Donnerstag, 8. Dezember 2016

Maria Immaculata

Der Fels 1505

Maria Immaculata


Maria Immaculata von Ignaz Günther (1725 – 1775), um 1760, 
Diözesanmuseum Freising (Leihgabe der Kirchenstiftung Attel am Inn).

Die zwölf Sterne um ihr Haupt (zehn davon sichtbar), weisen die Figur als Darstellung der Maria Immaculata aus (Off. 12,1). Diese apokalyptische Frau, die vom Drachen verfolgt wird und den zukünftigen Weltenherrscher gebiert, wird hier als die Jungfrau Maria gezeigt, wie sie ihr „Fiat“ spricht. Ergeben in den Willen Gottes hat sie ihr Haupt ein wenig zur Seite geneigt, ihren Mund leicht geöffnet und bezeugend ihre rechte Hand an ihre Brust gelegt. Drei ihrer Finger sind ausgestreckt, als möchte sie auf die Dreifaltigkeit hinweisen, von der der göttliche Ratschluss ausging. So verneigten sich Edelleute vor Königen und so verneigte sich Maria vor Gabriel, dem Gesandten Gottes.

Jedoch nicht nur die Eleganz dieser Haltung (man beachte nur einmal die Verschiebungen der Schultern zueinander oder die leichte Drehung des geneigten Kopfes), sondern auch der gefühlsbetonte Gesichtsausdruck (hauptsächlich durch die niedergeschlagenen Augen und den leicht geöffneten Mund erreicht) und, im technischen Bereich, die langgezogenen, kantigen Falten zeigen, dass hier eine Kunstrichtung, das bayerische Rokoko, ihren Höhe- und Endpunkt erreicht hat.

Ursprünglich stand diese Figur auf einem Seitenaltar in der Klosterkirche Attel am Inn. -  AE

Titelbild DER FELS Mai 2015
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Donnerstag, 24. November 2016

Ein Nachtmarkt



Ein Nachtmarkt, 1852
Petrus van Sehendel (1806 - 1870) 
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images 

Dieser Nachtmarkt im Mondschein bietet uns eine beeindruckende Szene. Die Kerzen auf den Verkaufsständen beleuchten die Waren und lassen die Physiognomien erkennen. Jede Person scheint ihre Geschichte zu haben. 

Petrus van Schendel hat ein fruchtbares und vielfältiges Werk geschaffen. Im Alter von 16 Jahren begann er an der Akademie des Beaux­Arts in Antwerpen zu studieren und übersiedelte im Jahr 1845 nach Brüssel. Er hat dreimal geheiratet und hatte 15 Kinder. Er befasste sich mit biblischen Sujets, malte Porträts und war für Landschafts- und Marinemalerei bekannt. Diese wunderschönen nächtlichen Szenen mit Kerzenlicht sind faszinierend.

Im Vordergrund verkauft ein Händler Fische und am Nebentisch bietet ein Mann Lebkuchen an. Ein Straßensänger hat sein kleines Mädchen auf die Drehorgel gehoben. Es gibt so viel auf diesem Bild zu sehen. Die Höflichkeit, die guten Manieren bilden die Struktur einer Gesellschaft, wo jedes Glied seinen eigenen Platz hat. Es gibt keine Eifersucht und keinen Individualismus.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juli 2016)

Freitag, 18. November 2016

Das Mädchen mit den Enten


Das Mädchen mit den Enten

Emile CLAUS (1849-1924) - Das Mädchen mit den Enten – 1880. 
Private Collection / Whitford & Hughes, London, UK / The Bridgeman Art Library 

Eine junge Bäuerin treibt in der Mitte der Wiese mit einer Rute und langsamen Bewegungen der Arme eine Entenschar zusammen, die sie über Nacht einsperren muss. Ein junger Mann hilft ihr dabei, sodass auch die fehlenden drei Enten zur Schar zurückkommen.
Sonnenstrahlen durchdringen das Laubwerk und werfen den Schatten des Zaunes unter die Bäume. Der Maler lässt uns durch die milden Farben die friedliche Ruhe, das warme Licht des späten Nachmittags und die Reinheit der Luft spüren. 
Vor allem hebt er den Wert der einfachen Arbeit hervor, die tagtäglich unter dem Schutz der Göttlichen Vorsehung mit Liebe gemacht wird.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Mai 2010)

Donnerstag, 17. November 2016

Bischöfe haben ernste Pflicht, moralische Urteile auszusprechen


Rom, 29. Oktober 2010 (ZENIT.org) - Papst Benedikt XVI. hat die Bischöfe Brasiliens der Region Nord-Ost zum Ende deren Ad-limina-Besuchs in Audienz empfangen. In seiner Ansprache fand er deutliche Worte auch zur politischen Lage des Landes, das vor der Wahl steht. Politische Zielsetzungen, die in die sittliche Ordnung eingriffen, müssten mit der Stimme der Kirche verurteilt werden.

„Eure Pflicht als Bischöfe ist es, zusammen mit eurem Klerus die moralischen Kräfte zu wecken, die man zum Aufbau einer gerechten und brüderlichen Gesellschaft braucht. Wenn die fundamentalen Rechte der Person es erfordern, haben die Hirten die ernste Aufgabe, ein moralisches Urteil auszusprechen — auch im politischen Bereich“, so der Papst.

Eine Verteidigung der Menschenrechte könne es nicht ohne die Verteidigung des Lebens von der Empfängnis bis zur Geburt geben:
„Dabei müssen sie berücksichtigen, dass man die Menschenrechte nicht verteidigen kann, wenn man nicht auch das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod entschlossen verteidigt!“

Mit dem Hinweis auf die Enzyklika „Evangelium vitae“ betonte der Papst, "wenn politische Projekte offen oder indirekt planen,  Abtreibung oder Euthanasie zu entkriminalisieren, dann wird das demokratische Ideal in seinen Grundfesten erschüttert."

„Liebe Brüder im Bischofsamt, lasst uns also keine Opposition oder sinkende Beliebtheit fürchten, sondern verteidigen wir das Leben und lehnen wir dabei jeden Kompromiss und jede Zweideutigkeit ab!“

Den Gläubigen müsse geholfen werde, ihren Einsatz in der Gesellschaft und ihre Bürgerpflichten konsequent nach dem christlichen Glauben zu leben. Dazu bedürfe es der Katechese und der Bildung in der Soziallehre der Kirche. Sie hätten als wahlberechtigte Bürger die Pflicht, ihre Stimme zur Förderung des Gemeinwohls zu nutzen.
„Die Hirten müssen jedem Bürger das Recht und die Pflicht in Erinnerung rufen, frei ihre Stimme zur Förderung des Gemeinwohls zu nutzen“. Hier berührten sich Glaube und Politik. Falsche und illusionäre gesellschaftliche Grundlagen seien nicht in der Lage, eine menschliche und gerechte Gesellschaft aufzubauen.


Der Papst sprach ebenfalls die Präsenz religiöser Symbole in der Öffentlichkeit an. Wörtlich sagte der Papst: „Ich wollte noch daran erinnern, dass die Präsenz religiöser Symbole im öffentlichen Raum ein Hinweis auf die Transzendenz des Menschen ist — und eine Garantie des Respektes davor. Sie haben auch im Falle Brasiliens einen besonderen Wert, weil die katholische Kirche ein integraler Bestandteil seiner Geschichte ist. Wie könnte man da nicht an die Jesusstatue denken, die mit ausgebreiteten Armen in Rio über der ,Baia da Guanabara‘ steht und die Gastfreundschaft und Liebe verkörpert, mit der Brasilien immer schon Verfolgten und Bedürftigen aus aller Welt die Arme öffnete?“

Diese Präsenz Jesu im brasilianischen Leben habe dazu geführt, dass sie sich harmonisch in die Gesellschaft eingegliedert, zur Bereicherung der Kultur, zu ökonomischem Wachstum und zu einem Geist der Solidarität und der Freiheit beigetragen hätten, schloss der Papst.
[JB]



Anstifter von Irrtum und Betrug

 

Nun aber kennt Ihr wohl, Ehrwürdige Brüder, noch andere ungeheure Irrtümer und Betrügereien, mit denen die Kinder dieser Welt die katholische Religion und die göttliche Autorität der Kirche und ihre Gesetze aufs schärfste anzugreifen und die Rechte sowohl der heiligen als auch der bürgerlichen Gewalt mit Füßen zu treten versuchen. (Dies sind die ruchlosen Unternehmungen gegen diesen Römischen Stuhl des hl. Petrus, auf dem Christus das unbesiegbare Fundament seiner Kirche setzte.) Hierher gehören ... jene geheimen Gesellschaften, die zum Untergang und zur Verwüstung sowohl des kirchlichen als auch des staatlichen Gemeinwesens aus der Finsternis aufgetaucht sind und von den Uns vorangegangenen Römischen Bischöfen in ihren Apostolischen Schreiben (*), die Wir mit der Fülle Unserer Apostolischen Vollmacht bekräftigen, mit einem wiederholten Anathema verurteilt wurden ....

(*)(über die Freimaurer): Clemens XII., Konstitution „In eminenti apostolatus specula“, 28. April 1738; Benedikt XIV., Konstitution „Providas romanorum“, 18. Mai 1751; Pius VII., „Ecclesiam a Jesu“, 13. Sept. 1821; Leo XII., Konstitution „Quo graviora“, 13. März 1825.

Aus der Enzyklika „Qui pluribus” von Pius IX. , de 9 de novembro de 1846:

Mittwoch, 9. November 2016

Rückkehr von der Kirchweih


Rückkehr von der Kirchweih

Ferdinand Georg WALDMÜLLER, 1859/1860. Alte Nationalgalerie, Berlin

Der Pferdewagen ist soeben angekommen. Unter dem Kirschbaum, der mit Früchten überladen ist, versammeln sich jene, die vom Kirchweihfest zurückkommen. Mehrere Personen steigen aus dem Wagen. Jetzt beginnt das Fest für die Kinder, die alle Geschenke erhalten.
Die Kinder freuen sich über die lustigen Figuren auf den Pfefferkuchen, die sie in ihren Händen halten. Im Hintergrund fällt ein Mädchen ihrer Mutter um den Hals. Ein anderes, mit einem Lächeln auf den Lippen erweckt den Eindruck, als ob sie ihr kleines, mit Bändern geschmücktes Paket gar nicht öffnen wollte. Auf der rechten Seite breitet ein junges Mädchen mit einer Blumenkrone im Haar ihren neuen Seidenschal aus, der die Bewunderung von drei Generationen hervorruft. 
Der strahlend blaue Himmel über dem Hofbetont die Farben und die Fröhlichkeit der Menschen. Das Licht des Glaubens und der christlichen Moral gibt uns Menschen Kraft und Mut, die Schwierigkeiten unseres Lebens zu meistern.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juni 2010)

Mittwoch, 2. November 2016

Eheschließung in der Todesstunde

Eheschließung in der Todesstunde
Marie François Firmin-Girar (1838-1921),
Château de Compiègne, Oise, Frankreich / Lauros / Giraudon / The Bridgeman Art Library

Eine sehr traurige, aber großartige Szene. Ein noch jüngerer Mann, der bisher mit einer Frau zusammenlebte und auch ein gemeinsames Kind hat, liegt im Sterben und will Versäumtes nachholen.
Der Bürgermeister mit einer Schärpe steht links im Bild. Laut Gesetz musste die Ziviltrauung vor der kirchlichen Zeremonie stattfinden.
Der Ministrant hält das Tablett in der Hand, auf welchem die Eheringe gelegen haben und mit Weihwasser gesegnet wurden. Der Priester erteilt den Frischvermählten den Segen während der im Bett unter dem Baldachin liegende Sterbende den Ring an den Finger seiner Frau steckt. Der Notar am Tisch hält das Testament in der Hand, das dann unterschrieben wird, um den letzten Willen des Mannes festzuhalten.
Diese eindrucksvolle Szene macht uns zwei Dinge von großer Wichtigkeit bewusst:
Es ist niemals zu spät, Gutes zu tun.
Das Heil unserer Seele ist das Ziel unseres Lebens auf dieser Erde.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“

von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, November 2010)