Mittwoch, 19. April 2017

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich

Dienstag, 18. April 2017

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich

Zu behaupten, Gott hätte den Menschen als Mann und Frau erschaffen, gilt heute als "diskriminierend": Demo vor der George Washington University in Washington.
Der diktatorische Charakter der neuesten Ideologie „Gender" und "Transgender" wird immer offensichtlicher: Wer sich nicht dem anschließt, muss mit Gewaltangriffen rechnen.

Und nicht zu knapp: Vor dem Eingang der „George Washington University“ in Washington DC, USA, verteilten Studenten der „TFP-Student Action“ Flugblätter mit der „Information“, Gott hätte nur Mann und Frau erschaffen. Zudem zeigten sie ein großes Transparent mit der Aufschrift „Als Mann und Frau erschuf er sie (Gen 5,2)"

Das reicht heutzutage, um die Wut der Linken an der Universität zu wecken.

Im Video unten kann man sehen, wie die linken Studenten immer aggressiver werden, wüste Beschimpfungen loslassen und schließlich handgreiflich werden. Die Polizei nahm einen Aggressor fest.

Es gab sogar Morddrohungen, so groß war die Wut auf die simple Behauptung, Gott hätte „nur“ Mann und Frau erschaffen.

Die TFP-Student-Action kommentierte: Wie kann es sein, dass Biologie so viel Hass provoziert?


Das Ereignis vor der „George Washington University“ ist keinesfalls ein Einzelfall.

Ein „Free Speech Bus“ (Freie-Meinungs-Bus) mit der Aufschrift „Jungs sind Jungs und Mädchen sind Mädchen – und werden es immer sein“ rollt seit einigen Wochen durch die Vereinigten Staaten. Der Bus wird von diversen konservativen Organisationen („International Organization for the Family“ und „National Organization for Marriage“) gesponsert.

Auch diese Aktion erzeugt eine unglaubliche Welle von Hass. In New Haven wurde der „Free Speech Bus“ sogar von einem LKW solange bedrängt, bis die Akteure die Stadt verließen.

Es wurde sogar ein Videospiel programmiert, in welchem man dem Bus Schläge verpassen kann.



Über diese Aggressionen kann man sich kaum wundern. Wer an den Demonstrationen in Stuttgart oder Wiesbaden gegen die Gender-Lehrpläne für die Schulen teilgenommen hat, konnte auch in Deutschland diesen Hass erleben. Die Grüne Jugend bezeichnete die Gegner des „Bildungsplanes 2015“ sogar als „homophoben Schlossplatz-Mob“. Eine unglaubliche Entgleisung.

Man  muss durchaus damit rechnen, dass Hass und Gewalt noch zunehmen: Die Gender-Ideologie ist dermaßen irrsinnig und wider die Vernunft, dass sie im Grunde nur von verbissenen Aktivisten vertreten werden kann. Fanatismus schaltet die Vernunft aus und erzeugt das Gefühl einer absoluten moralischen Autorität, die einen legitimiert, auch Gewalt anzuwenden. Nur so lassen sich die oben beschriebenen Szenen erklären.

Wir werden uns diesen Einschüchterungen nicht beugen. Unterstützen Sie bitte deshalb die Aktion „Kinder in Gefahr“. Sie helfen uns die Öffentlichkeit über diesen Angriff auf unsere Kinder aufmerksam zu machen mit Ihrem "Like" unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/aktionkig/ Danke!    

Samstag, 1. April 2017

Misstöne von Bundespräsident Gauck

Monsignore Pfarrer Gerhard Senninger

Die Tageszeitung „Die Welt“ brachte am 1.11.2016 folgenden Text: „Bundespräsident Joachim Gauck hat die von Martin Luther ausgelöste Reformation als einen Grundstein für das Gemeinwesen in Deutschland gewürdigt: Ohne die Initialzündung der Reformation gäbe es weder die Freiheit des Glaubens und des Gewissens noch die unveränderlichen Grundrechte“, sagte Gauck zum Auftakt der Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Berlin „Weil Luther es jedem Einzelnen freigestellt habe, ob er sich an das Evangelium bindet, sei ein frischer Wind der Freiheit gekommen. Die Reformation habe die Überzeugung, dass das Individuum letztendlich seinem Gewissen gegenüber verantwortlich ist, zu neuem Leuchten gebracht.“

Dieser unzutreffenden Darstellung habe ich mit einem Leserbrief vom 4.11.2016 wie folgt widersprochen: „Luther hat für sich Toleranz gefordert, war aber nicht bereit, sie anderen zu gewähren. Einigen Herzogen und Reichstädten auf Luthers Seite ging es um den Besitz der Kirche und um Macht gegenüber dem Kaiser, den sie angesichts der Türkengefahr geradezu erpressten. So erklärten sie beim 2. Reichstag zu Speyer 1529: „Die Messe nur zu dulden würde bedeuten, der evangelischen Prediger Lehren, die wir doch für christlich und zuverlässig halten, Lügen Strafen. Ja wenn die päpstliche Messe nicht wider Gott und sein heiliges Wort wäre, dürfte man sie nimmer mehr beibehalten, weil zweierlei Kult in einem Gebiet unerträglich sei und beim gemeinen Mann, gerade wenn er es ernst meint mit Gottes Ehre, zu Widerwärtigkeiten, Aufruhr, Empörung und Unglück aller Art führen müsse (Reichstagsakten VII, 1281). So wurde der katholische Glaube in Deutschland unterdrückt. Der „Friede“ von Augsburg 1555 legte fest: Der Landesherr bestimmt die Religion seiner Untertanen. Kennt Bundespräsident Gauck diese Festlegungen nicht, die jeder freien Gewissensentscheidung Hohn sprechen? Ein frühes Beispiel für die Unterdrückung der Katholiken ist die zwangsweise Auflösung des Klarissen-Klosters der Caritas Pirkheimer in Nümberg. Selbst Philipp Melanchthon, der sich als einziger Lutheraner für das Bleiberecht der Nonnen einsetzte, konnte ihnen nicht helfen. Gewissensfreiheit sieht anders aus.

Auch noch im so genannten Kulturkampf unter Bismarck (1871-1887) erlitt die katholische Kirche bitteres Unrecht. Der Kölner Erzbischof wurde am 20.11.1837 von den im damaligen Preußen herrschenden Protestanten verhaftet und in der Festung Minden eingesperrt. Von den 12 katholischen Bischöfen in Preußen wurden sechs zu hohen Gefängnisstrafen und zu Geldstrafen verurteilt. Ähnlich erging es 2000 Priestern. 400 Ordensniederlassungen wurden aufgehoben, „Sind diese Tatsachen dem amtierenden Bundespräsidenten unbekannt?“

Die Leserbrief-Redaktion der „Welt“ antwortete zunächst nicht und lehnte es schließlich mit unterschiedlichen Begründungen ab, meine Richtigstellung zu veröffentlichen. Dies ist umso bedauerlicher, als hier Joachim Gauck nicht als Privatmann eine falsche Meinung verkündet hat. Er hat vielmehr in seiner amtlichen Funktion als Staats-Oberhaupt in einer offiziellen Feier zum Reformationsjubiläum gesprochen, Sollen hier unter Missbrauch des Amtes des Bundespräsidenten konfessionelle Unwahrheiten verbreitet werden? Solche Streitigkeiten sollten wir im Zeitalter der Ökumene überwunden haben. Und Richtigstellungen sollten in einer freien Presse erlaubt sein.



Ein Beispiel für die Missachtung der Gewissensfreiheit unter lutherischer Herrschaft ist die Zerstörung des Klarissenklosters in Nümberg.
Dort war Caritas Pirkheimer von 1503 bis 1532 Äbtissin. Sie war eine Verfechterin der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Als hoch gebildete Nonne pflegte sie Gedankenaustausch mit zahlreichen Gelehrten wie Erasmus von Rotterdam und Conrad Celtis. 1525 widersetzte sie sich im Einvernehmen mit ihrem Convent der gewaltsamen Einführung der lutherischen Lehre. Sie schrieb den evangelischen Ratsherren: „Es wäre uns lieber und nützlicher, Ihr schicket einen Henker in unser Kloster, der uns alle Köpfe abschlüge, als dass Ihr uns einen vollen, trunkenen, unkeuschen Pfaffen zuschickt.“ Die Nonnen durften auch in der Sterbestunde von keinem katholischen Priester besucht werden, um die Sterbesakramente zu empfangen. Schließlich wurde das Kloster vom evangelischen Stadtrat ausgehungert...

Der Fels 3/2017
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Donnerstag, 23. März 2017

Lateranbasilika: Tempel der Liebe


Benedikt XVI.: "Lateranbasilika ist ein Tempel der Liebe"
Beim Angelusgebet an diesem Sonntag erinnerte der Papst an das Weihefest der Mutterkirche Roms, der Lateranbasilika. Diese Basilika sei ein "Tempel der Liebe", sagte der Papst. Deshalb fordert er alle katholischen Gemeinden auf, "ihre Kirchen und Gottesdienststätten mit Sorgfalt zu pflegen." Sie bildeten ein wertvolles religiöses und historisches Erbe, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Festtag der Lateranbasilika sei deshalb ein Anlass, über die rechte Weise nachzudenken, Gott ein Haus zu bauen. Dazu sagte Benedikt XVI.:
"Die Kirche begeht heute den Weihetag der Lateranbasilika, die als Kathedrale des Bischofs von Rom den Titel "Mutter und Haupt aller Kirchen" trägt. Dieses Fest erinnert uns daran, dass Gott selbst es ist, der Sein Volk zusammenruft und aus lebendigen Steinen Seine Kirche aufbaut.
Kaiser Konstantin schenkte im Jahre 342 der Kirche in Rom das Gebiet des heutigen Lateran und ließ darauf eine Basilika errichten. Nach Verwüstungen und Zerstörungen durch Erdbeben und Brände wurde die Kirche 1726 neu erbaut. Der Kirchweihtag der Lateranbasilika ist der 9. November.(rv) 09.11.08

Der Aachener Dom


Die Kirche und die Gegenrevolution

XII - Die Kirche und die Gegenrevolution

Die Revolution entstand, wie wir gesehen haben, aus einer Explosion der ungezügelten Triebe im Menschen, die zur Zerstörung der weltlichen Gesellschaft, zur totalen Umkehrung der Sittenordnung und zur Leugnung Gottes führte. Die eigentliche Zielscheibe der Revolution ist demnach die katholische Kirche, der mystische Leib Christi, die unfehlbare Lehrmeisterin der Wahrheit, die Hüterin des natürlichen Sittengesetzes und somit letztendliches Fundament selbst der weltlichen Ordnung.
Dies vorausgesetzt, untersuchen wir nun das Verhältnis zwischen dieser göttlichen Stiftung, die durch die Revolution vernichten werden soll, und der Gegenrevolution.

1. DIE KIRCHE IST ETWAS VIEL HÖHERES UND WEITERES ALS REVOLUTION UND GEGENREVOLUTION


Revolution und Gegenrevolution sind bedeutende Episoden der Kirchengeschichte, denn sie bilden das eigentliche Drama der Apostasie und der Bekehrung des christlichen Abendlandes. Dennoch sind sie nur reine Episoden.
Die Mission der Kirche beschränkt sich nicht nur auf den Westen, noch lässt sie sich zeitlich mit der Dauer des revolutionären Prozesses umschreiben. "Alios ego vidi ventos, alios prospexi animo procellas" (Andere Winde habe ich bereits gesehen, andere Stürme schon geschaut) (43) könnte die Kirche voll Stolz und Gelassenheit inmitten der heutigen Stürme mit Cicero ausrufen. Die Kirche kämpfte schon in anderen Ländern, gegen Feinde aus anderen Völkern, und wird sicher bis zum Ende der Zeiten noch ganz anderen Problemen und Feinden als den heutigen entgegentreten müssen.
Ihre Aufgabe besteht in der Ausübung ihrer direkten geistlichen Gewalt und ihrer indirekten weltlichen Gewalt zum Heil der Seelen. Die Revolution ist ein Hindernis, das sich gegen diese Aufgabe der Kirche aufgerichtet hat. Der Kampf gegen ein solches konkretes Hindernis unter vielen anderen ist für die Kirche ein nur dem Umfang des Hindernisses begrenztes Mittel – ein sehr wichtiges Mittel, gewiss, aber doch nur ein Mittel.
Also, wenn es auch keine Revolution gäbe, würde die Kirche all das tun, was sie für das Heil der Seelen tut.
Zur besseren Erläuterung der Stellung der Kirche zur Revolution und zur Gegenrevolution könnte uns ein Vergleich mit einer Nation im Kriegszustand helfen.
Als Hannibal vor den Toren Roms stand, mussten alle Kräfte der Republik aufgeboten und gegen den Feind geführt werden. Das war eine lebensnotwendige Reaktion gegen den mächtigsten und fast schon siegreichen Gegner. Frage: War Rom also nur eine Reaktion gegen Hannibal? Wer wollte so etwas behaupten?
Genauso absurd wäre der Gedanke, die Kirche sei ausschließlich Gegenrevolution.
Übrigens ist es angebracht hier zu klären, dass die Gegenrevolution nicht die Aufgabe hat, die Kirche, die Braut Christi zu retten. Gestützt auf die Beistandsverheißung ihres göttlichen Gründers, ist die Kirche, um zu überleben, nicht auf Menschen angewiesen.
Im Gegenteil, die Kirche gibt der Gegenrevolution das Leben. Ohne Kirche läßt sich die Gegenrevolution gar nicht durchführen, ja ohne Kirche ist sie überhaupt nicht denkbar.
Die Gegenrevolution will vielmehr dazu beitragen, dass die von der Revolution bedrohten Seelen gerettet und die Katastrophen, die die weltliche Ordnung bedrohen, abgewendet werden. Deshalb muss sie sich auf die Kirche stützen, sie in Demut dienen, anstatt im Stolz davon zu träumen, daß sie sie retten müsse.

2. DIE KIRCHE HAT GRÖSSTES INTERESSE AN DER ZERSCHLAGUNG DER REVOLUTION

Wenn es die Revolution gibt und wenn sie das ist, was sie ist, dann gehört es zur Aufgabe der Kirche, dann liegt es im Interesse der Rettung der Seelen und es ist unabdingbar zur Ehre Gottes, daß die Revolution zerschlagen wird.

3. DIE KIRCHE IST ALSO EINE FUNDAMENTAL GEGENREVOLUTIONÄRE KRAFT

Verstehen wir das Wort Revolution in dem Sinn, den wir ihm gaben, dann ist obiger Titel die einleuchtende Folgerung des bis jetzt Gesagten. Das Gegenteil behaupten, hieße sagen, die Kirche erfülle ihre Aufgabe nicht.

4. DIE KIRCHE IST DIE STÄRKSTE GEGENREVOLUTIONÄRE KRAFT

Betrachtet man die Zahl der Katholiken, ihre Einheit und ihren Einfluß in der Welt, dann läßt sich über den Primat der Kirche unter den gegenrevolutionären Kräften nicht mehr streiten. Doch diese legitime Betrachtung der natürlichen Möglichkeiten hat nur eine zweitrangige Bedeutung. Die wahre Kraft der Kirche besteht darin, daß sie der mystische Leib Unseres Herren Jesu Christi ist.

5. DIE KIRCHE IST DIE SEELE DER GEGENREVOLUTION

Wenn die Gegenrevolution der Kampf ist, um die Revolution zu zerschlagen und eine neue Christenheit aufzubauen, die von Glauben, demütigem hierarchischem Geist und fleckenloser Reinheit erstrahlt, dann ist es einleuchtend, daß sie dies nur durch eine tiefgehende Einwirkung in den Herzen der Menschen erreichen kann. Ein solches Werk ist aber ureigene Aufgabe der Kirche, die die katholische Lehre lehrt und sich darum sorgt, daß diese geliebt und praktiziert wird. Daher ist die Kirche die Seele der Gegenrevolution.

6. DIE ERHÖHUNG DER KIRCHE IST DAS IDEAL DER GEGENREVOLUTION

Diese Behauptung ist evident. Wenn die Revolution das Gegenteil der Kirche ist, so ist es unmöglich, sie als Ganzes (und nicht nur unter einigen isolierten Aspekten) zu hassen und zu bekämpfen, ohne sich ipso facto für die Ehre der Kirche einzusetzen.

7. DIE GEGENREVOLUTION ÜBERSCHREITET IN GEWISSER HINSICHT DEN RAHMEN DER KIRCHE

Nach dem oben Dargelegten schließt die Gegenrevolution eine Reorganisierung der ganzen weltlichen Gesellschaft ein: „Eine ganze Welt muß selbst in ihren Fundamenten neu errichtet werden“, sagte Pius XII.(44) im Hinblick auf die Trümmer, mit denen die Revolution die ganze Erde überschüttet hat.
Diese Aufgabe einer grundlegenden gegenrevolutionären Neugestaltung der weltlichen Gesellschaft muss einerseits ganz von der Lehre der Kirche beseelt sein, umfasst aber andererseits viele konkrete und praktische Probleme, die ihrer Natur nach der zivilen Ordnung angehören. In diesem Punkt überschreitet die Gegenrevolution den kirchlichen Rahmen, bleibt aber immer tief mit der Kirche verbunden, was ihr Lehramt und ihre indirekte Gewalt betrifft.

Aus dem Buch „Revolution und Gegen-Revolution“ von Plinio Correa de Oliveira

Die Ängste Europas - Es hat sich nichts geändert

Die brasilianische Tageszeitung O GLOBO berichtete am 21. März 2008, der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Durão Barroso, habe einem Freund die drei größten Ängste Europas anvertraut. Es seien: der islamische Fundamentalismus, China und die russische Arroganz...

Geschürter Volkszorn

Am 21. Oktober 1789 rottete sich das Volk vor dem Hause des Bäckers François zusammen: eine alte Frau klagte, er halte viel Brot verborgen. Die Nachbarn riefen vergebens, er sei ein Ehrenmann, er tue vieles für die Armen, er backe täglich in sieben Öfen und verweigert niemanden Brot. Das Volk wollte nichts hören.
Die Bürgerwehr führte ihn auf das Stadthaus vor den Polizei-Ausschuss der Gemeinde, der ihn verhörte und sogleich sich von seiner Unschuld überzeugte, aber vor dem Drohen der Menge, die den Grèveplatz füllte, sie nicht anzuerkennen wagte: man müsse ihn in die Abtei führen, denn es sei, wenn er schuldig, sehr wichtig, die Teilnehmer an der Verchwörung kennen zu lernen.
Allein draußen hieß es, treulose Beamte wollten den Frevler  dem Zorne des Volkes entreißen, das dürfe man nicht dulden. Die Menge drängte in das Ratszimmer, entriss der Wache den Angeklagten, und hing ihn am nächsten Laternenpfahl auf, ohne das die Nationalgarde vor dem Rathaus sich regte.
Der Mann lebte noch, als man ihn am Strick wieder herunterließ; man schnitt ihm den Kopf ab und trug denselben auf einer Pike durch die Straßen.

(Aus „Weltgeschichte“ von J. B. Weiss)