Samstag, 27. März 2010

Ein Kirchenchor


Ein Kirchenchor – Henri Bripot (1846-1928)


Der Kirchenchor hat sich aufgestellt, um in einem Hochamt zu singen. Den Knabenstimmen, vor dem Harmonium, in ihren roten Soutanen und Spitzenchorhemden, schließen sich die der Männer an. Sie stehen im Hintergrund und tragen Dalmatiken. Zwei Musiker in schweren Chormänteln begleiten den Gesang mit Cello und Kontrabass.


Der Maler wollte, wie in einem Schnappschuss, die Aufführung dieser Kantorei sehr realistisch darstellen. Dazu bediente er sich eines Kontrastes, der einen zum Schmunzeln bringt: Der Gegensatz zwischen der Festlichkeit der Gewänder und der lässigen Haltung der Sänger. Einer scheint seinem Nachbarn auf einen begangenen Fehler aufmerksam zu machen und der Knabe der uns anschaut, führt uns durch seine Ablenkung in das Bild hinein und wird von seinem Mitsänger sanft zurechtgerückt.
Benoît Bemelmans

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ 
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“)

Freitag, 26. März 2010

Im Omnibus

Im Omnibus, 1880 - Maurice Delondre

Durch die Fenster des Omnibusses sieht man in der Mitte die Pferde, die ihn ziehen, rechts eine Dame, die dem "Kutscher" mit ihrem Schirm ein Zeichen zum Halten gibt. Drinnen im Bus, ist eine junge Dame mit hellen langen Handschuhen und einem kleine, runden, mit Blumen geschmückten Hut, mit ihrem Portemonnaie beschäftigt. Vorne sitzt eine wohl arme Frau mit ihrem Kind, ihr Kleid ist geflickt. Ein aufrichtig sitzender Mann hält sein Zeitung und schaut mit fragendem Blick auf seine Nachbarin. Diese hat eine mit Schleifen charmant gewundene Kopfbedeckung. Eine junge Köchin kommt zurück vom Wochenmarkt und hält auf ihrem Schoß einen Korb voller Gemüse.

Die harmonische Stimmung, die diese Szene des alltäglichen Lebens ausstrahlt und die Würde der Personen, machen das Betrachten des Bildes zu einem Vergnügen. Man kann sich fragen, in was die heutige nivellierende Vulgarität ein Fortschritt bedeutet.
Benoît Bemelmans

Sonntag, 21. März 2010

Priester zum heiligen Wandel erziehen


Welch ernste Sorge, Ehrwürdige Brüder, müsst ihr demgemäss dafür tragen, dass der Klerus zum heiligen Wandel erzogen werde! Sie muss allen anderen Angelegenhei-ten vorangestellt werden. Deshalb sei die vorschriftsmäßige Einrichtung und Leitung der geistlichen Seminarien, der Glanz reinen, unverkürzter Glaubenslehre und die Blüte heiliger Sitten in denselben eure Hauptsorge. Das Seminar sei die Freude eures Herzens, und nichts fehle darin, was das Konzil von Trient weise angeordnet hat und jenem zum Gedeihen dient. – Ist dann aber die Zeit gekommen, wo die Kandidaten die heiligen Weihen empfangen sollen. Dann aber beherzigt wohl, was Paulus an Timotheus geschrieben: „Lege niemand voreilig die Hände auf.“(1 Tim 5,22) Denn das müsst ihr wohl beachten: wie diejenigen beschaffen sind, welche ihr zur priesterlichen Würde erhebt, so werden auch größtenteils die Gläubigen sein. Lasset euch keineswegs von persönlichen Rücksichten beeinflussen. Gott, die Kirche und das ewige Heil der Seelen allein habt ihr ins Auge zu fassen, damit ihr, der Warnung des Apostels getreu, „euch nicht fremder Sünden schuldig macht“(ebda).

Samstag, 20. März 2010

Es gibt eine Verschwörung gegen die Kirche



"Wem könnte es verborgen bleiben, daß sich viele erbitterte Feinde zusammentun, um das Werk Jesu Christi zu Grunde zu richten, indem sie mit unglaublicher Hartnäckigkeit die göttlichen Wahrheiten und Einrichtungen zu beseitigen trachten? Doch Ihr selbst schaut dies täglich bis zum Überdruß mit eigenen Augen; mehr denn einmal habt Ihr es mit uns beklagt, wie unheilvolle Meinungen und Lehren straflos unter dem Volke um sich greifen. Wie viele Fallstricke sind dem Glauben der Unvorsichtigen gelegt! Und, was noch mehr zu bedauern ist, man sucht mit Hindernissen aller Art das segensreiche Wirken der Kirche zu schwächen und nach Möglichkeit erfolglos zu machen. Zum Schaden fügt man noch den Spott hinzu und schleudert gegen die Kirche selbst die Anklage, sie sei nicht mehr imstande, mit ungeschwächter Kraft wie früher die stürmischen und verheerenden Leidenschaften, welche alles mit Vernichtung bedrohen, im Zaume zu halten."


Aus der Enzyklika „Annum ingressi sumus“ von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Freitag, 19. März 2010

Die Verehrung der Reliquie


Die Verehrung der Reliquie, 1893 - Joaquin Sorolla

Es ist das Fest des heiligen Patrons. Der Priester, mit der Stola um die Schultern, entnahm die Reliquie aus dem goldenen Schrein neben dem Altar. Er stellt sie aus zur Verehrung der Gläubigen. Ein Mädchen mit bedecktem Kopf küsst das Reliquiar. Mit großem Respekt und Andacht nähern sie sich den Resten des Martyrers, der, aus Hass gegen den Glauben getötet wurde und dafür sein Blut vergoss. Ein Messdiener verteilt auf einer Gabenplatte Bildchen des Heiligen mit einem Gebetstext, um seine Fürsprache bei Gott einzusetzen.
Die Volksfrömmigkeit, die ihre Andacht mit Taten äußert und sie in das gesellschaftliche einbringt, ist ein lebendiger Gegenstand der christlichen Tradition, die geschützt werden muss. Doch heute meinen gewisse Staatsvertreter ihre Macht gebrauchen zu können, um Äußerungen der christlichen Frömmigkeit zu untersagen.

Donnerstag, 18. März 2010

Ein besonderer Fürsprecher

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Ein besonderer Fürsprecher, 1893 - Charles Barber

Ein reizendes kleines Mädchen mit seinen blonden Locken und dem weißen Kleidchen lehnt an die Tapetenwand und trocknet sich die Tränen. Seine Eltern haben es wohl bestraft; gute Erziehung setzt auch Bestrafung in Maßen voraus. Die Puppe, die auf dem glänzenden Boden liegt, unterstreicht den Gemütszustand des Mädchens in diesem Moment: Die Spiele sind beendet und alles scheint für eine Zeit verloren zu sein.
Der Colley macht sich zum Anwalt seiner kleinen Herrin: Er hebt die Pfote, wie um für das Anliegen des kleinen schmollenden Kindes, das in die Ecke verwiesen wurde, zu plädieren. Verzeihen und Trösten gehört auch zu einer gesunden Erziehung in der Familie. (Benoît Bemelemans)