Freitag, 23. August 2019

Warum integrale Ökologie die Zivilisation zerstören wird



Guido Vignelli
Ökologischer Paradigmenwechsel
Es ist allgemein bekannt, dass das in unserer Gesellschaft noch vorhandene wenige und stabile Gute, Überreste der christlichen Zivilisation sind. Dieselbe Zivilisation, die vor zweitausend Jahren begründet wurde, ermöglichte es den Menschen das aufzubauen, was zu Unrecht als mittelalterliches Christentum bezeichnet wird.
Heute versucht die vorherrschende intellektuelle Klasse, die sinkende „moderne Zivilisation“ durch eine „neue kulturelle Synthese“ zu ersetzen, durch die Entwicklung einer neuen Vorstellung von Welt, Mensch und Gott.
Während des gesamten 20. Jahrhunderts versuchten Säkularisten (Areligiöse) und Christdemokraten, ein Programm aufzulegen, zur Förderung eines nachchristlichen, säkularen (rein weltlichen) „integralen (ganzheitlichen) Humanismus“, der weder religiös noch atheistisch sei sollte. Das Ergebnis war, dass die katholische Welt diese Säkularisierung aufnahm, die dann Entchristianisierung der Gesellschaft herbeiführte.
Heute bemühen sich Philosophen, Soziologen, Politikwissenschaftler, und sogar Theologen, einen „neuen Humanismus“ zu erfinden, der ein „gemeinsames Zuhause“ schaffen soll, um die moderne Gesellschaft vor ihren Widersprüchen und Krisen zu befreien.
Dieses Programm enthält jedoch Paradoxien, die an Provokationen grenzen. Der gepriesene „neue Humanismus“ besteht eigentlich aus einer „ganzheitliche Ökologie“, die den Menschen zu einem Bestandteil der Umwelt reduziert. Das geplante „gemeinsame Haus“ wird auf eine sozio-biologische Umwelt reduziert, die mit dem Ökosystem Erde identisch ist. Die gewünschte „neue Zivilisation“ würde sich aus der Verabschiedung von den kulturellen, sozialen und politischen Grundlagen der traditionellen und christlichen Zivilisation ergeben.
Dieses Programm schließt jegliche Bezugnahme auf die Erlösung, das Heil der Seele, das übernatürliche, ewige Leben oder sogar auf Gott aus. Es basiert auf einer irdischen und immanenten Auffassung der Welt, des Menschen und der Religion.


Diese Standpunkte und Vorschläge sind bereits in der Enzyklika von Papst Franziskus zu finden, die sich der Ökologie widmet (Laudato si, 2015). Die Vorbereitungskommission der kommenden Oktober-Sondersynode der Bischöfe über Amazonas hat sie unter dem Motto eines neuen Paradigmas auf die Spitze getrieben: „Ganzheitliche Ökologie“.
Im Vorwort des offiziellen Vorbereitungsdokuments der Synode wird die Bekehrung von Völkern, Staaten und sogar der Kirche vorgeschlagen durch die Einführung eines „ganzheitlichen Entwicklungs- und Ökologieprozesses“, der darauf abzielt, „Vielfalt“ und „Pluralismus“ in allen Bereichen zu fördern, nicht nur im Umweltbereich, aber auch im menschlichen, das heißt sozial, kulturell und sogar religiös.
Das Programm für eine „ganzheitliche Ökologie“
Lassen wir uns nicht von der Bezeichnung „ganzheitlich“ täuschen, das die Synode vor dem Wort „Ökologie“ setzt. Solche Manöver erwecken den Eindruck, dass es sich um eine integrale Ideologie handelt, die nicht vermindernd und parteiisch, sondern ausgewogen und kohärent ist, da sie sich mit allen Aspekten der Realität befasst.
Im Gegenteil, diese Ökologie ist nicht in eine christliche Auffassung integriert, sondern diese ist in ein ökologisches Programm integriert. Religion, Kultur und Zivilisation werden im Ökosystem auf Umweltfaktoren reduziert, die mit dem Planeten Erde identifiziert werden, wie dies im Vorbereitungsdokument (insbesondere in Teil II, Abschnitt 9) eindeutig zu finden ist.
Dieser Ökologismus ist eine Ideologie, die behauptet, die traditionelle hierarchische Vision der Beziehung zwischen der Welt, dem Menschen und Gott stürzen zu wollen. Die göttliche Offenbarung stellt die Schöpfung in den Dienst des Menschen, den Menschen in den Dienst der Kirche und die Kirche in den Dienst Gottes. Das neue ökologische Programm dreht diese Abfolge um und stellt Gott und die Kirche in den Dienst der Integrität des Menschen und den Menschen in den Dienst der Integrität der Natur. Diese natürliche Integrität besteht aus kosmischer Bioverschiedenheit und Umweltbalance (umweltliches Gleichgewicht). Das genannte Dokument versucht, diese neue Anordnung zu rechtfertigen, indem es behauptet, dass in der Schöpfung „alles miteinander verbunden ist“ (Nr. 13). Alle Elemente dieses Schemas sind auf gleichgeschalteter Basis miteinander verbunden.
Bei dem Versuch, die Massen und Völker zu verführen, müssen Ökologen die ursprünglichen und atavistischen Gefühle und Instinkte des Menschen ausnutzen, einschließlich religiöser oder para-religiöser Natur. Obwohl oft von Atheisten oder Agnostikern angepriesen, bekennt sich die „ganzheitliche Ökologie“ implizit zu einer eigenen Religion: der Verehrung der Mutter Erde, wie sie in der Kosmolatrie (Anbetung des Kosmos) oder im „Kult der Gaia“ konkretisiert wird.
Ökologen haben auch einen eigenen (falschen) Prophetismus von apokalyptischer Art, der sich in Vorhersagen einer bevorstehenden Umweltkatastrophe äußert. Obwohl diese Prognosen von Zeit zu Zeit von den Fakten geleugnet werden, werden sie von den Ökologen weiterhin als unmittelbar bevorstehend eingestuft, wenn sie auch hartnäckig immer wieder auf ein zukünftiges Datum gedrängt werden.
Diese apokalyptische Besessenheit ähnelt dem Fanatismus der Zeugen Jehovas so sehr, dass Umweltkatastrophisten nun als „Zeugen Gaias“ oder der Mutter Erde gebrandmarkt werden. Diese beiden Zeugen fordern die Öffentlichkeit auf, blind ihren terroristischen Vorhersagen zu vertrauen, auch wenn diese stets durch Ereignisse geleugnet und ständig verschoben werden. Darüber hinaus, wie Psychologen sagen, „diejenigen, die die Angst regieren, regieren die Gesellschaft“.
Ein solcher Ökologismus ist also wirklich unnatürlicher Götzendienst und widerspricht der Zivilisation. Es setzt eine Vision Gottes, der Welt und des Menschen zwischen modernem Materialismus und „postmodernem“ Pantheismus voraus. Deshalb ist die „Integrative Ökologie“ tatsächlich ein Faktor des Zerfalls von Religion, Kultur und Gesellschaft.
Recycling gescheiterter Ideologien
Bei den Bemühungen der ökologischen Bewegung um Recycling handelt es sich nicht um Abfall, sondern um Konzepte, Pläne und Mottos alter revolutionärer Ideologien wie des Marxismus und des noch utopischeren Sozialismus. Sie ist erfahren darin, alle an die aufkommenden kulturellen Krisen anzupassen und neue Strategien zu formulieren, um die öffentliche Meinung zu erobern.

Karl Marx

Zum Beispiel haben Umweltschützer den Kampf des Proletariats instrumentalisiert, um vom kapitalistischen System „entfremdete“ Wirtschaftsgüter zurückzugewinnen. Sie tun dies, indem sie den Kampf des Subproletariats der Dritten Welt reciceln, um vom Weltkapitalismus „beschlagnahmtes und ausgebeutetes“ Land zurückzuerobern. Sie beschuldigen die Kapitalisten, eine „ausbeutende“ produktivistische und konsumistische Wirtschaft zu verbreiten, die die „ursprüngliche Unschuld“ des Menschen verderbt und die Autonomie der „Peripherien der Welt“ „unterdrückt“.
Darüber hinaus greift der Ökologismus den Mythos des „edlen Wilden“ aus dem 18. Jahrhundert und das Motto des 19. Jahrhunderts auf, das eine „Rückkehr zur Barbarei“ forderte und auf die städtischen proletarischen Massen anspielt, die evangelisiert werden müssen. Diese Ideologie wandelt dieses Motto in ein neues um und fordert eine „Rückkehr zu den Wilden“, die auf Bevölkerungsgruppen in „Peripherien der [Dritten] Welt“ anspielt, die von der fortgeschrittenen Gesellschaft ausgegrenzt werden.
Die „religiösen Umweltschützer“ kehren das Konzept der Evangelisierung um. Zum Beispiel sollten Völker und Stämme wie die im Amazonasgebiet nach dem oben erwähnten Vorbereitungsdokument (Nr. 13) nicht von der Kirche evangelisiert werden, sondern die Kirche muss sich von ihnen evangelisieren lassen.
In Bezug auf ihr Modell der „nachhaltigen Wirtschaft“ recyceln Ökologen das alte Modell des utopischen Sozialismus (ab Fourier). Sie schlagen eine Ablehnung nicht nur des Konsums, sondern auch des Marktes, der Industrie und des Privateigentums vor. Während dieses Projekt behauptet, eine Gesellschaft zu schaffen, die „nüchtern, sparsam und glücklich“ wäre, schafft es tatsächlich Armut und sowohl wirtschaftliches als auch moralisches Elend.
Von der Stadt als Zivilisationszentrum in den Dschungel als unzivilisierten Rand
Das Leben in der Gesellschaft basiert nicht nur auf Religion, sondern auch auf einer rechtsstaatlich politisch organisierten Zivilisation. Das Wort „Zivilisation“ stammt aus dem Lateinischen civitas und bedeutet Stadt, verstanden als stabile Gemeinschaft, die in städtischen Zentren organisiert ist. Das Wort „politisch“ kommt von der griechischen polis, was auch Stadt bedeutet, und bezieht sich auf Stadtverwaltung und Regierung. Das Wort „Gesetz“ spielt auf das griechische jusand und das lateinische rectitude an. Daher kann eine einfache private Gewohnheit oder ein öffentlicher Brauch nicht durch die bloße Tatsache gerechtfertigt werden, dass es sich um eine „gelebte Situation“ handelt, wie es heute heißt, sondern muss dazu tendieren, den Zustand eines objektive Gutes zu erreichen.
Die Geschichte zeigt, dass Hochkulturen geboren werden, wenn menschliche Familien oder Gemeinschaften das nomadische Leben der Jäger aufgeben oder das sesshafte Leben der Sammler entwickeln, sich in stabilen Städten vereinen, sich politisch unter einer Autorität organisieren und sich mit dem öffentlichen Recht regieren, was historisch gesehen, korrigiert und durch christliches Recht bereichert werden kann.
Im Gegensatz dazu ersetzt die von Ökologen geträumte „neue Zivilisation“ nicht nur die Stadt durch den Wald, die Politik durch die Ökologie, sondern ersetzt auch die Rechtsstaatlichkeit durch die tatsächliche Situation der wilden Stämme, deren Ideen und Bräuche koste es, was es wolle, gerechtfertigt und gefördert werden müssen. Ökologen lehnen nicht nur den Kapitalismus oder die Technokratie, sondern auch den Staat, die Stadt und sogar die Familie ab und ersetzen sie durch eine Gemeinschaft von Gütern und eine spontane und gelegentliche Gemeinschaft oder einen Stamm, d.h. jene primitiven Formen der Vereinigung, die typisch sind für barbarische oder wilde Gemeinschaften, die ihre Mitglieder mit einem wirklich bürgerlichen Leben nicht versorgen können, geschweige denn einem fortgeschrittenen.
Dieselbe ideologische Propaganda, die die politischen Verfassungen und die (für jedermann anzuerkennenden) Staatsbürgerschaftsrechte hochlobt, fördert paradoxerweise eine „integrale Ökologie“, die die Grundlagen der Zivilgesellschaft ablehnt, die sich nicht nur in Politik oder Recht, sondern auch in Kultur und Familie manifestiert. So bereitet die „neue ökologische Zivilisation“ tatsächlich eine Art Anti-Zivilisation vor.
Giambattista Vico

Dieses ökologische Programm steht im Einklang mit der Zivilisationsdiagnose des bekannten italienischen Philosophen und Historikers Giambattista Vico in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, die er als durch die „sinnlose Kultur“ der Aufklärung korrodiert sah. Vor drei Jahrhunderten argumentierte er, dass Zivilisationen, die auf unorganisierte Weise Fortschritte machen, dazu neigen, ihre moralischen und religiösen Wurzeln zu leugnen und in eine zynische und unheilige Anti-Zivilisation geraten, die sie in den barbarischen oder wilden Staat zurückversetzt. Diese Regression ist sehr gefährlich, weil sie fortschrittliche konzeptionelle und technologische Instrumente in den Dienst unmoralischer und unordentlicher Leidenschaften stellt. Vico kam zu dem Schluss, dass die einzige Rettung von dieser Gefahr darin bestehe, den überlebenden religiösen und moralischen Geist im Bewusstsein der Bevölkerung wiederherzustellen. Diese Lösung sollte für die heutige sterbende Zivilisation vorgeschlagen werden.

Guido Vignelli
Ist Geisteswissenschaftler für Ethik, politische Philosophie und Kommunikation. 1982 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Centro Culturale Lepanto und 1987 der Associazione Famiglia Domani, beide in Rom. Von 2001 bis 2006 war er Mitglied der von der italienischen Präsidentschaft im Ministerrat eingerichteten Kommission für Familienforschung. 2015 arbeitete er mit der Aktion „Ergebene Bitte“ zusammen, einer weltweiten Kampagne, in der Papst Franziskus aufgefordert wurde, in die Bischofssynode für die Familie zu intervenieren und deren unklare Aussagen zu korrigieren. Er ist Autor des Buches „Eine Pastorale Revolution“ und Schüler von Professor Plinio Corrêa de Oliveira.
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Anm.: Nicht alle Ideen in diesem Artikel spiegeln notwendigerweise die Position von Pan-Amazon Synod Watch und diesem Blog wider.
Quelle des englischen Originals in
http://panamazonsynodwatch.info/articles/commented-news/integral-ecology/
vom 26.06.2019
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Mittwoch, 21. August 2019

Die Synode der großen Brüche



Die Synode der großen Brüche
stößt frontal mit der katholischen Lehre 
über die Evangelisierung Amerikas zusammen

Carlos Sodré Lanna


Zwischen dem 6. und 27. Oktober findet in Rom die Sonderversammlung der Bischofssynode für die gesamte Amazonasregion statt, an der Brasilien und acht Nachbarländer teilnehmen.
Obwohl diese Synode eine Versammlung ist, die sich auf den Amazonas konzentriert, hat sie eine universelle Dimension angenommen und wird von ihren Organisatoren als Vorbild für andere Regionen und sogar für die ganze Welt präsentiert. Das vorbereitende Dokument „Amazonien: Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie“ ist in dieser Hinsicht beredt und bekräftigt seinen universellen Charakter: „Die Überlegungen der Sondersynode gehen über den strikt kirchlichen Rahmen Amazoniens hinaus, weil sie bedeutsam sind für die universale Kirche und für die Zukunft des ganzen Planeten.“
Die Organisatoren der bischöflichen Versammlung beabsichtigen, sie als Plattform zu nutzen, um eine neue Kirche zu errichten - eine Mischung aus Christentum und einheimischem Heidentum -, die dem pantheistischen Kult der Mutter Erde, der Erhaltung des Urwaldes und der Förderung des gemeinschaftlichen Tribalismus (Stammesleben) als Alternative zu unserer eigenen industrialisierten, konsumorientierten und ausbeuterischen Gesellschaft gewidmet ist.
Die Themen einer solchen Synode sind immens und ihre Brüche mit der katholischen Lehre in nicht verhandelbaren Punkten sind zahlreich, aber in diesem Artikel werde ich nur auf Brüche der Missionslehre und die wahre katholische Lehre über die Evangelisierung Amerikas eingehen.
Bruch mit der traditionellen Sichtweise der Missionen
Die neuen Missionen legen jede Idee der Evangelisierung ab, sie beschränken sich die indigenen Völker materiell zu unterstützen und einen „interkultureller Dialog“ mit ihnen zu fördern. Das bedeutet, die indigenen Völker in ihren eigenen Bräuchen einzuschließen, eine Haltung, die von postmodernen Anthropologen hoch geschätzt wird. Es bedeutet vor allem, den Eingeborenen die Gelegenheit den katholischen Glauben und die übernatürlichen Heilsmittel zu nehmen, ganz im Gegensatz von dem, was Unser Herr Jesus Christus geboten hatte: „Geht in die ganze Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16,15-16).
Ein Beispiel hierfür ist der italienische Missionar Corrado Dalmolego (s. Bild), der für die Catrimâni-Mission des Consolata-Missionsinstituts in den indigenen Ländern der Yanomami verantwortlich ist. In einem Interview mit dem spanischen Portal Religión Digital prahlte er eine „Mission der Dialogpräsenz“ zu führen, in der „in 60 Jahren niemand getauft wurde“...
Das Vorbereitungsdokument für die Synode lobt die Spiritualität und den Glauben der amazonischen Völker als eine Quelle des „guten Lebens“ und des Respekts vor der Natur und ihrer religiösen Führer, „die weisen Ältesten, die entsprechend der verschiedenen Kulturen unter anderem Pajé, Heiler, Meister, Wayanga oder Schamane genannt werden, weil sie für die Harmonie der Personen untereinander und mit dem Kosmos verantwortlich sind.“
Katholische Lehre über die Evangelisierung Amerikas
Angesichts der Neuigkeiten, die diese Neomissionäre der Amazonas-Synode uns eintrichtern wollen, ist es notwendig, die wahre katholische Lehre darüber zu kennen.
Die römischen Päpste von Alexander I. bis Johannes Paul II. Sprachen in beeindruckender Kontinuität zu diesem Thema am Rande historischer Kontroversen, um keine Zweifel zu lassen.
Die Libreria Editrice Vaticana veröffentlichte unter der Obhut von P. Josef Meztzler, Direktor der Vatikanischen Schule für Paläontologie, eine Sammlung von 837 päpstlichen Dokumenten mit dem Titel Americae Pontificiae - Primi Saeculi Evangelizationis, die nur den Zeitraum 1493-1591 betreffen. Es die Sammlung der Bullen von Alexander VI. bis Gregor XVI. über die Evangelisierung Amerikas und werden im Vatikanischen Archiv aufbewahrt.
In seiner berühmten Bulle Inter Caetera vom 3. Mai 1493 stellte Alexander VI. fest, dass „der katholische Glaube und die christliche Religion sollen sich vor allem in unserer Zeit und überall dort, wo sie sich aus- und verbreiten, um die Rettung der Seelen kümmern, und die barbarischen Nationen dem christlichen Glauben unterwerfen.“
Am 29. Mai 1537 verurteilte Papst Paul III. mit seinem Pastorale officium den Sklavenhandel und erklärte, die Eingeborenen sollten als Menschen und nicht als Tiere betrachtet werden.
Kurz darauf erteilte derselbe Papst Paul III. in dem Dokument Exponi nobis superfecisti den in Amerika tätigen Priestern die Befugnis, die Siedler, die die Urwäldler des neuen Kontinents versklavten, den Behörden anzuzeigen.
In einem Brief vom 10. August 1568 lobte der hl. Pius V. den Eifer für die Bekehrung der Indianer, den der spanische König Philipp II. manifestierte. Der Papst verfolgte mit wachsamer Aufmerksamkeit die Angemessenheit der Ernennungen von Vizekönigen und kleineren Behörden, die für die Evangelisierung und den Schutz der amerikanischen Ureinwohner vor möglichen Exzessen der Kolonialherren verantwortlich waren.
Weitere Päpste bestätigten die Bestimmungen der damaligen Zeit und ratifizierten das Recht der iberischen Nationen, Amerika zu kolonisieren und seine Bewohner zu evangelisieren. Zu diesem Zweck übertrugen sie Verantwortlichkeiten und Befugnisse den Königen von Portugal und Spanien, deren anerkannte apostolische Berufung sie lobten.
Wer die päpstlichen Dokumente des ersten Jahrhunderts der Kolonialisierung durchsieht, wird das Lob der großen zivilisatorischen Arbeit feststellen. Und auch die sorgfältige Sorge der Kirche, die begangenen Missbräuche zu korrigieren, indem die natürlichen Rechte der Indianer und ihre Lebensweise in legitimen oder einlösbaren Situationen respektiert werden.
Papst Gregor XIII. veröffentlichte nicht weniger als 155 Dokumente und Sixtus XV. 102, die fast alle Maßstäbe für die Bekehrung der Indianer setzen sollten.
Gemälde von José Garnelo Alda (1866-1945), 1892 zum Gedenken an das IV. Jahrhundert
der Entdeckung Amerikas angefertigt. Ausgestellt im Marinemuseum von Madrid.
Kolumbus kommt in Amerika an und mit ihm das Kreuz Christi

Das vierhundertjährige Jubiläum der Entdeckung Amerikas verdient es, von Papst Leo XIII. in der Enzyklika Quarto abunte saeculo am 16. Juli 1892 erwähnt zu werden.
Pius XII. nannte in einer Botschaft vom 8. Januar 1948 den Prozess der Evangelisierung Amerikas ein „Missionarisches Epos“.
Schließlich bekräftigte Johannes Paul II. am 14. März 1992 beim Internationalen Symposium zur Geschichte der Evangelisierung Amerikas im Vatikan die Lehren seiner Vorgänger und fasste „die Grundlagen einer christlichen Kolonialisierung“ zusammen, die von dem spanischen Dominikaner der berühmten Salamanca-Schule, Francisco Victória (1480-1546), entwickelt worden waren.
Der Papst erinnert daran, dass der dominikanische Meister die natürlichen Rechte der Indianer als „vernünftige und freie Wesen erklärte, die nach dem Bilde und Gleichnis Gottes geschaffen wurden, mit einem persönlichen und transzendenten Schicksal, durch das sie gerettet oder verurteilt werden konnten“.
Er weist auch darauf hin, dass „gemäß der von Victoria dargelegten Doktrin aufgrund des Rechts auf Gesellschaft und auf natürliche Kommunikation die besser befähigten Männer die Pflicht hatten, den am weitesten zurückgebliebenen und unterentwickelten zu helfen“. So begründete Victoria die Intervention Spaniens in Amerika.
Nichts widerspricht der Position der Neomissionare der Amazonas-Synode mehr als die feste und ununterbrochene Lehre der Päpste über die Evangelisierung in Amerika.
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Literaturhinweis
* Plinio Corrêa de Oliveira – Tribalismo indígena,ideal comuno-missionário para o Brasilno século XXI, Editora Vera Cruz, São Paulo, 1979
* Alberto Caturelli, El Nuevo Mundo – Descubrimiento, Conquista y Evangelización de América – Centro Cultural Edamex, Cidade do México,1991
* Revista Catolicismo, “Há 500 anos as nausde Colombo aportaram na América”, setembro/1992
* Revista Catolicismo, “O Sínodo das grandes rupturas” – José Antonio Ureta, agosto/2019.

Quelle des portugiesischen Originals am 15. August 2019 in
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
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Dienstag, 20. August 2019

Antikolonialismus und heidnische Spiritualitäten im Vorbereitungsdokument für die Amazonas-Synode



von Jeanne Smits
Das erste, was im Vorbereitungsdokument für die Sondersynode über den Amazonas auffällt, ist der horizontale Charakter - der auch die Jugendsynode kennzeichnete, die im vergangenen Oktober in Rom stattfand. Ein Jahr später, im Oktober 2019, müssen sich die eingeladenen Bischöfe vor allem mit der „pastoralen und ökologischen Bekehrung“ befassen, deren Umrisse sie erkennen sollen. Dabei geht es nicht darum, wie die Erlösung und die Rettung der Seelen am besten den indigenen Völkern des «pan-amazonischen» Beckens gebracht werden kann. Vor allem geht es darum zu bestimmen, was die Kirche zum Schutz ihrer Umwelt und Artenvielfalt beitragen kann und wie sie ihre eigenen (der Einheimischen) „Kosmovisionen“ und Spiritualitäten berücksichtigen soll. Hier bewegen wir uns ständig zwischen dem Mythos des edlen Wilden (diese Amazonas-Indianer besitzen definitiv alle möglichen Qualitäten!) und Enthüllungen von vergangenen und gegenwärtigen Sünden der Kolonialisierung in Form einer neoliberalen Globalisierung - deren Wunden die Kirche irgendwie berufen wäre zu heilen.
Das Vorbereitungsdokument der Amazonas-Synode erschien am Fest des Heiligen Herzens
Die theologische Grundlage des Vorbereitungsdokuments für die Amazonas-Synode habe ich bereits analysiert. Es ist völlig durchdrungen von «indianischer Theologie», die im Wesentlichen darin besteht, die indigene Vision des Kosmos der Ureinwohner des Amazonaswaldes zu berücksichtigen, um die christliche Botschaft zu bekräftigen. Wie das Vorbereitungsdokument mit seinen vielen Hinweisen auf Laudato si mehr oder weniger deutlich zeigt, führt diese spezifische Sicht von Gott und Natur zu einer Form von Immanentismus.
Dies wird in diesem ersten besonders aufschlussreichen Auszug deutlich:
«Für die indigenen Völker Amazoniens kann dann vom guten Leben gesprochen werden, wenn sie in Gemeinschaft mit anderen Personen, mit der Welt, mit den Lebewesen in ihrem Umfeld und mit dem Schöpfer leben. Die indigenen Völker leben wirklich im Innern des Hauses, das Gott selbst ihnen zum Geschenk gemacht hat, im Innern der Erde. Ihre verschiedenen Spiritualitäten und Glaubensformen motivieren sie Tag und Nacht, in Gemeinschaft mit der Erde, dem Wasser, den Bäumen und Tieren zu leben. Die weisen Ältesten, die entsprechend der verschiedenen Kulturen unter anderem Pajé, Heiler, Meister, Wayanga oder Schamane genannt werden, sind verantwortlich für die Harmonie der Personen untereinander und mit dem Kosmos. Sie alle sind „lebendige Erinnerung an die Sendung, die Gott uns allen anvertraut hat: das ,gemeinsame Haus‘ zu bewahren.» (Nr. 31)
Hier stellen wir ein zweites Element fest, das sich durch das Fehlen in dem vorbereitenden Dokument auszeichnet. Es hat nicht nur keine Vorstellung von Erlösung, sondern die Wahrnehmung einer heidnischen, vorchristlichen Realität, die stark vom Spiritismus geprägt ist und daher teuflische Praktiken aufweist, die den Pajés, Heiler, Meister, Wayanga oder Schamanen eigen sind und behaupten, die Natur zu beherrschen, indem sie übernatürliche Kräfte anrufen.
Lassen Sie mich hier die Episode eines Priesters erwähnen (die vor vielen Jahren meinem Vater von einem niederländischen Missionar erzählt wurde, der sie in diesen unwirtlichen Ländern erlebt hatte), der sich ständig mit der Feindseligkeit des örtlichen Zauberers konfrontiert sah, der über erstaunliche Kräfte verfügte. Er war in der Lage, sich auf unverständliche Weise zu fortzubewegen, den guten Priester allein den Fluss hinuntergehen zu lassen, um ihn weit flussabwärts wiederzusehen, und ihn ausgiebig in seiner Muttersprache zu beleidigen ... Dieser Missionar hatte absolut keinen Zweifel an der Existenz des Teufels und wusste mit welcher Art von Bösem er es zu tun hatte, wenn er die Indianer durch ihre Bekehrung davon befreien wollte.
Antikolonialismus und heidnische Spiritualitäten
Das Vorbereitungsdokument macht von Anfang an deutlich, dass, wenn im Oktober 2019 die Synodenväter sich an das Dokument und den Fragebogen, der es ergänzt, halten müssen, werden sie andere Bedenken haben.
«Im Amazonaswald, der von lebenswichtiger Bedeutung für den Planeten Erde ist, entwickelte sich eine tiefgehende Krise infolge eines sehr langen Eingriffs des Menschen, bei dem die „Wegwerfkultur“ (LS 16) und die Mentalität der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen vorherrschend war. Amazonien, eine Region mit reicher Biodiversität, ist multiethnisch, plurikulturell und plurireligiös. Es ist ein Spiegel der ganzen Menschheit, der in der Verteidigung des Lebens von allen (Menschen) strukturelle und persönliche Veränderungen fordert, von den Staaten und von der Kirche.» (Nr. 2)
Ist das nicht revolutionär? Es wird verlangt, alles und sogar die Kirche Christi in großem Ausmaß zu verändern. Wie aus dem Text hervorgeht, ist der Amazonas ein Vorbild und was gut für ihn ist, wird auch gut sein für den Planeten.
Zu sagen, dass der Text voller Jargon ist, ist eine Untertreibung. Der Text erinnert an die Einfachheit der Annäherung an Jesus Christus und fragt:
«Wie können wir mitarbeiten am Aufbau einer Welt, die in der Lage ist, mit den Strukturen zu brechen, die das Leben opfern, und mit den Mentalitäten der Kolonisierung, um Netzwerke der Solidarität und Interkulturalität zu schaffen?» (Nr. 4)
Diese „Interkulturalität“ bringt grenzenlose Bewunderung für die Vision der Natur mit sich, für die die Amazonas-Indianer eintreten. Dementsprechend übernimmt der Text ein heidnisches Vokabular und Reflektiert:
«In diesem Zusammenhang ist das Wasser, vermittels seiner Stromschnellen, seiner Flüsse und Seen das verbindende und integrierende Element mit dem Amazonas als seiner Hauptachse, der Mutter- und Vaterfluss aller.» (Nr. 8)
Und weiter unten:
«Deshalb nutzen die Bauern Amazoniens und ihre Familien das Schwemmland in Übereinstimmung mit der zyklischen Bewegung ihrer Flüsse — Überschwemmung, Rückfluss, Trockenzeit — in einer Beziehung des Respektes, weil sie darum wissen, dass „das Leben den Fluss leitet“ und „der Fluss das Leben leitet“. Darüber hinaus überleben die Völker der Wälder als ausgezeichnete Sammler und Jäger mit dem, was ihnen Land und Wälder anbieten. Diese Völker bewachen die Flüsse und sorgen für das Land, so wie auch das Land sich um sie sorgt. Sie sind die Beschützer des Waldes und seiner Ressourcen. Heute jedoch ist der Reichtum der Wälder und Flüsse Amazoniens durch große ökonomische Interessen bedroht, die sich über verschiedene Regionen ausbreiten.“ (Nr. 12, 13)
„Die Erde kümmert sich um sie“: Dies ist die Grundidee der immanentistischen Spiritualität, die der Natur eine Kraft und insbesondere eine „Mutterschaft“ zuschreibt, die nichts mit göttlicher und übernatürlicher Vaterschaft zu tun hat, was von den Anbetern von „Pachamama“ oder Mutter Erde, ohnehin nicht gewürdigt wird.
Die Amazonas-Synode wird sich auf Mutter Erde konzentrieren
Das amazonische Übel, das das Dokument beschreibt, ist sozial, institutionell, eine Frucht der Ausbeutung des Reichtums dieses „Urwaldes“ aufgrund der oben beschriebenen „ausbeutenden Mentalität“. Auch wenn es Ungerechtigkeiten geben mag, fällt hier die linke Seite ihrer Lösungsvorschläge auf:
«Auch die Städte sind durch soziale Ungleichheiten gekennzeichnet. Die im Laufe der Geschichte geschaffene Armut schuf Beziehungen der Unterwerfung, der politischen und institutionellen Gewalt, den Anstieg des Alkohol- und Drogenkonsums û sowohl in den Städten als auch in den Dörfern û und ist eine tiefe Wunde in den Körpern der Bevölkerung Amazoniens.» (Nr. 14)
So prangert das Dokument soziale Ungleichheiten und Unterordnung an, die Realitäten sind, aber nicht unbedingt Übel, und wirft sie mit Prostitution, Elend und Plünderung zusammen.
Kardinal Baldisseri

Was die Autoren fasziniert (deren Namen nicht genannt werden, wir glauben, es ist das Sekretariat der Synode, angeführt von dem unvermeidlichen Kardinal Baldisseri), ist die Vielfalt dieser primitiven Völker mit rudimentären Überzeugungen:
« … 390 verschiedenen Völkern und Nationalitäten. … Jedes einzelne dieser Völker verfügt über eine eigene kulturelle Identität, einen eigenen geschichtlichen Reichtum, eine eigene Weise, die Welt zu sehen und sich mit ihr in Beziehung zu setzen, je ausgehend von ihrer Kosmovision und ihren territorialen Eigenheiten.» (Nr. 17)
Papst Franziskus wird in Puerto Maldonado (Peru) geehrt
Das Böse, das sie trifft, hat nur einen Namen: Kolonisierung. Wie in der Befreiungstheologie, aber unter einer populistischeren als der marxistischen Variante (die berühmte Theologie des Volkes, die Papst Franziskus liebt), müssen diese Völker und Gemeinschaften als Aufbewahrungsorte eines Reichtums betrachtet werden, das den zivilisierten Ländern nach Jahrhunderten des Christentums fehlt:

«Bedauerlicherweise gibt es noch heute Reste des kolonialen Projektes, das Formen der Erniedrigung und der Dämonisierung indigener Kulturen geschaffen hat. Diese Haltungen schwächen die sozialen Strukturen der Indigenen und ermöglichen die Verachtung ihres intellektuellen Wissens und ihrer Möglichkeiten, sich auszudrücken. Erschreckend ist, dass bis heute, 500 Jahre nach der Eroberung und nach mehr oder minder 400 Jahren organisierter Mission und Evangelisierung und nach 200 Jahren Unabhängigkeit der Staaten, die Amazonien bilden, ähnliche Prozesse unter der Maske des Fortschritts andauern und sich über das Territorium und seine Bewohner ausbreiten, die heute Opfer eines wilden Neokolonianismus sind, der ,unter dem Schutz des Fortschritts‘ betrieben wird.» (Nr. 24)
Hervorragende Zusammenschlüsse!
Unter einer merkwürdigen Abkürzung heißt es dann:
«In seiner Missionsgeschichte gab Amazonien ein konkretes Zeugnis von einem dem Kreuz ausgelieferten Ort, einschließlich oftmals von einem Ort des Martyriums. Die Kirche hat gelernt, dass auf diesem Territorium, bewohnt seit mehr als 10.000 Jahren von vielen verschiedenen Völkern, sich deren Kulturen in Harmonie mit der Umwelt entwickelt haben.“ (Nr. 25)
Sollten wir verstehen, dass die Märtyrer-Missionare, die im Vorbeigehen schnell begrüßt werden, den ökologischen Reichtum dieser götzendienerischen Völker, einschließlich Kannibalen und Kopfschrumpfer, unter dem Joch von Zauberern wahrgenommen haben?

Ein wichtiger Absatz des Vorbereitungsdokuments

Einen wichtigen Absatz des Vorbereitungsdokuments für die Amazonas-Synode lesen wir unter Nr. 5 im Kapitel „I. SEHEN“:
«Die herrschende Konsum- und Wegwerfkultur verwandeln den Planeten in einen Müllabladeplatz. Der Papst verurteilt dieses anonyme und erstickende Entwicklungsmodell. Es hat keine Mutter und ist besessen vom Wahn des Konsums und seinen Idolen Geld und Macht. Neue, durch den Mythos des Fortschritts ideologisch verbrämte Kolonialismen drängen sich auf, welche die kulturellen Eigenheiten zerstören. Franziskus ruft auf zur Verteidigung der Kulturen und zur Aneignung ihres Erbes, das Trägerin der Weisheit der Vorfahren ist. Dieses Erbe will eine harmonische Beziehung zwischen der Natur und dem Schöpfer und bringt klar zum Ausdruck, dass „die Verteidigung des Landes keine andere Zielsetzung hat als die Verteidigung des Lebens“ (Franziskus, Rede in Puerto Maldonado). Die Erde muss als heiliges Land bewahrt werden. „Die Erde ist kein Waisenkind! Sie hat eine Mutter!“» (Nr. 27)
Was bedeutet eine „mutterlose Entwicklung“? Dies verwechselt zwei Ebenen. Beachten Sie, dass die offizielle französische Übersetzung des Dokuments fehlerhaft ist, da der italienische (spanische und deutsche) Text nicht „Es ist das Land der Mutter“, sondern „Sie hat eine Mutter!“ lautet. Es handelt sich um einen Zitatfehler der Begrüßung in Puerto Maldonado, dessen Ton ganz anders war, als der Papst ausdrücklich und ausführlich über die Mutterschaft Mariens, der Mutter Gottes, sprach, genau das Gegenteil des seltsamen Eindrucks, den das Dokument hinterlässt.
In Kapitel II, „Unterscheiden“, in zu „einer ökologischen pastoralen Umkehr“ aufgerufen wird, wird die Verwechslung zwischen dem Begriff „natürlich“ und „übernatürlich“ weiter gefördert, insbesondere mit Zitaten aus Laudato si:
«Das Neue Testament spricht zu uns nicht nur vom irdischen Jesus und seiner so konkreten und liebevollen Beziehung zur Welt. Es zeigt ihn auch als den Auferstandenen und Verherrlichten, der mit seiner allumfassenden Herrschaft in der gesamten Schöpfung gegenwärtig ist: „Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.“ (Kol 1,19-20). Das versetzt uns ans Ende der Zeiten, wenn der Sohn dem Vater alles übergibt und Gott alles in allem ist (vgl. 1 Kor 15,28). Auf diese Weise erscheinen uns die Geschöpfe dieser Welt nicht mehr als eine bloß natürliche Wirklichkeit, denn geheimnisvoll umschließt sie der Auferstandene und richtet sie auf eine Bestimmung der Fülle aus. Die gleichen Blumen des Feldes und die Vögel, die er mit seinen menschlichen Augen voll Bewunderung betrachtete, sind jetzt erfüllt von seiner strahlenden Gegenwart.» (LS 100)
Es schreibt den Indianern außerdem zu, dass sie diese „Verbindung“ verstanden haben, ohne zu betonen, dass es eine Verwirrung sein könnte:
«Diese gesellschaftliche, ja kosmische Dimension des Evangelisierungsauftrags hat in der Amazonasregion besondere Bedeutung. Dort lebt seit jeher die große Mehrheit ihrer Bewohnerinnen und Bewohner eine enge gegenseitige Verbindung zwischen dem Leben der Menschen, den Ökosystemen und der Spiritualität. (Nr. 45)
All dies dient als Auftakt für die Empfehlung politischer und religiöser Veränderungen - von Revolutionen ganz zu schweigen. Und obwohl es keinen Zweifel gibt, dass die Welt krank ist, erfahren wir hier nicht, dass dies auf die Ablehnung Gottes zurückzuführen ist:
«Die Richtung ändern oder sich ganzheitlich bekehren erschöpft sich nicht in einer Umkehr auf individueller Ebene. Ein tiefgreifender Wandel des Herzens, der sich in persönlichen Verhaltensweisen niederschlägt, ist ebenso notwendig wie ein struktureller Wandel, der sich in gesellschaftlichen Verhaltensweisen hineinschreibt, in dementsprechenden Gesetzen und wirtschaftlichen Programmen. Um einen solch radikalen Wandel, den Amazonien und der Planet dringend benötigen, in Gang zu bringen, haben die Evangelisierungsprozesse allerhand beizusteuern, insbesondere durch die Tiefenwirkung, mit der der Geist Gottes die Natur sowie die Herzen der Menschen und Völker durchdringt.» (Nr. 54)
Dies spiegelt sich laut Dokument insbesondere in Folgendem wider:
«Die Enzyklika Laudato si (vgl. LS 216 ff.) lädt uns zu einer ökologischen Umkehr ein, die einen neuen Lebensstil mit sich bringt, dessen Fokus der andere ist. Es ist dringend, globale Solidarität zu üben und den Individualismus zu überwinden, neue Wege der Freiheit, der Wahrheit und der Schönheit zu öffnen. Umkehr bedeutet, sich von der Besessenheit durch den Konsum zu befreien. „Das Kaufen ist nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern immer auch eine moralische Haltung“ (LS 206). Die ökologische Umkehr erfordert eine Mystik der Einheit und der gegenseitigen Verbundenheit einer jeden Kreatur und Gabe. Die Dankbarkeit bestimmt unsere Haltungen, wenn wir das Leben als ein Geschenk Gottes verstehen. Das Leben zu umarmen in gemeinschaftlicher Solidarität setzt eine Umkehr des Herzens voraus.» (Nr. 74)
„Mystik der gegenseitigen Verbundenheit“: Auch hier besteht eine Verwechslung zwischen dem Schöpfer und dem Geschaffenen, einer der Materie zugewiesenen „mystischen“ Dimension und schließlich der ganzheitlichen Perspektive des freimaurerischen New Age.
Wir kommen schließlich zum dritten Kapitel mit dem Titel „Handeln“, das „neue Wege für eine Kirche mit dem Antlitz Amazoniens“ finden soll.

Die Amazonas-Synode mit dem Dienst verheirateter Priester und der Rolle der Frau in der Kirche
Kardinal Beniamino Stella
Zuerst geht es um verheiratete Priester (die von Kardinal Beniamino Stella im Januar erwähnten Viri Probati, als er über diese Synode sprach) und um die Rolle der Frau, die die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen haben. Es wäre beruhigend, diese dringende Sorge um den Zugang zur Eucharistie zu sehen, wenn man nicht befürchten würde, dass sie manipuliert wird, um revolutionäre Veränderungen in der Kirche herbeizuführen. Diese Passage muss in ihrer Gesamtheit zitiert werden:
«Um die prekäre Präsenz zu ändern und sie in eine realere und inkarnierte Präsenz zu transformieren, ist es notwendig, eine Hierarchie der Dringlichkeiten Amazoniens festzulegen. Das Dokument von Aparecida erwähnt die Notwendigkeit einer „eucharistischen Kohärenz“ (DAp 436) für die Amazonasregion. Das heißt, es soll nicht nur die Möglichkeit existieren, dass alle Getauften an der Sonntagsmesse teilnehmen können, sondern auch, dass neue Himmel und eine neue Erde als Vorgriff auf das Reich Gottes in Amazonien wachsen können.» (Nr. 80)
«In diesem Sinn erinnert uns das Zweite Vatikanische Konzil daran, dass das ganze Volk Gottes am Priestertum Christi teilhat, wobei es das gemeinsame Priestertum und das Weihepriestertum zu unterscheiden gilt (vgl. LG 10). Von daher müssen dringend die für heute notwendigen Dienstämter evaluiert und neu durchdacht werden, damit sie den Aufgaben „einer Kirche mit dem Gesicht Amazoniens und einer Kirche mit indigenem Anlitz“ (Fr.PM) entsprechen. Eine Priorität ist es, die Inhalte, Methoden und Handlungs- und Denkweisen zu definieren, um eine inkulturierte Pastoral zu entwickeln, die in der Lage ist, auf die großen Herausforderungen auf diesem Territorium zu antworten. Eine andere Priorität ist es, neue Ämter und Dienste für die verschiedenen Verantwortlichen der Pastoral vorzuschlagen, die für die Aufgaben und Verantwortlichkeiten in den Gemeinden zuständig sind. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, Klarheit zu schaffen über die Art offizieller Dienstämter, die den Frauen übertragen werden können, wobei die zentrale Rolle, welche die Frauen in der Kirche Amazoniens ausüben, in Betracht zu ziehen ist. Ebenso ist es notwendig, dem indigenen und aus der Region stammenden Klerus unter Berücksichtigung seiner eigenen kulturellen Identität und Werte Rückendeckung zu geben. Schließlich ist es notwendig über neue Wege nachzudenken, wie das Volk Gottes häufiger an der Eucharistie, dem Zentrum des christlichen Lebens (vgl. DAp 251) teilnehmen kann.» (Nr. 81)
Sollte man also nach den neuen Maßstäben die Verteilung der Eucharistie in Abwesenheit von Priestern erleichtern oder sogar Priester (oder „Priesterinnen“) im Namen des „gemeinsamen Priestertums“ schaffen? Angesichts des dramatischen Rückgangs der Priesterzahl in vielen Ländern könnte dieses (als solches nicht hinnehmbare) Experiment schnell in der ganzen Kirche angewendet werden.
Ganz nebenbei erfährt man, dass:
«In der Eucharistie feiert die Gemeinde eine kosmische Liebe, durch welche die Menschen gemeinsam mit dem menschgewordenen Gottessohn und der ganzen Schöpfung Gott Dank sagen für das neue Leben im auferstandenen Christus (vgl. LS 236).» (Nr. 58)
Das Sühneopfer, das die Getauften, die sich im Zustand der Gnade befinden, in den mystischen Leib Christi einbezieht, wird hier aufgehoben und ersetzt durch die kosmische Liebe.
Ich habe bereits ausführlich über alles gesprochen, was diesem 15. Absatz („Neue Wege“)des Vorbereitungsdokuments zugrunde liegt. Es ist wichtig, seine Bedeutung zu erfassen, da es tiefgreifende Veränderungen ankündigt, die von der Synode angestrebt werden:
«Im Prozess der Grundlegung einer Kirche mit dem Gesicht Amazoniens träumen wir mit den Füßen auf dem Boden unserer Indigenen. Und wir denken mit offenen Augen darüber nach, wie diese Kirche wohl sein wird, die aus dem Leben der kulturellen Unterschiede der Völker hervorgeht. Die neuen Wege werden sich auf die Dienstämter, die Liturgie und auf die Theologie auswirken (indigene Theologie). (Nr. 82)
Auf Initiative von Papst Franziskus wird in der Kirche eine neue Baustelle eröffnet. Es verspricht genauso revolutionär zu sein wie die Synode über die Familie und die Synode über die Jugend, die mit denselben Methoden und mit derselben anthropozentrischen Vision arbeiteten. Wachsamkeit ist von entscheidender Bedeutung.

Anm.: Nicht alle Ideen in diesem Artikel spiegeln notwendigerweise die Position von Pan-Amazon Synod Watch und diesem Blog wider.

Quelle des englischen Originals ohne Datum in
https://panamazonsynodwatch.com/anticolonialism-and-pagan-spiritualities-in-the-preparatory-document-for-the-amazon-synod/

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.

Montag, 19. August 2019

500 Jahre alter Berliner Chor Opfer der Genderideologie



von Barcelos de Aguiar
Genderideologie und Vorurteile gegen Ungleichheit
Die Agenda der „Genderideologie“ geht immer weiter: Opfer ist diesmal der über 500 Jahre alte Berliner Domknabenchor, eine typische Institution der deutschen Musikkultur.
Der Berliner Staats- und Domchor wurde 1465 von Friedrich II., Dem brandenburgischen Kurfürsten, gegründet und besteht seit 554 Jahren aus Jungen. Er hat weltweite Bekanntheit erlangt und gilt als Juwel unter den Knabenchören.
Genau gegen diese Kostbarkeit der deutschen Musikkultur hat die Mutter eines 9-jährigen Mädchens (im Sinne der Gleichstellung der Geschlechter) Klage erhoben: „Die Mutter hatte behauptet, die 9-jährige Tochter habe eine „geschlechtsspezifische Diskriminierung“ erlitten, als sie von dem Berliner Chor abgelehnt wurde.“
Ein Urteil, der die deutsche Gerechtigkeit ehrt
Das Gericht befand, dass das Recht auf Kunstfreiheit bei der Entscheidung des Chors, das Mädchen abzulehnen, überwiege. Das Klangbild des Chors habe Vorrang. Der Chor hatte dem Gericht zufolge die Absage weniger mit dem Geschlecht, als mit mangelnder Begabung des Mädchens begründet. Das Kind wäre aufgenommen worden, wenn seine Stimme dem Klangbild eines Knabenchores entsprochen hätte.
Die Leitung des Chores habe zu Recht erwägt, „dass es in Berlin noch andere Chöre gibt, die Mädchen aufnehmen, aber die Mutter argumentierte, dass ihre Tochter in anderen Gruppen nicht die gleiche Ausbildung erhalten würde“ (sic).
Hier ist eine Bemerkung angebracht über den Fanatismus, der die Anhänger der Genderideologie antreibt: Es gibt gemischte Chöre in Berlin, aber der 554-jährige Berliner Chor soll seine Identität aufgeben, um den Launen einer wahrscheinlich dazu verleiteten Mutter nachzukommen, die gegen „geschlechtsspezifische Diskriminierung“ klagt.
Es ist ein Fanatismus gegen die Ungleichheit, gegen die Identität einer fünfhundert Jahre alten Institution.
Als Pedro Álvares Cabral 1500 in Brasilien landete, war der Berliner Chor bereits ein halbes Jahrhundert alt.
Die Chorleitung wehrte sich gegen die Behauptung, das „Ablehnungsmotiv“ sei das Geschlecht der Kandidatin gewesen. Es gehe besondern um die Feststellung, dass ihre Stimme „nicht den von einem Knabenchor gewünschten Klangbild entspricht“.
Kai-Uwe Jirka, Leiter des beklagten Chores, behauptete auch, dass es klangliche Unterschiede bei den Stimmen von Jungen und Mädchen gebe und dass es nicht sinnvoll wäre, ein Mädchen zu zwingen, ihre Stimme gründlich zu trainieren dass sie sich anhörte wie die eines Jungen. „Warum sollten Eltern das für ihre Tochter wollen?“, fragte er.
Fürsprecher des Chors argumentierten, dass die Bedeutung im Ton und nicht im Talent liege und dass die Vermischung der beiden Geschlechter im Chor letztendlich ihren traditionellen Klang zerstören würde.
* * *
Ein weiterer Beweis für den Fanatismus, der die Anhänger der „Genderideologie“ antreibt. Eine weltbekannte fünfhundertjährige Institution, leidet unter Gewalt, Druck und einem Prozess, um ihre kulturelle Identität zu ändern: Dies ist die Dampfwalze der „Genderideologie“.
Das Prinzip der nationalen Identität
Prof. Plinio Corrêa de Oliveira weist darauf hin, dass der Ausdruck „nationale Seele“ eine Reihe von psychologischen Veranlagungen bezeichnet, die in allen Individuen derselben Nation existieren und somit das psychologische Merkmal der Nation selbst darstellen.
„Diese psychologischen Veranlagungen erzeugen Bräuche, künstlerische Systeme (Berliner Chor) und politische Institutionen, die in die Tiefen der nationalen Psychologie eingebettet sind. Wenn dies geändert wird, wird sich das künstlerische, soziale, kulturelle und politische Leben zwangsläufig ändern. Und an dem Tag, an dem der Wandel abgeschlossen ist, wird die Nation in gewissem Maße ihre eigene Identität verloren haben.“
* * *
Diese Entscheidung des deutschen Richters zugunsten des Berliner Chores unter Beibehaltung seiner Identität ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Nation ihre „nationale Seele“ bewahrt, ihre eigenen Merkmale, die im Laufe der Jahrhunderte geprägt wurden.
Wir befinden uns in der Wiederaufbauphase Brasiliens. Denken wir daran, dass die „Gender-Ideologie“ ein Hebel in den Händen der Linken ist, um Familien, Institutionen und auch dem Land die Identität zu zerstören.
84% fordern die Freiheit des Berliner Chores
DW schließt die Nachricht: „Eine Leserbefragung der Deutschen Welle ergab, dass 84% der Befragten der Meinung sind, Chöre sollten das Geschlecht ihrer Mitglieder bestimmen dürfen.“
Mit anderen Worten, 84% widerspricht der Genderideologie.

Aus dem Portugiesischen in
https://ipco.org.br/coral-de-berlim-com-500-anos-e-vitima-da-ideologia-de-genero/
am 18. August 2019
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Freitag, 16. August 2019

Was denkt eigentlich Kardinal Hummes wirklich?



Anfang Februar berichteten die brasilianischen Medien ausführlich über die Besorgnis der brasilianischen Armee und der Regierung über einige Richtlinien der Amazonas-Synode, die die nationale Souveränität beeinträchtigen könnten. [1]


In seinem Eröffnungsvortrag am 19. Februar 2019 zum Vorlesungsjahr an der Theologischen Fakultät der Päpstlichen Katholischen Universität von São Paulo, zu dem offenbar keine militärische Autorität eingeladen worden war, gab Erzbischof Cláudio Hummes (Präsident von REPAM, dem Pan-Amazonian Ecclesial Network) diese eher ungeschickte Antwort: [2]
„Die Synode hat große Aufregung und Besorgnis bei einigen Generälen ausgelöst. Aber wir arbeiten normal weiter. Niemand hat Angst vor grollende Mienen…“
Später fügte er hinzu:
„Wir müssen eine prophetische Kirche sein, die das Böse anprangert und keine Angst vor finsteren Blicken hat. Keine Angst vor finsteren Blicken zu haben, bedeutet nicht, dass du kämpfen musst, es bedeutet, keine Angst zu haben, zum Dialog bereit zu sein... Dinge durch Dialog und nicht durch Konfrontation zu lösen. Sie müssen sich an die Menschen wenden, wenn sie andere Vorstellungen haben oder gewalttätig sind… Zu dieser kleinen Drohung der Regierung über die Vorbereitung der Synode sage ich: Die Menschen haben die demokratische Freiheit zu sprechen, ohne sich bedroht zu fühlen. Das ist Demokratie. Das ist die Rechtsstaatlichkeit. Sie können sogar irrtümlich sprechen, aber Sie können sich nicht bedroht fühlen. Das können wir nicht akzeptieren.“
Es gibt keine Hinweise, dass Seine Eminenz die Streitkräfte zum Reden eingeladen oder sich für den Dialog zur Verfügung gestellt hat.
Ungefähr 20 Tage nach diesen scharfen Äußerungen sprach Kardinal Hummes als erster auf dem Seminar über „Amazonas-Synode: Beiträge aus nachhaltiger Entwicklung“ in der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas. Dort waren anwesend der General der Armee, César Augusto Nardi de Souza, der Militärkommandeur des Amazonasgebiets, und andere Militärs, insbesondere der Militärbischof Erzbischof Fernando Guimarães, der auch General ist.
In Gegenwart dieser führenden Militärobrigkeiten behandelte Seine Eminenz sie ganz anders und lobte sogar ihre Rolle:
„Dann erinnere ich mich auch, das heißt, wir haben hier die Anwesenheit unseres Generals, die Armee hier im Amazonas hat vor allem im Wald eine große Rolle gespielt. Und es ist oft die Armee und die Kirche, die dort sind, um diese Bevölkerungen zu versorgen.“
Nach all dem, fragt man sich: Was denkt eigentlich Kardinal Hummes wirklich?
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Quelle des portugiesischen Originals am: 2. August 2019 in
https://panamazonsynodwatch.info/feature/what-does-cardinal-hummes-really-think/
Autor bei PanAmazonSynodWatch.info
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Bilb: Wikicommons

Donnerstag, 15. August 2019

Daten der NASA über die Landwirtschaft in Brasilien




Carlos Sodré Lanna
Wie wir wissen, ist die NASA (National Aeronautics and Space Administration) eine US-amerikanische Regierungsbehörde, die für die Forschung und Entwicklung von Weltraumforschungstechnologien und -programmen verantwortlich ist.

Nach der Kartierung der NASA,  benutzt Brasilien nur 7,6% seines Territoriums für die Landwirtschaft (Foto: Reprodução/Nasa).


Diese Agentur und der US Geological Survey veröffentlichten vor kurzem eine Studie über das Ackerland unseres Planeten anhand der Satellitenüberwachung.
In Bezug auf Brasilien schätzte die NASA unsere landwirtschaftliche Anbaufläche auf 63.994.479 Hektar, was 7,6% der Gesamtfläche von 8.515.767.049 km2 des gesamten Staatsgebiets entspricht.
Embrapa (Brasilianische Agrarforschungsgesellschaft) hatte diese Berechnung im Jahr 2016 ebenfalls über Satellit durchgeführt und ein sehr nahes Ergebnis erzielt: 65.913.738 Hektar oder 7,8%.

Die NASA-Zahlen weisen auf einen etwas geringeren Prozentsatz hin, doch laut Evaristo de Miranda - Doktor der Ökologie und Generaldirektor von Embrapa [nebenstehendes Foto] - ist ein geringfügiger Unterschied von 2% zwischen brasilianischen und US-amerikanischen Daten normal.
Nach der amerikanischen Studie, die in einem Artikel von Evaristo de Miranda zitiert wird, nutzen die meisten Länder 20% bis 30% ihrer Fläche für landwirtschaftliche Aktivitäten und die Länder der Europäische Union, 45% bis 65% ihres Gebietes.
De Miranda führt in seinem Artikel aus, dass der Anteil, den die Erzeuger für die Erhaltung der einheimischen Vegetation und der biologischen Vielfalt auf ihrem eigenen Land bestimmen, 21% unseres Territoriums entspricht. Er berichtet auch, dass im CAR (Rural Environmental Registry) mehr als 177 Millionen Hektar registriert sind, d.h. nicht genutzt werden ohne jegliche finanzielle Entschädigung oder staatliche Hilfe.
Wie sich herausstellt, ist dies ein ganz anderes Szenario als das irreführende und unehrliche Bild vieler nicht informierter und sichtbar böswilliger Ökologen, da der Anteil der für die Landwirtschaft bestimmten Gebiete in Brasilien extrem unter dem Weltdurchschnitt liegt.
Kartierung
Satelitenaufnahme
Diese Daten und Karten, die jetzt von der NASA und mit Sicherheit von der Landwirtschaftszählung bestätigt wurden, sollten veröffentlicht werden, um der verzerrten Sichtweise der brasilianischen Landwirtschaft entgegenzutreten.
Die Kartierung geht davon aus, dass Brasilien eine territoriale Ausdehnung von 845 Millionen Hektar hat, von denen 63,99 Millionen (7,6%) als Anbaufläche genutzt werden. Das ist weit weniger als die Vereinigten Staaten, auf deren 914 Millionen Hektar Land 167 Millionen Hektar angebaut werden, was 18,34% der Landesfläche entspricht.
Evaristo de Miranda weist darauf hin, dass er seine Statistiken während eines Vortrags bei der SNA (National Society of Agriculture) präsentierte. In Bezug auf die Besetzung unseres Landes zeigte er, dass 61% des Landes aus einheimischer Vegetation bestehen und 38,7% von ländlichen Grundeigentümern bewohnt sind, auf denen sich 11% Vegetation (Grünflächen), 8% der Landwirtschaft und Wälder und 19,7% Weiden befinden.
Der Anteil der Makrologistischen und Bergbaustädten beträgt unter anderem 11,3%.
Die Zahlen der NASA und der Embrapa könnten die Kritik der internationalen Gemeinschaften widerlegen, dass brasilianische Landwirte Abholzer, Waldvernichter sind. Die Studie der NASA zeigt, wie Brasilien die einheimische Vegetation in mehr als 66% seines Territoriums schützt und bewahrt und nur 7,6% kultiviert.
Dänemark kultiviert mit 76,8% zehnmal mehr als Brasilien, Irland 74,7%, die Niederlande 66,2%, das Vereinigte Königreich 63,9% und Deutschland 56,9%.
Die meisten Länder der Erde nutzen zwischen 20% und 30% ihres Territoriums für die Landwirtschaft. Diejenigen aus der Europäischen Union verwenden zwischen 45% und 65%, die Vereinigten Staaten 18,3%, China 17,7% und Indien 60,5%, während die brasilianischen Landwirte mit viel Technologie und Professionalität nur 7,6% verwenden, sagt Evaristo de Miranda.
Die größten Anbauflächen liegen in Indien (179,8 Millionen Hektar), den USA (167,2 Millionen Hektar), China (165,2 Millionen Hektar) und Russland (155,8 Millionen Hektar). Diese vier Länder nutzen 36% der Anbaufläche des Planeten. Brasilien liegt an fünfter Stelle, gefolgt von Kanada, Argentinien, Indonesien, Australien und Mexiko.
Der Leiter von Embrapa erklärt, dass die gemeinsame Arbeit der NASA und des United States Geological Survey eine umfassende Vermessung mit der Kartierung und Berechnung der Anbauflächen auf dem Planeten auf der Grundlage von Satellitenüberwachung durchführt. Zwei Jahrzehnte lang wurde die Erde in hochauflösenden Bildern von Forschern detailliert untersucht, die die von Embrapa veröffentlichten Daten bestätigten. Die Europäer haben ihre Gebiete abgeholzt und intensiv ausgebeutet.
Europa (ohne Russland) besaß mehr als 7% der ursprünglichen Wälder seiner Länder und hat heute nur noch 0,1%. Die Summe der Anbauflächen Frankreichs (31.795.945 Hektar) und Spaniens (34.994.709 Hektar) entspricht derjenigen in Brasilien (63.994.709 Hektar), erklärt der Embrapa Experte.
Die Kartierung geht davon aus, dass Brasilien eine territoriale Ausdehnung von 845 Millionen Hektar hat, von denen 63,99 Millionen Hektar als Anbaufläche genutzt werden, viel weniger als die USA.
Das US-Territorium hat 914 Millionen Hektar, von denen 167 Millionen bewirtschaftet werden, was 18,34% der Landesfläche entspricht.
Umweltpsychose
D. Bertrand signiert sein Buch auf einer Demo in São Paulo
Es gibt heute eine echte nationale „Umweltpsychose“, die hinter den Kulissen von einem Ökoterrorismus gefördert wird, um in Brasilien eine ökologische, egalitäre und antichristliche „Religion“ einzuführen, wie Prinz Bertrand von Orléans und Bragança in seinem Buch „Umweltpsychose“ sehr gut beschreibt. In dieser Arbeit stellt Dom Bertrand fest, dass „Brasilien das Hauptziel im Spannungsfeld von Debatten und internationalem Umweltdruck ist, wobei der Amazonas immer in den Schlagzeilen steht. Dieser Chor wird erweitert durch katastrophistische Umweltgruppen, die von internationalen NGOs unterstützt werden.“
Er fährt fort: „In diesem Prozess wird mit zweierlei Maßen gemessen, da China als der größte Umweltverschmutzer im Universum bekannt ist und unverständlicherweise fast nicht erwähnt und kaum unter Druck gesetzt wird. Kommt das von „diplomatischer Immunität” von “Partnern” und “Kameraden” auf beiden Seiten?“
„Die nationale und internationale neokommunistisch orientierte Umweltbewegung hat Mittel entwickelt, um die Agrarindustrie und die für die nationale Entwicklung notwendigen Arbeiten zu unterdrücken. Zahlreiche Verbote, Einschränkungen und Strafen, mit denen die Triebkräfte unseres landwirtschaftlichen Fortschritts stillgelegt werden sollen, wurden in die Umweltgesetzgebung aufgenommen. Unerklärlicherweise ist ein Großteil davon im neuen Forstgesetzbuch verblieben, was dem landwirtschaftlichen Unternehmer anscheinend zugute kommt, ihn jedoch daran hindert, sein immenses Potenzial zu entfalten und einzusetzen.“
„Dieser Teil befasst sich mit der Bewertung der Folgen der Anwendung des Umweltrechts auf die ländliche und nationale Wirtschaft. Es sind so viele schlimme Konsequenzen vorgesehen, dass es nicht übertrieben wäre, sie als Landesverrat zu bezeichnen.“


Bibliografia:
* Dom Bertrand de Orleans e Bragança, Psicose ambientalista, BMF Gráfica e Editora, São Paulo, 2019 – 6ª edição.
* Evaristo Eduardo de Miranda, “Tons de Verde - A sustentabilidade da Agricultura no Brasil”, Livraria Martins Fontes, São Paulo, 2018.
* Rural Business, Agência de Informações para o Agronegócio, Campo Grande (MS), 2019.

Quelle des portugiesischen Originals am: 29. Juli 2019 in

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.
In signierten Artikeln veröffentlichte Meinungen und Konzepte liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren.