Donnerstag, 12. Juni 2014

„Herr, gib mir dieses Wasser, dass ich nicht mehr dürste“


Jesus, müde von der Wanderung, setzt sich am Brunnen nieder. Da kommt eine Frau aus Samaria, die Wasser schöpfen will. Jesus bittet sie um Wasser, um zu trinken. Die Samariterin fragt ihm, warum er einen Trunk von einem samaritischen Weib verlangt. Jesus antwortet ihr: „Wenn du um die Gabe Gottes wüsstest und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, du würdest ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser. ... Jeden der von diesem Wasser trinkt, wird abermals dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird nicht mehr dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einem Quell von Wasser, das aufsprudelt zu ewigem Leben.“ (Joh. 4,6-15)

Die Worte Jesu sind wie Wasser ewigen Lebens. Sie geben uns den Sinn des irdischen Lebens zu verstehen und bereiten uns vor, Ihm im Himmel zu begegnen. Folgen wir ihnen nach!


Mittwoch, 11. Juni 2014

„Tut das, was Er euch sagt“



Die Hochzeit zu Kana in Galiläa. Jesus, seine Mutter und die Jünger sind dort anwesend. Es fehlt an Wein und Maria sagt ihrem Sohn, dass es keinen Wein mehr gibt. Der Herr erwidert, seine Stunde sei noch nicht gekommen. Aber seine Mutter wendet sich den Dienern zu: „Was er euch sagt, das tut!“ Und Jesus befiehlt den Dienern, die Krüge mit Wasser zu füllen und davon dem Tafelmeister zu bringen. Dieser kostet das zu Wein gewordene Wasser und sagt zum Bräutigam: „Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein aufgehoben bis jetzt.“ (Joh 2,1-11) 
Das ist das erste Wunder, das Jesus durch die Vermittlung seiner Mutter vollbrachte. Gehen wir zu Maria, sie kann bei ihrem Sohn alles erlangen, was wir brauchen. 

Dienstag, 10. Juni 2014

Der Besuch am Nachmittag


Benoît Bemelmans

Der belgische Maler Gustave de Jonghe ist bekannt für das Genre seiner Gemälde, in denen er die Atmosphäre der höheren Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wiedergibt, der Zeit in der er lebte.
Hier ist ein kleines Mädchen, das sich über den Besuch seiner Tante freut. Es küsst sie auf die Wange, währen seine Mutter ihr zuschaut. Beide Frauen sehen sich so ähnlich, man könnte meinen sie sind Geschwister oder gar Zwillinge.

Das Kind spielt die Hauptrolle in der Szene, nicht nur weil es in der Mitte des Bildes ist, sondern weil es uns anschaut und uns mit in die Szene hineinführt. Die Gegenstände auf dem Beistelltischchen, Früchte, Gebäck und eine Karaffe mit Wasser, verraten uns, dass es die Teestunde am Nachmittag ist. Die Puppe auf dem Boden und das weit offene Bilderbuch sind Hinweise auf das unterbrochene Spiel.
Das Talent des Künstlers erlaubte ihm die Feinheiten eines jeden Gegenstandes sehr realistisch darzustellen. Dies ist ihm möglich, weil er ein außerordentliches Verständnis für die Wirkung des Lichts hat, wie es die einzelnen Gegenstände umhüllt, gestaltet und verändert. Unsere Augen vernehmen die Pracht des dargestellten Raums als ein Ganzes und vergnügen sich in der Betrachtung der einzelnen Details: Der Tapeten an den Wänden, des tiefblauen Sofas, der Farben des Perserteppichs, der vergoldeten Konsole, der Porzellanvasen, der grünen Pflanzen und des Rosenstraußes im Winkel des Salons.
Lasst uns etwas sagen über die Kleider der beiden Damen. Ihre weichen Farbtöne, die vielfachen und reichen Faltenmuster und Schleppen verändern und erheben die beiden bürgerlichen Damen, so dass sie fast königlich wirken. Ihr Charme und weibliche Schönheit wird von ihrer natürlichen Bescheidenheit noch hervorgehoben. Beim Betrachten dieser Szene kann man wirklich bezweifeln ob die heutige so herabgekommene und manchmal so vulgäre Mode der Frau wirklich Vorteile eingeräumt hat.
Wie auch immer, der wichtigste Punkt ist hier, dass der Maler durch die reiche Dekoration und die gehobenen Möbelstücke den Reichtum der menschlichen Gefühlte hervorheben wollte. Mutterliebe, jugendliche Zärtlichkeit und Liebe zur Familie kommen hier deutlich zum Ausdruck, indem sie die Ausgeglichenheit der Temperamente fern von den heutigen Psychosen erkennen lassen. In dieser geordneten Stimmung schätzt man was schön und erhaben ist; und dass Eleganz und guter Geschmack der Kleidung ein Ausdruck ist von Würde und Freiheit.

Das Licht, das von rechts hineinstrahlt, beleuchtet das ganze Bild und lädt uns ein zu einem Besuch mitten in einen glänzenden Nachmittag. Kommen Sie mit?