Samstag, 29. April 2017

Das Spinnrad - Giovanni Battista Torriglia


Das Spinnrad 

Giovanni Battista Torriglia 
(1858 - 1937) 
Privatsammlung
Foto: Christie's Images / Bridgeman Images 

Eine Szene aus dem täglichen Leben italienischer Bauern, die uns durch die realistische Darstellung und die liebevollen Details fasziniert. Das Bild könnte mit "Lebensfreude in der Familie" bezeichnet werden. Die Mutter sitzt am Spinnrad; die Großmutter, einen Spinnrocken in der Hand, unterbricht ihre Arbeit, um der Enkelin bei der Strickerei weiterzuhelfen. Ein Knabe pustet große Seifenblasen und macht damit dem Nesthäkchen Freude. Im Hintergrund, nahe beim Ofen, auf dem man einen kupfernen Kochtopf erkennen kann, zündet der Vater zufrieden seine lange Pfeife an. Flirrendes Licht der Toskana strömt durch das Fenster herein, frischt die bunten Farben der Stoffe auf und zaubert ein Lächeln auf jedes Gesicht.
Der Künstler vermittelt uns seine Vorliebe für Familie und Kinder. Gerne lassen wir unseren Blick lange auf diesem Gemälde verweilen. An der Wand hängen Bilder der Heiligen Jungfrau und des Heiligen Josef mit dem Jesuskind, die über diese Familie wachen. Es herrscht Einfachheit, Würde, Seelenfriede und Harmonie in dieser christlichen Familie. Das ist der Reichtum, den uns die moderne Welt geraubt hat.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Januar 2015)

Freitag, 28. April 2017

„Er ist auferstanden...“



Das Bild ist eine Illustration des Gengenbacher Evangeliars. Es wurde Mitte des 12. Jahrhunderts, also in der Romanik, gemalt. Es ist Bedeutungsmalerei und keine naturalistische Malerei. Die Farbgebung und die Größe der Personen richten sich nach ihrer Bedeutung und nicht nach der Perspektive und der Natur.
Der obere Teil des Bildes bezieht sich auf Mk 16. Drei Frauen kommen mit ihren Spezereien zum leeren Grab und sehen dort einen Jüngling zur Rechten (vom Betrachter aus) sitzen. Auch unter dem Kreuz standen nach Johannes drei Frauen (Joh 19, 25). Besonders die mittlere Frau mit ihrem Weihrauchfass erinnert daran, dass die Magier aus dem Morgenland dem Neugeborenen drei Geschenke brachten, darunter, wie hier, Weihrauch und Myrrhe, welche zur Einbalsamierung eines Toten benötigt wurde.
Im unteren Drittel sieht man die Wache, welche Pilatus auf Verlangen der Juden vor dem Grab aufstellen ließ (Mt 27, 62 - 66). Die vier (!) Soldaten sind kleiner als die drei Frauen, da sie biblisch weniger Bedeutung haben. Sie sind zwar bewaffnet schlafen aber. Drei Soldaten haben Stöcke mit Ballen in ihren Händen. Ich deute diese als Fackeln, die erloschen sind. Die Nacht ist nämlich vergangen und oben erstrahlt, im Goldglanz des Hintergrundhimmels, der Ostermorgen, der erste Tag der Woche, an welchem Christus von den Toten auferstanden ist. AE 

(Titelbild DER FELS April 2015)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 19. April 2017

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich

Dienstag, 18. April 2017

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich

Zu behaupten, Gott hätte den Menschen als Mann und Frau erschaffen, gilt heute als "diskriminierend": Demo vor der George Washington University in Washington.
Der diktatorische Charakter der neuesten Ideologie „Gender" und "Transgender" wird immer offensichtlicher: Wer sich nicht dem anschließt, muss mit Gewaltangriffen rechnen.

Und nicht zu knapp: Vor dem Eingang der „George Washington University“ in Washington DC, USA, verteilten Studenten der „TFP-Student Action“ Flugblätter mit der „Information“, Gott hätte nur Mann und Frau erschaffen. Zudem zeigten sie ein großes Transparent mit der Aufschrift „Als Mann und Frau erschuf er sie (Gen 5,2)"

Das reicht heutzutage, um die Wut der Linken an der Universität zu wecken.

Im Video unten kann man sehen, wie die linken Studenten immer aggressiver werden, wüste Beschimpfungen loslassen und schließlich handgreiflich werden. Die Polizei nahm einen Aggressor fest.

Es gab sogar Morddrohungen, so groß war die Wut auf die simple Behauptung, Gott hätte „nur“ Mann und Frau erschaffen.

Die TFP-Student-Action kommentierte: Wie kann es sein, dass Biologie so viel Hass provoziert?


Das Ereignis vor der „George Washington University“ ist keinesfalls ein Einzelfall.

Ein „Free Speech Bus“ (Freie-Meinungs-Bus) mit der Aufschrift „Jungs sind Jungs und Mädchen sind Mädchen – und werden es immer sein“ rollt seit einigen Wochen durch die Vereinigten Staaten. Der Bus wird von diversen konservativen Organisationen („International Organization for the Family“ und „National Organization for Marriage“) gesponsert.

Auch diese Aktion erzeugt eine unglaubliche Welle von Hass. In New Haven wurde der „Free Speech Bus“ sogar von einem LKW solange bedrängt, bis die Akteure die Stadt verließen.

Es wurde sogar ein Videospiel programmiert, in welchem man dem Bus Schläge verpassen kann.



Über diese Aggressionen kann man sich kaum wundern. Wer an den Demonstrationen in Stuttgart oder Wiesbaden gegen die Gender-Lehrpläne für die Schulen teilgenommen hat, konnte auch in Deutschland diesen Hass erleben. Die Grüne Jugend bezeichnete die Gegner des „Bildungsplanes 2015“ sogar als „homophoben Schlossplatz-Mob“. Eine unglaubliche Entgleisung.

Man  muss durchaus damit rechnen, dass Hass und Gewalt noch zunehmen: Die Gender-Ideologie ist dermaßen irrsinnig und wider die Vernunft, dass sie im Grunde nur von verbissenen Aktivisten vertreten werden kann. Fanatismus schaltet die Vernunft aus und erzeugt das Gefühl einer absoluten moralischen Autorität, die einen legitimiert, auch Gewalt anzuwenden. Nur so lassen sich die oben beschriebenen Szenen erklären.

Wir werden uns diesen Einschüchterungen nicht beugen. Unterstützen Sie bitte deshalb die Aktion „Kinder in Gefahr“. Sie helfen uns die Öffentlichkeit über diesen Angriff auf unsere Kinder aufmerksam zu machen mit Ihrem "Like" unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/aktionkig/ Danke!    

Samstag, 1. April 2017

Misstöne von Bundespräsident Gauck

Monsignore Pfarrer Gerhard Senninger

Die Tageszeitung „Die Welt“ brachte am 1.11.2016 folgenden Text: „Bundespräsident Joachim Gauck hat die von Martin Luther ausgelöste Reformation als einen Grundstein für das Gemeinwesen in Deutschland gewürdigt: Ohne die Initialzündung der Reformation gäbe es weder die Freiheit des Glaubens und des Gewissens noch die unveränderlichen Grundrechte“, sagte Gauck zum Auftakt der Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Berlin „Weil Luther es jedem Einzelnen freigestellt habe, ob er sich an das Evangelium bindet, sei ein frischer Wind der Freiheit gekommen. Die Reformation habe die Überzeugung, dass das Individuum letztendlich seinem Gewissen gegenüber verantwortlich ist, zu neuem Leuchten gebracht.“

Dieser unzutreffenden Darstellung habe ich mit einem Leserbrief vom 4.11.2016 wie folgt widersprochen: „Luther hat für sich Toleranz gefordert, war aber nicht bereit, sie anderen zu gewähren. Einigen Herzogen und Reichstädten auf Luthers Seite ging es um den Besitz der Kirche und um Macht gegenüber dem Kaiser, den sie angesichts der Türkengefahr geradezu erpressten. So erklärten sie beim 2. Reichstag zu Speyer 1529: „Die Messe nur zu dulden würde bedeuten, der evangelischen Prediger Lehren, die wir doch für christlich und zuverlässig halten, Lügen Strafen. Ja wenn die päpstliche Messe nicht wider Gott und sein heiliges Wort wäre, dürfte man sie nimmer mehr beibehalten, weil zweierlei Kult in einem Gebiet unerträglich sei und beim gemeinen Mann, gerade wenn er es ernst meint mit Gottes Ehre, zu Widerwärtigkeiten, Aufruhr, Empörung und Unglück aller Art führen müsse (Reichstagsakten VII, 1281). So wurde der katholische Glaube in Deutschland unterdrückt. Der „Friede“ von Augsburg 1555 legte fest: Der Landesherr bestimmt die Religion seiner Untertanen. Kennt Bundespräsident Gauck diese Festlegungen nicht, die jeder freien Gewissensentscheidung Hohn sprechen? Ein frühes Beispiel für die Unterdrückung der Katholiken ist die zwangsweise Auflösung des Klarissen-Klosters der Caritas Pirkheimer in Nümberg. Selbst Philipp Melanchthon, der sich als einziger Lutheraner für das Bleiberecht der Nonnen einsetzte, konnte ihnen nicht helfen. Gewissensfreiheit sieht anders aus.

Auch noch im so genannten Kulturkampf unter Bismarck (1871-1887) erlitt die katholische Kirche bitteres Unrecht. Der Kölner Erzbischof wurde am 20.11.1837 von den im damaligen Preußen herrschenden Protestanten verhaftet und in der Festung Minden eingesperrt. Von den 12 katholischen Bischöfen in Preußen wurden sechs zu hohen Gefängnisstrafen und zu Geldstrafen verurteilt. Ähnlich erging es 2000 Priestern. 400 Ordensniederlassungen wurden aufgehoben, „Sind diese Tatsachen dem amtierenden Bundespräsidenten unbekannt?“

Die Leserbrief-Redaktion der „Welt“ antwortete zunächst nicht und lehnte es schließlich mit unterschiedlichen Begründungen ab, meine Richtigstellung zu veröffentlichen. Dies ist umso bedauerlicher, als hier Joachim Gauck nicht als Privatmann eine falsche Meinung verkündet hat. Er hat vielmehr in seiner amtlichen Funktion als Staats-Oberhaupt in einer offiziellen Feier zum Reformationsjubiläum gesprochen, Sollen hier unter Missbrauch des Amtes des Bundespräsidenten konfessionelle Unwahrheiten verbreitet werden? Solche Streitigkeiten sollten wir im Zeitalter der Ökumene überwunden haben. Und Richtigstellungen sollten in einer freien Presse erlaubt sein.



Ein Beispiel für die Missachtung der Gewissensfreiheit unter lutherischer Herrschaft ist die Zerstörung des Klarissenklosters in Nümberg.
Dort war Caritas Pirkheimer von 1503 bis 1532 Äbtissin. Sie war eine Verfechterin der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Als hoch gebildete Nonne pflegte sie Gedankenaustausch mit zahlreichen Gelehrten wie Erasmus von Rotterdam und Conrad Celtis. 1525 widersetzte sie sich im Einvernehmen mit ihrem Convent der gewaltsamen Einführung der lutherischen Lehre. Sie schrieb den evangelischen Ratsherren: „Es wäre uns lieber und nützlicher, Ihr schicket einen Henker in unser Kloster, der uns alle Köpfe abschlüge, als dass Ihr uns einen vollen, trunkenen, unkeuschen Pfaffen zuschickt.“ Die Nonnen durften auch in der Sterbestunde von keinem katholischen Priester besucht werden, um die Sterbesakramente zu empfangen. Schließlich wurde das Kloster vom evangelischen Stadtrat ausgehungert...

Der Fels 3/2017
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Donnerstag, 23. März 2017

Lateranbasilika: Tempel der Liebe


Benedikt XVI.: "Lateranbasilika ist ein Tempel der Liebe"
Beim Angelusgebet an diesem Sonntag erinnerte der Papst an das Weihefest der Mutterkirche Roms, der Lateranbasilika. Diese Basilika sei ein "Tempel der Liebe", sagte der Papst. Deshalb fordert er alle katholischen Gemeinden auf, "ihre Kirchen und Gottesdienststätten mit Sorgfalt zu pflegen." Sie bildeten ein wertvolles religiöses und historisches Erbe, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Festtag der Lateranbasilika sei deshalb ein Anlass, über die rechte Weise nachzudenken, Gott ein Haus zu bauen. Dazu sagte Benedikt XVI.:
"Die Kirche begeht heute den Weihetag der Lateranbasilika, die als Kathedrale des Bischofs von Rom den Titel "Mutter und Haupt aller Kirchen" trägt. Dieses Fest erinnert uns daran, dass Gott selbst es ist, der Sein Volk zusammenruft und aus lebendigen Steinen Seine Kirche aufbaut.
Kaiser Konstantin schenkte im Jahre 342 der Kirche in Rom das Gebiet des heutigen Lateran und ließ darauf eine Basilika errichten. Nach Verwüstungen und Zerstörungen durch Erdbeben und Brände wurde die Kirche 1726 neu erbaut. Der Kirchweihtag der Lateranbasilika ist der 9. November.(rv) 09.11.08

Der Aachener Dom


Die Kirche und die Gegenrevolution

XII - Die Kirche und die Gegenrevolution

Die Revolution entstand, wie wir gesehen haben, aus einer Explosion der ungezügelten Triebe im Menschen, die zur Zerstörung der weltlichen Gesellschaft, zur totalen Umkehrung der Sittenordnung und zur Leugnung Gottes führte. Die eigentliche Zielscheibe der Revolution ist demnach die katholische Kirche, der mystische Leib Christi, die unfehlbare Lehrmeisterin der Wahrheit, die Hüterin des natürlichen Sittengesetzes und somit letztendliches Fundament selbst der weltlichen Ordnung.
Dies vorausgesetzt, untersuchen wir nun das Verhältnis zwischen dieser göttlichen Stiftung, die durch die Revolution vernichten werden soll, und der Gegenrevolution.

1. DIE KIRCHE IST ETWAS VIEL HÖHERES UND WEITERES ALS REVOLUTION UND GEGENREVOLUTION


Revolution und Gegenrevolution sind bedeutende Episoden der Kirchengeschichte, denn sie bilden das eigentliche Drama der Apostasie und der Bekehrung des christlichen Abendlandes. Dennoch sind sie nur reine Episoden.
Die Mission der Kirche beschränkt sich nicht nur auf den Westen, noch lässt sie sich zeitlich mit der Dauer des revolutionären Prozesses umschreiben. "Alios ego vidi ventos, alios prospexi animo procellas" (Andere Winde habe ich bereits gesehen, andere Stürme schon geschaut) (43) könnte die Kirche voll Stolz und Gelassenheit inmitten der heutigen Stürme mit Cicero ausrufen. Die Kirche kämpfte schon in anderen Ländern, gegen Feinde aus anderen Völkern, und wird sicher bis zum Ende der Zeiten noch ganz anderen Problemen und Feinden als den heutigen entgegentreten müssen.
Ihre Aufgabe besteht in der Ausübung ihrer direkten geistlichen Gewalt und ihrer indirekten weltlichen Gewalt zum Heil der Seelen. Die Revolution ist ein Hindernis, das sich gegen diese Aufgabe der Kirche aufgerichtet hat. Der Kampf gegen ein solches konkretes Hindernis unter vielen anderen ist für die Kirche ein nur dem Umfang des Hindernisses begrenztes Mittel – ein sehr wichtiges Mittel, gewiss, aber doch nur ein Mittel.
Also, wenn es auch keine Revolution gäbe, würde die Kirche all das tun, was sie für das Heil der Seelen tut.
Zur besseren Erläuterung der Stellung der Kirche zur Revolution und zur Gegenrevolution könnte uns ein Vergleich mit einer Nation im Kriegszustand helfen.
Als Hannibal vor den Toren Roms stand, mussten alle Kräfte der Republik aufgeboten und gegen den Feind geführt werden. Das war eine lebensnotwendige Reaktion gegen den mächtigsten und fast schon siegreichen Gegner. Frage: War Rom also nur eine Reaktion gegen Hannibal? Wer wollte so etwas behaupten?
Genauso absurd wäre der Gedanke, die Kirche sei ausschließlich Gegenrevolution.
Übrigens ist es angebracht hier zu klären, dass die Gegenrevolution nicht die Aufgabe hat, die Kirche, die Braut Christi zu retten. Gestützt auf die Beistandsverheißung ihres göttlichen Gründers, ist die Kirche, um zu überleben, nicht auf Menschen angewiesen.
Im Gegenteil, die Kirche gibt der Gegenrevolution das Leben. Ohne Kirche läßt sich die Gegenrevolution gar nicht durchführen, ja ohne Kirche ist sie überhaupt nicht denkbar.
Die Gegenrevolution will vielmehr dazu beitragen, dass die von der Revolution bedrohten Seelen gerettet und die Katastrophen, die die weltliche Ordnung bedrohen, abgewendet werden. Deshalb muss sie sich auf die Kirche stützen, sie in Demut dienen, anstatt im Stolz davon zu träumen, daß sie sie retten müsse.

2. DIE KIRCHE HAT GRÖSSTES INTERESSE AN DER ZERSCHLAGUNG DER REVOLUTION

Wenn es die Revolution gibt und wenn sie das ist, was sie ist, dann gehört es zur Aufgabe der Kirche, dann liegt es im Interesse der Rettung der Seelen und es ist unabdingbar zur Ehre Gottes, daß die Revolution zerschlagen wird.

3. DIE KIRCHE IST ALSO EINE FUNDAMENTAL GEGENREVOLUTIONÄRE KRAFT

Verstehen wir das Wort Revolution in dem Sinn, den wir ihm gaben, dann ist obiger Titel die einleuchtende Folgerung des bis jetzt Gesagten. Das Gegenteil behaupten, hieße sagen, die Kirche erfülle ihre Aufgabe nicht.

4. DIE KIRCHE IST DIE STÄRKSTE GEGENREVOLUTIONÄRE KRAFT

Betrachtet man die Zahl der Katholiken, ihre Einheit und ihren Einfluß in der Welt, dann läßt sich über den Primat der Kirche unter den gegenrevolutionären Kräften nicht mehr streiten. Doch diese legitime Betrachtung der natürlichen Möglichkeiten hat nur eine zweitrangige Bedeutung. Die wahre Kraft der Kirche besteht darin, daß sie der mystische Leib Unseres Herren Jesu Christi ist.

5. DIE KIRCHE IST DIE SEELE DER GEGENREVOLUTION

Wenn die Gegenrevolution der Kampf ist, um die Revolution zu zerschlagen und eine neue Christenheit aufzubauen, die von Glauben, demütigem hierarchischem Geist und fleckenloser Reinheit erstrahlt, dann ist es einleuchtend, daß sie dies nur durch eine tiefgehende Einwirkung in den Herzen der Menschen erreichen kann. Ein solches Werk ist aber ureigene Aufgabe der Kirche, die die katholische Lehre lehrt und sich darum sorgt, daß diese geliebt und praktiziert wird. Daher ist die Kirche die Seele der Gegenrevolution.

6. DIE ERHÖHUNG DER KIRCHE IST DAS IDEAL DER GEGENREVOLUTION

Diese Behauptung ist evident. Wenn die Revolution das Gegenteil der Kirche ist, so ist es unmöglich, sie als Ganzes (und nicht nur unter einigen isolierten Aspekten) zu hassen und zu bekämpfen, ohne sich ipso facto für die Ehre der Kirche einzusetzen.

7. DIE GEGENREVOLUTION ÜBERSCHREITET IN GEWISSER HINSICHT DEN RAHMEN DER KIRCHE

Nach dem oben Dargelegten schließt die Gegenrevolution eine Reorganisierung der ganzen weltlichen Gesellschaft ein: „Eine ganze Welt muß selbst in ihren Fundamenten neu errichtet werden“, sagte Pius XII.(44) im Hinblick auf die Trümmer, mit denen die Revolution die ganze Erde überschüttet hat.
Diese Aufgabe einer grundlegenden gegenrevolutionären Neugestaltung der weltlichen Gesellschaft muss einerseits ganz von der Lehre der Kirche beseelt sein, umfasst aber andererseits viele konkrete und praktische Probleme, die ihrer Natur nach der zivilen Ordnung angehören. In diesem Punkt überschreitet die Gegenrevolution den kirchlichen Rahmen, bleibt aber immer tief mit der Kirche verbunden, was ihr Lehramt und ihre indirekte Gewalt betrifft.

Aus dem Buch „Revolution und Gegen-Revolution“ von Plinio Correa de Oliveira

Die Ängste Europas - Es hat sich nichts geändert

Die brasilianische Tageszeitung O GLOBO berichtete am 21. März 2008, der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Durão Barroso, habe einem Freund die drei größten Ängste Europas anvertraut. Es seien: der islamische Fundamentalismus, China und die russische Arroganz...

Geschürter Volkszorn

Am 21. Oktober 1789 rottete sich das Volk vor dem Hause des Bäckers François zusammen: eine alte Frau klagte, er halte viel Brot verborgen. Die Nachbarn riefen vergebens, er sei ein Ehrenmann, er tue vieles für die Armen, er backe täglich in sieben Öfen und verweigert niemanden Brot. Das Volk wollte nichts hören.
Die Bürgerwehr führte ihn auf das Stadthaus vor den Polizei-Ausschuss der Gemeinde, der ihn verhörte und sogleich sich von seiner Unschuld überzeugte, aber vor dem Drohen der Menge, die den Grèveplatz füllte, sie nicht anzuerkennen wagte: man müsse ihn in die Abtei führen, denn es sei, wenn er schuldig, sehr wichtig, die Teilnehmer an der Verchwörung kennen zu lernen.
Allein draußen hieß es, treulose Beamte wollten den Frevler  dem Zorne des Volkes entreißen, das dürfe man nicht dulden. Die Menge drängte in das Ratszimmer, entriss der Wache den Angeklagten, und hing ihn am nächsten Laternenpfahl auf, ohne das die Nationalgarde vor dem Rathaus sich regte.
Der Mann lebte noch, als man ihn am Strick wieder herunterließ; man schnitt ihm den Kopf ab und trug denselben auf einer Pike durch die Straßen.

(Aus „Weltgeschichte“ von J. B. Weiss)

Die Ermordung der Prinzessin von Lamballe


Am 3. September um 10 Uhr morgens
kam die unglückliche Lamballe vors Gericht.

Maria Theresia Louise von Savoyen-Carignan, geboren den 17. September 1749, seit dem Tode ihres Gemahls, Ludwig Alexander Josef Stanislaus von Bourbon-Penthièvre, Prinzen von Lamballe, nicht mehr vermählt, war sie Obersthofmeisterin der Königin (Marie Antoinette), welche sie wie eine Freundin liebte, und darum wurde auch die Lamballe der Gegenstand des Hasses, welcher die unglückliche Marie Antoinette traf. Er war ungerechtfertigt, ihr einziges Verbrechen war die Hingabe an die Königin; selbst der Conventsmann Mercier (1) gibt ihr das Zeugnis: „Sie hat mitten in unsern Wirren nie eine politische Rolle gespielt; nichts konnte sie in den Augen des Volkes verdächtig machen, bei dem sie nur durch ihre immer rege Wohltätigkeit bekannt war.“

Ehe die Königin nach Varennes floh, teilte sie ihren Plan der Lamballe mit, und diese reiste zur selben Zeit über Dieppe nach England. Als die Königin gefangen war, wollte sie ihr Unglück teilen, obschon Marie Antoinette sie warnte. Sie kam und, je unglücklicher die Königin wurde, umso inniger wurde die Anhänglichkeit ihrer Freundin. Sie bat es sich aus, sie in das Gefängnis des Temple begleiten zu dürfen, um durch ihre Gesellschaft ihr Trost zu bieten. Aber diese beispiellose Treue reizte gerade die Kommune: Unter rohen Formen, am 18. August um zwei Uhr in der Nacht, weckte ein Trupp Pikenmänner die königliche Familie aus dem Schlafe und kündigte an: der Gemeinderat hat befohlen, die Prinzessin Lamballe, Madame de Tourzel, die Gouvernante des Dauphin, deren Tochter, und die vier Kammerfrauen der Königin, die Damen Thibaut, Saint-Brie, Basile und Navarre, wegzuführen. Die Königin, ihre Tochter, der Dauphin, Madame Elisabeth brachen in lautes Jammergeschrei aus. Man schied mit der Ahnung, dass man sich in diesem Leben nie wieder sehen werde. Selbst die Pikenmänner wurden vom rührenden Abschied ergriffen.
Umsonst waren Tränen und Bitten. Die Frauen wurden nach La Force gebracht, worin eine tödliche Beschimpfung für sie, wie für die Königin lag; denn nach La Force kamen nur solche Frauen, die wegen ihres sittenlosen Lebens bestraft wurden. Also bewohnte die Lamballe, deren Schönheit und Liebenswürdigkeit ganz Paris bewunderte, die Behausung der Verworfenen ihres Geschlechtes, oder vielmehr veredelte sie dieselbe durch ihre Gegenwart, durch ihre Mildtätigkeit und ihre Arbeiten für die Armen; denn sie blieb auch hier ihrem edlen Sinne treu. Die anderen Damen wurden wieder frei auf Befehl Manuels. Wie viel er Geld dafür bekommen, weiß man nicht. Der Herzog von Penthièvre soll 150.000 Francs für die Rettung seiner Schwiegertochter an Manuel haben auszahlen lassen und dieser, seinem Wort getreu, so erzählt Mathon de la Varenne, soll auch die Absicht gehabt haben, sie zu retten. Aber ihr Schwager, der Herzog von Orléans, soll für ihre Vernichtung tätig gewesen sein, voll Hass gegen sie, weil sie ihn nach dem 5. Oktober aus ihrem Hause verwiesen, und weil er durch ihren Tod ein Witthum von 100.000 Talern gewann, mit denen die Güter seiner Gattin belastet waren (2). Die Mörder, welche sie vor Gericht führten, seien die Werkzeuge des Herzogs von Orléans gewesen.
Weber versichert, drei Briefe, welche in ihrem Hut beim ersten Verhör gefunden wurden, hätten den Hass gegen sie gesteigert. (3)

Die Prinzessin war unwohl geworden durch den Lärm der Mörder; schreckliche Träume raubten ihr den Schlaf – da ward sie plötzlich aufgefordert, ihnen in die Abtei zu folgen. Sie war so schwach, dass sie sich kaum erheben konnte und bat, man solle sie lassen, wo sie sei, sie wolle lieber hier als sonst wo sterben. Einer der Männer, die sie abholen sollten, beugte sich über sie und flüsterte ihr ins Ohr, sie möge gehorchen, ihre Rettung hänge davon ab. Nun bat sie die Männer, sie einen Augenblick allein zu lassen, damit sie sich ankleiden könne. Dann ward sie am Arm eines Soldaten aus ihrer Kammer vor das Gericht geführt, welches Hébert und l’Huilièr leiteten. Als sie die gezückten Schwerter, die bluttriefenden Mörder sah und das Geschrei der Opfer hörte, fiel die Prinzessin in Ohnmacht. Ihre Kammerfrau, Madame de Navarre, brachte sie mit Mühe wieder zu sich. Dann folge das Verhör (4). „Wer sind Sie?“ – „Marie Louise, Prinzessin von Savoyen.“ – „Ihr Amt?“ – Oberaufseherin des Hofes der Königin.“ - „Hatten Sie Kenntnis von der Verschwörung des Hofes am 10. August?“ – „Ich weiß nicht, ob am 10. August eine Verschwörung stattgefunden hat; aber das weiß ich, dass ich nichts von einer solchen wusste.“ – „Schwören Sie, der Freiheit, Gleichheit und dem Hass gegen den König treu zu sein.“ – Ich will gerne auf die zwei ersten schwören – das letzte kann ich aber nicht schwören; denn mein Herz widerspricht einem solchen Eide.“ – Einer, der hinter ihr stand, raunte ihr ins Ohr: „Schwören Sie doch, sonst sind Sie des Todes.“ Die Prinzessin gab keine Antwort und tat einen Schritt gegen das Tor. Der Richter rief: „Bringen Sie Madame nach der Abtei!“ Zwei starke Kerle packten sie und man öffnete das Tor. „Rufen Sie: Es lebe die Nation!“ sagten sie ihr – aber beim Anblick der Mörder und der Leichen rief sie erschreckt: „Mein Gott, ich bin verloren!“ In diesem Augenblick bekommt sie auf dem Kopf eine Wunde, die ihr Antlitz mit Blut überrieseln macht. Ein Kerl schlägt sie zu Boden, andere geben ihr mit Piken und Säbeln den Rest: Ihr schöner Leib wird dann entkleidet und aufs schmachvollste verstümmelt, - eines dieser Ungeheuer verzehrte ihr Herz und nannte es das leckerste Gericht. Der Kopf, dessen Angesicht der Tod veredelte, ward zuerst auf dem Tische eines Schanklokals zur Schau ausgestellt, und dabei auf ihren Tod getoastet, dann wurde er auf einer Pike, welche ihre glänzenden blonden Locken bedeckten, durch die Straßen getragen zu den Häusern, wo sie gewohnt oder die sie häufig besucht hatte, gleichsam als ob sie im Tode noch ein Gefühl dafür hätte. Ein Perückenmacher ergriff die Gelegenheit, den Kopf einiger seiner schönsten Locken zu berauben. Auf einmal hieß es unter den Schurken, man muss den Kopf im Temple den Gefangenen zeigen, damit sie sehen, wie sich das Volk an seinen Feinden rächt. – Der König wird aufgefordert, sich dem Volk zu zeigen – da wird ihm der Kopf entgegengehalten, den er mit Schrecken erblickt. Auch die Königin soll ans Fenster kommen, der König hält sie auf und führt sie weg. Dennoch erfuhr sie denselben Abend alles und musste deutlich erkennen, welches Schicksal ihr selber bevorstand.

Sofort wurde der Kopf zum Palais Royal getragen und der Herzog von Orléans herausgerufen – er saß gerade mit seiner neuen Geliebten, der Witwe Buffon, bei der Tafel. Kalt betrachtete er das Haupt; den Mord seiner Schwägerin zu tadeln, wagte der „Volksfreund“ nicht, er sagte bloß: „Die arme Frau! hätte sie mir gefolgt, ihr Kopf stäke nicht da.“ – Aber Madame Buffon sank vor Schreck auf einen Stuhl, bedeckte die Augen mit den Händen und rief: „Mein Gott! man wird meinen Kopf eines Tages auf gleiche Weise herumtragen.“ – Eine Hofdame der Königin, zu der man das Haupt gleichfalls trug, sank beim Anblick ohnmächtig zusammen und starb nach wenigen Tagen infolge des Schreckens.

Die Nachricht vom schrecklichen Schicksal seiner Schwiegertochter gab dem Herzog von Penthièvre den Tod. „Großer Gott!“ rief er, „... Jahrelang habe ich mit ihr gelebt und habe nie einen Gedanken in ihrer Seele gefunden, der nicht für die Königin, für mich und für die Armen gewesen wäre. Und diesen Engel konnten sie in Stücke reißen.“

(1) Mercier, Le nouveau Paris, I, 2e. edition, p.101
(2) Buchez et Roux, l.c. XVII, p.417, wird diese Angabe mit Grund bestritten. – Lescure, l.c. p.381- 382
(3) Weber, Mémoires, II, p.349
(4) So gibt es Peltier, Hist. de la Révol. du 10 Août, XI, p.339, und nach ihm die Hist. parlem., XVII,  p.418.

Quelle: J. B. Weiß, Weltgeschichte. XVI. Bd., 3. Aufl., Ss. 175-178

Die Prinzessin von Lamballe




„Die Prinzessin von Lamballe“, sagt ihr Biograph Lescure, „ist nach Madame Elisabeth (Schwester Ludwig des XVI.) das ruhmvollste und reinste unter den strahlenden Opfern, welche, die Palme des Martyriums in der Hand, Marie Antoinette in das Jenseits geleiten. In Vollendung steht die Prinzessin von Lamballe hinter der engelgleichen Madame Elisabeth zurück, ihr Lächeln ist jedoch süßer, ihr Blick zärtlicher, ihre Güte menschlicher, ihre Frömmigkeit naiver, und so fesselt sie unwillkürlich unsere Teilnahme und wir geben ihr oft den Vorzug; ist jene schon eine Heilige, so ist diese noch ein Weib; vor jener fällt man auf die Knie, diese wagt man zu lieben, bis zum Ende bleibt ihr die Anmut. Ganz originell hatte sie auch den Muth, selbständig zu sein: sie war rein inmitten einer verdorbenen Welt, wahrhaft, zur Zeit, da die Lüge als höchste Kunst galt. Sie war ein Vorbild kindlicher Liebe, ehelicher Tugend und heroischer Treue: Sie starb für ihre Familie, sie starb, weil sie die Königin nicht verlassen und den König nicht lästern wollte.“

Quelle: J. B. Weiß, Weltgeschichte. XVI. Bd., 3. Aufl., S. 178.

Wie Hitler persönlich in das Verfahren gegen Bischof von Galen eingegriffen hat



Diese Art von Rebellion hatte es vorher noch nicht gegeben. Das nationalsozialistische Regime war mit einer ungewohnten Qualität von Widerständigkeit konfrontiert. Daher reiste im Juni 1943 auch der zweite Senat des Volksgerichtshofes nach Lübeck und verhandelte gegen die drei katholischen Kapläne Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller sowie den evangelisch-lutherischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink und acht zehn Laien, die allesamt schon gut ein Jahr vorher festgenommen worden waren.

Bislang hatte sich der Volksgerichtshof gescheut, Geistliche anzuklagen. Sie wurden auf andere, "diskretere" Weise aus dem Verkehr gezogen und meist in Konzentrationslager verschleppt. Doch in Lübeck war eine neue Situation eingetreten, weil Geistliche hier konfessionsübergreifend gehandelt hatten. Sie hatten unter anderem in Gesprächskreisen und in der Verkündigung kritisch zum Nationalsozialismus Stellung bezogen, Meldungen sogenannter „Feindsender“ abgehört und weiterverbreitet und vor allem Predigten des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, als Flugschriften verbreitet. Galen hatte in seinen Predigten 1941 in heiligem Zorn die massenweise Ermordung sogenannten .Jebensunwerten Lebens" durch das Hitler-Regime gebrandmarkt, weitere Morde dadurch teilweise verhindert und damit öffentlich die Machthaber in vorher unvorstellbarer Weise herausgefordert.

Der Historiker Peter Voswinckel hat nun zwei Briefe entdeckt, von denen besonders einer belegt, dass Hitler erstens selbst in das Verfahren gegen die Lübecker Geistlichen und Laien eingriff und sich zweitens auch nur vor der Nennung des Namens des Bischofs von Münster ängstigte. In einem Brief vom 29. März 1943 ließ Reichsjustizminister Thierack durch einen Mitarbeiter dem Ankläger im Lübecker Verfahren, Oberreichsanwalt Drullmann, Folgendes mitteilen: „Der Inhalt der Anklageentwürfe gegen Prassek und andere und gegen Stellbrink ist dem Führer vorgetragen worden. Der Führer hat angeordnet, daß das Verfahren wegen der hochverräterischen Betätigung der Beschuldigten durchgeführt wird, aus der Anklage aber jene Teile herausgenommen werden, die auf der Verbreitung der Predigt des Bischofs von Münster basieren.“

Hier fungierte der „Führer“ tatsächlich und nicht nur formal als „oberster Gerichtsherr“, um ein Wort des Staatsrechtlers Carl Schmitt aus dem Jahre 1934 zu nennen. Doch wagten er und die Seinen es nicht, dem gefürchteten und bei seinen katholischen Westfalen äußerst beliebten „Löwen von Münster“ den Prozess zu machen. Da hielt man sich lieber schadlos an drei jungen katholischen Diaspora-Geistlichen und einem von seiner Kirche verlassenen evangelischen Pastor. Diese wurden zum Tode verurteilt und am 10. November 1943 gemeinsam enthauptet.

Aus „FAZ“ vom 24. Oktober 2008, Feuilleton, S. 40, „Wie Hitler persönlich in das Verfahren gegen Bischof von Galen eingegriffen hat: Lübeck zeigt eine Ausstellung mit neuen Funden“ zu folgendem Anlass:
Der ökumenische Lübecker „Arbeitskreis 10. November“ hat nun eine instruktive Ausstellung zu Leben und Wirken Bischof von Galens und seinem Einfluss auf die Lübecker Märtyrergeistlichen initiiert. Sie wird am kommenden Sonntag, dem 26. Oktober (2008), im Ostchor des evangelischen Lübecker Domes vom katholischen Hamburger Erzbischof Thissen eröffnet und ist bis 21. November (2008) zu sehen. Sie präsentiert auch den Wortlaut jener zwei Briefe, die Allmacht wie Angst der nationalsozialistischen Führung dokumentieren.
Autor: MARTIN THOEMMES

Samstag, 18. März 2017

Eine raffinierte Schlinge des Bösen

vom hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort

Es gibt diejenigen, die denken, dass sie den Sohn geringschätzen, wenn sie die Mutter ehren. Sie fürchten, dass wenn sie Maria erheben, Jesus herabsetzen. Sie können es nicht ertragen, dass man Maria den Lobpreis zollt, der ihr zusteht und den die heiligen Kirchenväter ihr großzügig gespendet haben. Es ärgert sie, zu sehen, wie mehr Leute vor einem Marienaltar knien als vor dem allerheiligsten Sakrament, als gäbe es da einen Unterschied von einem zum anderen; als ob diejenigen, die zu Maria beten, nicht durch sie zu Jessu beten würden. Sie wollen nicht, dass wir so viel von ihr sprechen und so oft zu ihr beten.
Hier sind einige ihrer Redesarten: „Was sollen so viele Rosenkränze, so viele Bruderschaten und äußere Andachtsübungen zur Mutter Gottes? Da steckt sehr viel Unwissenheit drin. Damit gibt man die Religion dem Gespötte preis. Erzählt uns von denen, die Jesus verehren. Wir müssen uns direkt an Jesus wenden, da er unser einziger Mittler ist. Wir müssen Jesus predigen. Das ist die echte Verehrung.“ Es ist in etwa wahr, was sie sagen, doch die Schlussfolgerung, die sie ziehen, um die Vereherung der Mutter Gottes zu verhindern, ist sehr verfänglich. Es ist eine raffinierte Schlinge des Bösen unter dem Vorwand ein höheres Gut zu fördern. Denn wir können Jesus niemals mehr Ehren, als wenn wir seine Mutter ehren; und wir ehren sie ja einfach und allein nur, um ihn vollkommener zu ehren. Wir gehen zu ihr nur als ein Weg, der zum Ziel führt, nach dem wir streben, Jesus, ihren Sohn.
Mit dem Heiligen Geist preist die Kirche zuerst die Mutter Gottes und dann erst Jesus: „Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus!“ Nicht, dass Maria höher stünde oder mehr wäre als Jesus oder ihm gar gleichgestellt; das wäre eine untragbare Irrlehre. Doch um Jesus vollkommener zu loben, müssen wir zuerst Maria loben. Lasst uns mit allen wahren Marienverehrer, den falschen und überängstlichen Verehrern zum Trotz, rufen: „O Maria, du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines leibes, Jesus!“

Freitag, 17. März 2017

Obstmarkt am Schanzel

Obstmarkt am Schanzel
Friedrich Alois Schönn (1826 - 1897)
© Wienmuseum

Am Ufer des Donaukanals befindet sich nahe der Maria-Theresien-Brücke der Obstmarkt. Unter der Oktobersonne wimmelt es von Menschen: Arbeiter, Kinder, Angestellte, Bürger, Käufer und Verkäufer. Im Vordergrund links verkauft ein Händler Bratwürste und Semmeln als kleine Stärkung.
Im Schatten großer Bäume werden Äpfel, Pflaumen und Trauben angeboten. Alle diese Früchte leuchten in appetitlichen bunten Farben. Die Vielfalt der Kleidung wird noch betont durch die Originalität der Kopfbedeckungen. Sie erstreckt sich vom Bürger im Gehrock mit Zylinderhut über den Arbeiter mit Jacke, Hut und kurzer Feder oder mit roter Dienstmütze, von der Dame im eleganten Kleid bis hin zur Dienerschaft in Uniform.

Die Harmonie und das Leben, die aus dieser Szene endloser Details zutage treten und welche man nicht müde wird zu betrachten, lassen das faszinierende katholische Ideal eines brüderlichen Zusammenlebens ungleicher sozialer Schichten erkennen.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2008)

Mittwoch, 22. Februar 2017

Zum Gedenktag „Kathedra Petri“



Mittelfeld des Triptychons für einen Altar in Alt-Sankt-Peter in Rom

Das Bild wurde wohl im Umkreis von Giotto um 1320 gemalt. Auf der Kathedra sitzt Petrus, erkennbar an seinen Schlüsseln, im ihm vorbehaltenen purpurfarbenen Mantel. Er soll die Gesichtszüge von Papst Bonifaz VIII. haben, welcher das Papsttum gegen den französischen König verteidigte. Neben Petrus stehen zwei Engel. Links kniet der Stifter dieses Altares, Kardinal Giacomo Stefaneschi. Seine Titelkirche war S. Giorgio in Velabro. Vielleicht steht deshalb bei ihm der hl. Georg. Der Kardinal hält das Altarmodell mit diesem Triptychon in seinen Händen. Rechts kniet vielleicht Papst Coelestin V. Er hält wohl Stefaneschis Buch „Opus metricum“, in Händen, in welchem der Kardinal das Leben dieses 1313 heilig gesprochenen Papstes beschreibt. Die Kleidung des bei ihm stehenden Heiligen deutet auf den hl. Nikolaus hin. St. Nikola war auch die Titelkirche von Papst Bonifaz VIII. Das Bild zeigt beispielhaft drei Haltungen: Petrus als Statthalter Christi sitzt, Engel und Heilige stehen, während selbst Kardinäle und Päpste vor den Thron knien. Das Pflaster und die Stiegen zum Petrusthron zeigen das Bemühen um eine richtige, realistische Perspektive. Das Programm dieses Bildes, welches über dem Grab des hl. Petrus in Rom stand, ist eine Aufforderung an den Papst, von Avignon nach Rom zurückzukehren.  AE

(Titelbild DER FELS Februar 2014)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

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Mittwoch, 8. Februar 2017

Um 17.00 Uhr bei Couturière Paquin

2010 – 2
Um 17.00 Uhr bei Couturière Paquin - 1906

Henri Gervex (1852-1929) -  House of Worth, London, UK / The Bridgeman Art Library

Madame Paquin ist die erste französische Modeschöpferin, die internationalen Ruf erlangt hat. Im Salon ihres Hauses, Rue de la Paix in Paris trifft man sich, um sich zu unterhalten und sich über neue Modelle zu informieren. Im Bild steht Madame Paquin in der Mitte und wendet sich zwei Damen zu, die gerade hereinkommen. Die Angestellten bringen Stoffe, die sie auf dem Tisch ausbreiten bzw. den Kundinnen, die auf einem Sofa sitzen, vorlegen. 
Kann man spüren, wenn man diese Szene von damals betrachtet, was die Frau von heute an Eleganz, Charme und Würde verloren hat? Eine Gesellschaft, eine Zeit, die vorüber ist. 
Wenn man damals mit jetzt vergleicht, sieht man, was Materialismus und Gleichmacherei erreicht haben: 
Banalität, niedriges Niveau und Proletarisierung. Gibt das nicht heute auf grotesker Weise den Ton an?

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Februar 2010)

Dienstag, 7. Februar 2017

Deutschland braucht einen neuen Hl. Bonifatius.

Bonifatiusdenkmal in Fulda. Foto BH


Dienstag, 7. Februar 2017

FAZ: Nach DBK-Papier zu wvG (wiederverheiratete Geschiedene) werden Frauenpriestertum und Ende des Zölibats gefordert

Eines muss man dem Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen und streben stets nach maximalen Zielen.

So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der deutschen Bischöfe „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘ – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia“. Laut diesem sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.

Dass das dem Progressismus nicht reichen würde, war aber von vornherein klar. Die Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DBK-Papiers die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gemacht werden müssten.

Aber das ist noch längst nicht alles in der "reformkatholischen" Agenda.

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und das Zölibat abgeschafft werden.

Es wäre nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS.

Das klingt zwar überheblich und anmaßend, doch so deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert: Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetportal von der Bischofskonferenz) und Organisationen wie auch das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt.

Kann man sich dann wundern, dass auch viele im Kirchenvolk – oder eben die FAZ – nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen?

Jene deutschen Bischöfe, denen noch die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland am Herzen liegt, müssen jetzt handeln und zwar energisch.

Die Geschichte zeigt ganz klar: Wenn man hinsichtlich der Lehre kleine Zugeständnisse gewährt, kommt man nicht umhin, immer mehr und größere zu machen. Irgendwann ist vom katholischen Glauben nichts mehr übrig und es hat sich eine andere Denomination gebildet. Historische Beispiele gibt es genügend, gerade in Deutschland.

Es ist dringend nötig, dass in dieser Krisensituation glaubenstreue Bischöfe ihre Stimme gegen die rasante Zerstörung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens erheben.


Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2017/02/faz-nach-dbk-papier-zu-wvg-werden.html

Samstag, 28. Januar 2017

Das Privateigentum begünstigt das friedliche soziale Zusammenleben


Papst Leo XIII.
Mit Recht hat die Menschheit, unbekümmert um die abweichende Meinung weniger, immer im Naturgesetz die Grundlage für den Sonderbesitz gefunden und hat diesen durch die praktische Anerkennung der Jahrhunderte geheiligt, weil derselbe mit der Menschennatur und der Idee eines friedlichen und ruhigen Zusammenlebens gänzlich übereinstimmt; sie hat sich weise leiten lassen von der Forderung des natürlichen Gesetzes und blieb unbekümmert um vereinzelte Einreden.

Die staatlichen Gesetze aber, die ihre Verbindlichkeit, sofern sie gerecht sind, vom Naturgesetz herleiten, haben überall das in Rede stehende Recht bestätigt und mit Strafbestimmungen gestützt. Auch die göttlichen Gesetze verkünden das Besitzrecht, und zwar mit solchem Nachdrucke, dass sie sogar das Verlangen nach fremdem Gute streng verbieten: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochs, Esel und alles, was sein ist“ (Dt 5,21)


Aus der Enzyklika „Rerum Novarum“ von Leo XIII., vom 15.5.1891

(„Catolicismo“, Nr. 30, Juni 1953).

Freitag, 27. Januar 2017

Eselsritt am Strand


Eselsritt am Strand
Jan Verhas - (1884),
Musée Royal des Beaux-Arts d'Anvers / Belgien

Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen reitet auf Eseln am Strand. An ihren eleganten Kleidern erkennen wir, dass sie aus wohlhabenden Familien stammen. Die drei Jugendlichen im Vordergrund, welche die Reittiere führen, sind weniger Begütert.
Betrachten Sie das lächelnde Mädchen links, das trotz ihrer einfachen Kleidung, dem langen Rock und den mit Bändern geschmückten Hut, Anmut und Charme ausstrahlt. In der Mitte ist ein junger Mann zu sehen. Er hält stolz die Zügel des Esels einer jungen Dame. Der Jüngling mit ernstem Gesichtsausdruck auf der rechten Seite ist sich offensichtlich seiner Verantwortung bewusst.
Die ganze Gruppe scheint diesen Ausflug sehr zu genießen.
Unter dem niedrig wirkenden Himmel wälzt sich das Meer, das noch kalt zu sein scheint. Der feuchte Strand erinnert an den Geruch von Algen.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, März 2010)

Die Ideologie des Neomarxismus:

Ziel ist der Neue Mensch, der „homo communicativus“.

Prof Dr. R. Süßmuth

Der Neue Mensch ist der „homo communicativus“. Dessen neue Ethik besagt: „Verhalte Dich so, wie es der andere von Dir erwartet, weil der andere sich so verhält, wie Du es von ihm erwartest.“ Dieser Satz wird in Kitas und Ganztagsschulen verbreitet.

Marcuse verteidigt die Freigabe aller möglichen Lebensformen als „Urbilder der Freiheit und Erfüllung“, die nur „Ewiggestrige“ „Perversionen“ nennen. Mit Wilhelm Reich soll dadurch die Befreiung der Gesellschaft von aller Gewalt durch Freigabe der Sexualität erreicht werden.

Der Philosoph Jürgen Habermas hat die Erfüllung eines Sechs-Punkteprogramms bereits in den 80er Jahren als fortschrittlich propagiert, von dem die ersten besagen:

1. Die Entchristlichung der Öffentlichkeit — Kreuze verschwinden aus öffentlichen Gebäuden, von den Berggipfeln, ebenso Soutanen und Ordenhabite.

2. Entinstitutionalisierung — Ehe und Familie werden ersetzt. Beispiele: Kindertagesstätten und Ganztagsschulen.

3. Ent-Ethisierung des Rechts ­— Schuld wird durch widrige soziale Verhältnisse abgeschwächt, die es zu beseitigen gilt.

Ziel ist der neue Mensch, der „orphisch-narzisstische Sänger“. Dieser verweigert den Gehorsam den Autoritäten und reagiert mit Rebellion, lehnt das Leistungsprinzip ab, das zerstöre und durch das Lustprinzip ersetzt werden soll, und setzt an die Stelle der zeugenden Sexualität die Triebbefriedigung als Selbstzweck. Die Ehe wird von Neomarxisten als überholt angesehen. Die mit dem Kind entstehende Familie erziehe zu autoritären Menschen und Untertanen.
Deshalb müssen Kinder zu antiautoritären Persönlichkeiten herangebildet werden.

Quelle: IKW Okt/Nov 2016

Mittwoch, 18. Januar 2017

Gegen die verheerenden Folgen von „Amoris Laetitia“: AUFRUF ZUM GEBET


Erzb. Tomash Peta, Erzb. em. Jan Pawel Lenga und Weihb. Athanasius Schneider
Aufruf zum Gebet:
damit Papst Franziskus die unveränderliche Praxis der Kirche
von der Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe bekräftige

Nach der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Amoris laetitia wurden in einigen Teilkirchen Durchführungsbestimmungen und Interpretationen veröffentlicht, laut denen die Geschiedenen, trotz des sakramentalen Bandes, das sie an ihren rechtmäßigen Ehegatten bindet, dennoch die Ehe zivil mit einem neuen Partner geschlossen haben, zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zugelassen werden, ohne der von Gott vorgeschriebenen Pflicht nachzukommen, die Verletzung ihres sakramentalen Ehebandes zu beenden.

Das Zusammenleben more uxorio mit einer Person, die nicht der rechtmäßige Ehegatte ist, stellt eine Beleidigung des Heilsbundes dar, dessen Zeichen die sakramentale Ehe ist (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2384), und ebenfalls eine Beleidigung des bräutlichen Charakters des eucharistischen Geheimnisses. Papst Benedikt XVI. hat auf diesen Zusammenhang mit Nachdruck hingewiesen: „Die Eucharistie stärkt in unerschöpflicher Weise die unauflösliche Einheit und Liebe jeder christlichen Ehe. In ihr ist die eheliche Bindung kraft des Sakraments innerlich verknüpft mit der eucharistischen Einheit zwischen dem Bräutigam Christus und seiner Braut, der Kirche (vgl. Eph. 5,31-32)“ (Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 27).

Hirten der Kirche, die es dulden oder es sogenannten „wiederverheirateten“ Geschiedenen sogar erlauben - wenn auch in Einzelfällen oder ausnahmsweise - das Sakrament der Eucharistie zu empfangen, ohne dass sie das „Hochzeitsgewand“ tragen, obwohl Gott selbst in der Heiligen Schrift (vgl. Mt. 22,11 und 1 Kor 11,28-29) es mit Blick auf eine würdige Teilnahme am eucharistischen Hochzeitsmahl vorgeschrieben hat, wirken auf diese Weise mit an einer ständigen Beleidigung des Bandes des Ehesakraments, der bräutlichen Verbindung zwischen Christus und der Kirche und der bräutlichen Verbindung zwischen Christus und der Seele, die Seinen eucharistischen Leib empfängt.

Mehrere Teilkirchen haben pastorale Richtlinien erlassen oder empfohlen mit dieser oder einer ähnlichen Formulierung: „Sollte dann diese Entscheidung [in Enthaltsamkeit zu leben] wegen der Stabilität des Paares schwierig zu praktizieren sein, schließt Amoris laetitia die Möglichkeit, zur Beichte und zur Eucharistie zu gehen, nicht aus. Das bedeutet eine gewisse Öffnung wie im Fall, wo die moralische Gewissheit vorhanden ist, dass die erste Ehe nichtig war, aber die Beweise fehlen, um dies vor Gericht beweisen zu können. Es kann also niemand anderes als der Beichtvater sein, der an einem bestimmten Punkt, nach reiflicher Überlegung und Gebet vor seinem Gewissen die Verantwortung vor Gott und dem Pönitenten zu übernehmen hat und der bittet, dass die Zulassung zu den Sakramente auf diskrete Wiese geschehe.“

Die erwähnten pastoralen Richtlinien widersprechen der universalen Tradition der katholischen Kirche, die, was die Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe betrifft, durch den ununterbrochenen Petrusdienst der Päpste immer treu und ohne den Schatten eines Zweifels oder der Zweideutigkeit sowohl in der Lehre als auch in der Praxis bewahrt wurde.
Die obenerwähnten Bestimmungen und pastoralen Richtlinien widersprechen zudem in der Praxis den folgenden Wahrheiten und Lehren, die die katholische Kirche ununterbrochen und als sicher gelehrt hat.

• Die Befolgung der Zehn Gebote Gottes, besonders des Sechsten Gebotes, ist ausnahmslos für jede Person immer und in jeder Situation verbindlich. In diesem Bereich können keine Ausnahmefälle oder -situationen zugelassen werden, ebenso wenig kann hier von einem vollkommeneren Ideal gesprochen werden. Der heilige Thomas von Aquin sagt: „Die Vorschriften des Dekalogs beinhalten die Absicht des Gesetzgebers selbst, nämlich Gottes. Daher lassen die Vorschriften des Dekalogs keine Dispens zu“ (Summa theol., 1-2, q. 100, a. 8c).

• Die moralischen und praktischen Anforderungen, die aus der Befolgung der Zehn Gebote Gottes folgen, und besonders aus der Unauflöslichkeit der Ehe, sind nicht einfache Normen oder positive Gesetze der Kirche, sondern Ausdruck von Gottes heiligem Willen. Dementsprechend ist es nicht möglich, in diesem Zusammenhang vom Vorrang der Person gegenüber der Norm oder dem Gesetz zu sprechen. Es ist vielmehr vom Vorrang von Gottes Willen gegenüber dem Willen der sündigen menschlichen Person zu sprechen, damit diese gerettet werde, indem sie mit der Hilfe der Gnade Gottes Willen erfüllt.

• An die Unauflöslichkeit der Ehe zu glauben, ihr aber durch die eigenen Handlungen zu widersprechen, und sich dabei sogar frei von schwerer Sünde zu betrachten, indem man das eigene Gewissen allein durch den Glauben an die Göttliche Barmherzigkeit beruhigt, stellt eine Selbsttäuschung dar, vor der bereits Tertullian, ein Zeuge des Glaubens und der Praxis der frühchristlichen Kirche, warnte: „Gewisse Leute behaupten jedoch, es genüge Gott, wenn man Seinen Willen im Herzen und im Geiste annimmt, auch wenn die Handlungen dem nicht entsprechen: und so glauben sie, dass die Gottesfurcht und der Glaube durch die Sünde nicht verletzt würden. Das wäre genau so, als würde einer behaupten, ohne Verletzung der Keuschheit Ehebruch begehen zu können“ (Tertullian, De paenitentia 5,10).

• Die Befolgung der Gebote Gottes, und besonders der Unauflöslichkeit der Ehe, können nicht als ein vollkommeneres Ideal dargestellt werden, das nach dem Kriterium des Möglichen oder Machbaren zu erreichen ist. Es handelt sich hingegen um eine Pflicht, die Gott selbst unmissverständlich geboten hat, und deren Nichtbefolgung gemäß Seinem Wort zur ewigen Verdammnis führt. Den Gläubigen das Gegenteil zu sagen, hieße, sie zu täuschen und zu bewegen, den Willen Gottes zu missachten, wodurch ihr ewiges Seelenheil in Gefahr gebracht wird.

• Gott gibt jedem Menschen die nötige Hilfe zur Befolgung Seiner Gebote, wenn dieser Ihn aufrichtig darum bittet, wie die Kirche es unfehlbar gelehrt hat: „Denn Gott gebietet nicht Unmögliches; sondern ermahnt durch das Gebieten, zu tun, was du kannst, und zu bitten um das, was du nicht kannst; und er hilft dir, dass du es kannst“ (Konzil von Trient, 6. Session, 11. Kapitel), und: „Wenn jemand sagt, die Gebote Gottes seien auch für den gerechtfertigten und im Stand der Gnade befindlichen Menschen unmöglich zu halten, der sei im Bann“ (Konzil von Trient, 6. Session, 18. Kanon). Dieser unfehlbaren Lehre folgend lehrte der heilige Johannes Paul II.: „Die Befolgung des Gesetzes Gottes kann in bestimmten Situationen schwer, sehr schwer sein: niemals jedoch ist sie unmöglich“ (Enzyklika Veritatis splendor, 102), und: „Alle Eheleute sind nach dem göttlichen Plan in der Ehe zur Heiligkeit berufen, und diese hehre Berufung verwirklicht sich in dem Maße, wie die menschliche Person fähig ist, auf das göttliche Gebot ruhigen Sinnes im Vertrauen auf die Gnade Gottes und auf den eigenen Willen zu antworten“ (Apostolisches Schreiben Familiaris Consortio, 34).

• Die sexuelle Handlung außerhalb einer gültigen Ehe, besonders der Ehebruch, ist objektiv immer eine schwere Sünde, und kein Umstand und kein Zweck kann sie zulässig und in den Augen Gottes wohlgefällig machen. Der heilige Thomas von Aquin sagt, dass das Sechste Gebot selbst dann verbindlich ist, wenn durch einen Ehebruch ein Land vor der Tyrannei gerettet werden könnte (De Malo, q. 15, a. 1, ad 5). Der heilige Johannes Paul II. lehrte diese immer gültige Wahrheit der Kirche: „Die negativ formulierten sittlichen Gebote hingegen, das heißt diejenigen, die einige konkrete Handlungen oder Verhaltensweisen als in sich schlecht verbieten, lassen keine legitime Ausnahme zu; sie lassen keinerlei moralisch annehmbaren Freiraum für die 'Kreativität' irgendeiner gegensätzlichen Bestimmung. Ist einmal die sittliche Artbestimmung einer von einer allgemeingültigen Regel verbotenen konkret definierten Handlung erkannt, so besteht das sittlich gute Handeln allein darin, dem Sittengesetz zu gehorchen und die Handlung, die es verbietet, zu unterlassen“ (Enzyklika Veritatis splendor, 67).

• Eine ehebrecherische Verbindung von zivilrechtlich „wiederverheirateten“ Geschiedenen, die „gefestigt“ ist, wie man so sagt, und die in ihrer ehebrecherischen Sünde durch sogenannte „erwiesene Treue“ gekennzeichnet ist, kann nicht die moralische Qualität ihrer Verletzung des sakramentalen Ehebandes, also ihres Ehebruches, ändern, der immer eine in sich böse Handlung bleibt. Eine Person, die den wahren Glauben und die kindliche Gottesfurcht hat, kann nie „Verständnis“ für in sich böse Handlungen haben, wie sie bei sexuellen Handlungen außerhalb einer gültigen Ehe der Fall ist, da diese Handlungen Gott beleidigen.
• Die Zulassung der „wiederverheirateten“ Geschiedenen zur Heiligen Kommunion stellt in der Praxis eine implizite Entbindung von der Befolgung des Sechsten Gebots dar. Keine kirchliche Autorität hat die Macht, eine solche implizite Dispens zu gewähren, nicht einmal in einem einzigen Fall oder in einer außergewöhnlichen und komplexen Situation oder zur Erreichung eines guten Zweckes (wie zum Beispiel die Erziehung der gemeinsamen Kinder, die aus einer ehebrecherischen Verbindung geboren wurden), indem man sich für die Gewährung einer solchen Dispens auf das Prinzip der Barmherzigkeit beruft, auf die „via caritatis“ , die mütterliche Fürsorge der Kirche oder indem man in diesem Fall behauptet, der Barmherzigkeit nicht viele Bedingungen stellen zu wollen. Der heilige Thomas von Aquin sagte: „Für keine Nützlichkeit sollte jemand Ehebruch begehen“ (pro nulla enim utilitate debet aliquis adulterium committere, De Malo, q. 15, a. 1, ad 5).

• Eine Bestimmung, die die Verletzung des Sechsten Gebotes Gottes und des sakramentalen Ehebandes auch nur in einem einzigen Fall oder in außergewöhnlichen Fällen erlaubt, um vielleicht eine allgemeine Änderung der kanonischen Normen zu vermeiden, bedeutet nichtsdestotrotz immer einen Widerspruch gegen die Wahrheit und den Willen Gottes. Dementsprechend ist es psychologisch irreführend und theologisch falsch, in diesem Fall von einer restriktiven Regelung oder von einem kleineren Übel im Gegensatz zu einer Regelung allgemeinen Charakters zu sprechen.

• Da eine gültige Ehe der Getauften ein Sakrament der Kirche und durch ihre Natur eine Realität öffentlichen Charakters ist, kann ein subjektives Urteil des Gewissens über die Ungültigkeit der eigenen Ehe im Widerspruch zum entsprechenden rechtskräftigen Urteil des kirchlichen Gerichts keine Konsequenzen für die sakramentale Ordnung haben, die immer öffentlichen Charakter hat.

• Die Kirche und konkret der Beichtvater haben nicht die Zuständigkeit, über den Gewissenszustand des Gläubigen oder die Rechtschaffenheit der Absicht des Gewissens zu urteilen, da der Grundsatz gilt: „ecclesia de occultis non iudicat“ (Konzil von Trient, 24. Session, Kapitel 1). Der Beichtvater ist weder der Stellvertreter noch ein Vertreter des Heiligen Geistes, um mit Dessen Licht in die Falten des Gewissens eindringen zu können, da Gott allein sich den Zutritt zum Gewissen vorbehalten hat: „sacrarium in quo homo solus est cum Deo“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes, 16). Der Beichtvater kann sich vor Gott und dem Pönitenten nicht die Verantwortung anmaßen, ihn implizit von der Befolgung des Sechsten Gebotes und der Unauflöslichkeit des Ehebandes durch die Zulassung zur Heiligen Kommunion zu entbinden. Die Kirche hat nicht die Vollmacht, auf der Grundlage einer angeblichen Gewissensüberzeugung über die Ungültigkeit der eigenen Ehe im Forum internum, Konsequenzen für die sakramentale Ordnung im Forum externum abzuleiten.

• Eine Praxis, die es den sogenannten zivilrechtlich geschiedenen und wiederverheirateten Personen erlaubt, die Sakramente der Buße und der Eucharistie zu empfangen, trotz deren Absicht auch in Zukunft weiterhin das Sechste Gebot und ihren sakramentalen Ehebund zu verletzen, wäre im Widerspruch zur Göttlichen Wahrheit und würde gegen das stets gleichbleibende Verständnis der katholischen Kirche und gegen die bewährte, aus der Zeit der Apostel empfangene und stets treu bewahrte Praxis verstoßen, die zuletzt auf sichere Weise vom heiligen Johannes Paul II. (vgl. Apostolisches Schreiben Familiaris Consortio, 84) und von Papst Benedikt XVI. (vgl. Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 29) bekräftigt wurde.

• Die erwähnte Praxis wäre für jeden vernünftigen Menschen ein offensichtlicher Bruch und würde daher nicht eine Entwicklung in Kontinuität mit der apostolischen und immerwährenden Praxis der Kirche darstellen, da gegen eine so offensichtliche Tatsache Argumente keine Gültigkeit haben: contra factum non valet argumentum. Eine solche pastorale Praxis wäre ein Gegen-Zeugnis zur Unauflöslichkeit der Ehe und eine Art von Mitwirkung von Seiten der Kirche an der Ausbreitung der „Geißel der Scheidung“ , vor dem das Zweite Vatikanische Konzil gewarnt hatte (vgl. Gaudium et spes, 47).

• Die Kirche lehrt durch das, was sie tut, und muss tun, was sie lehrt. Über das pastorale Handeln in Bezug auf Personen in irregulären Verbindungen sagte der heilige Johannes Paul II.: „Die Pastoral wird die Notwendigkeit einer Übereinstimmung zwischen der Lebenswahl und dem Glauben, den man bekennt, verständlich zu machen suchen und möglichst bemüht sein, diese Menschen dahin zu bringen, ihre eigene Situation im Licht christlicher Grundsätze in Ordnung zu bringen. Obwohl man ihnen mit viel Liebe begegnen und sie zur Teilnahme am Leben ihrer Gemeinden einladen wird, können sie von den Hirten der Kirche leider nicht zu den Sakramenten zugelassen werden“ (Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, 82).
• Eine authentische Begleitung der Personen, die sich in einem objektiven Zustand der schweren Sünde befinden, und ein entsprechender Weg der pastoralen Unterscheidung können sich nicht der Pflicht entziehen, diesen Personen mit Liebe die ganze Wahrheit über den Willen Gottes zu verkündigen, damit sie von ganzem Herzen die sündhaften Handlungen des Zusammenlebens more uxorio mit einer Person, die nicht der rechtmäßige eigene Ehegatte ist, bereuen. Zugleich muss eine authentische Begleitung und pastorale Unterscheidung sie ermutigen, damit sie mit der Hilfe der Gnade Gottes aufhören, in Zukunft solche Handlungen zu begehen. Die Apostel und die ganze Kirche haben zweitausend Jahre lang den Menschen immer die ganze Wahrheit Gottes über das Sechste Gebot und die Unauflöslichkeit der Ehe verkündet, folgend der Ermahnung des heiligen Apostels Paulus: „Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden“ (Apg. 20, 27).

• Die Pastoral der Kirche bezüglich der Ehe und des Sakramentes der Eucharistie hat solche Bedeutung und so entscheidende Konsequenzen für den Glauben und für das Leben der Gläubigen, dass die Kirche, um dem geoffenbarten Wort Gottes treu zu bleiben, in diesem Bereich jeden Schatten des Zweifels und der Verwirrung vermeiden muss. Der heilige Johannes Paul II. hat diese immerwährende Wahrheit der Kirche formuliert: „Mit diesem nachdrücklichen Hinweis auf die Lehre und das Gesetz der Kirche möchte ich bei allen das lebendige Gespür für die Verantwortung wachrütteln, die uns im Umgang mit den heiligen Dingen leiten muss, die - wie die Sakramente - nicht unser Eigentum sind oder - wie das Gewissen der Menschen - ein Anrecht darauf haben, nicht in Ungewissheit und Verwirrung belassen zu werden. Ich wiederhole: Beides sind heilige Dinge, die Sakramente und das Gewissen der Menschen, und sie fordern von uns, dass wir ihnen in Wahrheit dienen. Das ist der Grund für das Gesetz der Kirche“ (Apostolisches Schreiben Reconciliatio et Paenitentia, 33).

Trotz der wiederholten Erklärungen über die Unveränderlichkeit der Lehre der Kirche bezüglich der Scheidung wird sie inzwischen von zahlreichen Teilkirchen durch die sakramentale Praxis akzeptiert, und dieses Phänomen breitet sich aus. Nur die Stimme des Obersten Hirten der Kirche kann definitiv verhindern, dass in Zukunft die Situation der Kirche unserer Tage durch die folgende Aussage gekennzeichnet wird: „Es stöhnte der ganze Erdkreis und wunderte sich, dass er arianisch geworden war“ (ingemuit totus orbis et arianum se esse miratus est, Adv. Lucif., 19), um ein Wort des heiligen Hieronymus aufzugreifen, mit dem er die arianische Krise beschrieben hat.

Angesichts dieser realen Gefahr und der weiten Verbreitung der Geißel der Scheidung im Leben der Kirche, die implizit durch die erwähnten Durchführungsbestimmungen und Richtlinien zum Apostolischen Schreiben Amoris laetitia legitimiert wird;

angesichts der Tatsache, dass die genannten Bestimmungen und Richtlinien in einigen Teilkirchen in unserer globalisierten Welt öffentlich bekannt geworden sind;

angesichts der Wirkungslosigkeit zahlreicher Bittgesuche, die auf privater und vertraulicher Ebene seitens vieler Gläubigen und einiger Hirten der Kirche an Papst Franziskus gerichtet wurden, sind wir gezwungen diesen Aufruf zum Gebet zu machen. Als Nachfolger der Apostel bewegt uns dazu auch die Pflicht, unsere Stimme zu erheben, wenn die heiligsten Dinge der Kirche und das ewige Heil der Seelen in Gefahr sind.

Die folgenden Worte des heiligen Johannes Paul II., mit denen er die ungerechten Angriffe gegen die Treue des kirchlichen Lehramtes beschrieb, mögen allen Hirten der Kirche in diesen schweren Zeiten ein Licht und ein Ansporn zu einem immer einträchtigeren Handeln sein: „Nicht selten wirft man dem kirchlichen Lehramt in der Tat vor, es sei bereits überholt und verschließe sich den Forderungen des modernen 'Zeitgeistes'; es entfalte ein Vorgehen, das für die Menschheit, ja für die Kirche selbst schädlich sei. Durch das hartnäckige Verharren auf ihren Positionen würde die Kirche — so heißt es — an Popularität verlieren, und die Gläubigen würden sich immer mehr von ihr abwenden“ (Brief an die Familien, Gratissimam sane, 12).

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Zulassung der sogenannten „wiederverheirateten“ Geschiedenen zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie, ohne von ihnen die Erfüllung der Pflicht einzufordern, enthaltsam zu leben, eine Gefahr für den Glauben und für das Heil der Seelen und zudem eine Beleidigung des Heiligen Willens Gottes darstellt,

unter Berücksichtigung der Tatsache, dass eine solche pastorale Praxis folglich nie Ausdruck der Barmherzigkeit, der „via caritatis“ oder des mütterlichen Mitgefühls der Kirche für die sündigen Seelen sein kann,

machen wir in tiefer pastoraler Sorge diesen dringenden Gebetsaufruf, damit Papst Franziskus die oben erwähnten pastoralen Orientierungen, welche bereits in einigen Teilkirchen eingeführt wurden, auf unmissverständliche Weise widerruft.

Eine solche Handlung des sichtbaren Hauptes der Kirche würde die Hirten und die Gläubigen stärken, gemäß dem Auftrag, den Christus, der höchste Seelenhirte, dem Apostel Petrus und - durch ihn - allen seinen Nachfolgern erteilt hat: „Stärke deine Brüder!“ (Lk. 22,32).

Die folgenden Worte eines heiligen Papstes und der heiligen Kirchenlehrerin Katharina mögen allen in der Kirche unserer Tage Licht und Stärkung sein:

„Der Irrtum, dem man nicht widersteht, wird gebilligt. Die Wahrheit, die man nicht verteidigt, wird unterdrückt“ (Hl. Papst Felix III, + 492).

„Heiliger Vater, Gott hat euch zur Säule der Kirche erwählt, auf dass Sie ein Werkzeug seien die Häresie auszurotten, die Lügen zu zerstreuen, die Wahrheit zu rühmen, die Finsternis zu vertreiben und das Licht kundzutun“ (Hl. Katharina von Siena, +1380).

Als Papst Honorius I. (625 - 638) eine zweideutige Haltung gegenüber der Verbreitung der neuen Häresie des Monotheletismus einnahm, sandte der hl. Sophronius, Patriarch von Jerusalem, einen Bischof aus Palästina nach Rom mit diesen Worten: „Geh zum Apostolischen Stuhl, wo sich das Fundament der heiligen Lehre befindet, und höre nicht auf zu beten, bis der Apostolische Stuhl die neue Häresie verurteilt“. Die Verurteilung erfolgte dann im Jahre 649 durch den heiligen Papst und Märtyrer Martin I.

Wir machen diesen Gebetsaufruf im Bewusstsein, uns einer Unterlassung schuldig zu machen, wenn wir es nicht tun würden. Es ist Christus, die Wahrheit und der oberster Hirte, der uns richten wird, wenn Er erscheint. Ihn bitten wir in Demut und Vertrauen, dass Er alle Hirten und alle Schafe mit dem „nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit“ belohne (vgl. 1 Petr. 5,4).

Im Geist des Glaubens und in kindlicher und ergebener Liebe erheben wir unser Gebet für Papst Franziskus: „Oremus pro Pontifice nostro Francisco: Dominus conservet eum, et vivificet eum, et beatum faciat eum in terra, et non tradat eum in animam inimicorum eius. Tu es Petrus, et super hanc petram aedificabo Ecclesiam Meam, et portae inferi non praevalebunt adversus eam“.

Als konkretes Mittel empfehlen wir dieses altehrwürdige Gebet der Kirche oder einen Teil des heiligen Rosenkranzgebetes in der Meinung zu verrichten, dass Papst Franziskus auf eine unzweideutige Weise jene pastoralen Richtlinien verbieten möge, welche den sogenannten wiederverheirateten Geschiedenen den Empfang der Sakramente der Buße und der Eucharistie erlauben ohne die Erfüllung der Pflicht eines Lebens in Enthaltsamkeit.

18. Januar 2017, früheres Fest der Kathedra des heiligen Petrus in Rom

+ Tomash Peta, Erzbischof Metropolit der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana
+ Jan Pawel Lenga, Emeritierter Erzbischof-Bischof von Karaganda

+ Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana