Donnerstag, 26. November 2009

Der Liederhändler


Der Liederhändler, 1903 - Victor Gabriel Gilbert


Einige Familien haben sich an einem Sommerabend auf der Straße um den Liederhändler versammelt. Das war damals noch ein sehr sympathischer Straßenberuf, der leider verschwunden ist; die Flut der Gesetzgebung in einem allgegenwärtigen Staat und die Hektik der modernen Welt haben ihn erschlagen.
Die Melodie klingt in den Abend hinein und wird von den zwei jungen Mädchen aufgenommen. In allen Gesichtern kann man die schlichte und ruhige Freude des Zuhörens vernehmen. Auf dem Tisch verbreitet eine Petroleumlampe ihren sanften Schein, der es ermöglicht die Notenblätter der Lieder zu lesen, die der Mann mit der Gitarre am Ende seiner Vorführung für einige wohlverdiente Münzen verkaufen wird: es ist die Frucht seiner Arbeit. Das Zusammentreffen dieser Menschen, Eltern, Kindern, Nachbarn, Vorbeigehende strahlt Frieden und Harmonie aus: weil diese Gesellschaft noch aufgebaut und gegliedert ist wie eine große Familie. 

(Benoît Bemelmans)

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