Donnerstag, 5. November 2015

Arme Gratulanten



Arme Gratulanten, 1861
Ferdinand Georg Waldmüller, © Wienmuseum

Ein junger Mann hat soeben eine Prüfung erfolgreich bestanden. Aus einer armen Familie stammend, besucht er mit seinem Diplom in der Hand und einem Lächeln auf den Lippen seine Wohltäterin, die seine Familie regelmäßig unterstützt. Es begleiten ihn seine Mutter, die ihren Jüngsten auf dem Arm trägt, und seine Schwester.
Die Hausherrin beglückwünscht den jungen Mann und schenkt ihm als Anerkennung durch eine ihrer Töchter ein oder zwei Goldmünzen. Eine großzügige Geste, die die Leistung hochschätzt und die sowohl den Empfänger als auch den Geber ehrt.
Die Liebenswürdigkeit und die echte gegenseitige Wertschätzung bringen es zustande, dass beide Familien, so unterschiedlich ihr Vermögen auch sein mag, wahrhaftig brüderliche Verbindungen haben, als ob sie eine einzige Familie wären. Der Unterschied zeigt sich in der Kleidung, jedoch die Würde der Personen und der Gesichtsausdruck sind gleicher Art. Die Harmonie zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsklassen ist Frucht der Zivilisation, wenn sie christlich ist.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, August 2008)


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