Furcht begründet, dass sie ganze Staaten von ihren naturgegebenen Fundamenten hinabstürzen werden.
So entsetzliche Gefahren vermag aber menschliche Bemühung allein nicht zu wehren, zumal die vom christlichen Glauben abgefallene große Masse die gerechte Strafe für ihren Stolz darin erleidet, dass sie, von ihren Leidenschaften blind gemacht, vergebens nach der Wahrheit sucht. Lügen statt des Wahren hochschätzt und sich selbst für weise hält, wenn sie 'das Böse gut und das Gute böse' nennt, indem sie 'die Finsternis für das Licht und das Licht für Finsternis' ansieht (Is. 5, 20).
 
Aus der Enzyklika "Sapientiae christianae" von Leo XIII. vom 10.1.1890

Die christliche Zivilisation

Obgleich die Kirche, dieses unsterbliche Werk des barmherzigen Gottes, an sich und ihrer Natur nach das Heil der Seelen und die einstige Glückseligkeit im Himmel zur Aufgabe hat, so gehen doch von ihr große und reiche Segnungen auch über die Dinge des vergänglichen Bereiches aus; und zwar so sehr, dass, wäre die Kirche in erster Linie und hauptsächlich für die Wohlfahrt des Lebens hier auf Erden gegründet worden, diese Segnungen nicht zahlreicher und größer sein könnten.

Aus der Enzyklika "Immortale Dei" von Leo XIII. vom 1.11.1885

Dienstag, 1. Dezember 2009

Die Brautjungfer

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Die Brautjungfer
- ca. 1883-85 -
James Tissot

Eine elegant gekleidete Brautjungfer bereite sich für den Einstieg in die Droschke vor, in der sich schon die Braut befindet, von der man nur ein Teil des Kleides sieht, welches Ende des 19. Jahrhunderts gewöhnlich in Farbe war. Der Bräutigam, in vornehmer und höflicher Haltung, hält den Saum des langen Brautkleides beiseite und über der jungen Dame einen Schirm. In der geschäftigen Strasse bleiben einige stehen und schauen zu; ein Laufjunge oder Lehrling vorne rechts ruft, "es lebe die Braut!" Der Charme und die Leutseligkeit, die aus dieser Szene hervorgehen, kommen nicht nur von der Schönheit der Kleider, sondern auch von dem zeremoniösen Umgang unter den Menschen in wichtigen Momenten des gesellschaftlichen Lebens. Die hier wiedergegebene Szene, ist noch aufgebaut auf die Institution der Familie, deren Fundament die unauflösliche Ehe ist.
Benoît Bemelmans